Ausgabe 
5.9.1935
 
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Gießener Wohnhausneubauten aus breiter Front

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Nachdruck verboten!

12. Fortsetzung.

hier noch die Maurer Stein auf Stein setzen, dort die Zimmerleute den Dachstuhl aufrichten und das bändergeschmückte Bäumchen aufsetzen, schlagen wieder an anderer Stelle die Weißbinder ihr Ge­rüst auf und bewerfen die Mauerwand mit dem zurtfarbigem Verputz. Dort wird soeben eine Gar­tenmauer hergerichtet und hier erhalten die Fenster­läden ihren Oelanftrich. Diele Hände find an der

Aus der Provinzialhauptstadt.

Glanz der Septembertage.

wird.

Die Bescheinigungen für dieses Fallobstsammelwerk -um Besten des WHW. können auch an Kinder erteilt werben, die sich auf diese Weise in den Dienst des Hilfswerkes stellen wollen. Die zum Einkochen des ge ammelten Fallobstes erforderlichen Geld- mittel (Zucker, Feuerung ufw.), werden von der

seiner Brille. v .

Aber nicht jetzt, nicht hier. Und dann nur, wenn auch Sie mir versprechen, daß Sie nur von sich erzählen werden."

Aber sie wartete seine Antwort nicht ab. Für setzt war genug getan: Shirley Preston hatte einen feinen Instinkt, und sie wartete chre Chance

Die sollte sich chr schneller bieten, als sie selbst erwartet hatte. , .. ...

Als sie die Bar verließen und in die schone, besternte Herbstnacht hinaustraten, beschlossen sie, den Heimweg zu Fuß zu machen. Es ging sich ia so wunderschön, sie beschlossen sogar einen Um- weg durch den Englischen Garten.

Als sie den Park betraten, flüsterte Shirley: Lassen wir doch die beiden voraus."

Johnie begriff sofort. Er verlangsamte seinen Schritt.

Gerling und Monika, die einander immer so viel zu erzählen hatten, merkten es gar nicht, daß die beiden zurückblieben. Plötzlich fühlte Johnie, wie sich der Arm Shirley Preston; unter den feinen schob. * v-

Die öcntfdic Arbeitsfront

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«kUmoß im&hc6 ^vwyvw^A: A/wv Qjlwß!

I S&tJfugusf Oetker (ßielefeld.

Klinke, wo stecken Sie denn? Wir dach, ten schon daran, daß Sie vielleicht vom Hauptwege abgekommen sind..." _ . .

Shirley richtete sich schnell auf, und Johnie ruckte verlegen, aber doch erleichtert an seiner Brille. Zu einer größten Erleichterung kamen Gerling und Monika nicht bis zu ihnen zurück, sondern sie setz, ten ihren Weg wieder fort.

Shirley sah ein, daß sie nicht noch einmal begin­nen konnte, und so sagte sie nur seufzend:Ich habe mich zu sehr gehen lassen verzeihen sie! Aber es tut so gut. Ich bin so schrecklich einsam und habe auch gar keinen Lebenszweck."

Sie müßten etwas finden, das Sie interessiert, Frau Preston. Haben Sie gar keine künsllerischen Talente? Lieben Sie Bilder?"

Ach, ich verstehe so wenig davon. Ich mutzte emanden finden, der sie mir erklärt."

Gut, Frau Preston wenn Sie wollen, gehen wir gleich morgen in die Pinakothek. Sie werden ehen, im Anblick der herrlichen Meisterwerke ver- sißt 'man am ehesten, was einem das Herz be- br<5ie waren etwas schneller gegangen und hatten jetzt die beiden andern erreicht, mit denen sie den Rest des Weges beisammenblieben.

8. Kapitel.

Zimmer 9.

Deutsche Arbeitsfront.

Abteilung für Arbeitsführung und Verufserziehung.

Er st es Leistungsschreiben in Kurzschrift und Maschinenschreiben.

Die Arbeitsschule der Abteilung für Arbeltsfüh- rung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen hält am kommenden Sonntag, 8. Septem­ber 9 Uhr, im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Lonystraße 18, ihr erstes Leistungsschrel- den in Kurzschrift und Maschinenschreiben ab. Wir rufen alle Kurzschriftler und Maschinenschreiber zu dürfen, daß Sie es mir erzählen, aber ich habe gar nicht geahnt, daß Sie noch so leiden. Ach, bitte, beruhigen Sie sich doch! Sie werden sehen, auch für Sie werden wieder glückliche Tage kommen...

