Ausgabe 
5.2.1935
 
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r cht flut in Form Das Spiel des VfB. Kurhessen g gen den VfL. Biedenkopf mußte abgesetzt werden, d Weyandt in der Gaumannschaft aufgestellt war.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

LinUnentschieden- (2:2) gegen Biedenkopf.

Die spielstarken Gegner, die in letzter Zeit auf h Sportplatz an der Liebigshöhe gastierten, rissen §-ch die Dlauweißen zu besonderen Leistungen mit. In so enttäuschter war man, daß die Gießener im fpiel am letzten Sonntag gegen den VfL. Bieden- klpf eine ausgesprochen schwache Partie lieferten, äußerst schnell und unermüdlich eifrig am Ball, d:ber von einem kaum glaublichen Glück begün- stgt, kamen die Gäste zu einem Unentschieden, das dm Geschehnissen auf dem Spielfeld nickt gerecht uarde. 1900 trat bis auf Langsdorf in der ange- krndigten Aufstellung an, für den Jäger eintrat. Ls mangelte aber diesmal am Verständnis unter- enanber. Der schußunsichere Sturm überbot sich in Auslassen der Torchancen.

Der Spielverlauf begann für 1900 wenig verheißungsvoll, denn nachdem die hiesigen eine Münzende Gelegenheit ausgelassen hatten, kam - edenkopf überraschend bei einem schnellen Durch­bruch durch ein Mißverständnis zwischen Zeiler und Schmidt zum Führungstor. Dann spielte sich aber dir Kampf, unterstützt vom heftigen Wind, fast nur ir Biedenkopfs Hälfte ab. Aber ohne Ausnahme »urde alles verschossen. Biedenkopf konnte auch nid) der Pause mit dem Rückenwind nicht überlegen »erden, und 1900 hatte stets die besseren und zahl- sicheren Chancen. Trotzdem kamen die Gäste bei einem schnellen Durchbruch zu einem unhaltbaren zweiten Treffer. Jetzt erst spielten die Platzbesitzer erergievoller. Bei einem großen Gedränge ver- ftuloete ein Biedenkopfer einen Handelfmeter, den Dank prompt verwandelte, und dann endlich stellte Schmelz durch harten Nachschuß den Gleichstand h-r. Selbst der verdiente Siegestreffer hing oft- Mls an einem Faden, kam aber durch Ungefchickt- ftit nicht mehr zustande. Die Gäste wurden durch «nelle Vorstöße hin und wieder gefährlich, fanden o: er Schmidt im 1900-Tor stets auf dem Posten.

den Spielleiter Volkmar (Wetzlar) wurden ir dem verhältnismäßig fairen Spiel keine hohen Laforderungen gestellt.

1900 II Krofdorf I 0:2 (0:1).

Diese Niederlage der Gießener war direkt be- ommenb in der Art, in der sie verursacht wurde, bn den IV2 Spielstunden trugen sich die Ereig- issse über eine Stunde in Krofdorfs Spielhälfte

. Die Gäste verteidigten dann mit allen Mannen, ins Geschick wollte es, daß einer der wenigen (iästevorstöhe zum ersten Treffer für Krofdorf .hrte. Mit 0:1 wechselte man die Seiten. Die Überlegenheit der Blauweißen wurde drückend, oer niemand fand sich, der den Ball in des Geg- v rs Netz beförderte. Ein leichtsinnig verschuldeter andelfmeter besiegelte 1900s Niederlage.

Die Ergebnisse der Spiele in den Kreisklassen.

Werdorf Heuchelheim, Pokalspiel, 4:1; 1900II - Krofdorf 0:2; Lollar Leihgestern 4:1; Sportfr. Metzlar Naunheim II 13:1; Launsbach Erda 2; Oberbiel Berghausen 7:1.

Wintersport-Meisterschaften abgebrochen.

