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5.7.1935
 
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d

Völker

tonen

von

Lieber welche Kampskrast verfügt Abessinien?

gäbe des Eigentums und die Bewilligung Aufenthaltsrechtes nicht mit einer etwaigen Wi

unangenehme

Leopold Wölfling gestorben

aus dem österreichischen Kaiserhaus

vollzog

tritt

zeit

Die

Aufhebung der Beschlagnahme des Habsbur-

und

des lieber«

er Frage in

>es Hauses Habs-

g e n mit sich bringen würde. Die Wiedererrichtung her österreichisch-ungarischen Monarchie im Donau-

Rückwirkungen auszulösen. In den letzten Monaten hätten die um die Wahrung der öfter»

halbamtlichePetit Parisien" den Beschluß der österreichischen Regierung. Er werde nicht ver» fehlen, in Mittel- und Osteuropa

lieber die Wider st andsfähigkeit Abes­siniens gegen Italien gehen, selbst in Fach- und Kennerkreisen, die Ansichten auseinander. Während einerseits erklärt wird, daß Italiens Luftfahrzeuge, Panzerwagen, Schnellfeuergeschütze jeden Wider­stand schnell brechen werden, hält man anderwärts dafür, daß der Angriff an der natürlichen Kampf­kraft eines rauhen, abgehärteten Volkes einen Geg­ner finden dürfte, der in der Ungangbarfeit und im Klima des Landes einen Bundesgenossen besitzt. Die Niederlage Italiens bei Adua 1896, wo Kaiser Menelik II. mit 30 000 Mann die 17 000 Italiener die sonstigen Streitkräfte kamen nicht zur Schlacht bis zur Vernichtung schlug, galt als Beweis der Kriegstüchtigkeit eines I^albroilben Volkes, bas sich gegen europäische Taktik unb Waffen zu wehren verstanben hat.

Abessinien ist eine natürliche Felsen- festung bis über 4500 Meter Höhe Fruchtbare Gebiete wechseln mit Wüsten unb Felsengeröll ab, wegelos, wasserarm, zerklüftet, kaum betretbar für europäische Truppen. Seit bem Tage von Abua hat sich Abessiniens Streitmacht geho­ben. Das Land zählt zwölf, die Negerstämme im Süden mitgerechnet 14 Millionen Bewohner. Kaiser H a i I e Selassie , der jetzige Oberherr der bunt zusammengewürfelten Stämme, hat sich des Kriegs­wesens besonders angenommen unb um feine Haupt- ftabt Abbis Abeba eine regelmäßige, ausge- bilbete Solbtruppe in festen Verbän­den die. Garde, durch schwedische, belgische und andere europäische Offiziere schulen lassen. Sie wird auf 15 000 Mann geschätzt, ist neuzeitlich bewaffnet, verfügt über Maschinengewehre, gute Artillerie, auch über einige Flugabwehrgeschütze.

Um diesen Kern fügen sich d i e Aufgebote der Provinzial st atthalter, die, wenn sie zum Kaiser halten, als erste Leistung 200 000, als höchste Leistung 800 000 Mann stellen können, da­hinter noch weitere Reserven. Der Knabe von 15 Jahren unb ber Greis bis zu 70 Jahren unb mehr finb geborene Solbaten. Der Kampf mit ben Unbilben ber Berge unb Wüsten, bie Jagb auf das allerdings fast ausgerottete Groß- und Raub­wild hat sie zu vortrefflichen Schützen von Aus­dauer und Anspruchslosigkeit erzogen.

Nur bie Garbe ist soldatisch gekleidet, die

genen Samstag nach Steenockerzeel, dem belgischen Asyl der Kaiserin Zita, begeben, um dort 'eit über einem

