Kunst und Wissenschaft.
Heber 90 Bewerbungen um den Gießener Lntendantenposten.
Vle mir von der Stadtverwaltung erfahren, sind bisher über 90 Bewerbungen um den mit Ende dieser Spielzeit frei werdenden Posten des Gießener Stadklhealer-Jntendanten eingegangen, die zur Zeit bei den zuständigen Stellen in Berlin einer Prüfung unterzogen werden. Eine Entscheidung über die Neubesetzung ist bisher noch nicht getroffen worden. Auch die Ensemble- p e r s o n a l f r a g e ist bis jetzt noch nicht endgültig entschieden. Wie wir hören, ist indessen damit zu rechnen, daß ein Teil der zur Zeit hier tätigen Kräfte auch für die nächste Spielzeit engagiert werden wird. Um die Zukunft des Neuen Theaters in Frankfurt.
Der „Völk. Beob." entnimmt der DVK. folgendes: Dem bisherigen Besitzer und Leiter des Neuen Theaters in Frankfurt a.M., Arthur Hell m e r, wurde die Konzession, die Bühne M eiter zu leiten, entzogen. Hellmer hat darauf sofort die Leitung des Hauses niedergelegt. Bis zum E-p-de der Saison wird noch das bisherige Ensemble nrr Neuen Theater tätig sein. Bis zu dieser Zeit hat Fvau Lucie Kaiser die Leitung übernommen. Was nach dem Ausscheiden Hellmers mit dem Neu«n Theater geschehen wird, ist noch nicht entschieden. Seitens der Städtischen Bühnen besteht starke Neigung, das Neue Theater zu übernehmen und dort das bisher arg vernachlässigte Kammerspiel zu pflegen. Da infolge des hohen Preises ein Berkauf, des Hauses kaum zustande kommen wird, ist vorerst nur mit einer pachtweisen Uebernahme zu rechnen.
hessische Staatsmedaille für einen Münchener Künstler.
Die Hessische Staatsregierung hat dem Münchener Maler Oswald Poetzelberger anläßlich der Deutschen Frühjahrsausstellung Darmstadt 1934 in Würdigung seiner künstlerischen Leistungen als Vertreter der jungen nationalen Künstlergeneration die Hessische Staatsmedaille verliehen.
Richard Strauß
führt dem Führer die „Olympische Hymne" vor.
Der Olympia-Pressedienst meldet: Dr. Richard Strauß hat die von ihm komponierte „Olympische Hymne" Robert L u b a h n s dem Führer und Reichskanzler durch den Kammersänger Völker vorsingen lassen und diesen selbst dazu begleitet. Der Vorführung wohnten Ministerpräsident General der Flieger Göring, Staatssekretär Funk und der Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympiade, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, bei. Der Führer, der von der Schönheit der Strauß- schen Komposition sichtlich stark beeindruckt war, gab seine Zustimmung zur Aufführung der Hymne, die zum erstenmal bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin am 1. August 1936 aufgeführt werden wird.
von der „Kameradschaft der deutschen Künstler".
In Berlin fand die zweite Präsidialbeiratssitzung der „Kameradschaft der deutschen K ü n st l e r " zusammen mit dem Kuratorium und dem Vorstand statt. Der Präsident, Bühnenbildner Benno von A r e n t, sprach über die Erfolge, die die Kameradschaft als Sammelpunkt aller deutschen Künstler errungen habe, und betonte, daß nur in diesem Geiste nationalsozialistischer Kameradschaft die Arbeit der deutschen Künstler gedeihen könne. Zum kameradschaftlichen Beisammensein erschien eine große Anzahl deutscher Künstler, u. a. Leni Riefe n st a h l, Theodor Loos, Hans Brause- weiter, Professor Clemens S ch m a l st i ch, Gerda Maurus, Genia Nikolajewa sowie Reichssendeleiter H a d a m o v s k i und die Ministerialräte Hanke und Dr. Iahnck e. Auch Max Schmeling war anwesend. Bunte Vorträge der Künstler hielten die Kameradschaft noch lange beisammen.
Die diesjährige Tuberkulose-Tagung in Bad Kreuznach.