Ia, glauben Sie...?" Und Shirley lehnte sich noch fester an Johnie.

Aber in diesem Augenblick hörte man Gerlmgs

Zu jedem kommt einmal das GM. Vornan von Glien Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme - Verlag, Halle (S.)

Die RS.-Dolkswohlfahrt Hal durch einen Antrag, den die Kreisamtsleitung Gießen der ^SD. an die Provinzialdirektion Oberhessen und an die ober- hessischen Forstämter richtete, zwei neue anerken nenswerte Hilfsmaßnahmen für bedürftige Volks genossen zustande gebracht. Es handelt sich dabei um die Nutzbarmachung des Fallobstes an den obe?hessischen .Provinzialstraßen und um die kostenlose teilweise Versorgung mit Brennholz für [>1^56^1)^^96 50^1160

Während in früheren Jahren bas Fallobst an den Landstraßen zum Teil unbenutzt blieb oder von Liebhabern wahllos mitgenommen wurde, ist jetzt dieser Teil des Fallobstertrages planmäßig in den Rahmen der Dersorgungsmaßnahmen des Win- terhilfswerkes eingegliedert worden.

Auf Antrag bet kreisamlsleitung Gießen der NS.-Volkswohlfahrl hat sich die Provinzial- direktion Oberhessen damit einverstanden er­klärt, daß an den Provinzialstraßen in unserer Provinz das Fallobst von Sammlern, die durch Ausweise der örtlichen RSV.-Verwaltungs- stellen legitimiert sind, aufgelefen und den ört­lichen Frauenschaften zur Verarbeitung als Marmelade, Gelee oder Obstschnihel zugeführt

ausgezahlt bekam."

Shirley zog den Arm aus dem Johnies, griff nach seiner Hand und hielt sie fest.

Können Sie fühlen, was ich erlitten habe? Ja, ich weiß es, Sie verstehen mich. Vielleicht haben auch Sie Aehnliches erlebt. Vielleicht haben auch Sie einmal ein Mädchen gekannt, dem Sie Ihr Herz schenken wollten, bis Sie erkennen mußten, daß es ein herzloses Wesen war, das nicht das Herz eines Mannes suchte, sondern nur sein Geld."

Johnie, der ganz ahnungslos war und niemals auf den Gedanken kommen konnte, daß Shirley etwas von seiner Geschichte wußte, war so über­rascht, daß er seine sonstige Zurückhaltung vergaß.

Ja, Frau Preston", sagte er,ich fühle, was Sie durchgemacht haben. Auch ich habe etwas Aehnliches erleben müssen."

Das Aufblitzen des Triumphs in Shirleys Augen konnte Johnie nicht sehen. Auch hatte sie sich schnell wieder in der Gewalt.

Oh, ich habe es geahnt. Aber denken Sie nicht mehr daran. Wie immer es auch gewesen sein mag, Sie haben diese Frau ja doch nicht geheiratet, Sie sind vor den Qualen einer Ehe mit einem Wesen, das Ihre warme Liebe mit Kälte lohnt, verschont worden. Sie werden eine andere Frau finden, die Sie lieben wird, die Sie entschädigen wird, während ich ..."

Aufschluchzend blieb sie stehen und lehnte den Kopf an seine Schulter.

Hilflos strich ihr Johnie übers Haar.Nicht meinen, Frau Preston bitte, regen Sie sich doch nicht auf! Ich hätte Ihnen gar nicht erlauben

Arbeit.

Die Nachfrage nach dem Baugelände in diesem neuen Stadtteil ist nach wie vor sehr stark, so daß damit zu rechnen ist, daß die rege Bautätigkeit auch weiterhin anhalten wird.

Baubeginn an der Lessingstraße.

Gestern wurde an der Ecke Lessingstraße mit dem Bau eines großen Wohnhausblockes begonnen der nicht weniger denn 42 Wohnungen verschiedener Größen bergen soll. Die gemeinnützige Aktiengesell- schäft für Angestellten-Heimstätten ist der Trager des Bauvorhabens. Die Erd-, Maurer und Beton­arbeiten werden durch die Firma Aber m a n n ausgeführt. Mit der örtlichen Bauleitung ist der Gießener Architekt Seibert betraut worden.

