Von der „Faulen Greie" zur „Dicken Verla"
Zum Barbaratage am 4. Dezember.
Von Werner Lenz.
Bekanntlich haben schon die Heere der Antike eine Art Artillerie gehabt. Für die Festungsbelagerung besaßen sie recht wirksame Wurfgeschütze: „Ballisten" und „Katapulte". Aber die richtige „Artollerey" erstand erst im Mittelalter durch die Erfindung des Schießpulvers. Zwar führten die Hansa-Koggen noch um die Mitte des 14. Jahrhunderts „treibendes Werk" im alten mechanischen Stil an Bord, und ihre großen „Blyden" waren Schleudermaschinen, die man dem Seekriege angepaßt hatte, ebenso wie riesige Armbrüste, die eisenbeschlagene Balken auf die feindlichen Schiffsflanken abschossen. Aber schon im Jahre 1360 rüsteten die Lübecker ihre Flotte mit Feuergeschützen aus, weil sich diese im Landkriege bewährt hatten.
Der Entwicklungsgang der Feuergroßwaffen ist lang und langsam. Hatte man noch im Jahre 1330 die Feuerrohre aus Leder und aus Hartholz hergestellt, mit Eisenblech ausgeschlagen und mit Bandeisen zusammengehalten, so ging man bald zu gußeisernen, bronzenen, schmiedeeisernen K a nonen- rohren über. Muh man es aber nicht als ein Kuriosum bezeichnen, daß noch die e r st e n s ch w e - r en Minengeschütze Deutschlands im Weltkriege hölzerne Werferrohre auswiesen, die mit Hanfschnüren und Metallringen zusammengehalten wurden? , . . .
Die mittelalterliche Belagerungsartillerie bediente sich der „Morthiere", die schwere Stein kugeln von bedeutender Größe schleuderte, und des „Mauerbrechers", der schon eiserne Vollkugeln spie. Einer der berühmtesten dieser Mauerbrecher, die auch „Donnerbüchsen", „Lombarden" und „Scharfe Metzen" genannt wurden, ist die „Faule G r e t e", mit der Friedrich von Zollern 1415 die Märker davon überzeugte, daß er aus seiner fränkischen Burg nicht nur „Nürnberger Tand" mitbringe. Dieser Geschütztyp hatte ein Kaliber von 23 Z e n t i - meter und eine Rohrlänge von 3,5 Metern. Fast drei Zentner wog das Geschoß; die Aufstellung des 5000 Kilo schweren Geschützes erforderte umfangreiche Anstalten. Auch hier gibt es ein bemerkenswertes Gegenstück aus neuerer Zeit: das Gebirgsgeschütz des deutschen Alpenkorps. Es war auseinandernehmbar, wurde von sechs Maultieren transportiert und konnte in fünf Minuten zusammengesetzt werden!
Eine zwölfpfündige „Feldschlange" hatte eme Länge von vier Metern und wog 1400 Kilo. La- fettk'anonen brauchten also auf den Heerstraßen eine große Bespannung. Deshalb suchte man drei Eigenschaften der „Llrtollerey" zu erhöhen: die Beweglichkeit, die Schußfolge und die Reichweite. Das war schwer gemeinsam zu erzielen, da eine schwere La
dung mit weittreibender Kraft große Geschütze vor- aussetzte. Also schuf man noch Kleintzeschütze, indem man auf die Karrenbüchsen zurückgriff. Man ordnete neben- und übereinander eine Reihe von Laufen an, die hintereinander mit der Lunte los- gebrannt wurden. Unter diesen „Totenorgeln — so genannt nach den aufgereihten Feuerrohren und nach ihrem „Gesänge" —- kennen wir einen „Drachen" mit zwanzig Schußlaufen. Noch 1809 benutzte Schill vor Stralsund ein Schnellfeuerae- schütz mit elf Läufen. Hier ist also eine Verwandtschaft zwischen Kanone und Maschinengewehr unverkennbar. , rr t .