Da es am Montag in Garmisch-Partenkirchen immer noch weiter regnete, wurde beschlossen, den Spezial-Sprunglauf ausfallen zu lassen und die putschen Wintersport-Meisterschaften 1935 für be­endet zu erklären. Das Spiel um die Deutsche Eis- t,ckey-Meisterschaft zwischen dem SC. Riessersee und tm EV. Füssen kommt am 17. Februar in Garmisch Kir Durchführung.

Oie deutsche Elf für Amsterdam aufgestellt.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die am 17. Februar in Amsterdam den Länderkampf gegen Holland bestreiten wird, wurde wie folgt aufgestellt:

Buchloh (Speldorf); Stührck (Eimsbüttel), Busch (Duisburg), Grämlich (Eintracht, Frankfurt a. M.); Münzenberg (Alemannia, Aachen), Cielinski (Union, Hamborn); Lehner (Schwaben, Augsburg), Hoh­mann, (VfL. Benrath), Conen (VF. Saarbrücken), Rohwedder (Eimsbüttel), Kobierfki (Fortuna, Düs­seldorf). Als Ersatzleute werden Janes, Bender (Fortuna, Düsseldorf), Linke (Turu, Düsseldorf) und Juristen (Elberfeld) aufgeboten.

Oie Echlußveranstaltung des Berliner Reitturniers.

Das Berliner Reitturnier ging am Sonntagabend zu Ende. Im Axel- Hol st- Erinnerungs- Jagdspringen siegten Rittmeister M 0 m m auf Baccarat, Hauptmann Weikinn auf Saida und Leutnant de Bartillat (Frankreich) auf Saida mit je 0 Fehlern. Im Kameradschaftsspringen holte sich Oberleutnant B r a n d t auf Avion mit 0 Fehlern

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Bei strömendem Regen ging die Fahrt der Gie­ßener Skiklub-Jugend am Samstag nach Wetzlar. Von dort brachte ein Autobus die jugendlichen Skiläufer von Gießen, Grünberg und Wetzlar durch das schöne Weiltal nach Schmitten i. Taunus, dem Ort der mitteldeutschen Jugendskimeisterschaften des Deutschen Skiverbandes, dem Fachamt für Skilauf. Der am Samstag eingetretene Witterungsumschlag hatte auch den Taunus nicht verschont, so daß der Schnee sehr wässerig geworden war.

Aberzünftige- Skiläufer sind Optimisten.

Der mustergültige Organisationsausschuß unter Lei­tung des Bezirksjugendwartes Claus (Frankfurt a. M.) hatte die Rennen nicht abgesagt. Und so trafen gegen 18 Uhr die Autobusse aus Gers­feld, Frankfurt, Gießen, Wetzlar, Mainz, Betzdorf ufw. ein. Etwa 300 Skijungen und Skimädchen konnte der Gaujuaendwart Karl A l t h a u s (Gie­ßen) willkommen heißen.

Darnach wurde der Film:Eine Weihnachts­fahrt ins Walfertal", der die diesjährige Jugend­skifahrt des Mitteldeutschen Skiverbandes schildert, uraufgeführt. Dieser Film, der in Kürze auch in Gießen zur Vorführung gelangt, zeigte herrliche Aufnahmen vom Leben auf der Skihütte, von Hochtouren, vom Skiunterricht am Uebungshang und von sausenden Abfahrten am Steilhang. Zu den Klängen der Ziehharmonika wurden Skilieder gesungen. Gegen 22 Uhr wurde der Heimweg zu den Privatquartieren angetreten.

Um 7 Uhr war am Sonntagmorgen großes

und 46 Sekunden den Sieg vor Oberleutnant H a f f e 1 auf d'Artagnan mit 0 Fehlern und 47 Sekunden, Leutnant d e B u s n e l (Frankreich) auf Wange mit 0 Fehlern und 47,2 Sekunden und Oberleutnant S ch l i ck u m auf Caftagnette mit 0 Fehlern und 49,3 Sekunden. Die Halle war nochmals ausverkauft.

Eonniagsfahrkarten zu den Ireiballon- Meisterschasten in Darmstadt.

