verfolgt wurden. In Zukunft fallen, so führte Lehrer Appenheimer aus, weitere Elternabende statt- finben, in der Erziehungsfragen und andere Angelegenheiten zwischen Eltern und Lehrer besprochen Verden. In kurzen Erläuterungen streifte Lehrer Appenheimer die Ziele der Staatsjuyend. Propagandaleiter Becker dankte für die lehrreichen Darbietungen des Abends. — In unserer Kirche hatte der Hausschwamm die Frauenbänke befallen. Maurer und Schreiner beseitigten den Schaden. Der Boden wurde betoniert, der Fußboden neu verlegt. Nach Abschluß der Arbeiten fand bei Gastwirt Faust eine kleine Feier statt, an der alle an dieser Arbeit Beteiligten in kameradschaftlicher Weise für einige Stunden vereinigt waren.
Preußen.
Kreis Deziar.
♦ Launsbach, 3. Nov. Der Schützenverein Launsbach hielt sein Schluß- und Königschießen ab. Am Schießen beteiligten sich 26 Schützen. Jeder erhielt einen Preis. Geschossen wurden je drei Schuß liegend, kniend und stehend freihändig. Den 1. Preis errang Rudolf Müller mit 79 Ringen, 2. Albert Muller 79 Ringe, 3. Karl Bechthold 77 Ringe, 4. Otto Bechthold 76 Ringe, 5. Otto Debüs 73 Ringe. Ferner wurden noch fünf Ehrenpreise geschossen, und zwar je drei Schuß liegend freihändig. 1. Preis Rudolf Müller 35 Ringe, 2. Preis Franz B e ch t h o l d 35 Ringe, 3. Preis Otto Debus 35 Ringe, 4. Preis Otto Bechthold 35 Ringe und 5. Preis Karl Bechthold 34 Ringe. Schützenkönig wurde Rudolf Müller. Die Preisverteilung und eine Familienfeier im Dereinslokal Rinn beschlossen die Veranstaltung.
< Lützellinden, 3. Nov. Der Reichsbahn- Zugführer Georg Wenzel von hier konnte gestern auf eine 4 0jährige E i s e n b a h n d i e n st- e i t zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm vom Führer und Reichskanzler und von der Reichsbahn-Verwaltung Dank- und Anerkenungs- schreiben für die geleisteten treuen Dienste durch den Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts Gießen, Oberbahnrat Wilke, überreicht. Herr Wenzel ist langjähriger Bezieher des Gießener Anzeigers.
Der Große Woog
Eigentum der Stadt Darmstadt.
LPD. Darmstadt, 3. Nov. Der Reichsfinanzminister hat auf Veranlassung des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger den Großen Woog mit seinem Hintergelände, der bisher staatliches Eigentum darstellte, der Stadt D a r m- st a d t übereignet. Der Stadt Darmstadt ist damit ein großer Dienst erwiesen, denn nunmehr kann auch in diesem Gelände die Entwicklung des Darmstädter Turn- und Sportwesens ihren Fortgang nehmen. Die Stadtverwaltung hat nunmehr die Möglichkeit, an die Verwirklichung der den Erfordernissen der Zeit entsprechenden Pläne, so wie sie von der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen bereits vorgeschlagen wurden, heranzugehen.
Schnöder Vertrauensmißbrauch führt ins Zuchthaus.
LPD Mainz, 2. Nov. Die Große Strafkammer verurteilte den Karl Schneider aus O st h o f e n wegen Amtsunterschlagung, Ur kund en- vernichtung, Anstiftung zur Untreue zu insgesamt drei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und zu Geldstrafen von insgesamt 400 Mark, ferner den Johann Jakob Schreiber in Osthofen wegen Untreue und Vergehens gegen das Schußwassengesetz zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis und Geld st rasen von zusammen 7 0 0 Mark. Beiden Angeklagten wurden zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet.
