Ausgabe 
5.2.1935
 
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meinsam gesungenen zwei ersten Versen des Luther­liedes aus.

Der Abend fand mit einem kurzen Vortrag von Pfarrer Trapp über das ThemaDer Evange­lische Bund, ein Kämpfer für Deutschtum und Pro­testantismus" und mit zwei weiteren Versen des Lutherliedes seinen Abschluß.

Artitlerieverein Gießen.

Die gut besuchte Jahreshauptversammlung des Artillerievereins imHessischen Hof" bot wieder ein ' sprechendes Bild guter Soldatenkameradschaft. Nach einleitenden Worten des Vereinsführer Kame­rad Müller gedachte die Versammlung zunächst des im vergangenen Jahre verstorbenen Kameraden S t u tz e n st e i n. Dann ließ Kamerad Müller Gestalten und Bilder aus der deutschen Geschichte am geistigen Auge der Versammelten vorüberziehen und gedachte dabet besonders des großen Krieges, der Nachkriegskämpfe um das Dritte Reich und seiner Vollendung durch den Führer und Front­kameraden Adolf Hitler. Er führte dabei aus, daß in schwerster Notzeit gerade dieser deutsche Mann an die Spitze gestellt werden mußte, weil er nichts für sich wollte, aber alles für Volk und Vaterland. Gerade als Mann aus dem Volke hörte er am besten die Stimme des Blutes und war da­durch berufen, das Gute in der Volksseele zu wecken zu lodernder Flamme. Ein großer Teil der Sehnsucht und des Wollens der alten Soldaten ist bereits erfüllt, aber die zu leistende Arbeit ist noch riesengroß und nur zu bewältigen, wenn jeder gute Deutsche an seiner Stelle und an seinem Teile mit­hilft. Eifersüchteleien müssen schweigen im Interesse des Ganzen. Ehre aber muß gesucht werden im Wetteifer für Volk und Vaterland und 'in der Treue zum Führer. Dieses Gelöbnis klang aus in einem begeisterten Heilruf.

Nach Verlesung des Jahresberichtes durch den Kamerad Siebert erfolgte der Kassenbericht durch die bestellten Prüfer, Kameraden Roeder und Kolb. Es kam dabei zum Ausdruck, daß sich die Kassenführung durch vorbildliche Sauberkeit und Ordnung auszeichnet. Wie dem Kamerad Sie­bert für seine Schriftführertätigkeit, so gebührt ganz besonders auch dem leider erkrankten Kame­raden Schweizer als Geldverwalter Dank und Anerkennung.

Nachdem dem Vereinsführer in eindeutiger Weife das Vertrauen des Vereins zum Ausdruck gebracht worden war, bestimmte dieser wieder die bisherigen Kameraden zu Mitgliedern der Führerschaft. Ferner erfolgte die Einteilung in Scharen. Als neue Richt­linien wurden bekanntgegeben, daß für die Folge die Monatsoersammlungen gleichzeitig Truppabende fein sollen. Sie werden jedesmal durch einen Vor­trag belebt werden. Der nächste Vortrag durch den zweiten Vereinsführer Kamerad Enders behan­delt den Straßenbau in früherer und jetziger Zeit mit all seinen Auswirkungen. Die kommende 40. Gründungsfeier wird voraussichtlich in größerem Rahmen in diesem Jahre stattfinden, um einmal alle Artilleristen der weiteren Umgebung in Gießen zusammenzuführen. Weitere Richtlinien behandelten das innere Leben des Vereins, besonders auch Neu­aufnahmen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils erklangen alte Soldatenlieder, und die Kame­raden blieben imUnterstand" noch einige Stun­den in bester Stimmung beisammen.

Bund heimattreuer Schlesier.

Die Jahreshauptversammlung des Bundes heimat­treuer Schlesier (Deutscher Ostbund) im Vereins­lokalHotel Köhler" brachte den ersten Rechen­schaftsbericht nach der Zusammenlegung der beiden Gießener Ortsgruppen, des Ostbundes und der Over- fchlesier.

