Ausgabe 
5.3.1935
 
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hat sich die Form des deutsch-englischen Handelsabkommens durchaus bewährt, die Abtragung der Schuldenrückstände aus dem Waren­verkehr macht erfreuliche Fortschritte. Außer den Clearingsabkommen haben unseren Export behin­dert die mangelnde Kauffähigkeit der Rohstoffländer, die hohen Zölle fast des gesamten Auslandes, die zunehmende Kontin- g e n t s p o l i t i k bei unseren Abnehmern und nicht zuletzt die Währungsentwertungen und .schwankungen der verschiedenen Länder.

Wenn wir trotzdem nicht weiter im Export zurückgeworfen worden sind, als dies praktisch geschehen ist, so bedeutet dies eine Anerken­nung der deutschen Qualitätsar­beit und zeigt gleichzeitig, daß unsere Mühe um die Steigerung des Exportes nicht vergeb­lich zu fein braucht. Die Lage unserer Ausfuhr ist gewiß schlecht. Aber sie ist nicht wesentlich schlechter als in den übrigen Ländern auch. Zwar ist der deutsche Anteil am Welthandel in den letzten, beiden Jahren leicht zurückgegangen. Das erklärt sich aber zu einem erheblichen Teil daraus, daß bei den großen Kolonial­mächten, insbesondere bei Großbritannien und Frankreich, der Handel zwischen Mutterland und Kolonien bezw. Do­minien sich relativ gut gehalten hat, da es innerhalb dieser geschlossenen Währungs- und Wirtschaftsgebiete ein Transferprobtem nicht gibt und der Austausch von Rohstoffen und Fertigfabrikaten innerhalb dieser Gebiete ein vollständigerer ist als bei Deutschland. Dabei zeigt sich immer klarer, daß für einen Indu­striestaat der Besitz kolonialer Roh- ftoffgebrete als Ergänzung seiner heimi­schen Wirtschaft unerläßlich ist. Auch das frühere Deutschland hat mit seinen Kolonien immer nur wirtschaftliche Ziele verfolgt. Die deutschen Kolonien waren keine militärischen Stützpunkte, keine R"krvtierunqsaebiete für die heimische Armee. Deutschland hat seine Kolonien wirtichaftlich und kulturell besser entwickelt als andere Länder, wenn Deutschland seine Kolo­nien hätte, würde das Transtervroblem Deutsch­land unendlich viel leichter sein, weil es einen erheblichen Teil seiner Rohstoffe, die es heute in ausländischer Valuta bezahlen muß, im Rahmen seines eigenen währungsbereiches er­zeugen könnte.

Der Nationalsozialismus sieht in geregelten Wirt­schaftsbeziehungen der Völker untereinander einen wesentlichen und unentbehrlichen Kulturfaktor und ist deshalb bereit und ge­willt, das Seinige zum Wiederaufbau des Welthandels beizutragen Deshalb erkennt das nationalsozialistische Deutschland seine Auslandschuldverpflichtunqen, obwohl sie in ihrer jetzt noch vorhandenen Höhe ausschließlich repara­tionsbedingt sind, als bindend an Der National­sozialismus lehnt aber die Erfüllungs­politik um jeden Preis, mit der frühere Negierungen Deutschland an den Rand des Bol­schewismus gebracht haben, auch auf wirtschaft­lichem Gebiet strikt und kompromißlos a b. Der Zahlungswille Deutschlands, der nur durch Warenlieferungen betätigt werden kann, bedingt einen Annahmewillen der Gläubiger für diese Waren. Dieser Annahme­wille hat gefehlt und» f e h l t h e u t e noch wie die Einfuhrrestriktionen und die Währungsdumpings beweisen. Internationalen Kredit hält auch der Nationalsozialismus für ein unent­behrliches Hilfsmittel des Welthandels, aber er wehrt sich gegen den Mißbrauch solchen Kredites zu einer bloßen Verschleierung des vorhandenen Spannungszustandes

So lange deshalb durch Förderung des deutschen Exports ober durch Reduzierung der Schulden kein Ausweg geschaffen ist, wird das nationalsozialistische Deutschland sich darauf konzentrieren, sich aus eigener Kraft zu erhalten. Sie alle kennen unsere Bemühungen zur Steigerung der deutschen Produktion an Jnlandrohstoffen, nicht um irgend­einem Autarkieideal zu fröhnen, sondern aus Selbsterhaltungstrieb. Auf der anderen Seite glauben wir, durch unsere Politik der Ge­schäftsbelebung im Innern auch dem Wiederaufbau der Weltwirtschaft vorzuarbeiten nach der national­sozialistischen Devise, daß erst geordnete National­wirtschaft eine geregelte Weltwirtschaft bringen kann..