Schneider hat zugegebenermaßen rund 2100 Mark Gemeindegelder veruntreut, die dazu gehörigen Urkunden, Postabschnitte und Briefe zunächst beseitigt und späterhin verbrannt. Er hat schließlich unter Ausnutzung seiner Stellung als Vorgesetzter den Angeklagten Schreiber dazu angestiftet, ihm Gehaltsuberzahlungen von ca. 1400 Mark in IV2 Jahren zu leisten, trotzdem die Gemeinde materiell knapp gestellt war. Er hat das in ihn gesetzte große Vertrauen seiner Vorgesetzten schnöde mißbraucht und der Gemeinde großen Schaden zugefügt. Das veruntreute Geld verwandte er für ein luxuriöses Leben und für Frauen. Schreiber zahlte alle verlangten Beträge skrupellos an Schneider aus, obwohl er wissen mußte, daß dessen Gehalt auf diese Weise zu Lasten der Gemeinde stark überzogen wurde. Er selbst kaufte sich ein Motorrad für 700 Mark und zahlte es mit einem Scheck auf die Gemeindekasse. Er trug auch einen Revolver ohne Erlaubnis, womit er Selbstmordgedanken verwirklichen wollte.
Das Reichserbhof- und das Reichsnährstandsgeseh
Vortrag im Iungjuristen-Schulungslager auf dem Gleiberg.
Am 31. Oktober sprach Kreisbauernführer Geiß zu den Jungjuristen des Gleiberg-Lagers über das Reichserbhof- und das Reichsnähr- standsgefetz. Er ging von der grundlegenden Erkenntnis aus, daß, wenn sich ein Volk nicht aus eigener Scholle zu ernähren und zu kleiden vermag, das Ausland ihm jederzeit den Brotkorb höher hängen kann. Infolge des Krieges haben sich die Produktionsländer Industrien geschaffen, so daß die deutsche Ausfuhr erschwert ift Auch diese Tatsache zwingt dazu, die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes wiederherzustellen.
Pg. Geiß erläuterte sodann die wesentlichen Teile des Reichserbhofgesetzes.. Dieses Gesetz macht den Boden zum heiligen Eigentum der Nation und bestellt den Bauer zu seinem treuen Sachwalter. Das Gesetz soll verhindern, daß der Bauer zeit seines Lebens für das Kapital arbeitet, um am Ende doch noch verschuldet zu fein. Ferner sott die Ueberfrembung des Bodens verhindert werden, damit nicht in- und ausländische Kapitalisten auf Grund von Hypothekeneintragungen nach ihrem Belieben mit dem Boden schalten und walten können. Es bestehe ein Regierungsprogramm, in Verbindung mit dem Siedlungsgesetz neue Erbhöfe zu schaffen. Auch die Feldbereinigung soll dazu beitragen, kleine Betriebe zu Erbhöfen „aufzufüllen".
Der Redner behandelte weiter die Anerbenfolge. Diese ist in 6 Ordnungen festgelegt. In Gebieten, in denen bisher keine Anerbensitte geherrscht hat, kann der Bauer bei Lebzeiten durch Uebergabever- trag den Hof an einen Anerben übertragen. Bei hohem Alter des Bauern kann dies im Interesse des Volksganzen sogar erwünscht sein. Im Heber» gabeoertrag kann bei wichtigen Gründen mit Ge
nehmigung des Anerbengerichtes von der gesetzlichen Anerbenfolge abgewichen werden. Es ist zulässig, in dem Vertrag Abfindungen von Geschwistern des Anerben und die Leistungen für den alten Bauern und seine Frau festzusetzen. Sie sollen die Leistungsfähigkeit des neuen Bauern nicht überfteigen. Der Uebernehmer soll aber den vollen Wert für den Erbhof bezahlen. Daher wird in allen Fällen die Versorgung des alten Bauern so hoch festgesetzt werden, daß |ie für seinen Lebensunterhalt ausreicht. Auch durch Testament kann von der gesetzlichen Anerbenfolge abgesehen werden. Das Anerbengericht entscheidet dann, ob ausreichende Gründe für die Hebergehung des gesetzlichen Anerben vorliegen. Der grundsätzlich unveräußerliche Erbhof kann mit Zustimmung des Anerbengerichts belastet werden. Bei der Entscheidung über solche Anträge wird das Anerbengericht die Tatsache zu berücksichtigen haben, daß die Geldinstitute auch heute noch nur gegen dingliche Sicherung Kredit geben.
