Ausgabe 
4.11.1935
 
Einzelbild herunterladen

allmählich gut wird, vor allem wenn nun die Kälte kommt.

Grimbart, der Dachs, ist feist. Er hat sich vor- oesehen für den Winter, der ihm knappe Tage bringen kann. Der Bau ist frisch mit Laub und Moos gepolstert worden, die kleinen Sommerbaue sind meist aufgegeben, der Dachs nimmt wieder regelmäßig den alten, tiefen Mutterbau an. Nun ist es an der Zeit, hinauszuziehen mitWaldmann" undErda", mit Hacke und Spaten, um den Dachs zu graben. Eine andere Art der Bejaguna kommt in der jetzigen Zeit kaum noch in Frage. Aber be- jagt muß er werden, denn seine in vielen Revieren jahrelange fast völlige Schonung läßt den Dachs sonst zu einer Gefahr für die Niederjagd werden.

Das Rebhuhn hat aroar noch Schußzeit, aber anstatt es zu bejagen, sollte der Weidmann nun lieber darauf sinnen, wie er seine Hühner mit mög­lichst geringen Verlusten durch den Winter bringen wird.

Anders der F a s a n , der bei Waldtreiben und in hecken, oder schilfreichen Feldrevieren immer öfter dank der Hegearbeit vieler Reoierinhaber vor­kommt. Der bunte Hahn soll den Weidmann er­freuen, wenn ihn nach gutem Schuß der brave Hund bringt. Auf die graue Henne aber laßt den Finger gerade! Wer absichtlich Hennen schießt oder zum Abschuß freigibt, gefährdet die Aufbauarbeit, die in unseren oberhessischen Jagdrevieren noch zu leisten ist. Deswegen hat auch der Landesjäger­meister die hessischen Jäger aufgefordert, der Henne besondere Schonung auch ohne gesetzlichen Zwang anqedeihen zu lassen.

Die Schnepfe ist auf dem Zuge nach Süden und wurde in den letzten Wochen schon oft be­obachtet. Neben dem Abschuß auf Treibjagd kommt auch jetzt wie im Frühjahr der Strich in Frage, im Herbst sicher vom jagdhegerischen Standpunkte aus viel einwandfreier als im Frühjahr vor der Brutzeit.

Wo die Buchen Mast tragen, findet sich die Ringeltaube in starken Flügen.

In den Abendstunden streichen über den Fluß­tälern und Bachläufen die Enten, die jetzt voll­wertig sind.

Während seither nur Habicht und Sperber als Feinde der Niederjagd und der Singvogelwelt geschossen werden durften, hat während der Herbst- und Wintermonate auch der Mäusebussard Schußzeit. Seine jahrelange Schonung hat zu einer außerordentlich starken Vermehrung geführt, die ja dem aufmerksamen Beobachter unverkennbar ist. Mögen die meisten dieser Räuber ihrem Namen Mauser" auch Ehre machen und mag es bestimmt

falsch sein, den Räubern der Luft wegen jedes ein­zelnenMißgriffes" gleich das Lebensrecht abzu- sprechen, so sind doch gewisseSpezialisten" um so gefährlicher, weil sie mit Vorliebe an Fasanen- fütterungen und Hühnerschüttungen aufhaken und lauern und oft ganze Ketten und Gesperre ver­nichten. In der Schußzeit, die deswegen eingeführt wurde, hat der Jäger ein Mittel, diesen Räubern das Handwerk zu legen. Hubertus.

Die Leoniden kommen.

Oer Sternenhimmel im November.

Von Dr. Erwin Kossinna.

