Ausgabe 
5.1.1935
 
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Nr. 4 Erstes Matt

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1851 Jahrgang Samstag, 5. Januar 1935

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gtanifmt am m°m 1168« vnlck UN- Verlag: vrühl'sche UniverfitSK-Such- und Steindruck««! R. Lange in Sietzen. Schrift,«ttung und s-schäftrst-lle: Schulstratze 7

Auftakt

Der Beginn des römischen Gesprächs

Ser Empfang Lavals in Rom

Lavals Besuch im Vatikan

ß^eimniffe der Götter eingeweiht. Auch die englische Stellungnahme sei

>Zch bin jedoch überzeugt, daß die Zusammenkunft I noch nicht festgelegt worden. Die englische Regierung

men, so möge es dafür sorgen, daß die beiderseiti­gen Bemühungen um ein besseres Verständnis der beiden Nationen nicht länger belastet wird mit dem peinlichen Eindruck, daß auf der Hintertreppe im­mer noch berufsmäßige Brunnenvergifter ihre schmierigen Aufträge erhalten.

Daß Frankreich selber nicht im entferntesten am 13. Januar mit einer anderen Entscheidung rechnet, als mit der Rückgliederung des Saargebiets ins Reich, dafür ist der beste Beweis zweifellos die Eile, mit der man in Paris Lavals italie- n i f ch e Reise betrieben hat. Die Franzosen möch­ten offenbar das durch den Erfolg der Saarabstim­mung in seinem Selbstvertrauen gestärkte Deutsch­land vor die Tatsache einer politischen Einigung mit den Westmächten Italien und England und

Rom 4. Jan. (DNB.) Der französische Außen­minister Laval ist in Begleitung seiner Tochter und einer Abordnung leitender Beamter des Quai d'Orsay Freitag um 19 Uhr mit dem Pariser Luxus­zug i n Rom eingetroffen. In seiner Be- gleitung befand sich noch eine große Anzahl fran­zösischer Sonderberichterstatter und Filmoperateure. Zur Begrüßung hatten sich auf dem festlich ge­schmückten Bahnhof zahlreiche hohe Beamte des italienischen Außenministeriums, an der Spitze der Chef der italienischen Regierung und Außenminister Mussolini, der Staatssekretär des Auswärti-

Paris, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) DerEx- celsior" veröffentlicht eine Erklärung des Erzbischofs von Paris, Kardinal Verdi er,'zum Besuch des französischen Außenministers beim Papst. Einleitend wird darauf hingewiesen, daß seit 18 7 1 zum erstenmal ein französischer Minister im Vati kan empfangen werde. Kardinal Verdier selbst erklärte:Die Geste Pierre Lavals ist eine Tat der Höflichkeit, die angebracht war. Ich glaube nicht, daß sein Besuch seinen besonde­ren politischen Zweck hat. Aber ich bin auch

den italienischen Einwanderern noch vom Bey von Tunis verliehene Vorrechte entgegen, die Frank­reich in einem Abkommen 1896 zwar anerkannt hat, aber durch Kündigung dieses Abkommens 1919 Zu beseitigen gesucht hat. Es ist indessen bisher immer wieder verlängert worden und nun soll Frankreich den Söhnen 'in Tunis geborener Ita­liener das Recht zugestehen wollen, bei Volljährig­keit die französische Saatsbürgerschaft abzulehnen. Rein territorial hat Frankreich bislang nichts ge­tan, um seine Versprechungen einzulösen, die 1915 Italien von der Seite seiner Verbündeten in die Arme der Entente lockte. Italienische Wünsche nach einer Grenzberichtigung im Süden Libyens in Richtung auf Borkn und Tibesti haben in Paris bisher taube Ohren gefunden. Frankreichs Interesse zielt vielmehr darauf ab, die Italiener nicht in die Nahe des Tschadsees zu lassen, um damit nicht die Verbindung von Nord- und Zentralafrika zu ge­fährden. Der italienische Vorstoß auf die Oase Kufra wurde also in Paris mit wenig freundlichen Gefühlen betrachtet. Vielleicht deutet der Grenz- zwischenfall in Abessinien an, wo Frankreich Kompensationen für das landhungrige Italien sucht, um es von dem empfindlichen Nerv des eigenen Kolonialreichs fernzuhalten. Noch weniger als von den kolonialen Fragen wurde in der Oeffentlichkeit von der Meinungsverschiedenheit über die Flot­te n p a r i t ä t gesprochen, die Italien für sich fordert, Frankreich aber nicht zugestehen will. Sie ist im Grunde genommen das schwerste Hindernis eines französisch-italienischen Ausgleichs neben der unlösbar zwischen Italien und Südstawien stehen- den Adria frage, weil beide die Fundamente der Macht berühren und es für diese Gegensätze schwerlich einen Ausgleich gibt. Man wird also ge­spannt sein dürfen, wie weit es Laval in Rom ge­lingen wird, die Fäden zu einem Netz zu knüpfen, an denen schon so viele seiner Vorgänger gespon­nen haben.

