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Ur. 50 Dritter Blatt
Aus Oer Provinzialhauptstadt.
Hellnacht-pirschgang.
Endlich ist das Wetter umgesprungen. Als ich ends vor die Tür der Jagdhütte trat, fuhr mir riqcr Wind entgegen, und eine Schneewolke stob i mir vorbei in den Raum. Da ist es drinnen doch c mütlicher. Ich saß noch eine Stunde beim Däm- i erschein der Petroleumlampe und blätterte in ölen Jagdzeitschriften. Draußen rüttelte der Sturm on den Läden, drinnen bullerten die Buchenscheite jn Ofen. Da ließ es sich schon aushalten. Doch die Müdigkeit kam schnell, denn der Tag war anstren- g nd gewesen, und so lag ich schon früh in den ß-dern
Drei Uhr ist es, als der Wecker rasselt; mit beiden »einen raus, und den Störenfried abgestellt. Jetzt ir.'rfe ich erst, wie kalt es ist, denn das Feuer ist längst runtergebrannt. Da heißt es nicht lange Zerlegen; den Kopf in die Waschschüssel, um frisch zi werden; dann an gezogen und während ich in die Lüefel fahre, brutzeln schon die Eier auf dem Feuer. Ahn Minuten später bin ich fertig. Die Sicke Joppe tt.rb heute das richtige sein; Glas, Drilling und llucksack umgehängt, und raus in die Kälte.
Draußen ist alles weiß. Der Wind hat sich gelegt, ki'lt blinken die Sterne vom dunklen Himmel und iiier dem Moor steht groß und klar der volle Mond. &ber Baum, jeder Zweig trägt ein dickes Schnee- plster, dunkel und wuchtig streben die Stämme N ch oben. In den Kronen bricht sich das Licht, dingt durch die Lücken und malt ein seltsames, lrrres Muster in Hell und Dunkel.
Lautlos schreite ich durch den fußhohen Schnee, tiefste Stille ist um mich, der Schnee scheint jedes Geräusch zu verschlucken. Nur selten stört ein Laut t>e Einsamkeit: ein Stück Wild springt vor mir o, eine Schneelast löst sich aus den Kronen der L esern, rauscht herab und schlägt dumpf auf. Berückend ist diese gedämpfte Stille, ich wage kaum . ahnen, um sie nicht zu stören, und schrecke zu- :mmen, schlägt das Glas einmal an einen Knopf, edanken tauchen auf; Gedanken an längst ver- ichene Stunden. Langsam, schleppend stellen sie ch ein, mit dem Grundgeschmack des Schwer- ütigen. Menschen, «bie mir einst viel bedeuteten, icken mich an, und ich meine Vorwurf und Trauer - ihren Augen zu lesen.
Doch dann schrecke ich auf, vor mir bewegt sich :i langer, schmaler Schatten auf der Schneise, lautlos sacke ich in mich zusammen, ganz langsam L’itet der Drilling von der Schulter. Und während 1 ihn Zoll für Zoll hochnehme, fühle ich den Und im Nacken, und ehe ich fertig bin, verschwin- t der Fuchs mit wehender Lunte im Bestand, as kommt davon, wenn man auf der Jagd träumt. Endlich habe ich den Waldrand erreicht, eine eite, weiße Fläche dehnt sich vor mir. Gestern h man sie noch, die kargen Saaten, das Stückchen Ödland, den Streifen Heide. Heber Nacht hat der chnee alles gleichgemacht und mit einer schützenden ecke zugedeckt. Nur hier und da zeigen vereinzelte >achholder an, daß dort ein Stückchen Heide vom flug verschont blieb. Ein verfallener Jmmenzaun »bt sich groß und verloren heraus.
! Langsam pirsche ich am Waldrand vor, Schritt f£r Schritt, im Schatten der Bäume. Das Wild ist iige, zahlreiche Fährten kreuzen den Weg: Reh, »eh, Hase, wieder ein Sprung Rehe, ein Fuchs. Lus dem Feld treten dunkle Schemen hin und her; Rehwild ist es, das den Schnee von der Saat jglägt und so kärgliche Nahrung findet.
