zählens Literatur 1121, Jugendschriften 261, Länder- und Völkerkunde 94, Kulturgeschichte 3, Naturwissenschaft und Technologie 59, Heer- und Seewesen 5, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 4, Staatswissen- jchaft 10 Bände.
** Sterbefälle in Gießen. Es verstürben in der Zeit vom 16. bis 31. Oktober: 17. Ludwig Klein, Metzgermeister, 63 Jahre alt, Brandgasse. — 18. Geh. Rat Dr. Gustav Güngerich, Land- gerichtsprästdent i. R., 85 Jahre alt, Ludwigstr. 72. — 19. Katharina Münker, geb. Rink, Wwe., 82 Jahre alt, Frankfurter Straße 94; Wilhelm Hermann Kräcker, Kanzleigehilfe, 24 Jahre alt, Am Kugelberg 29; Anna Marie Goß, geb. Gilbert, 47 Jahre alt, Katharinengasse 9. — 21. Margarete Schneider, geb. Jochim, Wwe., 82 Jahre alt, Licher Straße 74. — 23. Karl Nikolaus, Weihbindermeister, 67 Jahre alt, Am Nahrungsberg 2. — 24. Gustav Naumann, Pfarrer i. R., 72 Jahre alt, Friedensstraße 29. — 25. Karl Rau, Justizinspektor i. R., 73 Jahre alt, Am Kugelberg 22. — 26. Reinhard Schürhosf, Invalide, 74 Jahre alt, Friedrichstraße 5. — 28. Hch. Ludwig Balßer, Bademeister, 28 Jahre alt, Steinstraße 39; Margarete Arnow, geb. Tröller, Wwe., 58 Jahre alt, Neuenweg 38. — 29. Karl Speier, Invalide, 56 Jahre alt, Frankfurter Straße 140; Marie Pfaff, geb Weiß, 68 Jahre alt, Dammstraße 30; 29. Wilhelm Rinn, Metzgergehilfe, 56 Jahre alt, Schiffenberger Weg 34.
** Seinen schweren Verletzungen er- legen. Anfang September verunglückte hier in der Frankfurter Straße der Motorradfahrer Heinr. Haas von hier, Löwengasse 20 wohnhaft, durch einen Zusammenstoß mit einem Lastkraftwagen schwer. Der bedauernswerte Mann mußte damals mit einem Schädelbruch und mit Rippenbrüchen nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. Reichsleistungskamps d Nachdem in den vergangenen Jahren der Reichs- berufswettkampf von der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend durchgeführt wurde, ruft nunmehr auch die Deutsche Studentenschaft alle Studierenden an den Hoch- und Fachschulen zum „R e i chs le istu n g s ka m pf der Deutschen Studenten" auf. Der Arbeiter der Stirn soll hierbei den Beweis liefern, daß er seine Wissenschaft nicht mehr, wie in der liberalisti- jchen Zeit, nur um der Wissenschaft willen in theoretischer Isolierung betreibt, sondern daß sein Bestreben zu neuer Wissenschaftsgestaltung nur das eine Ziel kennt: Dien st an der Volksgemeinschaft.
Ls werden also besonders solche Themen zur Bearbeitung gestellt, an denen die Beziehung des einzelnen wissenschaftlichen Faches zum Volksganzen und feine Bedeutung für den nationalsozialistischen Staat herauszuarbeiten ist.
Der Leiter des Reichsleistungskampfes für die Universität Gießen, Kamerad Kissel, hatte auf Samstagvormittag die erste Arbeitstagung zur Vorbereitung des Reichsleistungskampfes einberufen. Zugegen waren die meisten Amtsleiter der Gießener Studentenschaft, unter ihnen als Stellvertreter des am Erscheinen verhinderten Studentenschasts- leiters der neue Kameradschaftshausführer Frank. Als Gäste wurden die Vertreter der Deutschen Arbeitsfront und der Hitler-Jugend, sowie der Do- zentenschaftsleiter und eine Anzahl Dozenten begrüßt. Kamerad Kissel machte zugleich als Hauptamtsleiter für Fachschaften einleitend längere Ausführungen über den in Aussicht genommenen Neuaufbau der Studentenschaft Gießen, über die völlig neuartige Organisation des Reichsleistungskampfes und behandelte alle grundsätzlichen sachlichen Fragen wissenschaftlicher und
Dort ist er nach wochenlangem Schmerzenslager am Samstag seinen schweren Verletzungen leider erlegen.
