Ausgabe 
4.12.1935
 
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Obecheffen.

Glaube, Christentum ist. Was evangeliumsgemaß ist, ist auch immer zeitgemäß. Lom radikalen Luther her radikal geworden, können wir unfenn Volk und unserm Führer den besten Dienst tun. Don Jesus geführt, möge die Frauenhilfe ihren Weg gehen.

Nach dem Vortrag sang die Versammlung den Vers:Das Wort sie sollen lassen stahn".

* D i e Straßenbahn st recke in der Grünberger Straße in Richtung nach dem Professoren-Eck wird seit etlichen Tagen von den Straßenbahnwagen nicht nur bis zur Volkshalle, sondern bis zum Endpunkt des Schienengleises in der Nähe der Artilleriekaserne befahren. Durch diese Verbesserung des Fahrdienstes wird unseren Ar- tilleristen und auch den Anwohnern am Professoren- Eck die Benutzung der Straßenbahn wesentlich er­leichtert. Auch für die übrige Bevölkerung bedeutet diese Verbesserung die Erfüllung eines lange geheg­ten Wunsches.

* Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Selters Stockheim ist wieder aufgehoben.

** Oeffentliche Bücherhalle. Im No­vember wurden 1959 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 36, Gedichte und Dramen 7, Erzählende Literatur 1239, Jugendzeitschriften 256, Länder- und Völkerkunde 122, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 192, Kunstgeschichte 1, Naturwissenschaft und Technologie 70, Heer- und Seewesen 16, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesund­heitslehre 1, Religion und Philosophie 3, Staats­wissenschaft 13 Bände.

**D i e Leica erlebt den Alltag". Die Leih-Werke hatten für den gestrigen Dienstoa zu einem Lichtbilder-Vortrags-Abend in die Neue Aula der Universität eingeladen, um den Freunden der Kleinbildkamera die Möglichkeiten, die ihr gegeben sind, vor Augen zu führen. Der Vortragende Walter B e n s e r erinnerte zunächst an das Jubiläum der Leica, die in diesem Jahre 10 Jahre alt wurde, und schilderte dann in kurzen Zügen die Entwick­lung der Kamera, die auf dem Gebiete der Photo­graphie eine Revolution bedeutete, weiter, die Wi­derstände, auf die die Kleinbildkamera stieß, stellte ihnen aber auch den zähen Willen gegenüber, der sie überwinden half. Interessant war es zu hören, daß in Wetzlar zur Zeit, da die Kamera entstand, eigentlich niemand etwas von der Photographie ver­stand, sondern lediglich auf den optischen und mecha­nischen Erfahrungen vom Mikroskop her aufgebaut wurde. Die Präzision des Mikroskops sei auf die Kamera übertragen worden. Besondere Aufmerk­samkeit fanden die Ausführungen des Redners über neue Objekte zur Leica. Schließlich gab der Redner noch einige technische Winke über zweckmäßiges Ne­gativmaterial, über feinkörnige Entwicklung, über das Perssonfche Tontrennungsverfahren und über ein erleichtertes Vergrößerungsverfahren. Der wei­tere Verlauf des Vortragsabends brachte eine Fülle von aufschlußreichen Lichtbildern, an Hand derer der Redner wertvolle und beherzigenswerte Anre­gungen gab und durch die Angabe von technischen Daten (Filmmaterial, Blenden, Belichtungszeiten, Entwicklung usw.) das Verständnis vertiefte. Eine Ausstelluna von Lichtbildwerken (meist von Dr. Paul Wolff) machte den Besuchern des Vortrags- abends noch besondere Freude.

Oberhefsisches Schwmgmcht.

Wie wir gestern bereits berichteten, hatte sich das Schwurgericht am Montag und Dienstag unter Ausschluß der Oeffentlichkeit mit dem Adam G o n - dolf und der Anna Waltz aus Friedberg wegen Meineids zu beschäftigen. Das Gericht verkündete gestern um 20 Uhr das Urteil, nach dem G o n - dolf wegen Verbrechen nach §§ 154, 157 StGB, zu einem Jahr und die Waltz zu sechs Mo­naten Gefängnis verurteilt wurden.