Eine Woche «pater schrieb Monika an Lotte: Erinnerst Du Dich noch an diese Amerikane- rin mit den gefärbten Haaren, von der ich Dir im letzten Brief schrieb? Damals flirtete sie nut Herrn von Gerling und Johnie Klinke. Aber denke Dir, nun scheint sie sich plötzlich für 9ol>me Klink« entschieden zu haben. Sie war schon einige Male mit ihm im Museum und auch m seiner Vorlesung, und sie hat sich sogar ein Hest angeschafft, in das sie sich Notizen macht. Sie spricht sehr gut deutsch, da sie eine deutsche Mut­ter hatte. Sie schminkt sich nicht mehr so viel und sieht Herrn von Gerling gar nicht an. Aber ich traue ihr doch nicht. Ich habe so ein mert= würdiges Gefühl, als ob sie nicht echt wäre. Ich weiß nicht, ob sie ihm gefällt. Ich glaube, er hat Mitleid mit ihr. Aber warum nur? Es geht ihr doch gut. Und außerdem ist Mitleid bei ihm bestimmt gefährlich. Du weißt doch von seiner Liebe zu dieser kleinen Sängerin, das fina auch mit Mitleid an. Ich habe mir eigentlich immer gedacht, daß dieses Mädchen sehr nett ge­wesen sein muß, ich weiß nicht, warum: vielleicht nur deswegen, weil sie mir ähnlich sein soll. Aber jetzt, da ich mit ansehe, wie diese Amerikanerin

Shirley nickte. _

Hoffentlich wird sie glücklich. Wenn man wie ich so viel durchgemacht hat, so kann man an bas Glück nicht mehr glauben. Unb für mich wird es wohl auch keines mehr geben."

So dürfen Sie nicht sprechen. Ist es denn wirklich so schlimm, was Sie erlebt haben?

Ach, Sie fragen so gut. Es tut direkt wohl, mit einem Menschen zu sprechen, der Teilnahme für das Schicksal einer Fremden empfindet. Ich möchte Ihnen gern einmal mein Herz ausschutten, wenn es sie nicht langweilt."

Bitte, gern..." Johnie Klinke rückte hilflos an

6. September, Montag, 9. September und Dienstag, 10. September, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Saal der RestaurationGermania , Kaiser­allee 141, entrichtet werden müssen. Die Beitrage müssen unbedingt an diesen Tagen entrichtet werden, da sonst die Abmeldung erfolgen muß

Die Ortsgruppe Wies eck erhebt die Hilfs» kassenbeiträge für die Monate Oktober, November und Dezember am morgigen Freitag, 6. September und am Dienstag, 10. September, jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr bei Gastwirt Heinrich ! Braun. _______

Er wunderte sich selbst, daß sich seiner eine dumpfe Traurigkeit bemächtigte. So lange war doch Monika noch nicht bei ihnen, daß er sich schon so sehr an sie gewöhnt hatte. Aber sie war eben ein lieber, kleiner Sonnenschein. Und auch seine Mutter hatte er nun immer gut aufgehoben ge- mußt, wenn er seinen Studien nachging. Ja, aber da war nun nichts dagegen zu tun. Wahrscheinlich würde sie also Oerling nach Ablauf seines Ur­laubs in die Fremde folgen.

Unwillkürlich wandte er sich seiner Nachbarin zu. Sie scheinen recht zu hoben!" sagte er.

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des Kreises Wetzlar einen fronen Tag oerlebien.

Die Fahrt geht von Wetzlar über Gießen nach Mainz, von dort mit dem Schiff nach Büdesheim (längerer Aufenthalt), und dann weiter nach Koblenz, wo sich alles noch einmal iw Weindorf zusammenfindet. Don Koblenz geht die 8^6 der Bahn über Wetzlar nach Gießen. Der Gesamt preis mit Mittagessen betragt 5^ Mark. Noch 20 Anmeldungen werden auf der Geschäftsstelle, Scha zenstraße 18, entgegengenommen.

Am Sonntag, 8. September, findet eine Li­meswanderung statt unter Führung des Assi­stenten des Oberhessischen Museums, S z c z e ch. Wir fahren morgens mit dem Frühzug nach Gar­benteich, wandern von Garbenteich den alten Pfahlgraben entlang, wo Herr Szczech aus feiner reichen Erfahrung heraus allerlei Inter­essantes über den Limes berichten wird. Im Verlauf der Wanderung berühren wir auch Kloster Arnsburg und fahren dann später von Lich wieder zurück. Es ist für diesen Tag eme Sonn- iagskarte nach Lich zu lösen. Die Fahrkarte kostet 90 Pf.

