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überhöht.
Letzte Vorbereitungen auf dem Bückeberg.
Bauer und Soldat.
Oie Wehrmacht auf dem Bückeberg.
Wieder versammeln sich -underttausende deutscher Bauern aus dem uralten Bückeberg, um in treuem Pflichtbewutztsein dem Führer, ihrem Retter 3 u huldigen und in überlieferter Art den Dank an ihre Sch 0 11e abzustatten. Mit ihnen zusammen feiern nicht nur die Dörfer in allen deut chen Gauen Erntedankfest, auch die Stad- ter legen in entsprechenden Veranstaltungen ein freudiges Bekenntnis zum deutschen Bauerntum ab.
Wie am 1. Mai das gesamte deutsche Volk sich dessen erinnerte, daß durch die A r b e i t des ©ev stes und der Faust alle Lebensmöglichkeiten nach außen und innen geschaffen werden, so grüßt das nationalsozialistische Deutschland am Erntedanktag den deutschen Bauern als Schirmer des Urquells deutschen Blutes und der Art und als Hüter der fruchtbringenden deutschen Scholle, die geschützt werden muß vor jeglicher Ausbeutung und Verschleude-
Kein anderer Festtag im Jahre ruft das deutsche Volk so zur inneren Besinnung, daß aus der Erde alles Leben wächst, daß alle Voraussetzung für das Wirken und Gestalten der Menschen überhaupt, daß Freiheit und Brot, Blut und Ehre
sche Volk auf ihn, der inmitten der schopserijcyen Natur lebt und wirkt und ihre geheimnisvollen Möglichkeiten verwaltet, an diesem Tag blickt, Tag der Mahnung, weil er ihn gleichzeitig erinnert an sein großes Pflichtbewußtsein gegenüber der Nation und an die Dankesschuld gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung, die ihm die Wiederherstellung seiner Ehre erkämpft hat.
So wollen wir, wenn auf den Höhen die Erntedankfeuer zum Himmel leuchten, daran denken, daß über uns der Segen ruht, weil Adolf Hitler die Gabe der Muttererde wieder einem blutver- bundenen Volke dienstbar gemacht hat, dem er in diesem Jahr auch seine Nahrungs- und Wehrfreiheit wiedergab, weil Brot und Freiheit einander bedingen, Pflug und Schwert zueinander gehören, Bauer und Soldat der Beistand des Volkes find.
Der Landesbauernführer: (gez.) Dr. Wagner.
Die schwarze Zauberin.
Die wandernde Dreschmaschine kommt. Weit über die Gipfel fremder Forste hört man sie dröhnen. Wenn die weiße Dampfsäule der Lokomobile über die dunklen Wälder steigt, laufen ganze Dörfer ihr entgegen. Unter ihren Eisenrädern zermalmt sie die Waldwege, und die Zweige der jungen Scho- zittern, wie die Erde bebt.Hinter ihr gekoppelt ____iohnwagen des Heizers, schaukelnd wie eine Brautkutsche, der rote Riesenkasten der Dresch-
seines Lebens erfüllen kann.
Keine Fackeln bei nächtlicher Gpalierbildung.
Königsberg, 4.Dtt. <DNB.) Der Adjutant des Führers teilt mit: Es wird darauf hmgewiefen und befohlen, daß bei nächtlichen Spalierbildungen die Aufstellung mit Fackeln wegen der damit verbundenen Feuersgefahr streng verboten ist.
Ehrentag des deutschen Bauern!
Ein Aufruf des Landesbauernführers Or. Wagner.
Am diesjährigen Erntedankfest werden zum ersten Male Teile der Wehrmacht von fast allen Truppengattungen teilnehmen. Wenn die Heranziehung der Wehrmacht zu den Parteitagen in Nürnberg die feste Einheit von Partei und Heer, ihre gleichartige Bedeutung als der beiden tragenden Pfeiler des nationalsozialistischen Staates ausdrücken, so ist die Verbindung von Erntedank und Wehrmacht, von Bauer und Soldat, das Symbol für die gemeinsame vornehmste Aufgabe dieser beiden Stände, für d i e Erhaltung und Verteidigung der heimatlichen Erde.