Vereinsführer H. K o st o r z erinnerte in der Er­öffnungsansprache an den 4. Februar 1920, an dem tschechische Legionäre unter Führung französischer Offiziere den rein deutschen Teil des Kreises Rati- bor, das Hultschiner Ländchen, besetzten und vom Reiche abtrennten. Er gedachte auch der Memel­deutschen, deren Heimat während des Ruhrkampfes 1923 von litauischen Freiwilligen annektiert wurde, und die für Deutschland im Vorpostenkampf stehen. Der eindrucksvolle Sieg des Nationalsozialismus an der Saar vor der Weltöffentlichkeit hat die Ost­märker mit neuer Hoffnung erfüllt, so daß sie voller Zuversicht und Ergebenheit xum Führer aufschauen.

Aus dem vom Vereinsführer erstatteten Jahres­bericht war die langwierige und vielfältige Auf­bauarbeit für die neue Heimatorganisation ersicht­lich, die zur Neubildung der Ortsgruppe nötig war. Dank tatkräftiger Mithilfe der früheren Ortsgrup­penleiter der bisherigen Gruppen, sowie dank der Unterstützung durch zahlreiche Mitglieder ist der neue Anfüng geglückt. Die Arbeit für den deutschen Osten im Sinne der nationalsozialistischen Ostpoli­tik berechtigt auch in Gießen zu neuer Hoffnung. Die bisherigen Versammlungen brachten stets neue Mitglieder. Die Ortsgruppe Gießen umfaßt heute schon Danziger, West- und Ostpreußen, Schlesier und Oberschlesier aus der Stadt und den Kreis­orten. Der Werbetätigkeit soll größere Aufmerk­samkeit geschenkt werden, die Heranziehung der Jugend ist beabsichtigt. Die Ostmärker, unübertrof­fen in Heimatliebe und Heimattreue, stehen geschlof­fen hinter dem Führer in dem Bewußtsein des Dichterwortes, daß, wenn etwas stärker als das Schicksal, es der Mut ist, der es unerbittlich trägt.

Der von Kassenwart A. H. H a u e n st e i n er­stattete Kassenbericht gab Aufschluß über geordnete Finanzverhältnisse. Er schloß mit einem Appell an die Mitglieder zu neuer Werbung der sehr zahl­reichen, dem Bund noch fernstehenden Ostmärker.

Der Vereinsführung wurde von der Versamm­lung Dank und Anerkennung ausgesprochen. Der Dereinsführer gab die neue Bundessatzung bekannt, aus der hervorgeht, daß der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, Schirmherr der Ost­bünde, Professor Dr. Oberlänoer sein Beauf­tragter ist. Die Ortsgruppe Gießen zählt zum Lan­desverband Main - Pfalz - Süddeutschland, dem die Ortsgruppen der Saar zugeteilt wurden. Der Ver­einsführer berief zu seinem Stellvertreter Pg. Apotheker Wr o n k e r-Großen-Linden, zum Schrift- wart Frau Köttgen. Bankbeamter A.H. Hauen­stein als Kassenwart wurde bestätigt. Der Beirat setzt sich jetzt aus Postinspektor Curt' Beyer, Ta­pezierer E. Motz und Gärtner K o r u s zusammen.

Demnächst soll ein öffentlicher Vortragsabend stattfinden. Den Mitgliedern wurde der Besuch der Kolonialausstellung imEinhorn" und der Ver­anstaltungen des Reichsbundes Volkstum und Hei­mat empfohlen. An die mit einem Treugelöbnis zu Führer, Volk und Heimat geschlossene Versamm­lung schloß sich ein gemütlicher Austausch von Hei­materinnerungen an.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 5. Febr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, ausländische Eier 10 bis 13, inländische Kühlhauseier 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15,

Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 25 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 10 bis 12, Blumenkohl, das Stück 40 bis 60, Salat 20, Endi­vien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf., Kartoffeln, der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark.