Die diesjährige Tuberkulose-Tagung, veranstaltet von der Deutschen Tuberkulose-Gesellschaft und der Vereinigung Deutscher Tuberkulose- Aerzte, findet vom 13. bis 15. Juni d. I. in Bad Kreuznach statt.
Aus aller Wett.
Festnahme eines Knabenmörders.
Die Landesstelle Mecklenburg-Lübeck des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gibt über die Festnahme eines Knabenmörders einen Bericht heraus, in dem es u. a. heißt: Im Februar verschwanden in Schwer i.n die Schüler Neumann und Zimmermann, ohne daß es gelang, ihr Verbleiben feststellen zu können. Umfangreiche Suchaktionen waren ergebnislos. Von der Staatsanwaltschaft wurden zum Vergleich einige schon weiter zurückliegende Fälle des Verschwindens von Knaben herangezogen. Es ergab sich eine merkwürdige U e b e r e i n st i m m u n g , auch beim Verschwinden von drei Knaben in Oranienburg und Neuruppin. Es bestand die Auffassung, daß es sich um eine Folge von schweren Verbrechen an Knaben handelte, die einem einzigen Täter zuzuschreiben waren. Während noch Ermittlungen angestellt wurden, ereignete sich ein neuer Fall am 22. März 1935 in Wittenberge, wo der neunjährige Schüler Thomas in einer Schonung vor der Stadt tot aufgefunden wurde. Auch in diesem Falle ergaben sich wiederum die gleichen Tatumstände. Es konnte keinem Zweifel unterliegen, daß auch dieser Knabe ein Opfer des unbekannten Täters geworden war.
Ein wichtiger Hinweis ging der Staatsanwaltschaft Schwerin aus Ludwigslust zu. Dort hatte ein Mann im Dezember 1934 einen Knaben durch Versprechungen von Geschenken an sich gelockt. Die Mutter des Knaben war über das Ausbleiben ihres Kindes unruhig geworden und hatte es schließlich mit einem fremden Mann
Göring spricht im Danziger Wahlkampf
Triumphsahrt durch das Danziger Land.
D a n z i a , 4. April. (DNB.) Nach einer beispiellosen Jubelfahrt durchs Danziger Land ist Ministerpräsident General Göring am Donnerstag um 17 Uhr in Danzig e i n g e tro f f e n. Aus dem Bahnhof in Marienburg hatten sich bereits zur Begrüßung der Danziger Gauleiter F o r st e r , der Danziger Senatspräsident Greiser, ferner die Führer der Danziger SA., SS., der deutsche Generalkonsul in Danzig von Radowitz u. a. führende Persönlichkeiten eingefunden. Die Kraftwagenkolonne mit dem Wagen des Ministerpräsidenten an der Spitze fuhr über die Nogatbrücke an der Marienburg vorbei zur Danziger Grenz- stelle Kalthof, wo dem Ministerpräsidenten die erste begeisterte Begrüßung auf Danziger Boden bereitet wurde. Unter klingendem Spiel schritt der Ministerpräsident die Fronten der Ehrenbereitschaften ab, während eine große Menschenmenge, die aus den umliegenden Dörfern herbeigeströmt war, den Ministerpräsidenten begeistert begrüßte.
Dann begann bei strahlendem Vorfrühlingswetter die Fahrt durch das Danziger Landgebiet. In allen Dörfern umsäumten jubelnde Menschen die Wagen. Die Häuser prangten im Schmuck unzähliger Hakenkreuzfahnen. Selbst in den kleinsten Dörfern leuchteten Transparente auf den Straßen. An vielen Stellen konnte Ministerpräsident Göring kleine, mit besonderer Liebe ausgewählte Geschenke entgegennehmen: Erzeugnisse der Danziger Heimatkunst und Bücher, die die alte deutsche Kultur dieses Bauernlandes wiederspiegeln. In der kleinen Landstadt T i e g e n h o f wurde Ministerpräsident Göring von dem Landrat des Kreises Danziger Werder Pg. Andres auf dem Marktplatz herzlichst begrüßt, der ihm eine Flasche hundertjährigen Tiegenhöf er Machandel, das Danziger Nationalgetränk, überreichte.
