Ausgabe 
5.1.1935
 
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SJl.-tfpOTt

Spielverein Kassel bei der Spielvereinigung 4900.

Die vielen Feiertage an Weihnachten und Neu­jahr brachten insofern für die Gießener Anhänger des runden Leders eine große Enttäuschung, da es keinem Verein gelang einen Wettspielabschluß nach hier zu tätigen. Alle Vereine der näheren und weiteren Umgebung waren wegen vieler Meister­schaftsspiele nicht zu einem Gesellschaftsspielabschluß zu bewegen. Endlich bot das Pokalspiel Nordhessen gegen Brandenburg in Fulda die Gelegenheit für 1900 einen namhaften Gegner zu verpflichten: Spieloerein Kassel. Spielverein Kassel stellt zur Zeit Kassels beste Fußballelf Im Gau XII (Nordhessen) steht die Elf nach Verlustpunkten gerechnet mit der berühmtenBorussia Fulda" hinterHanau 93" auf dem zweiten Tabellenplatz. Bekanntlich bezwan­gen die Kasselaner vor einigen Wochen ihren Haupt­widersacher Borussia Fulda mit 3:2 Toren. Die Kas­seler Gäste treten am kommenden Sonntag in kom­pletter und stärkster Aufstellung auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe an. Die markantesten Erschei­nungen in dieser Elf sind: Kassels bester Torhüter Ocklenburg, der Verteidiger Pape, der sehr gute Mittelläufer Heuckenroth und im Sturm das Jnnen- trio Brüssel, Jstel und Müller.

Man könnte geneigt sein, zu behaupten, daß die Chancen für die Spielvereinigung 1900 gleich Null sind, wenn man nicht wüßte, daß die Leistungen der Gießener Blauweißen an denen des Gegners wachsen. Ein Handicap haben die Hiesigen: der Ver­teidiger Lippert ist nicht dabei, da er in der Gauelf in Fulda mitwirkt. Für ihn tritt Kaps-VfB.-Aßlar ein, dem man nachsagt, daß er zu den besten zählte. Sonst beabsichtigt man im Gießener Lager in der seither gewohnten Aufstellung anzutreten. Daß das Spiel in sportlichem Rahmen bleibt, dafür sorgt Schiedsrichter D e i ß - Nauborn.

1900 II gegen Grünberg I.

Die Einleitung zu dem Ligaspiel machen die Re­serven in einem Meisterschaftskampf gegen Grün­bergs I. Dabei sollten die Gießener erneut die Ge­legenheit wahrnehmen, einen Sieg zu landen.

Die erste Jugend und die Schüler bestreiten in Marburg beim VsB. Kurhessen Gesellschaftsspiele. Der jeweilige Ausgang ist nicht vorauszusagen. Die zweite Jugend, wird auch im Rückspiel in Nie- der-Ohmen nicht um eine Niederlage herumkommen.

Die Spiele d/r Bezirksklasse, Gruppe Gießen-Dill.

Bissenberg Watzenborn-Steinberg (0. Rüspe- ler, Gleiberg); Frohnhausen VfB.-Reichsbahn Gießen (Horn, Bad-Nauheim); BC. Sinn Dil­lenburg (Krug, Friedberg).

DfB.-Reichsbahn Gießen.

Sportverein Oranien Frohnhausen gegen VfB.-Reichsbahn (Liga).

Die Gießener werden in Frohnhausen einen sehr schweren Stand haben. Die augenblicklichen Platz- und Witterungsverhältnisse kommen dem Gastgeber sehr zu statten, da seine Mannschaft durch ihre wuchtige Spielweise und Bevorzugung des Steil­spieles gegenüber den flacher spielenden Gästen im Vorteil sein wird. Aber trotzdem gehen die Hiesigen nicht aussichtslos in dieses Spiel. Allerdings muß die Mannschaft in stärkster Besetzung zu dem Spiele antreten.

VfB.-Reichsbahn II Sportverein Lollar L

Bei Berücksichtigung des hohen Sieges der Lol- larer Mannschaft über den derzeitigen Tabellen­führer könnte man den Gießenern keinerlei Erfolg­aussichten zusprechen, ckber Resultate täuschen manchmal. Die Hiesigen können, wenn man den Jnnensturm körperlich verstärkt und die Mannschaft einen anderen Geist aufbringt, auch gegen die Lol- larer ein ansprechendes Spiel liefern.

