Amtsverkündigungsblatt
für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen
JJr Erscheint Diensiag und Freitag 5.5)1013 ^ur durch die Post zu beziehen. 1935
Inbalts-Ueberficht: Straßensperre. — Gefechtsschießen 1935. — Sammlung des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände. — Stand der Maul- und
Klauenseuche in Hessen. — Dienstnachrichten. __________
mde am 2. Juni und das Endspiel am i bleiben bestehen.
Kurze Sportnotizen.
es Rennen über 90 Kilometer beim längsten Ski-Dauerlauf der Welt, beim 'auf in Schweden. Unter 42 Teilnehmern Arthur Häggblad (Umea) und Hjalmar
:dt (Vindeln) gleichzeitig als Erste durchs
*
mieri, der beim Tennisturnier in Monts inseren deutschen Meister Gottfried v. Cramm , schlug nun in der Vorschlußrunde dieses s auch den ausgezeichneten Engländer Bunny Austin verlor überraschend glatt in drei 1:6, 1:6, 5:7.
*
Bekanntmachung.
Betr. Straßensperre.
Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Provinzialstraße Ortsdurchfahrt Treis a. d. Lumda vom 4. TNärz 1935 ab für den schweren Lastwagenverkehr gesperrt.
Umleitung erfolgt über Alten-Buseck—Beuern—Climbach und umgekehrt. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten.
Gießen, den 28. Februar 1935.
Hessische Provinzialdirektion Oberhessen.
Bekanntmachung.
Betr.: Gefechtsschießen 1935.
Das II. Bataillon des Infanterie-Regiments Gießen wird in der Zeit vom 11. bis 16. März 1935 einschließlich auf der Schußbahn nördlich des Daubringer Passes gefechtsmäßige Schießübungen mit scharfer Munition abhalten. Das Schußgelände wird im allgemeinen begrenzt durch Die Luftlinie Alten-Buseck—Beuern—Climbach—Treis a. d. Lumda—Mainzlar — Daubringen—Hofgut Heibertshausen—Hangelstein—Alten-Buseck. Das Schießen findet jeweils von 7 bis 16 Uhr statt.
Das gefährdete Gebiet liegt innerhalb der oben angeführten Luftlinie und wird während der Schießzeiten von der Truppe abgesperrt werden. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten.
Während der Schießzeiten werden die Straßen Daubringen—Alten- Buseck und Daubringen bis Wegegabelung Gießen — Lollar / Gießen Daubringen gesperrt. Umleitung findet über Daubringen—Lollar Gießen bzw. umgekehrt statt.
Gießen, den 2. März 1935.
Kreisamt Gießen. I. V.: Grein.
Bekanntmachung.
Betr.: Sammlung des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände.
Abschrift.
Auf Grund des § 1 Abf. 1 und 2 des Sammlungsgesetzes vom 5. November 1934 — RGBl. I S. 1086 — und der hierzu ergangenen Aus
führungsbestimmungen vom 14. Dezember 1934 — RGBl. I S. 1250 — hat der Herr Reichs- und Preußische Minister des Innern dem Arbeitsausschuß Deutscher Verbände in Berlin W 35 unter Vorbehalt jeder- zeitigen Widerrufs die Genehmigung zur Sammlung von Geldspenden zu Gunsten seiner Deutschtumsarbeit durch Versand von Werbeschreiben und durch persönliche Werbung an und bei solchen Firmen und Persönlichkeiten, die auch bisher schon die Arbeit des Arbeitsausschusses durch Hergabe von Spenden unterstützt haben, für die Zeit vom 15. Februar bis zum 15. Mai 1935 erteilt.
Diese Genehmigung gilt für das ganze Reichsgebiet.
In den Werbeschreiben ist auf diese Genehmigung Bezug zu nehmen Gießen, den 2. März 1935.
Kreisamt Gießen. I. V.: Grein.
Nachweisung
über den Stand der Alant- und Klauenseuche in Hessen. Am 15. Februar waren sämtliche Kreise seuchenfrei.
Dienstnachrichten des Kreisamts.