Für den 16. und 17. Februar 1935 werden an­läßlich der Austragung der Deutschen Freiballon- Meisterschaft 1935 von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 Kilometer um Darmstadt Sonntagsrückfahr­karten (auch Blankokarten) nach Darmstadt aus- gegeben. Die Karten gelten: Zur Hinfahrt vom Samstag, 16. Februar, 0 Uhr, bis Sonntag, den 17. Februar; zur Rückfahrt vom Samstag, 16. Fe­bruar, 12 Uhr, bis Montag, 18. Februar, 12 Uhr.

loser Vorlage, sauberer Haltung und sicherem Auf­sprung über die nur notdürftig errichtete Schanze.

Im GasthausZum Ochsen" fand im großen Saal die Siegerverkündigung statt. Stolz nahmen die Gersfelder den Wanderpreis des Gaues in Empfang. DerFrankfurter Pokal" für den besten Frankfurter Teilnehmer fiel an Josef Pe­te r m a n n von der Skiabteilung des Taunus­bundes. Die Plakette, gestiftet vom Sporthaus Schwan (Gießen), errang der Skiklub Schmitten. Mit einem dreifachenSkiheil!" auf den so schön verlaufenen Jugendskitag und den Deutschen Ski" verband traten die Jungens und Mädchen die Heimfahrt nach allen Richtungen an. Nachstehend die

Ergebnisse:

Abfahrkslauf.

Klasse! (16 bis 18 Jahre), Jungens: 1. Reinau, Gersfeld, 22,36 Min.; 2. Weikard, Gers­feld, 23,06; 3. Barth, Schmitten, 23,47; 4. Löw, Schmitten, 24,31; 5. Petermann, Frankfurt, 25,30; 6. Weyl, Ekkehard, Skiklub Gießen, 25,54; 7. Schmidt, Schmitten, 26,01; 8. Anthes, Frankfurt, 26,17; 9. Eifert, Frankfurt, 26,32; 10. Heß, Frank­furt, 26,48; 11. Thaler, Betzdorf, 27,13; 12. Wald- schmidt, Wetzlar, 27,31 Minuten.

Klasse! (16 bis 18 Jahre), Mädchen: 1. Gamillschegg, Wetzlar, 4,47 Min.; 2. Gretel Guth, Skiklub Gießen, 5,10 Minuten.

Klasse II (14 bis 16 Jahre), Jungens: 1 Burkard, Gersfeld, 3,59 Min.; 2. Richter, Gersfeld, 4,05; 3. Raabe, Gersfeld, 4,16; 4. Seibert, Wetzlar,

4,23; 5. Eifert, Schmitten, 4,34; 6. C. Krenzlen, Skiklub Gießen, 4,41; 7. Deusch, Mainz, 4,42; 8. Eid, Schmitten, 4,45 Minuten. Mädchen: 1. May, Frankfurt,5,03 Min.; 2. Zürn, Wetzlar, 5,29; 3 Forkel, Frankfurt, 5,43; 4. Kappes, Gertrud, Grünberg, 5,45; 5. Braun, Frankfurt, 5,56 Minuten.

Klaffe III (12 bis 14 Jahre), Jungens: 1. Brendel, Schmitten, 2,03 Min.; 2. Lücke!, Schmit­ten, 2,04; 3. Schleicher, Gersfeld, 2,07 Minuten.

Sprunglauf.

Klaffe I: 1. Reinau, Gersfeld, Note 136,4; 2. Wcikard, Gersfeld, 96,4; 3. Gamillschegg, Wetzlar, 94,6; 4. Waldschmidt, Wetzlar, 86.

Klasse II: 1. Richter, Gersfeld, Note 101; 2. Meister, Oberreifenbg., 87,4.

Klasse III: 1. Raabe, Gersfeld, Note 110,4; 2. Schleicher, Gersfeld, 53.

Deutscher Skimeister 1935 wurde bei den in Gar­misch - Partenkirchen ausgetragenen Wettbewerben auf Grund seiner Leistungen im Langlauf und Sprunglauf der Norweger Sigurd R ö e n.