FE. Teutonia" Watzenborn-Steinberg

Wahenborn-Sleinberg Visienberg.

Am kommenden Sonntag kämpfen wieder drei Mannschaften der Teutonen um Sieg und Punkte. Sämtliche Spiele werden auswärts ausgetragen.

Die erste Mannschaft tritt die Reise nach Bissen­berg an und müßte der Papierform nach schon vornherein mit einer Niederlage rechnen. Die Teu­tonen geben aber den Mut auch diesmal nicht auf. Wohl hat ihnen das abgelaufene Jahr 1934 manch bittere Enttäuschung gebracht, oft wurden ihnen fast sichere Siege in den letzten Spielminuten noch entrissen, nirgends waren sie auch nur einmal von dem nun einmal beim Fußballsport notwendigen Glück begünstigt. Die Resultate und der Verlauf der Spiele bezeugen dies. Eine Mannschaft, die sieggewohnt in wenigen Jahren die unteren Klassen, oft den Meister stellend, durchgekämpft, auch im ersten Jahre in der Bezirksklasse einen beachtlichen Mittelplatz inne hatte, wird jetzt auf eine sehr schwere Nervenprobe gestellt. Die Mannschaft wird nun in den noch 5 auszutragenden Spielen dieser Serie versuchen, das Mißgeschick, das bisher nicht von ihr wich, zu bezwingen. Unter Voraussetzung einer weiteren ritterlichen Kampfesweise auf dem Spielfeld (keinen der elf Spieler traf jemals ein Platzverweis) ist der Mannschaft und ganz be­sonders der Stürmerreihe mehr Körpereinsatz zu empfehlen.

Die zweite Mannschaft hat gegen die zweite Mannschaft von Wieseck auf deren Platz zum Ver­bandsspiel anzutreten. Die Jugendmannschaft ist Gast bei der ersten Jugendmannschaft des VfB.- Reichsbahn in Gießen. Man sieht hier, gemessen an den bisher gezeigten Leistungen, einem günstigen Abschneiden entgegen.

Die Spiele der Kreisklassen.

Pokalspiele: Heuchelheim Sportfreunde Wetzlar (Küster, Berghausen); Albshausen Wer- dorf (H. Rüspeler, Gießen).

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Krofdorf Leihgestern (Niersbach, Wetzlar); 1900 II Grünberg (Drescher, Wetzlar); VfB. II Lollar (Keller, Naunheim); Burgsolms Wetz­lar II (Post, Wieseck); Bissenberg II Stockhausen (Kaletsch, Wetzlar); Leihgestern II Lollar II (Seitz, Heuchelheim); Wieseck II Steinberg II (Ko ob, Garbenheim); Steinbach Garbenteich (Grote, Mainzlar); Wißmar Treis (Schäfer, Heuchelheim); Bonbaden Leun II (Dietzel, Wetz­lar); Oberbiel Berghausen (Lind, Wetzlar); Oberndorf Bechlingen (Kreiling, Gießen); Aß­lar II Burgsolms II (Hunger, Wetzlar); Spfr. Wetzlar II Waldgirmes (Steuernagel, Nauborn); Wetzlar III Ehringshausen (Schäfer, Ulm); Kinzenbach Frankenbach (Schnabel, Wieseck); -Launsbach Krofdorf II (Sack, Heuchelheim); Rod­

heim Erda (Gerhardt, Steinbach); Alten-Buseck 1900 III (Offenbacher, Gießen) fällt aus.

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Im Kreis Gießen werden am Sonntag zwei Spiele um den DFB.-Pokal ausgetragen. Heuchel­heim empfängt Sportfreunde Wetzlar. Das andere Pokalspiel findet in Albshausen statt, wo Werdorf antritt.

Krofdorf erwartet Leihgestern. Ein knapper Sieg der Leihgesterner sollte zu erwarten sein. Grünberg tritt hier gegen 1900 II an. Man erwartet 1900 als sicheren Sieger. VfB. II hat Lollar zu Gast. Nach dem hohen Sieg Lollars am vergangenen Sonntag sollte der Sieger Lollar heißen. Leih­gestern II erwartet Lollar II. Lollar sollte den Sieger stellen. Wieseck II spielt auf eignem Platz gegen Steinberg II und wird Gelegenheit haben, die im Vorspiel erlittene Niederlage wettzumachen. Steinbach Gflrbenteich, ein Lokalkampf, den Steinbach gewinnen sollte! Treis fährt nach Wiß­mar und hat keine Chance auf Sieg. In Kinzen­bach tritt Frankenbach an. Gegen den Tabellen­führer wird Frankenbach wenig zu bestellen haben. Krofdorf II fährt nach Launsbach, wo der Platz- verein sicherer Sieger werden sollte. Rodheim wird seine guten Tabellenstand gegen Erda zu verteidi­gen wissen.

