Der ordentliche Professor für Volkheitskunde an der Universität Halle, Dr. Hans Hahne, ist, wie schon gemeldet, im Alter von 59 Jahren einem Schlaganfall erlegen. Mit ihm ist einer der bahnbrechenden Vorzeitforscher dahingegangen.
französischen Krieg die Kameradschaft zu pflegen und den Wehrwillen im deutschen Volke zu erhalten hätten. Scharf ging er dann mit den Verhältnissen des Weimarer Reiches ins Gericht, die es zuließen, daß die ehrwürdige, mit dem Reichswappen geschmückte Vereinsfahne aus dem Jahre 1877 vom Fahnenschaft getrennt und auf öffentlicher Versteigerung ausgeboten wurde. Freiherr vom Stein, den die Systemparteien so oft für sich in Anspruch genommen hatten, sei kein Mann internationaler Geistesrichtung gewesen, sondern ein Vorkämpfer der nationalen Einigung aller deutschen Stämme. Sein Wahlspruch „Gerade aus und gerade durch" könne auch heute noch als Richtschnur dienen. Das Nachkriegsdeutschland sei, so führte der Redner weiter aus, einem vom Sturm gepeitschten, in höchster Seenot befindlichen Schiffe vergleichbar, das führerlos auf dem Weltmeere getrieben habe, bis dann der größte Deutsche der Gegenwart, Adolf Hitler, das Steuer ergriff und mit eiserner Hand die Rettung vollzog. Mit dreifachem Sieg-Heil! üuf den Führer schloß der Redner seine Ausführungen, worauf das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied durch den Saal hallten. Bezirksführer Kamerad Bon Hard dankte für die Einladung, sprach dem Verein zu seiner Neugründung und Aufwärtsentwicklung (Mitgliederzuwachs innerhalb eines Jahres um über 70) die besten Wünsche der Kriegerkameradschaft Hassia aus und umriß die Aufgaben des Reichskriegerbundes, der sich einig und geschlossen hinter die Maßnahmen der Reichsregierung stelle. Es folgte
dann die Aufführung eines Militärstückes aus dem Soldatenleben der Vorkriegszeit in 4 Aufzügen. Es wurden nacheinander dargestellt Appell mit Zustellung der Gestellungsorder, Musterung und Untersuchung, das Einrücken und Einkleiden der Rekruten, die Jnstruktionsstunde und der Urlaubsball in der Heimat. Auch in dem zweiten Soldatenstück „Wache vor dem Pulverturm", zeigte sich, daß echter Frontkämpfergeist, der zäh und verbissen seine Pflicht erfüllt, nur da gedeihen kann, wo echte soldatische Eigenschaften in Fleisch und Blut übergegangen sind. Doch auch der soldatische Humor sollte hier zu seinem Rechte kommen. Die jüngeren und auch älteren Mitspieler meisterten die ihnen zugewiesenen Rollen in bester Weise. In den Pausen trug die Gesangsabteilung des Turnvereins Wieseck e. V. 18 6 2 unter Stabführung seines Dirigenten H. Meyer (Wieseck) mehrere klangvolle Chöre vor, die Kapelle Mank spielte Märsche und Soldatenlieder und Konzertsänger Römer von hier erntete mit mehreren Sologesängen reichen Beifall. Den Beschluß des ersten Teiles der Feier bildete eine Verlosung von Lebensmitteln, Kleinmöbeln, Haus- und Gebrauchsgegenständen, die durchweg von den Mitgliedern zur Verfügung gestellt worden waren. Der zweite Teil des Abends brachte Tanzmusik.
§ Mainzlar, 4. Febr. Am Samstag fand in unserem Gemeindewald die erste diesjährige Holz- versteigerung statt. Es kamen zur Versteigerung 180 Raummeter Buchenscheit (Raummeter 24 RM.), 225 Raummeter Eichenscheit (Raummeter 13 bis 16 RM.), 50 Raummeter Kiefernscheit Raummeter 10 bis 14 RM.), 75 Raummeter Bu- chen-Knüppel (Raummeter 12 bis 15 RM.), 154 Raummeter Eichenknüppel (Raummeter 7 bis 10 RM.), 95 Raummeter Kiefern-, Fichten- und Lär- chen-Knüppel (Raummeter 10 bis 14 RM.), 450 Raummeter Buchen-, Eichen-, Kiefern- und Fichtenreisig (Raummeter 13 bis 14 RM.), 15 Raummeter Eichen-Nutzscheiter (Raummeter 20 bis 22 Reichsmark).