♦* Bet der Arbeit verunglückt ist am Samstagnachmittag in der Reichsbahnwerkstätte der Reichsbahnarbeiter Wilhelm Priemer, Buddestraße 8 wohnhaft. Der bedauernswerte Mann geriet zwischen eine Lokomotive und die Gebäudewand, wobei er am Oberkörper gequetscht wurde. Mit einem Oberarmbruch und mit Brüchen der linken Rippen mußte er der Chirurgischen Klinik zugeführt werden.
** Neuer Werktagszug Gießen — Mücke. Ab Montag, 4. November, wird der mit Einführung des Winterfcchrplans ausgefallene Personenzug Gießen—Mücke, Abfahrt in Gießen um 17.08 w)r, Ankunft in Mücke 17,55 Uhr, werk- tags wieder gefahren. Der Zug hält auch an der Hattestelle an der Licher Straße. Für die auswärts wohnenden Arbeiter, die um 16.30 Uhr Arbeitsschluß haben, liegt dieser Zug sehr günstig.
* * Sonntags - Rückfahrkarten zur Olympia-Aus st ellung in Frankfurt a. M. Um den weiter von Frankfurt a. M. entfernt wohnenden Volksgenossen den Besuch der Olympia- Ausstellung zu ermöglichen, gibt die Reichsbahndirektion bis zum Schluß der Ausstellung Sonntags- Rückfahrtarten im Umkreis von 75 Kilometer von Frankfurt a. M. aus. Die Sonntags-Rückfahrkarten gelangen Mittwochs, Samstags und Sonntags zur Ausgabe. Sie gelten Mittwochs von 0 bis 24 Uhr und Samstags von 12 Uhr bis Montags 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Als Sicherungsmaßnahme gegen eine mißbräuchliche Benutzung werden die für Mittwochs ausgegebenen Sonntagsrückfahrkarten auf der Rückseite von der Ausstellungsleitung gestempelt.
!l deutschen Studenten, politischer Art, die durch die Organisierung eines solchen Wettkampfes an einer Hochschule entstehen.
Die gesamte Studentenschaft wird in Fachschaften, jede Fachschaft in wissenschaftliche Abteilungen und diese wieder in Zellen zu je zehn Studenten gegliedert. Ls wurde festgelegl, daß sich die einzelnen Fachschaften am nächsten Dienstagabend versammeln, ihre Dozenten ein- laden und mit ihnen die Themagestattung im einzelnen besprechen.
Besonders eingehend wurden die Fragen der Gruppenarbeit, der Bildung wissenschaftlicher Themen mit politischer Ausrichtung, der landschafts- und volkstumsgebundenen Themen, der Zusammen- arbett mehrerer Fachwissenschaften an einer Aufgabe, der Bewertung der Ergebnisse und andere behandelt.
Im Anschluß an die Ausführungen des Kam. Kissel zeigte sich in einer lebhaften Aussprache besonders das außerordentlich rege Interesse der anwesenden Dozenten am Reichsleistungskampf. Der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Mer - tes, gab aufschlußreiche Ausführungen über die Organisation des Reichsberufswettkampfes und behandelte eingehend die Fragestellungen und Erfahrungen, die sich für unsere Hochschule aus dem so anders gearteten Berufswettkampf der Arbeitsfront übernehmen lassen. Diese Anregungen wurden dankend entgegengenommen.
Auch der Student, der sich der Volksgemeinschaft gegenüber verpflichtet fühlt, kann heule (ein Linzeldasein mehr führen. Lr betätigt praktischen Sozialismus.
Das neue Semester beginnt mit neuen Aufgaben und bringt eine neue Form der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens.
9er Gloria-Palast vor der Vollendung.
Im Seltersweg, auf dem Eckgrundstück an der Straße nach dem Volksbad, ist im Verlauf der letzten drei bis vier Monate eine starke Umwandlung des Straßenbildes vor sich gegangen. An Stelle der früheren Appelschen Häuser, die an der Straßenfront Ladenräume und in einem rückwärtigen Gebäude an der Straße nach dem Dolksbad Wohnungen und eine Werkstatt enthielten, ist der N e u • bau des zweiten großen Lichtspielhauses in unserer Stadt, das den Namen „G l o r i a - P a l a st" erhalten hat, entstanden. Der Besitzer des Lichtsvielhauses in der Bahnhofstraße, Herr Henrich, hat diesen Neubau im Seltersweg auf dem von ihm erworbenen Appelschen Grundstück geschaffen, um dem gesteigerten Bedürfnis nach der unterhaltsamen Lichtspielkunst und ähnlicher Vorführungen in ausreichendem Maße Rechnung tragen zu können.