Wecken. Und wer beschreibt die Freude aller Teil­nehmer, als man die etwa 10 Zentimeter hohe Neuschneedecke gewahrte. Um 7.45 Uhr wurde zur Morgengymnastik angetreten und um 9 Uhr wurde unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Startplatz marschiert. Für- die Jungensklasse I war ein Absahrts - und ßanqlauf von 4,5 Kilometer abgesteckt, während die Mädchenklasse I und die Jungens- und Mädchenklasse II und III eine reine Abfahrtstrecke von 2 bzw. 1 Kilometer zu bewältigen hatten.

Der Schnee war sehr führig und die Strecken sehr abwechslungsreich zusammengestellt. Die Lei­stungen der jugendlichen Skiläufer, sowohl Jun­gens wie Mädchen, waren ganz ausgezeichnet, be­sonders die Leistungen der Gersfelder und Schmit­tener verdienen höchste Anerkennung.

Aber auch die Gießener Skijugend belegte in allen Klassen gute Plätze.

Nach dem Mittagessen fand auf einem, aus Schnee zusammengebauten Sprunghügel das Springen für die Jungens statt. Trotzdem der Sprungtisch nur etwa 1 Meter hoch war, zeigten hier die Rhön­buben, die kaum dreikäsehoch waren, wundervolle Sprünge bis zu 15 Meter Trotz ungünstigem und vereistem Anlauf gingen diese Jungens in tadel-

Obecheffen.

Neue Bürgermeister und Beigeordnete in Oberhesien.

Nach einer Bekanntmachung des Personalamts des hessischen Staatsministers wurden ernannt:

Zu Bürgermeistern: Hermann Müller in Birklar (Kreis Gießen), Georg Otto Schultz in Bad Salzhausen, Otto Lenz in Effolderbach (Kreis Büdingen), Erwin Menge! in Schotten, Gg. Ludwig H 0 f m a n n in Ulfa, Karl Schauer- mann V. in Ober-Lais (Kreis Schotten);

zu Beigeordneten: Wichelm K a l l m a n n in Bad Salzhausen, Karl Nies in Schwickarts­hausen (Kreis Büdingen), Friedrich Fritz in Ruppertsburg, Heinrich Erb in Solms-Ilsdorf (Kreis Schotten).

Landkreis Gießen.

* Wieseck, 3. Febr. Der Kriegerverein Wieseck 1 8 7 2 beging gestern abend in der Gast­wirtschaft Braun seinen diesjährigen Familien- abend, der trotz des Sturmwetters so gut besucht

war, daß der große Saal bis zum letzten Platz be­setzt war. Nach einem schneidigen Eröffnungsmarsch der vereinigten Ortskapelle M a n k begrüßte der Vereinsführer, Kam. Bürgermeister Euler, die Mitglieder mit ihren Angehörigen und entbot dem Bezirksführer des Landesverbandes Heffen-Darm- ftadt des Deutschen ReichskriegerbundesKyfthäu- jer", Kam. B 0 n h a r d (Gießen), besonderen Will­komm. In längeren Ausführungen sprach er dann über die Aufgaben der Kriegervereine, die heute wie zur Zeit der Gründungen nach dem deutsch-

NIVEA

die grosse Tube

mild, leichr schäumend, ganz wundervoll im Geschmack

Nachdruck verboten!

W Fortsetzung.

Was soll ich denn mit einem Auto?

ROMAN VON KÄTHE METZNER.

lllrheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).

Sie wird schon wieder zu sich kommen", sagten lie Kollegen zu Gerlinde.Wir müssen in die Vor- f ellung. Der Alte macht sonst Lampen." Damit alten sie davon und ließen sie bei der ohnmächtigen Schwester allein.

Unablässig kühlte Gerlinde Giselas Stirn. Dann besann sie sich, daß sie noch etwas Kölnisch Wasser in ihrem Täschchen fyatte, von der Reise her. Sie tropfte etwas in ihr Taschentüchlein und hielt es Gisela dicht unter die Nase. Dieses Mittel schien aidlich Erfolg zu haben. Nach wenigen Minuten schlug die Schwester die Augen auf und tarn lang­em wieder zu sich.