Sodann wurde das Reichsnährstandsgesetz erörtert. Der Reichsnährstand hat drei Hauptabteilungen: Die erste betreut den Menschen an sich, die zweite berät den Bauer in technischer Hinsicht, die dritte regelt den Absatz der Erzeugnisse. Die Getreidemarktregelung hat den Zweck, die Brotversorgung und einen erschwinglichen Brotpreis sicherzustellen. Die Regelung der Milchwirtschaft hat — auf lange Sicht gesehen — den Zweck, die Fettversorgung zu sichern. Die Regelung des Fleischmarktes muß vor allem der künstlichen Verknappung durch Angstkäufe entgegentreten. Für die Regelung der Getreidewirtschaft besteht eine Ablieferungspflicht, deren Erfüllung durch umfangreiche Kar- teien kontrolliert wird.
Wirtschaft.
Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
1223: Behandlung aus dem Ausland geschenkter Scrips.
1224: Bekanntmachung KP 53 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.
Langfristige Gewerbekredite der Bank für deutsche Industrie-Obligationen.
(Fwd.) Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Bank für deutsche Industrie-Obligationen in Berlin mit der Landeskommunalbank- Girozentrale für Hessen in Darm ft ab t, Peter - Gerneinder - Straße 14, vertragliche Vereinbarungen getroffen hat, auf Grund deren die Landeskornrnunalbank-Girozentrale für Hessen an der Ausleihung langfristiger Gewerbekredite, soweit es sich um Kleinkredite von 500 bis 15 000 Mk. handelt, mitwirkt. Bekanntlich stellt die Jndustrie- bank kleinen und mittleren Betrieben der Industrie des Handwerks und des Handels langfristige Darlehen zur Verfügung, die auf hypothekarischer Grundlage gewährt werden und zur Ablösung überhöhter kurzfristiger Verbindlichkeiten, zur Finanzierung langfristiger Investitionen, sowie zur Verstärkung der Betriebsmittel dienen. Nähere Auskunft über diese Kredite und ihre Bedingungen erteilen die Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt, Peter-Gemeinder-Strahe 14. Die Sparkaffeneinlagen im September
Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen sind im September um 4,9 Millionen Mark auf 13 238 Millionen Mark gestiegen. Von dem Zuwachs entfielen 2,7 Millionen Mark auf den Einzahlungsüberschuß, 1,1 Millionen Mark auf Zinsgutschriften und weitere 1,1 Millionen auf sonstige Buchungsvorgänge.
Wie bereits im Bericht über die Sparkasseneinlagen im August vorausgesagt wurde, ist der Einzahlungsüberschuß, der im August noch 30,5 Millio- nen Mark betrug, aus saisonmäßigen Gründen im Berichtsmonat zurückgegangen. In diesem Jahre kam noch im besonderen hinzu, daß die Spartätigkeit in gewissem Grade auf den Wertpapiermarkt abgelenkt wurde, da das Reich 500 Millionen Mark 4Vrprozentige Schatzanweisungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt hatte, auf die bereits die ersten Einzahlungen geleistet wurden. So ist es nicht verwunderlich, daß der Einzahlungsüberschuß sogar unter die Höhe des Vorjahres gesunken ist.
Bemerkenswerterweise liegen jedoch nicht nur die Einzahlungen, sondern — wie bisher — auch die Auszahlungen im Sparverkehr unter der Dorjahres
höhe. Im einzelnen wurden nämlich 397,3 Millionen Mark eingezahlt und 394,6 Millionen Mark ausgezahlt. Im Vergleich zum September 1934 haben sich somit die Einzahlungen um 32,5 Millionen Mark und die Auszahlungen um 19,6 Millionen Mark verwindet. Gegenüber dem Vormonat sind die Einzahlungen um 23,7 Millionen Mark zurückgegangen und die Auszahlungen um 4,1 Millionen Mark gestiegen. Da man saisonmäßig mit einer weniger starken Abnahme der Einzahlungen, hingegen mit einer stärkeren Zunahme der Auszahlungen rechnen konnte, ergibt sich hieraus, daß die zusätzlichen Ausgaben weniger aus den Spareinlagen, als in erster Linie aus dem Einkommen bestritten worden sind.