Als Alexander von Humboldt im Jahre 1799 Südamerika bereiste, beobachtete er am 12. Novem­ber in Cumana einen außergewöhnlich starken Sternschnuppenfall. Das glänzende Schauspiel der den Himmel zu Tausenden durchzuckenden Feuer­kugeln und Sternschnuppen war dem großen Natur­forscher ein überwältigendes Erlebnis, das ihn tief erschütterte. Humboldt erfuhr von den Eingebore­nen, daß auch 1766 um dieselbe Jahreszeit ein ähnlicher Sternschnuppenregen stattgefunden hatte. Die Jahre 1833 und 1866 brachten dann Wieder­holungen dieser großartigen Naturerscheinung. Die Meteore schienen sämtlich aus dem Sternbild des Löwen auszustrahlen, weshalb man sie Leoni- d e n nannte. Als erster berechnete der italienische Astronom Schiaparelli die Bahn der Leoniden um die Sonne, auf der sie alle dreiunddreißig Jahre die Erdbahn kreuzen. Man erkannte bald die lieber* einstimmung der Leonidenbahn mit der des Tem- pelschen Kometen von 1866. Offenbar hatten sich die Meteore von dem Kometen losgelöst und waren zurückgeblieben. Merkwürdigerweise blieben die für die Jahre 1899 und 1932 erwarteten großen Stern­schnuppenfälle aus. Der Riesenplanet Jupiter hatte die Leoniden durch seine starke Anziehungskraft aus ihrer Bahn gedrängt. Der Hauptschwarm kam daher in den erwähnten Jahren nicht mit der Erde in Berührung. Aber die Meteore verteilen sich über

einen so großen Raum ihrer Bahn, daß fast in jedem Jahre in der Zeit zwischen dem 10. und 17. November eine auffallende Häufung von Stern­schnuppen zu beobachten ist. Nach zahlreichen Messungen beträgt die mittlere Höhe ihres Auf­leuchtens 133 Kilometer, die des Erlöschens 89 Kilo­meter. Ihre Geschwindigkeit ist mit 77 Kilometer in der Sekunde etwa fünfzigmal so groß wie die des schnellsten Geschosses, und nur eine Sekunde dauert gewöhnlich ihr Aufleuchten. Da das Stern­bild des Löwen Mitte November erst gegen Mitter­nacht aufgeht, kommt für die Beobachtung der Leoniden hauptsächlich die zweite Nachthälfte in Betracht.

Der abendliche Novemberhimmel läßt wieder die glanzvollen Wintersternbilder aufsteigen. Gegen 22 Uhr erscheint im Südosten der Orion, das einzige Sternbild, welches zwei Sterne erster Größe aufweist: die rötliche Beteigeuze links oben und den weißfunkelnden Rigel rechts unten. Heber dem Orion finden wir die Zwillinge Castor und Pollux und den Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden, welcher im Fern­glas einen reizvollen Anblick gewährt. Den Süd- himmel erfüllen die ausgedehnten Sternbilder Eri- danus, Walfisch, Fische, Südlicher Fisch mit Fomal- haut, dem südlichsten in Deutschland sichtbaren Fix­stern, sowie der Wassermann. In dieserfeuchten"

Himmelsgegend interessiert den Sternkundigen kn diesem Monat besonders der Walfisch, da voraus­sichtlich der merkwürdige veränderliche Mira im Walfisch wieder aufleuchten und mit freiem Auge sichtbar werden wird. Er ist ein roter Riesenstern, der gewöhnlich nur im Fernrohr sichtbar ist, aber alle elf Monate vorübergehend zu größerer Hellig­keit aufflammt.

Die Milchstraße läßt sich am günstigsten in den frühen Abendstunden beobachten. Sie zieht dann von Nordosten nach Südwesten durch die Stern­bilder Fuhrmann, Perseus, Cassiopeia, Cepheus, Schwan, Adler und Schütze. Besonders hell er­scheint die Milchstraße im kreuzförmigen Schwan, wo schon ein gutes Fernglas den unermeßlichen Sternreichtum und die reiche Gliederung der Milch­straße erkennen läßt, in der Helle und dunkle Wolken dicht nebeneinander liegen. Am südlichen Rande der Milchstraße bemerken wir Algol, den Veränder­lichen im Perseus, der am 9. November 23.30 Uhr und am 12. November 20.30 Uhr günstig zu beobach­tende Lichtminima aufweist. Oestlich schließt sich die Sternreihe der Andromeda an, über welcher als matter Lichtfleck der berühmte Spiralnebel mit freiem Auge sichtbar ist, sowie weiter im Osten das große Pegasusbild.

