hat sich die Form des deutsch-englischen Handelsabkommens durchaus bewährt, die Abtragung der Schuldenrückstände aus dem Warenverkehr macht erfreuliche Fortschritte. Außer den Clearingsabkommen haben unseren Export behindert die mangelnde Kauffähigkeit der Rohstoffländer, die hohen Zölle fast des gesamten Auslandes, die zunehmende Kontin- g e n t s p o l i t i k bei unseren Abnehmern und nicht zuletzt die Währungsentwertungen und .schwankungen der verschiedenen Länder.
Wenn wir trotzdem nicht weiter im Export zurückgeworfen worden sind, als dies praktisch geschehen ist, so bedeutet dies eine Anerkennung der deutschen Qualitätsarbeit und zeigt gleichzeitig, daß unsere Mühe um die Steigerung des Exportes nicht vergeblich zu fein braucht. Die Lage unserer Ausfuhr ist gewiß schlecht. Aber sie ist nicht wesentlich schlechter als in den übrigen Ländern auch. Zwar ist der deutsche Anteil am Welthandel in den letzten, beiden Jahren leicht zurückgegangen. Das erklärt sich aber zu einem erheblichen Teil daraus, daß bei den großen Kolonialmächten, insbesondere bei Großbritannien und Frankreich, der Handel zwischen Mutterland und Kolonien bezw. Dominien sich relativ gut gehalten hat, da es innerhalb dieser geschlossenen Währungs- und Wirtschaftsgebiete ein Transferprobtem nicht gibt und der Austausch von Rohstoffen und Fertigfabrikaten innerhalb dieser Gebiete ein vollständigerer ist als bei Deutschland. Dabei zeigt sich immer klarer, daß für einen Industriestaat der Besitz kolonialer Roh- ftoffgebrete als Ergänzung seiner heimischen Wirtschaft unerläßlich ist. Auch das frühere Deutschland hat mit seinen Kolonien immer nur wirtschaftliche Ziele verfolgt. Die deutschen Kolonien waren keine militärischen Stützpunkte, keine R"krvtierunqsaebiete für die heimische Armee. Deutschland hat seine Kolonien wirtichaftlich und kulturell besser entwickelt als andere Länder, wenn Deutschland seine Kolonien hätte, würde das Transtervroblem Deutschland unendlich viel leichter sein, weil es einen erheblichen Teil seiner Rohstoffe, die es heute in ausländischer Valuta bezahlen muß, im Rahmen seines eigenen währungsbereiches erzeugen könnte.
Der Nationalsozialismus sieht in geregelten Wirtschaftsbeziehungen der Völker untereinander einen wesentlichen und unentbehrlichen Kulturfaktor und ist deshalb bereit und gewillt, das Seinige zum Wiederaufbau des Welthandels beizutragen Deshalb erkennt das nationalsozialistische Deutschland seine Auslandschuldverpflichtunqen, obwohl sie in ihrer jetzt noch vorhandenen Höhe ausschließlich reparationsbedingt sind, als bindend an Der Nationalsozialismus lehnt aber die Erfüllungspolitik um jeden Preis, mit der frühere Negierungen Deutschland an den Rand des Bolschewismus gebracht haben, auch auf wirtschaftlichem Gebiet strikt und kompromißlos a b. Der Zahlungswille Deutschlands, der nur durch Warenlieferungen betätigt werden kann, bedingt einen Annahmewillen der Gläubiger für diese Waren. Dieser Annahmewille hat gefehlt und» f e h l t h e u t e noch wie die Einfuhrrestriktionen und die Währungsdumpings beweisen. Internationalen Kredit hält auch der Nationalsozialismus für ein unentbehrliches Hilfsmittel des Welthandels, aber er wehrt sich gegen den Mißbrauch solchen Kredites zu einer bloßen Verschleierung des vorhandenen Spannungszustandes
So lange deshalb durch Förderung des deutschen Exports ober durch Reduzierung der Schulden kein Ausweg geschaffen ist, wird das nationalsozialistische Deutschland sich darauf konzentrieren, sich aus eigener Kraft zu erhalten. Sie alle kennen unsere Bemühungen zur Steigerung der deutschen Produktion an Jnlandrohstoffen, nicht um irgendeinem Autarkieideal zu fröhnen, sondern aus Selbsterhaltungstrieb. Auf der anderen Seite glauben wir, durch unsere Politik der Geschäftsbelebung im Innern auch dem Wiederaufbau der Weltwirtschaft vorzuarbeiten nach der nationalsozialistischen Devise, daß erst geordnete Nationalwirtschaft eine geregelte Weltwirtschaft bringen kann..