Es ist einem landmäßigen, mit dem Boden seit vielen Geschlechtern verwurzelten Bauerntum von Natur und Interesse gegeben, wenn ein Feind die Scholle bedroht, zur Waffe zu greifen und den Eindringling zu verjagen. Dieser Wehrhaftigkeit entspricht auf der anderen Seite der tiefe Wunsch, wenn der Angriff abgewehrt ist, das Schwert mit der Pflugschar zu vertauschen und wieder zur heimatlichen Erde zurückzukehren. Wie der richtige Bauer von Natur wehrhaft ist, so ist er auch von Natur friedfertig und jedem Landsknecht- und Söldnertum abhold, von dem er in der Vergangenheit fast ebensoviel zu erleiden hatte, wie von Feinden.
Mit dieser Anschauung und mit diesem Begriff des Soldatentums deckt sich die staatliche und sitt- liche Idee, die der deutschen Wehrmacht zugrunde liegt. Sie ist nach dem Willen und den Versicherungen des Führers nicht dazu geschaffen, Angriffsoder Eroberungskriege zu führen und für abstrakte Machtideen gebraucht zu werden, sondern um Staat und Volk ihre nationale Selbständigkeit zu erhalten und den heimischen Boden gegen ftem- den Zugriff zu verteidigen, kein Stand in eines Fürsten Hand, sondern das Volk selb st in Waffen, dasselbe Volk, das in der politischen ge- schlossenen Form des Nationalsozialismus die inneren Aufgaben feines Gemeinwesens regelt.
Besitz und Führung der Waffe ist mit dem Begriff eines freien deutschen Bauerntums von Alters her untrennbar verbunden. In keinem Stande ist deswegen die Wiedecherstellung der deutschen Wehrfreiheit so sehr aus dem innersten Wesen heraus begrüßt und als Aufrichtung eines naturgegebenen
maschine.
Es dröhnt und scheppert hinter den bebenden Wänden des Dreschkastens. Es rauschen die trockenen Halme und gleiten wie Wogen. Es taumelt der Treibriemen, weit gespannt vom Schwungrad der Lokomobile. Schwindlig wird der Blick, der den Riemen folgt, wie er hin und her zuckt.
Es wirbeln die Pleuelstangen, und die Arme des Fliehkraftreglers stehen waagrecht wirbelnd ab. Funken fallen hinter die durchlöcherten Stahlplatten der Feuerbuchse. Süß riecht der Wafferdampf, vermengt mit Dunst aus heißem Del. Der Maschinist steht mit verschränkten Armen: ein Zauberer. Er beherrscht die Maschine mit ernstem Blick auf die Gläser, die Dampfdruck zeigen und Wasserstand.
Aus rütteTnber Schütte rinnt das gedroschene Korn, füllt die gespannten Säcke. Schwer ist es wie Gold.
Kahl sind die Felder. Erschöpft liegen sie und matt. Millionen Wunden sind die Stoppeln. Aus ihren Wühlgängen blinzeln die Feldmäuse in das zu grelle Licht, benommen wie nach einem Erdbeben. Die Hamster tragen mit prallen Backentaschen ihre Ernte heim. Mit rüttelnden Schwingen
1 hängen in der Luft die Bussarde und Sperber' ».«
nehmen wird, ist eine dieser glücklichen Symbol- Gestaltungen, mit denen die Führer des national- sozialistischen Deutschlands zeigen, daß ihnen Politik mehr als Handwerk ist.
Daß ein Volk in Stände und Berufe sich gliedert, ist natürlich und nicht zu vermeiden; ihre Iren- nunfl und Gegensätzlichkeit zu überwinden, sie in nationaler Bindung mite man» der zu erhalten, ist höchste Staatsaufgabe. Auf dem Bückeberg werden Bauer und Soldat, Die Pflüger und Schützer der Heimaterde, in ihre ge- meinsame ideelle Beziehung gebracht und der schone Sinn des Erntedankfestes zur nationalen Bedeu-
Bückeberg, 4. Oktober. (DNB.) Freitag ftüh, 48 Stunden vor dem großen Aufmarsch des deutschen Nährstandes und des deutschen Wehrstandes am Bückeberg, kann man feststellen, daß die organisatorischen und technischen Vorbereitungen b i s i n die kleinsten Einzelheiten vollendet ind. In den Ortschaften am Fuße des Berges sieht man schon jetzt das gewohnte lebhafte Treiben. Für die Unterbringung und Verpflegung der Gäste sind in allen umliegenden Ortschaften Zelte in langen Reihen aufgebaut. Die A n • marsch st raßen sind weiter ausgebaut worden. Die Anlage der Kabel - undLichtleitungen ist beendet- An den vielen Hunderten von F a h - nenmaften zu beiden Seiten des Berges werden jetzt von den Männern des ArFeitsbienstes, von denen 300 nach Beendigung ihrer Dienstzeit reiwillig bis nach dem Erntedankfest zurückgeblie- ben sind, die siegreichen Hakenkreuzfahnen aufgezogen.
