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Von derVerliner Treuekundgebung für den Führer
den Ermordeten nicht und wisse nicht das mindeste von ihm.. Dadurch ward der Verdacht, er habe ihn erstochen, noch verstärkt, und da sich im Laufe des Tages Zeugen fanden, die den Toten gekannt hatten, wurde auch erzählt, der Jüngling habe mit dem Schmied vor Zeiten eine Freundschaft gepflegt, sich aber eines Mädchen wegen im Streit von ihm getrennt. Daran war nur wenig Wahres, aber doch ein kleiner Kern, den auch der Unschuldige furchtlos zugab, feine Unschuld beteuernd und nicht um Gnade, sondern nur um Gerechtigkeit bittend.
Der Richter zweifelte nicht, daß er' der Mörder fet, und dachte bald Beweisgründe genug zu finden, um ihn abzuurteilen und dem Henker zu übergeben. Je mehr der Gefangene leugnete und von allem nichts wissen-wollte, um so mehr wurde er für schuldig gesprochen.
Mittlerweile hatte der eine seiner Brüder — de älteste war seit gestern in Geschäften über Feld —, 314 Hause vergebens auf den Jüngsten gewartet und ihn gesucht. Als er zu hören bekam, sein Bruder liege gefangen und sei des Totschlags angeklagt, den er hartnäckig leugne, ging er sofort zum Richter.
nun eine Schar bezaubernd schöner einheimischer Frauen zusammengetrommelt hatte und mit den Aufnahmen beginnen wollte, da fand es sich, daß die Damen nicht eitel genug waren, um vor der Kamera das ständige Betelkauen zu unterlassen. Davon bekamen sie nämlich dunkelrote Zähne, und wenn man sie bei den Frauen selbst vielleicht ganz apart finden konnte, so verschwanden die Zähne auf der Photographie überhaupt, und das störte den Gesamteindruck doch ganz erheblich. Als die Filmleute es mit einem strengen Verbot versuchten, zogen die Schönen schmollend wieder ab, unablässig Betel kauend. Dann verzichteten sie eben darauf, berühmte Filmstars zu werden, und leider mußte dieser Versuch der Filmexpedition als mißlungen bezeichnet werden.
„Kormoran" macht Weihnachtsurlaub.
(th) Neuy 0 rk.
Euch, lasset sie laufen und nehmet mich, der ich bereit bin, mein Verbrechen mit meinem Leben zu büßen.
Sein Nachdenken kam zu keinem Ende, und er sah ein, daß hier mit gewöhnlichen Menschengedanken kein Ziel zu finden sei. Darum ließ er am anderen Tage die Gefangenen in guter Obhut und begab sich zu dem Kurfürsten, dem er diesen merkwürdigen Handel in aller Deutlichkeit erzählte.
Der Kurfürst hörte mit der größten Verwunderung zu und sagte am Ende: „Das ist eine sonderbare und seltene Sache! Ich glaube in meinem Herzen, daß keiner von den Dreien den Totschlag begangen hat, auch nicht der, den Eure Wächter festgenommen haben, sondern daß alles wahr ist, was er anfänglich sagte. Doch, da es sich um Verbrechen an Leib und Leben handelt, können wir den Verdächtigen nicht kurzer Hand laufen lassen. Darum will ich Gott selbst zum Richter über diese drei getreuen Brüder anrufen und sie unter sein Urteil stellen."
So wurde es denn gehalten. Es war in der Frühlingszeit, und an einem hellen, warmen Tage'
und dank meiner reichen Erfahrungen auf diesem Gebiete weiß, was zu einer dauerhaften und glücklichen Ehe gehört, tue ich den schon so lange geplanten Schritt und werde mit meiner Frau in meinem kleinen Landhäuschen in Norfolk einen ungetrübten Lebensabend genießen."
Was aus einem Mastbaum alles werden kann
(0. sfh.) R i 0 de Janeiro.
