Urlaubswg Dresden (Sfabtbefud)) vom 25. bis 29. Januar.
Als zweiter Stadtbesuch bietet die NSG. „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, die Möglichkeit zum Besuche von Dresden in der Zeit vom 25. bis 29. Januar. Die Fahrt beginnt am 25. Januar, vormittags. -Die Unterbringung erfolgt in Einzelquartieren. Die Verpflegung beginnt am 25. Januar mit dem Abendbrot und endigt mit einem gemeinsame^ Mittagessen der Teilnehmer in Leipzig am 29. Januar. In dem Gesamtpreis sind enthalten: Führungen und Besuch der Sehenswürdigkeiten Dresdens (Zwinger usw.), Besuch einer Opernvorstellung in der Dresdner Oper und ein sächsischer Heimatabend. Am 29. Januar, früh, wird die Heimfahrt angetreten, wobei ein mehrstündiger Aufenthalt in Leipzig vorgesehen ist. Auchhier ist eine Stadtrundfahrt mit Omnibussen im Preise bereits eingeschlossen. Die Rückfahrt erfolgt am Nachmittag nach dem gemeinsamen Mittagessen. Die Fahrtkosten betragen 38,— RM. Endtermin für die endgültige Anmel- .dung ist am Dienstag, 15. Januar.
Anmeldungen zu den Fahrten werden auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, entgegengenommen.
Wir machen darauf aufmerksam, daß es in diesem Jahre unmöglich ist, alle Urlauber nur in den Mo-
Die Deutsche Arbeitsfront.
NS.-Gemeinschast »Kraft durch Freude".
naten Mai bis August wegzubringen. Es muß die Verteilung aus das gesamte Jahr erreicht werden.
Urlaubszug Berlin (Stadtbesuch) vom 25. bis 29. Januar.
Wahrend im kommenden Sommer vorwiegend Aufenthalte in den schönsten Gebieten Deutschlands vorgesehen sind, bietet die NSG. „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, während der Wintermonate besondere Gelegenheiten zum Stadtbesuch. Die erste dieser Fahrten führt vom 25. bis 29. Januar nach Berlin. Die Teilnehmer werden in Einzelquartieren untergebracht. Die Verpflegung in Berlin beginnt am 25. Januar mit dem Abendbrot und schließt am 29. Januar früh mit dem Frühstück. Für die Heimfahrt wird den Urlaubern an Stelle des ausfallenden Mittagessens für die Bahnfahrt ein Reisefrühstück mitgegeben. Für Berlin sind vorgesehen und im Preise eingeschlossen: Eine Stadtrundfahrt in Omnibussen, Führung und Museumsbesichtigung, Besuch des Berliner Zoo, eine Fahrt nach Potsdam mit Besichtigung des Schlosses Sanssouci. An einem Abend sind außerdem die sämtlichen Fahrtteilnehmer zum Besuche des Theaters des Volkes der Bühne der NSG. „Kraft durch Freude" zusammengezogen. Die gesamten Kosten betragen 38 Mark. Die Anmeldefrist ist bis zum Dienstag, 15. Januar, Rückkehr am 29. Januar, abends.
Das schaffende Gießen.
Von 35913 Einwohnern sind 15039 erwerbstätig.
Die Berufszählung des Jahres 1933 fiel in eine Zeit der schwersten wirtschaftlichen Krise. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, deren Höhepunkt mit Machtübernahme durch die nationalsozialistische Regierung zusammenfiel, hatte eine Arbeitslosigkeit von rund 18 Prozent aller Erwerbstätigen zur Folge. Nur durch das energische Eingreifen des Führers wurde eine Wirtschaftskatastrophe größten Ausmaßes verhindert.
In kürzester Frist konnten Millionen arbeitsloser Volksgenossen wieder in ein Arbeitsverhältnis zurückgeführt werden.