Leider verlockt die lebhafte deutsche Jnlcmdkon- tunktur manche Industriebetriebe zur Vernach­lässigung des Exports. Die deutsche Jnnen- konjunktur ist eine vom Staat und mit staatlichen Mitteln herbeigeführte Konjunktur sie ist nicht das Verdienst der deutschen Unternehmer. Ohne die Lei­stung des deutschen Industriellen verkleinern zu wollen, möchte ich doch hier nachdrücklichst auf die Pflichten aufmerksam machen, die dem deutschen Unternehmer aus den Anstrengungen erwachsen, die der Staat für ihn macht.

Der nationalsozialistische Staat hat es mit Recht abgelehnt, selber zu wirtschaften und beschränkt sich stattdessen auf die Lenkung der Wirt­schaft. Das verleitet nun leider manche Unter- nehmerkreise dazu, die Sicherung ihrer Existenz vom Staat zu erwarten. Die weitgehende Siche- rung, die der Bauer durch die aus ganz an­

deren Gründen erfolgte grundsätzliche richtige Erbhofgefehgebung erfahren hat, scheint hier und da den Wunsch auch anderer kreise auf dauernde Sicherung ihrer Lebensansprüche geweckt zu haben. Die absurde Idee vom ge­werblichen Erbhof ist erst kürzlich aus berufenem Wunde zurückgewiesen worden. Lei­der wirken auch die Lehren vom ständi­schen Aufbau in vieler Beziehung mißver­ständlich. Es fällt dem Rationalsozialismus nicht ein, an die Stelle des von ihm zertrüm­merten klaffen st aates nun etwa einen kastenstaat zu fetzen und neben den erb­lichen Bauern oder erblichen Industriellen den erblichen Arbeiter zu stellen. Die Verant­wortung des einzelnen für fein wirt­schaftliches Geschick, die Möglichkeit des Aufstie­ges darf niemals ausgefchaltet werden, wenn die wirtschaftliche Leistung erzielt werden soll, ohne die der Staat nicht existieren kann. Wan kann nicht ohne Schaden für das Gesamtwohl den Fleißigen bestrafen und den Faulen prä­miieren wollen. Der Rationalsozialismus wünscht gleiche Anstrengungen eines jeden nach feiner Kraft, nicht aber

Prlvileglenwirtfchaft.

So sucht das nationalsozialistische Deutschland in­mitten einer irregeführten und hin und her schwan­kenden Wirtschaftswelt einen festen Punkt zu schaf­fen, von dem aus es bereit und willens ist, seinen Anteil am Wiederaufbau des Welthandels zu leisten. Der Geist der Leipziger Messe ist völkerverbindend. Das imponierende Bild, das auch die diesmalige Leipziger Frühjahrsmesse bildet, muß Ihnen zeigen, daß deutsche Wirtschaftskraft, deutscher Kaufmanns­

geist, deutsche Solidität und deutsche Leistung im Schutze des nationalsozialistischen Regimes ihre alte Wirksamkeit behaupten.

Schlußwort Bernhard Köhlers.

Nach den mit starken Beifall aufgenommenen Ausführungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht hielt der Leiter des Wirtschaftspolitischen Amtes der NSDAP. Bernhard Köhler die Schlußan­sprache. Er wies auf den Sinn der Kundgebung hin, der darin liege, die Einheitlichkeit und die Ein­mütigkeit in der deutschen Wirtschaftspolitik zu unterstreichen. Das Vertrauen des deutschen Volkes zum Führer sei nicht zu erschüttern. Nationalsozia­listische Politik werde nicht mit Richtungen und Systemen gemacht, sondern mit Männern. Das bedeute, daß jeder, den das Vertrauen des Führers an einen verantwortungsvollen Platz gestellt habe, seine ganze Kraft und Persönlichkeit für seine Auf­gaben einsetze. Es gibt in Deutschland nur eine Politik und eine politische Richtung, und das ist diejenige Adolf Hitlers.