Ach ... was war nur? Ich tanzte ja in einem Meer von Blut ... lauter Blut ... bald wäre ich irrftitft ...", flüsterte sie.

Gerlinde antwortete nicht. Sie streichelte nur Gi- Xlas abgezehrte Hände. Wie furchtbar mußte die Llermste gelitten haben!

Plötzlich klopfte es. Ein Boy trat herein.

Es brachte einen riesenhaften Strauß dunkel­ster Rosen und eine Karte.

Der Herr bittet sehr darum, Fräulein Steinbrück noch heute sprechen zu dürfen!"

Gerlinde sah auf. Gisela war eben ein bißchen mngeschlafen. Sie wußte nicht, was sie tun sollte. Dann aber schien es ihr am richtigsten, dem Herrn ||u sagen, daß ihre Schwester todkrank sei und in Den nächsten Tagen mit ihr heimfahre. So sagte sie srlüsternd zu dem Boy, ohne einen Blick auf den Namen zu werfen, der auf der Karte stand:

Sie sehen, jneine Schwester ist krank! Führen L-ie mich, bitte, zu dem Herrn! Ich werde mit ihm «sprechen."

Dann rief Gerlinde die Garderobiere und bat sie, □uf die Schwester acht zu geben

Sagen Sie ihr bitte, wenn sie aufwacht, daß iich gleich zurück sein werde", sagte Gerlinde jetzt in tadellosem Französisch. Dann folgte sie dem Boy, l>er sie durch das Lokal hindurch zu einer etwas abseitigen Nische führte. Und nun stand Gerlinde ®em Herrn gegenüber, der ihre Schwester um eine llnterrebung gebeten hatte. Sie schaute ihn an, und itor Herz schien für Sekunden auszusetzen. Vor ihr sstand Günter von Gersheim.

Herr Baron!" schrie sie leise auf.

Gersheim, in dessen Gesicht es bei Gerlindes 2In= Sblirf schmerzlich zuckte, verbeugte sich tief.

Verzeihen Sie mir, gnädiges Fräulein, wenn

ich um diese Unterredung bat. Sie können gewiß nicht verstehen, aber ich mußte Sie noch einmal wiedersehen. Ein einziges Mal noch. Das muß mir genügen. Ich' weiß. Von Berlin komme ich hierher. In Ihrer Wohnung in der Sieboldstraße wurde mir der traurige Bescheid, daß Ihre Frau Mut­ter ...", Gersheim stockte, als er sah, wie Gerlindes Augen sich mit Tränen füllten, und impulsiv streckte er ihr die Hand hin.Sie Aermste! Nehmen Sie mein allerinnigstes Beileid ..Nach einer kurzen Pause fuhr er in abgerissenen Worten fort:Erst in der Verdi-Diele erfuhr ich Ihre Pariser Adresse, die aber hier dann auch nicht mehr stimmte. Aber dann, dann habe ich Sie doch gefunden."

Gerlinde wurde es kalt und heiß. Was war bas? Was wollte Gersheim mit biefen seltsamen Wor­ten sagen? Warum warum suchte er sie?

Wieder hatte ©erünbe in diesem Augenblick jenen hilflosen Ausdruck in den lichtgrauen Kinder­augen, den Gersheim nie vergessen hatte, und der ihm aber gleichzeitig wieder die unglaubliche Aehn- lichkeit mit jenem Mädchenbildnis in Schloß Bu­chenrode erkennen ließ.

Und warum kommen Sie zu mir, Herr Baron? Ich verstehe das alles nicht recht", sagte Gerlinde gequält.

