straße 33. 29.: Anna Böhm, aeb. Reineck, Witwe, 62 Jahre alt, Wetzsteinstraße 12; Heinz Schneider, 3 Jahre alt, Bleichstraße 5; Karl Germann, Bäckermeister, 83 Jahre alt, Wolkengasse le; Kätchen Menz, Näherin, 35 Jahre alt, Ludwigstraße 57; Frieda Eugenie Rinderknecht, ohne Beruf, 27 Jahre alt, Neustadt 57. 30.: Luise Wirth, geb. Gebhard, Witwe, 65 Jahre alt, Ludwigstraße 57.
** Kurzschrift und Schreibmaschine. Man schreibt uns: In dem gewaltigen Ringen um Deutschlands Wiedererstarkung darf kein Mittel ungenützt bleiben, die Leistungsfähigkeit unseres Volkes zu erhöhen. Ein derartiges Mittel ist auch die Kurzschrift, die es ermöglicht, mit der Arbeitskraft haushälterisch umzugehen. Der neue Staat hat sich ihrer darum angenommen und fördert sie auf jede nur mögliche Weise. Die Kurzschrift soll ein unentbehrliches Hilfsmittel für alle schreibenden Menschen werden. Nicht weniger wichtig, ja vielleicht noch wichtiger, ist in den Büros die Schreibmaschine. Die sachgemäße, die Arbeitskraft am meisten schonende und flotteste Schreibweise ist das Zehnfinger-Blindschreiben. Leider ist noch vielfach das sog. „Tippen" gang und gäbe. Jeder Tipper muß sich umstellen und übergehen zum kultivierten Schreiben des modernen Stenotypisten. Beides, Kurzschrift und sachgemäßes Maschinenschreiben, muß Gemeingut aller Gebildeten werden. Wer sie nicht erlernt, schadet sich selbst und unserem Volke. Man beachte die heutigen Anzeigen.
** Oeffentliche Vücherhalle. Im Dezember wurden 1748 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 9, Zeitschriften 21, Gedichte und Dramen 5, Erzählende Literatur 1097, Jugendschriften 257, Länder- und Völkerkunde 117, Kulturgeschichte 5, Geschichte und Biographien 131, Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 44, Heer- und Seewesen 7, Haus- und Landwirtschaft 3, Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 11, Staatswissenschaft 26, Sprachwissenschaft 1, Sport 3, Fremdsprachliches 4 Bände. Nach auswärts kamen 6 Bände.
Amtsgericht Gießen.
Wegen übler Nachrede wurde ein Mann von Heuchelheim zu einer Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt. Der Angeklagte beleidigte in einer Wirtschaft in Heuchelheim in Anwesenheit anderer Personen den dortigen Ortsgruppenleiter und dessen Stellvertreter. Der Angeklagte leugnete zunächst, die beleidigenden Aeuße- ruygen getan zu haben, er wurde jedoch durch die beeidigten Zeugenaussagen überführt. Den Beleidigten wurde Publikationsbefugnis zugesprochen.
Ein Bäckermeister aus Gießen wurde durch Strafbefehl mit einer Geldstrafe von 5 Mark belegt, weil er nach 19 Uhr Backwaren verkaufte. Dagegen verfolgte er Einspruch. Das Gericht hielt ihn jedoch für schuldig und erkannte aus die im Strafbefehl festgefetzte Strafe.
Der Arbeitseinsatz der Angestellten im Dezember
Die Stellenvermittlung für Angestellte der Deutschen Arbeitsfront, Berufsgruppenamt, berichtet von einer günstigen Entwicklung des Arbeitseinsatzes für Angestellte im Dezember. Durch die infolge des Weihnachtsfestes verkürzte Berichtszeit ist ein leichter Rückgang der Besetzungsaufträge und Vermittlungen gegenüber dem Vormonat bedingt. Ebenso ist die Zahl der Bewerber zurückgegangen. Dabei stecken im Zugang zahlreiche Bewerber in ungekündigter Stellung. Die gesamte Besserung wird am sichtbarsten dadurch gekennzeichnet, daß die Bewerbung um eine neue Stelle nicht mehr allein den Ersatz eines verlorenen Arbeitsplatzes bezweckt, sondern daß Stellenwechsel wieder Weg zur Erweiterung beruflichen Wissens und damit zum Aufstieg wird. Das Weihnachtsgeschäft wirkte im Dezember in erster Linie belebend auf den Einzelhandel. Neue Einstellungen sind vor allem im Lebensmittelhandel erfolgt, während die Angestellten in Geschäftszweigen für Waren, die länger lagern können, schon früher eingesetzt wurden.