Damit ist das gewohnte Bild der letzten beiden Jahre wieder hergestellt. Es ist alles noch schöner und noch eindrucksvoller geworden. Ständig werden Vorräte an Lebensm i t t eln und Getränken herangebracht. Auf allen Straßen sieht man Kraftwagen. Dazwischen marschieren in langen Kolonnen Infanterie und Artillerie und die T a n k w a f f e. Die großen Lautsprecher- anlagen werden versuchsweise besprochen, um sicher zu gehen, daß die Worte des Führers auf dem weiten Gelände überall gehört werden können. Alle Maßnahmen sind getroffen, damit am Sonntag der große Staatsakt auf dem Bückeberg einen würdevollen Verlauf nimmt. Das Wetter ist nach wie vor außerordentlich günstig.
Hilfsmaßnahmen für langfristige Arbeitslose und arbeitslose Familienväter.
Berkin, 4. Dtt. (DNB.) Mit Wirkung vom 6. Oktober 1935 sollen zu den von der Reichsanstalt geförderten Notstandsarbeiten in erster Linie Arbeitslose zugewiesen werden, die im Laufe des letzten Jahres gar nicht oder nur bis zu einem halben Jahre in Arbeit ge- standen haben. Ihre Einschaltung geschieht nicht nur, um ihnen die Möglichkeit zu geben, den Lebens- unterhalt ihrer Familie aus eigener Kraft zu bestreiten, sondern insbesondere deshalb, um in ihnen das Gefühl der Nützlichkeit für das Volksganze zu erhalten. Daneben sollen von den Notstandsarbeiten nach Möglichkeit auch jene Volksgenossen erfaßt werden, die zwar mehr als die Hälfte des Jahres in Arbeit gestanden haben, für die aber eine später einsetzende Arbeitslosigkeit deshalb besonders drückend ist, weil sie der Ernährer einer größeren Familie sind. Gleichzeitig wird in Ausnahmefällen durch Fortzahlung von Familienzuschlägen und Uebernahme von Fahrtkosten durch die Arbeitsämter ein Zurück- , bleiben der Nettolohnbeträge hinter dem bisherigen , Unterstützungssatz vermieden. Die Maßnahmen wer- . den in besonderem Maße der weiteren Ent- > lastung der Großstädte dienen.
aus dem heiligen Boden d e u t scher Bauernerde kommen, wie der Erntedanktag. Darum ist dieser Tag für den deutschen Bauern Ehrentag und Tag der ernsten Mah- i g zugleich. Ehrentag, weil das ganze deut» Dolk auf ihn, der inmitten der schöpferischen
Oer listige Landmann.
Don Johann peier Hebel.
In Steiermark, ein wenig abhanden von der Straße, dachte ein Bauer im letzten Krieg: „Wie fang' ich's an, daß ich meine Kronentaler und meine Dukätlein rette in dieser bösen Zeit? Die Kaiserin Maria Theresia ist mir noch so heb, tröst sie Gott, und der Kaiser Joseph, tröst ihn Gott, und der Kaiser Franz, Gott schenk ihm Leben und Ge- sundheit. Und wenn man meint, man habe die lieben Herrschaften noch so gut verborgen und geflüchtet, so riecht sie der Feind, sobald er die Nase ins Dorf steckt, und führt sie in die Gefangenschaft nach Lothringen oder in die Champagne, daß einem armen Untertanen das Herz dabei bluten möchte vor Patriotismus. Jetzt weiß ich", sagte er, „wie ich's anfange", und trug das Geld bei dunkler, blinder Nacht in den Krautgarten. „Das Siebengestirn verratet mich nicht", fagte er.