, eines Ausgleichs der widerstreitenden Kräfte im Donauraum stellen, ohne zu bedenken, daß auch i nach der Rückgliederung des Saargebiets, in der Deutschland nur eine Wiedergutmachung alten Un- rechts sieht, die deutsche Politik die gleiche ver­ständigungsbereite Politik des Friedens zwischen gleichberechtigten Nationen bleibt. Im übrigen sieht Deutschland mit der Ruhe des Unbeteiligten den Bemühungen uni einen französisch-italienischen Ausgleich zu, dem es fein Wohlwollen nicht ver­sagen wird, soweit er der Stabilisierung des europäischen Friedens zu dienen vermag. Der Aus­gleich stößt, abgesehen von den historischen Gegen­sätzen, die in der Rivalität um die Vorherrschaft im Mittelmeer liegen, auf einige sehr erhebliche Schwierigkeiten. Da ist einmal das Kräftever­hältnis im Donauraum, das Frankreich durch ein Garantieprotokoll für die staatliche Un­abhängigkeit Oesterreichs so ordnen möchte, daß Italien als alleinigeSchutzmacht" Oesterreichs ausgerenkt wird durch die Uebernahme dieses Schutzes auf eine Mehrzahl von Staaten (neben Öen Nachbarn auch Frankreich, England, Rumänien und womöglich noch Polen). Wien will sich nun Zwar seine Unabhängigkeit gerne garantieren lassen, wünscht aber nicht unter denSchutz" der Nach­folgestaaten zu geraten. Frankreich erstrebt ferner durch einen Sicherheitspakt für den Südosten eine gegenseitige Garantierung der Grenzen aller be­teiligten Staaten, wodurch es auf indirektem Wege wenigstens die Differenz zwischen Italien und Süd- slawien zu bereinigen und dem ungarischen Revi­sionismus einen Pflock vorzustecken hofft.

In der Presse weit weniger besprochen, aber darum doch keineswegs minder bedeutsam sind die Bemühungen um einen kolonialen Aus­gleich. Es handelt sich einmal um die Rechte der in Tunis ansässigen Italiener. Nach dem fran­zösischen Nationalisierungsgesetz würden die Enkel fremder Einwanderer zwangsläufig französische Bürger und damit militärpflichtig. Dem stehen alte.

London, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.)Daily Telegraph" ist der Ansicht, daß die römischen Be­sprechungen zwischen Mussolini und Außenminister Laval voraussichtlich einen noch weiteren Umfang annehmen werden, als man zu.'rst erwartet habe. Außer dem geplanten G a r a n t i e p r o t o k o l l f ü.r d i e Unabhängigkeit Oesterreichs sei mit einem Vorschlag Mussolinis zu rcchnen, daß Laval erneut an die Frage eines östlichen Sicherheitspaktes, der Sowjet- i^ßland, Deutschland, Polen und die Tschechoslowa­kei umfassen würde, Herangehen möge. Man schreibe Mussolini die Absicht zu, daß der Grundsatz der gegenseitigen Nichteinmischung, der im Falle Oesterreichs vorgesehen sei, auch nützlicherweise an anderer Stelle zur Anwendung gebracht werden könnte. Ee habe daher dem französischen Außenminister nahegelegt, einen ergänzenden Vertragsentwurf aufzu- setzen, England, Sowjetrußland und Polen sollten zur Beteiligung daran eingeladen werden.