Bei Käsemark wurde auf zwei Dampffähren, die mit Sirenengeheul den Ministerpräsidenten begrüßten, der Weichsel st rom überquert. Bald tauchten die Türme der Stadt Danzig auf. Immer dichter wurden die Spaliere der heilrufenden Menschen, und dann fuhr die Wagenkolonne in einem einzigartigen Triumphzuge durch die ehrwürdigen Gassen der alten Hansestadt nach dem historischen Langen Markt. Dort hatten Ehrenbereitschaften der Danziger Landespolizei, der Schutzpolizei, der Flieger, der SS., SA., PO. und HI. mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Dahinter drängte sich eine unübersehbare Menschenmenge. Als Ministerpräsident Göring die Fronten abschritt, brauste der Jubel der Massen ihm entgegen. Aus allen Fenstern erklangen Heilrufe.
Empfang im Ariushos.
Dann fand in dem historischen A r t u s h o f die feierliche Begrüßung durch den Senatspräsidenten Greifer statt. Der Senatspräsident betonte, daß Danzig sich geistig unlöslich mit dem Schicksal der nationalsozialistischen Bewegung und des deutschen Mutterlandes verbunden fühle, deshalb könne
Danzig, ohne die durch internationale Verträge gezogenen Grenzen zu verletzen, Hermann Göring an dieser Stelle als treuen Diener des Führers des deutschen Volkes und der deutschen Einheit offen und herzlich begrüßen. Göring möge dem Führer berichten, daß die deutsche Bevölkerung Danzigs immer dem Deutschtum treu bleiben werde. Senatspräsident Greiser überreichte dann dem Ministerpräsidenten als Geschenk des Danziger Senates zwei alte Erzeugnisse des Danziger „Lachs".
Ministerpräsident Göring dankte dem Senatspräsidenten. Die innere Gemeinschaft des deutschen Volkstums umfasse auch Danzigs Schicksal.
Unter minutenlangem immer wieder aufbrausendem Jubel der riesigen Versammlung betrat Ministerpräsident Göring am Donnerstag bald nach 20 Uhr die Sporthalle in 'Danzig und sprach in einer fast zweistündige Rede von mitreißender Leidenschaft zur Danziger Bevölkerung. Göring unterstrich einleitend die überströmende Liebe und Begeisterung der Bevölkerung auf seiner Fahrt durch das Danziger Land. Die Begeisterung der Danziger sei deshalb so groß, weil das Volk fühle, daß eine Entscheidung bevorstehe, die mit dem Glauben gewonnen werden müsse, und darum wiederum könne man schon heute sagen: „Die Danziger Wahlschlacht ist gewonnen!" „Wenn Ihr am Sonntag in Danzig zur Wahl geht, so gilt es, der Welt gegenüber festzustellen, wie Danzig denkt, und Danzig wird zeigen, daß es nationalsozialistisch denkt. (Stürmischer Beifall!)
Göring erklärte dann, daß es nicht das Wichtigste sei, ob das Danziger Land heute organisatorisch zum Reiche gehöre oder nicht, sondern es komme darauf an, daß es in sich deutsch fei. Nur ein widerrechtlicher Zwang habe die äußere Trennung Danzigs vom Reich herbeiführen können. Das Deutsche Reich erkenne heute an, was ist. Es brauche und werde Danzig niemals mit Gewalt besehen, denn ein Naturgesetz siege von s e l b st. Die übrige Welt werde selbst einmal die natürliche Gesetzmäßigkeit anerkennen, gegen die es keine Auflehnung gebe. Danzig wisse ebenso wie Deutschland, was es bedeute, den Frieden zu erhalten, und was es heiße, den Frieden zu stören. Die Danziger Volkstagswahlen sollen der Welt lediglich beweisen, daß Blut zu Blut gehört, und daß das Blut der Danziger deutsch geblieben ist, wie es immer war.