Im Krautgarten legte er das Geld geradezu zwischen die Gelbveigleinstöcke und die spanischen Wicken. Nebendran grub er ein Loch in das Weglein zwischen den Beeten und warf allen Grund daraus auf das Geld und zertrat ringsherum die schönen Blumenstöcke und das Mangoldkraut, wie einer, der Sauerkraut einftampft.
Am Montag darauf streiften schon die Chasseurs im ganzen Revier, und am Donnerstag kam eine Partie ins Dorf, frisch auf die Mühle zu, und aus der Mühlr mit weißen Ellbogen zu unferm Bauern, und „Geld her, Buur", rief ihm ein Sundgauer mit blankem Säbel entgegen, „ober bet dein letztes Vaterunser." Der Bauer sagte, sie möchten nehmen, was sie in Gottes Namen noch finden. Er habe nichts mehr, es fei gestern und vorgestern schon alles in die Rapuse gegangen. „Vor euch kann man etwas verbergen", sagte er, „ihr seid die Rechten." Als sie nichts fanden außer ein paar Kupferkreuzern und einen vergoldeten Sechser mit bem Bilbnis ber Kaiserin Maria Theresia unb ein Ringlein bran zum Anhängen, „Buur", sagte ber Sunbgauer, „bu hast bein Gelb verkocht, auf ber Stelle zeig', wo bu bein Gelb verlacht haft, ober bu gehst ohne bein letztes Vaterunser aus ber Welt." — „Auf ber Stelle kann ich's euch nicht zeigen", sagte ber Bauer, „so sauer mich ber Gang ankommt, fonbern ihr mußt mit mir in ben Krautgarten gehen. Dort will ich euch zeigen, wo ich es verborgen hatte, unb wie es mir ergangen ist. Der Herr Feinb ist schon gestern und vorgestern dagewesen und haben's gefunden und alles geholt." Die Chasseurs nahmen den Augenschein im Garten ein, fanden alles, wie es der Mann angegeben hatte, und keiner dachte daran, daß das Geld unter dem Grundhaufen liegt, sondern jeder schaute in das leere Loch und dachte: „Wär' ich nur früher gekommen."
„Unb hatten sie nur die schönen Gelbveigleinstöcke tmb ben Golblack nicht so oerberbt", sagte ber Bauer,
Garden auflaben.
Wenn das Wetter sich hält, kann man bald ein- fahren.
Das ist schöne Arbeit: Garben auflaben, einstecken mit blanken Gabelzinken, bie Muskel bes Unterarms spannen, baß bie Abern unter ber 5)aut sich bäumen. Hochschwingen mit sicherem Schwung genau zwischen bie Hänbe bes Stauers aus bem Wagen. Gleichmäßig im Rhythmus, mit höherer Lust, je höher ber Turm wächst auf bem Wagen. Hingerissen wirb man von ber eigenen Wucht, bezaubert von ber eigenen Wut. Unter ben Rinnsalen von Schweiß fühlt man sich leicht, man febert, ist unbänbig stark. Man spuckt in bie Hänbe> unb wird ganz verwachsen, mit bem blanken, glatten Gabelstiel. Es knarren bie Naben ber Räber unter ben Lasten. Verlängert finb bie Zügel, steil steigen sie auf zur Höhe, wo, unsichtbar bem Blick, ber Kutscher sitzt.
Schwarz färben sich Gras unb Distel am Weg, vom Fett ber Achsen. Es blasen bie Pferbenüstern, geht es bergan. Auf ben schweißnassen Rücken zucken bie Spiegellichter ber Sonne. Tief buckt sich ber Knecht ins Stroh, wenn Baumkronen rauschend über bas Dach bes Wagens fegen.