Oie Zwangsversteigerung des früheren Gewerkschastshauses. Die Deutsche Arbeitsfront erhält den Zuschlag. In einer kurzen Sitzung wurde heute vormittag im Zimmer 221 des Amtsgerichts die Zwangsver­steigerung in Sachen des früheren Gewerkschafts­hauses in der Schanzenstraße bedingt abgeschlossen. Nachdem zum eigentlichen Versteigerungstermin am 21. Januar zwei Gebote abgegeben worden waren, und zwar von der Dolksfürsorge und von der Deut­schen Arbeitsfront, wurde nunmehr der Zuschlag auf das Angebot der Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeitsfront (Berlin-Wilmersdorf) er­teilt. Bekanntlich hatte die Deutsche Arbeitsfront wir berichteten in der Nummer vom 22. Januar

Gedenket der hungernden Vögel! Schützt die Tiere vor der Kälte!

1935 darüber den Bettag von 58 000 RM. für das Haus geboten. In jenem Versteigerungstermin hatte die Firma Jhring-Melchior in Lich gegen die Erteilung des Zuschlags Einspruch erhoben. Diesem Einspruch wurde, wie heute morgen in einer län­geren Begründung zur Zuschlagserteilung bekannt­gegeben wurde, nicht stattgegeben. Der Zuschlag wird nach einer Frist von 14 Tagen automatisch rechtskräftig, sofern nicht sofort von einem der In­teressenten Beschwerde gegen die Zuschlagserteilung eingelegt wird.

Vornolizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadt­theater: 20 bis 22.30 Uhr:Ein Volksfeind". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Pat und Patachon schlagen sich durch." Deutsche Kolonial-Ausstellung: 15 bis 21 Uhr imEinhorn".

Stadttheater Gießen. Heute abend Ib­sens Schauspiel:Ein Volksfeind"; Spielleitung: Wolfgang Kühne.

VDA. und Studentenschaft veran­stalten am morgigen Mittwoch in der Neuen Aula einen Vorttagsabend, bei dem Dr. R a u p a ch über das ThemaDas Reich und die Tschechen" sprechen wird. (Siehe heuttge Anzeige.)

** Von der Universität. Von der Presse­stelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der Privatdozent in der juristischen Fakultät der Universität Köln, Dr. Rudolf Dietz, hat den Rus auf die freie außerordentliche Professur für Bürger­liches Recht und Arbeitsrecht an unserer Universität zum Sommersemester 1935 angenommen. E r - nannt wurden der Bürodirektor bei der Verwal­tung der Universitätskliniken von Gießen Emil Kin - k e l zum Bürodirektor bei dem Rektor der Landes­universität in Gießen; der Verwaltungsoberinspek­tor bei der Verwaltung der Universitätskliniken in Gießen Heinrich Freundlieb zum Bürodirektor bei der Verwaltung der Universitätskliniken in Gießen.

** Forstpersonalie. Versetzt wurde der Forstmeister Eduard S e l l h e i m zu Seligenstadt in gleicher Diensteigenschaft an das Forstamt Grünberg.

** Rundfunkvortrag zur Erzeu­gungsschlacht. Die Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt mit: Am Dienstag, 5. Februar, von 18.50 bis 19 Uhr, bringt der Reichssender Frankfurt den allwöchentlichen Vortrag zur Erzeugungsschlacht. Das Thema lautet:Vermehrung der deutschen Schafhaltung." Wir erinnern noch einmal daran, daß diese Dienstagsoorträge von allen Bauern und Landwirten, und zwar möglichst durch Gemein­schaftsempfang mit anschließender Aussprache, ab­gehört werden.

** Lehrgang für rhythmische Erzie­hung Gestern nachmittag begann in der Turn­halle der neuen Pestalozzischule ein dreitägiger Lehrgang, der von dem Pädagogen Otto Biens­dorf (Bad Godesberg) geleitet wird. An diesem Lehrgang nehmen etwa 50 Männer und Frauen aus der Stadt und aus dem Kreis Gießen teil, die sich aus Lehrkräften der Volks- und der höheren Schulen, aus Musik- und Turnlehrerinnen, Studen­ten und Studentinnen der Leibesübungen, Führe­rinnen von Jugendgruppen und Kinderhortnerinnen zusammensetzen. Der Leiter des Lehrgangs, Otto Blensdorf, behandeltDie Einführung in die Grundlagen der rhythmischen Erziehung" (Ein Weg zu eigenem Schaffen) und zeigt das rhythmische Spiel als Grundlage der Allgemeinerziehung und die pädagogische Behandlung des Kindes Spiel- und Tanzlieder.