In den schon längst der Geschichte angehörenden Zeiten der Vizekönige von Brasilien kam einer derselben auf den Gedanken, die Mastbäume einer abgetakelten Fregatte zum Bau des „Theatro Lyrico" in Rio de Janeiro zu verwenden. Wegen Baufälligkeit mußte dieses alte Baudenkmal der Spitzhacke geopfert werden, wobei man, zum nicht geringen Staunen der Bautechniker, eben jene Masten bloßlegte, die im Mauerwerk die Hauptstützpfosten des Theaters bildeten. Die frühere Benutzung des runden „Pfostens" als Schiffsmasten wurde durch eingehende Untersuchung festgestellt. Die sorgfältige Auswahl des Holzes, die durch den ersten Verwendungszweck bedingt war, und der gute Zustand, in dem sich das alte, trockene Material noch befand, bewogen einen Jnstrumentenfabrikanten, die Masten zu erwerben und sie zur Fabrikation von — Violinen zu verwenden. Die erste aus diesem gewiß seltenen Rohmaterial hergestellte Geige wurde einer Zeitung geschenkt, die einen Wettbewerb für jugendliche Violinisten veranstaltet, in dem besagte Geige den ersten Preis bilden wird.
Claas wünscht sich eine Tochter.
D. Haag.
Die Familie des Arbeiters Claas P. zog von Rotterdam nach Vlifsingen. Die Frau, als faktisches Oberhaupt der Familie, erschien bei der Polizei, um die Abmeldung vorzunehmen. Der Beamte blätterte in dicken Büchern, stellte einen Schein aus und legte ihn der Frau zur Unterschrift vor.
Frau P. zuckte im letzten Augenblick zurück, als wäre sie von der Tarantel gestochen. Da wurden mit ihr und ihrem Manne klar und deutlich sechs Kinder abgemeldet, und sie konnte sich Leim besten Willen nicht daran erinnern, jemals mehr als vieren das Leben geschenkt zu haben. Es kam zu einem heftigen Disput, in dessen Verlauf der Be- amte behauptete, daß ihm Derartiges noch nicht vorgekommen sei. Womit es seine Richtigkeit haben dürste.
Es wurde also eine Nachprüfung vorgenommen. Die beiden überzähligen Kinder, zwei Mädchen im Alter von anderthalb Jahren und drei Monaten erschienen zum ersten Male in den Registern des Standesamtes in Rotterdam, und dort stand auch der Vermerk, daß Claas P. als der leibliche Vater selbiger Kinder an Ort und Stelle erschienen sei, um die Anmeldung vorzunehmen.
Claas P. wurde vernommen. Er gestand unter dem Druck der Anwesenheit seiner stattlichen Ehehälfte, daß es die Sehnsucht nach einem Mädchen gewesen sei, die ihn zweimal dazu veranlaßt habe, auf dem Standesamt diesbezügliche Aussagen zu machen. Der Beamte hätte ihm dann jedesmal gratuliert, und dann habe sich Claas jedesmal wenigstens für eine Sekunde als glücklicher Vater eines Töchterchens gefühlt, was ihm der Himmel in Wahrheit immer versagt hätte.
Der Standesbeamte war ordentlich gerührt und hätte die Sache wohl auf sich beruhen lassen. Aber Madame P. durchschaute mit kriminalistischem Blick die Situation, eilte zur Krankenkasse und stellte dort fest, daß Claas bei jedem Mädchen unter Vorlegung der standesamtlichen Bescheinigung acht Gulden behoben habe.
Und nun wußte sie, wie es kam, daß Claas so häufig verdächtig nach Schnaps gerochen hatte, obgleich sie ihn doch wabrlich kurz aenua aehall-n hatte, um derartige Exzesse zu vermeiden. Also nicht die Sehnsucht nach einem Mädchen — die Sehnsucht nach dem Schnaps war es, die Claas zu einer kleinen Schiebung verleitet hatte.
. ''Herr Richter", sagte er, „Ihr habt einen Unschuldigen gefangen genommen, gebet ihn frei. Sehet, ich bin der Mörder, und ich will nicht, daß em Schuldloser für mich leiden soll. Ich war mit dem Schmied verfeindet und habe ihm nachgestellt, und gestern am Abend tr-af ich ihn, wie er eines geheimen Bedürfnisses wegen in jenen Winkel eintrat, da ging ich ihm nach und habe ihn mit meinem Messer ins Herz gestochen."
Verwundert hörte der Richter diese Beichte an und ließ den Bruder fesseln und sicher bewahren, bis Klarheit in den Handel käme. So lagen die Brüder beide im selben Hause in Ketten, doch wußte der Jüngste nichts davon, was sein Bruder für ihn getan hatte und bestand eifrig auf der Beteuerung seiner Unschuld.
