imb hat eine Hllye von 8 cm und eine Breite von 6 cm. Das DAF.-Zahnrad hat einen Gesamtdurch- Messer von 3 cm. Der Bezug der DAF.-Aermelraute hat nur durch die Reichszeugmeisterei oder deren zugelassenen Verkaufsstellen gegen Vorzeigen des persönlichen Ausweises zu erfolgen.
Eportkurse «.Kraft durch Freude".
Heute finden folgende Kurse statt:
Don 16 bis 18 Uhr: Allgemeine Körperschule auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg; von 18.15 bis 20 Uhr: Reichssportabzeichen auf dem Universi- tätssportplatz am Kugelberg; von 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Darnrn- stratze; von 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Lyzeum, Dammstraße.
Achtung! Heue Sdjroimmfurfe!
Am kommenden Freitag, 6. September, beginnen im Volksbad zwei neue Schwimmkurse für Anfänger und Fortgeschrittene: Von 20.30 bis 21.30 Uhr für Frauen und Männer gemeinsam; von 21.30 bis 22.15 Uhr nur für Frauen!
Kundgebung der Arbeitsdienstabteilung Gießen. Die Arbeitsdienstabteilung 5/222 Gießen veranstaltet am morgigen Freitag in Verbindung mit dem Arbeitsdank eine Kundgebung im Saal des Lagers der Abteilung. Die Veranstaltung bringt neben Ansprachen die Aufführung eines von einem Arbeitsdienstführer selbst verfaßten Theaterstückes sowie musikalische und rezitatorische Darbietungen. Kameradschaftliche Unterhaltung und Tanz werden den Abend beschließen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
Schweinefleisch im eigenen Gast.
Die Fleischer-Innung macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß es nunmehr auch das Schweinefleisch im eigenen Saft in jeder Metzerei unserer Stadt zu kaufen gibt. Das Schweinefleisch wird in Dosen von 1 und 2 Pfund Gewicht abgegeben. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen.
Folgenschwerer Zusammenstoß.
Heute gegen 8 Uhr ereignete sich in der Frankfurter Straße ein Verkehrsunfall. Ein Motorradfahrer, Heinrich Haas, Gießen, Löwengasse 20, stieß mit einem Lastkraftwagen zusammen, kam zu
Als Laienhelferin im zivilen Luftschutz sindFrauen und Mädchen unentbehrlich!
Fall und erlitt sehr schwere Verletzungen. Mit einem schweren Schädelbruch und Rippenbrüchen wurde er durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht. Der Zustand des Verunglückten ist sehr ernst. Die Schuldfrage ist noch nicht völlig geklärt,
Fuhrwerksbesitzer, achtet auf die Eibe!
Immer wieder kommt es vor, daß Zugtiere plötzlich eingehen, ohne daß man sich über die Todesursache im klaren ist. Erst bei späterer Untersuchung stellt sich heraus, daß die Tiere den Vergiftungstod durch die Eibe, auch Taxus genannt, gefunden haben. Die Eibe ist als Schmuckstrauch in Gärten und Parkanlagen anzutreffen und wegen ihres immergrünen Nadelwerkes sehr beliebt. Am meisten findet sie zu Umzäunungen Verwendung, da sie jeden Schnitt leicht verträgt. Als Baum ist die Eibe fast völlig ausgerottet, weil sie sehr langsam wächst und mehrhundertjährige Stämme nur einen Durchmesser von einem Viertelmeter erreichen. Viel zu wenig ist leider bekannt, daß das Grün der Nadeln ein gefährliches Gift für unsere Haustiere enthält, das schon in geringen Mengen den Tod herbeiführt. Auch die Samen, nicht aber die sie umschließenden roten Fruchthüllen sind stark gifthaltig. Jeder Fuhrmann sollte des- halb achtgeben, seine Zugtiere niemals unbewacht in der Nähe solcher Ta'xusheckeN oder -sträucher stehen zu lassen.
Dem Menschen kann eigentlich nur die Frucht zum Verderben gereichen. Das darin enthaltene betäubende Gift greift die inneren Organe an, lähmt Herz und Lunge und führt den Tod durch Ersticken herbei.
(Siebener Dochenmarktprelse.