Kurz und rauh schreckt ein Reh! Ich fahre zu- s:mmen; das muß doch hinten am Bruch sein. ,.ööoh, Böööh, Böau", jetzt schmält auch ein zwei- fis, ein drittes fällt ein. Es ist plötzlich ein Heiden- hektakel. Sollten die Sauen etwa wieder da sein, pn denen ich vorige Wochen die Brechstellen fand?
die nächste Schneise schwenke ich ein, dann geht es erstmal Trab, bis der Schweiß aus allen Poren bcicht und das Herz zum Zerspringen hämmert. Eine kurze Pause zum Verschnaufen; das Rehwild slhreckt noch immer. Und dann geht es ganz behutsam weiter, bis das Bruch vor mir liegt. Gespenstisch sieht es aus, die Hellen Birkenstämme, unnatürlich verkümmert, und die wirren Schatten, die fis auf den Boden werfen.
Die Rehe find verstummt, wieder ist Totenstille. Es muß gewagt werden! Dorthin, wo das Wild zuletzt schreckte, führt mein Weg, quer durchs Bruch, behutsam schiebe ich mich von Stamm zu Stamm, mit hämmernden Pulsen, den Drilling schußbereit. Lber so vorsichtig ich auch pürsche, alle Augenblick kracht es unter meinen Füßen; ein Zweig, ein verschneites Loch, ein verwehter Baumstumpf. Es ist zum Wildwerden; wenn das so weiter geht, komme ich nie ran. Alle Augenblick bleibe ich stehen und suche mit dem Glas das Gelände ab, nichts. So ceht es eine Viertelstunde. Vor mir sehe ich zwei dunkle Klumpen. Mir ist so als ob, aber auch mit lern Glas kann ich mit dem besten Willen nichts erkennen; bewegungslos stehen sie im Schnee — Baumstubben. Also weiter! Doch kaum habe ich ?wei Schritte getan, da gerät Leben in jene „Studien" und es kracht und prasselt und bläst, der Schnee stiebt! Die Stelle vor mir ist leer, und ich itehe da, mache das dümmste Gesicht meines Lebens, luche in mich hinein und könnte vor Wut heulen, über das bringt die Sauen nicht zurück.
Langsam gehe ich zurück, den Drilling übers Kreuz geschlagen, achtlos; was um mich vorgeht, Interessiert mich nicht. Das war doch etwas reichlich, trft der Fuchs und dann die Sauen! „Ja, hattest du <s so angefangen, dann wäre vielleicht... Hinterer läßt sich alles so gut sagen. —
Auf dem kürzesten Wege geht es zur Hütte zurück, quer durch das Kiefernaltholz. Nichts stört mich mehr. Groß und einsam steht der Mond am Himmel, kalt blicken die Sterne, beklemmende Stille liegt über dem weißen Wald, nur der Schnee rnurpft monoton unter meinen Sohlen.
cand. forest Rüdiger Schwarz.
NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord.
Amt für Volkswohlfahrt.
Die nächste Pfundsammlung wird am »Mittwoch, 6. Februar, von »vormittags 9 Uhr ab durchgeführt. _ ,± ...
Wir bitten die Spender, die Spenden rechtzeitig bereitzuhalten und Inhalt sowie Gewicht durch Auf- schritt auf die Verpackung kenntlich zu machen. Erwünscht ist, daß diesmal möglichst andere Waren als Hülsenfrüchte zur Verfügung gestellt werden.
Amt für Lolkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.
Die Pfundsammlung in der Ortsgruppe Gießen-Süd wird am Dienstag, 5. Februar, Don der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Hausrauen werden gebeten, die Pakete bereitzustellen
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Die Abzeichen des WHW.
Ein Wort nach der Straßensammlung am 2. und 3. Februar.