Um für das neue große Lichtspielhaus genügend Raum zu schaffen, wurde der Eckbau des Appelschen Grundstücks, samt dem Hintergebäude nach dem Volksbad zu, abgerissen und dann von Grund auf mit dem Neubau begonnen. Eine große Schar von Arbeitern hat den Bau soweit gebracht, daß in etwa einer Woche die Pforten des Gloria- Palastes sich den Besuchern zur ersten Vorstellung öffnen werden. Schon heute kann man beim Passieren der Baustätte erkennen, daß hier inmitten unseres Verkehrszentrums ein Bau erstanden ist, der für unsere Hauptgeschäftsstraße ein besonderes Charakteristikum darstellt und der an Großzügigkeit der Anlage und an Zweckmäßigkeit der Raumverwendung hinter der Großstadt nicht zurücksteht.
Vom Seltersweg aus betritt man durch ein breites Portal, über dessen Straßenfront eine weithin leuchtende Lichtschrift den Gloria-Palast kenntlich macht, das neue Haus. Inmitten des Portals werden die Kassen freistehend ungeordnet, die Wände sollen Raum und Anlagen zu Ankündigungen aus dem Gebiet der Lichtspielkunst erhalten. Dom Portal aus gelangt man in einen Dorraum, der durch breite Fenster in reichern Ausmaß natürliches Licht empfängt und von dem aus die Zugänge zu dem großen Saal bzw. zu der Empore offen sind. Der Saal ist in feinen räumlichen Ausmaßen so berechnet, daß rund 110 0 Personen bequem Platz finden können. Die rückwärtige Seite des Saales, nach den Eingängen vom Dorraum zu, wird die Saal-Logen erhalten, davor nach der Bühn« zu wird sich das Gestühl für die übrigen Plätze aufbauen. Die Beleuchtung des Saales erfolgt auf indirektem Wege und durch eine „ßieneftra- Röhre", deren Licht große Helligkeit über den Saal ausströmen wird. Die Wände erhalten sowohl zur
Verschönerung des Raumes, wie auch zur Erzielung einer guten Akustik eine Stoffbespannung, durch die den neuzeitlichen Erfahrungen auf diesem Gebiete Rechnung getragen wird. Der Bühnen- rau m , der die Leinwand für die Vorführungen enthält, aber auch mit Leichtigkeit anderen Darbietungen technisch angepaßt werden kann, ist etwa 9 Meter hoch und ebenfalls mit indirekter Beleuchtung versehen; der Raum der Bühne bietet auch in ausreichendem Maße Platz, um für eine etwaige musikalische Darbietung ein großes Orchester bequem unterbringen zu können. Seitlich neben der Bühne und in einem Obergeschoß darüber sind Räume vorgesehen, die bei Sonderveranstaltungen dem Künstlerpersonal einen schönen Aufenthalt zur Erholung bzw. die neuzeitliche Gelegenheiten einer Umkleidegarderobe bieten. Die Empore, die über der Fläche der Saal-Logen angeordnet ist, enthält in amphitheatralischer Anordnung die Plätze der Rang-Besucher bzw. die Balkon-Logen; eine bequeme und breite Treppe führt aus dem Dorraum hinauf zu diesen Plätzen.
Der ganze Bau ist mit modernen Heiz- und Entlüftungsanlagen versehen, durch die jederzeit ausreichende Wärme in die Räume gebracht werden kann, zugleich aber auch bas ständige Absaugen der verbrauchten Luft möglich ist. Durch dieses sinnreiche System der Beheizung und der Entlüftung wird erreicht werden, daß den Besuchern zu allen Stunden ein angenehmer Aufenthalt bereitet wird. Die Konstruktion des Deckenbaues, die dem Beschauer jenes Teils des Bauwerkes eine geradezu verwirrende Fülle von Trägern, Balken und Streben zeigt, ist ebenfalls auf Grund von neuzeitlichen praktischen Erfahrungen in den Gesamtrahmen des Baues eingefpannt und hat die zweckentsprechende Raumgestaltung ermöglicht, die dem großen Saal ihr besonderes, eindrucksvolles Gepräge gibt. Um allen Erfodernissen der Gegenwart und auch der künftigen Zeit von vornherein Rechnung zu tragen, ist ferner die Einrichtung von zweckmäßigen Luftschutz-Kellern vorgesehen, wie sie bei allen neuen und größeren Bauten zur Plicht gemacht wird.
