allmählich gut wird, vor allem wenn nun die Kälte kommt.
Grimbart, der Dachs, ist feist. Er hat sich vor- oesehen für den Winter, der ihm knappe Tage bringen kann. Der Bau ist frisch mit Laub und Moos gepolstert worden, die kleinen Sommerbaue sind meist aufgegeben, der Dachs nimmt wieder regelmäßig den alten, tiefen Mutterbau an. Nun ist es an der Zeit, hinauszuziehen mit „Waldmann" und „Erda", mit Hacke und Spaten, um den Dachs zu graben. Eine andere Art der Bejaguna kommt in der jetzigen Zeit kaum noch in Frage. Aber be- jagt muß er werden, denn seine in vielen Revieren jahrelange fast völlige Schonung läßt den Dachs sonst zu einer Gefahr für die Niederjagd werden.
Das Rebhuhn hat aroar noch Schußzeit, aber anstatt es zu bejagen, sollte der Weidmann nun lieber darauf sinnen, wie er seine Hühner mit möglichst geringen Verlusten durch den Winter bringen wird.
Anders der F a s a n , der bei Waldtreiben und in hecken, oder schilfreichen Feldrevieren immer öfter dank der Hegearbeit vieler Reoierinhaber vorkommt. Der bunte Hahn soll den Weidmann erfreuen, wenn ihn nach gutem Schuß der brave Hund bringt. Auf die graue Henne aber laßt den Finger gerade! Wer absichtlich Hennen schießt oder zum Abschuß freigibt, gefährdet die Aufbauarbeit, die in unseren oberhessischen Jagdrevieren noch zu leisten ist. Deswegen hat auch der Landesjägermeister die hessischen Jäger aufgefordert, der Henne besondere Schonung auch ohne gesetzlichen Zwang anqedeihen zu lassen.
Die Schnepfe ist auf dem Zuge nach Süden und wurde in den letzten Wochen schon oft beobachtet. Neben dem Abschuß auf Treibjagd kommt auch jetzt wie im Frühjahr der Strich in Frage, im Herbst sicher vom jagdhegerischen Standpunkte aus viel einwandfreier als im Frühjahr vor der Brutzeit.
Wo die Buchen Mast tragen, findet sich die Ringeltaube in starken Flügen.
In den Abendstunden streichen über den Flußtälern und Bachläufen die Enten, die jetzt vollwertig sind.
Während seither nur Habicht und Sperber als Feinde der Niederjagd und der Singvogelwelt geschossen werden durften, hat während der Herbst- und Wintermonate auch der Mäusebussard Schußzeit. Seine jahrelange Schonung hat zu einer außerordentlich starken Vermehrung geführt, die ja dem aufmerksamen Beobachter unverkennbar ist. Mögen die meisten dieser Räuber ihrem Namen „Mauser" auch Ehre machen und mag es bestimmt
falsch sein, den Räubern der Luft wegen jedes einzelnen „Mißgriffes" gleich das Lebensrecht abzu- sprechen, so sind doch gewisse „Spezialisten" um so gefährlicher, weil sie mit Vorliebe an Fasanen- fütterungen und Hühnerschüttungen aufhaken und lauern und oft ganze Ketten und Gesperre vernichten. In der Schußzeit, die deswegen eingeführt wurde, hat der Jäger ein Mittel, diesen Räubern das Handwerk zu legen. Hubertus.
Die Leoniden kommen.
Oer Sternenhimmel im November.
Von Dr. Erwin Kossinna.
Als Alexander von Humboldt im Jahre 1799 Südamerika bereiste, beobachtete er am 12. November in Cumana einen außergewöhnlich starken Sternschnuppenfall. Das glänzende Schauspiel der den Himmel zu Tausenden durchzuckenden Feuerkugeln und Sternschnuppen war dem großen Naturforscher ein überwältigendes Erlebnis, das ihn tief erschütterte. Humboldt erfuhr von den Eingeborenen, daß auch 1766 um dieselbe Jahreszeit ein ähnlicher Sternschnuppenregen stattgefunden hatte. Die Jahre 1833 und 1866 brachten dann Wiederholungen dieser großartigen Naturerscheinung. Die Meteore schienen sämtlich aus dem Sternbild des Löwen auszustrahlen, weshalb man sie Leoni- d e n nannte. Als erster berechnete der italienische Astronom Schiaparelli die Bahn der Leoniden um die Sonne, auf der sie alle dreiunddreißig Jahre die Erdbahn kreuzen. Man erkannte bald die lieber* einstimmung der Leonidenbahn mit der des Tem- pelschen Kometen von 1866. Offenbar hatten sich die Meteore von dem Kometen losgelöst und waren zurückgeblieben. Merkwürdigerweise blieben die für die Jahre 1899 und 1932 erwarteten großen Sternschnuppenfälle aus. Der Riesenplanet Jupiter hatte die Leoniden durch seine starke Anziehungskraft aus ihrer Bahn gedrängt. Der Hauptschwarm kam daher in den erwähnten Jahren nicht mit der Erde in Berührung. Aber die Meteore verteilen sich über
einen so großen Raum ihrer Bahn, daß fast in jedem Jahre in der Zeit zwischen dem 10. und 17. November eine auffallende Häufung von Sternschnuppen zu beobachten ist. Nach zahlreichen Messungen beträgt die mittlere Höhe ihres Aufleuchtens 133 Kilometer, die des Erlöschens 89 Kilometer. Ihre Geschwindigkeit ist mit 77 Kilometer in der Sekunde etwa fünfzigmal so groß wie die des schnellsten Geschosses, und nur eine Sekunde dauert gewöhnlich ihr Aufleuchten. Da das Sternbild des Löwen Mitte November erst gegen Mitternacht aufgeht, kommt für die Beobachtung der Leoniden hauptsächlich die zweite Nachthälfte in Betracht.