* Gießen, 5. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11 bis 12, Wirsing, das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 15, Rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 35, Tomaten 10 bis 18, Zwiebeln 10, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4^ Pf-, der Zentner 3,70 bis 4 Mark, Frühäpfel 10 bis 45 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Pfirsiche 45 bis 50, Brombeeren 40 bis 50, Preiselbeeren 45, Birnen 10 bis 35, Zwetschen 12 bis 18, Mirabellen 25 bis 30, Renekloden 19 bis 25, junge Hähne 80 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 75 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 5 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 15 bis 25, Radieschen, das Bund 10 bis 12 Pf.
Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr für jüngere und 21 bis 22 Uhr für ältere Frauen: Fröhliche Gymnastik im Lyzeum, Dammstraße; 16 bis 18 Uhr allgemeine Körperschule auf dem Universitätssportplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Petterson & Bendel". — Reichstreubund, Ortsgruppe Gießen: 20.30 Uhr außerordentlicher Kameradschaftsabend im „Aquarium", Walltorstraße.
** Verkehrsunfall. Gestern ereignete sich an der Ecke Ludwigstraße und Goethestraße ein Verkehrsunfall. Ein mit Baumaterial beladener Lastkraftwagen aus Wetzlar stieß mit einem Privatkraft- wagen aus Braunfels zusammen. Der Anprall war sehr heftig. Beide Fahrzeuge wurden auf den Bür- gcrfteig geschleudert. Der Personenkraftwagen wurde schwer beschädigt, der Führer aber glücklicherweise lur leicht verletzt. Der Führer des Lastkraftwagens kam ohne Schaden davon.
Du, deutsche Frau!
Mit der täglichen Sorge um das allgemeine Wohl der Familie ist deine Pflicht noch nicht erschöpft. Du mußt auch wissen, was du in Stunden der Gefahr zu tun hast, um deine Angehörigen zu schützen. Eine ständige schwere Gefahr ist die Luftwaffe der Militärstaaten um uns.
Du muht deshalb lernen, durch Selbstschutz im Luftschutz dein und deiner Jamilie Leben und Eigentum vor Schaden zu bewahren.
Luftgefahr kann schnell eintreten. Nur zu leicht können dann feindliche Flugzeuge unsere Grenzen überfliegen, um Bomben auf unsere friedlichen Behausungen abzuwerfen. Zerstörungen, Brände und chemische Kampfstoffe sollen Panik und Verzweiflung Hervorrufen, um unser Land dem gegnerischen Willen gefügig zu machen.
Verhängnisvoll sind aber nur die Gefahren, die man nicht kennt und für die man keine Schutzmaßnahmen und Gegenmittel weiß. Man kann sich aber nicht erst umschauen, wenn die erste Bombe fällt, sondern man muß sich schon jetzt — und zwar je rascher, um so besser — diese wichtige, dem Schutze jedes Einzelnen dienenden Kenntnisse aneignen und sich auf den Luftangriff einrichten.
Luftschutz ist Selbstschutz. Und da man nicht damit rechnen kann, daß im Augenblick der Gefahr die Männer im Hause sind, so mußt
du, deutsche Frau, die Trägerin des Luftschutzes [ein. Du darfst deshalb auch bei der Vorbereitung der Schutzmaßnahmen nicht zurückstehen. Nicht Außendienst wird von dir verlangt, sondern I n - nendienst, Dienst am eigenen Heim und Haus, Dienst an ElternundKindern. Das
ist ureigenstes, persönliches Interesse, aber auch Pflicht und beste deutsche Tradition, denn schon oft nahmen deutsche Frauen teil an der Verteidigung der Heimat.
Jede deutsche Frau muh wissen, was im Falle eines Bombenangriffes passieren kann, wie man sich dagegen schützt und wie man die Schäden beseitigt.
Zentralstelle für all diese Kenntnisse und Erfahrungen in den Fragen des Selbstschutzes, um den es sich hier handelt, ist der Reichsluftschutzbund. Hunderttausende von deutschen Männern und Frauen haben sich dort schon belehren lassen. Aber das genügt noch längst nicht. Jeder Mensch, und erst recht die Frau als Hüterin des Hauses, muh Bescheid wissen. Unkenntnis vergrößert jedes Unheil. Erfahrung aber bedeutet: Verhütung von Schäden und Rettung aus Gefahr. Frage nur, damit du selbst urteilen kannst, einen der Männer oder Frauen vom Luftschutz nach „Lost", diesem harmlos anmutenden und doch so gefährlichen und heimtückischen chemischen Kampfstoff.