Die Lehrstellenvermittlung ist bereits in voller Tätigkeit. Erfreulicherweise liegt heute schon eine große Anzahl Aufträge zur Besetzung von Lehrstellen für den 1. April 1935 vor.
Daß auch unabhängig vom Weihnachtsgeschäft die günstige Entwicklung andauert, beweisen die Anforderungen für Kaufmannsgehilfen aller Art. Eine gute Beschäftigung weisen Metall- und Elektroindustrie, sowie infolge des offenen Wetters das Baugewerbe auf. In der Nahrungsmittel- und Genußmittelindustrie herrschte im Berichtsmonat sehr starke Nachfrage zum größten Teil nach guten Verkäufern und Dekorateuren. Die Maschinenindustrie und die chemische Industrie, teilweise Spedition, Banken, Versicherungen, haben gut zu tun. Für die Jahresabschluß-Arbeiten konnte eine große Anzahl Kaufmannsgehilfen in Aushilfestellungen vermittelt werden. Verlangt werden insbesondere gute Kurzschriftler und Maschinenschreiber, gute Verkäufer und Dekorateure mit guten Kenntnissen in Lack- und Plakatschrift, Buchhalter, Korrespondenten und Kontoristen mit vielseitigen Kenntnissen.
In der Techniker - Vermittlung bestanden gute Einsatzmöglichkeiten für praktisch ausgebil
dete Kräfte für den feinmechanischen Apparatbau, Vorrichtungs- und Werkzeugbau, sowie Tiefbau- und Hochbautechniker, Mangel besteht an Kalkulatoren, die das „Refa-System" beherrschen und über mehrjährige praktische und theoretische Ausbildung verfügen. Fühlbarer Mangel ist unvermindert an Kataster- und Vermessungs-Technikern festzustellen. Gesucht wurden auch Diplom-Ingenieure in der Maschinenindustrie und Regierungsbaumeister im Hoch- und Tiefbau. Verlangt wurden auch Konstrukteure für Verbrennungskraftmaschinen und Spezial-Konstrukteure in der Aufbereitungsindustrie.
In der Werkmeister - Vermittlung bestand gesteigerte Nachfrage in der Textilindustrie, z. B. für Flachsspinnereien, in der Bauindustrie, z. B. nach Beton-, Maurerpolieren und Schachtmeistern, sowie in der Maschinen-Jndustrie bzw. Werkzeugbranche, in der Dreher und Fräsermeister für den Vorrichtungsbau angefordert wurden. An Ramm- und Baggerführern bestand teilweise Mangel.
Die Stellenvermittlung für Büro- und B e - hördenangestellte hatte Aufträge von Reichsverwaltungen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Provinzialbehokden, der Reichsbahn, sowie landwirtschaftlichen Buchstellen und Parteidienststellen, vorliegen. Gesucht wurden Maschinenschreiber, Buchhalter, Sparkassenangestellte, sowie Kassen- und Verwaltungsgehilfen.
Bei den weiblichen Angestellten besteht weiterhin fühlbarer Mangel an tüchtigen Stenotypistinnen. Aber auch erste Verkäuferinnen, sowie Einkäuferinnen fehlen. Berlin meldet erfreulicherweise Unterbringung älterer Kräfte, auch solcher über 40 und 45 Jahre in feste Stellungen, sowie langfristige Aushilfsstellen. Große Schwierigkeiten macht die Unterbringung älterer Angestellter in der Hauswirtschaft, wahrend jüngere, besonders auf dem Lande, gesucht sind.
In der Wohlfahrtspflege ist der Ausgleich zwischen ehrenamtlicher, sowie berufsamtlicher und bezahlter Arbeit noch nicht gefunden. Das Verständnis für soziale Arbeit als Berufsarbeit wächst nur langsam. Vereinzelt wurden junge Kräfte für die Betreuung der Landhelferinnen angefordert.
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 6. Januar:
Tag der Saar. — Reichssendungen.