Herzog Leopold von Oesterreich wurde 1868 in Salzburg geboren. Er absolvierte das dortige Gymnasium, besuchte die Marine-Akademie in Fi­ume, studierte am Polytechnikum in Zürich Na­turwissenschaften und trieb später in Paris, Mün­chen und Berlin Privatstudien, die besonders der Botanik galten. Nach seiner Ausmusterung als Seekadett machte er in den Jahren 1887 bis 1889 eine Reise nach dem Fernen Osten, kam als See­offizier auf dieLevante" unb machte 1892/93 bie Weltreise bes österreichischen Thronfolgers Franz Ferbinanb mit. Er biente später in Brünn, Przemysl unb Jglau. 1902 vollzog er seinen Austritt aus bem österreichischen Kaiserhaus. Er legte bie Würbe eines Erz­herzogs ab unb nahm als eigenwilliger Mensch, bem bie Etikette bes Hofes zuwiber war, ben bür­gerlichen Namen Wölfling an. Seine erste Ehe würbe nach vier Jahren, im Jahre 1907, ge­schieben, 1916 bie zweite Ehe. Im Juni 1933 hei­ratete er ein brittes Mal. Die Trauung mit Klara Pawlowski fanb in Nieberschöneweibe statt. Er führte in Berlin Jahre hinburch zurück»

Herstellung ber Monarchie zu tun habe, nichtsdesto­weniger gebe diese Maßnahme den Habsburgern die materiellen und moralischen Möglich­keiten zur Förderung der monarchistischen Propaganda und zur Wiederherstellung der Monarchie in die Hand. So werde sicher die Ange­legenheit in Prag, Bukarest und Belgrad ausgelegt werden. Eine einfache Drohung mit der Wiederher­stellung der Monarchie würde genügen, um bei der Kleinen Entente sofortige Mobilmachungsmaßnah­men auszulösen. Man wisse das in Wien, warum also spiele man so unüberlegt mit dem Feuer?

Massen begnügen sich mit Lendenschurz, Tropenhut, Patronengürtel, Dolchmesser, dazu Gewehren, die in den letzten Jahren massenhaft aus Belgien unb ber Tschechoslowakei bezogen unb über bie franzö­sische Eisenbahn von Dschibuti, auch auf ben Kara­wanenstraßen vom Nil her eingeführt worben finb. Neben biefen neuzeitlichen Waffen finb alte Gewehre bis aus ber Zeit nach 1870/71, namentlich französi- sche Gras-, schweizerische Detterli-, österreichisch-un­garische Wernblgewehre mit viel Munition vorhan­den. Wem das Gewehr fehlt, der greift zum Bogen, Pfeil, Wurfspeer, Schild.

Abessinien gehört zum Völkerbund, europäische Gesandtschaften wohnen in der Hauptstadt. Fern­sprechleitungen durchziehen das Land. Trotzdem ist es von europäischer Kultur unberührt geblieben. Die Widerstandskraft dieses heldischen Herrenvolkes gründet sich auf Nationalstolz. Die Volksbildung steht auf tiefer Stufe, ein Grundzug der Wildheit geht durch alle Stämme. Italien würde einen harten Kampf bestehen müssen, wenn es dieses Bergland erobern wollte. Luft- kampfgeschwader, selbst Giftgase, werden kaum lohnende Ziele finden, Straßenmangel und Wasser­losigkeit die Heeresbewegungen lähmen. Der opera­tive Zugang geht von Massaua über Asmara durch die am besten kultivierten Provinzen nach bem Tanasee, weiter hin nach ber Landeshauptstabt. Auf biesem weiten Wege wirb Italien, selbst wenn es mit 100 000 unb mehr Frontkämpfern auftritt, sehr große Wiberstände in natürlicher Hinsicht wie an ber Kampfkraft eines Volkes finben, bas aller Wahrscheinlichkeit nach bereit unb befähigt ist, seine Unabhängigkeit bis aufs Aeußerfte zu oerteibi^en.

Abessinien will das Rote-Krenz- Abkommen unterzeichnen.

ß o n b o n , 5. Juli (DNB. Funkspruch).Daily Telegraph" melbet aus Adbis Abeba, baß Abessinien demnächst das Genfer Rote-Kreuz-Ab- kommen von 19 2 9 unterzeichnen werde. Ein abessinischer Rote-Kreuz-Verband werde unter der Schirmherrschaft bes Kaisers unb ber Kaiserin getübet werben Die Prin­zessinnen des Herrscherhauses würden sich als Krankenpflegerinnen ausbilden lassen.

die Wiedereinsetzung der Habsburger in Wien das sicherste Bollwerk gegen den Anschluß sein würde, aber diese Schlußfolgerung reiche nicht aus, die Bedenken ber Kleinen Entente aufzuwiegen, bie in ber Wieberaufrichtung einer Monarchie eine Ermutigung nationaler Forderungen erblicken würbe, bie mit ber burch bie Verträge geschaffenen Gebietslage nicht zu vereinbaren sei.