Warum?" Zum ersten Male verließ Günter von Gersheim seine gewohnte Beherrschung. Der Schmerz brach in ihm durch. Spielte Gerlinde ihre Komödie ihm gegenüber auch jetzt noch weiter? Er mußte hinter das Rätsel dieses seltsamen Mädchens kom­men, das scheinbar zwei Seelen hatte. Engel und Teufel! Madonna und

Weil ich Sie liebte, Gerlinde Steinbruck, vom ersten Augenblick, als ich Sie sah, und weil ... weil ich Sie zu meinem Weibe machen wollte. Sie aber ließen mich fallen, hatten keine Zeit für mich an jenem Abend, während Sie wenige Stunden später in der Verdi-Diele tanzten ... Mein ehr­liches Werben schlugen Sic ab, und doch sagt man von Ihnen, daß Sie die Freundin dieses ... Dok­tor von Sachs gewesen seien. Das tat mir weh, so bitter weh. Ich meinte es doch so freu mit Ihnen und so gut ..."

Gersheims Stimme brach ab, als ob er erst noch einmal Kraft sammeln müsse, dann fuhr er hastig fort:

Ich weiß ja, Sie können mich fortjagen ... Ich fyabe kein Recht, Sie zu behelligen. Aber ... aus Ihrem eigenen Munde wollte ich hören, warum das alles so ist, so rätselhaft ... Denn ich kann in meinem Herzen nicht glauben, daß Ihre Augen so lügen können ... Ich kann es nicht glauben, des­halb kam ich hierher. Sagen Sie mir lagen Sic, Gerlinde Steinbrück, wie sind Sie denn in Wahr­heit?"

W" Die kleine Gerlinde war totenblcch ge­worden und mußte sich auf die Lehne des Sessels stützen.Ich ... ich bin immer dieselbe! sagte sie einfach.

Ich weiß nicht, was das ist, Gerlinde ... Ich fühle nur, daß ich Ihnen glauben muß, auch jetzt und wenn der Schein noch fo gegen Sie spricht." Gerlindes Herzchen begann zu klopfen. Stürmisch. Glücklich. So sehr liebte sie also dieser Mann!?

Es ist wohl nur ein kleines Mißverständnis bei allem gewesen", sagte Gerlinde, und trotz des Ern­stes dieser Situation huschte ein leises Lächeln um ihren Mund.Ich habe ja niemals in der Verdi- Diele getanzt. Ich war auch immer in Berlin. Bis heute. Ich bin erst vor Stunden hier angekommen, um meine kranke Schwester heimzuholen ... Meine Schwester Gisela, sie ist Tänzerin; sie sieht mir allerdings sehr, sehr ähnlich."

Was?" Gersheim schlug sich vor die Stirn, als erwache er aus einem bösen Traum.Das waren also nicht Sie, sondern ... Ihre Schwester? Oh, Gerlinde ... und ich ... wie hab' ich mich ge­quält! Aber ich weiß ja noch immer nicht. Ich denke ja auch jetzt nur an mich und habe Sie noch gar nicht gefragt, ob Sie mich ein klein wenig lieb­haben könnten ... ob Sie meine Frau werden wollen, Gerlinde?"

Gerlinde erwiderte kein Wort. Zu plötzlich war das Glück über sie hereingebrochen. Nur in ihren Augen leuchtete eine fo unendliche Seligkeit, daß Günter von Gersheim ganz beruhigt war.

Verzeihen Sie, ich muß jetzt aber zu meiner Schwester!" sagte die kleine Gerlinde endlich und wollte Gersheim die Hand zum Abschied reichen.

Nein ... nein, mein Glückchen! Jetzt darfst du mich nicht wieder abweisen. Jetzt bleib' ich immer bei dir. Denn nun hab' ich ja ein Recht dazu denn du bist ja meine kleine, liebe Braut."

Gerlinde wußte nicht, warum sie schweigend alles dulden mußte, was dieser Mann sprach und tat. Ja, fast schien es ihr, als ob sie gar keinen eigenen Willen mehr habe, sondern nur den einen, sich in alles zu fügen, was Gersheim wollte.

Der aber schob feinen Arm unter den ihren und schritt, Gerlinde fest stützend, mit ihr hinauf in die kleine Garderobe, wo Gisela immer noch lag. Aber sie hatte sich schon ein wenig erholt, wie es schien, und sah mit verwunderten Augen auf den schönen, eleganten Mann, der Gerlinde folgte.