6.35' Uhr: Aus Hamburg: Morgenruf von der Saar, ein Saarlied, Choral, Saar-Glocken. — Anschließend: Hafenkonzert. Dazwischen: Hörbericht vom Eintreffen der Ueberseedeutschen zur Saarabstimmung. 8.15: Nachrichten. 8.25: Ländliche Musik. 9: Aus 'der St. Martinskirche in Trier: Katholische Morgenfeier. 9.45: Feierstunde der Schaffenden. 10.15: Evangelische Morgenfeier. 11: Saarländische Volksmusik. 11.30: Bach-Kantate. 12: Mit- tagskonzert des SS.-Musikzuges Ellwangen. 13: Kleines Kapitel der Zeit.. 13.15: Orchesterkonzert Das große Orchester des Reichssenders Berlin und der Berliner Funk-Chor. 14.30: „Puppenspiele von der Saar". 15: Musik der deutschen Landschaften. Ringsendung. 17: Sozialismus der Tat. Hörspiel. 17.30: Märsche ehemaliger Regimenter des Saargebietes. 18.30: Konzert des Sinfonie-Orchesters für Pfalz und Saar. 19.15: Die Saar-Kantate. Musik von Hermann Erdlen. 20: Uebertragung einer Kundgebung aus dem Berliner Sportpalast.
TUonfag, 7. Januar.
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik IT. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen-
spruch. — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. Tempo — Tempo! 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. Jetzt basteln wir! (Faltlampenschirm). 15.30: „Dreikönigstag". 15.45: Bücherfunk. 16: Nachmittaaskonzert 18: Jugendfunk. 18.15: Neue deutsche Dichtung. Rainer Schlösser. 18.25: „Neuer Geist in Frankreich?" Dichter als Wegbereiter für eine Verständigung 18.50: Lieblinge' von der Leinwand. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.10: Volk und Wirtschaft an der Saar. Berichte und Gespräche. 20.30: Heitere Musik am Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk.
Briefkasten der Mdaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
5). 13., Verjährung der Zinsen. Da Zinsforderungen, auch Hypothekzinsforderungen, in vier Jahren verjähren, besteht für Sie keine Verpflichtung zur Zahlung.
Obecheffen.
Ein Kindesmörder in Butzbach hingerichtet.
D a r m ft a d t, 4. Jan. (LPD.) Wie die Justizpressestelle mitteilt, wurde am Freitag in der Zellenstrafanstalt Butzbach der Kindesmörder Karl D e h m e r aus Pfungstadt, zuletzt wohnhaft in Darmstadt, hingerichtet, nachdem der Herr Reichsstatthalter in Hessen von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht hat.
D e h m e r war durch Urteil des Schwurgerichts der Provinz Starkenburg vom 30. Juni 1934 wegen begangener Sittlichkeitsverbrechen und wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Er hatte seine beiden Stieftöchter in fast noch kindlichem Alter geschwängert und das von der einen Tochter neugeborene Kind in einem Bett erstickt. An der Tötung des Kinders waren die Stieftochter und die Ehefrau Dehmers mitbeteiligt. Die Ehefrau wurde zu Zuchthaus, die Stieftochter zu Gefängnis verurteilt.
Landkreis Gießen.
wg. Großen-Bufeck, 4. Jan. Gestern wurde im Gemeindewald, im Distrikt Dörselsberg, die schwer st e Buche unseres Waldes gefällt. Der Stamm hat an der Erde einen Durchmesser von 1,10 Meter und einen Umfang von 3,45 Meter. Die Buche lieferte 3,85 Festmeter Stammholz, 13 Raummeter Reisig und etwa 10 Raummeter Brennholz.
* Steinh eim, 4. Jan. Der Schäfer Otto Hofmann I. von hier konnte ein nicht alltägliches Jubiläum begehen. Er steht als Schäfer seit nunmehr 40 Jahren im Dien sie der Gemeinde. Unter seiner verantwortungsbewußten Arbeit hat die Schafzucht in unserer Gemeinde stets gute Förderung erfahren. Der Jubliar, der einer alten Schäferfamilie entstammt, erfreut sich allgemeiner Wertschätzung.
Kreis Friedberg.
* Münzenberg, 4. Jan. Seit langer Zeit ist es in unserer Gemeinde Sitte, daß der Schafhirt zu Weihnachten die Herde heimtreibt. Der Schafhirt Otto Kullmer hielt es in diesem Jahre aber anders. Er wollte den Bauern das Futter strecken helfen und behielt deshalb die Herde draußen. Die Bauern und Bäuerinnen waren ihm dafür sehr dankbar und brachten ihm als Anerkennung für fein Opfer einen g e - schmückten Weihnachtsbaum an den Schäferwagen auf das.Feld. Gemeinsam wurde ein Weihnachtslied gesungen, ein Bauer hielt eine Ansprache; der Schafhirt dankte in herzlichen Worten. Mit einem weiteren Weihachtslied klang die seltene und erhebende Feier aus.