Wieder ist ein Sammeltag vorbei. Wieder einmal ist es geschafft; die schöne Galalithplakette zugunsten des Winterhilfswerkes „Mutter und Kind" verkauft. Wie immer, so stellten sich auch dieses Mal wieder die Amtswalter, Helfer und Helferinnen der NS.-Dolkswohlfahrt' in den Dienst der guten Sache, bereit, trotz Regen und Kälte, den Wunsch des Führers in die Tat umzusetzen. Schon am Samstag in den frühen Morgenstunden konnte man Volksgenossen mit dem schönen Abzeichen auf der Straße beobachten. Ueberall standen die Verkäufer und überall konnte man hören „Darf ich Ihnen ein Abzeichen verkaufen!" Viele Volksgenossen, die den Dienst des Sammlers zu schätzen wissen, sind immer bereit, der Aufforderung des Sammlers zu entsprechen, und ein Abzeichen zu erwerben. Aber auch viele Dolkgenossen haben immer noch nicht erfaßt, um was es geht. Ohne die Sammler eines Blickes zu würdigen, ohne ihnen auf das „Darf ich Ihnen ein Abzeichen verkaufen" eine Antwort zu geben, gehen sie vorüber. Eine höfliche Antwort, wie „Be- daure sehr, habe fein Geld" usw., würde den Sammler nicht mutlos machen. Nicht zu verkennen ist, daß die so oft an den Sammler herantretende
Antwort „Das habe ich gestern schon gekauft" immer eine sonderbare Wirkung auslöst, obwohl nicht bezeifelt wird, daß eine derartige Antwort in den weitaus meisten Fällen der Richtigkeit entspricht. Darum meine Volksgenossen, tragen Sie doch das Abzeichen an den beiden Sammeltagen (Samstag und Sonntag), und zwar an sichtbarer Stelle, damit Sie nicht unnötig angehalten werden müssen. Gerade das unsichtbare Tragen des Abzeichens fordert von dem Sammler ein Hin- und Herlaufen und bringt Enttäuschung, wenn sein Anbieten dadurch zur Erfolglosigkeit verurteilt ist. Eine an einen Volksgenossen mit aller Höflichkeit gerichtete Aufforderung im Interesse der Sammler, das Abzeichen sichtbar zu tragen, wurde mit den Worten „Das kann ich doch machen, 'wie i ch will", beantwortet. Meine Volksgenossen, muß das sein? Kaufen Sie ein Abzeichen zugunsten des Winterhilfswerkes, dann tragen Sie es, tragen Sie es aber auch an sichtbarer Stelle."
Jöckel
Ortsgruppenamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Nord.
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Bericht von einer Studienreise in Amerika.
Auf Einladung der Gießener Hochschulgesellschaft hielt gestern abend im großen Saale des Studentenhauses vor einer zahlreichen Zuhörerschaft der Direktor des Tierseuchen-Jnstituts unserer Universität, Professor Dr. Z w i ck, einen außerordentlich fesselnden Vortrag über seine vorjährige Studienreise in den Vereinigten Staaten. Eine sehr große Anzahl interessanter und guter Lichtbilder steigerte den geistigen Gewinn aus den aufschlußreichen Darlegungen des Vortragenden.
Die Reise wurde aus Anlaß des XII. Internationalen Tierärztekongresses unternommen, der vom 13. bis 18. August 1934 in Neuyork im Waldorf- Astoria-Hotel tagte und an dem der Vortragende als Berichterstatter über das Thema „Tuberkulose der Haustiere und ihre Bekämpfung" teilnahm. Auf dem Kongreß, den aus Deutschland 35 Personen besuchten, und dessen offiziellen Verhandlungssprachen Englisch, Deutsch und Französisch waren, wurden zahlreiche Themata behandelt, die sich auf nahezu alle Gebiete der Veterinärmedizin erstreckten. Ihrer Bedeutung entsprechend wurden besonders die Fra- aen der Seuchenbekämpfung, der Nahrungsmittelhygiene und der Fleischbeschau erörtert. Von den für die Kongreßarbeit vorgesehenen 12 Referenten aus Deutschland waren sechs erschienen. Der Kongreß hat viele wissenschaftlich sehr wertvolle Ergebnisse gebracht.
Insbesondere Hal sich auch gezeigt, daß die veterinärmedizinische Wissenschaft Amerikas sich im Verlaufe von wenigen Jahrzehnten dank der großen Geldmittel des Landes zu sehr beachtenswerter höhe entwickelt hat, so daß sie wohl in nicht allzu ferner Zeit auf manchen
Gebieten sogar führend sein wird.