Es konnten zwar nicht alle Volksgenossen wieder in ihren eigentlichen Beruf untergebracht werden, aber das große Ziel, die Arbeitslosigkeit zu verringern und neue Arbeitsmöglichkeiten, ganz gleich welcher Art, zu beschaffen, wurde erreicht.
Es konnte allerdings nicht ausbleiben, daß sich in den einzelnen Berufsgruppen im Vergleich zu 1925 Verschiebungen ergaben, die durch die langjährige Arbeitslosigkeit bedingt wurden. Zum ersten- male seit einem halben Jahrhundert hat sich die Zahl der industriellen Arbeitskräfte verringert. Die Rückführung tausender Volksgenossen aus der Industrie in die Landwirtschaft machte sich in der letzten Berufszählung allerdings noch nicht bemerkbar, weil das große nationalsozialistische Siedlungswerk Mitte 1933 erst im Entstehen begriffen war. Wenn also hier und da durch die beruflichen Umschichtungen sich Verschiebungen ergaben, so hleibt die soeben veröffentlichte Erhebung über die Berufsgliederung des deutschen Volkes trotzdem sehr interessant und aufschlußreich.
Saardeuischer Abend des Sparerbundes.
Die Berufsgliederung in der Stadl Gießen
An erster Stelle in der Berufsgliederung steht nach wie vor die Gruppe „Industrie und Handwerk" mit 4 0,4 v. H. aller Schaffenden überhaupt, während mit 28,9 v. H. die Landwirtschaft und mit 18,4 v. H. die Gruppe Handel und Verkehr folgen. Die Gruppen „Öffentlicher Dienst und private Dienstleistungen", sowie „Häusliche Dienste" nehmen nur mit 8,4 bzw. 3,9 v. H. der Erwerbstätigen ein. In der Stadt Gießen sind also die meisten Einwohner in der Gruppe „Industrie und Handwerk" beschäftigt. Die Berufsgliederung nach den fünf Berufsgruppen ergab für .Gießen folgendes Bild. Es waren 1933 er
werbstätig in der Gruppe
Land- und Forstwirtschaft 413
Industrie und Handwerk 4899
Handel und Verkehr 4506
Oeffentl. Dienst und private
Dienstleistungen (Beamte) 3878
Häusliche Dienste 1343
Von den 35913 Einwohnern der Sladl Gießen waren 1933 demnach insgesamt 15 039 erwerbstätig. Unter den Berufstätigen befanden sich 4792 Frauen und Mädchen. Am Stichtag der Berufszählung wurden 2324 Erwerbstätige als „erwerbslos" gezählt: das waren 15,5 Prozent aller Schaffenden in unserer Stadt.
Erfreulicherweise hat sich die Zahl der Erwerbslosen seit Mitte 1933 aber ganz erheblich verringert. Von Monat zu Monat konnten immer mehr Arbeitslose wieder in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden.
stunden geradezu stehlen mußte, dachte ich öfters: Wenn ich einmal „fertig" bin, dann soll gelesen werden! Dazu ist es freilich nicht gekommen. Denn cs ist merkwürdig, je mehr Zeit man hat, desto weniger kommt man zum Lesen. Es ist wie bei einem kostbaren Geschenk. Je seltener wir es erhalten, desto mehr Freude bereitet es uns. Und wenn wir uns tagsüber redlich gemüht haben, dann erst können wir ein Buch mit dem rechten Genuß lesen.
Die ersten Bücher kaufte ich mir von meinem Taschengeld. Es waren meistens billige Heftchen, aber sie waren mir mehr wert, als alle schön gebundenen Werke in der Schülerbücherei; denn sie waren mein Eigentum. Andere sammelten Briefmarken und Münzen oder rauchten Zigaretten. Ich dachte nur immer: Wenn ich einmal viel Geld habe, dann kaufe ich mir viele, viele Bücher.