** Vortragsabend im Kneipp- Verein Gießen. Arn gestrigen Montag­abend fanden sich die Mitglieder des hiesigen Kneippoereins und eine Anzahl Gäste zu einem Vortragsabend in das HotelBayerischer Hof" ein. Als Referentin war die Bundeslehrerin Frl. I. Schlei ter aus Bad Wörishofen erschienen, die aus einem umfangreichen Wissen und genauer Kenntnis des Kneippschen Naturheilverfahrens über das ThemaNaturheilkräfte, unsere Lebensele­mente" sprach. Die Rednerin ging zunächst vom Auf­bau des menschlichen Körpers aus, schilderte in knappen Umrissen seine wesentlichen Funktionen und sprach von den Gesetzmäßigkeiten, denen der mensch­liche Körper unterworfen ist. In weiteren Ausfüh­rungen betonte die Vortragende besonders, daß es sehr wesentlich sei, den Körper in seinem Naturheil­bestreben nach Kräften zu unterstützen. Insbesondere erwähnte sie die wichtigen Funktionen der Haut und kam in der Folge auf die Wickel zu sprechen, die bei richtiger Anwendung ein wertvolles Hilfs­mittel bei der Bekämpfung von Krankheit darstell­ten. Eine Fülle von praktischen Ratschlägen, auch praktische Vorführungen, wurde von den Zuhöre­rinnen und Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Nicht weniger Interesse wurde den Aus­führungen über eine zweckmäßige Bekämpfung der Ä» entgegengebracht. Nach einigen Hinweisen

e hohe Bedeutung einer richtig betriebenen Gymnastik in Verbindung mit einer naturgemäßen Ernährung und mit Hinweisen auf die Gefahren einer Verweichlichung fand der aufschlußreiche Vor­trag seinen Abschluß. Zum Schluß wurden von der Rednerin noch zahlreiche Fragen beantwortet, in.de­nen sie jedoch verantwortungsbewußt klare Grenzen der Zuständigkeit des Natucheilverfahrens zog.

Der Marine-Besuch in Gießen.

Bei den Kameraden des Marine-Vereins.

Nachdem die gegenwärtig in Gießen weilenden Kameraden der Marinestreife der 3. Torpedoboots­halbflottille am Samstag einen Kameradschaftsabend beim Marinesturmbann verbrachten (wir berichteten bereits gestern darüber), weilten die Gäste am Sonntag im Kreise der Kameraden des Marine­vereins. Der hiesige Marine-Verein hatte sich unter der Initiative seines rührigen Vereinsführers, des Kameraden Lich, in hervorragender Weife des Besuches aus Wilhelmshaven angenommen.

Der Marineverein unternahm am Sonntagvor­mittag in 12 Personenwagen eine Fahrt durch Stadt und Umgebung Gießens. Kameraden und Freunde des Marinevereins hatten die Wagen zur Verfügung gestellt. Die

Rundfahrt durch die Stadt

begann am Kreuzplatz. Die Führung hatte Stadt­baurat G r a v e r t, der in klarer Zusammenfassung über das Werden unserer Stadt sprach. Man be­sichtigte verschiedene der ältesten Häuser, das Schloß und andere interessante Baulichkeiten. Bei einer Fahrtin die Umgebung beaab man sich auf verschiedene erhöhte Aussichtspunkte. Stadtbaurat Gravert wußte hier in anschaulicher Weise über die Besiedlung des Gießener Beckens zu sprechen. Jrn Anschluß an diese Fahrt traf man sich im Bootshaus des Marinevereins zu einem Früh­schoppen.

Am Nachmittag unternahm bann der Marine- Verein mit seinen Gästen einen

Ausflug nach dem Gleiberg.