Der abendliche Novemberhimmel läßt wieder die glanzvollen Wintersternbilder aufsteigen. Gegen 22 Uhr erscheint im Südosten der Orion, das einzige Sternbild, welches zwei Sterne erster Größe aufweist: die rötliche Beteigeuze links oben und den weißfunkelnden Rigel rechts unten. Heber dem Orion finden wir die Zwillinge Castor und Pollux und den Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden, welcher im Fernglas einen reizvollen Anblick gewährt. Den Süd- himmel erfüllen die ausgedehnten Sternbilder Eri- danus, Walfisch, Fische, Südlicher Fisch mit Fomal- haut, dem südlichsten in Deutschland sichtbaren Fixstern, sowie der Wassermann. In dieser „feuchten"
Himmelsgegend interessiert den Sternkundigen kn diesem Monat besonders der Walfisch, da voraussichtlich der merkwürdige veränderliche Mira im Walfisch wieder aufleuchten und mit freiem Auge sichtbar werden wird. Er ist ein roter Riesenstern, der gewöhnlich nur im Fernrohr sichtbar ist, aber alle elf Monate vorübergehend zu größerer Helligkeit aufflammt.
Die Milchstraße läßt sich am günstigsten in den frühen Abendstunden beobachten. Sie zieht dann von Nordosten nach Südwesten durch die Sternbilder Fuhrmann, Perseus, Cassiopeia, Cepheus, Schwan, Adler und Schütze. Besonders hell erscheint die Milchstraße im kreuzförmigen Schwan, wo schon ein gutes Fernglas den unermeßlichen Sternreichtum und die reiche Gliederung der Milchstraße erkennen läßt, in der Helle und dunkle Wolken dicht nebeneinander liegen. Am südlichen Rande der Milchstraße bemerken wir Algol, den Veränderlichen im Perseus, der am 9. November 23.30 Uhr und am 12. November 20.30 Uhr günstig zu beobachtende Lichtminima aufweist. Oestlich schließt sich die Sternreihe der Andromeda an, über welcher als matter Lichtfleck der berühmte Spiralnebel mit freiem Auge sichtbar ist, sowie weiter im Osten das große Pegasusbild.
Am Nordhimmel nähert sich A r k t u r u 5<"kin gelber Riese von dreißigfachem Sonnendurchmesser und einer der hellsten Fixsterne, mehr und mehr dem Horizont, während die ebenso Helle Capella im Fuhrmann schon merklich höher steigt. Der Große Bär erscheint in seiner tiefsten Lage am Nordhimmel besonders groß. In stets gleich bleibender Höhe funkelt der Polarstern, an dem das Sternbild des Kleinen Bären gewissermaßen hängt. Unter demselben bemerken wir die gewundene Sternreihe des Drachen, dessen Kopf auf die Helle, blauweiß strahlende Wega gerichtet ist.
Der Mond steigt jetzt erheblich höher empor als im Sommer. Im Gegensatz zu dem milden gelben Sommermond ist der winterliche Vollmond glän- zerck) weiß. Die Hauptphasen fallen auf folgende Tage: erstes Viertel 4. November, Vollmond 10., letztes Viertel 18., Neumond 26. November.
Todesanzeige
Heinrich Haas
Rentner Curt von Münchow
nach kurzem schweren Krankenlager im blühenden Alter von 27 Jahren
Um stilles Beileid bittens
In tiefer Trauer
Gießen, den 4 November 1935
Gießen, den 4. November 1935
04751
Die Einäscherung findet aut Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt
04749
Ehre seinem Andenken!
Gießen (Walltorstraße 22), den 4. November 1935.
Gießen, den 4. November 1935.
04745
6369 D
Eberftadt, den 4 November 1935,
6368 D
04754
Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. November, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
Nach schwerem Leiden entschlief gestern im 86. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
An den Folgen eines Unfalls verschied am Samstag, dem 2. Nov. 1935, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Johannes Haas und Frau Elisabeth, geb. Naumann Wilhelm Haas und Frau Eiesel, geb. Balser Hermann Neher und Frau Elisabeth, geb. Haas
Minna von Münchow, geb. Bertram
Gyda ^on Münchow, geb. Larsen
Dr. Ludwig Krieg und Frau Emmy, geb. von Münchow Hugo Kaestner und Frau Frieda, geb von Münchow Kurt von Münchow
Direktor Otto Seipelu- brau Hanny.geb.von Münchow Direktor Dr. Heim und Frau Klara, geb. von Münchow Carola Hartmann, geb. von Münchow
11 Enkel und 3 Urenkel
Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Bruders sagen wir allen unseren innigsten Dank.
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Tn tiefem Schmerz:
Marie Bien, geb. Schäfer
Familie Konrad Bien nebst allen Angehörigen.
Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 6. November, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;
Heinrich Görlach XI.
Dankfagung
Für die unsbeim Heimgang unterer lieben Entfchlafenen in fo reichem Maße erwiefene Teilnahme lagen wir herzlichen Dank.
Plötzlich und unerwartet verschied am Freitagabend mein herzensguter, treusorgender Mann, unser braver, unvergeßlicher Sohn, Schwiegersohn, mein lieber Bruder und Schwager
Karl Bien
im blühenden Alter von 29 Jahren.
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Am Samstag, dem 2. November, verschied an den Folgen eines Unglücksfalls unser NSKK-Kamerad
Sturm mann
Heinrich Haas
Geschwister Rinn
Familie K. List
Gießen, den 4. November 1935.
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Horst-Wessel- Wall 39II.