Ein Bekannter sagte mir einmal beim Anblick meiner langen Bücherreihen: „Das ist doch eine tote Kapitalanlage." Wie sehr irrte er sich! Ich lächelte nur, denn ich wußte, daß kein Geld so gut angelegt ist als das, das wir für gute Bücher ausgeben. Wir feiern Feste, wir gehen ins Theater, wir besuchen Konzerte und Unterhaltungsabende, wir find in den Bergen und an der See. Das kann immer nur kurze Zeit fein. Von allem bleibt uns nur die Erinnerung. Die Bücher aber find immer da und laden uns ein. Ein kleines Gedichtbändchen hilft uns über manches Schwere, oder es macht uns auch recht froh. Wie wunderbar zart und bilderreich unsere deutsche Sprache ist, merkt man beim Lesen eines Gedichtes von Goethe, Mörike oder Storm. Das find Stunden, in denen die Gegenwart versinkt.
Ich kenne ein deutsches Gedicht, das nur zum ersten Male die Schönheit und den Wohllaut unserer Muttersprache vermittelt hat, daß ich fast körperlich fühlte: Wie schön, wie unendlich schon sind diese Verse! Und noch etwas erschloß nur dieses eine Gedicht: die Liebe zur deutschen Lyrik überhaupt! Ich war damals vielleicht 18 Jahre alt. Ich werde nie den Frühlingstag vergessen, an dem ich dieses Gedicht fand und las und immer wieder las, bis ich es auswendig konnte.
Kein Geschenk ist so wertvoll wie ein schönes Buch. Schokolade wird gegessen, Blumen welken, Ringe können zerbrechen, aber ein Buch bleibt und erinnert immer wieder an den Geber.
Bücher können beruhigen wie die Trostworte einer besorgten Mutter, aber sie können auch aufwühlen und begeistern. Aber niemals werden sie uns im Stiche lassen. Sie sind die treuesten Freunde des Menschen. Mr-
Unser neuer Roman.
Nachdem wir den Abdruck des Romans „Das Geheimnis um Eva" von Rainer Feld en in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heutigen Nummer unseres Blattes mit einem neuen großen Romanwerk. Wir glauben, das Jahr 1935 in unserem Romanteil nicht besser beginnen zu können, als mit dem erst vor kurzem beendeten jüngsten Werk einer Autorin, die im vergangenen Jahr von Erfolg zu Erfolg eilte und bald zum erklärten Liebling eines großen Lesepublikums wurde. Unser neuer Roman heißt:
„Was soll ich Denn mit einem Anio?" Von Käthe Metzner.
Die Verfasserin hat mit ihren früher bei uns erschienenen Romanen „Und nun, Ellen?" und „Rosemarie, Rosemarie", deren sich unsere Leserinnen und Leser sicher mit dem größten Vergnügen erinnern werden, schlagend bewiesen, daß sie ihr Publikum zu fesseln und bis zur letzten Zeile in Atem zu halten versteht. Käthe Metzner.weiß genau, worauf es gerade bei einem Zeitungsroman in täglichen Fortsetzungen ankommt, das zeigt ihr neuester Roman „Was soll ich denn mit einem Auto?" besonders eindringlich und überzeugend. Hier wird der schwere Lebensweg eines armen jungen Mädchens durch viele Enttäuschungen und Schicksalsschläge zu einem reinen großen Glück ergreifend und mit außerordentlicher Spannung geschildert. Das ist ein Roman nach dem Herzen unserer Leserinnen, ein Roman, der ein großer Erfolg werden und überall in Stadt und Land begeisterte Aufnahme finden wird.
Deutsche Arbeitsfront.
Rechtsberatungsstelle.
Die Sprechstunden der Rechtsberatungsstelle der DAF. Gießen in allen sozial- und arbeitsrechtlichen Sachen finden in Nidda und in Büdingen ab Montag, 7. Januar, wieder regelmäßig statt. Sprechstunde in N i d d a : 10 bis 12 Uhr Rathaus, Sprechstunde in Büdingen: 15 bis 17 Uhr Braunes Haus.