Eineinoportune Maßnahme" nennt ber

Gäste deutscher Familien am studentischen Leben ihrer deutschen Kameraden teilnehmen wer­den. Im Monat September werden zwölf deut­sche Studenten als Gäste in Paris er­wartet. In einem vorn Leiter der französischen Abordnung imOeuvre" veröffentlichten Artikel wird als Grund für den Austausch die Notwendig­keit angegeben, s i ch gegenseitig besser ken­nen und verstehen zu lernen. Als Söhne ehemaliger Gegner leben wir, so heißt es in dem Aufsatz, in einer krassen Unkenntnis voneinander. Wir reisen nicht nach Deutsch­land in ber Ueberzeugung, baß schon bie Tatsache dieser Reise alles änbern wirb. Wir wollen uns aber mit unseren Karneraben offen unb ehrlich aussprechen. Herriot hat in Lyon beim Empfang beutscher Frontkämpfer gesagt, eine Schwalbe mache noch keinen Sommer. Aber immer­hin müsse ber M u t ber er ft en Schwalbe bie anberen nachziehen. Wir haben nur einen Wunsch, zu ben ersten jungen Schwalben zu gehören. Hoffentlich veranlaßt unser Beispiel viele anbere, ben Flug über Vogesen unb Rhein zu wagen.

Wölfling lebte, ist am Donnerstagmorgen in seiner Berliner Wohnung gestorben. Erz-

b e r Habsburger nach Oesterreich ber» unmöglich unb unerwünscht fei. Scharfe Kritik in Paris.

Die Aufhebung der Habsburger Gesetze in Oesterreich.

Annahme im Staatsrat.Verhandlungen mit Otto von Habsburg.

reichifchen Unabhängigkeit besorgten Mächte sich be­müht, ein kollektives Sicherheitssystem zum Schutze ber kleinen Donaurepublik zu schaffen. Gerabe in bem Augenblick, in bem zu biesem Zweck zwischen Italien unb ber Kleinen Entente Der« yanblungen im Gange seien, gebe bie öster­reichische Regierung einem bis in ihre eigenen Reihen sich geltenb machenben politischen rrutf nach, um bie Habsburger Frage anzuschneiben. Man könne taufenbmal behaupten, baß bie Zurück-

Keine Entscheidung vor der August-Tagung des

Völkerbundsrats.

ßonbon, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.)Mor- ntng Post" hört, baß bei ben Pariser Verhanblun- gen zwischen Großbritannien unb Frankreich keine enbgültigen Vorschläge gemacht worben seien unb baß vor ber Tagung bes Dölkerbunbsrats im 21 u guft auch keine Entfcheibung erfolgen bürfte. Die Politik ber englischen Regierung gehe von bem Grunbsatz aus, baß Großbritannien als Völkerbunbsmitglieb nur jemeinfame unb keine inbiviouellen Verpflichtungen habe unb nichts tun werbe, wozu nicht auch anbere Nationen bereit wären.

Daily Telegraph- meint, ein Haupthindernis französischer Zusammenarbeit mit Großbritan­nien bei ber Durchsetzung ber Autorität des Völkerbundes fei ein Protokoll, das

unb andrerseits wegen bes Verhältnisses Frankreichs zum Völkerbunb. Die Di­plomatie müsse eine Lösung erstreben, bie mit den Grundsätzen der Völkerbundssatzung vereinbar sei.

Das Argument, daß Großbritannien sich hin­sichtlich Oesterreichs nicht habe binden wollen, und daß es daher verfehlt wäre, an­zunehmen, daß es wegen eines verhältnis­mäßig so unwichtigen Teiles der Welt im Ha­men des Völkerbundes vorgehen würde, be­antwortetTimes- mit einem Hinweis auf Großbritanniens kolonialen Inter­essen und auf die Tatsache, daß Abessinien seit 1923 Vollmitglied des Völker­bundes fei, und zwar, wie das Blatt her­vorhebt, auf Grund des dringenden Ersuchens der italienischen und der französischen Regierung und trotz des Widerspruches des britischen Vertre­ters.Times" schließt mit der Feststellung, daß das Programm vom 3, Februar zwar noch aufrechterhalten bleibe, daß aber die Schwie­rigkeit feiner Durchführung infolge der Bedro­hung Abeffiniens durch Italien verzehnfacht worden fei.