Kreis Büdingen.
* Bingenheim, 4. Jan. Der beim Holzfällen beschäftigte Maurer Albert Helfrich von hier erlitt einen schweren Unfall. Der bedauernswerte Mann konnte sich beim Umlegen eines Baumes nicht schnell genug entfernen, so daß er getroffen wurde und mit Brustquetschun- gen sowie mit schweren Verletzungen am linken Arm in das Friedberger Krankenhaus gebracht werden mußte.
Kreis Schollen.
-r- Ober-Schmitten, 4. Jan. Unter zahlreicher Beteiligung einheimischer und auswärtiger Trauergäste wurde heute die sterbliche Hülle des langjährigen Gemeinderechners und Schmiedemeisters Wilhelm Völker zu Grabe getragen. 25 Jahre verwaltete der Entschlafene mit vorbildlicher Pflichttreue und peinlichster Sorgfalt sein Amt in der Gemeinde, bis ihm nach mehrtägigem Kranksein der Tod die Feder aus der Hand nahm. Er erreichte ein Alter von 66 Jahren. An seinem Grabe legten Bürgermeister Mantel für die Gemeinde und Schmiedemeister Hofmann für die Schmiedeinnung des Kreises Kränze nieder. Ein ehrendes Gedenken wird die Gemeinde dem Heimgegangenen allzeit bewahren.
Kreis Alsfeld.
I Alsfeld, 4. Jan. Vom Heimatmuseum des hiesigen Gefchichts- und Altertumsvereins wurde kürzlich eine Sammlung alter Bücher und Schriften ins Leben gerufen, die in den früheren Räumen des Alsfelder Stadtarchivs untergebracht wird. Die Sammlung weist schon einen stattlichen Bestand von zum Teil recht wertvollen und interessanten Stücken auf. Durch Schenkungen und Stiftungen soll die begrüßenswerte Sammlung weiter ausgebaut werden.
CO Alsfeld, 4. Januar. Am Neujahrstage gastierte — wie schon seit vielen Jahren — wieder die Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e im großen Saale des „Deutschen Hauses" Die Vortragsfolge, die sehr abwechslungsreich gestaltet war, brachte im ersten Teil Streichmusik, während der zweite Teil der Blasmusik gewidmet war. Der ausgezeichnete Ruf, den die Kapelle auch hier genießt, hatte eine außerordentlich starke Zuhörermenge vereinigt, die begeistert den frischen Klängen der Reichswehrkapelle lauschte und mit herzlichem Beifall dankte, der zahlreiche Zugaben nötig machte. Besonderen Widerhall fanden die beliebten Fanfarenmärsche und eine Reihe von Solovorträgen, die hohes künstlerisches Können verrieten.
* Angenrod, 4. Jan. In den Dömbergschen Waldungen erlitt der Holzhauer Heinrich Löb einen Unfall. Beim Fällen einer Eiche zog er sich einen Beinbruch zu, so daß er sofort in ärztliche Behandlung gebracht werden mußte.
st. Kirtorf, 4. Jan. Um die Mitternachtsstunde derSilvester n a ch t fand hier auf dem Marktplatz in althergebrachter Weise eine Feier statt. Nach dem Glockengeläute hielt Bürgermeister L a - ther eine Ansprache, die der Bedeutung der Stunde Ausdruck g-ab. Ein Choral leitete über zu der Ansprache des Ortsgeistlichen Pfarrer M o n n a r d. Sodann wurde gemeinsam, unter Begleitung des hiesigen Bläserchores, das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott" gesungen. Zum Schluß brachte Bürgermeister Lather ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer aus. Gemeinsam wurden das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. — Die NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hielt im Saale von Schaaf einen Bunten Abend ab. Humoristische Gesangs- und Gedichtvorträge sowie artistische Darbietungen füllten den Abend aus.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
)( Fellingshausen, 4. Jan. Der hiesige Stützpunkt der NSDAP, veranstaltete in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saale des Gastwirts Hch. Haus einen Deutschen Abend. Stützpunktleiter Pg. Krauskopf eröffnete die Veranstaltung mit einer Ansprache, in der er besonders auf die Bedeutung des Abends hinwies und dankte für den zahlreichen Besuch, mit dem gleichzeitig das größte soziale Hilfswerk aller Zeiten, das WHW., unterstützt werde. Den Mittelpunkt des Abends bildete die Vorführung von zwei Theaterstücken. Als erstes wurde ein Südseekolonialstück, „Der Mann ohne Heimat", gegeben, das in spannender Spiel- Handlung das Schicksal der ehemaligen deutschen Kolonien in der Südfee vor Augen führte. Das Stück arbeitet bewußt darauf hin, daß Deutschland wieder in den Besitz seiner Mandatsgebiete gelangt, wenn der Verwirklichung dieser Gleichberechtigung auch noch vieles im Wege steht. Unser Führer Adolf Hitler geht seinen iWeg zielklar und ohne Haft, und er wird das deutsche Recht auf Kolonien dann amtlich geltend machen, wenn er es verwirklichen kann. Dieses Stück sowie ein darauffolgender Einakter wurden mit größtem Beifall ausgenommen. Zur Verschönerung des Abends trugen Gustav Wagner und der hiesige Gesangverein durch Gesangesdarbietungen bei. Außerdem gab die Feuerwehr durch die Darstellung eines lebenden Bildes einen Ausschnitt aus ihrer segensreichen Tätigkeit. Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine Verlosung. Dem Winterhilfswerk konnte ein recht ansehnlicher Betrag zugeführt werden. Da
allgemein der Wunsch zu einer nochmaligen Aufführung geäußert wurde, wird voraussichtlich an einem der kommenden Sonntage eine Wiederholung stattfinden.