Leider verlockt die lebhafte deutsche Jnlcmdkon- tunktur manche Industriebetriebe zur Vernachlässigung des Exports. Die deutsche Jnnen- konjunktur ist eine vom Staat und mit staatlichen Mitteln herbeigeführte Konjunktur sie ist nicht das Verdienst der deutschen Unternehmer. Ohne die Leistung des deutschen Industriellen verkleinern zu wollen, möchte ich doch hier nachdrücklichst auf die Pflichten aufmerksam machen, die dem deutschen Unternehmer aus den Anstrengungen erwachsen, die der Staat für ihn macht.
Der nationalsozialistische Staat hat es mit Recht abgelehnt, selber zu wirtschaften und beschränkt sich stattdessen auf die Lenkung der Wirtschaft. Das verleitet nun leider manche Unter- nehmerkreise dazu, die Sicherung ihrer Existenz vom Staat zu erwarten. Die weitgehende Siche- rung, die der Bauer durch die aus ganz an
deren Gründen erfolgte grundsätzliche richtige Erbhofgefehgebung erfahren hat, scheint hier und da den Wunsch auch anderer kreise auf dauernde Sicherung ihrer Lebensansprüche geweckt zu haben. Die absurde Idee vom gewerblichen Erbhof ist erst kürzlich aus berufenem Wunde zurückgewiesen worden. Leider wirken auch die Lehren vom ständischen Aufbau in vieler Beziehung mißverständlich. Es fällt dem Rationalsozialismus nicht ein, an die Stelle des von ihm zertrümmerten klaffen st aates nun etwa einen kastenstaat zu fetzen und neben den erblichen Bauern oder erblichen Industriellen den erblichen Arbeiter zu stellen. Die Verantwortung des einzelnen für fein wirtschaftliches Geschick, die Möglichkeit des Aufstieges darf niemals ausgefchaltet werden, wenn die wirtschaftliche Leistung erzielt werden soll, ohne die der Staat nicht existieren kann. Wan kann nicht ohne Schaden für das Gesamtwohl den Fleißigen bestrafen und den Faulen prämiieren wollen. Der Rationalsozialismus wünscht gleiche Anstrengungen eines jeden nach feiner Kraft, nicht aber
Prlvileglenwirtfchaft.
So sucht das nationalsozialistische Deutschland inmitten einer irregeführten und hin und her schwankenden Wirtschaftswelt einen festen Punkt zu schaffen, von dem aus es bereit und willens ist, seinen Anteil am Wiederaufbau des Welthandels zu leisten. Der Geist der Leipziger Messe ist völkerverbindend. Das imponierende Bild, das auch die diesmalige Leipziger Frühjahrsmesse bildet, muß Ihnen zeigen, daß deutsche Wirtschaftskraft, deutscher Kaufmanns
geist, deutsche Solidität und deutsche Leistung im Schutze des nationalsozialistischen Regimes ihre alte Wirksamkeit behaupten.
Schlußwort Bernhard Köhlers.
Nach den mit starken Beifall aufgenommenen Ausführungen des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht hielt der Leiter des Wirtschaftspolitischen Amtes der NSDAP. Bernhard Köhler die Schlußansprache. Er wies auf den Sinn der Kundgebung hin, der darin liege, die Einheitlichkeit und die Einmütigkeit in der deutschen Wirtschaftspolitik zu unterstreichen. Das Vertrauen des deutschen Volkes zum Führer sei nicht zu erschüttern. Nationalsozialistische Politik werde nicht mit Richtungen und Systemen gemacht, sondern mit Männern. Das bedeute, daß jeder, den das Vertrauen des Führers an einen verantwortungsvollen Platz gestellt habe, seine ganze Kraft und Persönlichkeit für seine Aufgaben einsetze. Es gibt in Deutschland nur eine Politik und eine politische Richtung, und das ist diejenige Adolf Hitlers.
