Ausgabe 
4.11.1935
 
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verfolgt wurden. In Zukunft fallen, so führte Leh­rer Appenheimer aus, weitere Elternabende statt- finben, in der Erziehungsfragen und andere Ange­legenheiten zwischen Eltern und Lehrer besprochen Verden. In kurzen Erläuterungen streifte Lehrer Appenheimer die Ziele der Staatsjuyend. Propagandaleiter Becker dankte für die lehrreichen Darbietungen des Abends. In unserer Kirche hatte der Hausschwamm die Frauenbänke be­fallen. Maurer und Schreiner beseitigten den Scha­den. Der Boden wurde betoniert, der Fußboden neu verlegt. Nach Abschluß der Arbeiten fand bei Gast­wirt Faust eine kleine Feier statt, an der alle an dieser Arbeit Beteiligten in kameradschaftlicher Weise für einige Stunden vereinigt waren.

Preußen.

Kreis Deziar.

Launsbach, 3. Nov. Der Schützenver­ein Launsbach hielt sein Schluß- und König­schießen ab. Am Schießen beteiligten sich 26 Schützen. Jeder erhielt einen Preis. Geschossen wur­den je drei Schuß liegend, kniend und stehend frei­händig. Den 1. Preis errang Rudolf Müller mit 79 Ringen, 2. Albert Muller 79 Ringe, 3. Karl Bechthold 77 Ringe, 4. Otto Bechthold 76 Ringe, 5. Otto Debüs 73 Ringe. Ferner wurden noch fünf Ehrenpreise geschossen, und zwar je drei Schuß liegend freihändig. 1. Preis Rudolf Müller 35 Ringe, 2. Preis Franz B e ch t h o l d 35 Ringe, 3. Preis Otto Debus 35 Ringe, 4. Preis Otto Bechthold 35 Ringe und 5. Preis Karl Bechthold 34 Ringe. Schützenkönig wurde Ru­dolf Müller. Die Preisverteilung und eine Fa­milienfeier im Dereinslokal Rinn beschlossen die Veranstaltung.

< Lützellinden, 3. Nov. Der Reichsbahn- Zugführer Georg Wenzel von hier konnte ge­stern auf eine 4 0jährige E i s e n b a h n d i e n st- e i t zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm vom Führer und Reichskanzler und von der Reichsbahn-Verwaltung Dank- und Anerkenungs- schreiben für die geleisteten treuen Dienste durch den Vorstand des Reichsbahn-Betriebsamts Gießen, Oberbahnrat Wilke, überreicht. Herr Wenzel ist langjähriger Bezieher des Gießener Anzeigers.

Der Große Woog

Eigentum der Stadt Darmstadt.

LPD. Darmstadt, 3. Nov. Der Reichsfinanz­minister hat auf Veranlassung des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger den Großen Woog mit seinem Hintergelände, der bisher staatliches Eigentum darstellte, der Stadt D a r m- st a d t übereignet. Der Stadt Darmstadt ist damit ein großer Dienst erwiesen, denn nunmehr kann auch in diesem Gelände die Entwicklung des Darm­städter Turn- und Sportwesens ihren Fortgang nehmen. Die Stadtverwaltung hat nunmehr die Möglichkeit, an die Verwirklichung der den Erfor­dernissen der Zeit entsprechenden Pläne, so wie sie von der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibes­übungen bereits vorgeschlagen wurden, heranzu­gehen.

Schnöder Vertrauensmißbrauch führt ins Zuchthaus.

LPD Mainz, 2. Nov. Die Große Strafkammer verurteilte den Karl Schneider aus O st h o f e n wegen Amtsunterschlagung, Ur kund en- vernichtung, Anstiftung zur Untreue zu insgesamt drei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und zu Geldstrafen von insgesamt 400 Mark, ferner den Johann Jakob Schreiber in Osthofen wegen Untreue und Vergehens gegen das Schußwassengesetz zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis und Geld st rasen von zusammen 7 0 0 Mark. Beiden Ange­klagten wurden zwei Monate Untersuchungshaft an­gerechnet.

Schneider hat zugegebenermaßen rund 2100 Mark Gemeindegelder veruntreut, die dazu gehöri­gen Urkunden, Postabschnitte und Briefe zunächst beseitigt und späterhin verbrannt. Er hat schließlich unter Ausnutzung seiner Stellung als Vorgesetzter den Angeklagten Schreiber dazu angestiftet, ihm Gehaltsuberzahlungen von ca. 1400 Mark in IV2 Jahren zu leisten, trotzdem die Gemeinde materiell knapp gestellt war. Er hat das in ihn gesetzte große Vertrauen seiner Vorgesetzten schnöde miß­braucht und der Gemeinde großen Schaden zuge­fügt. Das veruntreute Geld verwandte er für ein luxuriöses Leben und für Frauen. Schreiber zahlte alle verlangten Beträge skrupellos an Schneider aus, obwohl er wissen mußte, daß dessen Gehalt auf diese Weise zu Lasten der Gemeinde stark überzogen wurde. Er selbst kaufte sich ein Motorrad für 700 Mark und zahlte es mit einem Scheck auf die Ge­meindekasse. Er trug auch einen Revolver ohne Erlaubnis, womit er Selbstmordgedanken verwirk­lichen wollte.

Das Reichserbhof- und das Reichsnährstandsgeseh

Vortrag im Iungjuristen-Schulungslager auf dem Gleiberg.