Außer Laval würden auch die Außenminister der anderen Länder während der Völkerbundsrats- sitzung in Genf in der nächsten Woche darüber befragt werden. Es fei noch unbekannt, wie weit Laval diesen neuen Gedanken unterstütze, aber er werde anerkennen, daß es leichter für Mussolini sei, sich zu einer neuen Donaupolitik be­reit zu erklären, wenn er gleichzeitig a l s Urheber eines noch größeren europä­ischen Friedensplanes erscheinen könne. In Warschau habe man bereits a n g e = fragt, und in Moskau seien ebenfalls Son­dierungen angeftellt worden. Mit endgütigen Ant­worten sei aber vor der Rückkehr des polnischen und des sowjetrussischen Außenministers nach Genf nicht zu rechnen.

Strebt Mussolini eine Erweiterung des Garantiepaktes an?

liche Empfang, den die italienische Regierung Außenminister Laval bereitet hat, enthält ein Höchst­maß von Höflichkeitsrücksichten, über die der fran- zösische Außenminister sehr gerührt ist und die für Frankreich eine prachtvolle Ehrung darstellt. Nichts ist gespart worden, damit sich der Abgesandte Frankreichs als Gast eines wieder ganz Zum Freunde Frankreichs gewordenen Landes fühlt, das den Wunsch hat, daß diese Tatsache nicht nur in Frankreich, sondern auch in der Welt bekannt wird."

Der Außenpolitiker des der Rüstungsindustrie nahestehendenEcho de P a r i s ", der ebenfalls nach Rom mitgereist ist, ist, im Gegensatz zu seinem Kollegen, von dem Empfang nicht sonderlich be­geistert, der nach seinen Beobachtungen ziemlich zurückhaltend gewesen sei. Die Vivat-Rufe hätten schwach geklungen, wenn man auch behaupte, daß Laval besser empfangen worden sei als Macdonald. Mussolini und Laval, die beide den Pakten nicht allzu große Bedeutung beilegten, hät­ten ziemlich große Bewegungsfreiheit, aber die Grenze der Zugeständnisse, die Frankreich machen könne, würde durch militärische Er­fordernisse und durch die Freundschaften Frankreichs gezogen.

sei sich wohl bewußt, daß die Sicherheitsfrage bei dem bevorstehenden Londoner Besuch von Laval und Flandin eine große Rolle spielen werde. Paris habe klar zu verstehen gegeben, daß Frank­reich zusätzlich Garantien für seine Sicher­heit verlange, wenn es die deutsche Wieder- aufrüstung in urkundlicher Form zu einem für Deutschland annehmbaren Stande anerkennen solle. Der Zeitabschnitt nach der Saarabstimmung werde voraussichtlich von französischer Seite dazu benutzt werden, die ganze Frage der Rüstungsbe­grenzung mit England durchzugehen. Unter diesen Umständen sei nicht beabsichtigt, die Abrüstungs- bejprechungen in Genf vor Ende der ersten Fe­bruarwoche wieder aufzunehmen.

Der AichieilimWlmgspakt.

Die österreichische Auffassung.