Wer wissen will, welchen Weg die deutsche Poli­tik gehen wird, der braucht sich nur zu fragen, wo der wahre Vorteil und die Ehre des deutschen Vol­kes liege, und er wird stets wissen, mit welchen Maßnahmen und mit welchen Schritten er zu rech­nen hat. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik könne nicht anders fein als sozialistisch, sie habe bereits bewiesen, daß sie unter Sozialismus nicht die Irrlehren verstehe, die Kapitalismus als Eigentumswirtschaft und Sozialismus als Ent­eignung darstellten. Das deutsche Volk sei kein Ar­beitnehmervolk und nicht der Proletarier der Welt­wirtschaft, sondern ein Arbeitervolk. Der Glaube des deutschen Volkes an den Sozialismus sei der Glaube an sein Recht.

Rintelen über die Beziehungen ter tefben zu­einander gesprochen habe. Er hat den Eindruck ge­habt, daß die beiden gut miteinander gestanden hätten.

Der nächste Zeuge, Ingenieur Spritzer, der mit Dr. Rintelen am Montag, dem 23. Juli, beim Mittagessen zusammen war, bestätigt, daß Dr. Rin­telen keine Aeußerung gemacht habe, die auf die bevorstehenden Ereignisse des 25. Juli schließen ließe, er habe ihm vielmehr gesagt, er möchte am lieb­sten sofort aus Urlaub gehen. Der Stu­dent Victor von der Lippe, ein früherer An­gehöriger des Heimatschutzes, der in Rom viel im Hause Dr. Rintelens verkehrt hatte, erklärte, daß der schon mehrfach genannte Student Spitzy in 9lom seinerzeit auch bei dem österreichischen Ge­sandten beim Vatikan Kohlruß ziemlich häufig verkehrt habe.

Ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien über eine neutrale Zone bei !tal-!lal.

London, 4. m-ir, (DRB.) wie Reutet meldet, hat die italienische Regierung der britischen Regie­rung mitgeteilt, daß ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien abgefchlossen worden fei z u r Errichtung einer neutralen Zone in der Gegend von Ual-Aal. um neue Schar­mützel an der Grenze zu verhindern.

Aus aller Wett.

Bis zu 31 Grad Kälte in Schlesien.

Schlesien, das sich zur Zeit unter einer geschlosse­nen Schneedecke befindet, die im Flachland vielfach 20 Zentimeter erreicht, und in den Kammlagen der schlesischen Gebirge zwei Meter überschreitet, hat im Bereich der offenen arktischen Kaltluftmassen unge­wöhnlich strenges Frost weiter zu verzeich­nen. Der Reichswetterdienst meldet aus Breslau- Krietern minus 18 Grad, aus Liegnitz minus 21 Grad, aus Oberschreiberhau minus 22 Grad und aus Groß-Iser die bisher in diesem Winter tiefste Temperatur von minus 31 Grad.

Wirbelsturm in Texas und in Louisiana.

Ein Wirbelsturm, der die kleine Stadt For- ney in Texas schwer heimgesucht hat, richtete auch in verschiedenen Gegenden von Nordost-Texas sowie in Winnfield in Louisiana großen Schaden an. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, darunter auch das aus Holz bestehende Rathaus in Winnfield. Mehrere Personen trugen Verletzungen davon.

DieLindenwirtin" zur letzten Ruhe bestattet.

Aennchen Schuhmacher, die Lindenwirtin am Rhein, wurde unter großer Anteilnahme der Be­völkerung der Stadt Godesberg zur letzten R u h e b e st a t t e t. Die Volkstümlichkeit der in den Liedern so viel besungenen Lindenwirtin kam in vielen Kranzspenden zum Ausdruck. In dem Lei­chenzuge, dem die SA.-Kapelle von Godesberg vor­anschritt, sah man u. a. die Chargierten von mehr als 20 Korporationen der Universitäten Bonn und Köln, ferner die Anverwandten der Verstorbenen, sowie Vertreter der Behörden. Drei weiß gekleidete Mädchen trugen die vielen Bänder, die der Linden­wirtin zu ihren Lebzeiten verliehen worden waren. Aennchen Schuhmacher fand auf dem Godesberger Burgfriedhof ihre letzte Ruhestätte.

Schlimme Folgen eines kindersireiles.

Ein neunjähriger Junge in Neuwied war mit einem Mädchen in Streit geraden. Dabei schlug das Mädchen den Jungen mit einer Handtasche, in der sich eine Flasche befand, über den Kopf. Der Junge brach bewußtlos zusammen und starb nach einigen Tagen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben.

Schwere Bluttat eines Eifersüchtigen in Dijon.