Der Aufbruch zu diesem Ausflug gestaltete sich recht eindrucksvoll. Eine stattliche Menschenmenge hatte sich dazu eingefunden, um den Offizieren und Mann­schaften ihre Verbundenheit auch mit dem Seeheer zu bezeugen.

Auf dem Gleiberg hörten die Gäste manches Wis­senswerte aus der Geschichte des Gleibergs. Die Kameraden Ferdinand Link und Dr. Otto Wolf hatten sich hier für die Führung zur Verfügung ge­stellt. Die Kameraden von der See waren über den Besuch auf dem Gleiberg sehr begeistert. Allzurasch vergingen die Stunden auf dem Gleiberg. Der See- mann&fyumor kam bei all diesen Gelegenheiten nicht

zu kurz. Ein ganz besonderer Anlaß zu kräftigen Witzen war,-als ein Wagen auf einem verschlamm­ten Waldweg stecken blieb und mit gemeinsamen Kräften wieder flott gemacht wurde.

Am Abend traf man sich bann wieder im Boots­haus des Marinevereins. Der

Führer des Marinevereins Kamerad Lich

nahm dabei Gelegenheit zu einer kurzen Ansprache, in der er ungefähr folgendes aussührte. Anläßlich des Besuches der Kameraden von der 3. Torpedoboots- halbflotttlle werde in den Mitgliedern des Marine- vereins die Erinnerung an ihre eigene Dienstzeit lebendiger als sonst. Diese lebhafte Erinnerung finde in der herzlichen Kameradschaft und Aufnahme, den Gästen gegenüber, ihren Ausdruck. Im Marinever- ein seien die Haupttugenden des Soldaten, die Treue zur Waffe und die Treue zur Fahne, gut bewahrt. Der Verein habe auch zu Zeiten, da eine deutsche Flagge verpönt war, immer seine deutsche Flagge gezeigt. Niemand sei dafür dankbarer als die alten Soldaten, daß heute an der Spitze des Reiches der Führer Adolf Hitler stehe. Möchten die Gäste das Bewußtsein mit sich nehmen, daß der Geist der Marine auch in Gießen gewahrt werde und jeder der Kameraden für die deutsche Flotte mit einstehe.

Oberleutnant z. E. Schuur

dankte im Namen seiner Kameraden für die über­aus herzliche Aufnahme in Gießen und sprach an­schließend über die Dienstauffassung in der heutigen Reichsmarine. Sein Vortrag klang aus in den Wor­ten:Nicht klagen, wieder wagen! Seefahrt ist not!" Anschließend übergab er dem Marineverein ein prächtiges, gerahmtes Bild, welches das TorpedobootIltis" in voller Fahrt zeigt. Im weiteren Verlauf des Abends warteten die Gäste mit einem frischen Gesangsvortrag auf. Tanz beschloß den anregenden Tag. Am gestrigen Montag unternahmen die Gäste eine Bettiebsbesich- tigung bei einer hiesigen Spezialfirma.

Am heutigen Dienstagvormittag setzen die Gäste ihre Reise fort.

Oer älteste Turnverein Oberheffens.

Der älteste Turnverein Oberhessens ist die Friedberger Turngemeinde, die 1845 gegründet wurde, also in diesem Jahre auf ein 90jähriges Bestehen zurückschauen kann. Der Ver­ein hat eine sehr abwechslungsreiche Geschichte, die nicht nur lokale Bedeutung hat. Bemerkenswert ist, daß im Herbst 1848 der Turnvater Jahn von Frankfurt a. M. aus, wo er dem Parlament der Paulskirche angehörte, der jungen Friedberger Turngemeinde einen Besuch abstattete. Der hessische Heimatschriftsteller Georg Lang, vor einigen Jah­ren in hohem Alter gestorben, hat die Erinnerung an dieses Ereignis, das er als Knabe miterlebte, in einer schönen Schilderung festgehalten. Der fesselnde Aufsatz über diesen einzigen Besuch Fr. L. Jahns in Oberhessen ist vor einigen Jahren in der Hcimatbeilage des Gießener AnzeigersHeimat im Bild" veröffentlicht worden. Aus der Geschichte der Turngemeinde verdient auch Erwähnung, daß zwei ihrer Mitglieder der Gründung der Deutschen Tur­nerschaft 1860 in Koburg beigewohnt haben. Jetzt, wo sich die Deutsche Turnerschaft zu ihrer 75-Jahr- Feier, Pfingsten dieses Jahres, in Koburg anschickt, erinnert man sich gern der beiden wackeren Tur­nersleute Philipp Windecker und der spätere Beigeordnete Gg. Falk die damals den Weg nach Koburg auf Schusters Rappen zurücklegten. In der jetzt stattgefundenen Hauptversammlung der Turngemeinde Friedberg konnte vom Vereinsfüh­rer, Studienrat Thierolf, mitgeteilt werden, daß der Verein 534 ordentliche Mitglieder und 186 Schüler und Schülerinnen zählt. Im Verlaufe der Versammlung wurden Reisekassen gegründet für den Besuch der 75-Jahr-Feier der Deutschen Tur­nerschaft 1935 in Koburg und des Deutschen Turn­festes 1938 in Breslau.