Berufsgruppe der Werkmeister.
Am Samstag, 5. Januar, nachmittags 4 Uhr, monatliche Zusammenkunft im Kaufm. Vereinshaus, Gießen, Wernerwall. Es spricht der Bezirksschulungsleiter des Luftfchutzbundes Schuch a rd t über „Ist die Bevölkerung Deutschlands gegen Luftangriffe gesichert?"
Reichsbund Volkstum und Heimat.
Ortsring Gießen.
Der Vortrag von Stadtbaurat Gravert über „Die Entwicklung der hessischen Stadt", zu dem die DAF. unsere Mitglieder eingelaben hat, findet nicht im „Hindenburg", sondern im Kunstwissen- ischaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, heute um 20.30 Uhr statt. Eintritt frei!
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Sießen-Sud.
Die P f u n ö f a m m l ung in der Ortsgruppe Gießen-Süd wird am Dienstag, 8. Januar, von der NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pakete bereitzustellen und auf den Umhüllungen Gewicht und Inhalt zu verzeichnen, da für jede Spende eine Quittung erteilt wirb.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samtstag, Deutsche Arbeitsfront, Deutsche Angestelltenschaft, Reichsbund Volkstum und Heimat, NS.-Bund Deutscher Techniker und Reichsbund Deutscher Baumeister: 20.30 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Vortrag von Stadtbaurat Gravert über „Die Entwicklung der hessischen Stadt". — Stadttheater, 16 bis 18.45 Uhr: „Peter- chens Mondfahrt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich tanze nur für Dich". — Aftoria-Licht- fpiele, Seltersweg: „F. P. 1 antwortet nicht". — Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr, Jahreshauptversammlung im Cafe Ebel. — Artillerie-Verein, 20.30 Uhr, ,Monatsversamm- lung im „Heffifchen Hof".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 15 bis 18 Uhr: „Der Freischütz". 19.15 bis
Die Ortsgruppe Gießen des Sparerbund e^s vereinigte am gestrigen Freitag zahlreiche Mitglieder, sowie Gäste im Hotel Hindenburg zu einem Saardeutschen Abend.
Der Leiter der Sparerbunds-Ortsgruppe, Herr Lorenz, betonte nach seinen Begrüßungsworten, daß die Saarfrage nicht die Sache irgend eines bestimmten Volksteiles, oder irgend einer Berufsgruppe fei, sondern Sache des deutschen Volkes in allen feinen Gliederungen. Der Sparerbund wolle deshalb nicht an dem Schicksal unserer deutschen Brüder und Schwestern an der Saar vorübergehen. Das Saargebiet dürfe uns aber auch als Rohstofflieferant nicht verloren gehen. Der Sparerbund halte es aus diesen Gründen für angebracht, auch seinerseits auf die große Bedeutung der unmittelbar bevorstehenden Saarabstimmung aufmerksam zu machen.
Sodann ging der Vereinsleiter zu dem Vortrag des Abends über, der durch Lichtbilder recht anregend gestaltet war. Der Vortragende umriß zunächst die Geschichte des Saargebietes, betonte, daß es immer nur Deutschlands Schwäche und innere Zerrissenheit gewesen sei, die in Frankreich die Wünsche nach dem Saargebiet wachgerufen hätten, er wies darauf hin, daß Frankreichs Politik durch Jahrhunderte Öen Rhein als Grenze erstrebe und infolgedessen auch das Saargebiet einbeziehen wolle. Das Saargebiet sei bisher nur zweimal für verhältnismäßig kurze Zeit und unrechtmäßiger Weife französisch gewesen.