Zusammenfassend kann man feststellen, daß mit diesem Bau eine Unterhaltungsstätte geschaffen ist, der man wohl einen guten Weg im Rahmen unserer Stadt voraussagen kann. Für den Seltersweg bedeutet dieser Neubau unzweifelhaft eine ansehnliche Verschönerung, ferner darf darauf hingewiesen werden, daß er auch im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und bei den Bemühungen der Wiederbelebung unserer heimischen Wirtschaft einen sehr bedeutungsvollen Faktor darstellt.
Walter Aeusel gab aus...
3m Aeuyorker Madison Square Garden fand am Freitagabend ein Ausscheidungskampf zur Schwergewichts - Boxweltmeisterschaft zwischen dem Westfalen Walter Aeusel und dem italienischen Exweltmeister Primo (Samer a stakt. Die Begegnung nahm ein vorzeitiges Ende, denn schon in der vierten Runde muhte der Deutsche wegen einer stark blutenden Verletzung über dem rechten Auge den für ihn aussichtslos gewordenen Kampf gegen den italienischen Riesen aufgeben. Walter Aeusel erlitt damit feine vierte Aiederlage als Berufsboxer.
Deutscher Aoxstaffel-Sieg gegen Frankreich.
In der Kölner Rheinlqnd-Halle trugen am Sonntagabend die Box-Länderstaffeln von Deutschland und Frankreich ihren dritten Länderkampf aus. Wie schon in den beiden voraufgegangenen Begegnungen, so konnten die deutschen Boxer auch diesmal wieder einen schönen Sieg erringen. Mit 11:5 Punkten wurden die Franzosen, die nach Polen unsere schärfsten Gegner sind, überzeugend und sicher geschlagen.
Nach der Begrüßung der Mannschaften lieferten sich im Fliegengewicht Färber (Augsburg) und Gaston Fayaud (Frankreich) den ersten Kampf des Abends Gaston Fayaud wurde von vornherein als Frankreichs stärkste Waffe angesehen. Er siegte klar nach Punkten. Im Bantamgewicht holte R a p p s i l b e r (Frankfurt a. M.) den Gleichstand für Deutschland heraus. Der Frankfurter boxte gegen Gabriel Fayaud. Federgewicht: Der Federgewichtskampf zwischen Ahrens (Osnabrück) und Au petit (Frankreich) endete unentschieden. Im Leichtgewicht errang der Kölner Fluß über den Franzosen Henri Walter einen haushohen Punktsieg. Im Weltergewicht standen sich Henri A n d r e o 11 i (Frankreich) und M u - rach (Schalke) gegenüber. Der Westfale war in allen drei Punkten der bessere Boxer. Der Punktsieg Murachs stand nie in Frage. Im Mittelgewicht lieferten sich Blum (Altena) und Jean Despeaux (Frankreich) einen farbigen Kampf, der mit einem etwas schmeichelhaften Punktsieg des Deutschen endete. Im Halbschwergewicht fiel der Punktsieg an Roger Michelot, dem der
Stuttgarter Bernlöher gegenüberstand. Im Schwergewicht gab es.einen einseitigen Kampf, denn der Franzose N a v a i l l e s hatte nicht das Zeug dazu, Runge einen Teil seines Könnens abzufordern. Runge wurde Sieger durch technischen k. o.
Adolf Kiefer, USA. schwamm 400 m iiücken in 5:22,6. Am zweiten Tag des Amerikaner-Schwimmfestes auf der Budapester Margarethen-Insel siegten die Schwimmer des Lake Shore-AC Chikago diesmal auf der ganzen Linie, wobei es auch einen neuen Weltrekord gab. Adolf Kiefer startete über 400 Meter Rücken, um der erst kürzlich von dem Magdeburger Kurt Gerstenberg erzielten neuen Welthöchst- Leistung von 5:30 Min. und natürlich erst recht der offiziell seit dem Jahre 1933 noch anerkannten Höchstmarke des Japaners Kiyokawa den Garaus zu machen. Obwohl der junge Amerikaner kaum nennenswerte Gegnerschaft hatte, gelang ihm sein Vorhaben. Er legte die 4 0 0 Meter in 5 :22,6 M i n. zurück. Seine Zwischenzeiten sind bemerkenswert. Die ersten 100 Meter wurden in^.142 glatt geschwommen, für die zweiten 10O brauchte der Amerikaner 1:21,8 Min., für die dritte Teilstrecke 1:25,0 und für die letzten 100 Meter 1:23,8 Minuten.