Zwei Tage gingen dahin, ohne daß Richter und Scharwächter neues hätten entdecken können, und schon war der Richter geneigt, dem angeblichen Mörder, der sich selber anklagte, Glauben zu schenken. Da kehrte der älteste Bruder von seinen Geschäften zurück, fand niemand im Hause und erfuhr von den Nachbarn, wie es um seinen jüngsten Bruder stehe und wie der zweite sich für ihn dem Richter gestellt habe. Da ging er noch in der Nacht hin, ließ den Richter wecken und kniete vor ihm nieder mit den Worten: „Edler Herr Richter, Ihr habet zwei Unschuldige in Ketten liegen, die um meiner Schuld willen leiden. Den Schmied hat weder mein jüngster Bruder umgebracht noch der andere, der sich aus Mitleid angegeben hat, sondern ich selber habe den Mord begangen. Ich kann nicht länger ertragen, daß andere' für mich gefangen sitzen, die keinerlei Schuld haben, und ich bitte
Nun war der Richter noch mehr erstaunt und wußte keinen Rat, als daß er auch den dritten Bruder gefangen setzte.
, Am frühen Morgen aber, als der Wärter dem jüngsten Bruder sein Gefangenenbrot durch die Tur hineinreichte, sagte er zu ihm: „Jetzt möchte ich doch wissen, wer von Euch dreien eigentlich der Unhold ist." Soviel er bat und fragte, der Wärter wollte ihm nichts weiter erzählen,'aber er schloß aus seinen Worten, daß seine Brüder gekommen seien, um ihr Leben statt des seinen herzugeben. Da weinte er und schrie laut und begehrte, zum Richter gebracht zu werden, und als er in Ketten "or dem Richter stand, weinte er von neuem und ,agte: „O Herr, verzeihet, daß ich Euch so lange hingehalten habe! Aber ich dachte, niemand habe meine Tat gesehen und niemand könne meine Schuld beweisen. Nun aber sehe ich wohl, daß alles seinen gerechten Gang gehen muß, ich kann mich nicht langer sträuben und will in aller Ehrlichkeit bekennen, daß freilich ich es war, der den Schmied aus Eifersucht getötet hat, und daß ich es bin, der mit seinem armen Leben dafür bezahlen muß."
Da riß der Richter die Augen weit auf und glaubte zu träumen, seine Verwunderung war unbeschreiblich, und es begann ihm vor dieser seltsamen Angelegenheit im Herzen zu grauen. Er ließ den Gefangenen von neuem einschließen und bewachen, wie auch die beiden Brüder, und saß lange in Nachdenken versunken, denn er sah wohl, daß nur einer von den Brüdern der Mörder sein konnte und daß die anderen nur aus Edelmut und seltener Bruderliebe sich selbst dem Henker dargeboten hatten.
müssen sie auswandern. Auf dem großen Friedhof ruhen viele Generationen der 42 Familien. Jede Familie hat ein gleich großes Stück Feld zum Bebauen. Dinge, die auf der Insel nicht erhältlich sind, werden auf den benachbarten Inseln gegen Lebensmittel eingetauscht. Geld, wofür auf der Insel feine Verwendung ist, wird in einer offenen Truhe im Tempel deponiert. Streit ist sehr selten und wird schnell beigelegt. Man meint, auf der Insel der glücklichsten Menschen zu sein, aber die Menschen machen einen sehr ernsten Eindruck und sprechen wenig.
Die gescheiterte Filmaufnahme.
R. D. Bombay.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Iweiundvierzig Familien
auf einer kleinen Insel.
DZD. Tokio.