Ministerpräsident Göring ging dann auf dis inneren Verhältnisse Danzigs ein und betonte, daß aus natürlichen und völkischen Gründen die gleiche Lage hergestellt werden müsse wie im deutschen Mutterlande. Auch Danzig müsse heraus aus der Zersplitterung der
Darum sei es natürlich, daß auch die Herzen der Danziger Menschen sich zu der Bewegung bekennen, die die Voraussetzungen für die Erneuerung des Deutschtums geschaffen hat. Das Reich werde stets die innere Verbindung zum Danziger Deutschtum a u f r e ch t e r h a l t e n , denn deutsche Menschen könnten nicht von deutschen Menschen getrennt werden. Ministerpräsident Göring trat dann zu Fuß einen Rundgang durch die alten Gassen Danzigs an. Umflattert von einem Meer von Hakenkreuzfahnen, umbrandet von der jubelnden Begeisterung, der Tausende, die in beängstigendem Gedränge die Straßen umsäumten, schritt Göring durch Danzig.
Parteien zur inneren Kraft und Geschlossenheit. Ministerpräsident Göring unterzog dann unter immer wiederholten Beifallsstürmen die Danziger Splitterparteien von links bis rechts einer vernichtenden Kritik, indem er bemerkte, daß sie ihr küm* merliches Dasein nur dem Schutze internationaler Verträge verdankten. Unter jubelndem Beifall rief Ministerpräsident Göring aus: „Für die freien Deutschen das freie Wort, für den von der Internationale bestochenen Agenten den Maulkorb."
Wir haben ein einiges und machtvolles Reich geschaffen. Zugleich hat der Führer der ganzen Welt bewiesen, daß dieses starke Reich den Frieden will. Er hat die Verständigung durchführen und damit den Weg einer praktischen Friedenspolitik beweisen können, weil Hitler für Deutschland und drüben in Polen ein Mann autoritär für ein Land sprechen konnten. Beide Völker find darauf angewiesen, den Frieden zu halten, und Deutschland wird zeigen, daß es ein aufrechter wahrer Vertragspartner ist. Wir werden uns durch nichts provozieren lassen und erwarten von der Gegenseite das Gleiche. Auch Frankreich brauche nicht bis Moskau zu gehen, wenn es Frieden und Sicherheit haben wolle. Für Europa sei ein starkes Deutschland notwendig. In seiner Hoffnung auf einen künftigen dauernden Frieden in Europa müsse das Reich stark sein nach innen und außen, durch die eisernen klammern des Glaubens und des Vertrauens zusammengehalten.
Mit der Führerehrung und dem Horst-Wessel- Lied wurde die Kundgebung abgeschlossen. Draußen auf der Straße bereiteten Zehntausende von Menschen, die die Rede Görings durch die Lautsprecherübertragung gehört hatten, dem Ministerpräsidenten stürmische Huldigungen. Mit einem Fackelzug und einem Vorbeimarsch der nationalsozialistischen Organisationen fand der denkwürdige Tag sein Ende. Der Ministerpräsident begab sich im Kraftwagen nach Marienburg, von wo er die Rückreise nach Berlin antrat.
Danzig ist deutsch und deshalb nattonalsozialiWch
in Grabow entdecken können. Durch das Hinzukommen wurde der Fremde sicher vor einem neuen Verbrechen zurückgehalten. In Grabow hatte 1930 ein Mann zwei Knaben unter Versprechungen an sich gelockt und in ein Gehölz verschleppt. Nur einem Zufall war es zuzuschreiben, daß damals die Kinder vor dem Schlimmsten bewahrt blieben. Der Entführer der Kinder konnte festgestellt werden als der jetzt 65jährige Adolf Seefeldt. Die Ueber- prüfung der Person des Seefeldt führte zunächst zu der überraschenden Feststellung, daß er vielfach wegen Sittlichkeitsverbrechen vorbe- st r a f t war, und daß diese Verbrechen eine merkwürdige Uebereinstimmung mit dem unaufgeklärten Verschwinden und Tod der Kinder in Mecklenburg und Brandenburg aufwiesen. Seefeldt pflegt als Uhrmacher in Mecklenburg und der Provinz Brandenburg umherzuziehen, um Reparaturaufträge zu suchen. Er nächtigte bei Kunden, zuletzt hat Seefeldt sich in Schwerin aufgehalten und war dann plötzlich verschwunden. Ein Zeuge, der den Schüler Thomas mit dem fremden Mann in Wittenberge gesehen hatte, erklärte, Seefeldt nach dem Lichtbild mit aller Bestimmtheit als diese fremde Person wiedererkannt zu haben. Schon 48 Stunden, nachdem die Person des vermutlichen Täters festgestellt war, konnte Seefeldt im Kreise Neuruppin fe st genommen werden. Eine Gegenüberstellung mit Zeugen in Wittenberge führte zu der Gewißheit, daß mit der Festnahme des Seefeldt auch der Mörder des kleinen Thomas gefaßt war. Seefeldt wurde nach Schwerin weitertransportiert. Es ist kaum zu zweifeln, daß Seefeldt der gesuchte Knabenmörder ist. Mit dieser Festnahme ist die Bevölkerung von einem der schlimmsten Volksschädlinge befreit worden.