Nach kurzer Schilderung der geographischen Lage ging Herr Lorenz dann auf die landschaftlichen Schönheiten des Saargebietes ein, sprach von den reizvollen Flußtälern, dem glücklichen Zusammenklang von Industrie und Landschaft, von den Schönheiten des Warndts, von den bodenständigen Arbeitern der Hütten und den ebenso bodenständigen Bergleuten usw. 60 v. H. des Landes feien landwirtschaftlich genutzt Das deutsche Volkslied fei lebendig erhalten, niemand spreche französisch, da die eigentliche Sprachgrenze 40 Kilometer westlich des
21.30 Uhr: „Das Spiel von den Heiligen Drei Königen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich tanze nur für Dich". — Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „F. P. 1 antwortet nicht". — Gießener Konzert-Verein, 17 Uhr, 2. Solistenkonzert. — VHC.: Wanderung.
— Stadttheater Gießen: Heute, 16 Uhr, das Weihnachtsmärchen: „Peterchens Mondfahrt", von Baffewitz. — Sonntag, 6. Januar, 15 Uhr, Sondervorstellung für „Kraft durch Freude" mit der letzten Aufführung der romantischen Oper: „Der Freischütz" von Weber in der Besetzung der Erstaufführung und mit Generalmusikdirektor Stöver, Bad-Nauheim, als Dirigenten; für diese Sonderveranstaltung findet nur ein beschränkter Kartenverkauf statt. 19.15 Uhr letzte Aufführung von Timmermans Weihnachtslegenden- Spiel: „Das Spiel von den heiligen drei Königen", Spielleitung Intendant Hanns König. — Dienstag, 8. Januar, „Christa, ich erwarte dich" von Möller und Lorenz; Spielleitung Kurt Lüpke. —
Saargebiets liege. Viele deutsche Sitten und Gebräuche seien an der Saar unverändert deutsch erhalten. Viele Bauwerke zeugten von deutschem Kunstschaffen, und in den Gassen liege eine Stimmung, wie sie nur in deutschen Gassen sein könne.
Nach einer kurzen Pause, die durch einige geschäftliche Mitteilungen ausgefüllt wurde, beschäftigte sich der Redner noch mit der Industrie des Saargebiets. Das Saarland mit seinen Gruben und mit den vielen Eisenhütten könne als das drittgrößte deutsche Industriegebiet betrachtet werden. Die endgültige Rückgliederung in das Reich werde dem Saargebiet einen wirtschaftlichen Aufschwung verschaffen, der die Mißwirtschaft der französischen Machthaber im günstigsten Sinne für das Saargebiet ablösen werde. Mit einem eindrucksvollen Hinweis auf die Abstimmung am 13. Januar und auf die glückhafte Bedeutung der Rückkehr des Saargebietes in das Reich beschloß der Vortragende feine beifällig aufgenommenen Ausführungen.
Als Führer der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine sprach dann Herr Thum. Er freue sich, so führte er u. a. aud, daß man sich auch in den Kreisen der Sparer herzlich der Sache der Saardeutschen verbunden fühle. Das Volk an der Saar sei immer deutsch gewesen und werde es immer bleiben. Arn 13. Januar werde die Sonne der Freiheit über dem Saargebiet leuchten. Das Volk an der Saar wolle endlich heim zum Reich. Es werbe ein großes Erlebnis sein, wenn dann der Führer mit seinen Getreuen in Saarbrücken einziehen werde. Gie Jugend und alle deutschen Volksgenossen würden mit ihm durch die Straßen ziehen.
Zum Abschluß des Abends betonte Herr Lorenz, daß die hiesigen Saardeutschen von den besten Wünschen für ihre Reife zur Abstimmung in das Saargebiet begleitet würden. Mit Erinnerungen an den verewigten Reichspräsidenten, mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler, auf Volk und Reich, sowie mit dem gemeinsam gesungenen Saarlied fand der Abend seinen Abschluß.