Staate macht. Unbillig wäre es, zu verlangen, daß alles, was Jahrhunderte am deutschen Bauern gesündigt haben, im Zeitraum von knapp drei Jahren wieder gutgemacht sein sollte. Man darf doch nicht vergessen, daß bie staatlichen Sünber roiber ben bäuerlichen Urstand ungefähr ebenso alt sind wie bie Anfänge beutfcher Staatlichkeit selbst. Zugleich $ mit bem feubale« Lehnswesen, als ritterliche Wehr- • Hastigkeit mehr unb mehr ein Vorrecht bes Groß- j grunbbesitzes würbe, begann bie Entwicklung, bereu - Ziel es war, ben ehebem gemeinfreien Bauern zum \ bloßen Arbeitstier herabzubrücken. Starke Herrscher ' von Karl bem Großen bis zu Friebrich bem Gro- i ßen Haden sich vergeblich gegen bie Entwicklung > gestemmt, unb auch bie Reformen bes Freiherrn vom Stein haben mit ihr nicht von heute auf • morgen Schluß machen können. Erft bie Gesetz- , gebung im Staate Abolf Hitlers hat von gesicherter ' Grunblage aus eine neue Entwicklung begonnen.
Sie konnte es tun, weil sie nicht heute national ' unb morgen sozial sein will, fonbern weil sie in allem, was sie tut unb angreift, national unb sozial zugleich ist. Sie hilft bem Bauern- ftanb, ber jahrhunbertelang bas Stiefkinb ber Gesellschaft gewesen, enblich zu seinem Recht, nicht nur, weil sie bas für ihre soziale Pflicht hält, fonbern ebenso sehr, weil ber nationale Staat seines Daseins nicht froh werden kann, solange dem Bauernstände nicht geholfen ist. Und daß die Regieruna geholfen hat, dafür ist ihr nicht nur der Bauernstand zu Dank verpflichtet, sondern ebensosehr jeder andere Stand, bie Summe aller Stände: die Gemeinschaft des Volkes. Das ist es, was am Erntedanktag lebendigen und nachwirkenden Ausdruck erhalten soll: diese Verbundenheit der Lebensinteressen, dieses Gefühl dafür, daß jeder Stand nur um der gemeinsamen Lebensform des Staatsvolkes willen da ist, und daß umgekehrt diese Lebensform nur dann ihren Sinn und Zweck erfüllt, wenn sie um aller Willen, und nicht einzelner bevorzugter Schichten wegen da ist.
Lebendigen Ausdruck hat diese organische Verbundenheit von Nationalismus und Sozialismus vor allem auch im Winterhilfswe r k erhalten, das nach dem Erntedanktag seine Tätigkeit wieder aufnimmt. Der Staat, der Nationalismus und Sozialismus nur als zwei Seiten feines einheitlichen Wesens empfindet, hat im Winterhilfswerk die urchristliche Forderung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" in die Tat umgesetzt. Wer ist mein Nächster, wenn nicht mein Volksgenosse? Wer bedarf meiner werktätigen Liebe mehr, als der Volksgenosse, der unverschuldet in Not geraten ist? Das sind Forderungen, die für den Staat des nationalen Sozialismus den Charakter der Selbstverständlichkeit annehmen. Er organisiert die Winterhilfe, dieses soziale Werk tätiger Nächstenliebe, das seinesgleichen nicht hat, um der notleidenden Volksgenossen willen, aber ebensosehr um seiner selbst willen; denn eben weil es Volksgenossen sind, die leiden, leidet der Staat mit, wenn ihnen nicht geholfen wird.
Erntedanktag und Winterhilfe, sie entspringen einer und derselben Art, die Dinge dieser Welt anzuschauen. Als Organ, wodurch allein der einzelne für bie Menschheit unb ihr Menschentum wirken kann, warb ihm sein Volk unb bieses Volkes Staat gegeben. Wer von biefer Weltanschauung burch- brungen ist, ber weiß, baß er außerhalb eines Volkes und des Staates dieses Volkes nichts ist, unb er finbet es nur selbstverstänblich, baß hm- roieberum ber Staat jebem einzelnen Volksgenossen bas Gefühl ber Geborgenheit zu vermitteln trachtet. Jeber soll wissen, daß er im Staat seines Volkes am richtigen Platze ist und daß er nur auf bem Boden dieses seines Dolksftaates den Zweck
Rehe im Bannkreis.
Prasselnd klappert die Maschine vorbei: Der Knecht winkt mit der Peitsche unb brüllt Herüber durch die hohle Hand:
Es ist etwas im Feld.