Langsam wie das Geschützwesen verbesserte sich auch das Geschoß. Die Dollkugel wurde frühzeitig durch Glühkugeln, Brandgeschosse, S t i n k t ö p f e — Vorläufer der Gasgranate — ergänzt. Dann enstanden Glasgranaten und Sprenggeschosse mit Metallmänteln; die Kartätsche wurde Vorgänger des Schrapnells. Der Große Kurfürst förderte die Artillerie, indem er die erste Dienstvorschrift herausgab und Mörser bis zur Größe von Dreihundertpfündern gießen ließ. Unter seinem Sohne begann man die bisher im Zivllan- stellungsverhältnis stehenden „Stückmeister" und „Stückknechte" in den Soldatenstand zu überführen. Der „Soldatenkönig" führte regelmäßige Schießübungen ein. Friedericus vervollkommnete die Gefechtsmethoden der reitenden und schweren Artillerie und verbesserte die Richt- und Visiereinrichtungen am Geschütz. Ungewollt bewirkte Napoleon ,einc Modernisierung der preußischen Artillerie. Er nahm uns die meisten, übrigens vielfach veralteten Kanonen fort, und so ergab sich die Beschaffung neuer Systeme, als Scharnhorst die Armee reorganisierte. Dieser geniale Offizier war Artillerist!
Mit der leistungsfähiger werdenden Eisen- und Stahlindustrie schritt das Geschützwesen mächtig voran. Das gezogene Rohr und das breit und weit wirkende Sprenggeschoß führten in den modernen Kriegen zu einer Artilleriewirkung, die aus den Materialschlachten des Weltkrieges bekannt ist. Aber schon zu Beginn des Feldzuges zerbrachen die feindlichen Festungen unter dem Feuer der schweren Geschütze, von denen ein 42-Zentimeter- Haubitzentyp volkstümlich wurde: die „Dicke Bert a", eine Krieasüberraschung Krupps. Der später konstruierte „Lange Max" war ein schweres Flachfeuergeschütz, das auf einem riesigen Eisenbahnwagen stand und aus über 100 Kilometer Entfernung deutsche Grüße nach Paris sandte.
Zuletzt noch ein Wort aus dem Jahre 1735: „Die, so das Artillerie-Wesen genugsam kennen, gestehen einmütig zu, daß unser Teutsch Geschütz das übrige fremde übertreffe."
Wirtschaft.
Angelegenheiten des Handels in amtlich nicht notierten Werten zugegangen, so daß anzunehmen ist, daß das gleiche auch für die Zulassung zum Freiverkehr gelten wird.
Rhein-Mainische Börse.
rNitlagsbörfe im Verlaufe etwas schwächer.
Frankfurt a. M., 3. Dez. Zu Beginn der Börse lagen einige Aufträge der Kundschaft vor, so daß die Aktienkurse in Fortsetzung der gestrigen Tendenz anfangs meist weitere Erhöhungen aufwiesen, die sich allerdings in engen Grenzen hielten. Indes war die Umsatztätigkeit sehr klein, zumal der berufsmäßige Börsenhandel Zurückhaltung zeigte. Nach Festsetzung der ersten Notierun- gen kam überwiegend etwas Angebot heraus, die Kurse bröckelten zumeist etwas ab. Die Entwicklung war uneinheitlich. Ueberwiegend fest lagen Elektropapiere bei Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H., Siemens gewannen darüber hinaus 2 v. H., wogegen Licht & Kraft 1 o. H. verloren, auch RWE. ließen 0,50 o. H. nach. Montanaktien eröffneten schon knapp gehalten und gaben später weiter etwas nach. IG. Farben notierten bei kleinem Umsatz 150,50 bis 150 (150,25). Größeres Angebot lag aus dem bekannten Grunde in Kunstseide AKU. vor, das jedoch verhältnismäßig leichte Aufnahme fand, so daß der Kurs nur 0,25 v. H. auf 50,75 zurückging; später erholten sich AKU. auf etwa 51,13. Etwas fester lagen Junghans mit plus 1 v. H., Feinmechanik Setter mit plus 1,50 v. H., Reichsbank, Zement Heidelberg und Moenus Maschinen mit je plus 0,50 v. H. Schiffahrtsaktien, Metallgesellschaft, Südd. Zucker und Haufwerke Füssen blieben behauptet. Etwas schwächer waren Bayrische Motoren mit 116,75 bis 117 (117,90).
Arn Rentenmarkt war das Geschäft klein. Etwas fester lagen Reichsaltbesitz mit 111,50 (111,25), Kommunal-Umschuldung, späte Schuld- buchforderungen und Zinsoergütungsscheine blieben unverändert. Etwas lebhafter waren zertifizierte Dollar^Bonds bei Kurserhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. 6 v. H. Preußen 63,75 bis 64,25, 7 v. H. Spargiro 63,75 bis 64,25, 6 v. H. Spargiro 63,50, 6 v. H. Bayern Staatsanleihe 63. Don Auslandsrenten bröckelten Mexikaner zumeist etwas ab, 5 v. H. äußere Gold 13,30 (13,60), 5 v. H. innere Silber 5,65 (5,80), 4 v. H. Irrigation 7,75 (8), aber 4 v. H. Gold unverändert 8 v. H.