Mittwoch, 9. Januar, 19.30 Uhr, letzte Aufführung der Walzeroperette: „Alt Wien" von Lanner. — Freitag, 11. Januar, bleibt das Theater wegen der Vorbereitungen zu Boettichers „Der König" geschloffen. — Sonntag, 13. Januar, findet aus Anlaß der Saar-Abstimmung, um der Würde des Tages auch im Spielplan des Theaters zu entsprechen, die Erstaufführung des Dramas: „Der König" von Max von Boetticher statt.
— Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Für den Liederabend des Konzertvereins am kommenden Sonntag, 6. Januar, wurde die Konzertsängerin Adelheid Arnhold aus Berlin gewonnen. Die Künstlerin, die zu den gefeiertsten Liedersängerinnen des In- und Auslandes gehört, wird neben zwei Arien von Sarti und Händel Lieder von Schubert, Schumann, Wolf und Brahms fingen. Eine Kritik über das Brcchmsfest in Wien 1933 schreibt: „Ich suche eine Frauenstimme, die mit der der Arnhold zu vergleichen wäre; vergeblich; die scheinbare Reizlosigkeit dieses hellen und hohen So
prans ist gerabe sein eminentester Reiz." Die Klavierbegleitung von Fräulein Arnhold liegt in den Händen des Pianisten Albert Hofmann aus Wiesbaden, der zwischen den Liedern die Beecho- vensche Klaoievsonate op. 31,3 in Es=£>ur, ein Werk heiterster und ausgelassenster Launen vortragen wird.
SA.-Oienst und Kirchenbesuch.
ELP. Der Reichsinnenminister hat auf Grund einer kirchlichen Anfrage betr. SA.-Dienst am Sonntag den folgenden Bescheid erteilt: „Der Chef des Stabes der SA. hat mir nunmehr mitgeteilt, daß es zwar unmöglich fei, die Sonntage völlig dienstfrei zu machen, daß aber jetzt feftgelegt wird, daß für die jüngeren SA.-Männer mindestens ein Sonntag, für die älteren SA.-Männer zwei bis drei Sonntage im Monat dienstfrei bleiben. Die Einheiten sind angewiesen worden, den Sonntagsdienst so zu legen, daß Störungen von Gottesdiensten verhindert werden."
Verfehlungen bei der Handwerkskammernebenstelle Gießen.
Von der Justizpressestelle Gießen wird uns mitgeteilt:
Eine vor einiger Zeit bei der Handwerkskammer- Nebenstelle Gießen vorgenommene Revision der Kassen- und Buchführung hatte erhebliche Anstände und den Verdacht größerer Unterschlagungen ergeben. Nach Bekanntwerden wurde von der Staatsanwaltschaft unverzüglich ein Verfahren eingeleitet, über das jedoch aus verschiedenen Gründen mit Rücksicht auf den Untersuchungszweck bis heute in der Presse keine Mitteilung erfolgen konnte. Der Hauptbeschuldigte Otto M a f f e n g e i l in Gießen ist in das Ausland geflüchtet und konnte bisher noch nicht feftgenommen werden. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, insbesondere in der Richtung, ob noch weitere Personen an den Verfehlungen beteiligt sind.
Daten für Sonntag, 6. Januar.
1412: geb. die Jungfrau von Orleans, Jeanne d'Arc, in Domremy (geft. 1431); — 1776: geb. der preußische Major und Freiheitskämpfer Ferdinand von Schill in Wilmsdorf bei Dresden (gefallen 1809); — 1827: geft. Charlotte von Stein, Goethes Vertraute in Weimar (geb. 1742).
Daten für Montag, 7. Januar.
1308: Bund «der drei Schweizer Urtantone: Uri, Schwyz und Unterwalden; — 1529: der Erzbildner Peter Vischer in Nürnberg gestorben (geboren um 1460); — 1831: Reichspostminister Heinr. Stephan, Gründer des Weltpostvereins geboren (gestorben 1897).