Wer wissen will, welchen Weg die deutsche Politik gehen wird, der braucht sich nur zu fragen, wo der wahre Vorteil und die Ehre des deutschen Volkes liege, und er wird stets wissen, mit welchen Maßnahmen und mit welchen Schritten er zu rechnen hat. Die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik könne nicht anders fein als sozialistisch, sie habe bereits bewiesen, daß sie unter Sozialismus nicht die Irrlehren verstehe, die Kapitalismus als Eigentumswirtschaft und Sozialismus als Enteignung darstellten. Das deutsche Volk sei kein Arbeitnehmervolk und nicht der Proletarier der Weltwirtschaft, sondern ein Arbeitervolk. Der Glaube des deutschen Volkes an den Sozialismus sei der Glaube an sein Recht.
Rintelen über die Beziehungen ter tefben zueinander gesprochen habe. Er hat den Eindruck gehabt, daß die beiden gut miteinander gestanden hätten.
Der nächste Zeuge, Ingenieur Spritzer, der mit Dr. Rintelen am Montag, dem 23. Juli, beim Mittagessen zusammen war, bestätigt, daß Dr. Rintelen keine Aeußerung gemacht habe, die auf die bevorstehenden Ereignisse des 25. Juli schließen ließe, er habe ihm vielmehr gesagt, er möchte am liebsten sofort aus Urlaub gehen. Der Student Victor von der Lippe, ein früherer Angehöriger des Heimatschutzes, der in Rom viel im Hause Dr. Rintelens verkehrt hatte, erklärte, daß der schon mehrfach genannte Student Spitzy in 9lom seinerzeit auch bei dem österreichischen Gesandten beim Vatikan Kohlruß ziemlich häufig verkehrt habe.
Ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien über eine neutrale Zone bei !tal-!lal.
London, 4. m-ir, (DRB.) wie Reutet meldet, hat die italienische Regierung der britischen Regierung mitgeteilt, daß ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien abgefchlossen worden fei z u r Errichtung einer neutralen Zone in der Gegend von Ual-Aal. um neue Scharmützel an der Grenze zu verhindern.
Aus aller Wett.
Bis zu 31 Grad Kälte in Schlesien.
Schlesien, das sich zur Zeit unter einer geschlossenen Schneedecke befindet, die im Flachland vielfach 20 Zentimeter erreicht, und in den Kammlagen der schlesischen Gebirge zwei Meter überschreitet, hat im Bereich der offenen arktischen Kaltluftmassen ungewöhnlich strenges Frost weiter zu verzeichnen. Der Reichswetterdienst meldet aus Breslau- Krietern minus 18 Grad, aus Liegnitz minus 21 Grad, aus Oberschreiberhau minus 22 Grad und aus Groß-Iser die bisher in diesem Winter tiefste Temperatur von minus 31 Grad.
Wirbelsturm in Texas und in Louisiana.
Ein Wirbelsturm, der die kleine Stadt For- ney in Texas schwer heimgesucht hat, richtete auch in verschiedenen Gegenden von Nordost-Texas sowie in Winnfield in Louisiana großen Schaden an. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, darunter auch das aus Holz bestehende Rathaus in Winnfield. Mehrere Personen trugen Verletzungen davon.
Die „Lindenwirtin" zur letzten Ruhe bestattet.
Aennchen Schuhmacher, die Lindenwirtin am Rhein, wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Stadt Godesberg zur letzten R u h e b e st a t t e t. Die Volkstümlichkeit der in den Liedern so viel besungenen Lindenwirtin kam in vielen Kranzspenden zum Ausdruck. In dem Leichenzuge, dem die SA.-Kapelle von Godesberg voranschritt, sah man u. a. die Chargierten von mehr als 20 Korporationen der Universitäten Bonn und Köln, ferner die Anverwandten der Verstorbenen, sowie Vertreter der Behörden. Drei weiß gekleidete Mädchen trugen die vielen Bänder, die der Lindenwirtin zu ihren Lebzeiten verliehen worden waren. Aennchen Schuhmacher fand auf dem Godesberger Burgfriedhof ihre letzte Ruhestätte.
Schlimme Folgen eines kindersireiles.
Ein neunjähriger Junge in Neuwied war mit einem Mädchen in Streit geraden. Dabei schlug das Mädchen den Jungen mit einer Handtasche, in der sich eine Flasche befand, über den Kopf. Der Junge brach bewußtlos zusammen und starb nach einigen Tagen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben.
Schwere Bluttat eines Eifersüchtigen in Dijon.