30000 Freifahrten mit „Kraft durch Freude" für unbemittelteVolksgenoffen
Berlin, 4. April. (DNB.) Um vielen Volksgenossen, die selbst die sensationell niedrigen Preise der „Kraft-durch-Freude"-Fahrten nicht bezahlen können, die Teilnahme an einer der herrlichen „Kraft-durch-Freude"-Reisen zu ermöglichen, hat sich das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub entschlossen, nicht weniger als 3 0 0 0 0 Freifahrten zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck werden 30 000 Gutscheine, die besonders künstlerisch aufgemacht sind und auf der ersten Seite ein koloriertes, wertvolles Bild zur bleibenden Erinnerung enthalten, in allen Gauen Deutschlands zur Verteilung gebracht. Sie berechtigen zur Teilnahme an einer La-ndfahrt bis zum 15. Mai oder an einer Hochseefahrt bis zum 31. Mai. Mit dieser Aktion der Deutschen Arbeitsfront soll gleichzeitig unter Berücksichtigung der landschaftlich schönsten Notstandsgebiete eine Belebung der Vorsaison stattfinden.
Schwere Bluttat eines Betrunkenen. Drei Menschen lebensgefährlich verletzt.
In einem Wirtshaus in Bergen auf Rügen hat ein Betrunkener eine schwere Bluttat verübt. Der Betrunkene, der in der Nähe.von Bergen ansässig war, hatte seine Frau schwer mißhandelt, und diese war in ein Wirtshaus in Bergen geflüchtet. Als der Mann ihren Aufenthaltsort in Erfahrung gebracht hatte, erschien er in der Gaststube, ließ sich zu trinken geben und zog dann plötzlich eine Pistole, mit der er wild um sich schoß. Dabei wurden der Leiter des Kreiswohlfahrtsamtes, Inspektor Friedrichsen, der Angestellte des Landratsamtes, Lange, und der Gastwirtssohn Dornquast durch Bauchschüsse schwer verletzt. Sie liegen in hoffnungslosem Zustande im Krankenhaus Bergen. Ferner erhielt der Schneider C z i r n i o l eine leichtere Verwundung. Sämtliche Verletzten waren an der Angelegenheit gänzlich unbeteiligt und dem Betrunkenen auch völlig unbekannt.
Sühne für den Pfarrermord von Geislingen.
Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Schwurgericht in Bonn den 33 Jahre alten Karl Przybilla aus Geistingen, der am 1.Märzd.I. den Pfarrer im Ruhestand Stanislaus Friederichs und dessen Schwester Maria in ihrer Wohnung in Geistingen ermordete, sowie 150 Mark Bargeld und verschiedene Schmuckstücke gestohlen hatte, wegen zweifachen Mordes zweimal zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Wegen Unterschlagung erhielt Przybilla ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte nahm das Urteil ohne Bewegung auf. Wie erinnerlich, hatte die Mordtat seinerzeit außerordentliches Aufsehen erregt. Sie war erst zwei Tage nach dem Verbrechen entdeckt worden. Den Pfarrer fand man im Eßzimmer der Wohnung mit zertrümmertem Schädel aus, während die Schwester erschlagen im Kellergeschoß lag. Dank den raschen Ermittlungen der Kölner Mordkommission konnte der Täter bald gefaßt und überführt werden. ,
Das Räuberbandenunwesen in Sowjelrußland. — Zahlreiche Hinrichtungen.