Die Abteilung Ib des Hessischen Staatsministenums:
1. Dem Harzburger Rennverein e. V. Bad Harzburg wurde die Erlaubnis erteilt, 3000 Lose zu je 1 RM. der Niedersächsischen Pferdelotterie 1935 in der Zeit vom 21. Februar bis 22. Mai 1935 im Dolksstaat Hesfen zu vertreiben,
2. dem verwaltenden Bauherrn der St. Petri-Domkirche in Bremen wurde die Erlaubnis erteilt, 3000 Lose zu je 1 RM. der Geldlotterie zugunsten des Bremer Domes in der Zeit vom 19. Februar bis 5. Juli 1935 im Volksstaat Hessen zu vertreiben.
Karl Jung von Watzenborn-Steinberg wurde als Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde Watzenborn-Steinberg bestellt und verpflichtet.
Karl Alünch von Saasen wurde als Fleischbeschauer und Trichinenschauer für die Gemeinde Saasen bestellt und verpflichtet.
Druck der Brübl'fchen
Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen
0 Teilnehmer haben zu dem am ?z stattfindenden Stuttgarter Hallensportfest !t.
*
Radball-Weltmeister Germania/ duft Frankfurt belegte bei einem Zweier« : in Dessau den ersten Platz vor dem RV^ it Chemnitz.
*
i o r Campbell begann mit seinem „Blue jetzt seine Rekordfahrten am Strande von a Beach. Bei einer Fahrt über die Meile e er ein Stundenmittel von 435,281 km, amit aber unter seinem Weltrekord, der auf
Sidkm. steht.
*
- kische Orientierungsfahrt am, ärz. An der diesjährigen Märkischen Orien- sfahrt, die am 10. März stattfindet, wird tonn Wimmer auf 3-Liter-Adler-Diplomat während Paul von Guilleaume und rotte Bahr auf 1,7-Liter-Adler-Trumpf an fahrt teilnehmen.
fLahn-Dillkreis).
r gestalten und trotzdem es die schlechte ©eitd vier Tore aufholen. Der Sieg von Lützeln war auch in dieser Höhe verdient.
Lützellinden II — Tv. Hochelheim II :0). Der angenommene sichere Sieg der Gäste cht zustande. Die Hochelheimer mußten eine; age hinnehmen, die ganz unerwartet kam. piel, das in der ersten Hälfte ziemlich aus« n war, nahm nach der Pause einen über« )en Verlauf. Die Gäste wurden vollkommen Hälfte eingeschnürt und nur mit viel Glück i sie ihre Tore erzielen.
Hausen I — VfB.-Reichsbahn II 5). Das schöne Spiel blieb aus. Der Grund r nicht untersucht werden. Das Treffen be« ür die Platzbesitzer vielversprechend, sie fan- ) sehr schnell und führten nach kurzer Zeit 4:2. Von nun ab nahm das Spiel an Härte s Endergebnis entspricht nicht ganz dem rlauf. Bei etwas mehr Glück hätte Hausen en müssen.
Zarbenheim — Tv. Groß-Rechten« 2:6 (1:3). Das Spiel litt außerordentlich em aufgeweichten Boden. Wenn es trotzdem ig und ritterlich durchgeführt wurde, fo ge« beiden Mannschaften ein Gesamtlob. Dev er Gäste ist etwas zu hoch ausgefallen. Ei? ) aber erklären, wenn man bedenkt, daß dis Nischen viel zu viel den Jnnensturm ein« anstatt die guten Außen zu bedienen, benheim Jgd. — Tv. Wetzlar Jgd. 1). In der ersten Halbzeit ausgeglichenes nach der Pause konnten die Garbenheimer hren größeren Eifer einen verdienten Sieg
Dorlar I — Tv. Münchholzhausen 11:3 (9:1). Das obige Ergebnis, das gegen s sechs Spielern der ersten Mannschaft Der» zweite erzielt wurde, besagt, daß die Dor» ür die demnächst beginnenden Aufstiegspiele sind. Das Glanzstück in der Mannschaft ist rrm, der jede sich bietende Gelegenheit aus» nd aus allen Lagen schießt. — Das Spiel otz der drückenden Ueberlegenheit der Einsen in der ersten Halbzeit sehr schön, ließ ach der Pause, dadurch, daß die Dorlarer m spielten, nach und war zum Schluß ziem» ^geglichen.
