Obecheffen.
Glaube, Christentum ist. Was evangeliumsgemaß ist, ist auch immer zeitgemäß. Lom radikalen Luther her radikal geworden, können wir unfenn Volk und unserm Führer den besten Dienst tun. Don Jesus geführt, möge die Frauenhilfe ihren Weg gehen.
Nach dem Vortrag sang die Versammlung den Vers: „Das Wort sie sollen lassen stahn".
♦* D i e Straßenbahn st recke in der Grünberger Straße in Richtung nach dem Professoren-Eck wird seit etlichen Tagen von den Straßenbahnwagen nicht nur bis zur Volkshalle, sondern bis zum Endpunkt des Schienengleises in der Nähe der Artilleriekaserne befahren. Durch diese Verbesserung des Fahrdienstes wird unseren Ar- tilleristen und auch den Anwohnern am Professoren- Eck die Benutzung der Straßenbahn wesentlich erleichtert. Auch für die übrige Bevölkerung bedeutet diese Verbesserung die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches.
*♦ Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Selters — Stockheim ist wieder aufgehoben.
** Oeffentliche Bücherhalle. Im November wurden 1959 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 36, Gedichte und Dramen 7, Erzählende Literatur 1239, Jugendzeitschriften 256, Länder- und Völkerkunde 122, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 192, Kunstgeschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 70, Heer- und Seewesen 16, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 3, Staatswissenschaft 13 Bände.
** „D i e Leica erlebt den Alltag". Die Leih-Werke hatten für den gestrigen Dienstoa zu einem Lichtbilder-Vortrags-Abend in die Neue Aula der Universität eingeladen, um den Freunden der Kleinbildkamera die Möglichkeiten, die ihr gegeben sind, vor Augen zu führen. Der Vortragende Walter B e n s e r erinnerte zunächst an das Jubiläum der Leica, die in diesem Jahre 10 Jahre alt wurde, und schilderte dann in kurzen Zügen die Entwicklung der Kamera, die auf dem Gebiete der Photographie eine Revolution bedeutete, weiter, die Widerstände, auf die die Kleinbildkamera stieß, stellte ihnen aber auch den zähen Willen gegenüber, der sie überwinden half. Interessant war es zu hören, daß in Wetzlar zur Zeit, da die Kamera entstand, eigentlich niemand etwas von der Photographie verstand, sondern lediglich auf den optischen und mechanischen Erfahrungen vom Mikroskop her aufgebaut wurde. Die Präzision des Mikroskops sei auf die Kamera übertragen worden. Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ausführungen des Redners über neue Objekte zur Leica. Schließlich gab der Redner noch einige technische Winke über zweckmäßiges Negativmaterial, über feinkörnige Entwicklung, über das Perssonfche Tontrennungsverfahren und über ein erleichtertes Vergrößerungsverfahren. Der weitere Verlauf des Vortragsabends brachte eine Fülle von aufschlußreichen Lichtbildern, an Hand derer der Redner wertvolle und beherzigenswerte Anregungen gab und durch die Angabe von technischen Daten (Filmmaterial, Blenden, Belichtungszeiten, Entwicklung usw.) das Verständnis vertiefte. Eine Ausstelluna von Lichtbildwerken (meist von Dr. Paul Wolff) machte den Besuchern des Vortrags- abends noch besondere Freude.
Oberhefsisches Schwmgmcht.
Wie wir gestern bereits berichteten, hatte sich das Schwurgericht am Montag und Dienstag unter Ausschluß der Oeffentlichkeit mit dem Adam G o n - dolf und der Anna Waltz aus Friedberg wegen Meineids zu beschäftigen. Das Gericht verkündete gestern um 20 Uhr das Urteil, nach dem G o n - dolf wegen Verbrechen nach §§ 154, 157 StGB, zu einem Jahr und die Waltz zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurden.
Amtsgericht Gießen.