Amtsgericht Gießen.

In der gestrigen Sitzung stand der A. W. aus Heuchelheim vor den Schranken des Gerichts. Der Angeklagte wurde durch Strafbefehl wegen Körper­verletzung mit drei Wochen Gefängnis be­legt. Anläßlich eines Tanzvergnügens äußerte der Angeklagte in angetrunkenem Zustand, er gehe nicht nach Haufe, bevor er nicht einem den Kopf aufgeschlagen habe. Etwa um 4 Uhr ging ein junger Mann von Heuchelheim nach Hause und wurde von dem Angeklagten unterwegs mit einem harten Gegenstand auf den Kopf geschlagen, wo­durch er erhebliche Verletzungen davontrug. Das Gericht setzte die Verkündung 6er Entscheidung auf eine Woche aus.

Nundsunkprogramm

Donnerstag, 5. Dezember.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13- Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Zeit­angabe, Nachrichten, Wetterbericht der Reichswetter­dienststellen Frankfurt a. M. und Aachen. 14.10: Allerlei zwischen Zwei und Drei. 15: Wirtschafts­bericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17: Nach­mittagskonzert. 18.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. 18.40: Deutsche Gespräche:Künst­ler und Kunstwerk". 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frank­furt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozart-Zyklus (5). Italienische Reisen. 21: Ans Ende der Welt. Hör­spiel. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Mandolinen spielt auf. 23: Mu­sik zum Tagesausklang. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Jleffor Erb, Lich, tritt in Ruhestand.

= Lich, 3. Dez. Nach Erreichung der gesetzlich festgelegten Altersgrenze wurde Rektor Erb mit dem 1. Dezember in den Ruhestand versetzt. Die Verdienste von Rektor Erb um die Schule und das öffentliche Leben unserer Stadt haben wir anläßlich seiner 30jährigen Tätigkeit im Licher Schuldienst am 2. Oktober d. I. in Nr. 227 des Gießener An­zeigers hervorgehoben. Nur ungern sieht man den verdienten Schulmann aus seiner verantwortlichen Stellung scheiden. Aber in seiner Stellung als Rats­herr der Stadt Lich und als Kirchenvorsteher der Evangelischen Gemeinde kann er hoffentlich noch viele Jahre seine reichen Lebenserfahrungen der All­gemeinheit zur Verfügung stellen. Heber seinen Nachfolger im Rektorat ist noch keine Entscheidung getroffen.

Oie Frühpost-Verbefferung zwischen Lich und Gießen.

/ Lich, 3. Dez. Wie bereits berichtet, ist auf Anregung desGießener Anzeigers" und durch das Entgegenkommen der Postverwaltung vom gestrigen Tage ab die Frühpostverbindung zwi­schen Lich und Gießen an Werktagen durch versuchsweise Einrichtung einer B e u t e l p o st im Zuge 515, ab Lick 5.56 Uhr, wesentlich verbessert worden. Dafür sind alle beteiligten Kreise unserer Bevölkerung dankbar. Jetzt ist es den Einwohnern unserer Stadt, besonders aber den Handel- und Gewerbetreibenden, möglich, ihre Post nach Gießen und darüber hinaus noch in den Abendstunden in Ruhe erledigen zu können in der Gewißheit, daß die Postsachen mit der ersten Morgen-Bestellung in Gießen ausgetragen, oder mit den Anschlußzügen sofort von Gießen weiterbefördert werden. Die neu­geschaffene Postoerbindung hat jedoch nur dann Aus­sicht auf Erfolg, wenn die Beutelpost so zahlreich benutzt wird, daß eine Rentabilität sicheraestellt ist. Das wird in erster Linie von der fleißigen Be­nutzung der neuen Einrichtung durch die Licher Be­völkerung erreicht werden können. Ganz gewiß darf auch mit Rücksicht aufden Dienst am Kunden" von der Postverwaltung erwartet werden, daß bei der Rentabilitätsberechnung weitgehendes Entgegen­kommen stattfindet. Vielleicht wäre es möglich, daß die neue Frühverbindung der Post bereits von Hungen aus eingerichtet wird. Sicher würde auch die Geschäftswelt Hungens eine solche Einrichtung freudig begrüßen. Späterhin könnte möglicherweise erreicht werden, daß sogar von Gelnhausen her, etwa mit dem Zug 501 (ab Gelnhausen 5.16 Uhr), eine durchgehende Post-Frühverbindung geschaffen wird, von der die Städte Büdingen, Nidda, Hungen und Lich in gleicher Weise großen Nutzen hätten.