Wien, 4. Jan. (DNB.) Auf einer Prefsekonfe- renz erklärte Außenminister Berger-Walden- egg u. a.: Mitteleuropa ist nicht allein ein Kon­glomerat geographischer Staatsbegriffe, es ist ein Sammelpunkt politischer Traditio- n en und Aspirationen. Wir Oesterreicher befinden uns im Herzen dieses Mitteleuropas und haben jedes Interesse daran, daß der wirtschaft­liche Aufbau und die friedliche Entwicklung aller gewährleistet wird. In diesem Sinne haben wir die Aussprache zwischen Rom und Paris mit besonderer Genugtuung begrüßt, dies um so mehr, als es sich hier um Vereinbarungen zwischen einem treuen, auch im Unglück erprobten Freunde und einer Macht handelt, mit der uns stets wachsende gegen- fettige Sympathien verbinden. Der Pakt gegen­seitiger Nichteinmischung, der in Rom geboren werden soll, wird a u f st r'i k t e r G e g e n - seitigkeit beruhen und wird die gegenseitige Verpflichtung der Teilnehmerstaaten zum Inhalt

Biegung, im Staate und in der Wehrmacht um sich Z" einer gewaltigen Kundgebung der Einigkeit und Geschlossenheit im nationalsozialistischen deutschen Führerstaat. Der Führer und Reichskanzler riß den Verleumdern, die heute im Auslande ihr schmutzi­ges Gewerbe politischer und moralischer Brunnen­vergiftung treiben, persönlich die Maske vom Ge­sicht und stellte den von den Emigranten und ihren -Drahtziehern mit Vorbedacht heimtückisch ausge- Itreuten Gerüchten von Zwistigkeiten innerhalb der deutschen Führerschaft mit zündenden Worten die unlösbare Schicksalsverbundenheit aller entgegen, hie durch gemeinsame Arbeit am Aufbau des na­tionalsozialistischen Deutschlands in grenzenlosem

der beiden Männer, die jeder in seiner Art große Realisten sind, wohltuende Ergebnisse haben wird. Wenn Frankreich innerpolitisch aus der Krise her­auskommen will, muß man außer den politischen und wirtschaftlichen Heilmitteln auch die mora­lischen Kräfte heranziehen. Außenpolitisch weist eine sich immer deutlicher abzeichnende Strö­mung die Völker Gott sei Dank auf den Frie - d e n. Papst Pius XI. hat oftmals gezeigt, daß er der Papst des Friedens ist. Deshalb können sich alle Franzosen über die Begegnung nur freuen."

Befriedigung in Paris.

Paris, 5. Jan. (DNB. Funkspruch). In der französischen Presse wird die feierliche und freund- schaslliche Aufnahme Lavals in Rom hervorgehoben. Man macht darauf aufmerksam, daß Mussolini als Regierungschef nach den Vorschriften des Protokolls nicht selbst hätte auf den Bahnhof zu kommen brauchen, um Pierre Laval, der dem Rang nach nur Minister sei, zu empfangen. Daß er es dennoch getan habe, sei eine besondere Höflichkeit zu Ehren Frankreichs. Zufrieden ist man in Paris auch über die Leitartikel der italienischen Presse. Für die Stimmung sind die Sätze desPetit P a r i s i e n " bezeichnend, der schreibt:Der amt-1