Wie erst jetzt amtlich mitgeteilt wird, wurde am 22. März die Filiale der Staatsbank in Kamenez- Podolsk (Ukraine) unweit der rumänischen Grenze von einer Räuberbande überfallen. Der Kassierer der Bank wurde dabei erschossen und zwei weitere Beamte verletzt. Die Räuber konnten nach einigen Tagen festgenommen werden, und zwar sechs in Kiew und vier in Moskau. Sie wurden nach Kamenez-Podolsk gebracht und dort vom Gericht zum Tode verurteilt. Die Urteile sind bereits vollstreckt worden. In der Sowjet-Union wurden in der Zeit vom 20. März bis 2. April nach amtlichen Mitteilungen insgesamt 41 Personen wegen Bandenunwesens hingerichtet.
Sieben Schwerverletzte bei einer Explosion unweit von Bordeaux. — Und alles wegen einer Maus.
Eine folgenschwere Explosion ereignete sich in einem Siedlungshaus bei Bordeaux. Drei Frauen und vier Kinder wurden sehr schwer verletzt. Die Explosion hat folgende seltsame Vorgeschichte: In einer der beiden Wohnungen des Siedlungshauses waren zwei Frauen und vier Kinder in der Küche versammelt, als plötzlich eine Maus über den Boden lief und in dem Unterraum des Küchenausgusses verschwand. Die Frau, die am Küchenherd beschäftigt war, nahm den noch heißen Kohlenhaken und versuchte damit die Maus zu töten, ohne in diesem Augenblick daran zu denken, daß ihr Mann, der dem Jagdsport huldigt, unter dem Küchenausfluß in mehreren Blechbüchsen das Pulver aufzubewahren pflegt, das er bei der Selbstherstellung seiner Patronen verwendet. Als die Frau mit dem heißen Kohlenhaken eine der Pulverbüchsen berührte, explodierte sie und die Explosion teilte sich auf die ganze vorhandene Pulvermenge mit. Zwei Zimmer der Wohnung wurden völlig zerstört, die Hauswand gespalten und ein Teil der Decke brach zusammen. Dabei wurde auch eine 71 Jahre alte Frau, die auf der Straße vorbeiging, schwer verletzt.
Neuer Gouverneur des Memelgebietes
K o w n o , 5. April. (DNB. Funkspruch.) Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, ist am Donnerstag durch Verfügung des Staatspräsidenten der kürzlich zum Preiskommissar von Litauen bestimmte frühere Präsident der Kownoer Landwirtschaftskammer, Vladas Kurkauskas, zum neuen Gouverneur des Memelgebietes ernannt worden. Kurkauskas war früher Ofizier und im Jahre 1920 Kommandant von Wilna. Er ist der Schwiegersohn des bekannten Grafen Subow, dessen Name bei der letzten Direktoriumsbildung in Memel wiederholt genannt wurde.
Rundfunkprogramm
Samstag, 6. April:
6.15 und 6.30 Uhr: Von Stuttgart: Gymnastik. 7: Von München: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Von Stuttgart: Gymnastik. 9.15: Nur Frankfurt: Konzert. 9.45: Der deutsche Urners. Von Privatdozent Dr. Max Kommerell. 11.45: Sozialdienst. 12: Von München: Mittagskonzert I. 13.15: Uebertragung nach Stuttgart: Mittagskonzert II (Schallplatten). 14.30: Die besten Schallplatten der Woche. 15: Von Koblenz: Jugendfunk. 16: Von Köln: Aus dem Schützenhaus, Herford: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Stimme der Grenze. 18.25: Stegreifsendung. 19: Don Kassel: Msiltärkonzert. 20: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Vom Deutschlandsender: Fahrt in den Frühling. 22.30: Tanzmusik.
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