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 5. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (frische) 12 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 8 bis 9, Rote Rüben 8 bis 9, Spinat 12, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 40, Schwarzwurzeln 22 bis 25, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., Birnen 10, Nüsse 40 bis 50, Honig 45 bis 50, junge Hähne 90 bis 100, Suppenhühner 75 bis 85, Gänse 75 bis 85, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf.
** Neue Ferienordnung der Universitäten. In diesem Jahr wird an Deutschlands Hochschulen erstmalig eine neue Ferienordnung eingeführt. Das am 14. Januar wieder beginnende Wintersemester wird am 15. Februar bereits schließen. Das Sommersemester nimmt am 1. April bereits seinen Anfang und dauert bis zum 29. Juni, schließt also einen Monat früher als in den vergangenen Jahren. Oster- und Pfingstferien fallen in diesem Jahre aus.
** Die Lieferung von Blumen für die städtischen Anlagen betrifft eine Bekanntmachung des Hoch- und Tiefbauamtes in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.
** Fällige Strom- und Gasgelder bezahlen! Die Direktion der städtischen Werke erinnert in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil an die umgehende Bezahlung der Strom- und Gasgelder für den Monat November 1934. Wer jetzt immer noch nicht bezahlt, hat mit unangenehmen Folgen zu rechnen. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen.
** Viehmarkt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Der nächste Schweinemarkt wird am Mittwoch, 23. Januar, abgehalten.
** D i e Anmeldung zu den Gesellenprüfungen betrifft «eine Anzeige der Handwerkerinnung der Maler usw. in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei.
** 2)1 e Führung der Ortsgruppe Gießen im Reichsoerband für deutsche Jugendherbergen ist an Studienrat Dr. Duseberg, Kaiserallee 83, den seitherigen Geschäftsführer der Ortsgruppe, übergegangen. Der bisherige Ortsgruppenführer Dr. Flörke ist zum Gauobmann für Oberheffen und den Kreis Wetzlar bestellt worden. Die Geschäftsführung der Ortsgruppe übernimmt Studienreferendar Bausch, Liebigstraße 78. Ausweise werden nach wie vor ausgestellt auf dem städtischen Jugendamt, Garten- straße 2, auf dem Amt für Leibesübungen der Universität für Studenten und in den Schulen für Schüler.
** Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in Gießen in der Zeit vom 16. Dezember bis 31. Dezember 1934: 16.: Marie Kirschbaum, geb. Feyh, Witwe, 55 Jahre all, Wolkengasse 23. 17.: Johann Georg Müller, Fuhrmann, 67 Jahre alt, Steinstraße 38; Valentin Gonter, Regiments-Schneider i. R., 77 Jahre alt, Kaiserallee 54. 19.: Susanne Paul, geb. Petry, Witwe, 78 Jahre alt, Bahnhofstraße -64. 20.: Berta Johanna Vogt, geb. Jost, Witwe, 84 Jahre alt, Wilhelmstraße 53; Elisabeth Karnbach, geb. Börmer, 80 Jahre alt, Am Kugelberg 23; Karl Johannes Henrich, ohne Beruf, 17 Jahre alt, Mittelweg 14. 21.: Georg Müssing, Metzger, 72 Jahre alt, Schiffenberger Weg 41. 24.: Richard Tarnogrocki, Rechnungsrat i. R., 79 Jahre alt, Am Nahrungsberg 12; Katharine Simon, geb. Zecher, 72 Jahre alt, Walltorftraße 39. 25.: Jakob Konrad, Mechanikermeifter, 68 Jahre alt, Hamm- straße 16; Adolf Strack, Landgerichtsrat i. R., 63 Jahre alt, Ludwigsplatz 11; Minna Schlierbach, geb. Jung, 65 Jahre alt, Licher Straße 74. 27.: Philipp Wild, ohne Beruf, 72 Jahre alt, Bahnhof-