In der gestrigen Sitzung stand der A. W. aus Heuchelheim vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte wurde durch Strafbefehl wegen Körperverletzung mit drei Wochen Gefängnis belegt. Anläßlich eines Tanzvergnügens äußerte der Angeklagte in angetrunkenem Zustand, er gehe nicht nach Haufe, bevor er nicht einem den Kopf aufgeschlagen habe. Etwa um 4 Uhr ging ein junger Mann von Heuchelheim nach Hause und wurde von dem Angeklagten unterwegs mit einem harten Gegenstand auf den Kopf geschlagen, wodurch er erhebliche Verletzungen davontrug. Das Gericht setzte die Verkündung 6er Entscheidung auf eine Woche aus.
Nundsunkprogramm
Donnerstag, 5. Dezember.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13- Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Zeitangabe, Nachrichten, Wetterbericht der Reichswetterdienststellen Frankfurt a. M. und Aachen. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 18.40: Deutsche Gespräche: „Künstler und Kunstwerk". 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozart-Zyklus (5). Italienische Reisen. 21: Ans Ende der Welt. Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Mandolinen spielt auf. 23: Musik zum Tagesausklang. 24 bis 2: Nachtkonzert.
Jleffor Erb, Lich, tritt in Ruhestand.
= Lich, 3. Dez. Nach Erreichung der gesetzlich festgelegten Altersgrenze wurde Rektor Erb mit dem 1. Dezember in den Ruhestand versetzt. Die Verdienste von Rektor Erb um die Schule und das öffentliche Leben unserer Stadt haben wir anläßlich seiner 30jährigen Tätigkeit im Licher Schuldienst am 2. Oktober d. I. in Nr. 227 des Gießener Anzeigers hervorgehoben. Nur ungern sieht man den verdienten Schulmann aus seiner verantwortlichen Stellung scheiden. Aber in seiner Stellung als Ratsherr der Stadt Lich und als Kirchenvorsteher der Evangelischen Gemeinde kann er hoffentlich noch viele Jahre seine reichen Lebenserfahrungen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Heber seinen Nachfolger im Rektorat ist noch keine Entscheidung getroffen.
Oie Frühpost-Verbefferung zwischen Lich und Gießen.
—/— Lich, 3. Dez. Wie bereits berichtet, ist auf Anregung des „Gießener Anzeigers" und durch das Entgegenkommen der Postverwaltung vom gestrigen Tage ab die Frühpostverbindung zwischen Lich und Gießen an Werktagen durch versuchsweise Einrichtung einer B e u t e l p o st im Zuge 515, ab Lick 5.56 Uhr, wesentlich verbessert worden. Dafür sind alle beteiligten Kreise unserer Bevölkerung dankbar. Jetzt ist es den Einwohnern unserer Stadt, besonders aber den Handel- und Gewerbetreibenden, möglich, ihre Post nach Gießen und darüber hinaus noch in den Abendstunden in Ruhe erledigen zu können in der Gewißheit, daß die Postsachen mit der ersten Morgen-Bestellung in Gießen ausgetragen, oder mit den Anschlußzügen sofort von Gießen weiterbefördert werden. Die neugeschaffene Postoerbindung hat jedoch nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Beutelpost so zahlreich benutzt wird, daß eine Rentabilität sicheraestellt ist. Das wird in erster Linie von der fleißigen Benutzung der neuen Einrichtung durch die Licher Bevölkerung erreicht werden können. Ganz gewiß darf auch mit Rücksicht auf „den Dienst am Kunden" von der Postverwaltung erwartet werden, daß bei der Rentabilitätsberechnung weitgehendes Entgegenkommen stattfindet. Vielleicht wäre es möglich, daß die neue Frühverbindung der Post bereits von Hungen aus eingerichtet wird. Sicher würde auch die Geschäftswelt Hungens eine solche Einrichtung freudig begrüßen. Späterhin könnte möglicherweise erreicht werden, daß sogar von Gelnhausen her, etwa mit dem Zug 501 (ab Gelnhausen 5.16 Uhr), eine durchgehende Post-Frühverbindung geschaffen wird, von der die Städte Büdingen, Nidda, Hungen und Lich in gleicher Weise großen Nutzen hätten.