Am Nordhimmel nähert sich A r k t u r u 5<"kin gelber Riese von dreißigfachem Sonnendurchmesser und einer der hellsten Fixsterne, mehr und mehr dem Horizont, während die ebenso Helle Capella im Fuhrmann schon merklich höher steigt. Der Große Bär erscheint in seiner tiefsten Lage am Nordhim­mel besonders groß. In stets gleich bleibender Höhe funkelt der Polarstern, an dem das Sternbild des Kleinen Bären gewissermaßen hängt. Unter dem­selben bemerken wir die gewundene Sternreihe des Drachen, dessen Kopf auf die Helle, blauweiß strah­lende Wega gerichtet ist.

Der Mond steigt jetzt erheblich höher empor als im Sommer. Im Gegensatz zu dem milden gelben Sommermond ist der winterliche Vollmond glän- zerck) weiß. Die Hauptphasen fallen auf folgende Tage: erstes Viertel 4. November, Vollmond 10., letztes Viertel 18., Neumond 26. November.

Todesanzeige

Heinrich Haas

Rentner Curt von Münchow

nach kurzem schweren Krankenlager im blühenden Alter von 27 Jahren

Um stilles Beileid bittens

In tiefer Trauer

Gießen, den 4 November 1935

Gießen, den 4. November 1935

04751

Die Einäscherung findet aut Wunsch des Entschlafenen in aller Stille statt

04749

Ehre seinem Andenken!

Gießen (Walltorstraße 22), den 4. November 1935.

Gießen, den 4. November 1935.

04745

6369 D

Eberftadt, den 4 November 1935,

6368 D

04754

Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. November, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Nach schwerem Leiden entschlief gestern im 86. Lebensjahre mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater

An den Folgen eines Unfalls verschied am Samstag, dem 2. Nov. 1935, unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Johannes Haas und Frau Elisabeth, geb. Naumann Wilhelm Haas und Frau Eiesel, geb. Balser Hermann Neher und Frau Elisabeth, geb. Haas

Minna von Münchow, geb. Bertram

Gyda ^on Münchow, geb. Larsen

Dr. Ludwig Krieg und Frau Emmy, geb. von Münchow Hugo Kaestner und Frau Frieda, geb von Münchow Kurt von Münchow

Direktor Otto Seipelu- brau Hanny.geb.von Münchow Direktor Dr. Heim und Frau Klara, geb. von Münchow Carola Hartmann, geb. von Münchow

11 Enkel und 3 Urenkel

Für die Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Bruders sagen wir allen unseren innigsten Dank.

«la

Anzeigen-Aktiengesellschast

Annahme von Anzeigen für alle Leitungen u. Bettictinfteit

Gießen / Schulstraße Z

Wir verlieren in ihm einen treuen Kämpfer von lauterem Charakter, der in Dienstauffassung und Verhalten stets ein muster gültiges Vorbild war.

Bürobedarfshaus

Franz Vogt & Co

Gießen » Seltersweg 44 Ruf: 2464

Nationalsoz. Kraftfahrkorps Motorsturm 4/M 147.

Tn tiefem Schmerz:

Marie Bien, geb. Schäfer

Familie Konrad Bien nebst allen Angehörigen.

Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 6. November, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;

Heinrich Görlach XI.

Dankfagung

Für die unsbeim Heimgang unterer lieben Entfchlafenen in fo reichem Maße erwiefene Teilnahme lagen wir herz­lichen Dank.

Plötzlich und unerwartet verschied am Freitagabend mein herzensguter, treusorgender Mann, unser braver, unvergeßlicher Sohn, Schwiegersohn, mein lieber Bru­der und Schwager

Karl Bien

im blühenden Alter von 29 Jahren.

Reisender(Arier) für Kurz-, Weiß- und Wollwaren- GroßHandlung gesucht. Führer­schein erforderlich. Schriftliche Be­werbungen mit Gehaltsansprüchen und Bild unter 6372D an oen Gießener Anzeiger.

