Dampfern „Majestic" und „Alaunia" Goldbarren im Werte von 21 bzw. 20 Millionen Dollar aus- geladen werden. Dieser ständige Goldstrom bereitet erhebliche Sorgen, da die überschüssigen Bankreserven, die bereits 3 Milliarden Dol- lar überschritten haben, eine große Versuchung für die inflationistischen spekulativen G e- l ü st e gewisser Kreise darstellen.
König Georg und die Deniselisten.
Athen, 3. Dez. (DNB.) Eine Unterredung zwischen dem König und dem Führer der Denise- los-Partei S o p h o u l i s dauerte zwei Stunden und war sehr herzlich. Auf Kreta, der Heimat von Deniselos, kam es bei der Freilassung der wegen ihrer ^Beteiligung an der Revolution im März verurteilten Offiziere zu großen Kundgebungen für den König. In Gonen, der Hauptstadt der Insel, beteiligten sich schätzungsweise 40 000 Personen an einer solchen Kundgebung, bei der b e g e i« sterte Hochrufe a u f den König und die befreiten Offiziere ausgebracht wurden.
Oynamitanschläge in Athen.
A t h e n , 4. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Polizeidirektion teilt mit, daß an drei Stellen der Stadt Dynamitpatronen zur Explosion gebracht worden sind. Die erste Explosion ereignete sich vor dem Hause des Generals i. N. Hadfis- s a r a n t o s , die zweite vor der Druckerei, in der die venizelistische Zeitung „Neos Kosmos" und die venizelistenfeindliche „Hellinicon Mellon" hergestellt werden, während die dritte Ladung vor dem Hause des Fliegerobersten O i c o - nomu explodierte. Es ist nur geringfügiger Sachschaden angerichtet worden.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler hat dem König von England sowie dem Königs- paar von Norwegen telegraphisch feine Anteilnahme an dem Tode der englischen Prinzessin Victoria zum Ausdruck gebracht.
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Der" Oberste Gerichtshof in Wien verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde des Pastors Fischer aus Thening (Oberösterreich), der wegen der Broschüre „Meine Bedenken gegen den Eintritt in die Vaterländische Front" wegen Vergehens der Aufreizung zu vier Monaten Arrest verurteilt worden war. Pastor Fischer befindet sich noch immer in Haft.
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Dienstagmittag überflog ein sowjetrussisches Aufklärungsflugzeug zehn Minuten lang in geringer Höhe finnländisches Gebiet bei der Eisenbahnhaltestelle Rajajoki in Karelien. Das Flugzeug wurde mit Maschinengewehren beschossen und, wie man annimmt, auch getroffen, da es auf sowjetrussischem Gebiet notlandete.
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Auf Veranlassung der Nationalbank ist die Ausfuhr sämtlicher tschechoslowakischer Banknoten ins Ausland verboten worden. Das Verbot umfaßt alle Banknoten, die auf 50 Kronen und mehr lauten. Die Ausfuhr von Kleingeld (10 und 20 Kronenfcheine sowie Münzen) wird auf den Reiseverkehr beschränkt und ist sonst gleichfalls verboten. An der Freigrenze von 1000 Kronen, bis zu der für Reisende die Mitnahme von Geld ins Ausland gestattet ist, wird nichts geändert.
Kunst und Wissenschaft.
„Theater im Kampf."
Im Frankfurter Volksbildungsheim sprach der Gaupropaganleiter und Landeskulturwalter Pg. Müller-Scheib zu dem Thema „Theater im Kampf" und führte u. a. aus: Daß dieses Thema durchaus aktuell sei, beweise der außerordentlich kleine Kreis der Anwesenden. Auf keinem anderen Gebiete sei daher die Propaganda und die Aufklärungsarbeit notwendiger als gerade auf dem Gebiete der Kunst. Darum wende sich die Propaganda für das Theater auch in erster Linie an die schaffenden Volksschichten. Kultur sei nicht mehr em Gegenstand des Luxus, sondern die Stätte, von der mit die Gesinnung' in das Volk getragen werden soll. Es sei höchst bedauerlich, daß ein großer Teil der wohlhabenden Bevölkerung nur für Freikarten Interesse habe, während sich viele kleine Angestellten und Arbeiter gerne die Groschen absparten, um einmal den Genuß einer Theatervorstellung genießen zu können. Hier müsse ein Wandel eintreten. In jede deutsche Familie gehöre eine Platzkarte für Opern- ober Schauspielhaus oder die anderen Kunstinstitute. Schließlich gab der Gaupropagandaleiter der Ueberzeugung Ausdruck, daß dem Theater der Zukunft noch eine große Rolle zu spielen beschieden sein werde. Dann könne vielleicht auch die Zeit kommen, wo man diejenigen, die sich heute am Theater interessierten, einfach nicht mehr zulassen werde.