Ich nehme den Drilling zur Hand, ziehe die Hähne auf: vielleicht ein Fuchs? Schmaler und schmaler wird der Wald der Aehren, immer dichter eingefreift von der Maschine. Unruhig zieht Wild hiir und her durch die wehenden Halme, glaubt sich gefangen in dem dröhnenden Zauberkreis, wirft die Kopfe auf, versucht zu spähen, — Rehe. Schon schimmert durch das Geld das Rot ihrer Decke — ba brechen sie los: voran ber Bock mit einer weiten Flucht fährt er heraus, bie Augen blanke Angst, zurückgelegt bas brave Gehörn, feine weißen Ecken glänzen wie Perlen. /
Vefperzett.
Kahl ist das Felb; man baut bie Mieten auf, bie langgestreckten Hütten, ganz Dach, ftanbfeft, weil sich alle Garben gegeneinanberlehnen.
Dorfkinber fahren einen Hanbwagen. In bie Schattenhöhle einer Miete fetzen sie Kannen, Butter, Milch, bie Pakete ber Brote in alte Zeitungen gewickelt, bie sich bunkel färben von fchmelzenbem Fett, bie Kaffeekannen, hellblaue Emaille, abge» stoßen vom Gebrauch.
Gut ist Jm-Schatten-Sitzen, gelehnt an frisch fnifternbes Stroh. Gut ist Durstlöschen mit bem bitteren Korngeschmack von heißem, hellbraunem Getränk, bie Flasche hoch am Munb, Kehle glucksenb; bie Augen dankbar zu ben ziehenben Wolkenballen in ben Himmel gehoben.
Gut ist bas starke Brot, geformt wie ein Mühlstein. Beim Schneiben knirscht es von Frische; weiß- gepubert ist seine Rinbe von Mehl. Gut bie kühle Feuchte bes Quarks, gut Ausruhen, bie Hänbe verschränkt unterm Nacken.
pferbe am Waldrand.
Im Schatten bes Walbranbs stehen bie Pferbe, bie Stangen ber Gebisse hängen gelöst von ihren Mäulern. Mit zornigem Mitleib schlage ich mit flacher Hanb bie Bremsen, die den Bug der Gäule bedecken. Rot färbt sich meine Hand vom Pferdeblut, das sie ^ich eingezogen haben. Böse glitzern die Regenbog^Tsfarben ihrer Flügeldecken. Unruhig schlagen die Gäule mit ben Schweifen unb können boch nicht treffen, bie sich feftgefogen haben, ander nackten, geäderten Haut der Bäuche, an den Schenkeln. Mit einem Laubzweig schlage ich sie herunter, und mit langsamer Hand, damit bie Pferde nicht erschrecken, wische ich die Peiniger aus den Winkeln der großen, geduldigen Pferdeaugen.
Sie spüren die Hand, die Füchse, und halten still. Sie schnuppern an meinen Taschen: Ah, es ist Zucker darin. Sie klirren mit ihren Ketten, Hans und Liese, im Eifer, wie ihre samtweichen Schnauzen, ihre vorsichtigen gelben Zähne ihn von der Handfläche schnuppern.
und so hinterging er diese und alle, die noch nachkamen, und hat auf diese Art das ganze erzherzogliche Haus, den Kaiser Franz, den Kaiser Joseph, die Kaiserin Maria Theresia und den allerhöchst- seligen Leopold den Ersten gerettet und glücklich im Land behalten.
Ernte-Symphonie.
Von Heinrich Hauser.
Der goldene Rausch.
Wenn das Korn über bem Nagel bricht, dann ist es Zeit zu ernten.
Stark finb bie Farben ber Felber; gelb bas Korn, rot ber Mohn, blau finb bie Kornblumen.
Rotblaugelb, bas finb auch bie Farben ber Mähmaschine. Sie umzingelt ben Acker, brückt tief die Kränze ihrer Räder in den Boden. Geschliffen sind die dreikantigen, spitzen Zähne ihrer Schneide dicht an der Erde.
Wie ein Schlachtschiff zum Rammen, fo wendet sie sich gegen den Saum des Korns. Mit breiten Armen hält ber Knecht bie Zügel, mit ftampfenben Hufen treten bie Pferbe seitwärts, bis bie ganze Breite ber Schneibe ansteht gegen bie gelbe Mauer ber Halme.