Im Laufe einer Eifersuchtsszene versuchte ein 32 Jahre alter Reisender in Dijon seine Frau und seine drei Kinder zu erschießen. Er traf jedoch nur seine fünfjährige Tochter, die tödlich verletzt wurde, während seine Frau und die ande­ren beiden Kinder sich durch ein Fenster ins Freie retten konnten. Als die Polizei erschien, schoß der Reisende auf die Beamten und verwundete einen von ihnen tödlich und einen zweiten leicht. Dar­auf richtete er die Waffe gegen sich selbst und be- ging Selbstmord.

Die kindertragödie bei Söllingen. Feuerhahn gesteht einen Doppelmord.

Die Braunschweiger Mordkommission hat am Tatort in Gegenwart des verhafteten Feuer - h a h n erneut Ermittlungen über die Söllinger Kindertragödie vorgenommen. Angesichts der vielen neuen Feststellungen, hat F. zugeben müssen, daß wurde, in den hauptsächlichsten Punkten nicht zu­traf. Er mußte zugeben, daß er die beiden Mäd­chen vorsätzlich ins Wasser gestoßen und in brutaler Weise ertränkt hat. Auch die Leichenöffnung des zweiten Kindes hat als Ergeb­nis gezeitigt, daß der Tod durch Ertrinken einge­treten ist. Danach scheidet die Annahme eines Sitt­lichkeitsverbrechens aus.

Schreckenstat eines jugendlichen Raubmörders. Drei Menschen erschlagen und den Hof eingeäfchert.

Der knapp über 14 Jahre, alte Johann lieber« m a ff e r in Weinzirl in Oberösterreich hat in der Nacht feinen Dienftgeber Joseph Preining, dessen Gattin Katharina und deren Tochter Maria mit einer Hacke erschlagen. Der Täter hat

Simons Berliner Reise.

Eden begleitet den britischen Außenminister.

London, 4. Wärz (DRB.) Es ist nunmehr entschieden worden, daß Außenminister Simon aus seiner Reise nach Berlin von Lordsiegel­bewahrer Eden begleitet werden wird. Sir John Simon hielt in Bristol eine Rede, in der er u. a. sagte: Ich gehe mit Eden am Donnerstag nach Deutschland. Es ist richtig und natürlich, daß nach den Zusammenkünften in Rom, Paris und London eine gleiche Begegnung in Ber­lin stattfindet. Ich will im gegenwärtigen Augen­blick nur darauf Hinweisen, daß ich die Reise im vollen Bewußtsein der außergewöhnlichen Tragweite der vorliegenden Fragen unternehme, die Gegenstand der bevorstehenden Verhandlungen sind. Es ist unser einziger Wunsch, daß diese Besprechungen zur W i e d e r h e r st e l l u n g des Vertrauens in Europa und des Frie­dens in der Welt beitragen werden.

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Daily Mail" schreibt, Sir John Simons Auf­gabe in Berlin fei nicht leicht. Als Mitglied des Kabinetts habe er während der letzten drei Jahre in der Londoner Atmosphäre des Pa­zifismus und der Sentimentalität ge­lebt. Er werde sich mit einem Schlag an die Atmosphäre von Berlin anpassen müs­sen, in der entschiedener Wirklichkeitssinn herrsche. Der Reichskanzler und seine Regierung von Frontkämpfern sei ganz verschieden von jeder an­deren Regierung, mit der das Foreign Office bisher die europäische Lage erörtert habe, sie seien in der Lehre Bismarcks ausgewachsen, daß die großen Fragen der Zeit nicht durch Reden und Mehrheitsbeschlüsse geregelt werden, sondern durch eiserne Disziplin und Todesbereit­schaft für eine wertvolle Sache. Alles deute dar­auf hin, daß der Reichskanzler freundschaftliche Be­ziehungen zu Großbritannien herzustellen sucht. Einer entsprechenden Annäherung von seiner Seite sollte Simon auf Haldem Wege entgegen­kommen. Die große Mehrheit des englischen Volkes hege keine Feindschaft für Deutschland, son­dern im Gegenteil ein Gefühl der Freundschaft. Die Feinde des Reichskanzlers und feiner Regierung in der englischen Presse kämen jetzt, wenn auch etwas spät, zu dieser Einsicht. Sie bemühten sich um die Wette, ihre Leser davon zu überzeugen, daß sie Deutschland und seinem großen Führer immer nur das Beste gewünscht hätten.