Wiederherstellung e ner Kircbenkapelle

2) Lick, 3. Dez. Unsere altehrwürdige Ma- rienstiftskirche aus dem 16. Jahrhundert, eine der Spätgotik zugehörige dreischiffige Hallenkirche, die um ihrer Schönheit willen schon oft von aus­wärtigen Vereinigungen, selbst von weither besucht wurde, befindet sich im Jynern leider in recht un­würdigem Zustande. Das für eine angemessene Her­richtung vorhanden gewesene Kapitalvermögen des Marienstifts hat die Inflation verschlungen. Des­halb wird schon seit einigen Jahren an einem E r - neuerungsfonds gesammelt.

Wenn auch noch keine überwältigenden Beträge eingegangen sind, so konnte doch im verflossenen Herbst wenigstens das ganz üble Aussehen der nördlichen Seitenkapelle, der sog. Sakristei, beseitigt werden. Nachdem die darin untergebrachte Kirchenheizung vollständia unter den Boden ver­legt worden war, hat Kirchenmaler Veite aus Darmstadt diese Kapelle, die eben noch als Durch­gangsraum dient, nun so künstlerisch hergerichtet, daß sie nicht mehr störend wirkt, sondern stim­mungsvoll auf den Eintritt in das Kirchenschiff vor­bereitet. Durch eine Gitterwand ist der Durchgang vom übrigen Raum abgetrennt. In diesem steht an der Westwand neben einem alten Weihwasserbecken der ehemalige Kapellenaltar. Die Südwand ist ge­schmückt mit einem von der früheren Großherzogin Eleonore von Hessen gestifteten etwa 80 Zentimeter hohen Kruzifix aus Eichenholz mit edlem Gesichts­ausdruck, umrahmt von dem Bibelwort:Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, feinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat", ufw. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so er­barmt sich der Herr über die, so ihn fürchten." An der Decke find in kreisrunden Umrahmungen dar- gestellt die Taufe Jesu im Jordan und die himm­lische Beglaubigung der Gottessohnschaft durch den Geist Gottes m Gestalt der Taube. Ebenso die Sinnbilder der vier Evangelisten St. Markus mit dem geflügelten Löwen, St. Lucas mit dem geflü­gelten Stier, St. Matthäus mit dem Engel und St. Johannes mit dem Adler als Symbolum. Dazwi­schen findet sich eine Darstellung des gestirnten Him­mels. Die Nordwand aber zeigt eine backsteinartige Musterung mit verbindenden Blumen.

Alle Freunde sakraler Bauwerke und künftige Be­sucher unseres Gotteshauses werden ihre Freude an der würdigen Ausgeftaltung der Kapelle haben. Ob sie künftig auch gottesdienstlichen Zwecken dienen wird, ist noch ungewiß.

E-n Sägewerk durch Sroßfeuer vern chfef.

Schlitz, 3. Dez. (LPD.) Das hiesige Säge­werk von Mertz ist durch ein Groß feuer,

das am Abend ausbrach und stundenlang anhielt, trotz eifriger Arbeit der Feuerwehr vollkommen vernichtet worden. Den Flammen fielen das Maschinen- und Kesselhaus, alle Maschinen, wie Sägegatter, Kreissägen usw., die Lagerhallen und die großen Holzbestände zum Opfer. Ferner wurden auch die Gebäude bis auf die Mauerreste vernichtet. Der Schaden ist groß. Die behördlichen Ermittlun­gen über die Brandursache sind tm Gange.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 3. Dez. Am Montag­abend sprach m der Kirche Missionar Bl unter - Marbura von der Leipziger Mission über Selbsterlebnisse während seiner 28jährigen missio­narischen Tätigkeit in Ostafrika. Prachtvolle Licht­bilder, zum Teil von dem Missionar selbst ausge­nommen, ergänzten die Ausführungen des Vor­tragenden.