der deutsch-polnischen Beziehungen in ben letzten beiben Jahren sei. Das beutsch-polnische Abkommen vom Januar 1934 habe seine Probe alsBei- spiel konstruktiver Politik bestan­den. Die Methode der Beruhigung der Beziehun­gen vor allem dort, wo sie mit Recht oder Unrecht als besonders gespannt angesehen worden seien, die Methode, sich über reale Fragen unmittelbar zwischen den interessier­ten Staaten zu verständigen, diene dem Frie­den besser als das System allgemeiner Aussprachen, das mehr laut als erfolgreich und in seinen letzten Zielen nicht immer klar sei.

Expreß Poranny" schreibt, die amtliche Mittei­lung über den Verlauf des Ministerbesuches zeuge dafür, daß das Ziel des Besuches er­reicht worden sei, und daß der Besuch gegeben, was man in Polen erwartet habe. Um sich klar zu machen, in welchem Umfange das deutsch-polnische Abkommen seine Lebenskraft erwiesen habe, müsse man sich daran erinnern, daß noch vor zwei Jahren nicht daran zu den­ken gewesen wäre, daß ein polnischer Außenmini­ster f o herzlich in Berlin empfangen worden wäre, und daß die Unterredungen eine so weitgehende Übereinstimmung der An­sichten hätte zeigen können, wie das jetzt der Fall gewesen sei. Es gehöre viel schlechter Wille dazu, um den deutsch-polnischen Vertrag vom Standpunkt der Interessen des europäischen Friedens einer ab­fälligen Kritik zu unterziehen. Diejenigen, die bei seinem Abschluß, an bem Vertrag Kritik geübt hät­ten, müßten heute ihren Irrtum zugeben.

Das MilitärblattPolska Zbrojna" schreibt, ber Becksche Besuch in Berlin habe seinen Zweck voll unb ganz erreicht. Er sei ein Beweis für bie guten nachbarlichen Beziehungen zwischen Polen unb bem Reich. Beibe Regierungen hielten auch ben gegen­wärtigen Zustanb keineswegs für vorübergehenb, fonbern für bauerhaft In Europa müsse man heute Polen unb Deutschlanb bankbar sein, für ben Beitrag, ben sie zum europäischen Frieben liefern.

Kurjer Polski" stellt fest, baß bas beutsch-pol- msche Abkommen seine Lebensfähigkeit bewiesen unb bie besten Ergebnisse gebracht habe.Kurjer Po­ranny" sagt, ber Ausbruck bes amtlichen Kommu­nique von berweitgehenben Uebereinftimmung ber Ansichten" sei bas wesentliche ber Erklärung.

Deutsch-französischer Studentenaustausch.

Marburg erwartet 12 französischeStudenten

Paris, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zwöl französische Stubenten begeben sich am Samstag nach Marburg, wo sie drei Wochen als

Will Frankreich den Abessinienstreil als Handelsobjekl benutzen?

Roch keine Antwort Lavals auf die englische Bitte um die Mitwirkung Frankreichs an einer Vermittlungsaktion.

Wien, 4. Juli (DNB.) Der S t a a t s r a t hat I raum würbe auch Italien nicht unberührt bas zustirnmenbe Gutachten zu bem Gesetzentwurf lassen. Man könne zwar mit Recht annehmen, baß ber Regierung über bie Aufhebung ber sog. Habs-.......

burger Gesetze genehmigt. Unmittelbar nach

(Scherl-M.)

seitdem unter dem Namen Leopold

Paris, 5.Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Be- mühungen Englands, Frankreich für die Bei­legung des italienisch-abessinischen Streitfalles zu gewinnen, bilden weiter das Gesprächsthema der diplomatischen Kreise, vor allem, nachdem der eng» lische Botschafter am Donnerstag erneut beim Quai d'Orsay vorgesprochen hat. Frankreich scheint sich vorläufig weiter auf eine eher ablehnende Haltung versteifen zu wollen, in der mehr ober weniger deutlich zu erkennenden Absicht, von England positive Vor- chläge für die Behandlung der euro­päischen Fragen zu erhalten.

naP l'.'.oint, daß Deutschland unb Polen in den europäischen Hauptfragen eine g e - meinf ame Politik fortsetzen bürsten. Das werbe sich vor allem bei bem Dorschlaa eines all­gemeinen östlichen Nichtangriffspa k t e s zeigen, ber überbies bie Klausel bes Nicht- beiftanbes für den Angreifer enthalte.