Im Verlaufe schrumpfte das an und für sich schon kleine Geschäft auf ein Minimum zusammen. Die Haltung des Aktienmarktes war überwiegend schwächer, und zwar gingen die Kurse zumeist um 0,50 bis 0,75 v. H. zurück. So Reichsbank auf 179 nach 179,75, Rheinstahl auf 102,50 nach 103,50, RWE. auf 129,25 nach 130. IG. Farben ließen bis auf 149 nach, waren aber später auf 149,75 erholt. Von Auslandsaktien lagen Chade A bis C schwach mit 283,25 bis 282 (286). Etwas fester notierten Scheideanstalt mit 215 (214,50).
Am Rentenmarkt bröckelten Kommunal-Umschuldung auf 88,65 nach 88,70 ab. Zertifizierte Dollar- Bonds blieben gefragt und waren weiter etwas höher. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen ziemlich unverändert, Liquidationspfandbriefe gaben z. T. etwas nach. Im Freiverkehr blieben Adlerwerke Kleyer gesucht mit 91 (90). — Tagesgeld unverändert 2,75 v. H.
Abendbörse behauptet.
Die Abendbörse brachte bei sehr kleinem Geschäft kaum Veränderungen. Die Haltung war nicht mehr schwächer, die Kurse lagen im Vergleich zum berliner Schluß behauptet. Etwas niedriger waren erneut Aku mit 50,50 (51,13), auch IG. Farben konnten sich mit 149,50 (149,75) nicht ganz halten. Schwächer lagen Gesfürel mit 121,50 (123, Berlin 122). Am Rentenmarkt erhöhten sich Altbesitz auf den Berliner Schlußkurs von 112,13 (111,75), das Geschäft war etwas größer. Ferner blieben zertif. Dollar-Bonds gesucht und fest, es lag aber kein Angebot vor. 6- und 6,5proz. Preußen 64,75, 6proz. Frankfurter 61—62, 7proz. Spargiro 64,65. Von fremden Werten blieben Mexikaner behauptet, das Geschäft war sehr klein. Schweiz. Bundesbahn-Obligationen gaben nach, 4proz. auf 168 (170) und 3,5proz. auf 161 (162).
U. a. notierten: Altbesitz 112,13, IG. Farben- Bonds 126,25, 6proz. Krupp 103,25, 5,5proz. Franks. Hyp. Liquid. 100,85, 5,5proz. dto. Pfandbriefbank Liquid. 100,75, 3proz. Schweden v. 1886 113,25, 4proz. Schweiz. Bundesbahn 168, 3,5proz. dto. 161, 5proz. äußere Mexikaner Gold 13,25, 5proz. Silbermexikaner 5,5, Adca 68,75, Commerzbank 84, Har- pener 103, Mannesmann 78,90, Rheinftahl 102,25, Stahlverein 75,25, Aku 50,50, Betula 134,75, Bem- berg 101,50, IG. Chemie Bafel lOOprvz. 162, dto. 50proz. 141,75, Conti Gummi 159,50, Scheideanftalt 215, Dt. Linoleum 136,50, Licht & Kraft 132,50.
Frankfurter Obst- und Gemüfemackt.
Frankfurt a. M., 3. Dez. Gemüse: Angebot von allen Gemüsearten sehr gut. Überangebot von Feldsalat, Eskarol, Spinat und Weiße Rüden. Zwiebeln sehr knapp. Nachfrage allgemein schleppend, Preise kaum verändert. U. a. notierten: Blumenkohl Stück 15 bis 40, Eskarol 4 bis 10, Feldsalat 20 bis 35, Gewürze! g. Bdl. 25 bis 35, Karotten 3 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,40 bis 3,60, Kohlrabi 3 bis 5, Meerrettich 35 bis 45, Rosenkohl 14 bis 18, Rotkraut 5 bis 7, Rote Rüben 4 bis 6, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, 50 Kilogramm 8,50 bis 12, Spinat 4 bis 8, Schwarzwurzeln 15 bis 22, Haus-Tomaten 30 bis 32, Freiland-Tomaten I 15 bis 18, II 8 bis 12, Weißkraut 3% bis 5, Wirsing 3% bis 7, Winterkohl 5 bis 7, Weiße Rüben 4 bis 6, Zwiebeln 9 bis 11.