Zuchthaus für einen rückfälligen Abonnementsbetrüger.
][ Marburg, 4. Jan. Der 29jährige Georg B ö ß e r aus Zimmersrode bei Treysa stand vor dem Schöffengericht unter der Anklage, in der Marburger Gegend einen Frankfurter Zeitungsverlag dadurch geschädigt zu haben, daß er, ohne im Besitz der notwendigen Vollmacht zu sein, die fälligen Abonnementsgelder kassierte und für sich verbrauchte. Er wollte aus Notlage gehandelt haben. Angesichts der Feststellung, daß Bößer wegen ähnlicher Betrügereien bereits achtmal vorbestraft ist, erkannte das Gericht wegen fortgesetzten Betruges im Rückfall auf 1 Jahr 6 M o - nate Zuchthaus, 3 Jahre Ehrverlust und 300 Mark Geldstrafe, ersatzweise weitere 30 Tage Zuchthaus.
Scharfer Schuß in der Neujahrsnacht.
LPD. Dillenburg, 4. Jan. In der Neujahrsnacht wurde auf das Wohnhaus von Dr. C. Dönges aus einem Karabiner ein scharfer Schuß abgegeben, der das Fenster der im ersten Stock gelegenen Wohnung des Kreisarztes Dr. Ganz durchschlug und in die Rückwand des Zimmers drang. Glücklicherweise befand sich in diesem Augenblick niemand im Zimmer. Dem leichtsinnigen Schützen — ein anderer Beweggrund als Leichtsinn kommt wohl nicht in Frage — ist man auf der
Bekanntmachung.
Die bereits fälligen Strom- und Gasgelder im Stadt- und Ueberlanbgebiet für den ^onat Lovern, ber 1934 können noch bis zum tS-^nuar1935. ohne Kosten bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis z diesem Termin erfolgt Beitreibung und Sperre auf Kosten des Abnehmers.
Gießen, den 2. Januar 1935.
Direktion der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke.
Bekanntmachung
Dienstag, den 8. Januar 1935, findet in Gießen Rindvieh- (Ruhvieh-) INarkt statt. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 60C
Nächster Schweinemarkt: Ulittrood), den 23. Januar 1935.
Gießen, den 5. Januar 1935.
sRiirnprmpifte£ci Gießen. Ritter, Oberbürgermeister.
Bekanntmachung.
Die Lieferung von Blumen für die Bepflanzung der Beete in den öffentlichen Anlagen soll vergeben
Angebote auf Vordruck, die bei uns erhältlich, sind
Donnerstag, dem 10. Januar 1935, norm. 10 Uhr, hier einzureichen.
Gießen, den 5. Januar 1935.
Städtisches Hoch- und Tiefbauamt.
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barem Nutzen. NeuI Bei Schnupfen, Lichtverbrennungen und Brandwunden hilft die „Uviol • Heilsalbe“ sofort. Bitte verlangen Sie die neue Illustrierte Broschüre 843 mit Preisen KARL EGNER, Gießen, Bahnhof Kolonnade. Med. Fachgeschäft, Tel. 4191. — Unverb.Vorführung all. Originalfabrikate der Quarzlampengesellschaft m.b.H., Hanau. "