Wiederherstellung e ner Kircbenkapelle
2) Lick, 3. Dez. Unsere altehrwürdige Ma- rienstiftskirche aus dem 16. Jahrhundert, eine der Spätgotik zugehörige dreischiffige Hallenkirche, die um ihrer Schönheit willen schon oft von auswärtigen Vereinigungen, selbst von weither besucht wurde, befindet sich im Jynern leider in recht unwürdigem Zustande. Das für eine angemessene Herrichtung vorhanden gewesene Kapitalvermögen des Marienstifts hat die Inflation verschlungen. Deshalb wird schon seit einigen Jahren an einem E r - neuerungsfonds gesammelt.
Wenn auch noch keine überwältigenden Beträge eingegangen sind, so konnte doch im verflossenen Herbst wenigstens das ganz üble Aussehen der nördlichen Seitenkapelle, der sog. Sakristei, beseitigt werden. Nachdem die darin untergebrachte Kirchenheizung vollständia unter den Boden verlegt worden war, hat Kirchenmaler Veite aus Darmstadt diese Kapelle, die eben noch als Durchgangsraum dient, nun so künstlerisch hergerichtet, daß sie nicht mehr störend wirkt, sondern stimmungsvoll auf den Eintritt in das Kirchenschiff vorbereitet. Durch eine Gitterwand ist der Durchgang vom übrigen Raum abgetrennt. In diesem steht an der Westwand neben einem alten Weihwasserbecken der ehemalige Kapellenaltar. Die Südwand ist geschmückt mit einem von der früheren Großherzogin Eleonore von Hessen gestifteten etwa 80 Zentimeter hohen Kruzifix aus Eichenholz mit edlem Gesichtsausdruck, umrahmt von dem Bibelwort: „Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, feinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat", ufw. „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten." An der Decke find in kreisrunden Umrahmungen dar- gestellt die Taufe Jesu im Jordan und die himmlische Beglaubigung der Gottessohnschaft durch den Geist Gottes m Gestalt der Taube. Ebenso die Sinnbilder der vier Evangelisten St. Markus mit dem geflügelten Löwen, St. Lucas mit dem geflügelten Stier, St. Matthäus mit dem Engel und St. Johannes mit dem Adler als Symbolum. Dazwischen findet sich eine Darstellung des gestirnten Himmels. Die Nordwand aber zeigt eine backsteinartige Musterung mit verbindenden Blumen.
Alle Freunde sakraler Bauwerke und künftige Besucher unseres Gotteshauses werden ihre Freude an der würdigen Ausgeftaltung der Kapelle haben. Ob sie künftig auch gottesdienstlichen Zwecken dienen wird, ist noch ungewiß.
E-n Sägewerk durch Sroßfeuer vern chfef.
Schlitz, 3. Dez. (LPD.) Das hiesige Sägewerk von Mertz ist durch ein Groß feuer,
das am Abend ausbrach und stundenlang anhielt, trotz eifriger Arbeit der Feuerwehr vollkommen vernichtet worden. Den Flammen fielen das Maschinen- und Kesselhaus, alle Maschinen, wie Sägegatter, Kreissägen usw., die Lagerhallen und die großen Holzbestände zum Opfer. Ferner wurden auch die Gebäude bis auf die Mauerreste vernichtet. Der Schaden ist groß. Die behördlichen Ermittlungen über die Brandursache sind tm Gange.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 3. Dez. Am Montagabend sprach m der Kirche Missionar Bl unter - Marbura von der Leipziger Mission über Selbsterlebnisse während seiner 28jährigen missionarischen Tätigkeit in Ostafrika. Prachtvolle Lichtbilder, zum Teil von dem Missionar selbst ausgenommen, ergänzten die Ausführungen des Vortragenden.