Obst- und Südfrüchte: Ausreichendes Angebot von Aepfeln und Birnen, Nachfrage nur nach la-Ware gut, sonst schleppend. Preise wenig verändert, Auslesen über Notiz. Don ausländischen Erzeugnissen besonders Apfelsinen, Mandarinen, Feigen und Nüsse starkes Angebot. Geschäft bei wenig veränderten Preisen gut. U. a. notierten: Aepsel 1 25 bis 30, II 18 bis 22, Wirtschaftsäpfel 14 bis 18, Goldparmänen 20 bis 30, Boskop 20 bis 30, Suiten 20 bis 24, Graue Renetten 20 bis 25, Baumanns Renetten 20 bis 25, Schafsnase 14 bis 18, ital. Aepfel 20 bis 24, Apfelsinen 20 bis 24 span., do. Navel 30 bis 35 span., Birnen I 25 bis 30, II 18 bis 24, Kochbirnen 15 bis 18, Le Lectier 20 bis 28, Made. Verte 20 bis 30, Feigen, Kranz 25 Kilo- gramm-Sack 10,50 bis 11, Haselnüsse 28 bis 35 ital., Mandarinen 20 bis 25, Trauben, Steige etwa 20 Pfund netto 6,50 bis 7, Almeria, Walnüsse 30 bis 45, ital., 35 bis 38, bulg., 45 bis 47 rumcin., Paranüsse 38 bis 45, Zitronen 3 bis 5.
Oie Krastfahrzeugindustrie im Oktober.
Fwd. Im Oktober erreichten Produktion und Absatz von Lieser- und Lastkraftwagen, laut „Wirtschaft und Statistik", wieder neue Höchstzahlen, dagegen wurden Personenkraftwagen infolge der Betriebspause eines größeren Werkes in geringerem Maße als im Vormonat hergestellt und abgesetzt. Auch Absatz und Produktion von Krafträdern find saisonbedingt zurückgegangen. Der Auslandabsatz von Personenkraftwagen und Kraftomnibussen war höher, der aller anderen Kraftfahrzeuge dagegen niedriger als im Vormonat.
Die Erzeugung von Personenkraftwagen ist gegenüber September um rund ein Drittel auf 12 618, der Absatz um ein Fünftel auf 13 433 zurückgegangen. Dennoch wird die Erzeugung vom Oktober des Vorjahres um 2 v. H., die Absatzmenge um 16 v. H. überschritten. Ins Ausland wurden an fabrikneuen Personenkraftwagen insgesamt ein Drittel mehr abgesetzt, als im Vormonat und fast die dreifache Zahl wie im Oktober 1934.'Der Anteil der Auslandverkäufe am Gesamtabsatz bei Personenkraftwagen belief sich im Berichtsmonat auf 15,2 v. H gegen 6,3 v. H. im Oktober vorigen Jahres.
Die Fertigstellung von Liefer- und Lastkraftwagen hat sich gegenüber dem Vormonat um 7 v. H. auf 4084 Stück erhöht. Die im Inland abgesetzte Zahl ist um 18 v. H. gestiegen, dagegen gingen die Auslandverkäufe um 15 v. H. zurück. Absatz und Erzeugung im Oktober 1934 wurden um mehr als die Hälfte überschritten.
Die Herstellung von Automobilomnibussen hat sich von 116 im September auf 149, der Absatz von 124 auf 156 im Berichtsmonat erhöht. 34 Kraftomnibusse gegen 30 im September wurden im Ausland abgesetzt.
In der Kraftradfabrikation ist der Absatz jahreszeitlich bedingt stark zurückgegangen. Im Berichtsmonat wurden 4265 Kleinkrafträder (Vormonat 5896) und 1803 Großkrafträder (2170) abgesetzt. Die Erzeugung betrug 5554 (6227) Kleinkrafträder. Großkrafträder wurden 2359 (2265) fertiggestellt. Der Auslandabsatz hat in Kleinkrafträdern um 45 v. H. abgenommen. — Erzeugung und Absatz dreiräderiger Kraftfahrzeuge waren um 15 v. H. bzw. 9 v. H. höher als im Vormonat.
Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
1324: Merkblatt über die Art und Weise der Zahlungen für die Wareneinfuhr aus Argentinien.
1325: Umsatzsteuerumrechnungssätze im November 1935.
1326: Belgien hebt verschiedene Jndustriekontin- gente auf.
1327: Zur Festsetzung der rumänischen Einfuhrquoten für das nächste Vierteljahr.