< Leihgestern, 4. Dez. Am heutigen Mitt­woch, 4. Dezember, begehen die Eheleute Weiß­binder- und Malermeister Philipp Brück und Ehe­frau Christine, geb. Velten, die Feier der Sil­bernen Hockzeit.

* Lana-Göns, 4. Dez. Zu dem gemeldeten Diebstahl einer Kuh in unserem Orte ist mitzuteilen, daß es der Gendarmerie in G r ü n - berg gelungen ist, dort den K u h d i e b in der Person eines hiesigen Einwohners b i n g f e ft zu machen. Der Täter hat ein Geständnis abge­legt und auch zugegeben, daß er die Kuh zu dem Metzger in Wetzlar gebracht hat. Der Einbrecher befindet sich i n H a f t.

* Hausen, 3. Dezember. Die Freiwillige Feuerwehr hielt dieser Tage ihre dritte Gene- ralversammlung im Lokal Dörr ab. Dem Unter­führer Karl I o st wurde dabei aus Anlaß feiner Hochzeit ein Bild des Führers überreicht. Für die Winterhilfe wurde eine freiwillige Sammlung durch­geführt. Im Verlaufe des Abends wurde beschlossen, in diesem Winter einen Familienabend abzuhalten. Zum Schluß sprach der erste Brandmeister über einen Vortrag des Branddirektors Nöhl in Mainz. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise ge- chlossen.

8 Alten-Buseck,3. Dez. Die hiesige Volks- und Jugendbibliothek umfaßt zur Zeit die ansehnliche Zahl von nahezu 600 Bänden. Mit dem Ausleihen der Bücher ist dieser Tage begonnen wor­den. Da in dem reichhaltigen Bücherbestand auch eine Anzahl neuzeitlicher Werke vorhanden ist, wird angenommen, daß von dem Ausleihen der Bücher reichlich Gebrauch gemacht wird. Heute wurde eine Naturalien-Sammlung für d i e Innere Mission durchgeführt, die einen be­friedigenden Erfolg hatte.

§ Mainzlar, 4. Dez. Die Winterhilfe- Sammlung der Beamten und Handwerker in unserem Orte erbrachte den Betrag von 24 Mark.

§ Staufenberg, 4. Dez. Die von den Hand­werkern und Beamten am vorigen Sonntag durch- aesührte Sammlung für das WHW. er­brachte hier einen Ertrag von 33 Mark.

f Treis a. d. Ld a., 3. Dez. Seit 1. Dezember ist unsere Postagentur in eine Poststelle umgewandelt worden, welche die Postsachen durch Auto über das Hauptpostamt Gießen erhält und fortliefert. Die Ortsbestellung bleibt wie seither und wird durch den seitherigen Postagenten besorgt.

<> Haibach, 3. Dez. Dem aufmerksamen Beobachter und Freund alter Volkskunst fallen an verschiedenen Stallungen und Scheunen unserer Gemeinde interessante Kratzmuster auf. Sie wurden im vorigen Jahrhundert beim Ver­putzen als Zierformen angebracht. Die Handwerker benutzten bei ihrer Arbeit weder Schablonen noch sonstige Hilfsmittel, sondern stellten die Muster nach ihrem Gutdünken aus freier Hand dar. Kunstsinn, eine scharfe Beobachtungsgabe und rege Phantasie waren bei der Darstellung der einzelnen Objekte not­wendig und ausschlaggebend. Diese Fertigkeiten müssen um so höher eingeschätzt werden, da die Kratzmuster von einfachen, zeichnerisch und künst­lerisch ungeschulten Männern hergestellt wurden. Ein würdiger Vertreter dieser schlichten, alten Hand­werkskunst ist der 89jährige Maurer Philipp M ö - b u s. Er erlernte in den Jahren 1860 bis 1864 bei einem Meister in Winnerod das Maurerhandwerk und war vorwiegend in der Rabenau tätig. Auch hier hat er mit großem Geschick einige Wirtschafts­gebäude und Wohnhäuser verputzt und dabei ge- schmackvolle Muster angebracht. Am besten sind diese noch an den Scheunen der Landwirte Sommer- l a d und Frey erhalten. Die Entwürfe stellen meistens Blumen, Blumengewinde, Blumenstöcke und geometrische Figuren dar. Aus beachtlicher Stufe stehen auch die Kratzmuster, die der bereits verstorbene Maurer Konrad G ö r n e r t aus Ober- Bessingen an den Scheunenwänden des Erbhofs Fritzel anfertigte. Neben gefälligen, phantasie- vollen Gebilden finden wir hier Vögel und allerlei andere Tiere. Auch symmetrische Figuren, Blumen­stöcke und verschiedene Pflanzen sind vorhanden. Weitere noch verhältnismäßig gut erhaltene und interefsante Kratzmuster deren Hersteller aber unbekannt sind befinden sich an den Scheunen der Landwirte Wilhelm Stark, Heinrich Buch­ner, Wilhelm L o t h und Heinrich Münch.