Ehrung für Geheimrat Losch.
Der Verein der Eisenhüttenfachleute hat Geheimrat Karl Bosch- Heidelberg auf einstimmigen Beschluß seines Vorstandes seine höchste Auszeichnung, die Carl-Lueg-Denkmünze, verliehen zur dankbaren Anerkennung der wertvollen Arbeit, durch die der Chemiker Bosch auch der Eisenindustrie durch einen neuen Werkstoff neue Wege gezeigt hat. Die Carl-Lueg-Gedenkmünze ist aus Nirosta-Stahl hergestellt, der, wie Dr. V ö g l e r bei der lieber« reichung bemerkte, in Essen nicht entstanden wäre, wenn nicht Geheimrat Bosch ständig die Forderung nach korrosionsfestem und dauerhaftem Stahl gestellt hätte.
Generatmusikdirektor knappertsbusch nicht zurückgetreten.
In der Auslandpresse findet sich vereinzelt die Nachricht, daß der Münchener Operndirektor Generalmusikdirektor Knappertsbusch zurückgetreten sei. Diese Nachricht ist, wie von amtlicher Seite mitgeteilt wird, falsch. Richtig ist, daß Generalmusikdirektor Knappertsbusch in den letzten Tagen des November sich unter Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses krank gemeldet und zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen längeren Erholungsurlaub angetreten hat.
Aus aller Wett.
Polizeibeamter im Dienst niedergeschoffen.
In Berlin wurde ein pflichtgetreuer Polizeibeamter in Ausübung feines verantwortungsvollen Dienstes niedergeschoffen. Der Beamte, der 46- jährige Hauptwachtmeister Otto Heyne, starb eine Stunde nach Einlieferung in das Staatskrankenhaus. Der Täter, der 35jährige Anton K., brachte sich, als er vom Ueberfallkommando umstellt war, einen tödlichen Kopfschuß bei. Der Vorfall hatte sich folgendermaßen abgespielt: Die Ehefrau des K. hatte den Hauptwachtmeister Heyne gebeten, sie zu ihrem früheren Mann zu begleiten, da sie ihr zehnjähriges Töchterchen, das ihr im Ehescheidungsprozeß zugesprochen worden war, abholen wollte. Der Beamte kam der Bitte der Frau nach. Beide wurden von K. in die Wohnung eingelassen. Als K. aber von dem Verlangen der Frau auf Herausgabe des Kindes hörte, riß er plötzlich eine Pistole aus der Tasche und legte auf den Beamten an. Es entspann sich ein Handgemenge, in dem K. den Hauptwachtmeister mit drei Schüssen verletzte. Als das Ueberfallkommando, das von Hausbewohnern gerufen worden war, in die Wohnung des K. einbringen wollte, eröffnete biefer auf bas Ueberfallfommanbo ein wilbes Feuer. Um nicht weitere Menschenleben zu aefährben, gingen bie Beamten in Deckung unb schossen nunmehr vom Hinterhaus über ben Hof hinweg mit Gaspistolen in bie Wohnung bes K. Inzwischen hatte ein Hausbewohner, obgleich K. fortgesetzt weiterfeuerte, mit einer Axt bie Korribortür eingeschlagen. Die Beamten brangen schließlich in bie Wohnung ein. Als ber Mörber sich umstellt sah, jagte er sich bie löbliche Kugel in ben Kopf. Die Frau war wäh- renb bes Hanbgemenges zwischen bem K. unb bem Hauptwachtmeister mit ihrem Töchterchen auf bie Straße geflüchtet.
Nächtliches Großfeuer im Westerwald.
In bem zum Steinbruchbetrieb ber Eiserfelber Steinwerke in Langenbach (Westerwalb) gehörigen Werkwohnhaus brach nachts ein Branb aus. Da bas Feuer sich sehr schnell ausbreitete, entstaub für bie beiben bas Haus bewohnenben Familien, die ahnungslos im tiefsten Schlaf lagen, eine recht bedrohliche Situation. Von herbeieilenden Ortsbewohnern mußten die Schlafenden in ihren Betten wach- gerüttelt werden. Der Feuerwehr gelang es im Verein mit einer Abteilung des Arbeitsdienstes, dem Brand Einhalt zu gebieten. Das Wohnhaus und ein Teil des Bürogebäudes fielen den Flammen zum Opfer, während ein Teil bes Mobiliars in Sicherheit gebracht werben konnte. Die Ent- stehungsursache ist noch nicht bekannt.
Auf der Wasferjagd ertrunken.