OAF.-Aermel-Abzeichen.

Die Gaupressewaltung der DAF. teilt folgende Anordnung des Reichsorganisationsleiters mit: DAF.-Walter tragen, sofern sie keine politischen Leiter sind, am linken Oberarm (5 cm über dem Ellen­bogen) ihres DAF.-Anzuges eine schwarze Aermel- raute mit metallenem DAF.-Abzeichen. Dasselbe gilt für den laut Anordnung Nr. 2/35 vom 19. Januar 1935 festgelegten Anzug der NSBO. In diesem Falle wird die Aermelraute 1 cm über der Armbinde ge- tragen. Die Aermelraute besteht aus schwarzem Tuch

Oie Bautätigkeit im Ostmarken-Viertel

Die rege Bautätigkeit, die schon seit geraumer Seit an der Sicher Straße auf dem Gelände zwi- chen der Provinzial-Pflegeanstalt und der Promn- zial-Herl- und Pflegeanstalt zu beobachten ist. halt unvermindert an. Nachdem die Posener Straße ihren endgülttgen Ausbau erfahren hatte, wurde mit großer Energie die Arbeit an der neuen Schlesiener Straße in Angriff genommen. In rascher Folge entstand ein Wohnhaus nach dem anderen und eine ganze Anzahl dieser neuen Hauser konnte bereits bezogen werden. Wieder andere Häuser befinden sich vor der Fertigstellung des Innenausbaues, einige weitere Häuser wurden die­ser Tage im Rohbau vollendet. Während soeben für einen Neubau die ersten Mauern ausgefuhrt werden, sind berufene Kräfte damit beschäftig, den Boden schon für eine Anzahl weiterer Wohnhäuser zu vermessen. Entlang des Alten Steinbacher Weges gehen ebenfalls einige Wohnhäuser ihrer Fertigstellung entgegen.

Es ist interessant zu sehen, wie auf dem umfang­reichen Baugelände die Erstellung eines Hauses in allen Stadien beobachtet werden kann. Wahrend

Zu Unrecht scheint der September den Namen < Herbstmonat zu führen, denn noch ist die Welt in \ den Sonnenglanz des Sommers getaucht, und Bäume und Büsche schwelgen in saftigem Grün. Aber liegt in dem Wort Herbst nicht ein ganz an- 1 derer Sinn, als der vom Welken und Verfärben i des Laubes und nicht nur jene Stimmung des | Weltschmerzes, die wir mit dem Herbst verbinden wie die Liebe mit dem Monat Mai. Wenn wir das Wort Herbst auf seinen Ursprung zurückoerfol- gen, so stoßen wir auf eine Sprachwurzel, die auch in dem griechischen Wort karpos = Frucht und in dem lateinischen Zeitwort carpare = pflücken ent­halten ist. Der September verdankt also seinen Namen als Herbstmonat, den Karl der Große ihm zulegte, seiner Eigenschaft als Früchtebringer, als Erntemonat für Obst und Wein. So wird das Wort Herbst ja auch vielfach zur Bezeichnung der Weinernte und der Obsternte gebraucht, und zwar nennt man sowohl das Einsammeln der Feuchte wie den Ertrag so, den die Obstbäume und Reben­gelände erbringen. Man spricht von einem guten Herbst und nennt das Lesen der Trauben em Herbsten". So tritt der Monat uns tn ganz an­derer Gestalt als Herbstmonat entgegen, als em Bringer reicher Gaben, der gleichsam auf der Hohe des Jahres steht und feine Früchte emfammelt.