Luftschutz bedeutet für jede Frau, sich und dem Wanne das heim, Eltern und Kinder erhalten, und sich damit bas höchste und Beste auf Erden zu sichern!
Deshalb ergeht heute an dich der Ruf:
Lasse dich belehren und aufklären, schließe dich dem Reichsluftschuhbund an! Dein persönliches Interesse verlangt es, und deine Kinder werden es dir danken!
Ängmädels Vekenntnis zu Volk und Führer.
Jungmädel sind etwas ganz Besonderes, etwas ganz Neues! Immer schon hat es Kinder gegeben, aber Jungmädel noch nie! Jungmädel sind wir erst durch den Führer geworden!
Kinder gehen Sonntags in schönen Kleidern an der Hand der Eltern spazieren, Kinder sind ungezogen ober sehr brav, Kinder denken nur an ihr Spielzeug, an den Kuchen, Kinder sind unselbständige Wesen, denen man nichts zutraut.
Jungmädel sind ganz anders, Jungmädel haben eine Aufgabe, haben ein Ziel, und Jungmädel wissen, was sie wollen, darum sind sie so anders.
Jungmädel sehen nicht ihren Stolz darein, besonders brav zu sein; Jungmädel sind frisch und gesund und lebendig und übermütig, aber
Jungmädel wissen, was Disziplin ist.
Nicht die wird Führerin, die die Bravste ist, sondern die, die am wildesten toben und tollen kann und doch dabei die meiste Disziplin besitzt, das Jungmädel, das die hellsten und frohesten Augen hat.
Man hat uns oft erzählt: „Ihr armen jungen Menschen seid in eine so schwere Zeit hineingeboren! Euer Vater war arbeitslos, ihr habt viel Not und Elend mit ansehen müssen, viel Parteihader und Parteigezänk miterlebt! Früher konnte ich die Jugend viel ungestörter ihres Daseins reuen." — Sv bedauert uns mancher. Wir aber ind dankbar, daß wir in dieser Zeit in unser Volk bineingeboren sind, die schon an den kleinsten Pimpf und an das kleinste Jungmädel ihre Forderung stellt: Du mußt bewußt mitten drinstehen in deinem Volk und darfst nicht glauben, daß dein Bekenntnis zu Volk und Führer überflüssig wäre.
Jedes kleine Jungmädel trägt seine Kluft mit Stolz als Bekenntnis, daß es in unserem Bund keine Klassen- und Standesunterschiede, keine Konfessionsunterschiede gibt, sondern nur eins: Gefolgschaft des Führers, junge Menschen, die nationalsozialistisch sein wollen, die alle denselben Glauben und dasselbe Wollen haben: Deutschland!
Als Zeichen dafür, daß auch wir verantwortlich sind für Deutschland, hat uns der Führer unsere Wimpel mit dem Hakenkreuz gegeben, so als ob er sagte: Seht, ich vertraue darauf, daß ihr mal später mein Werk weiter führt, daß ihr alles Trennende im deutschen Volke überwindet und in euch den Glauben an Deutschland tragt. Deshalb dürft ihr das Hakenkreuz tragen.
Und unser Ja, unser Bekenntnis zu deutschem Land und zum deutschen Volk, das kann jeder in unseren Augen lesen.
Wir erwandern uns die Heimat und immer und immer wieder sagen wir uns: Wir deutsche Menschen müssen mit dem deutschen Boden verwurzelt sein und dürfen uns nicht zerspalten, denn dann gehen wir zu Grunde.
So sehen wir unser Ziel nicht darin, Spietjugend zu sein, sondern in unserer jungen Art Kameradinnen zu sein und tief in uns eine ganz große und heiße Liebe zu unserem Volke zu tragen.
Unser Führer hat uns zu Jungmädeln gemacht und unser Führer will, daß alle deutsche Mädel Jungmädel und BDM.-Mädel sind. Auch du mußt zu uns gehören, dn Mädel, das jetzt noch abseits steht. Komm, Jungmädel rufen dich!
Tag des deutschen Volkstums— Fest der deutschen Schule.