Zwei Lübecker Jäger sind auf ber Wasserjagb in ber Lübecker Zucht löblich verunglückt. Auf ber Höhe von Brobten bei Travemünbe würbe ihr Boot von einer Bö umgeschlagen, unb beibe Insassen fanben ben T o b in ben Wellen.
Die Amtsausübung untersagt.
In Jena würbe in einer Kunbgebung der mebizinischen Fachschaft unb ber Betriebszelle der Kliniken von Universitätsprofessor Dr. Meyer- Erlach mitgeteilt, baß bem orbentlichen Universitätsprofessor für innere Mebizin Dr. Wolfgang Veil vom Reichserziehungsminister im Einvernehmen mit ber Reichsleitung ber Partei gemäß § 32 bes thüringischen Staatsbeamtengesetzes bie Ausübung f e i ne r sämtlichen Amtsverrichtungen unter Jagt worben ist. Der ungestörte Fortgang bes klinischen Betriebes ist gewährleistet. Als Vertreter für Professor Veil würbe Professor Dr. L o m m e l bestellt. Professor Veil war Anfang November in einem Beleidigungspro- zeß wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe von
3000 Reichsmark verurteilt worden, weil er ktk einer Sitzung ber akabemischen Konzertkommission einem Sturmbannführer zu Unrecht nachgesagt hatte, daß biefer nicht arischer Abstammung sei.
Der Fluch des Tutankhamen.
Der Chikagoer Archäologe Dr. I. H. B r e a ft e b, ber an ben Ausgrabungen bes Grabgewölbes Tutankhame ns teilgenommen hatte, ist an einer Blutvergiftung gestorben. Offenbar in bem Bestreben, bem geheimnisvollen Gerebe von bem Grabmal-Fluch bes Tutankhamen zu begegnen, wonach jeber, ber an ben Ausgrabungen Beteiligten eines vorzeitigen Tobes sterbe, gaben bie brei behanbelnben Aerzte bie gemeinsame Erklärung ab, baß Breasted an einer ber medizinischen Wissenschaft wohlbekannten Streptokokken-Infektion gestorben jei, bie er sich auf seiner kürzlich erfolgten Rückreise aus bem nahen Osten zugezogen habe. Breasteb selbst hatte sich immer über ben angeblichen Fluch luftig gemacht. Die Presse weist im Zusammenhang mit bem Tobe Breastebs barauf hin, baß von ben 22 Personen, bie bas Grabgewölbe Tutankhamens im Jahre 1923 betreten hatten, bereits sieben gestorben seien.
Wetterbericht
des Leichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Ein in ber Biskaya zur Entwicklung gekommener Teilwirbel ist in ber Hauptsache ins Mittelmeer gezogen, hoch brachte er auch vornehmlich Sübwest- unb Sübbeutschlanb am Dienstagabenb verstärkte Nieberschlagstätigkeit. Infolge der in ber Höhe herrschenben sehr tiefen Temperaturen (in 5000 Meter Höhe —30 Grab Celsius) bestauben die Nieberschläge aus Schnee, so baß auch in unseren Nachbargebirgen Schneesportmöglichkeiten aufgekommen sinb. Die Gesamtlage bleibt jeboch weiter- hin recht unbeständig.
Aussichten für Donnerstag: Veränder- lich unb zeitweilig aufheiternb, aber auch wieber- holte, meist schauerartige Nieberschläge, nachts stellenweise leichter Frost, lebhafte westliche Winbe.
Lufttemperaturen am 3. Dezember: mittags 5,5 Grab Celsius, abenbs 1,6 Grab; am 4. Dezember: morgens 1,1 Grab. Maximum 5,9 Grab, Minimum 0,4 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Dezember: abenbs 3,0 Grab; am 4. Dezember: morgens 2,5 Grab Celsius. — Sonnenscheinbauer 2,4 Stunben. — Nieberschläge 2,6 mm.
Wintersportnachrichten.
Vogelsberg, Hoherobskopf: Nebel, — 3 Grad, 10 bis 15 Zentimeter Schneehöhe, Pulverschnee, Ski unb Rodel möglich.
Rothaargebirge, Astenberg: bedeckt, —3 Grad, 12 bis 13 Zentimeter Schneehöhe, Pulverschnee, Ski Und Rodel möglich.
Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —5 Grad, 11 bis 14 cm Schneehöhe, verweht, Ski unb Robe! mäßig.
Taunus, Kleiner Felbberg: bewölkt, 0 Grad, 8 bis 12 cm Schneehöhe, verharscht", Ski unb Nobel mäßig.
Schwarzwalb, Felbberg: Nebel, —2 Grab, 15 bis 18 cm Schneehöhe, Neuschnee, Ski unb Nobel gut._________________________________________________________
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in -Gießen.
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