Dorlar Jgd. — Tv. Münchholzhau» [b. 8:3. Die Dorlarer Jugend scheint sehr gute ng zu haben, denn sie bewährte sich in dienet vorzüglich und zeigte eine feine Gesamt»
Nach herzlicher Begrüßung durch den Kreiswalter der DAF. Schneidmüller begann das Landes- Symphonie-Orchester unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Cornelius. Der Theater- 3uq d e s Reichspropagandaamtes der DAF und KdF. hat, wie die Aufführung bewies, ausgezeichnete Kräfte, die reichen Beifall ernteten. Die Bevölkerung begrüßte es dankbar daß solche Kunst nunmehr auch der Bewohnerschaft des Landes zugänglich gemacht wird.
ch Groß-Eichen, 4. Marz. Der gestrige Sonn- tag brachte für das W ch W. eine 3t et orbfamny tun q. Es wurden in unsrer Gemeinde 2OOEd e l- weißabzeichen verkauft. Die Sammlung wurde von den weiblichen Mitgliedern des-Turnvereins im Auftrag des WHW. durchgeführt.
*!* Aus dem Vogelsberg, 4. Marz. diesem Winter ist das K i r s ch b a u m h o l z sthr begehrt. Für dicke Stämme werden 38 bis 40 JJir. je Festmeter bezahlt. Geringere Stämme erzielten entsprechend weniger.
Kreis Alsfeld.
*!* Ruppertenrod, 4. März. Das Forst- amt Nieder-Ohmen hielt hier eine V e r - fteigerung d e s Holzes aus der Försterei Elpenrod ab. Es wurden bezahlt: Buchenschelte 6 Mk., Buchenknüppel 4 bis 4,50 Mk., Buchenrelsig 55 bis 65 Pf. je Raummeter. Fichten-, Kiefern-, Eichen- und Hainbuchenholz wurde mit 3 bis 5 Mark je Raummeter versteigert.
Kirche und Schule.
Fünfzig Jahre Kirchendiener.
8 Münzenberg, 3. März. Am Ende des heutigen, überaus stark besuchten Hauptgottesdien- ftes wurde das 50. Dienstjubiläum des hiesigen Kirchendieners Heinrich Schäfer in feierlicher Weise in Gegenwart der Gemeinde begangen und unter Gottes Wort gestellt. Seit 1885 waltet der Jubilar in immer gleicher Rüstigkeit seines Amtes in der Kirchen- und bürgerlichen Gemeinde, nachdem es zuvor sein Schwiegervater 35 Jahre ver-
Treis — Tv. Ruttershausen 5:5. rat am Sonntag wieder zum erstenmal auf an. Das Ergebnis ist etwas schmeichelhaft „Anfänger", es ist aber zu erklären, wenn 'f°"dätz das Tempo" n°chU°ß7 In dieser!m°n berücksichtigt, daß die Gäste mit vielfachem Zeit konnte Hochelheim das Spiel etwas ausge- Ersatz antraten.
Warum „Gaufeste des Reichsbuubes für Leibesübungen".
Von O. Löwer, Darmstadt.
teibigung eingestellt, unb mußte sich nur auf einzelne Durchbrüche beschränken. Aus einem solchen gelang es auch ben Gießenern ihren Erfolg zu erzielen, einen schlecht abgewehrten Ball konnte ber Mittelläufer einschießen. Kurz barauf gelang es aber ben Krofdorsern ben Ausgleich zu erzielen. Der Rest bes Spieles war nur noch eine einbeutige Sache von Krofborf, aber bie bestgemeinten Durchbrüche würben von ber zahlreichen Verteidigung der Gießener zunichte gemacht. Nur mit Glück wurde das Resultat gehalten.
Bei der Begegnung der Schüler beider Vereine gelang ben Krofborfern ein knapper l:O-Sieg.
Sportverein 1920 Heuchelheim
Sportverein 1920 I — Leihgestern I 2:0 (0:0).
Beide Mannschaften zeigten ein temperamentvolles Spiel, bei welchem die bessere Elf Sieger blieb. Leihgestern gefiel durch feinen großen Eifer, jedoch mangelte es an dem notwendigen Ausbau. Heuchelheim zeigte teilweise nicht die gewohnten Leistungen.