In ganz Hessen, auch in unserer Stadt, wird am 22. September der Tag des deutschen Volkstums (Fest der deutschen Schule) gefeiert. Aus diesem Anlaß dürsten die folgenden grundsätzlichen Ausführungen über den Zweck dieser Kundgebung angebracht sein. Die deutsche Schule im Ausland als Bollwerk deutschen Kulturlebens ist die Stätte, der seit mehr als fünfzig Jahren die unermüdliche Arbeit des VDA. in besonderem Maße gilt. In dem Hilfswerk des VDA. begegnen sich die reichs- und auslanddeutsche Jugend zum gemeinsamen Werk der Erhaltung der deutschen Kultur und Sprache. Deutsche Jugend diesseits der Grenze, wie sie in den Schulgemeinschaften des VDA. tätig ist, schasst für die deutsche Jugend jenseits der Grenze.
Einmal im Jahr tritt an die Stelle der Arbeit das Fest — das Fest der deutschen Schule — als Ausdruck des Willens zu unerschütterlicher Treue und unentwegter Bejahung des gemeinsamen Schicksals.
Das Fest der deutschen Schule (nicht „reichsdeutsch" zu verstehen, sondern „für die deutsche Schule in aller Welt"), seit einigen Jahren auf Anregung des VDA. gefeiert, hat schnell beim deutschen Volk und vor allem im neuen Reiche Eingang gefunden, ein Zeichen dafür, wie das Bewußtsein der Volksverbundenheit, das keine Staatsgrenzen kennt, im nationalsozialistischen Reiche gewachsen ist.
Ganz von selbst entwickelte sich aus dieser der Jugend gewidmeten Feier der Gedanke, den Rahmen weiter zu spannen, entsprechend dem Arbeitsfeld des DDA., das sich auf das bodenständige deutsche Volkstum jenseits der Grenzen in seiner Ganzheit und Mannigfaltigkeit erstreckt. Ein weiterer Gedanke war für die Abhaltung eines „Tages des deutschen Volkstums" bestimmend. Wie die ibero - amerikanischen Staaten ihr „Fest der Rasse" feiern, so soll die Blutsverbundenheit allen deutschen Volkstums in dem „lag des deutschen Volkstums" zum Ausdruck kommen. Das also ist der Sinn dieses Festes, bei dem jeder einzelne Volksgenosse durch seine Teilnahme ein Bekenntnis zum Deutschtum jenseits der Grenzen und damit zur völkischen Einheit des ganzen Deutschtums oblegen soll.
Die Volksgenossen im Reich werden sich am „lag des deutschen Volkstums" der ausgeroan- derten Brüder in bev Fremde erinnern, wie umgekehrt die Volksgenosien in der Fremde ihrer Heimat gedenken werden.
Gleichzeitig soll bekundet werden, daß alle deutschen Volksgenossen nicht nur gleichwertig sind der sozia
len Stellung nach, sie sind auch gleichwertig hinsichtlich ihrer landschaftlichen Herkunft und vor allem auch ihrer verschiedenartigen Staatsangehörigkeit nach. Alle sind Volksgenossen! Der Reichsdeutsche ist nicht bevorrechtet, sondern nur in seinem gesicherten Bereiche höher verpflichtet. Der Volksgenosse aus Rußland, aus Ungarn, der brasildeutsche Staatsbürger, alle sind Volksgenossen und gleichberechtigte Träger der deutschen Kultur.
Aus der Blutsgemeinschaft, die alle Menschen deutscher Herkunft auf der Welt miteinander verbindet, kommen alle jene sichtbaren und unsichtbaren Bande, die dieses deutsche Volk umschließen. Wie sich diese Gemeinschaft äußert im Blut, in der Sprache, in der Kultur, in Sitte und Brauchtum, das alles in seinem großen und schwerwiegenden Gehalt allen Deutschen bewußt zu machen, ist die Aufgabe, die uns gestellt ist.
Was an überliefertem Kulturgut bei uns im Reiche sich erhalten hat und dem deutschen Wesen fein eigenes Gepräge gibt, finden wir vielfach ebensogut bei den deutschen Volksgruppen im Ausland wieder. Ja, oft ist es in einer fremden und feindlichen Umwelt lebendiger geblieben als bei uns im Reich.