Nhein-Maimsche Börse.
Ruhig.
Frankfurt a. M., 2. Nov. Die Börse lag bei freundlicher Grundstimmung auch zum Wochenschluß sehr ruhig. Die Kurslage zeigte gegenüber gestern nur wenig Veränderung. Der Eingang an Aufträgen der Kundschaft blieb sehr klein, auch die Kulisse verharrte in ihrer Zurückhaltung.
Am Aktienmarkt tarnen zunächst nur sehr wenig Papiere zur Notiz. IG. Farben lagen mit 149 unverändert. Von Elektroaktien setzten AEG., Licht & Kraft behauptet, Lechwerke und Schuckert je 0,25 v. H. leichter ein, wogegen RWE. 0,75 v. H. und Siemens 0,50 v. H. gewannen. Montanaktien tendierten uneinheitlich. Schwächer lagen Harpener mit 108 (109), auch Mannesmann und Hoesch konnten sich nur knapp behaupten, während Ilse Genuß 0,50 v. H. anzogen und Stahlverein zu 80,40 v. H. unverändert eröffneten. Im einzelnen bröckelten Reichsbank 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. und Feldmühle Papier 0,25 v. H. ab, Daimler kamen mit unverändert 93 zur Notiz.
Am Rentenmarkt war die Geschäftstätigkeit ebenfalls sehr klein, die Kurse lagen ziemlich unverändert, so Altbesitz mit 112,90, Zinsvergütungs- scheine mit 90,75 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,25.
Im Verlaufe bröckelten die Kurse am Aktienmarkt infolge der starken Geschäftslosigkeit meist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab und auch die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen zumeist nur knapp gehalten. Fest lagen jedoch Gessürel mit 123,25 (121,50), außerdem waren Scheideanstalt kräftig erholt auf 220 (216). Niedriger lagen dagegen Klöckner mit 90,40 (91,25). Bemberg mit 105,65 (106,40), AKH. mit 53,50 (53,75). IG. Farben gingen auf 148,50 und Stahlverein auf 80,13 zurück. Im Freiverkehr waren Ufa-Aktien weiter angeboten zu 57 Bries (61).
Am Rentenmarkt bröckelten Zinsvergütungsscheine auf 90,65 ab, im übrigen blieben die Kurse gehalten. Der Pfandbriefmarkt lag still und unverändert. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich,
Frankfurter gaben 0,25 v. H. nach, während Darmstädter 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Der Auslands- rentenmartt lag sehr still. — Tagesgeld unverändert 3,25 v. H.
Frankfurter Schlachlviehmarkt.
Frankfurt a. M., 4. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 818 Rinder (169 Ochsen, 31 Bullen, 449 Kühe und 169 Färsen), 352 Kälber, 64 Schafe, 1466 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 42, Bullen 40 bis 42, Kühe 24 bis 42, Färsen 40 bis 42, Kälber 50 bis 75, Hämmel 45 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder sehr flott, Kälber, Hammel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt.
Aus aller Welt.
Euwe gewinnt
die 14. Partie im Schachwettmeisterschaftskampf.
Im Kampf um die Schachmeisterschaft der Welt zwischen Aljechin und Euwe wunde in Groningen die 14. Partie gespielt. Euwe hatte die weißen Steine und eröffnete mit dem Damenbauer. Aljechin spielte von Anfang an zu riskant und geriet infolgedessen in eine gefährdete Stellung. Euwe nutzte seine Chancen sehr geschickt aus, und nach 41 Zügen wurde Aljechin m a 11 g e s e tz t. Stand des Wettkampfes ist jetzt: Aljechin 5, Euwe 5, remis 4. — Die nächste Partie wird in Soest gespielt.
Bei einem Linsiurzunglück ums Leben gekommen.