Im Anschluß an den Kongreß unternahm eine größere Anzahl europäischer Teilnehmer eine Studienreise durch einige Staaten von Nordamerika namentlich zum Zwecke der Besichtigung von tierärztlichen Forschungs- und Unterrichts-Instituten. Zunächst wurde von Neuyork die Walker-Gordon- Farm in Plainsboro besucht, eine Riesen-Milchfarm, auf der etwa 1200 Kühe stehen, die auf einem Rotolaktor, einem Melkkarussell, täglich maschinell gemolken werden, so daß in der Stunde etwa 200 Kühe gemolken werden können. Die Milchgewinnung erfolgt hier in der hygienisch und maschinell modernsten Weise. Im Anschluß daran fand eine Besichtigung der Forschungs-Abteilungen des Rockefeller-Jnstituts for Medical Research und der Universität in Princeton statt, beides ausgedehnte und prächtig eingerichtete Forschungs- bzw. Lehranstalten. Bei dem Bericht über den Besuch an Diesen Stätten der amerikanischen Wissenschaft gedachte der Vortragende des verdienstvollen Vorkämpfers auf dem Gebiete der Medizin und Veterinärmedizin Theobald Smith, der Ehrendoktor unserer Universität und 1911/12 Austauschprofessor in Berlin war und vor einigen Wochen gestorben ist. Dann ging die Fahrt weiter nach Ithaka am Cayuga-See, wo die auf einem ausgedehnten Gelände und in schöner Umgebung liegende Cornell- Universität und deren Versuchsfarmen für For- schungszwecke besichtigt wurden. Weiter ging es über Niagarafalls und Detroit, wo die Reisegesellschaft den Fordwerken und dem von Ford errichteten Edison-Institute Museum und Village einen Besuch abstattete. Von besonderem Interesse war in diesem Zusammenhänge die Mitteilung des Vortragenden, daß
den Besuchern die Fertigstellung eines Autos von Anfang bis zum Ende in einem Zeitraum von 40 Minuten praktisch vor Augen geführt wurde und daß bei voller Beschäftigung der Fordwerke täglich 10 000 Autos hergestellt werden können.
Sodann ging die Reise nach Chicago. Hier galt der Besuch von allem den Grobschlächtereien und der Meat Packing Jndustry, die durch 19 Riesen- firmen vertreten wurde (Armour, Wilson, Swift
und auf den Umhüllungen Gewicht und Inhalt zu verzeichnen, da für jede Spende eine Quittung erteilt wird.
Die Kohlenhändler werden aufgesordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am
Dienstag, 5. Februar, zwischen 15 und 18 Uhr, auf unserem Geschäftszimmer, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine werden nicht mehr angenommen.
Ortsgruppe Gießen-Mitte.
Betr.: Pfundsammlung.
Am Mittwoch, 6. Februar, wird in der Ortsgruppe Mitte die nächste Pfundfamrnlung durchgeführt. Wir richten an alle Volksgenossen die Bitte, auch diesmal in der Gebefreudigkeit nicht zu erlahmen. Es ist notwendig, daß jeder nach seinen Kräften spendet.
u. a.). Der Vortragende bezeichnete Chicago als die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, d i e Stadt der Superlative, die im Jahre 1830 erst 70 Einwohner hatte, heute dagegen rund 3,5 Millionen zählt, alljährlich um 70 000 Einwohner zunimmt und jetzt die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Staaten ist. Mit besonderem Interesse nahm die Reisegesellschaft die weltbekannten Chicagoer Groß-Schlachtbetriebe irl Augenschein, aus denen mehr als 80 v. H. der gesamten Fleischversorgung Nordamerikas gedeckt werden.
Stündlich werden in diesen Schlachthäusern 1200 Schweine geschlachtet, täglich 12 000 Stück. Die Schlachtungen gehen in humaner Weise vor sich und werden am laufenden Band durchgeführt. Im Jahre 1933 sind an diese Schlachthöfe von den amerikanifchen Farmen über 8,5 Millionen Schweine, 2,5 Millionen Rinder und Kälber und 3,5 Millionen Schafe im Werte von fünf
Milliarden Dollar geliefert worden.
Der Weltausstellung in Chicago mit ihrer überreichen Fülle an Interessantem und an Sehenswürdigkeiten wurde ebenfalls ein Besuch abgeftattet. Von Chicago fuhr man weiter nach Washington, der parkreichen Regierungsstadt mit ihren Prachtbauten. Eines dieser Riesengebäude ist der Sitz der Zentrale für Landwirtschaft und Veterinärmedizin der Vereinigten Staaten, des Bureau of Animal Jndustry, das in einer großangelegten, weitverzweigten Organisation das ganze Gebiet der Landwirtschaft, Tierzucht und Tiermedizin umfaßt, über einen riesigen Stab von Mitarbeitern, über reichliche Geldmittel und zahlreiche über das ganze Land verteilte Versuchsstationen und Versuchsfarrnen verfügt, von denen einige in der Nähe von Washington besichtigt werden konnten. Der Redner hob in diesem Zusammenhänge hervor, daß in diesem Institut andauernd rege Arbeit zur Bekämpfung der Rinder-Tuberkulose geleistet wird, der es bisher gelungen ist,
rund 60 v. H. des amerikanischen Rinderbesian- des freizumachen von der Rinder-Tuberkulofe.