Am Samstag, dem 2. November, verschied an den Folgen eines Unglücksfalls unser NSKK-Kamerad

Sturm mann

Heinrich Haas

Geschwister Rinn

Familie K. List

Gießen, den 4. November 1935.

Zur Vornahme eines monat- lrchen kleinen Inkassos, das an mehr. Tagen einige Stunden in Anspruch nimmt, wird pen­sionierter ob. abgebauter Be­amter ges. Angeb. mit Alters­angabe unter 09532 (6365V) an den Gieß. Anzeig, erbeten.

Achtung

VERTRETER für den weltbekannten Vorwerk- Kobold dem Universal-Gerät, welches als Staubsauger, Bohner, Heiß- luftdusche.Haartrockner,Ver­gaser und Mottenvernichter verwendet und zu monatl. Raten von Mk. 5. und 6. verkauft werden kann, suchen wir seriöse Herren. Zu melden Mittwoch, den 6. November, 5 Uhr, Hotel Schütz, oder schriftliche Angebote an Vorwerk & Co , Frankfurt a. M.

Steinweg 9. 6366 v

Mädchen für Haushalt zur Aushilfe sofort gesucht. 04747 Zu erfragen m d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. KleineAnzeige« im Gießener Anzeiger werden von Tau!en den beachtet and geleiea.

Oberh.Geseiischaftf.Natur-u.Heilkunde

Katarwissenschal liehe Abteilung.

Dienstag, 5. Novemb., 20 Uhr c.t., imZoolog.Institut, Bahnhofstr.84 Herr Professor Merker:

DieLeieisbedinguogeD :n den ohtasi- sehen Fischteichen ond d e Fischzucht.

Mit Lichtbildern u. Vorweisungen. Gäste willkommen!

63L«l) Henneberg, Vorsitzender. Fahrrad-Bornemann jetzt: Neuen Bäue 22 526qA im Hause der Stadl post

Stellengesuche]

Für die sehr sorg­same,zuverlässig, und tüchtige tastae uns.verstorbenen Vaters, die 3'/? Jahre sein.Haus- halt leitete u.die wir sehr emp­fehlen können, suchen wir neuen Wirkungskreis. Offerten an 04750 Frau Glse Britt Gießen

Friedrichstr. 55.

| Empfehlungen"]

6eschäftsdrucksachen Rechnungen BrlefblÄtter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten

bei BrQhl, Schulstr J

ffür Den Jager und vogelfreund! DnsereRaDlivögel au der Jagd Anleitung zum richti» gen Anspr-chei der heimischen Raul vogtl mit 35 Abbildungen von Dr.T. Dem andt. Herausgegeben von der Staatlichen Stell« für Naturdenkmal- pflege in Preußen.

Preis kart.RM. -,60 Das Heftchen bringt mit vielen Umrißzeich- nungen di« äußere tkr> scheinungunsererwich Holten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. Reben den wichtigsten Form- und Größenan- aaben sind auch die Flugart und der Rus kurz gekennzeichnet. Zu beziehen durch jede Buchhandlung

Hugo Bermühler Verlag

Berlin - Lichterfelde llllllllllllllllllllllllllllll

Keine Ursprungs­zeugnisse,

1 andern nur Zeugnis- abickrtften dem Be werbungchchreiben bei* legen! Lichtbilder undBewerbungsuntev lagen müßen »ur Ver Meldung von Berichten auf der Rückieite Ra- men und Anschrift des Bewerber« tragen!

Zuverlässige ScHhille (Herr od. Dame) gesucht. Schrift!. Angeb u. 6367D an 0. Gieß. Anz.

Vermietungen")

Durch Versetz, ist IH-Wng. an ruhige Leute z. 1. 12. zu ver­mieten. Schriftl. Angeb. u. 04748 an d. Gieß. Anz. | Mietgesuche | Heizbares

Zimmer für sofort gesucht (möglichst Nähe Franks. Straße). <scbr. Angeb. m. Preis u. 6371D an d. Gieß. Anz. |stellenangebote|

Tüchtiges Halbtagsmädel gesucht ob. Frau z. Aushilfe. ««sD

Horst-Wessel- Wall 39II.