Auf dem Anwesen der Stahl- und Walzengießerei Ed. Breitenbach G. m. b. H. in Weidenau (Sieg- Kreis) stürzte ein Teil der großen, im Jahre 1921 errichteten, aus Eisenbeton bestehenden F a - brikhalle ein. Die etwa 70 Mann starke Gefolgschaft hatte sich zum Glück eine Viertelstunde vorher zur Einnahme des Mittagessens in den Speiseraum begeben. Don den vier Personen, die noch in der $aUe zurückgeblieben waren, wurden der 39 Jahre alte Former Wilhelm Opfer aps Eiserfeld von den herabstürzenden Eisenteilen t ö d° l i ch verletzt; drei weitere Arbeitskameraden erlitten Verletzungen, die aber nicht lebensgefährlich sind. Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht geklärt.
Schweres Bootsunglück im Arischen Haff.
Ein schweres Unglück ereignete sich in Dubas- haken am Frischen Haff. Zwei Danziger Zollbeamte waren mit ihrem Boot nach nächtlichem Dienst auf dem Festland auf der Heimfahrt begriffen und ließen sich, um schneller vorwärts zu kommen, von einem vorbeikommenden Motorboot ins Schlepp nehmen. Plötzlich kenterte das Boot und die beiden Insassen ertranken, bevor ihnen noch vom Festlande Hilfe gebracht werden konyte.
Geistesgestörte Brandstifterin.
Die 45jährige Elisabeth Pfisterer, eine hochgradig schwachsinnige Frau aus Heidelberg-Kirchheim, hatte am 19. Juli d. I. die Scheune ihres Mannes in Brand gesteckt, wie sie angab, aus Rache gegen ihren Mann, mit dem sie des öfteren Meinungsverschiedenheiten hatte. Im August 1934 hatte sie schon einmal einen Versuch zur Brandstiftung unternommen. Die Angeklagte war schon mehrmals in der Psychiatrischen Klinik und in einer Heil- und Pflegeanstalt untergebracht und ist hochgradig unzurechnungsfähig. Ihr Treiben erfordert nach dem Antrag des medizinischen Sachverständigen die dauernde Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt. Das Gericht konnte keinen Beschluß fassen, ob § 51 Absatz 1 oder 2 anzuwenden sei und sprach die Angeklagte daher frei. Er ordnete aber die Verbringung in eine Anstatt an.
Nächtlicher
Raubüberfall auf einen Berliner Autobus.
In einer der vergangenen Nächte wurde auf einen Berliner Autobus der Linie 27 ein Raubüberfall verübt. Der Wagen befand sich auf der Strecke von Müggelheim nach Köpenick. Durch ein über die Straße gespanntes Drahtseil wurde der Autobus zum Stehen gebracht, und ein Wegelagerer versuchte mit vorgehaltenem Revolver, dem Schaffner die Geldtasche zu rauben. Der Räuber feuerte verschiedene Schüsse auf den Chauffeur und den Schaffner, die glücklicherweise nur die Mäntel der beiden durchlöcherten. Durch die Geistesgegenwart des Autobusführers wurde das Drahtseil zerrissen und der Autobus konnte seine Fahrt fort« setzen. Das Überfallkommando nahm sofort nach Meldung mit Spürhunden die Verfolgung auf, konnte jedoch bisher den Räuber nicht stellen.
Blutiges Aamiliendrama in einem polnischen Dorf.
In dem polnischen Dorfe Gurce bei Warschau ereignete sich ein blutiges Familiendrama. Während eines aus Eifersucht entstandenen Ehestreits, bei dem ein Knüppel und ein Feuerhaken in Tätigkeit traten, griffen die Mutter der Ehefrau und die zwei Töchter in die blutige Auseinandersetzung mit Aexten ein und töteten den Ehemann. Die drei Mörderinnen wurden verhaftet.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskom 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt L.M.
Berlin
Frankfurt a. M
Serlln
Schluß» kurs
Schlußt. Abend« börse
Schluß« kurs
Schluß».
Mittag, börse
Schluß« kurs
Schluß». Abendbörse
Schluß« »urs
Schluß». Mittag« börse
Datum
1.11.
2.11
111.
2.11.
Datum
111.
211
1.11
2-11
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
100,4
100,4
100,5
100,5
4% desgl. Serie 11 .............