Ferner ist es der wissenschaftlichen Arbeit dieses Mitarbeiterstabes gelungen, den Erreger der Schweinepe st festzustellen und ein Verfahren auszuarbeiten, mit dessen Hilfe auf dem Wege der Impfung die Schweinepest bekämpft wird. Dem Aufenthalt in Washington folgte ein Besuch in Philadelphia zur Besichtigung der Pennsylvania- Universität mit der dortigen veterinär-medizinischen Fakultät. Von dort aus erfolgte die Rückkehr nach Neuyork, womit die Rundreise ihren Abschluß fand. Am 6. September trat der Vortragende an Bord der „Deutschland", nachdem die Neuyorker Deutsch- Amerikaner den heimreifenden deutschen Volksgenossen überaus herzliche Abschiedskundgebungen dargebracht hatten, die Heimfahrt an, am 14. September traf der Dampfer in Cuxhaven ein.
Im Anschluß an den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Lichtbildervortrag dankte der Vorsitzende der Gießener Hochschulgesellschaft Dr. Meesmann dem Redner mit herzlichen Worten für den überaus fesselnden und anschaulichen Vortrag, er gab weiter seiner Bewunderung für die wissenschaftlichen Leistungen Amerikas Ausdruck, betonte aber auch, daß
diese starke wissenschaftliche Aufwärtsentwicklung in Amerika uns Deutsche mit gewisfer Sorge erfüllen müsse, weil wir angesichts unserer großen finanziellen Rotlage nicht im entferntesten das leisten konnten für unsere Wissenschaft, was im Hinblick auf das viel beffer- geftellte Ausland eigentlich getan werden müsse.
Der Sprecher bat daher, im Rahmen der Gießener Hochschulgesellschaft für die wissenschaftliche Förderung unserer Universität alles zu tun, was überhaupt nur in unseren Kräften steht.
Wir bitten die Hausfrauen, die Spenden ab 9 Uhr vormittags bereitzuhalten und den Inhalt durch Aufschrift auf der Umhüllung kenntlich zu machen, um damit die Sammlerin in ihrer Arbeit zu unterstützen. Für jede Spende wird eine Quittung erteilt.
lieichsbund Volkstum und Heimat.
Kreisring Gießen.
Die Ortsringführer werden hiermit zur feierlichen Eröffnung der Stickerei- und Spitzen- Werkschau am Donnerstag, 7. Februar, 17 Uhr, in das Turmhaus am Brand in Gießen eingelaben. Der Landschaftsleiter Ministerialrat Ringshaufen wird die Werkschau persönlich eröffnen.
Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 20. d. M., täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Allen Frauenverbänden, dem BdM. und den Schulen der Landorte wird der Besuch der Ausstellung empfohlen.
Dienstag, 5. Februar 1935
In München starb, wie schon gemeldet, an seinem 76. Geburtstag Professor Dr. Hugo Junkers, der bekannte Forscher auf dem Gebiete der Wärme- Wissenschaft und des Metall-Flugzeugbaues.
Zwecks Regelung der Besuchszeit wollen sich Verbände und Schulen alsbald mit dem Ortsringleiter Dr. Michel, Gießen, Weserstraße 4, in Verbindung setzen.
Der Qrtsrmg Gießen lädt weiterhin die Mitglieder des Kreisrings zu seiner Abendveranstaltung am Donnerstag, 7. d. M., ein, bei der auch Ministerialrat Rings Hausen sprechen wird (siehe unten!).
Ortering Gießen.
Für Donnerstag, 7. Februar, laden wir unsere Mitglieder und Gäste zu zwei Veran - st a 1 tu n g en ein:
1. Um 17 Uhr eröffnet Herr Ministerialrat Ringshaufen im Turmhaus am Brand eine Stickerei- und Spitzen-Werkfchau, die das Interesse für Frauenarbeit und in deutschem Volkstum wurzelnde Heimgestaltung wachrufen soll. Diese Schau alter Spitzen, Stickereien und Mustertücher aus den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wird jeder deutschen Frau Anregungen geben, besonders aber den technischen Lehrerinnen Wege zeigen für einen an hessisches Volkstum gebundenen Stickereiunterricht.