Im Laufe einer Eifersuchtsszene versuchte ein 32 Jahre alter Reisender in Dijon seine Frau und seine drei Kinder zu erschießen. Er traf jedoch nur seine fünfjährige Tochter, die tödlich verletzt wurde, während seine Frau und die anderen beiden Kinder sich durch ein Fenster ins Freie retten konnten. Als die Polizei erschien, schoß der Reisende auf die Beamten und verwundete einen von ihnen tödlich und einen zweiten leicht. Darauf richtete er die Waffe gegen sich selbst und be- ging Selbstmord.
Die kindertragödie bei Söllingen. — Feuerhahn gesteht einen Doppelmord.
Die Braunschweiger Mordkommission hat am Tatort in Gegenwart des verhafteten Feuer - h a h n erneut Ermittlungen über die Söllinger Kindertragödie vorgenommen. Angesichts der vielen neuen Feststellungen, hat F. zugeben müssen, daß wurde, in den hauptsächlichsten Punkten nicht zutraf. Er mußte zugeben, daß er die beiden Mädchen vorsätzlich ins Wasser gestoßen und in brutaler Weise ertränkt hat. Auch die Leichenöffnung des zweiten Kindes hat als Ergebnis gezeitigt, daß der Tod durch Ertrinken eingetreten ist. Danach scheidet die Annahme eines Sittlichkeitsverbrechens aus.
Schreckenstat eines jugendlichen Raubmörders. — Drei Menschen erschlagen und den Hof eingeäfchert.
Der knapp über 14 Jahre, alte Johann lieber« m a ff e r in Weinzirl in Oberösterreich hat in der Nacht feinen Dienftgeber Joseph Preining, dessen Gattin Katharina und deren Tochter Maria mit einer Hacke erschlagen. Der Täter hat
Simons Berliner Reise.
Eden begleitet den britischen Außenminister.
London, 4. Wärz (DRB.) Es ist nunmehr entschieden worden, daß Außenminister Simon aus seiner Reise nach Berlin von Lordsiegelbewahrer Eden begleitet werden wird. Sir John Simon hielt in Bristol eine Rede, in der er u. a. sagte: Ich gehe mit Eden am Donnerstag nach Deutschland. Es ist richtig und natürlich, daß nach den Zusammenkünften in Rom, Paris und London eine gleiche Begegnung in Berlin stattfindet. Ich will im gegenwärtigen Augenblick nur darauf Hinweisen, daß ich die Reise im vollen Bewußtsein der außergewöhnlichen Tragweite der vorliegenden Fragen unternehme, die Gegenstand der bevorstehenden Verhandlungen sind. Es ist unser einziger Wunsch, daß diese Besprechungen zur W i e d e r h e r st e l l u n g des Vertrauens in Europa und des Friedens in der Welt beitragen werden.
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„Daily Mail" schreibt, Sir John Simons Aufgabe in Berlin fei nicht leicht. Als Mitglied des Kabinetts habe er während der letzten drei Jahre in der Londoner Atmosphäre des Pazifismus und der Sentimentalität gelebt. Er werde sich mit einem Schlag an die Atmosphäre von Berlin anpassen müssen, in der entschiedener Wirklichkeitssinn herrsche. Der Reichskanzler und seine Regierung von Frontkämpfern sei ganz verschieden von jeder anderen Regierung, mit der das Foreign Office bisher die europäische Lage erörtert habe, sie seien in der Lehre Bismarcks ausgewachsen, daß die großen Fragen der Zeit nicht durch Reden und Mehrheitsbeschlüsse geregelt werden, sondern durch eiserne Disziplin und Todesbereitschaft für eine wertvolle Sache. Alles deute darauf hin, daß der Reichskanzler freundschaftliche Beziehungen zu Großbritannien herzustellen sucht. Einer entsprechenden Annäherung von seiner Seite sollte Simon auf Haldem Wege entgegenkommen. Die große Mehrheit des englischen Volkes hege keine Feindschaft für Deutschland, sondern im Gegenteil ein Gefühl der Freundschaft. Die Feinde des Reichskanzlers und feiner Regierung in der englischen Presse kämen jetzt, wenn auch etwas spät, zu dieser Einsicht. Sie bemühten sich um die Wette, ihre Leser davon zu überzeugen, daß sie Deutschland und seinem großen Führer immer nur das Beste gewünscht hätten.