Die kleine Insel Hatsushima liegt zwischen den beiden großen Schiffsrouten Japan — Honolulu und Japan —San Franzisko. Es ist schwierig, dorthin zu kommen, da kein Schiff bei ihr anlegt. Will man sie erreichen, muß man schon ein Motorboot zu der Fahrt chartern. Es lohnt sich wohl, einen Abstecher nach dieser seltsamen und glücklichen Insel zu machen. Anfangs fährt das Motorboot durch ein ©eroirr kleiner Inseln, die wie grüne Flecke aus dem blauen Meer hervorragen, dann werden die Inseln seltener und auch die schneebedeckte Kuppe des heiligen Berges, des Fujijama, ist kaum noch erkennbar. Ein schmaler gelber Streifen leuchtet am Horizont auf. Es ist die Insel Hatsushima mit ihrem sandigen Strand. Das Boot fährt in eine verträumte Bucht, die von Kiefern einqerahmt ist. Von einem Hügel blickt man auf die 'Ansiedlung, eine weiß leuchtende Straße mit kleinen hübschen Holzhauschen: 21 links und 21 rechts der Straße. Hinter den Häuschen find Hirse- und Reisfelder erkennbar. Am Ende der Straße befinden sich zwei größere Gebäude: der Tempel und das Badehaus, dahinter ein großer Friedhof. Es gibt auf der Insel kerne Verkaufsläden und keine Vergnügungsstätten für die zweihundert Bewohner. Seit Generationen haben dort 42 Familien gelebt und fo soll es bleiben. Nu< der ätteste Sohn hat das Recht, wenn er heiratet, auf der Insel zu bleiben. Er wohnt dann im Hause des Vaters bis dieser stirbt und der Sohn den Haushalt übernimmt und das Amt des Hausvorstehers. Die anderen Kinder können auf der Insel bleiben — solange sie nicht heiraten, dann
Drei Linden.
Erzählung von Hermann Hesse.
Vor mehr als hundert Jahren standen auf dem grünen Friedhof des Hospitals zum heiligen Geist ln Berlin drei herrliche alte Linden, die waren so groß, daß sie den ganzen Friedhof wie ein aewal- nges Dach mit den ineinandergewachfenen Aesten und Zweigen ihrer riesigen Kronen überwölbten. Die Herkunft dieser schönen Lindenbäume ober, die wiederum Jahrhunderte weiter zurücklieqt, wird so berichtet:
Es lebten in Berlin drei Brüder, die hielten eine fo innige Freundschaft und Vertraulichkeit miteinander wie man sie selten sieht. Nun geschah es eines Tages, daß der Jüngste von ihnen am Abend allem ausging und feinen Brüdern nichts davon sagte, weil er in einer entfernten Gasse ein Mädchen treffen und mit ihr spazieren gehen wollte. Noch ehe er aber jenen Ort erreicht hatte, wie er fo in angenehmen Träumen dahinschritt, hörte er aus einem Winkel zwischen zwei Häusern, wo es dunkel und einsam war, ein leises Klagen und Röcheln, dem er alsbald nachging; denn er meinte, es liege da irgend ein Tier oder vielleicht ein Kind, e<S- Mißgeschick zugestoßen, und warte auf Hilfe. Wie er in die Dunkelheit des verschwiegenen Ortes eintrat, sah er mit Schrecken daselbst einen Manschen in - seinem Blute liegen, beugte sich über ibn und fragte mitleidig, was ihm denn zugestoßen ^'...erhielt aber keine Antwort als ein schwaches Stöhnen und Schlucken, denn der Verletzte lag mit einer Messerwunde im Herzen und verschied nach wenigen Augenblicken in den Armen seines Helfers.
Der junge Mensch wußte nicht, was nun zu tun fei, und begab sich, da der Ermordete kein weiteres Lebenszeichen mehr von sich gab, bestürzt und ratlos mit unschlüssigen Schritten auf die Gasse zurück. Hier aber begegneten ihm in diesem Augenblick zwei Scharwächter, und während er noch sann, ob er ihre Hilfe anrufen oder lieber unbefchrien davongehen sollte, sahen die Wächter sein erschrockenes Wesen, traten auf ihn hin, sahen alsbald Blut an . fernen Schuhen und Rockärmeln und nahmen ihki mit Gewalt fest, wenig auf das hörend, was er nun flehentlich zu erzählen begann. Sie fanden den Toten schon im Erkalten und nahmen den vermeintlichen Mörder ungesäumt mit sich fort ins Gefängnis, wo er in Eisen gelegt und streng bewacht wurde.