* Rödgen, 4. Februar. Ein unglaublicher R o h e i t s a k t wurde in einer der letzten Nächte ausgeführt. Einem hiesigen Einwohner wurden e l f Ob ft bäume, die er im vorigen Jahre gepflanzt hat, etwa Handbreit über dem Boden vollständig a b g e s ä g t. Da solche Roheitsakte in den letzten Jahren wiederholt in hiesiger Gemeinde vorgekommen sind und man immer denselben Täter vermutet, wird es hoffentlich einmal gelingen, diesen Rohling auf frischer Tat zu erwischen und seiner wohlverdienten Strafe zuzuführen.
5 Steinbach, 5. Febr. Der älteste Einwohner von Steinbach, Philipp Balthasar Müller feiert am 6. Februar seinen 8 9. Geburts- t a g. Der alte Herr ist Veteran von 1870 und Mitbegründer des Kriegervereins Steinbach. Sein Gesundheitszustand ist verhältnismäßig gut. Er wurde zu Hausen als Sohn des Philipp Müller, Ackerman
nes, und dessen Ehefrau Katharina, geb. Engelhard, im Jahre 1846 geboren und zog 1872 nach Steinbach, wo er in erster Ehe mit Sophie Krämer verheiratet war. Nach dem Tode seiner ersten Frau schloß er die zweite Ehe mit Christine Briegel, gebürtig aus Garbenteich, im Jahre 1888. Auch die zweite Frau starb nach fünfjähriger Ehe, ebenso die zwei Kinder aus dieser Ehe. Im Jahre 1894 ging er die dritte Ehe mit seiner heute noch lebenden Ehefrau Marie Katharina Reuschling ein. Aus dieser Ehe stammen drei Kinder, die alle drei hier in Steinbach verheiratet sind. Neun Enkel können mit dem Großvater diesen seltenen Tag feiern, da ihr Ahne 89 Jahre alt wird.
00 Klein-Linden, 4. Febr. Der Turnverein Klein-Linden 18 8 9 hatte seine Mitglieder und Freunde für den Samstag zu einem Familienabend in sein mit den Bildern von Hindenburg und Hitler und den Fahnen des Dritten Reiches und den Turnerfahnen reich geschmücktes Heim eingeladen. Der Vereinsleiter Karl Weiß begrüßte die Teilnehmer und gedachte der deutschen Brüder an der Saar. Ihnen es gleichzutun, für Volk und Vaterland einzustehen, sei unsere erste Pflicht. Das gemeinsam gesungene Saarlied und das Horst-Wessel-Lied schlossen sich an die Ansprache an. Dietwart Karl E y r i n g sprach über das Thema „Leibesübungen als wichtiges Aufbaumittel unseres Volkes" und führte u. a. aus, daß unser Führer in Stuttgart gesagt habe, die Deutsche Tunerschaft habe in den Jahrzehnten, als eine liberalistische geistige Mißbildung unser Volk zersetzt habe, die körperliche Kraft der Nation gestählt und dadurch sei sie zu einem gewaltigen Faktor der Erhaltung unseres Volkes geworden. Unser Führer habe die Arbeit der DT. anerkannt und sie als unentbehrlich in unserem Volk bezeichnet. Im Verlaufe des Abends ernannte der Vereinsvorsitzende die jahrzehntelangen Mitglieder Ludwig Volk, Wilhelm Jung VIII., Wilhelm Germer und August Weller unter Würdigung ihrer Verdienste um die Turnsache zu Ehrenmitgliedern des Vereins und überreichte den Jubilaren je eine Ehrenurkunde. Turner und Turnerinnen zeigten unter Leitung des Oberturnwartes Ernst Pfaff und des Frauenturnwarts Karl Klinke! Abschnitte aus allen möglichen Gebieten des deutschen Turnens und ernteten für ihre schönen Darbietungen den Beifall der Besucher. Der übliche Tanz beschloß die schön verlaufene Feier.