Die deutsche Waldlauf-Meisterschaft.
TRaj Syrings Sieg.
Zum 18. Mal wurde am Sonntag die Deutsche Meisterschaft im Waldlauf ausgetragen. Ausrichter war der Kursächsische To. Wittenberg, für den dieser Wettbewerb in jeder Hinsicht zu einem großartigen Erfolg wurde. Einmal waren die Vorbereitung des Laufes und die Organisation auf bet Strecke selbst ausgezeichnet, zum anderen feierten die Läufer Wittenbergs wahre Triumphe. Max Syring gewann ganz überlegen den Einzellauf, die KT V.-Mannschaft Böttcher, Schönrock, K a l m wurde im Mannschaftslauf mit klarem Abstand Deutscher Meister. Und damit nicht genug, belegte der KTD. Wittenberg noch mit seiner zweiten Mannschaft, für die auch Syring gemeldet war, nur um zwei Punkte vom Hamburger AC. geschlagen den dritten Platz. — Die genannten Wittenberger wurden damit natürlich auch Meister des Gaues Mitte, da dieser Wettbewerb zusammen mit der Deutschen Meisterschaft durchgeführt wurde.
Gießener Werbeabend für Olympia 1936.
Gin interessanter Lichtbilder-Vortrag.
Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen hielt am Samstag im Saale des Caf6 Leib eine große Werbeveranstaltung für die Olympiade 1936 ab. Aus allen Lagern des Sportes in unserer Stadt fanden sich Sportlerinnen und Sportler, Turnerinnen und Turner ein.
Dr Möckelmanu,
Der Leiter der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen, hieß die zahlreichen Teilnehmer an diesem Abend willkommen und begrüßte besonders die Gäste aus den Reihen der Partei und ihrer Gliederungen, der staatlichen und städti- scken Behörden und nicht zuletzt der Wehrmacht. Anschließend sprach Dr. Möckelmann kurz über die Bedeutung der olympischen Spiele, erinnerte zunächst an die für das Jahr 1916 in Deutschland erwarteten Spiele, die der Weltkrieg verhinderte und stellte dem den friedlichen Wettkampf gegenüber, den wir im Jahre 1936 in Berlin erwarten. 1936 werde dem deutschen Volke Gelegenheit gegeben fein, der Wett zu zeigen, daß in Deutschland nicht nur der geistig schaffende Mensch ttiumphiert, sondern auch der Stäylung des Körpers des jungen deutschen Menschen alle Aufmerksamkeit zugewandt werde.
Im Mittelpunkt des Abends stand ein Lichtbildervortrag des
Gaugeschästsführers Beuermann, Kassel,
der an Hand von vielen ausgezeichneten Lichtbildern einen Ueberblicf über das Ausmaß der für die Olympia 1936 in Berlin geschaffenen Bauten gab und diese Bauten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien zeigte.
Eine glückliche Einleitung für diesen Vortrag stellten die Bilder dar, die über den Guß der Olympiaglocke berichteten, die die zweitgrößte Glocke der Welt sein wird. Die Glocke wird, so führte der Redner u. a. aus, in dem 76 Meter Hohen Führerturm im Stadion aufgehängt werden und zum ersten Male beim Eintritt des Führers Adolf Hitler in die Deutsche Kampfbahn erklingen. Ihr Schall wird bei ruhigem Wetter 10 Kilometer weit im Umkreis zu hören sein. Die Glocke wurde aus 15 000 Kilogramm Erz gegossen.
Mit großem Interesse sah man die aufschlußreichen zum Teil bunten Bilder, die der Redner zeigte. In eindrucksvoller künstlerischer Darstellung gewann man hier den Ueberblicf über die gigantischen Anlagen. So lernte man das gewaltige Rund der Deutschen Kampfbahn kennen, das nicht weniger denn über 100 000 Zuschauer zu fassen vermag, 64 000 Sitzplätze und 50 000 Stehplätze aufzuweisen hat, sich in 80 Sitzplatzstufen überhöht und von der Kampfbahn bis zum höchst- gelegenen Platze aus einen Höhenunterschied von 30 Meter aufweist. Interessant war es zu hören, daß für den Bau nach einem Wunsche des Führers nur deutscher Werkstein verwandt wurde. Dann sah man das vorbildliche Schwimmstadiock mit seinen 20 000 Zuschauerplätzen, der 50 Meter langen und 20 Meter breiten Schwimmbahn und der 20 mal 20 Meter großen Sprungkampfbahn. Nicht weniger starke Eindrücke gewann man von dem in diesen Tagen seiner Vollendung entgeaengehenden „Haus des deutschen Sportes", das einer Reihe von Sportarten die Möglichkeit gibt, sich aktiv in geschlossenem Raume vor vielen Zuschauern zu betätigen.