Jahreshauptversammlung des Turnvereins Krofdorf.

Der Turnverein Krofdorf hielt am Sonntag in feinem Vereinslokal (Gastwirtschaft Hofmann) die Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer, CH. Jaeger, gedachte in ehrenden Worten der Toten des vergangenen Jahres: unseres verehrten Reichspräsidenten von Hindenburg und des Führers der DT., Dr. Berger; aus den Reihen der Vereinsmitglieder nahm der Tod hinweg: K. Bender, Albert Michel, Wilhelm Leib und C. H e y e r.

Dem Turnbericht des Vorstandes ist zu ent­nehmen: Das Jahr war reich an ernster Arbeit. Ein Rückblick auf die zahlreichen turnerischen Ver­anstaltungen des abgelaufenen Jahres, die das hei­mische Turnen auf der Höhe sahen, ließ erkennen, daß auch der Tv. Krofdorf in bester Weise beteiligt war. Zahlreiche Siege konnte er mit nach Hause bringen. Mit Hinweisen auf die künftige Gestaltung turnerischer Veranstaltungen schloß der Bericht.

Anschließend gab Oberturnwart Amend einen eingehenden Turnbericht, der die turnerische Arbeit der einzelnen Abteilungen, für jedes Vierteljahr besonders, skizzierte. Welch pulsierendes Leben Abend für Abend in der Turnhalle herrscht, be­weisen folgende Zahlen, die einem ländlichen Verein alle Ehre machen: Es turnten in 92 Stunden 707 aktive Turner, in 91 Stunden 958 Jugendturner, in 99 Stunden 3045 Turnerinnen, in 85 Stunden 2636 Schülerinnen, in 91 Stunden 3108 Schüler, im ganzen in 458 Stunden 10 454 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Ein besonderes Lob verdienen die rührigen weiblichen Turnriegen. Neu auf den Plan getreten sind eine Alters- und eine Frauenabteilung. Beide Abteilungen zeigten verheißungsvolle An­fänge.

Auch der Bericht des Spielwarts E. Schleen­becker konnte Erfreuliches von den beiden Mann­schaften im Handball melden. Die Pflege des Faust­ballspiels ist wieder ausgenommen worden. Viel Spielinteresse zeigt der turnerische Nachwuchs.

Nach dem Kassenbericht des Kassenwarts K. Fabel blieb 1934 bei 3139,39 RM. Eingängen und 3050,22 RM. Ausgängen ein Barbestand von 89,17 RM. Erfreulicherweise konnte die Schuld, die durch den Bau der Turnhalle und den Erwerb dabeiliegender Grundstücke entstanden war, um 618 RM. außer den Zinsverpflichtungen gesenkt werden. Auf Vor­

schlag der Kassenprüfer wurde dem Kassenwart Ent­lastung erteilt.

In den Dankesworten an die Berichterstatter hob der Vereinsführer die Verdienste des nun sein Amt niederlegenden Kassenwartes Fabel hervor, der in Treue und Gewissenhaftigkeit, stets auf das Wohl des Vereins bedacht, die Geschäfte führte. Zu seinem Nachfolger wurde E. Schleenbecker bestimmt.