Am folgenden Morgen nahm ihn der Richter ins Verhör. Der Leichnam war herbeigeschafft worden, und nun erst, beim Licht des Tages, erkannte ihn > der Jüngling als einen Schmiedegefellen, mit dem I er in früherer Zeit gelegentlic Kameradschaft ge- 1 habt hatte. Zuvor aber hatte er ausgesagt, er kenne j
Auf der ersten Seite des „Kormoran", einer Zeitung für Neger in dem 2000 Einwohner zählenden Städtchen Bracqueville im Gebiet der Mississippi- Mündung, stand jüngst in fetten Lettern eine Ankündigung, in der es u. a. hieß: „Liebe Jüngerschaft des „Kormoran"! Der Mensch ist von der Vorsehung deshalb auf die Erde versetzt worden, um sich seine Feste im Schweiße seines Angesichts zu erarbeiten. Aber in der Arbeit braucht der Mensch zwischendurch einmal seine Erholung, und uns vom ^Kormoran" geht das nicht viel anders. Ich als Verleger werde nun zum Weihnachtsfeste ausspan- nen, um eine Schwester in Neuyork zu besuchen. Für die genannte Zeit habe ich auch mein gesamtes kaufmännisches und technisches Personal beurlaubt. Der" „Kormoran" wird daher erst heute in drei Wochen, reichhaltig, interessant, anregend und aufklärend wie immer — Dauerinserenten haben den üblichen Rabatt! — erscheinen. Für Leser, die während dieser Zeit auf seine erstklassigen Informationen nicht verzichten zu können glauben, steht bei meiner hier zurückbleibenden Haushälterin Freitags abends von 5 bis 8 Uhr der gesamte Depeschen- und Nachrichteneingang der Woche zu unentgeltlicher Einsicht zur Verfügung. Im übrigen wünsche ich (rud) allen ein gutes Weihnachtsgeschäft und frohe Festtage. Jenkins, Verleger des „Kormoran"."
Zur Erläuterung: Jenkins verkörpert in feiner P^mn als Verleger -und Chefredakteur gleichzeitig auch das gesamte kaufmännische und technische Personal", dem er auch so großzügig Urlaub erteilt bat. Ein Idyll aus der guten alten Zeit, mitten im Amerika Roosevelts und Fords!
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet..
(—) Manchester.
Unlängst ist einer der bekanntesten englischen Scheidungsrichter, Dr. W., von seinem Amt zurückgetreten, um vierzehn Tage später seine Braut an den Altar zu führen, die seit dreiundzwanzig Jahren treu und beharrlich auf diesen Augenblick gewartet hatte. Am Hochzeitstage fragte man den Bräutigam, weshalb er fö lange mit feiner Eheschließung gewartet, gleichzeitig sein Amt aufgegeben und welche Ansichten er überhaupt über die Ehe habe. Sehr viel Fragen auf einmal, aber Dr. W. beantwortete sie erschöpfend wie folgt:
„Im Einverständnis mit meiner Braut habe ich meine Eheschließung bis zu dem Zeitpunkt verschoben, an dem mich die Bürden meines Amtes nicht mehr drücken. Ich habe fünfundzwanzig Jahre lang nichts anderes getan, als kraft meines Amtes untereinander erzürnte und gegenseitig enttäuschte Ehegatten entweder zu versöhnen oder von ihren Partnern zu befreien. Ich habe dabei die tiefsten und aufschlußreichsten Blicke in das Zusammenleben der Geschlechter getan und betrachtete mit Recht diese ganze Zeit als eine Art Prüfungszeit für mich selbst und meine Ehefähigkeit. Und diese Beobachtungen ließen mich selbst Einblicke auch in das Seelenleben meiner eigenen unmaßgeblichen Persönlichkeit und das meiner Verlobten tun, mit der ich, soweit das Amtsgeheimnis es zuließ, alle Fälle eingehend besprach. Ich befand mich während dieser ganzen langen Zeit gewissermaßen in einer Art