Der Berliner Berichterstatter desJournal" will die Bedeutung der Verhandlungen weder über- noch unterschätzen. Beck wisse schon, warum er es abgelehnt habe, die französischen Pressevertreter zu empfangen. Deshalb sei auch seine Erklärung absichtlich ungenau gehalten gewesen. Der Ber­liner Berichterstatter desExcelsior" schreibt, in den diplomatischen Kreisen habe man den Ein­druck, daß kein Komplott gegen Fran k - reich geschmiedet worden fei, da Deutschland und Polen die gleichen, wenn auch auf verschie­dene Erwägungen zurückgehenden Gründe hätten, den Faden mit Paris nicht abreißen zu lassen. Im Grunde genommen hätten Die deutsch-polnischen Besprechungen wohl keine seyr positiven Ergebnisse gezeitigt, doch hätten sie -me Gegenüberstellung der Ansichten ovr allem über den Ostpakt ermöglicht, wahrscheinlich zu Dem Zweck, um zu positiven Ergebnissen mit den ande­ren Mächten zu gelangen.

Das Echo in Warschau.

Warschau, 4. Juli. (DNB.)Gazeta Polska" sagt, während der mehrstündigen Unterredung zwi­schen dem Führer unb Minister Beck habe ber Führer unb Kanzler seinem tiefen Bebauern Aus­druck gegeben, baß ber Tob bes Marschalls Pilsubski bas geplante Zusammentref­fen zwischen ihm unb bem Führer bes polnischen Volkes unmöglich gemacht habe. Die Reichsregie­rung halte es für bie beste Hulbigung bes Anben- kcns bes großen Toten, in ben beutsch-polnischen Beziehungen auf bem von i h m bescbritte- nen Wege f o r t z u s ch r e i t e n , ber für beibe Völker vorteilhaft sei. Minister Beck habe erklärt, bie polnische Regierung sei entschlossen, bas poli­tische Testament Pilsubskis auf allen Gebieten burchzu führen unb sehe keinen Anlaß, baß bie jetzigen beutsch-polnischen Beziehun­gen irgenbeiner Aenberung unterliegen sollten. Hauptziel ber polnischen auswärtigen Politik sei bie Sorge um nachbarliche Beziehungen, die sich auf gegenseitige Kenntnis unb gegenseitiges Vertrauen stützten. Die polnische Regierung be­grüße mit Befriedigung bie Entwicklung ber Be­ziehungen zwischen bem Reich unb Polen, seit in Deutschlanb ber Führer unb Reichskanzler Hitler diese Beziehungen normalisiert habe Die pol­nische Regierung wünsche aufrichtig, daß bie Be­ziehungen mit Deutschlanb sich weiter ausbauen unb festigen.

Das Blatt weist ferner auf ben nicht nur freunb- lichen unb liebenswürdigen, sondern herzlichen Ton hin, mit dem die Berliner Presse Minister Beck begrüßt habe. In maßgeblichen deutschen Krei­sen unterstreiche man, daß der Besuch Becks in Berlin ein deutlicher Ausdruck der Entwicklung

dem französisch-italienischen Ab­kommen vomJannar angefügt wor­ben sei, unb in dem es heiße, daß Frankreich außerhalb der E i senbahnzone Dschibuti Addis-Abeba keine Interessen in Abessinien habe. Mus­solini habe daraus den Schluß gezogen, daß Frankreich ihm freie Hand gebe, feine Ein­flußsphäre in Abessinien unbegrenzt auszudeh- nen. Großbritannien sei trotz seiner dortigen

Interessen nicht zu Rate gezogen worden.

