Ausgabe 
5.10.1935
 
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Trinkt deutschen Wein!

Die Gießener Herbstmesse wird ausgebaut.

Zur Wein-Werbewoche in Gießen.

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Gestern traf in unserer Stadt wir berichteten gestern bereits kurz darüber aus Oppenheim am Rhein der Wein ein, der während der Werbewoche für den deutschen Wein zum Verbrauch in Gießen bestimmt sein soll. Unser Bild (oben) zeigt den schweren Lastzug mit den riesigen Fässern, die

10 000 Liter Wein bergen. Zur Freude der Pas­santen in der Schulstraße gab es gleich eine kleine Kostprobe, die (siehe das untere Bild) recht gut geschmeckt zu haben scheint. (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.)

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HeichSfrauenführerin Scholh-Klink spricht in Darmstadt.

Darmstadt, 4. Okt. (LPD.) Am Samstag, 19. Oktober, 17 Uhr, spricht die Reichsfräuenführe- rin Pgn. Frau Gertrud Scholtz-Klink in

der Festhalle in Darmstadt. Auf diese Veranstaltung wird schon heute aufmerksam gemacht. Näheres ist bei den Kreisfrauenschaftsleiterinnen als Leiterin­nen des Frauenvereins und bei den Kreisvorsitzen­den des Roten Kreuzes, Hessischer Alice-Frauen- verein, zu erfahren.

Seit einigen Lagen sind auf Oswaldsgarten viele fleißige Hände damit beschäftigt, die Vorbereitungen für die diesjährige Herbstmesse zu treffen. Wagen um Wagen, schwer beladen, fuhr an. Kisten, Bret­ter, Balken, bemalte Leinwand und vieles andere wurden abgeladen, und nach einer vielgeübten Auf­bautechnik entstanden Buden, Karussells, die Achter-

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Die Achterbahn wird aufgebaut.

(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) bahn, die auch diesmal dem Platz der Herbstmesse wieder die besondere Note gibt. Immer wieder finden sich viele Zuschauer, die den Arbeitern im Gerüst auf luftiger Höhe mit allem Interesse zu­sehen.

Die Messe wird den Besuchern auch in diesem Jahre wieder ein abwechslungsreiches Bild bieten. Neben einigen Karussells wurde eine Anzahl Schau­buden aufgestellt, in denen die bekanntenWelt­attraktionen" zu sehen sein werden. Die Schieß­buden fehlen auch nicht. Eine der Schießbuden ist sogar sehr phantafievoll mit einer Wald- und Heide­landschaft ausgerüstet worden, so daß sich der Schütze mitten in die Natur hinein versetzt fühlen kann. Neben einer neuartigen Schlangenbahn ist wieder die elektrische Autobahn auf dem Platz. Selbstverständlich wird auch für allerlei Lecker­bissen gesorgt sein. Die Jugend, die schon jetzt mit erlebnislustigen Augen um den Platz streicht und die Ausbauarbeiten mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, braucht nicht mehr lange zu warten. Morgen wird die Messe eröffnet. Hoffentlich ist den Schaustellern diesmal etwas besseres Wetter be- schieden als zur Frühjahrsmesse.

Don der Gießener Arbeitsdienst­abteilung

Seit einigen Tagen herrscht lebhaftes Treiben bei der Arbeitsdienstabteilung 5/22Justus von Lie­big", Gießen. Kaum haben die alten Arbeitsmän­ner nach einer schönen Abschiedsfeier, die so recht die Zusammengehörigkeit von Führer und Mann­schaft zeigte, die ihnen lieb gewordenen Räume verlassen, als auch schon der erste Jahrgang der Dienstpflichtigen seinen Einzug hielt. Erst mit ihren

Stuben und ihrem Strohsack vertraut gemacht, stehen sie schon wieder neu eingekleidet im Hof bet den Formübungen, werden in der richtigen Hand­habung des Arbeitsgeräts unterrichtet, oder sie mar­schieren zur Baustelle, um mit dem Platz ihres neuen Wirkens bekannt gemacht zu werden.

Aber schon hat ein Einleitungsvortrag des Abtei- lungsführers und die wenigen Stunden des Zu­sammenseins mit dem übrigen Führerpersonal die ersten Hemmungen überwunden und es wird nicht mehr lange dauern, dann wird jeder dieser jungen Menschen wissen, daß im Arbeitsdienst der Standes- dünkel überwunden, wahre Volksgemeinschaft ge­pflegt, die Liebe zum Boden durch die Arbeit an ihm gefördert und überhaupt praktischer National­sozialismus gepflegt werden. Dann werden sie wie­der begreifen, daß Arbeit adelt.

Die Luftwaffe und die Frau.

Der Reichsluftschutzbund, Landesgruppe Hessen- Rheinland-Süd, teilt mit: Wenn heute neben dem Manne auch die Frau l u s t s ch u tz p f l i ch t i g ist, dann trägt daran die Entwicklung des Militär­flugzeuges zu einer gefährlichen Angriffswaffe die Schuld. Um feine Wirksamkeit auf die Zivilbevöl­kerung zu begrenzen, ist der Ausbau des Selbst- chutzes eine gebieterische Notwendigkeit geworden. Ohne die Frau ist er nicht denkbar.