Sofort nach Spielbeginn zogen die Gäste vor das Heuchelheimer Heiligtum. Da die Verteidigung einige Schnitzer machte, sah es öfters nach Erfolgen für die Gäste aus. Der gute Heuchelheimer Tormann war aber nicht zu überwinden. Nach 15 Minuten Spieldauer fanden sich die Einheimischen und diktierten von nun an das Spiel. Erfolge blieben jedoch in der ersten Spielhälste versagt, da auch der Gästetorwart durch glänzende Paraden zu überzeugen vermochte.
Nach der Pause setzte der Heuchelheimer Sturm seine blitzschnellen Flügelstürmer öfters in Aktion. Der erste Erfolg wurde durch eine Flanke des Links- außens eingeleitet. Die Gäste kamen jetzt selten über die Mittellinie hinaus. Einen weiteren Prachtschuß des einheimischen Linksaußen vermochte der Gästehüter nur zur Ecke abzulenken, die aber nichts einbrachte. In der Folge waren die Gaste insofern vom Glück begünstigt, als eine Reihe von kräftigen Torschüssen entweder neben ober über das Tor qingen. 10 Minuten vor Schluß erzielte der Heuchelheimer Rechtsaußen nach einem blitzschnellen Allem-
Als der Reichssportführer am 30. Januar 1934 ben „Deutschen Reichsbund für Leibesübungen" verkündete, da bahnte er hiermit den Weg für eine Neuorganisation der gesamten Deutschen Turn- und Svortsache. Wenn wir die hiermit emsetzende Neuformung der Deutschen Leibesübung in ihrer Wirkung voll und ganz erkennen wollen, so müssen wir uns erst wieder an die Zersplitterung erinnern, tue im vergangenen Staate bis weit in die Vorkriegszeit zurück auf der Turn- und Sportbewegung wie ein Alpdruck lastete und jede produktive Kräfteentfaltung unmöglich machte. Neben den sogenannten bürgerlichen Turn- und Sportverbänden hatten sich die politischen und religiösen Verbände gebildet und standen in einer geradezu unglaublich fanatischen Kampfstellung gegeneinander.
Die bürgerlichen Verbände waren aber unter sich nochmals in zwei Lager gespaltet unb zwar burch ben Streit zwischen ber Deutschen Turner- fdiaft einerseits und den Deutschen Sportverbänden andererseits, die sich zeitweise auf das heftigste bekämpften (reinliche Scheidung!), zeitweise einen übertünschten Scheinfrieden (Interessengemeinschaft!) miteinander schlossen.
Ganz abgesehen davon, daß diese Veilseitigkeit von Verbänden sich lähmend auf die gesamte Turn- und Sportbewegung auswirken mußte, waren die leidtragenden Teile in erster Linie die aktiven Turner unb Sportler selbst, bie man teils burch Verhetzung politischer und religiöser Art, teils durch
Paragraphen hinderte, gemeinsam in einen edlen Wettkampf zu treten.
Die nationalsozialistische Revolution hat deshalb zunächst im Jahre 1933 die politischen unb religiösen Turn- unb Sportverbänbe von der Bildfläche verschwinden lassen, die Zusammenarbeit zwischen ber Turnerschaft unb den Sportverbänden war dagegen leider bis zur letzten Konsequenz noch nicht durchgeführt.
Es ist das Verdienst des Reichsfportführers, durch die Schaffung des
Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen mit feinen 23 Fachämtern auch diese getrennt marschierenden Körperschaften auf einer gemeinsamen Linie zu vereinigen. ri ,, . .
Was Jahn vor hundert Jahren erstrebte, wirb heute im nationalsozialistischen Staate Deutschlands von allen Fesseln freigemacht und beginnt sich langsam zu erfüllen. Unter dem Begriff „Deuts ch e Leibesübungen" sehen wir heute eine geeinte deutsche Turn- unb Sportbewegung um auch hier enblich ben einigenben deutschen Geist Adolf Hitlers in die Tat umzusetzen. Damit erst werben die beut- schen Turner und deutschen Sportler Arm in Arm wahre Jünger des Altvaters Jahn.
Es ist selbstverständlich, daß die nunmehr begin- nende Zusammenarbeit sich nicht auf Aeußer * lichkeiten beschränken darf, sondern sie muh in der Tiefe beginnen. Sie muß dort anfangen, wo bie ganze Turn- unb Sportbewegung ihren Anfang