Sportverein 4920 Heuchelheim.

Erstes Pokalspiel gegen Sportfreunde Wehlar.

Zum 1. Pokalspiel erwartet man in Heuchelheim am morgigen Sonntag die 1. Mannschaft von Sportfreunde Wetzlar. Da im Kreis Gießen Heu­chelheim als einziger Kreisklassen-Derein gemeldet hat, stoßen die Einheimischen bereits beim 1. Tressen auf eine Elf der Gruppe Wetzlar. Heuchelheim muß bei diesem Spiel unter Beweis stellen, daß die Nie­derlage vom Vor-Sonntage nicht auf einen Form- Rückgang 'zurückzusühren ist, sondern, daß die über­aus schlechten Platzoerhältnisse den gewohnten Spielaufbau nicht zuließen. Die morgigen Gäste sind auf eigenem Platze schwer zu schlagen und werden in Heuchelheim sicherlich keine schlechte Partie lie­fern.

Gpielvereinigung 4926 Leihgestern.

Am morgigen Sonntag fährt die erste Mann­schaft von Leihgestern nach Krofdorf, um dort das Verbandsrückspiel auszutragen. Das Vorspiel ge­wannen die Blau-Weißen verhältnismäßig hoch mit 6:1. Da die Leihgesterner in der letzten Zeit wieder in beachtliche Form gekommen sind, so dürfte man der Mannschaft einen Sieg zutrauen. Die zweite Mannschaft trägt ein Verbandsspiel auf eigenem Platz aus. Gegner ist die zweite Mannschaft des SV. Lollar. Wer als Sieger aus dem Kampfe heroorgeht, ist nicht vorherzusagen.

Die Jugend bestreitet ihr letztes Verbandsspiel in Nieder-Ohrnen. Im Vorspiel konterten die Leihgesterner Jungens die Jugend von Nieder- Ohmen mit 5:0 nieder. Ein Unentschieden liegt im Bereich der Möglichkeit.

Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck.

Am kommenden Sonntag erwartet die 2. Mann­schaft des Turnvereins Wieseck die 2. Mannschaft der Teutonen von Watzenborn-Steinberg zum fäl­ligen Rückspiel. Im Vorspiel konnte Steinberg die Gäste mit 6:1 Toren schlagen. Das kommende Spiel wird nun beweisen, ob Steinberg abermals als hoher Sieger das Feld verlassen kann..

Sportverein 4928 Garbenteich.

Am morgigen Sonntag trägt die erste Mann­schaft des Sportvereins Garbenteich ein Verbands­rückspiel gegen Steinbach aus. Beide Mannschaften lieferten sich schon des öfteren heftige Kämpfe. Das Vorspiel in Garbenteich endete mit 1:2 Toren für Steinbach. Da Garbenteich au diesem Rückspiel mit viel Ersatz antreten muß (einige Spieler wurden am Vorsonntag verletzt), so ist der Ausgang des Lokalkampfes nicht vorauszusagen. Man hofft auf einen ritterlichen Kampf.

Ober-Widdersheim Geih-Ridda 8:2 (4:2).

Der vergangene Sonntag sah beide Mannschaf­ten im Verbandsspiel einander gegenüber. Im Vorspiel unterlag Geiß-Nidda auf eigenem Platze mit 4:1. Ober-Widdersheim galt also als Favorit. Die Gäste aus Geiß-Nidda erwiesen sich aber zu­nächst als sehr gefährliche Gegner, denn sie lagen schon nach 10 Minuten mit 2:0 Toren in Führung. Die Platzmannschaft fand sich dann aber und holte Terrain auf, glich aus und konnte bis zur Halb­zeit zwei weitere Tore vorlegen. In der zweiten Halbzeit hatten die Gäste nicht mehr viel zu be­stellen und Ober-Widdersheim konnte mit 8:2 To­ren als verdienter Sieger den Platz verlassen. Die Platzbesitzer konnten sich durch diesen Sieg mit 11:5 Punkten an die Spitze der Tabelle setzen.

Um die Lugendgruppenmeisterschast des DFB., Gruppe Gießen.