Daily Mail" spricht weiter von der Möglichkeit, daß die Erörterung über die Lustpaktfrag-e bei den Berliner Besprechungen eine viel wichtigere Rolle spielen werde, als man in manchen Kreisen glaube. Einige britische Minister seien der Ansicht, daß die Aussicht auf eine baldige Vereinbarung end­gültigen Charakters nicht durch andere Er­wägungen verzögert werden sollte. Die bri­tischen Minister wollten nicht, daß der Luftpakt verschleppt werde, während Bemühungen imgange «seien, hinsichtlich schwieriger und wenig vorteil­hafter Pläne, wie des Ost-Locarnopaktes. Falls der Reichskanzler wünsche, über einen Luftpakt zu ver­handeln, durch den Deutschlands Gleich­heit in der Lust anerkannt würde, dann werde Simon wahrscheinlich sofort zustimmen.___________

Englands Aufrüstung.

Eine große Wehrvorlage ausgearbeitet.

London, 4. März. (DNB.) Zur Vorbereitung der großen Weltreich-Wehrdebatte, die am 11. März im Unterhaus stattfinden wird, hat die englische Regierung dem Unterhaufe ein W e i ß° buchlieber die Verteidigung" vorgelegt. In die­sem Weißbuch sind die Beweggründe für die Aus­rüstung Englands niedergelegt. Das erste Kapitel enthält eine allgemeine Erklärung über die englische Friedenspolitik. Das zweite enthält einen Hinweis auf die bisherigeeinseitige A b - r ü ft u n g" Englands, das dritte eine Schilde­rung über den Fehlschlag der Abrüstungsverhand­lungen und dasWiederaufrüsten" Deutschlands. In drei weiteren Kapiteln werden die englischen Aufrüstungsmaßnahmen begründet.

Die Haushaltsvoranschläge für das englische Heer belaufen sich auf 43,55 Millionen Pfund (522,6 Millionen Mark). Sie weisen gegen­über dem Vorjahr eine Erhöhung um 3,95 Millio­nen Pfund (47,4 Millionen Mark) auf. Die Vor­anschläge sehen die Verstärkung des Mann­schaftsbestandes von 149 500 Mann auf 152 200 vor. Von der Erhöhung der Ausgaben ent­fällt ein beträchtlicher Teil auf die Arsenale, für die weitere 2,1 Millionen Pfund (25,4 Millio­nen Mark) ausgeworfen sind. Die Territorial­armee erhält 267 000 Pfund (3,204 Millionen Mark) mehr als im Vorjahr. Kriegsminister Lord H a i l s h a m erklärt: Die Einrichtung und Ver­besserung von Küstenverteidigungsan- lagen im In- und Ausland und die notwendige Verstärkung derLuftverteidigung sind von größter Dringlichkeit. Das Mechanisie­rungsprogramm müsse beschleunigt werden. Die Infanterie wird nur dreizöllige (7,62 Zenti­meter) Mörser erhalten. Auch ist die Herstellung eines leichten Maschinengewehrs an Stelle des Lewis-Gewehrs in Angriff genommen. Wichtige Fortschritte sind schließlich bei der Funkentelegraphie und drahtlosen Telephonie gemacht worden.

Oer Rinielen-Prozeß.

Wien, 4. März. (DNB.) Im Prozeß Rintelen wurde die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Es ging zunächst um die Frage, ob tatsächlich, als Rintelen noch im Hotel war, jemand zu ihm ge­kommen ist und ihn um Vermittlung zwischen den sich in Waffen gegenüberstehenden Parteien gebeten hat. In seinem Äbfchiedsbrief hat Rintelen diese Tatsache mitgeteilt. Sie steht auch in dem Proto­koll, das der jetzige Polizeipräsident Presser einige Tage nach dem Putsch im Sanatorium mit Rintelen ausgenommen hat. Rintelen gab an, daß er sich an diese Sache nicht mehr erinnern könne. Wenn da­mals tatsächlich ihn jemand um Vermittlung ge­beten habe, sei bestimmt nichts Unrechtes daran gewesen, sonst hätte er auch eine Vermittlung nicht zugesagt, sondern geantwortet» er müsse sich erst unterrichten. Während der Verhandlungen brach einer der militärischen Wachposten, die zu bei­den Seiten des Gerichtshofes stehen, bewußtlos zusammen.

Es wurde bann mit der Zeugenverneh­mung begonnen Der Direktor der Siemens & Halske - AG., Kraus, gab an, daß er zweimal mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß und mit Dr.

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