< Leihgestern, 4. Dez. Am heutigen Mittwoch, 4. Dezember, begehen die Eheleute Weißbinder- und Malermeister Philipp Brück und Ehefrau Christine, geb. Velten, die Feier der Silbernen Hockzeit.
* Lana-Göns, 4. Dez. Zu dem gemeldeten Diebstahl einer Kuh in unserem Orte ist mitzuteilen, daß es der Gendarmerie in G r ü n - berg gelungen ist, dort den K u h d i e b in der Person eines hiesigen Einwohners b i n g f e ft zu machen. Der Täter hat ein Geständnis abgelegt und auch zugegeben, daß er die Kuh zu dem Metzger in Wetzlar gebracht hat. Der Einbrecher befindet sich i n H a f t.
* Hausen, 3. Dezember. Die Freiwillige Feuerwehr hielt dieser Tage ihre dritte Gene- ralversammlung im Lokal Dörr ab. Dem Unterführer Karl I o st wurde dabei aus Anlaß feiner Hochzeit ein Bild des Führers überreicht. Für die Winterhilfe wurde eine freiwillige Sammlung durchgeführt. Im Verlaufe des Abends wurde beschlossen, in diesem Winter einen Familienabend abzuhalten. Zum Schluß sprach der erste Brandmeister über einen Vortrag des Branddirektors Nöhl in Mainz. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise ge- chlossen.
8 Alten-Buseck,3. Dez. Die hiesige Volks- und Jugendbibliothek umfaßt zur Zeit die ansehnliche Zahl von nahezu 600 Bänden. Mit dem Ausleihen der Bücher ist dieser Tage begonnen worden. Da in dem reichhaltigen Bücherbestand auch eine Anzahl neuzeitlicher Werke vorhanden ist, wird angenommen, daß von dem Ausleihen der Bücher reichlich Gebrauch gemacht wird. — Heute wurde eine Naturalien-Sammlung für d i e Innere Mission durchgeführt, die einen befriedigenden Erfolg hatte.
§ Mainzlar, 4. Dez. Die Winterhilfe- Sammlung der Beamten und Handwerker in unserem Orte erbrachte den Betrag von 24 Mark.
§ Staufenberg, 4. Dez. Die von den Handwerkern und Beamten am vorigen Sonntag durch- aesührte Sammlung für das WHW. erbrachte hier einen Ertrag von 33 Mark.
f Treis a. d. Ld a., 3. Dez. Seit 1. Dezember ist unsere Postagentur in eine Poststelle umgewandelt worden, welche die Postsachen durch Auto über das Hauptpostamt Gießen erhält und fortliefert. Die Ortsbestellung bleibt wie seither und wird durch den seitherigen Postagenten besorgt.
<> Haibach, 3. Dez. Dem aufmerksamen Beobachter und Freund alter Volkskunst fallen an verschiedenen Stallungen und Scheunen unserer Gemeinde interessante Kratzmuster auf. Sie wurden im vorigen Jahrhundert beim Verputzen als Zierformen angebracht. Die Handwerker benutzten bei ihrer Arbeit weder Schablonen noch sonstige Hilfsmittel, sondern stellten die Muster nach ihrem Gutdünken aus freier Hand dar. Kunstsinn, eine scharfe Beobachtungsgabe und rege Phantasie waren bei der Darstellung der einzelnen Objekte notwendig und ausschlaggebend. Diese Fertigkeiten müssen um so höher eingeschätzt werden, da die Kratzmuster von einfachen, zeichnerisch und künstlerisch ungeschulten Männern hergestellt wurden. Ein würdiger Vertreter dieser schlichten, alten Handwerkskunst ist der 89jährige Maurer Philipp M ö - b u s. Er erlernte in den Jahren 1860 bis 1864 bei einem Meister in Winnerod das Maurerhandwerk und war vorwiegend in der Rabenau tätig. Auch hier hat er mit großem Geschick einige Wirtschaftsgebäude und Wohnhäuser verputzt und dabei ge- schmackvolle Muster angebracht. Am besten sind diese noch an den Scheunen der Landwirte Sommer- l a d und Frey erhalten. Die Entwürfe stellen meistens Blumen, Blumengewinde, Blumenstöcke und geometrische Figuren dar. Aus beachtlicher Stufe stehen auch die Kratzmuster, die der bereits verstorbene Maurer Konrad G ö r n e r t aus Ober- Bessingen an den Scheunenwänden des Erbhofs Fritzel anfertigte. Neben gefälligen, phantasie- vollen Gebilden finden wir hier Vögel und allerlei andere Tiere. Auch symmetrische Figuren, Blumenstöcke und verschiedene Pflanzen sind vorhanden. Weitere noch verhältnismäßig gut erhaltene und interefsante Kratzmuster — deren Hersteller aber unbekannt sind — befinden sich an den Scheunen der Landwirte Wilhelm Stark, Heinrich Buchner, Wilhelm L o t h und Heinrich Münch.