—
—
9,5
9,3
4% Deutsche Reichsanl. von 1984
97,75
97,75
97,75
97,75
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
5,9
5,9
—
5,9
bYi% Doung-Anleihe von 1930 ..
102
102
102
—
4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913
8,75
—
8,65
8,65
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
4% Rumänische vereinh. Rente ..
4,85
4,85
4,9
4,9
112,0
112,65
2%% Anatolier ...............
39,5
39,65
39,65
39,4
4x/i% Deutsche Retchspostschatzan-
Weisungen von 1934, I.......
100,13
100,2
100,3
100,4
16
16,13
15,75
6% ehem.8°/o Hess. Boltsstaat 1929
Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0
28
28,5
(rückzahlb. 102%) ............
96,75
96,75
96,5
96,5
17,65
17,4
17,5
17,5
*¥x% ehern. Hessische Landesbank
A.G. für Beckehrswesen Akt. .. 0
78,75
'79
78,75
78,9
Darmstadt Gold N. 12........
96,13
96,13
96
96
110,5
110,75
110,5
6&% ehern. Hess. LandeS-Hypo-
Commerz- und Privat-Bank ... O
"85
85
85
85,25
thekenbank Darmstadt Liaui ...
100,5
100,5
W—
Deutsche Bank und Tisconto-
4%% ehem. 8% Darmst. Komm.
Gesellschaft................O
85,25
85,25
85,25
85,25
Landesb.Goldschuldverschr. R.6
91,5
91,65
Dresdner Rank .............. 0
85,25
85,25
85,25
85,25
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
ReichSbanI ................ 1*2
174,25
174
174
174
_
121,25
—
Deutsche Komm. Cammelabl. Aw
113,25
113,3
A E.G......................0
36,9
36,9
36,9
36,75
4%% ehemL% Franks. Hyp.-Bank
Bekula.................... 10
141,65
141,75
141,75
141,5
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
96,25
96,25
—
—
Sieht. Lieferungsgesellschaft... S
109,25
109,25
109,25
——
bVi% ehem. 4V2% Franks. Hyp.-
Licht und Kraft ........6¥i
——
131
130,25
131,5
Bank-Ltqu.-Pfandbriese.......
100,75
100,75
Felten L Guilleaume......... 0
104
104
104,5
103,75
6¥t% ehem. iy,% Rheinische
Hesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5
121,5
123,25
122,13
123,5
Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse.....
100,9
100,9
100,75
100,75
Rheinische Elektrizität ........5
—
129,5
—
130,5
4ty% ehem. 8% Pr. Landespfanb-
Rhein. Wests. Elektr..........6
121,5
121,75
121,5
121,75
briesanstalt, Pfandbriefe R. 19
97
97
97
97
Schuckert 8 Co............... 4
118
118
118
118,5
4*4% ehem. 7% Pr. Landespfand-
Siemen« S Halöke............ 7
163
163,5
163
164,25
132
132
132,75
132,25
Kteuergutsch.BerrechnungSh 85-89
107,65
107,65
107,65
107,65
Buderu» ...... O
101,75
101,75
102,25
101,75
4% Oesterreichtfche Goldrente....
30,25
30
30,5
30
Deutsche Erdbk .............. 4
103,25
103,5
102,75
103,5
1,4
1,4
1,25
1,25
Gelsenkirchener .............. C
—
—
9 85
9,85
Harpener................. 0
109
108
111,5
110
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
9J5
9,6
9,7
9,65
Hoesch Eisen—Köln-NeueNea .. 0
93,25
93
93
92,75
«H% vesgl. von 1913..........
9,75
9,65
9,7
9,65
Ilse Bergbau ............ (
159
160
160
159,75
5% äbgelll Goldmexikaner von 99
10,5
10,5
10,5
10,25
Ilse Bergbau (Benüfie........6
127
127,5
126,75
127,5
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
Klöcknerwerke .......... tH
91,25
90,4
91
90
Serie l...................
—
—
9,5
9,3
Mannesmann-Röhre» ....... 0
82,75
82,65
82.75
82,9
$ranffurt a. M. Berlin
Schluß» kurs
Schluß». Abend« börse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag« börse
Datum
1.11.
2-11-
ML
2.11.