Dann ergriff Dietwart E. Praß das Wort zu grundlegenden Ausführungen über das Wesen und die Bedeutung des D i e t w e s e n s. Ebenso wichtig wie die Leibesübungen selbst sei für den Turner die geistig-seelische Erziehung im Sinne des nationalsozialistischen Staates. Hierbei soll in jedem Verein der Dietwart mitwirken. Er hat an die lebendigen Quellen des deutschen Volkstums zu füh­ren, in dem die Ideen und der Geist Jahns aufs engste verankert sind. Das Bekanntwerden mit Jahns herrlichem Schrifttum soll die Grundlage der turnerisch-völkischen Erziehung werden. Jeder Tur­ner und jede Turnerin soll so geschult sein, um an den völkischen Aussprachen, wie sie bei zukünftigen Turnfesten geplant sind, mit Erfolg teilnehmen zu können.

Mit dem BekenntnisUnsere Arbeit: dem Volk; unser Glaube: Deutschland; unser Vertrauen: un­serem Führer und Kanzler" schloß der Vereinsführer die Tagung, die imSieg-Heil!", dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes ausklang.

Jahreshauptversammlung des Fußballklubs 1926 Grotzen-Buseck. Am vergangenen Samstag hielt der Fußball­klub 1926 Großen-Buseck seine Jahres­hauptversammlung im Vereinslokal, Gastwirtschaft Gans, ab. Die Versammlung war sehr gut be­sucht. Der Vereinsführer Ludwig Brück eröffnete den Abend und gedachte zunächst des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg. Sodann schilderte er die Tätigkeit des Vereins im vergan­genen Jahre, die erkennen ließ, daß der Verein mehr und mehr in Achtung und Ehre steige. Schriftführer und Spielausschuß gaben ebenfalls Berichte, die von den Mitgliedern gutgeheißen wur­den. Das spielerische Können der Mannschaft hat eine beachtliche Höhe erreicht. Die erste Mannschaft gilt als Meisterschaftsanwärter für die Bezirks- klaffe. Die Jugend konnte in ihrer Gruppe den zweiten Platz belegen. Der Kassenbericht des Ver­einsrechners lautet befriebigenb. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlauf ber Ver­sammlung würbe beschlossen, ben Vereinsführer Lud­wig Brück, der ben Verein bisher zur allgemeinen Zufriedenheit führte, auch fernerhin mit ber Füh­rung zu beauftragen. Von einigen Umbesetzungen abgesehen, würbe ber Dorstanb in seiner bisherigen Form bestätigt. Für bie bem Verein geleisteten treuen Dienste würben bie Mitglieber August Schwalb unb Karl Roth vom Vereinsführer geehrt. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf Führer und Vaterland fand die Veranstaltung ihr Ende.

Fußball der (Stubenfen.

Universität Gießen Hochschule für Lehrer- bilbung Weilburg.

Am morgigen Mittwoch werden sich die Universi­tät Gießen und die Hochschule für Lehrerbildung Weilburg in einem Fußballspiel gegenüberstehen. Die Hochschule für Lehrerbildung Weilburg, die über bessere Kräfte verfügt und eine geschlossenere Mannschaft stellen wird, dürfte als Sieger aus dem Spiel hervorgehen. Das Spiel wird auf dem Uni- verfitätsfportplatz ausgetragen.

Oie Spiele in der Bezirksklasse Marburg.

Die Spiele des Sonntags haben in der Tabelle keine Aenderung hervorgerufen. Germania 08 Mar­burg hatte in Sarnau einen recht schweren Stand, um mit einem 4:3-Siea beide Punkte zu gewinnen. Der Platzverein führte bereits 3:1, und erst in einem energischen Endsport setzten sich die Germanen sieg­reich durch. Der vorjährige Meister FV. Wallau kommt auf keinen grünen Zweig mehr. Er verlor nun auch noch das Lokalspiel gegen Breidenbach mit 3:2 Toren. Die Breidenbacher sind in letzter Zeit