-A Lich, 3. Dez. Ein b r e i ft e r Diebstahl wurde in der Nacht zum Samstag in der Hofreite des Maurermeisters U h r h ä n im Garbenteicher Weg ausgeführt. Aus einem Schuppen wurde ein neues, wertvolles Fahrrad entwendet. Zwei ältere Räder lieh der Dieb unberührt
stehen. Die Gendarmerie hat sofort die Suche nach Dem Täter aufgenommen.
5 Dorf-Güll, 2. Dez. Die hiesige Frauen- schäft veranstaltete gestern abend im neuerbauten Gemeindesaal eine wohlgelungene Advents- feier. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache unseres Pfarrers Becker. Gemeinsam gesungene Lieder, Gedichte und Zwiegespräche wechselten in bunter Reihenfolge, die Besucher wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die hiesige Frauenschaftsfüh- rcrin, Frau Euler, die die Feier leitete, schloß mit einer kurzen Ansprache und stattete den Dank aller Mitwirkenben ab. — Die gestrige Straßen- s a m m l u n g, die von den hiesigen Beamten und Handwerkern durchgeführt wurde, zeitigte ein überaus glänzendes Ergebnis. Es gingen in unserem etwas über 400 Einwohner zählenden Dorfe nämlich 97,82 Mark ein. Auf diese Summe darf die Gemeinde stolz sein! Anschließend fand eine kleine! Feier im Saale statt, die der Obmann und Altmeister Konrad Messerschmied leitete. Es wurden mehrere Ansprachen gehalten. Auch der Kreisobmann der Schmiedeinnung traf ein und würdigte die Verdienste unseres Schmiedemeisters Messerschmied. Diesem ist es nämlich vergönnt, in diesem Jahre sein fünfzigjähriges Jubiläum als Schmied zu feiern. Trotz feiner 76 Jahre steht er noch von früh bis spät jeden Tag am Amboß in seiner Werkstatt.
cs5 Eberstadt, 3. Dez. In unserer Gemeinde fand in der Zeit vom 24. November bis 1. Dezember eine kirchliche Woche statt, die durch einen Abendgottesdienst eingeleitet wurde. Redner der Vortragsabende waren Professor Dr. Keller (Friedberg), Pfarrer P r ä t o r i u s (Langd), Pfarrer Fischer (Nieder-Weisel), Pfarrer Schäfer (Bad-Nauheim), Pfarrer W e ck e r l i n g (Gießen) und Pfarrer Sohn (Ober-Widdersheim). Jeder Tag der kirchlichen Woche brachte außerdem je eine Morgenandacht und eine Bibelstunde am Nachmittag. — Die Feldarbeiten in unserer Gemarkung sind nunmehr beendet. Gegenwärtig werden die letzten Fuhren Grünfutter eingefahren. Roggen und Weizen sind gut aufgegangen.