VfB.-Reichsbahn Gießen Watzenborn-Stein­berg; Nieder-Ohrnen Leihgestern; Daubringen Großen-Buseck; Heuchelheim Lollar.

VfB.-Reichsbahn 1. Jugend tritt zum letzten Pslichtspiel gegen Watzenborn-Steinberg an. Es wird hier hart auf hart gehen; denn beide Mann­schaften kämpfen um Sieg und Punkte. Die Gäste werdet in Gießen auf einen Gegner stoßen, der sich wieder gefunden hat und der sich den Sieg nicht streitig machen lassen will. Den Vorteil haben die Teutonen" aus Watzenborn-Steinberg in ihrer durchschlagskräftigen Hintermannschaft.

In Nieder-Ohrnen dürfte es das schönste Spiel geben. Die Elf des Gestgebers spielt für ländliche Verhältnisse einen ganz vorzüglichen Fußball. Das angesetzte Treffen Daubringen Großen-Buseck kommt nicht zum Austrag. Heuchelheim sollte gegen Lollar sicherer Sieger bleiben. Lollar ist im Aus­bau begriffen, Heuchelheim spielerfahrener.

Voraussichtlich steigt im Februar das große Freundschaftstreffen Gießen-Stadt- und Landjugend kombiniert, gegen Friedberg-Stadt- und Landjugend kombiniert.

Kurze Sportnotizen.

In den Französischen Alpen gewann Reindl (Tirol) das Springen in Mögeve mit 40 und 52 Meter. Die beiden Deutschen Oster - meier und Neuner wurden Vierter bzw. Sechster.

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B e i einem Olympia-Vorbereitungs­kurs in Kongsberg gewann der einzige teil­nehmende Ausländer, der Deutsche Willi Bog­ner (Traunstein), zur größten Ueberraschung der Norweger den Abfahrtslauf vor der gesamten nor­

wegischen Elite. Bogner benötigte 1:05 Minuten für die etwa 900 Meter.

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2 5 0 0 Meldungen sind zu dem am 13. Ja­nuar im Berliner Sportpalast stattfindenden Hal­lensportfest abgegeben worden.

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Jahresversammlung des Fachamtes für Handball Kreis 8, Lahn-Dill, in Gießen. Am morgigen Sonntag hält der Kreis Lahn-Dill im Fachamt für Handball seine Hauptversammlung in Gießen ab. Auf der Tagesordnung stehen als Wich­tigstes die einzelnen Berichte des Kreisfpielwartes, Schiedsrichterobmannes ufw.

Hans N ü ß l e i n, der deutsche Weltmeister der Berufs-Tennisspleler, ist wieder nach Amerika abge­reist. Er hat eine Stellung in Palm Beach (Florida) angenommen und wird dort einige Monate als Tennislehrer tätig sein. *

Fünfzehn Nationen haben nach einer Schweizer Meldung ihre Tellnahwe an den Welt­meisterschaften im Eishockey zugesagt, die vom 19. bis 27. Januar in Davos ausgetragen werden.

D i e Holland-Becher-Regatta, eine von deutschen Ruderern gern besuchte Veranstal­tung, wird am 21. September ausgetragen.

Handball im Gau XII Lahn-Dillkreis.

Das Ergebnis der Handball- Winterhilfsspiele in Tlordhessen.

Die am 2. Dezember in ganz Deutschland durch­geführten Winterhilfs-Spiele der Handballer haben im Gau Nordhesfen einen Ertrag von 1364,37 Mark gebracht. Da der Gau XII dem Handball­sport noch nicht so erschlossen ist, wie viele andere Gaue in Deutschland, ist das Ergebnis der weni­gen Spiele recht gut.

Handball: 4900 fährt nach Efchwege.

Zum letzten Spiel in der Vorrunde muß die erste Handballmannschaft der Spielvereinigung 1900 in Efchwege dem dortigen Turnverein gegenübertreten. Der dortige Boden ist als heiß bekannt, und den 1900ern, die in etwas veränderter, jedenfalls nicht vollständiger Aufstellung spielen müssen, wird es sehr schwer fallen, sich durchzusetzen. Es darf dabei auch nicht übersehen werden, daß die Platzmann­schaft in den letzten Wochen wesentlich an Spiel­stärke gewonnen hat. Für die Spielvereinigungs­leute ist das Treffen insofern von erhöhter Bedeu­tung, als es die Entscheidung bringt, ob die Mann­schaft in der Spitzengruppe verbleibt oder nicht. Angesichts dieser Tatsache sollte von allen Beteilig­ten restloser Einsatz erwartet werden.