Bei den Kindern steht der September denn auch in hoher Gunst. In ihm werden Aepfel und Bir­nen von den Bäumen gepflüfrt, und so niana)er Junge, der es auf eigene Faust unternimmt, diese Ernte einzubringen und unversehens ein paar rot- bockige Aepfel in seinen Taschen verschwinden zu lassen, zerreißt sich dabei die zum Schulbeginn neu erworbene Hose, die man gerade mit bewegten Worten seiner Sorgfalt anempfohlen hatte. Auch die Stoppelfelder find nun sein Bereich, wo der Septemberwind die Drachen bis in schwindelnde Höhen hinaufführt. Schließlich ladet jebe blanke Wasserfläche noch zum Bade ein, und auch 0er Septembersonne wohnt noch eine bräunende Krasi inne, Verklärung und Reife liegt in diesen Tagen, was vielleicht dazu beigetragen hat, daß man den Monat auch Heiligenmonat genannt hat. Doch kann man in dieser Bezeichnung auch noch den Nach­klang alter Sagen und Mythen vernehmen, die sich mit diesem Monat, der zwischen Sommer und Herbst steht, verbinden. Die Erinnerung an alt- germanische Herbstfeste schwingt noch nach, deren Brauchtum sich in Resten bis zum heutigen Tag da und dort erhalten hat. Der eigentliche Wein­herbst findet in deutschen Landen allerdings zumeist viel später statt, und die Feste, die mit der Lese verbunden sind, werden erst im Oktober, ja zuweilen noch in den ersten Tagen des Novembers gefeiert, wenn der süße Wein aus der Kelter rinnt.

Wenn so auch der neue Wein die Lobsänger des Septembers, des Herbstmondes, noch nicht beschwin­gen kann, so nimmt sie doch der Glanz seiner Tage, der leuchtend den Morgennebel durchdringt, gefangen. Gerade der frühe Morgen birgt in die- fen Tagen einen besonderen Zauber, und es lohnt sich wohl, ein Frühaufsteher zu sein. Beim Weg über die Fluren wird uns dann Eduard Monkes Preislied eines Septembermorgens in den Sinn kommen, das am schönsten den Zauber dieser Jahreszeit und Morgenstunde besingt:

werk bereitgestellt werden.

Die Erlaubnis zum Sammeln von Fallobst rann von den örtlichen NSV.»Verwaltungsstellen aber auch an solche Volksgenossen erteilt werden, die

bas Obff zur Selbstversorgung sammeln wollen, um sich auf diese Weise einen gewissen Obst- ober Marmeladevorrat für den Winter selbst herzustellen. Sammelerlaubnisscheine an diese Volksgenossen wer­den ebenfalls von den örtlichen NSV.-Stellen aus- gegeben.

Eine weitere Hilfsmaßnahme der NSV. erstreckt sich auf eine gewisse Versorgung hilfebedürftiger Volksgenossen mit Brennholz, das sich diese Familien in den Waldungen kostenlos sam­meln können.

Die kreisamlsleiiung Gießen der TtS*ß. hat mit den oberhefsischen Forskömlern verhande« und deren Erlaubnis zu dem Holzsammelwerk für hilfsbedürftige Volksgenossen herbeigeführt.

Die Leseholzscheine zu dieser kostenlosen Holzbeschaf­fung können die Familien bei den zuständigen uorlIa ämtern erhalten. m

Es ist zu begrüßen, daß die NS.-Dolkswohlsahü wiederum in vorausschauender Arbeit auch ourcy diese neuen Maßnahmen dazu beittägt, den fdjmeren Daseinskampf unserer hilfsbedürftigen Volksgenossen nach bester Möglichkeit zu erleichtern.

Sie stützen?" , , .

Natürlich, Frau Preston", antwortete Johme höflich. Er hatte eigentlich für Frau Preston gar nichts übrig. Aber als er so auf sie herabblickte, ühlte er plötzlich eine seltsam welche Regung.

Sie wollten mir doch von sich erzählen, Frau Preston..." .

Und Shirley, die eine Meisterin war, wenn es galt, sich in das richtige Licht zu rücken, erfand sofort eine traurige Ehegeschichte, in deren Mittel­punkt sie stand. _ _

Und war es in Wahrheit sie gewesen, die Harry Preston, nachdem er ihr Luxusbedürfnis nicht mehr erfüllen konnte, schikaniert und hintergangen hatte, so war es in ihrer Geschichte der von ihr innig geliebte Mann gewesen, der sie vernachlässigt, mißhandelt und betrogen hatte.

Wie seltsam berührte es Johnie, als Shirley aus­rief:Und eines Tages sagte er mir, daß er mich nie geheiratet hätte, wenn er nicht gewußt hätte, daß ich einen so reichen Onkel habe. Nie niemals, und dabei war er ganz arm gewesen uno ich hatte ihm schon alles gegeben, was ick hatte, lieber den Tod hinaus hat er mich verfolgt und gequält. In feinem Testament hatte er dafür ge­sorgt, daß alles seinen Verwandten zufiel und daß ich nur eine winzige Rente von der Bande

Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst Du, wenn der Schleier fällt. Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Gvlde fließen."