Es gibt einzelne deutsche Volksgruppen jenseits der Reichsgrenzen, die zäher als wir festgehalten haben an den Überlieferungen der engeren Heimat, aus der sie einst ausgezogen sind. Was wir, um an das unverfälschte Wesen deutschen Volkstums wieder anzuknüpfen, bei uns nach dem Wiedererwachen unseres Volkes zu neuem Leben wecken müssen, ist bei ihnen vielfach selbstverständlicher, gegenwärtiger Besitz aeblieben. Das zeigt sich in ihren Trachten, ihren Liedern und Tänzen, das zeigt sich darin, daß sie aus ihren eigenen Reihen Männer hervor- gebracht haben, die aus einem nie getrübten völkischen Verantwortungsbewußtsein oas besondere Schicksal ihrer Volksgruppe in Vergangenheit und Gegenwart dichterisch gestaltet haben. Erst wenn wir ihre Leistungen als vollwertig anerkennen, haben wir ein abgerundetes Bild der gesamtdeutschen Kulturleistung. Das ist das Erbe, das wir, jeder einzelne als Glied der Gemeinschaft, zu wah- ren und an die kommenden Geschlechter weiterzugeben haben. Dieses Wesensgut unseres Volkes soll auch am Tag des Volkstums festlich fühlbar gemacht werden.
In dem Bewußtsein unserer blutsgebundenen, artbestimmten Verpflichtung feiern wir diesen „Tag des deutschen Volkstums" als den Tag der großen gottgewollten Gemeinschaft, zu der wir uns als Volk der Hundertmillionen auf dem Erdenrund bekennen.
Oberhessisches Schwurgericht.
In der gestrigen Sitzung hatte sich bas Gericht mit einem Mann und einer Frau aus Grunberg zu befassen, denen die Anklage Verleitung zum Meineid bzw. Meineid zur Last legte. In dem Ehe- [cheidungsprozeß des männlichen Angeklagten doc Dem Landgericht in Gießen erklärte die Angeklagte unter ihrem Eid, keinerlei ehewidrige ober ehebrecherische Beziehungen zu bem Angeklagten unter* halten zu haben. Tatsächlich stand jedoch die An- ee mit dem Mitangeklagten in einem intimen tnis. Als die Angeklagte den Mitangeklagten von ihrer Ladung zum Ehescheidungstermin in Kenntnis setzte, sagte dieser zu ihr, sie solle bei ihrer Vernehmung in Gießen sagen, sie hätten nichts miteinander gehabt, die Leute wüßten ja doch nicht, wie es mit ihnen stünde usw. Daraufhin machte die Angeklagte unter Eid die obenerwähnte falsche Aussage. Während sie in vollem Umfana geständig war und auch Reue zeigte, verlegte sich der Mitangeklagte darauf, die ihm gemachten Vorwürfe zu leugnen. Das Gericht verurteilte die Frau unter Annahme mildernder Umstände zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung 4 Monate erlittener Untersuchungshaft, den Mitangeklagten zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 4 Jahren. Außerdem wurde er für dauernd unfähig erklärt, als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden.
Oberhesien.
Landkreis Gießen.
ch Lollar, 4. Sept. Am 2. September wurde hier, wie bereits kurz angekündigt, die zweite Briefzustellung wieder eingeführt. Diese Verbesserung wird allgemein lebhaft begrüßt, wurde doch die seitherige einmalige Zustellung den Bedürfnissen von Lollar in keiner Weise gerecht. — An den meisten Geschäften prangt seit einigen Tagen ein Schild „Juden unerwünscht!". Damit beweisen die Inhaber, daß sie die Wichtigkeit der Judenfrage erkannt haben.
Heuchelheim, 5. Sept. Am heutigen Donnerstag feiert in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit der Schuhmachermeister Wilhelm Ruppert feinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar versah lange Jahre in unserer Gemeinde das Amt des Kirchendieners. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Heuchelheim ist er ein altes verdienstvolles Mitglied.