Die Ausstellung ist bis Mittwoch, 20. Fes b r u a r, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Für gruppenweisen Besuch steht eine sachkundige Führerin zur Verfügung. Zwecks Vereinbarung der Besuchszeit wende man sich an den Orts« ringleiter Dr. Michel, Weserstraße 4. Erwachsens zahlen einen Unkostenbeitrag von 10 Pf.; Schulen gehen grundsätzlich frei, doch stellen wir den Kindern, die dazu in der Lage find, die Zahlung eines Scherfleins anheim.
2. Ilm 2 0 Yi Uhr findet in der Aula des Gym* nafiums, Ecke Hindenburgwall und Bismarckstraße, ein Heimatabend statt, bei dem auch Herr Ministerialrat Ringshausen sprechen roirb« Universitätsprofessor Dr. Funk hält einen Lichtbildervortrag über „den deutschen Wald". Chore der Sängeroereinigung „Liederkranz - Heiterkeit" und deklamatorische Vorträge werden den Abend bereichern. Mitglieder zahlen 10 Pf., Nichtmitglieder 20 Pf. Eintritt.
NS.-Lehrerbund, Gießen-Stadt.
Mittwoch, 6. Februar, Bezirksversammlung in der Neuen Aula ab 17.30 Uhr. Es spricht Prof. Dr. Krüger vom Wittenberg College Springfield im Staate Ohio über: „Die Stellungnahme der Deutschamerikaner zum neuen Deutschland." Auch die Angehörigen unserer Mitglieder sind zur Teilnahme herzlichst eingeladen.
Bundesabend
des Evangelischen Bundes in Gießen.
Der Evangelische Bund in Gießen hielt am Sonntag in der Stadtkirche einen Bundesabend ab. Nach dem gemeinsam gesungenen Liede „Erhalt uns Herr bei deinem Wort" sprach Pfarrer Trapp über „Die evangelische Bewegungin Oe ft er» r e i ch". Die evangelische Kirche habe in Österreich eine ruhmvolle Vergangenheit. Zweimal seien dis evangelischen Deutschen in Oesterreich vor den großen Zwiespalt gestellt worden, ihren Glauben abzuschwören, oder die Heimat zu verlassen. Das erfte Mal geschah es zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges, ein zweitesmal unter Ferdinand II. im Jahre 1731. Viele Tausende verließen die Heimat, viele Tausende aber blieben, wurden katholisch, während sie im Herzen weiter evangelisch waren und geheime Versammlungen abhielten, wenn auch stets in der Bangnis, entdeckt zu werden. Die evangelische Kirche sei lange Zeit eine Kirche des Kampfes und des Märtyrertums in Oesterreich gewesen. Als Ausgang des 18. Jahrhunderts die Duldung des evangelischen Glaubens verkündet worden fei, habe man in der Hofburg zu Wien die Ueberraschung erleben müssen, daß sich noch 70 000 evangelisch gesinnte Menschen vorfanden. Die Los-oon-Rom-Be- roegung habe der evangelischen Kirche weitere Tausende von Anhängern gebracht. In der Gegenwart werde den evangelischen Deutschen das Bekenntnis wiederum schwer gemacht. Wien, als Bundesstaat in sich, vormals marxistisch regiert, habe unter dem Regime Dollfuß eine katholiche Hochburg werden sollen. Unter der marxistischen Regierung seien viels veranlaßt worden, aus der Kirche auszutreten, nun würden sie veranlaßt, sich wieder der Kirche anzuschließen. Die jetzige österreichische Regierung wünsche den Eintritt in die katholische Kirche. Gegen evangelische Geistliche in Oesterreich werde besonders rigoros vorgegangen, weil sie verdächtigt würden, mit dem Nationalsozialismus zu sympathisieren. Aber trotz allem fei die evangelische Bewegung groß und wunderbar. Herzliche Gemeinschaft bestehe in den evangelischen Gemeinden, die zwar über feind prunkvollen Gotteshäuser verfügen, sondern schon froh feien, wenn sie in einem Schulraum Gottesdienst halten konnten und darin vielleicht sogar ein Harmonium vorhanden fei. Der Kampf der evangelischen Kirche in Oesterreich um das reine Wort Gottes fei ein aufrechter Kampf, für den sich jeder mit Gut und Blut einzusetzen bereit fei. Anschließend an den Vortrag sang man das Lied: „Ich weiß, auf wen ich baue!"
Dann sprach Pfarrer Heinemann (Brauer- schwend) über das Thema: „Martin Luthers Kampf in unseren Tagen". Der Vortrag klang in den ge-