Die zweite Handballmannschaft der 1900er macht ebenfalls die Reise mit, um der zweiten Garnitur des Tv. Eschwege ein Freundschaftsspiel zu liefern.

Handball im Kreis Lahn-Dill.

Vezirksklasse:

Tuspo. Marburg Tv. Roth: Die Mar­burger Mannschaft sollte dem Gast ein ziem­lich gleichwertiges Spiel liefern. Ob es jedoch zu einem Sieg reicht, erscheint fraglich.

Kurhessen Marburg Tv. Lützellinden: Das zweite Marburger Spiel hat auf die Ent­scheidung der Meisterschaftsfrage in dieser Klasse große Bedeutung. Bei dem technisch guten Rüstzeug beider Mannschaften ist mit einem wechselvollen Spiel zu rechnen, dessen Ausgang ein knapper für Marburg fein sollte. Ein Sieg der Gästemann­schaft würde aber ebensowenig überraschen.

Tv. Kirchgöns Tv. Goßfelden: Die Gäste werden wohl um eine Niederlage nicht her- umkommen.

Kreisklasse I:

Tv. Krofdorf Tv. A tz d a ch : Ein Spiel, dessen Ausgang im voraus schwer zu bestimmen ist. Beide Mannschaften waren bisher abwechselnd er­folgreich.

Tv. Dornholzhausen Tv. Hochel­heim: So gut die kämpferischen Qualitäten der Platzbesitzer auch sein mögen, so werden sie sicher nicht ausreichen, um den Gästen ernstlich gefährlich zu werden.

Sp. 05 Wetzlar Tv. Hörnsheim: Auch hier haben die Gäste die größeren Siegesaussichten.

Tv. Albach Tv. Langgöns: Auf eigenem Platz steht ein Sieg für Albach außer Frage. Trotz­dem dürfen die Gäste nicht unterschätzt werden.

Tv. Holzheim Tv. Heuchelheim: Die wichtigste Angelegenheit der Staffel II steigt in Holzheim, wo der Tabellenführer auf seinen harten Widersacher Holzheim trifft. Die Gäste befinden sich z. Zt. in einer recht guten Form und haben Aus­sicht auf einen, wenn auch knappen Erfolg.

Preisklasse II:

Tv. Lollar Tv. Launsbach: Die Gäste stehen hier vor einer schweren Aufgabe, die aber nicht unlösbar erscheint, wenn die Mannschaft auf dem Damm ist. Die Platzmannschaft hat erst am vergangenen Sonntag ihre aufsteigende Form unter Beweis gestellt und wird sicher versuchen, auch dies­mal einen Sieg herauszuholen.

Tv. Erda Tv. Dutenhofen: Die Gäste werden zu kämpfen haben. Mit einem knappen Er­folg kann gerechnet werden.

Tv. Staufenberg Tv. Dorlar: Eine sichere Sache für die Gäste. Das Resultat dürfte aber trotzdem nicht so sehr hoch ausfallen, da Stau­fenberg auf eignem Platz immerhin starken Wider­stand leisten wird.

Preisklasse III:

Tv. Holzheim II Tv. Heuchelheim II. Tv. Münchholzhausen II. Tv. Lützellinden II.: Beide Begegnungen sollten nur knappe Entscheidungen bringen.

Eine Gaargedenkmünze.

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Zur Saarabstimung hat die Bayerische Staatsmünze nach dem Entwurf des saarländischen Bildhauers Fritz Koelle eine besondere Gedenkmedaille geschaffen, die im Einver­nehmen mit dem Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers und mit Genehmigung des Reichs­innenministers zugunsten des Saarhilfswerkes verkauft wird.

Aus aller Wett.

Der Hauptmann-Prozeß. Oberst Lindbergh im Kreuzverhör.

Wie Hauptmanns Anwalt Reilly be­kanntgibt, beabsichtigt die Verteidigung im H a u p t- mannprozeß, den Beweis zu führen, daß an der Entführung des Kindes von Lindbergh fünf Personen beteiligt gewesen seien; deren Na­men konnten aber erst in dem weiteren Ver­lauf der Verhandlungen bekanntgegeben werden. Ferner solle der Beweis erbracht werden, daß das Kind aus feinem Schlafzimmer über eine Treppe hinab und durch eine Tür hinausgebracht worden fei und nicht durch das Fenster vermittels einer Leiter, wie in der Anklage behauptet wird. Lind­bergh machte Bekundungen über die Spuren, dje er in der Nähe des Finsterfimfes des Kinderzim­mers gefunden hatte. Lindbergh erklärte, Haupt­manns Stimme fei dieselbe, die er bei der Zah­lung des Lofegeldes auf dem Friedhof in Bronx gehört habe.