*
* Umwandlung von A ktien in Obligationen. Die Zulassungsstelle an der Börse zu Frankfurt a. M. hat entsprechend dem Vorgehen der Berliner Zulassungsstelle an die Emissionsfirmen des Frankfurter Platzes ein Rundschreiben gerichtet, in welchem darauf hingewiesen wird, daß eine Zulassung von Wertpapieren solcher Gesellschaften, die ihr Aktienkapital teilweise in Schuldverschreibungen umgewandelt haben, nur in seltenen Ausnahmesällen in Aussicht gestellt werden Fann. Dieses Rundschreiben ist auch der Kommission für
Aus den preußischen Nachbargebieten.
1 ^Zahre Zuchthaus fürRaffenschande.
Frankfurt a. M., 3. Dez. (LPD.) Am Dienstag hatte sich ein Frankfurter Gericht erstmalig nach Verkündung, des Nürnberger Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre mit einem Verbrechen gegen dieses Rassegesetz zu befassen. Angeklagt war der 39jährige Martin W e - b e r, der vor und noch nach der Verkündung des Nürnberger Gesetzes mit einer 40 Jahre alten I ü - bin, die mit einem Arier verheiratet war, in außerehelichem Verkehr stand. Das Gericht verurteilte Weber entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts zu 1% Jahren Zuchthaus und betonte in der Urteilsbegründung, daß auch schon aus dem Grunde Zuchthausstrafe ausgesprochen worden sei, um das Aufkommen weiterer Fälle zu verhindern.
Seltene Jagdbeute.
LPD. Diez, 3. Dez. In der Jagd des Unterlahn- kreis-Dorfes Ergeshausen wurde als sehr seltene Jagdbeute eine gehörnte R cke (weibliches Rehwild mit Hörnern) erlegt.
Eigenartiger Autonnsatt.
LPD. Laasphe, 3. Dez. Ein Berleburger Kraftwagen fuhr abends in einer Kurve bei Laasphe so dicht an den Straßenrand, daß ein 19jähriger junger Mann von dem Wagen erfaßt und die Straßenböschung hinabgeschleudert wurde. Das Auto rannte darauf I an der gegenüberliegenden Seite gegen einen
Gartenzaun, drehte sich um sich selbst und stürzte schließlich um. Der Kraftwagenführer, der eine Augenverletzung erlitt, und der schwerverletzte Passant wurden der Marburger Klinik zugeführt.
Wegen Kanzelmißbrauchs verurie lt.
LPD. Darmstadt, 3. Dez. Der 25jährige Kaplan Benedikt R o d a ch aus Fürth i. O. stand vor dem Darmstädter Schöffengericht unter der Anklage, in seiner Predigt am 15. September 1935 während des Hochamtes staatsfeindliche Aeußerun- g e n getan zu haben. In mehr als sechsstündiger Verhandlung wurde der Tatbestand aufgerollt, wobei der Angeschuldigte in eine Ordnungsstrafe von 10 RM. genommen wurde, weil er trotz mehrmaliger Verwarnungen des Gerichtsvorsitzenden dem Staatsanwalt, dem Vorsitzenden und den Zeugen ständig ins Wort fiel. Der Angeschuldigte bestritt, politische Aeußerungen in seiner Predigt getan zu haben, wurde aber durch die Zeugenaussagen widerlegt. Der Staatsanwalt unterstrich in seinem Plädoyer, daß der Staat es sich nicht gefallen lassen könne, daß Volksteile durch Predigten wie die des Angeschuldigten erregt und in ihrem Glauben an den nationalsozialistischen Staat erschüttert werden dürften. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnis st rase von sechs Monaten verurteilt.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
$rant|un a. JJl. |
Berlin
Frankfurt a.M.
Berlin
Frankfurt a. M.
Berlin
Devisenmarkt Berlin —
Frankfurt a. 7N.
Schluß- furd
Schluß!. Abend- börfe
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Schluß!. Mittag- börsc
Schlußkurs
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Gchlußl. Mittag, börle
Schlußkurs
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Schlußkurs
Schlußk. Mittag- börse
2.Dezember
—
3.Dezember
Amtliche Notierung
Geld 1 Sricf
Datum
2.12.
3.12.
2.12-
3 12.
Datum
2-12
3-12
2-12.
3.12,
Datum
2.12.
3-12
2-12.
3-12.
Geld
Stiel
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche 9ieirf)4anl. von 1934 B'/i% Doung-Anleihe von 1930 ..