)-( Bellersheim, 2. Dez. Obwohl die Schädlingsbekämpfung im Obstbau hier schon feit Jahren in Zusammenarbeit von Obst- und Gartenbauverein und Gemeindeverwaltung planmäßig durchgeführt wird, wird auch noch das An- egen von Klebgürteln vorgenommen. Welche Er- olge diese Maßnahme zeitigt, kann man gegenwärtig feststellen. An einzelnen Leimringen können bis zu einem Dutzend Frostspannerweibchen beobachtet werden. Da jeder Schädling mehrere hundert Eier ablegt, läßt sich die Verhütung des Schadens durch diesen Baumfeind leicht ermessen. Mit Eintritt der ersten Fröste ist außerdem noch mit einem verstärkten Auftreten des Frostspanners zu rechnen. — Von der Gewährung eines Reichszuschusses zu Obstbaumneupflanzungen wurde auch hier reichlich Gebrauch gemacht. Neben mehreren neuen Kernobstanlagen durch private Grundbesitzer hat die Gemeinde auf dem für spätere Zeiten zur Friedhofsanlage vorgesehenen Gelände an der Straße nach Trais-Horloff eine mustergültige Zwetschenpflanzung von 68 Jungbäumen geschaffen. Insgesamt wurden hier über 300 Bäume gesetzt. Die Obstbauüberwachungskommission brauchte hier in diesem Herbst nicht in Tätigkeit zu treten, da der gesamte Baumbestand in gutem Zustande ist. — Dieser Tage fand hier eine Waldtreibjagd statt, bei der 14 Hasen zur Strecke gebracht wurden.
Kreis Friedberg.
pb. Butzbach, 1. Dez. Gestern Abend fand im großen Saal des „Hessischen Hofes" das Aus- zeich nun gsfest der Ortsgruppe Butzbach des Taunusbundes statt, zu dem der stellvertretende Gebietsführer R ö d d i n g (Frankfurt a. M.), Bürgermeister Dr. Mörschel (Butzbach) sowie einige Vertreter der Ortsgruppen Bad-Nauheim, Köppern, Wetzlar und des hiesigen DHC. als Ehrengäste erschienen waren. Nach einführenden Musikstücken der Feuerwehrkapelle begrüßte zunächst der Ortsgruppenführer Kaufmann F ü l l i n g die Gäste, worauf ein von Frau Erika Münz verfaßtes kleines humoristisches Stück aufgeführt wurde, an das sich die Auszeichnung der Wanderer anschloß. Die ausgezeichneten jungen Tauniden erhielten Bücher, während die alten das Abzeichen in Gold erhielten: darunter befand sich als einer der ältesten Wanderer Kaufmann Louis Braubach, der das Zeichen zum dritten Male für insgesamt 220 mitgegangene Wanderungen erhielt. Der stellvertretende Gebietsführer hielt alsdann eine Ansprache, überbrachte die Glückwünsche und Grüße des Gebietsführers Oberbürgermeister Dr. Krebs, sowie des Reichswanderführers Ministerpräsident a. D. Werner, warf einen Rückblick auf die vergangenen und einen Ausblick auf die nächsten Jahre, dabei mitteilend, daß im Frühjahr 19 3 6 in Butzbach ein großes Wandertreffen ftattfinben werde. Weiterhin sprachen als Vertreter von Wetzlar Wanderbruder Hartmann und Weber für Bad-Nauheim. Ein nett gespieltes Theaterstück setzte dann die Lachmuskeln der Zuhörer in heftige Bewegung. Weitere Musikstücke leiteten zum Tanz über.
Kreis Alsfeld.
* Deckenbach, 2. Dez. Dieser Tage wurde auf Dem hiesigen Friedhof der Sohn des. hiesigen Einwohners Wilhelm Dörr zu Grabe getragen, der bekanntlich an den Folgen eines Unfalles in der Schule in der Klinik zu Gießen verstorben war. Die ganze Gemeinde nahm herzlichsten Anteil an der Beerdigung des auf so tragische Weise aus dem Leben geschiedenen Knaben. Selten sah unser Dorf einen so stattlichen Trauerzug.
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