Neue, aber durchaus mögliche Leistungen wer­den jetzt und in der Zukunft von Deutschlands Frauen und Mädchen verlangt.

Selbstschutz kann nicht von heute auf morgen ge­schaffen werden. Er muß in umfangreicher Arbeit in vielen Jahren vorbereitet werden. Mit den Ein- zelfragen kann man sich nicht früh genug befassen, und gerade die Frau wird berufen fein, verantwort­liche Posten Luftschutzhauswart oder Brandwart zu übernehmen, weil im Ernst­fälle nur wenige Männer verfügbar sein werden. Selbstverständlich gibt es in den Ausbildungskursen des Reichsluftschutzbundes Gelegenheit in Hülle und Fülle, die notwendigen praktischen Kenntnisse zu ge­winnen, und es muß jeder Frau geraten werden, die gebotenen Möglichkeiten ohne weitere Verzöge­rung auszunutzen.

Es ist nicht unsere Absicht, einen Querschnitt durch den erwähnten Kursus zu geben; wir wollen le­diglich einige Gesichtspunkte in den Vordergrund rücken, die dis Notwendigkeit der frau­lichen Mitarbeit dartun werden.

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Enk- rümpetung des Dachbodens. Alle leicht brenn­baren und vor allem wertlosen Gegenstände, die bei einem Fliegerangriff Anlaß zu einer Vrandkatastrophe werden können, müssen be­seitigt werden. 3n der Wohnung selbst muß rechtzeitig Vorsorge zum Verdunkeln getroffen werden. Eine kluge Hausfrau wird beizeiten überlegen, was sie für die Vorbereitungen braucht. Zum Schuhe der Fenster, die unter der Wirkung von Sprengbomben der Zerstö­rung ausgesetzt sind, müssen besondere Vorkeh­rungen getroffen werden. Jeder Luftfchuh- hauswart gibt Auskunft. In jedem haushalt müssen gasdichte Behälter vorhanden fein, die lm Ernstfall die notwendigen Lebensmittel auf­nehmen. Ist der Schuhraum bereits erstellt, so wird die Frau, die praktisch ausgebildet ist, bei der Einrichtung desselben ein gewichtiges Wort mitreden müssen. Schließlich müssen Kin­der und Kranke von der Frau betreut werden.

Ein neues Gebiet weitgehendster Fürsorge öffnet sich der Frauenwelt. Sie wird es übernehmen müssen im Interesse von Familie und Volk, und sie wird sie leisten können, weil die Frauen von heute und morgen dem Vaterlande freudig dienen.

Mein lieber Mann, unser guter Vater

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Christine Müller, geb. Pieh

nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 59 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Familie Jakob Müller nebst allen Angehörigen.

Gießen, den 5. Oktober 1935.

Heinrich Hahn

Bahnhofstraße Telephon 3403.

Die Beerdigung findet Montag, 7. Oktober, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Von Beileids­besuchen bitten wir Abstand nehmen zu wollen. 5720 D

Georg Karl Reit

ist heute nach langem Leiden in Frieden heimgegangen.

Unterfertigte betrauert aufs tiefstfe das Ableben ihres 1b. A. H.

Jakob Kn ab, Pfarrer i. R.

(akt. 1875).

Heuchelheim-Gießen

den 5 Oktober 1935. Die Beisetzung findet in der Stille statt

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Bekanntmachung.

Die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1935 findet am Donnerstag, dem 24. Oktober 1935, 15 Uhr, Zimmer Nr. 6 im Stadthaus, Berg­straße 20, statt. 57030

Das Ergebnis der Auslosung wird in den Tages­zeitungen baldmöglichst bekanntgegeben.

Gießen, den 5. Oktober 1935.

Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister.

Bekanntmachung.

Vetr.: Die Bürgersteuer der Lohn- und Gehalts­empfänger usw.

Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer für seine Arbeitnehmer haftet. Kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefor­dert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsver- fahren beigetrieben. 57020

Gießen, den 3. Oktober 1935.

Bürgermeisterei Gießen.

3.23. : Dr. Hamm, Bürgermeister.

Arbeitsvergebung.

Für den Neubau eines Doppelwohnhauses in der Schottstraße sollen vergeben werden: 5699D

1. Erd- und Maurerarbeiten,

2. Zimmerarbeiten,

3. Dachdeckerarbeiten,

4. Spenglerarbeiten.

Angebotsvordrucke sind ab Montag, den 7. b.21U bei uns zu haben, wo auch die Zeichnungen offen­legen. Angebote sind verschlossen und mit ent- jprechender Aufschrift versehen bis zum Verdin­gungstermin am

Freitag, dem 11. Oktober 1935 vormittags 10 Ubr bei uns einzureichen.

Gießen, den 4. Oktober 1935.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt.

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