Feindschaft zwischen den beiden großen Völkern ®lc römische Presse veröffentlicht sehr herzlich ge= iies europäischen Kontinents angehäuft hat Dieses ^aItene Begrüßungsartikel, die vor allem d e r gefühlsmäßigen Auftauens des Eises in feinem pßerfon Lavals gelten. Laval fei, so sagt Volke bedurfte die verstandesmäßige Bereitschaft des "Giornale d'Jtalia" aus bem Volke her - leitenden Staatsmannes, auf Grund nüchtern-kühler o r g e g a n g e n. Mit der Mentalität und den Ueberlegungen auch in der Welt politischer Reali- Bedürfnissen der Masse sei er vollkommen vertraut, täten dem neuen Geist das Haus zu richten. Wir ®r betrachte deshalb die großen europäischen Fragen sind schon zu oft bitter genug enttäuscht worden, uicht unter den doktrinären juristischen Formeln, son- haben schon zu oft getrogene Hoffnungen zu Grabe bern mit den Augen des Realpolitikers. Die bevor- tragen müssen, um nicht selber am schärfsten ,u spenden Besprechungen sollten in den verschiedenen sehen, wie zart und hegebedürftig das Pflänzchen italienisch-französischen Fragen eine sachliche und der deutsch-französischen Verständigung noch ist. Wir dauerhafte Verständigung bringen. Die wissen es selber am besten, daß eine Schwalbe noch Begegnung Mussolini-Laval bedeute zugleich, daß keinen Sommer macht und Frankreichs Einlenken italienisch-französischen Beziehungen sich in der in der Saarfrage wohl unter Ausnutzung der von Richtung einer entschlossenen Zusammen- den Frontkämpfern beieder Länder Dorbereiteten 9r b e i t auj bem Boden einer europä- Derftänöigungsbereiten Stimmung erfolgte, aber 'scheu Politik entwickeln sollen. Die Begeg- doch von dem sehr nüchternen Gedanken beherrscht "ung habe daher den Wert einer Friedens- mar, daß es zweckmäßiger sei, eine ohnehin schon fahrt, wie ja auch Mussolini die französisch-italie- verlorene Stellung rechtzeitig und mit Anstand zu Nischen Beziehungen immer im Lichte der großen räumen, als mit Sicherheit durch eine schwere europäischen Fragen gesehen habe. Die zwischen außenpolitische Niederlage das Prestige der politi- fallen und Frankreich sich anbahnende Wieder- schen Führung im eigenen Volke und bei den ver- annäherung könne nicht die Aufgabe von bereits bünöeten Nationen aufs Spiel zu setzen. erworbenen Positionen bedeuten, sondern könne

Wir kennen also die Bedingtheit alles dessen roas nur ein ^"erer wichtiger Abschnitt auf dem Wege heute als Anzeichen einer deutsch-französischen' Ver- realpolitischen europäischen Zusammenarbeit ständigungsbereitschaft gewertet wird aber aus ber r?1«* öer Gerechtigkeit und des Gleichgewichtes verstärkten Aktivität der S c g e n JbarftcUen' t r ä f t e glauben mir auch schließen zu dürfen, daß öttsächlich die Aussichten auf eine wahrhafte Befriedung Europas in greifbare Nähe gerückt sind. Die erbittertsten Feinde eines segenspendenden eu­ropäischen Friedens sind der unversöhnliche Chau­vinismus kleiner, aber mächtiger, die große Boulevardpresie beherrschender Zirkel in Paris und Prag, die Rüstungsindustrie dies­seits und jenseits des Ozeans, britische Ultra- konservative vom Schlage Churchills, Hail- shams und anderer, die in einer deutsch-französi­schen Verständigung den Verlust der englischen Stel­lung als Schiedsrichter auf dem Kontinent sehen! und deshalb Frankreich in der Furcht vor einem wiedererstandenen Deutschland und damit an der englischen Strippe halten möchten, schließlich Mos- k a u, das in einem miteinander verfeindeten, wirt- schaftlich barniederliegenden Europa den besten Vertrauen zusammenstehen in einer Gemeinschaft m roi 5,1 c , Propaganda der bolschewistischen, die durch nichts erschüttert werden kann. Nichts' Volkstum, Kultur und Wirtschaft vernichtenden kann besser die Hohlheit der Emigrantenmärchen Revolution sieht, oie alle spüren, daß mit der Aus- demonstrieren als die Ergebenheitsadresse, die der raumung der Saarfrage das letzte reale Hindernis preußische Ministerpräsident General Göring im tur bse Befriedung Europas durch eine deutsch- Auftrag der versammelten Inhaber höchster Rcichs- franzosische Verständigung beseitigt wird. Ihnen Staats- und Parteiämter, der Generale und Offi- steht als willfährige Hilfstruppe das Heer der ziere von Wehrmacht und Landespolizei, der Füh- Emigranten zur Verfügung, die mit der Rück- rer von SA., SS. und aller anderen großen Or- kehr des Saargebietes zum Deutschen Reich den letz- ganisationen der B?wegung dem Führer und ien Schlupfwinkel für ihr volkerverhetzendes Trei- Reichskanzler als Zeichen unerschütterlichen Ber­ben, das letzte Asyl einer schrankenlosen Herrschaft trauens und blind , Gehorsams überreichte polttycher Großmannssucht verlieren. Unsere deutschen Volksgenossen an der Saar auf