„Daily Mail" spricht weiter von der Möglichkeit, daß die Erörterung über die Lustpaktfrag-e bei den Berliner Besprechungen eine viel wichtigere Rolle spielen werde, als man in manchen Kreisen glaube. Einige britische Minister seien der Ansicht, daß die Aussicht auf eine baldige Vereinbarung endgültigen Charakters nicht durch andere Erwägungen verzögert werden sollte. Die britischen Minister wollten nicht, daß der Luftpakt verschleppt werde, während Bemühungen imgange «seien, hinsichtlich schwieriger und wenig vorteilhafter Pläne, wie des Ost-Locarnopaktes. Falls der Reichskanzler wünsche, über einen Luftpakt zu verhandeln, durch den Deutschlands Gleichheit in der Lust anerkannt würde, dann werde Simon wahrscheinlich sofort zustimmen.___________
Englands Aufrüstung.
Eine große Wehrvorlage ausgearbeitet.
London, 4. März. (DNB.) Zur Vorbereitung der großen Weltreich-Wehrdebatte, die am 11. März im Unterhaus stattfinden wird, hat die englische Regierung dem Unterhaufe ein W e i ß° buch „lieber die Verteidigung" vorgelegt. In diesem Weißbuch sind die Beweggründe für die Ausrüstung Englands niedergelegt. Das erste Kapitel enthält eine allgemeine Erklärung über die englische Friedenspolitik. Das zweite enthält einen Hinweis auf die bisherige „einseitige A b - r ü ft u n g" Englands, das dritte eine Schilderung über den Fehlschlag der Abrüstungsverhandlungen und das „Wiederaufrüsten" Deutschlands. In drei weiteren Kapiteln werden die englischen Aufrüstungsmaßnahmen begründet.
Die Haushaltsvoranschläge für das englische Heer belaufen sich auf 43,55 Millionen Pfund (522,6 Millionen Mark). Sie weisen gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung um 3,95 Millionen Pfund (47,4 Millionen Mark) auf. Die Voranschläge sehen die Verstärkung des Mannschaftsbestandes von 149 500 Mann auf 152 200 vor. Von der Erhöhung der Ausgaben entfällt ein beträchtlicher Teil auf die Arsenale, für die weitere 2,1 Millionen Pfund (25,4 Millionen Mark) ausgeworfen sind. Die Territorialarmee erhält 267 000 Pfund (3,204 Millionen Mark) mehr als im Vorjahr. Kriegsminister Lord H a i l s h a m erklärt: Die Einrichtung und Verbesserung von Küstenverteidigungsan- lagen im In- und Ausland und die notwendige Verstärkung derLuftverteidigung sind von größter Dringlichkeit. Das Mechanisierungsprogramm müsse beschleunigt werden. Die Infanterie wird nur dreizöllige (7,62 Zentimeter) Mörser erhalten. Auch ist die Herstellung eines leichten Maschinengewehrs an Stelle des Lewis-Gewehrs in Angriff genommen. Wichtige Fortschritte sind schließlich bei der Funkentelegraphie und drahtlosen Telephonie gemacht worden.
Oer Rinielen-Prozeß.
Wien, 4. März. (DNB.) Im Prozeß Rintelen wurde die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Es ging zunächst um die Frage, ob tatsächlich, als Rintelen noch im Hotel war, jemand zu ihm gekommen ist und ihn um Vermittlung zwischen den sich in Waffen gegenüberstehenden Parteien gebeten hat. In seinem Äbfchiedsbrief hat Rintelen diese Tatsache mitgeteilt. Sie steht auch in dem Protokoll, das der jetzige Polizeipräsident Presser einige Tage nach dem Putsch im Sanatorium mit Rintelen ausgenommen hat. Rintelen gab an, daß er sich an diese Sache nicht mehr erinnern könne. Wenn damals tatsächlich ihn jemand um Vermittlung gebeten habe, sei bestimmt nichts Unrechtes daran gewesen, sonst hätte er auch eine Vermittlung nicht zugesagt, sondern geantwortet» er müsse sich erst unterrichten. Während der Verhandlungen brach einer der militärischen Wachposten, die zu beiden Seiten des Gerichtshofes stehen, bewußtlos zusammen.
Es wurde bann mit der Zeugenvernehmung begonnen Der Direktor der Siemens & Halske - AG., Kraus, gab an, daß er zweimal mit Bundeskanzler Dr. Dollfuß und mit Dr.
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