Times" sucht das bedingte Angebot einer Ge­bietsabtretung durch Großbritannien zu rechtferti­gen, mit dem Hinweis, daß es sich um Frieden oder Krieg und um die ganze Zukunft des Völkerbundes handele. Die britische Regierung vernachlässige die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung nicht, habe aber zu erwägen, welches Ver­fahren der Völkerbund einschlagen solle. Gens könne sich um die Frage, die ihm die abessinische Regierung formell zur Kentnis gebracht habe, nicht Herumdrücken. Ein weiterer großer Mißerfolg des Völkerbundes bei der Durchsetzung seiner Autorität würde den Wert dieser politischen Einrichtung größten Teils zerstören. Laval be­finde sich in einer Zwickmühle einerseits we­gen seiner Vereinbarungen mit Italien,

mit Füßen getreten (!). Laval erwarte eine Note der englischen Regierung. England werde in dieser Note nach einer Verständigung mit Frank­reich über Abessicken suchen, wofür es seine Unter« tützung in den Frankreich besonders angehenden Fragen garantieren würde. Laval werde sich aber auf keinen Fall von der Mussolini gegenüber ein­genommenen Haltung abbringen lassen, die darin bestehe, Italien nicht zu behindern.

Echo de Paris" meint, daß Frankreich sich nicht von der durch Barthou vorgezeichneten außenpoli­tischen Richtlinie abbringen lassen dürfe. Das noch in der Kette der Beistandspakte fehlende Glied be» tehe in einem Zusammenschluß zwischen Italien und der Kleinen Entente. La­val habe erklärt, falls ihm eine Anregung für eine angemessene Lösung des italienisch-abessinischen Streitfalles vorgelegt würde, so würde er nicht zögern, sich zum freundschaftlichen Ver­mittler in Rom zu machen, unter der Bedin­gung, daß ein derartiger Schritt auf keinen Fall bie engen und vertrauten B e - Ziehungen beeinträchtigen, die jetzt zwi« chen Frankreich und Italien beständen.

bürg und der österreichischen Regierung geführt wurden, mit Otto von Habsburg, dem ältesten Sohn Kaiser Karls und der Kaiserin Zita zu beenden. Wie es heißt, will Oesterreich den Habsburgern das gesamte im Jahre 1919 beschlag­nahmte Vermögen bis auf Schön­brunn, die Hofburg, und den Teil des Ver­mögens, der dem Jnvalidenfonds zugewiesen wurde, ^urücker statten. Gleichzeitig habe Kar« winsky oie Aufgabe, mitzuteilen, daß eine Rück­kehr ' " ' ' ''

die Verhandlungen, die j Jahr in der Habsvurg Wien zwischen den Vertretern Di

Wenn England bei seinem Vorgehen vor allem aus die s chw e r e n Rückschläge hinweist, die der Völkerbund durch einen italienisch-abes» inischen Krieg erleiden würde, erklärt man dem­gegenüber in maßgebenden französischen Kreisen, daß Frankreich den Fall Abessinien nicht mit ~ r f o I g oder dem Mißerfolg der ______bundspolitik gleichsetzen könne. Frankreich könne sich mit Recht darüber wundern, daß England so eifrig die Genfer Einrichtung, den Völkerbundspakt und die Sanktionen verteidige, obwohl gerade England seit 1919 Frank­reich stets den Weg verlegt habe, wenn es die Anwendung von Sanktionen gegen Deutschlanb wegen Verletzung des Zersailler Vertrages gefordert habe. Und England elbst habe unlängst Durch die Unterzeich­nung des deutsch-englischen Flotten­abkommens den Versailler Vertrag

dem Staatsrat wird sich der Bunbeskultur- rat mit dem Gesetzentwurf befassen, so daß das Gesetz bereits am Dienstag nächster Woche im Bundestag endgültig angenommen werden dürfte. Staatssekretär K a r w i n s k y und der Legitimisten­führer Baron Wiesner haben sich am vergan-

ger Vermögens veranlaßt denTemps", die politi­schen Rückwirkungen zu untersuchen. Der Leit­artikel stellt eine sanfte Mahnung an Wien dar, nicht zu weit zu gehen. Es sei ein Irrtum, wenn man in dem Beschluß des österreichischen Kabi­netts eine erste Etappe auf dem Wege zur Wieder­aufrichtung der Monarchie in Oesterreich erblicken wolle. Die Frage der Restauration der Habsburger könne nur im Einverständnis mit allen am Frieden in Mitteleuropa interessierten Mächten gelöst wer­den. Man wisse in Wien, daß eine Restauration schwere internationale Verwicklun-

Berlin, 4. Juli. (DNB.) Der vormalige Erz­herzog Leopold von Oe st erreich, Erb- großherzog von Toscana, der 1902 seinen Aus-

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