Aus parteiamtlicheuDekanntmachungen

Die Ortsgruppe Gießen-Ost weist dar­auf hin, daß die Hilfskassenbeiträge von den Ange­hörigen der SA, SS, NSKK und Marine-SA für das letzte Vierteljahr 1935 in den Tagen Freitag,

ihn für sich in Beschlag nimmt, glaube ich fast, daß es doch nur schlechte Frauen sind, auf die er hereinfällt. Du wirst Dich vielleicht wundern, daß es mich so beschäftigt. Eigentlich geht cs mich ja auch wirklich nichts an. Und zuerst wäre es mir auch ganz gleichgültig gewesen, aber jetzt, wo ich ihn so gut kenne und weiß, was für ein vornehmer Mensch er ist, tut es mir leid um ihn, und bann ist es natürlich auch Dankbar­keit. Nein, eine solche Schwiegertochter wie diese Frau Preston möchte ich Frau Klinke nicht wünschen. , .

Nun aber genug davon. Ich fanns ja wohl nicht ändern. Und mir selbst geht es weiter herrlich. Herr von Gerling begleitet mich jetzt täglich zum Reitunterricht. Er sagt, ich habe großes Talent. Ich muß es wohl tm Blut haben. Ich erzählte ihm von meinem Vater. Er hörte mit großer Andacht zu. Ich hatte das Gefühl, ich könnte gar nicht genug erzählen. Zu­letzt sagte er, daß er lange in demselben Front­abschnitt war wie Vater. Ich hatte das Gefühl, daß er noch mehr sagen wollte. Aber ich muß mich wohl getäuscht haben. Denn was könnte das sein? ..."

Monika steckte den Brief in ihre Handtasche und entschloß sich, ihn sogleich zum Postkasten zu tragen.

Frau Klinke beantwortete einige dringende ge­schäftliche Briefe des Direktors ihrer Fabrik. Mo­nika hatte ihr wohl Hilfe angetragen, aber Frau Klinke hatte abgelehnt. Sie machte das am lieb­sten allein.

Als Monika die Straße betrat, begann cs zu dämmern. Die ersten Lichter blitzten auf, und die eleganten Geschäfte beleuchteten schon ihre Aus­lagen. Der Postkasten war nur wenige Schritte entfernt Nachdem Monika den Brief eingeworfen hatte, stand sie einen Moment unschlüssig, um dann langsam die Sttaße hinunterzuschlendern.

Sie liebte es noch immer sehr, Auslagen zu be­trachten. Auch heute blieb sie wohl stehen, aber es geschah in Gedanken, und sie merkte kaum, was sie sah. Sie befand sich schon seit acht Tagen nicht recht im Gleichgewicht, ohne sich darüber Rechenschaft zu geben. In ihrem Innern wußte sie ganz gut, daß es die stete Gesellschaft Frau Prestons war, die sie verstimmte. Aber warum das so war, konnte sie sich nicht erklären. Schließlich war Johnie Klinke kein Kind mehr und konnte wohl auf sich achtgeben. Aergerlich war er nur, daß sie der Ame­rikanerin sein Geheimnis verraten hatte. Das hatte sie niemals tun dürfen. . t

Monika war langsam weitergegangen unv blteD jetzt vor einem breiten Marmorportal stehen. Ein großer Schaukasten mit verschiedenen Photogra- phien hing dort, und Monika begann sie zu 6» trachten. Es waren Tänzerpaare in verschiedener» Kostümen. Sie stand vor dem Eingang eines Ka­baretts.

(Fortsetzung folgt!)

Aeue Hilfsmaßnahmen der ASD.

Fallobst an den provinzialstraßen für die Winterhilfe und zur Selbstve^orgung vonhilfsbedürfitigenDolksgenoffen.-KostenIoserLeseholzbezugausdenWäldern.

Äreisamtsleitung der NSD. zur Verfügung gestellt. Mit dieser Aktion soll aus heimischem Obst ein möglichst weitreichender Vorrat von Marmelade und Gelee zur Verteilung durch das Winterhilfs-