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
AuSlos.-Rechten .............
4*/>% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1931, 1.......
6% et)cm.8% Hess. VolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............
4’/,% ehem. 8% Hessische Landesbank Darmstadt Gold N. 13....
6y,% ehem. 1'/,% Hess. Landes-
Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4yz% ehe in. 8% Darmst. Komm.
Landcöb.Goldschuldverschr. R.6
Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Eammelabl. Aw
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
Sy,%ehcrn.8% Franks. Hyp.-Bank
Goldpse. 15 unkiindbar bis 1935 6%% ehern. V/i% Franks. Hyp.
Bank-Ligu.-Pfandbriese.......
6%% ehern. 4'/»% Rheinische
Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse.....
4,/z% ehern. 8% Pr. Landespfand.
briefanstalt, Pfandbriefe R 19
4*/j% ehern. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Cbl.VI
Steucrgutsch.BerrechnungSk. 84-38
4% Oesterreichische Moldrente....
4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% deSgl. von 1913..........
5% abgest. Goldmexikaner von 99
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
Serie 1.....................
100,5
97,5
102
111,25
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13,25 i —
4% deegl. Serie 11 ............
6% Rnmän. vereinh. Rente v. 1903
4*/r%Rumän.vereinh.Rentev.l913
4% Rumänische vereinh. Rente ..
2 yt°/o Anatolier .............
Hamburg-Amerika-Paket .....0
Hamvurg-Südam. Dampfschiff . 0
Norddeutscher Lloyd .........0
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 8
Commerz- und Privat-Bank ... 0
Deutsche Bank und Disconto»
Gesellschaft................0
Dresdner Bank..............0
Reichsbank ................ 12
Bekula.................... 10
Elekir. LieserungSgeiellschaft... 5
Licht und Kraft ..........6%
Felten & Guilleaume......... 1
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6
Rheinische Elektrizität ........ 6
Rhein. Wests. Elektr..........6
Schuckeri L Co............... 4
Siemens S Halske............7
Lahmeyer L Co..............7
Buderus ................... 4
Deutsche Erdöl..............4
Harpcner...................0
Hvesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8
Ilse Bergbau ...............6
Ilse Bergbau Genüsse........(
Klöcknerwerke ............... 8
ManneSmann-Röhren........0
5,75
8,25
4,8
38,9
16
17,5
86,5
84,25
83
84
179,25
36
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1,1
133,75
104
123
130,5
130,5
118,5
168
120,75
93,75
103,5
103
82,5
161,5
126
80,4
79,9
5.8
8,25
4,8
38,8
15,5
17.4
85,75
113,25
84
83,5
84
179
36,13
134,75
110,75
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129,25
118
170
121,5
93,5
103
103
81,25
160,5
126 80
78,9
5,85
8,45
4,85
39
16,13
26,4
17,75
86,65
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84,25
83
84
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36,25
134,9
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122,75
131
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118,5
168,5
12.,25
93,25
103,5
103
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160,75
126
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5,85
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4,8 38,65
15,5
26,13
17 85,65 113,25
34
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84
179
36 134,75 110 132,5
104
122
129 129,25 118,25 169,75
121
93,5
103 103,13 81,25
158
126
79,5 ! 78,75
Marisfelder Bergbau......... 6
Kvkswerke .................. 6
Rheinische Braunkohlen .....12
Rheinstahl .................. 4
Vereinigte Stahlwerke........0
Ltavi Minen ............... 0
Kaliwerke Aschersleben........5
Kaliwerke Westeregeln........5
Kaliwerke Salzdetfurth..... 7%
9- G. Farben-Jndustne.......7
Ccheideanstalt............... 9
Goldschmidt ................ 5
Rütgerswerke ............... g
Metallgeiellschast............. 4
Philipp Holz mann ........... 4
Zementwerk Heidelberg ...... 7
Ceinentwerk Karlstadt......... 6
Schultheis Patzenhofer .......4
Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg ............. 5
Zellstoff Waldhos ............ 5
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer Gas ............... 7
Daimler Motoren............0
Deutsche Linoleum........... g
Crenftcin & Koppel ..........0
Westdeutsche Kaufhof.........0
Chade.................... 71/
Accumulatoren-Fabrtk....... 12
Conti-Gummi...............g
Grttzner.....................
Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4
Süddeutscher Zucker ........ 10
118
103,25
76,25
18,25
189
150,25
204,5
104,75
113,75
110,5
87 116 129
51
102,75
113,75
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I 200
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I 200
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