-A Lich, 3. Dez. Ein b r e i ft e r Diebstahl wurde in der Nacht zum Samstag in der Hofreite des Maurermeisters U h r h ä n im Garbenteicher Weg ausgeführt. Aus einem Schuppen wurde ein neues, wertvolles Fahrrad entwen­det. Zwei ältere Räder lieh der Dieb unberührt

stehen. Die Gendarmerie hat sofort die Suche nach Dem Täter aufgenommen.

5 Dorf-Güll, 2. Dez. Die hiesige Frauen- schäft veranstaltete gestern abend im neuerbauten Gemeindesaal eine wohlgelungene Advents- feier. Im Mittelpunkt stand eine Ansprache un­seres Pfarrers Becker. Gemeinsam gesungene Lie­der, Gedichte und Zwiegespräche wechselten in bunter Reihenfolge, die Besucher wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Die hiesige Frauenschaftsfüh- rcrin, Frau Euler, die die Feier leitete, schloß mit einer kurzen Ansprache und stattete den Dank aller Mitwirkenben ab. Die gestrige Straßen- s a m m l u n g, die von den hiesigen Beamten und Handwerkern durchgeführt wurde, zeitigte ein über­aus glänzendes Ergebnis. Es gingen in unserem etwas über 400 Einwohner zählenden Dorfe näm­lich 97,82 Mark ein. Auf diese Summe darf die Gemeinde stolz sein! Anschließend fand eine kleine! Feier im Saale statt, die der Obmann und Alt­meister Konrad Messerschmied leitete. Es wur­den mehrere Ansprachen gehalten. Auch der Kreis­obmann der Schmiedeinnung traf ein und würdigte die Verdienste unseres Schmiedemeisters Messer­schmied. Diesem ist es nämlich vergönnt, in die­sem Jahre sein fünfzigjähriges Jubiläum als Schmied zu feiern. Trotz feiner 76 Jahre steht er noch von früh bis spät jeden Tag am Amboß in seiner Werkstatt.

cs5 Eberstadt, 3. Dez. In unserer Gemeinde fand in der Zeit vom 24. November bis 1. Dezember eine kirchliche Woche statt, die durch einen Abendgottesdienst eingeleitet wurde. Redner der Vortragsabende waren Professor Dr. Keller (Friedberg), Pfarrer P r ä t o r i u s (Langd), Pfar­rer Fischer (Nieder-Weisel), Pfarrer Schäfer (Bad-Nauheim), Pfarrer W e ck e r l i n g (Gießen) und Pfarrer Sohn (Ober-Widdersheim). Jeder Tag der kirchlichen Woche brachte außerdem je eine Morgenandacht und eine Bibelstunde am Nachmit­tag. Die Feldarbeiten in unserer Gemar­kung sind nunmehr beendet. Gegenwärtig werden die letzten Fuhren Grünfutter eingefahren. Roggen und Weizen sind gut aufgegangen.