— Im Januarheft der bekannten Zeitschrift „D i e K u n st" (Verlag F. Bruckmgnn AG., München) wird über die künstlerische Entwicklung des Malers und Zeichners Julius Diez und die Sonderheiten seines vielseitigen Schaffens berichtet. Ein vorzügliches farbiges Kunstblatt feines Bildes „Tote Stadt" ist dem Heft beigegeben. Die Abhandlung „Ton und Licht in der Malerei" von Dr. Ulrich Chriftoffel bringt aufschlußreiche Vergleiche über malerische Ton- und Lichteffekte. Dem Maler Christian Rohlfs ist ein Artikel von Hans Pels-Leusden zum 85. Geburtstag gewidmet, der eine Reihe schöner Bildwiedergaben des Künstlers enthält. Eine weitere Veröffentlichung befaßt sich mit dem Maler Gustav Hagemann und feinen Erfahrungen über die Aeußerungen des Kunstgefühls der Naturvölker in den skandinavischen Ländern. Auch hier ergänzen vortreffliche Bildwiedergaben die intereffanten Ausführungen. Von hohem Reiz sind die Wiedergaben von Plastiken des Bildhauers Hermann Hahn. Eine Beschreibung moderner Kirchenbauten des Saargebiets mit schönen Abbildungen wendet sich an das Interesse das dieses deutsche Land gerade jetzt vor der Wiederangliederung an das Reich beansprucht. Die Wohnungskunst ist durch Besprechung zweier Landhäuser vertreten, deren äußere und innere Gestaltung allen'modernen Anforderungen entspricht, während Aufnahmen von Inneneinrichtungen des Architekten Professor Paul Grießer, Bielefeld, schöne Möbel und sonstige Ein- richtungsgegenstande behandeln. Eine wohntechnische Betrachtung „Von den Stockwerken des Hauses" mit Musterbeispielen, Bilder von Gartenanlagen des Gartenarchitekten Theodor Ott, ferner bilderreiche Artikel über keramische Gefäßformen und Das Opelbad in Wiesbaden", Abbildungen von Erzeug- nisten der Deutschen Werkstätten, München, und der Staatlichen Porzellanmanufaktur, Berlin, vervollständigen das reichhaltige und geschmackvolle Hest.
Die meisten Filme, die wir aus Hollywood zu sehen bekommen, sind im Atelier gedreht worden. In diesen Riesenhallen gibt sich die ganze Welt ein Stelldichein, alle Landschaften sind dort aufgebaut, vom Urwald und von der Wüste an bis zum Nordpol. Auch die verschiedenen Völkerstämme werden, wenn sie nicht von maskierten Weißen dargestellt wurden, eigens aus ihrer Heimat nach der Filmmetropole transportiert.
Angeregt von einigen guten Kulturfilmen europäischer Herkunft, durchbrachen Hollywooder Filmleute einmal die Sitte und zogen mit ihren Kameras nach Indien, um die Sitten Indiens in natura festzuhalten. Besonders sollte die Schönheit der indischen Frauen gezeigt werden, vielleicht hoffte man, ein neues Schönheitsideal ausfindig zu machen.
Welche Freude daher, als die indischen Damep keinerlei Schwierigkeiten verursachten, sondern sich willig vor den Aufnahmeapparat stellten. So viel Entgegegkommen hatte man gar nicht erwartet, im Gegenteil. Nun, man mußte eben seine Vorstellung wenig revidieren. Als man >
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wurden die drei Brüder hinaus auf einen grünen Platz geführt, und es wurde einem jeden ein junger kräftiger Lindenbaum gegeben, den mußte er pflanzen. Sie mußten ihre Linden aber nicht mit öen Wurzeln, sondern mit den grünen Kronen in öie Erde tun, so daß die Wurzeln gen Himmel standen, und wessen Bäumlein zuerst eingehen und abborren würde, der sollte als der Mörder ange- sehen und gerichtet werden.
So taten die Brüder, und jeder grub mit Sorg- falt seinen kleinen Baum mit den Zweigen in die Erde. Es verging aber wenig Zeit, da begannen die Bäume alle drei auszuschlagen und neue Kronen anzusetzen, zum Zeichen, daß alle drei Brüder unschuldig seien, und die Linden wuchsen fort und wurden groß und standen manche hundert Jahre auf dem Friedhof des Heiligengeistspitals zu Berlin.
Zeitschriften.
Blick in die Ehrenloge wahrend einer Pause der Festaufführungdes„Tannhäuse r". In der vordersten Reihe (von links): SS.-Reichsführer Himmler und Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, der Führer, Ministerpräsident Göring und Chef des Stabes der SA. Lutze. In der zweiten Reihe (von links): Staatssekretär Lammers, Reichsinnenminister Dr. Frick und Relchsflnanzminister Graf Schwerin von Krosigk, der Chef der Heeresleitung General Frhr. von pritsch und der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder, die Reichsminister Dr. ^5 r a n k und K e r r l. Hinter Adolf Hitler der Stellvertreter des Führers, Rudolf H e ß.
Geschichten ans aller Welt.
Urheberre
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