In schönen Bildern lernte man die Dietrich- Eckart-Freilichtbühne kennen, jenes Amphitheater, das der Schauplatz der Turnwettkämpfe an den Geräten fein wird. Die Zuschauer gewannen
gleichzeitig ein Bild von der einzigartigen landschaftlichen Lage dieses Freilichttheaters, das für die Zukunft eine Feststätte des deutschen Volkes sein wird.
Die Großzügigkeit, mit der Deutschland die Gäste aus aller Welt zu empfangen beabsichtigt, tarn in ihrem ganzen Ausmaß in den Bildern vom Olympischen Dorf bei Döberitz zum Ausdruck. Man sah die für die Wettkämpfer geschaffenen Häuser, mit Gemeinschaftsraum, mit Veranden und schönen Einzelzimmern, sah ferner bas große Restaurationsgebäude mit feinen 40 verschiedenen Küchen und seinen 40 Eßsälen, lernte and) die in unmittelbarem Zusammenhang mif bem Olympischen Dorf geschaffenen Trainingsstätten kennen, die es den Wettkämpfern gestatten werden, in herrlichster Umgebung für die schweren Entscheidungen zu trainieren.
Nicht weniger interessant waren die Anlagen, die für die Ruderwettkämpfe auf der Havel geschaffen wurden und die Bilder von der Kieler Innen- und Außenförde, den Schauplätzen der Olympia-Segelwettkämpfe.
Der Vortrag fand einen schönen symbolischen Abschluß mit der Darstellung des großen Staffellaufes, der das olympische Feuer von Athen nach Berlin bringen und am 20. Juni über eine Strecke von 3000 Kilometern gestartet werden soll. Der Vorttag fand anhaltenden Beifall.
Der weitere Verlauf des Abends brachte in geschickter Beschränkung der Darbietungen einige sportliche Vorführungen, die mit großer Freude ausgenommen wurden. So wartete zunächst die Barrenriege unter der Leitung von Turnwart Müller mit ausgezeichneten Uebungen auf, die erneut den hohen Stand des Geräteturnens im Turnverein 1846 bewiesen. Jugendturnerinnen des MTV. zeigten in ihrer kleidsamen Gleichtracht einen schönen Reigen. Von der Fechterriege — Fechterinnen und Fechter — des Turnvereins 1846 sah man einige Gefechte in Florett, Kampfdegen und leichten Säbeln. Schließlich bot der hiesige Militärsportverein „Generalfeldmarschall von Hindenburg" Bodenübungen besonders interessanter Art.
Mit einer kurzen Ansprache, und mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler schloß Dr. Möckelmann den schönen Abend. Unter der Begleitung eines Musikzuges der Wehrmacht, die den Abend mit guter Musik verschönte, wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschlandliedes gesungen.
Kurze Sporirwiizen.
Die Europameisterschaften im Gewichtheben, die am 9. und 10. November in Paris ausgetragen werden, haben ein ausgezeichnetes Meldeergebnis erhalten. 45 Athleten aus acht Nationen, darunter sämtliche fünf Titelverteidiger, werden den Wettbewerb bestreiten.
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Rudolf Steinmeg, der bekannte Münchener Rennfahrer, ist im Verlauf einer Trainingsfahrt in Budapest mit seinem Bugatti tödlich verunglückt.
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Italiens angeblicher Verzicht auf die Durchführung der Olympischen Spiele 1940 hat sich nicht bestätigt. Das italienische OK. gab jetzt ein offizielles Dementi dieser aus Japan stammenden „Berzichtsmeldung" heraus.
ch
16 Nationen werden am Olympia-Eishockey- Turnier teilnehmen, nachdem jetzt auch Holland die Entsendung einer Mannschaft beschlossen hat.
Lieber 2 Minuten später zu Bett, als einen Abend ohne Chlorodont;