Es klatschten bie Zügel nieber auf bie blanken Pferberücken: bie Hinterbacken spannen sich in Striemen, bie großen Köpfe nicken: es klappern bie Räber, es schlägt bas Holzkreuz, bas bie Garben abteilt wie eine roanbernbe Winbmühle unb hinein frißt sich bie Schneibe in bie gelbe Wanb. Es sinken bie Halme unb rauschenb roanbern sie über bie rollenbe Leinwanb bes Transportbanbs. Staub hüllt Pferbe unb Maschine ein. Nur ein Knecht auf feinem wippenden Eisensitz ragt aus der Wolke, peitschenschwingend, knallend, hührufend: ein rat- ternber, prasselnber Donnergott.
Dunkel färbt sich bie Haut ber Gäule von Schweiß, sie spüren, baß es gilt, alle Kraft herzugeben. Schwer ist bie Maschine, heiß ist ber Tag. Ernten kommt über Menschen und Tiere wie ein Rausch.
Sehl die Arbeiterinnen!
Windenblüten, bewegt im Wind, gleichen sie mit ihren weihen Kopftüchern. Wie geschickt sie die Garben raffen in der Höhlung ihrer Sicheln. Wie sie .einen Strang von Halmen wie mit einem Griff zusammendrehen, unterschlingen und die Enden ineinander verdrehen und verstopfen, daß die Garbe sich staucht. Dunkel sind ihre Gesichter in den weißen Tüchern, durchblutet von Bücken, gebrannt von Sonne. Hell schimmern die feinen Haare an den Wangen, über ben Lippen. Hell finb bie Augen von Schweiß, blank sprühen Tropfen, wenn sie mit bem Hanbrücken über ihre Brauen wischen.
Nackt finb bie Beine, bunkel wie Bronze, zerstochen von Stoppeln und Bremsen.
Zustandes empfunden worben, wie im Bauerntum. Gewiß spielen dabei auch bie Erinnerungen an bie alte Armee unb baran, was sie für bie Lanbbevöl» ferung unb diese für bie Armee als tüchtigstes Sol- batenmaterial bebeuteten, eine große Rolle. In ben Zeiten, in denen die Verbindung von Stadt und Land sehr spärlich war, war die Militärzeit für viele Söhne des plaften Landes die einzige Epoche ihres ruhigen, an die Scholle gebundenen Lebens, in der sie mit der Stadt, ihren Einrichtungen, mit anderen Ständen und Berufen, aber auch mit dem Staat und feinen höheren Forderungen in Berührung tarnen.
Diese Bedeutung der Dienstzeit als einer großen Einheitsschule der Nation, als einer im besten Sinne demokratischen Einrichtung, wie sie auch im monarchistischen Deutschland von den Schöpfern und Führern der Armee aufgefaßt wurde, ist der neuen Wehrmacht erhalten geblieben, wenn sich auch in der modernen Entwicklung Stadt und Land nahe gerückt sind, den Bauer aus seiner tiefen Vereinsamung und Weltabgeschiedenheit von einst gelöst und ihn in nähere Verbindung mit dem Gemeinschaftsleben der Nation gebracht haben. Wenn das neue Deutschland die innige Verbindung von Bauerntum und Soldatentum betont und wenn sie von beiden als natürlich empfunden wird, fo ist es weniger jenes romantische Erlebnis ber Garnisonstadt, bei ben mobernen technischen Erforbernissen ber Armee, bie so gut wie ben körperlich kräftigen Mann vom Laube auch ben gelernten Arbeiter unb Hanbwerker ber Stabt braucht, auch nicht bie bessere Eignung bes Bauern zum Solbaten, fonbern eben jene desou- bers enge innere Gemeinschaft bes zur 23er» teibigung bes Bobens von Natur bereiten Bauerntums mit ber nationalen Einrichtung, deren Namen sagt, daß sie bie „Macht zur Wehr" barstellt.
Es ist eine ber großen Leistungen bes nationalsozialistischen Deutschland, baß es den neuen auf- bauenben Jbeen, bie bie nationale Wiebergeburt sichern sollen, eine weithin sichtbare unb allen Der» stänbliche repräsentative Form zu geben weiß. Der Gebanke, am Treffen ber beutschen Bauernschaft, bereu ersten Söhne in wenigen Wochen zu ben neu entrollten Fahnen eilen, Teile berWehr« macht heranzuziehen, bie sie in ihre Reihen auf-