A Garbenteich, 4. Febr. Am Sonntabnach- mittag hielt der Turnverein „Gut Heil" seine Jahreshauptvevsammmlung ab. Vereinsführer Sommer erstattete nach der Begrüßung der Mitglieder zunächst den Jahresbericht, lieber die Tätigkeit der Handballabteilung berichtete Spielwart E. Wambsganß. Leider mußte die Mannschaft nach gut einsetzendem Spielbeginn wegen Ausfalls vieler Spieler zurückgezogen werden, es wird jedoch beabsichtigt, in Kürze eine neue Handballelf ins
Feld zu stellen und sich im Frühjahr am Handball» turnier in Gießen zu beteiligen. Kassenwart Pfe f- f er konnte bei der Jahresrechnung erfreulicherweise mit einem kleinen Plus aufwarten. Nachdem dis Kaffenprüser von der einwandfreien Führung der Kasse berichtet hatten, erteilte der Bereinsführer Entlastung und bestätigte den Vorstand in der seitherigen Zusammensetzung. Im weiteren Verlaufe ernannte er als Gründer und für 25jährige Treue die Mitglieder Jak. Briegel II., Ludw. Bopp II., Hch. Jammer, Ludw. Jammer, Jak. Keß- I er, Wilh. Kullbach, Hch. Lang II., Wilhelm P i tz Jak. Rühl III., Karl Schöck I., Heinrich Stumpf VIII. und I. Wallb ottlll. zu Ehrenmitgliedern und überreichte jedem eine Ehrenurkunde. Anschließend belohnte er die aus dem Vereinsabturnen im Herbste hervorgegangenen Sieger mit einem entsprechenden Diplom. Im Namen der neuernannten Ehrenmitglieder dankte Hch. Lang II. für die Ehrung und versprach, auch weiterhin in gewohnter Treue den Verein zu unterstützen. U. a. gab er noch bekannt, daß am Gründungstage (11. Juli 1909) 48 Turnfreunde den Verein ins Leben gerufen haben. Im Laufe der Zeit fei jedoch wieder mancher freiwillig ausgeschieden, und heute deckt auch schon 17 Mitgründer der grüne Rasen, teils in der Heimat, teils im ehemaligen Feindes- land. Ihr Andenken ehrte man in der üblichen Weise. Nach Erledigung einiger kleiner Anfragen schloß Vereinsführer Sommer mit einem Sieg- Heil auf unseren Führer Adolf Hitler und die Turnsache den offiziellen Teil der Versammlung.
(D Lich , 4. Febr. Den Bemühungen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins ist es gelungen, den weithin bekannten nassauischen Heimatdichter, Konrektor i. R. Rudolf Dietz aus Wiesbaden, zu einem Vortragsabend zu gewinnen. Konrektor Dietz ist ein Sohn unserer Stadt, wie er dies in seiner Familiengeschichte „Von Lich bis auf mich" ausgeführt hat. Als besonders bemerkenswert ist daraus hervorzuheben, daß einer seiner Vorfahren, der am 9. Juli 1773 zu Schwanheim bei Bensheim als Urenkel des Johann Dietrich Dietz zu Lich (1653 bis 1725) geborene Joh. Christian Dietz, sich als Klavier- und Orgelbauer und Erfinder zahlreicher anderer mu- sikalischer Instrumente, als auch technischer Maschinen eine Namen gemacht hat. Kein Geringerer als Napoleon I. wurde durch die Vielseitigkeit und Genialität dieses Mannes auf den Erfinder aufmerksam und ließ ihn nach Paris berufen. Das geschah in der ersten Hälfte des Jahres 1812, als Bonaparte gerade den Raubzug nach Deutschland und Rußland vorbereitete. Dietz erwarb sich um dis Kanalisation der französischen Hauptstadt ein be- sonderes Verdienst durch die Trockenlegung der Champs Elysees. Aber er war nicht praktisch genug veranlagt, um seine Erfindungen geschäftlich und geldlich auszubeuten. Er starb im Jahre 1849 in Brüssel.
2. Grolles Nationales Reit-Turnier 1935
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Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firmg Alfred Dihel, Alleininhaber Alfred Dihel, Gießen, wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 687D
Gießen, den 28. Januar 1935.
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