Mansselder Bergbau ..
....... |
118
118
118,5
118,25
Kokswerke ...........
.......5
—
—
114
113,9
Phönix Bergbau......
Rheinische Braunkohle»
.......O
—-
—
—
..... 12
217
216
215
—
Rhetnstahl ...........
.....sy, .......0
105,75
105,75
106
106,25
Bereinigte Stahlwerke.
80,4
80
80,25
80
Otavi Minen ........
.......0
18,9
19
18,9
18,75
Kaliwerke Aschersleben.
.......6
128,75
129
128,9
128
Kaliwerke Westeregeln .
....... 6
122,5
123,5
122,75
123,9
Kaliwerke Salzdetfurth
.....IV,
180
180
—
I ®. Farbe ».Industrie
....... 7
149
148,4
149,4
148,75
Echeideanstalt........
.......1
216
220
—
—
Goldschmidt .........
.......O
105,75
105,5
105,75
106
Rütgerswerke ........
•......4
112,5
113
112,25
Metallgesellschaft......
.......4
105
105
105
104,75
Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg
.......0
89,5
89
89,65
90
......1
118,13
118
Zementwerk Karlstadt..
.......4
1 130
130
Schultheis Patzenhofer ....... 4
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg...................O
Zellstoff Waldhof ............0
Zellstoff Aschaffenburg .......O
Dessauer Gas ........ 7
Daimler Motoren ............ O
Deutsche Linoleum...........6
Orenstein & Koppel ..........O
Westdeutsche Kaufhof......... O
Chade................ O
Aecumulatoren-Fabrik....... 18
Conti-Gummi ..... 8
—
102,75
102
53,75
53,25
53,9
53,25
106,4
105,65
106,5
106
111,5
111
111,5
111
79
79
79,5
—
—
126,5
125,75
93
93
93
93,5
140,25
140
140
139
—
79,4
79
25
25,25
25,13
25,25
292,25
292
292,5
292,75
—
—
——
171
158
158
—
157,5
Grttzner....................O| 29,25
Mainkraftwerke Höchst a.w— 4 89,5
Süddeutscher Zucker ......... t| 210 I
29,25 I 29,75 I 29,25
89,5 — -
210 I 210,13 I —
Devisenmarkt Berlin — Arankfurt a. ZIL
1 .November
2-November
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Bries
Geld |
Brief
Buenos atte>.
0,676
0,680
0,677
0,681
Brüssel.....
41,87
41,95
41,90
41,98
Rio de Jan. .
0,140
0,142
0,140
0,142
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
54,52
54,62
54,57
54,67
Danzig.....
46,80
46,90
46,81
46,91
London .....
12,21
12,24
12,22
12,25
Helimgfor»..
5,385
5,395
5,39
5,40
Paris ......
16,37
16,41
16,375
16.415
Holland ....
168,74
169,08
168,88
169,22
Italien.....
20,20
20,24
20,20
20,24
Japan ......
0,714
0,716
0,714
0,716
Jugoslawien
5,654
5,666
5,654
5,666
OSlo..... :
61,31
61,43
61,36
61,48
Wien.......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon....
11,08
11,10
11.085
11,105
Stockholm...
62,96
63,08
62,99
63,11
Schweiz ....
80,76
80,92
80,81
80,97
Spanien....
33,93
33,99
33,95
34,01
Prag.......
10,265
10,285
10,265
10,285
Budapest ...
Reuyork ...
2,486
2,490
Banfnoten
2,486
2,490
Berlin,2-November
Gelb
Bries
Amerikanische Roten..............
2,438
2,458
Belgische Noten..................
41,76
41,92
Dänische Noten .................
54,36
54,58
Englische Noten .................
12,185
12,225
Französische Noten ..............
16,325
16.385
Holländische Noten...............
168,46
169,14
Italienische Noten................
19,46
19,54
Norwegische Noten ..............
61,20
61,44
Deutsch Oesterreich. * 1OO Schilling
—
—■
Rumänische Noten...............
—
——
62,82
63,08
80,63
80,95
Spanische Sloten ..••••L....••••••
33,59
33,73
Ungarische Äotee ••••••••••••••••
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