Gersheim aber erschrak tief bei Giselas Anblick, und fein scharfer Blick stellte sofort fest, daß man hier eine Todkranke vor sich habe. Ja, die Aehn- lichkcit mit Gerlinde war stark; und doch un­willkürlich atmete er auf, wenn er Gerlinde so wiedergefunden hätte wie Gisela? Oh, vielleicht hätte er diesen Schmerz nicht überwunden.

Gerlinde war auch bleich und verhärmt, aber sic schien doch sonst gesund zu fein. Gisela jedoch trug offenbar die Zeichen der Lungenschwindsucht. An­dererseits auch sie war noch jung, konnte viel­leicht noch gerettet werden. Das eine {ebenfalls wußte Gersheim schon jetzt, daß er kein Mittel, keine Ausgabe scheuen würde, um Gerlindes Schwe­ster wieder gesund zu machen.

Bitte sprechen Sie nicht viel, gnädiges Fräu­lein! Sie sollen sich nicht anstrengen. Gersheim ist mein Name. Gerlinde ist meine Braut. Sie kön­nen volles Vertrauen zu mir haben", sagte Gers­heim zu Gisela in seiner herzlichen, beruhigenden Art.

Gerlinde ... Braut?" flüsterte die Kranke und sah mit fragenden Augen auf die Schwester, die tief errötet war.Das hat sie mir aber noch nicht gesagt."

Ich wußte es ja selbst nicht, Gisi!" sagte die kleine Gerlinde, ohne den Blick zu heben.

Gisela war zu schwach, um weitere Fragen zu stellen.

Ein Hustenanfall packte sie. Sie preßte das Ta­schentuch vor den Mund; aber als der Anfall vor­über war, fuhr Gerlinde ein eisiger Schreck durch die Glieder. Sie hatte an dem feinen Tüchlein Blutflecke gesehen. So weit ... fo weit also war es schon mit Gisela?

Aus den wenigen Tagen, die Scholzchen und Gerlinde in Paris bleiben wollten, war schon eine Woche geworden. Scholzchen war sprachlos ge­wesen, ihre kleine Gerlinde nun als Braut wieder­zusehen, und war traurig zugleich bei dem Ge­danken, das geliebte Geschöpf nun schon wieder hergeben zu müssen, so sehr sie ihr das große, große Glück auch gönnte.

Auf der anderen Seite aber war Baron Gers­heim so reizend zu ihr, besprach alles genau mit ihr und traf kaum irgendwelche Anweisungen ohne Scholzchens gewissenhafte Ratschläge.

So war man übereingekommen, Gisela zur völli­gen Wiederherstellung ihrer Gesundheit an die Ri­viera zu schicken, und zwar in ein erstklassiges Sanatorium, das ein Pariser Spezialarzt, der Gi­sela gründlich untersucht hatte, Gersheim empfahl.

Und wer sollte ihre Begleiterin fein? Gerlinde bat dringend darum, die Schwester begleiten zu dürfen. Und so ungern Gersheim sich noch einmal von seiner Braut trennen wollte, gab er es bann boch zu, nicht zuletzt in der Hoffnung, baß auch Gcrlinbes geschwächte Gesunbheit sich in ber herr­lichen Luft bes Sübens kräftigen sollte.

Aber nur unter einer Bcbingung", sagte ber früher so ernste Gersheim lächelnb,baß Scholzchen euch beibe betreut!"

Gerlinbe strahlte unb fiel ber alten Freundin, die sie seit einiger Zeit duzte, um den Hals.

Scholzchen, du bleibst immer bei uns, wohin wir auch gehen! Guck mal was sollst du denn in dem alten großen Berlin, wenn deine Linde nickt mehr da ist? Und wenn wir erst in Gersheim sind, dann brauch' ich erst recht jemanden, Scholzchen! Denn Günter hat doch nicht den ganzen Tag Zeit für seine kleine Frau denn er ist schließlich doch ein Mann", sagte Gerlinde in ihrer entzückend­naiven Art, so daß alle herzlich lachen mußten.

(Schluß folgt.)

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