Dann begann Hauptmanns Anwalt, Reilly, mit feinem Verhör. Er fragte Lindbergh nach der Herkunft und den Verwandten feiner Hausangestell­ten, besonders des Diener-Ehepaares W h e a t l e y und des Kinderfräuleins Betty G o w. Lindbergh mußte zugeben, daß er nicht gewußt habe, daß das Kinderfräulein einen Bruder in Kanada habe, und ihr zweiter Bruder mit den Behörden von New Jersey Schwierigkeiten gehabt habe. Die Verneh­mung Lindberghs durch den Anwalt ging schließlich in ein Kreuzverhör über. Man merkte deut­lich die Absicht der Verteidigung, nachzuweisen, daß die Entführung des Kindes im Hause Lindbergh, jedoch nicht von irgendeinem Mitglied des Haus­haltes geplant worden sei. Im übrigen meinte Lind­bergh, es sei unmöglich gewesen, das Kind die Haupttreppe hinunter und aus der Vordertür hin­auszutragen, ohne daß die Aufmerksamkeit seiner Frau oder seiner selbst erregt worden wäre, da sie sich zu der fraglichen Zeit im Eßzimmer aufgehalten hätten.

Der Rechtsanwalt richtete an Lindbergh die Frage: Halten Sie es nicht für eigenartig, daß das Kind, das an einer Erkältung litt, um 7 Uhr abends

zu Bett gelegt wurde, und daß bis 10 Uhr nie­mand nach ihm fah? Der Staatsanwalt legte gegen diese Frage erfolgreich Verwahrung ein, wie auch gegen die Frage, ob Lindbergh im Ver­laufe der Untersuchung gehört habe, daß er s e l b st entführt werden sollte. Des weiteren sagte Lindbergh aus, daß die Lösegeldbriefe keine Fingerab­drücke aufroiefen. Es treffe nicht zu, daß er die Polizei ersucht habe, von einer Untersuchung ab­zusehen, da er allein die Untersuchung habe führen wollen. Dann beantragte der Verteidiger Lind­bergh eingehend über seine Verhandlungen mit Dr. London, der die Verhandlungen wegen des Lösegeldes an der Kirchhofsmauer mit dem angeb­lichen Entführer gepflogen hatte. Lindbergh sagte, er sei zuerst der Ansicht gewesen, daß mehrere Per­sonen an der Entführung beteiligt gewesen seien. Jetzt sei er aber der Meinung, daß nur eine Per­son in Frage komme, und zwar Hauptmann. Darauf wurden die Verhandlungen vertagt.

Ein großer Velrugsprozeh in Wiesbaden.

Vor der Großen Strafkammer begann ein Pro­zeß gegen den früheren Rechtsanwalt B o e k e r und den Detektiv Haas. Beide waren in der Sepa- r a t i ft e n 3 e i t engste Mitarbeiter des berüchtigten Dr. Dorten. Beiden wird Be­trug und Wucher, Boeker außerdem gewohnheits­mäßige Hehlerei und Anstiftung zur Unterschlagung zur Last gelegt. Sie empfahlen sich gegen­seitig gegenüber den Klienten. Sie suchten sich als Opfer stets Personen aus, die sich in starker Ge­mütsdepression befanden, oder geschäftlich unerfahren waren, und veranlaßten sie für wertlose Leistungen unverhältnismäßig hohe Honorare zu zahlen. In einem Ehescheidungsprozeß ließen sie sich ein Hono­rar von 28 165 RM. zahlen. Don einem Münchener Kaffeehausbesitzer, dessen Tochter geschieden werden sollte verlangten Boeker und Haas einen Kredit von 50 000 RM. Sie erhielten Wechsel in Hohe von 107 000 RM., die der kreditgebenden Bank als Sicherheit gegeben werden sollten. Die Versuche Boekers, Kredit zu erhalten, blieben aber erfolglos. Die Verhandlung mußte abgebrochen werden, da der Angeklagte Boeker ihr nicht mehr folgen zu können glaubte.