)-( Bellersheim, 2. Dez. Obwohl die Schädlingsbekämpfung im Obstbau hier schon feit Jahren in Zusammenarbeit von Obst- und Gartenbauverein und Gemeindeverwaltung plan­mäßig durchgeführt wird, wird auch noch das An- egen von Klebgürteln vorgenommen. Welche Er- olge diese Maßnahme zeitigt, kann man gegen­wärtig feststellen. An einzelnen Leimringen kön­nen bis zu einem Dutzend Frostspannerweibchen be­obachtet werden. Da jeder Schädling mehrere hundert Eier ablegt, läßt sich die Verhütung des Schadens durch diesen Baumfeind leicht ermessen. Mit Eintritt der ersten Fröste ist außerdem noch mit einem verstärkten Auftreten des Frostspanners zu rechnen. Von der Gewährung eines Reichszu­schusses zu Obstbaumneupflanzungen wurde auch hier reichlich Gebrauch gemacht. Ne­ben mehreren neuen Kernobstanlagen durch private Grundbesitzer hat die Gemeinde auf dem für spä­tere Zeiten zur Friedhofsanlage vorgesehenen Ge­lände an der Straße nach Trais-Horloff eine mu­stergültige Zwetschenpflanzung von 68 Jungbäumen geschaffen. Insgesamt wurden hier über 300 Bäume gesetzt. Die Obstbauüberwachungskommission brauchte hier in diesem Herbst nicht in Tätigkeit zu treten, da der gesamte Baumbestand in gutem Zustande ist. Dieser Tage fand hier eine Waldtreibjagd statt, bei der 14 Hasen zur Strecke gebracht wurden.

Kreis Friedberg.

pb. Butzbach, 1. Dez. Gestern Abend fand im großen Saal desHessischen Hofes" das Aus- zeich nun gsfest der Ortsgruppe Butzbach des Taunusbundes statt, zu dem der stellvertre­tende Gebietsführer R ö d d i n g (Frankfurt a. M.), Bürgermeister Dr. Mörschel (Butzbach) sowie einige Vertreter der Ortsgruppen Bad-Nauheim, Köppern, Wetzlar und des hiesigen DHC. als Ehrengäste erschienen waren. Nach einführenden Musikstücken der Feuerwehrkapelle begrüßte zu­nächst der Ortsgruppenführer Kaufmann F ü l l i n g die Gäste, worauf ein von Frau Erika Münz verfaßtes kleines humoristisches Stück aufgeführt wurde, an das sich die Auszeichnung der Wanderer anschloß. Die ausgezeichneten jungen Tauniden er­hielten Bücher, während die alten das Abzeichen in Gold erhielten: darunter befand sich als einer der ältesten Wanderer Kaufmann Louis Brau­bach, der das Zeichen zum dritten Male für ins­gesamt 220 mitgegangene Wanderungen erhielt. Der stellvertretende Gebietsführer hielt alsdann eine Ansprache, überbrachte die Glückwünsche und Grüße des Gebietsführers Oberbürgermeister Dr. Krebs, sowie des Reichswanderführers Ministerpräsident a. D. Werner, warf einen Rückblick auf die ver­gangenen und einen Ausblick auf die nächsten Jahre, dabei mitteilend, daß im Frühjahr 19 3 6 in Butzbach ein großes Wandertreffen ftattfinben werde. Weiterhin sprachen als Vertreter von Wetzlar Wanderbruder Hartmann und Weber für Bad-Nauheim. Ein nett gespieltes Theaterstück setzte dann die Lachmuskeln der Zu­hörer in heftige Bewegung. Weitere Musikstücke leiteten zum Tanz über.

Kreis Alsfeld.

* Deckenbach, 2. Dez. Dieser Tage wurde auf Dem hiesigen Friedhof der Sohn des. hiesigen Einwohners Wilhelm Dörr zu Grabe getragen, der bekanntlich an den Folgen eines Unfalles in der Schule in der Klinik zu Gießen verstorben war. Die ganze Gemeinde nahm herzlichsten Anteil an der Beerdigung des auf so tragische Weise aus dem Leben geschiedenen Knaben. Selten sah unser Dorf einen so stattlichen Trauerzug.

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