So ist es zu erklären, daß das Nahen der Volks- deren Leichtgläubigkeit die politischen Brandstifter abftimmung im Saargebiet die Lügenflut, die jene unb gesinnungslosen Hetzer spekulieren, werben mit dunklen, von Haß und Rachsucht geschwollenen ihrer (Stimmabgabe am 13. Januar bekunden daß Emigrantenexistenzen durch alle möglichen düsteren sie nicht einfältig genug waren, um Erzä^mgen Kanäle gegen das von ihnen tödlich gehaßte, von Glauben zu schenken, denen die Lüge an der Stirn ihren Brotgebern beneidete und gefürchtete neue geschrieben steht. Den Drahtziehern dieser infamen nationalsozialistische Deutschland leiten, zu einem Sßerleumbungsfampagne sei indessen gesagt, daß es Strom schmutzigster Verleumdungen anschwellen an der Zeit ist, die Verbindung mit "politischen liefe; Deutschland ist die Antwort auf diesen aus Marodeuren und Strauchrittern,'die ihr bezahltes kleinlicher Rachsucht begonnenen unb mit den er- Gewerbe nur im Dunkeln ausüben können end- barmlichsten Mitteln geführten Feldzug der Sa- gültig zu lösen. Wünscht das offizielle Frankreich, boteure des Friedens nicht lange schuldig geblieben, daß wir seine Verständigungsbereitschaft ernst neh- Mit schnellem Entschluß scharte der Führer der---- r-r" ' -.........

deutschen Nation seine ersten Paladine in der Be-

Das alte Jahr hat uns den Abschied nicht schwer gemacht. Nach gefährlichen außenpolitischen Span­nungen unb bedrohlichen Zuspitzungen sahen wir kurz vor Jahresschluß eine breite Welle gläubiger Hoffnungsfreudigkeit, die uns feinübergetragen hat Dom alten zum neuen Jahr unb es uns nun nach der Reihe ber Festtage erleichtert, die praktische Ar­beit an ber Verwirklichung einer glücklicheren Zu­kunft zu beginnen. Der Geist ber Dersöhnungs- bereitschaft scheint nach der deutsch-polnischen Ver­ständigung nun endlich auch den Beziehungen Deutschlands zu seinem großen westlichen Nach­barn durch offene und ehrliche Aussprache eine wahrhaftige und darum auch standfeste Grundlage zu bereiten. Wie zwischen Polen und Deutschland Soldaten durch mutigen Entschluß die Brücke schlu­gen, so blieb es auch deutschen und französischen . --------,------- ...

Frontkämpfern Vorbehalten, ihren Nationen durch Suvich und der Kabinettschef im Außenamt bas Gestrüpp von Mißtrauen, Neid, kleinlichem Baron A l o i f i eingefunden. Ferner waren er- Chauvinismus und eigensüchtigem Geschäftsgeist schienen der Gouverneur von Rom, der römische den Weg zu bahnen zu einem besseren gegenseitigen Platzkommandant, die Präsidenten der Kammer Verständnis als Vorstufe einer politischen General- und des Senats sowie zahlreiche hohe Würden­vereinigung alles dessen, was jahrhundertealte Träger der Partei. Außerdem war eine starke Ver- miumimijLXJu___________ __________I Erdung der französischen Kolonie von Rom unter

Führung der französischen Botschafter beim Quiri- ual und Vatikan erschienen. Den Sicherheitsdienst

gebung aus Berlin am 6. Januar 1935 beginnt um Bahnhof bis zum Hotel war von Polizei streng ab- z gesperrt. Vor dem Hotel Lavals war wie am Bahn-