- Steinbach, 4. Sept. Dieser Tage hatte ein hiesiger junger Mann ein unangenehmes Badeerlebnis. Während er in einem der A l - dacher Teiche badete, bemerkte er, daß ein Mann sich an seiner Kleidung zu schaffen machte. Als er aus dem Wasser eilte, war der Dieb verschwunden. Bis sich der Bestohlene angekleidet hatte, konnte er von dem Diebe keine Spur mehr entdecken. Nach Steinbach zurückgekehrt, nahm er mittels Motorrad die Verfolgung des Diebes auf. Glücklicherweise war die Jagd auf den Dieb erfolgreich, er wurde fe ft genommen und wird feine Strafe erhalten. Die gestohlenen Sachen, darunter die Papiere des jungen Mannes, tarnen wieder in dessen Besitz. — Zu dem von Lich gemeldeten Motorradunfall, bei dem der Motorradfahrer auf ein hiesiges Fuhrwerk von hinten her auffuhr und den Fuhrmann herunterschleuderte, wobei auch das Fuhrwerk stark beschädigt wurde, ist zu bemerken, daß nach Angaben der Fuhrleute d i e Steinbacher Fuhrwerke beleuchtet und mit dem vorgeschriebenen Rücklicht versehen waren. Erfreulicherweise ist der hiesige Fuhrmann mit dem Schrecken und dem Sachschaden davongekommen.
Großen-Linden, 4. Sept. Der hiesige Gesangverein „Harmonie" leistete am vergangenen Samstag einer Einladung des Gesangvereins „Eintracht^ in Frankfurt a. M.-Fechenheim Folge. Zwischen beiden Vereinen bestehen schon seit längeren Jahren freundschaftliche Beziehungen, die von einem Gesangswettstreit in Großen-Linden her- rühren. Der Gesangverein „Eintracht" veranstaltete einen Konzertabend und gab sich viel Mühe, seinen Gästen einen schönen Abend zu bereiten.
< Lang-Göns, 4. Sept. Heute ging hier ein schweres Gewitter nieder, das von starken Niederschlägen begleitet war. Die Wassermengen sammelten sich in den tiefer gelegenen Straßen, die vollständig unter Wasser standen. Durch das schnelle Eingreifen einiger Einwohner, die die verschlammten Sinkkasten und Einläufe während des schweren, wolkenbruchartigen Regens säuberten, ist ein Eindringen des Wassers in die Keller der anliegenden Häuser verhindert worden. Der Kanalabfluß konnte kaum die abfließenden Wassermengen aufnehmen.
£ Hungen, 4. Sept. Der umfangreiche Betrieb der hiesigen Dampfmolkerei machte einen Anbau an das Hauptgebäude erforderlich, der gegenwärtig aufgeführt wird und dem leider auch die auf dem zum Bau benötigten Gemeindeaelände befindliche Friedenseiche zum Opfer fallen mußte. Dieselbe wurde einige Jahre nach dem Kriege von 1870/71 gepflanzt und stand als Naturdenkmal unter Schutz, so daß ihre Beseitigung erst nach Erteilung der Genehmigung des Denkmalpflegers für Oberhessen möglich war.
> Hungen, 4. Sept. Die hiesigen Landwirts- efyeleute Wilhelm Kuhn konnten dieser Tage das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Am Abend wurde dem Jubelpaare vom Gesangverein Liederkranz, zu dessen wenigen noch lebenden Gründern der Jubilar zählt, ein Ständchen gebracht. So groß die Zahl der Glückwünsche und die sonstigen Aufmerksamkeiten waren, so bedeuteten für das Jubelpaar doch die größte Freude die Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers, des Reichsstatthalters und des Kreisdirektors des Kreises Gießen. Beide Ehegatten erfreuen sich trotz ihres Alters noch größter Rüstigkeit und sind noch in den Landwirtschaftsbetrieben ihrer Kinder mit tätig.
VomFrankfurterKrafidroschkengewerbe
Frankfurt a. M., 3. Sept. (LPD.) Bis zum 31. August d. I. hatten die Frankfurter Kraftdroschkenbesitzer zu erklären, wer gegen eine Entschädigungssumme von 3000 Mark aus dem Gewerbe ausscheiden wollte. Daraufhin haben sich 5 5 Kraftdroschken- Unternehmer entschlossen, gegen Zahlung des genannten Betrages auszuscheiden, so daß noch etwa 50 Kraftdroschken zwangsweise außer Betrieb gestellt werden müssen, um gesunde Verhältnisse auj diesem Gebiete zu erzielen. Den zwangsweise ausscheidenden Kraftdroschkenunterneymern kann be- sttmmungsgemäß aus Antrag eine Entschädigungssumme in Höhe von 1500 Mart gezahlt werden.