Am 31. Oktober sprach Kreisbauernführer Geiß zu den Jungjuristen des Gleiberg-Lagers über das Reichserbhof- und das Reichsnähr- standsgefetz. Er ging von der grundlegenden Erkenntnis aus, daß, wenn sich ein Volk nicht aus eigener Scholle zu ernähren und zu kleiden ver­mag, das Ausland ihm jederzeit den Brotkorb höher hängen kann. Infolge des Krieges haben sich die Produktionsländer Industrien geschaffen, so daß die deutsche Ausfuhr erschwert ift Auch diese Tatsache zwingt dazu, die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes wiederherzustellen.

Pg. Geiß erläuterte sodann die wesentlichen Teile des Reichserbhofgesetzes.. Dieses Gesetz macht den Boden zum heiligen Eigentum der Nation und bestellt den Bauer zu seinem treuen Sachwalter. Das Gesetz soll verhindern, daß der Bauer zeit seines Lebens für das Kapital arbeitet, um am Ende doch noch verschuldet zu fein. Ferner sott die Ueberfrembung des Bodens verhindert werden, da­mit nicht in- und ausländische Kapitalisten auf Grund von Hypothekeneintragungen nach ihrem Belieben mit dem Boden schalten und walten kön­nen. Es bestehe ein Regierungsprogramm, in Ver­bindung mit dem Siedlungsgesetz neue Erbhöfe zu schaffen. Auch die Feldbereinigung soll dazu bei­tragen, kleine Betriebe zu Erbhöfenaufzufüllen".

Der Redner behandelte weiter die Anerbenfolge. Diese ist in 6 Ordnungen festgelegt. In Gebieten, in denen bisher keine Anerbensitte geherrscht hat, kann der Bauer bei Lebzeiten durch Uebergabever- trag den Hof an einen Anerben übertragen. Bei hohem Alter des Bauern kann dies im Interesse des Volksganzen sogar erwünscht sein. Im Heber» gabeoertrag kann bei wichtigen Gründen mit Ge­

nehmigung des Anerbengerichtes von der gesetzlichen Anerbenfolge abgewichen werden. Es ist zulässig, in dem Vertrag Abfindungen von Geschwistern des Anerben und die Leistungen für den alten Bauern und seine Frau festzusetzen. Sie sollen die Lei­stungsfähigkeit des neuen Bauern nicht überfteigen. Der Uebernehmer soll aber den vollen Wert für den Erbhof bezahlen. Daher wird in allen Fällen die Versorgung des alten Bauern so hoch festgesetzt wer­den, daß |ie für seinen Lebensunterhalt ausreicht. Auch durch Testament kann von der gesetzlichen An­erbenfolge abgesehen werden. Das Anerbengericht entscheidet dann, ob ausreichende Gründe für die Hebergehung des gesetzlichen Anerben vorliegen. Der grundsätzlich unveräußerliche Erbhof kann mit Zustimmung des Anerbengerichts belastet werden. Bei der Entscheidung über solche Anträge wird das Anerbengericht die Tatsache zu berücksichtigen ha­ben, daß die Geldinstitute auch heute noch nur gegen dingliche Sicherung Kredit geben.

Sodann wurde das Reichsnährstandsgesetz er­örtert. Der Reichsnährstand hat drei Hauptabtei­lungen: Die erste betreut den Menschen an sich, die zweite berät den Bauer in technischer Hinsicht, die dritte regelt den Absatz der Erzeugnisse. Die Ge­treidemarktregelung hat den Zweck, die Brotversor­gung und einen erschwinglichen Brotpreis sicher­zustellen. Die Regelung der Milchwirtschaft hat auf lange Sicht gesehen den Zweck, die Fettver­sorgung zu sichern. Die Regelung des Fleischmark­tes muß vor allem der künstlichen Verknappung durch Angstkäufe entgegentreten. Für die Regelung der Getreidewirtschaft besteht eine Ablieferungs­pflicht, deren Erfüllung durch umfangreiche Kar- teien kontrolliert wird.

Wirtschaft.

Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

1223: Behandlung aus dem Ausland geschenkter Scrips.

1224: Bekanntmachung KP 53 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.

Langfristige Gewerbekredite der Bank für deutsche Industrie-Obligationen.

(Fwd.) Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Bank für deutsche Industrie-Obligationen in Berlin mit der Landeskommunalbank- Girozentrale für Hessen in Darm ft ab t, Peter - Gerneinder - Straße 14, vertrag­liche Vereinbarungen getroffen hat, auf Grund deren die Landeskornrnunalbank-Girozentrale für Hessen an der Ausleihung langfristiger Gewerbekredite, so­weit es sich um Kleinkredite von 500 bis 15 000 Mk. handelt, mitwirkt. Bekanntlich stellt die Jndustrie- bank kleinen und mittleren Betrieben der Industrie des Handwerks und des Handels langfristige Dar­lehen zur Verfügung, die auf hypothekarischer Grundlage gewährt werden und zur Ablösung über­höhter kurzfristiger Verbindlichkeiten, zur Finan­zierung langfristiger Investitionen, sowie zur Ver­stärkung der Betriebsmittel dienen. Nähere Aus­kunft über diese Kredite und ihre Bedingungen er­teilen die Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt, Peter-Gemeinder-Strahe 14. Die Sparkaffeneinlagen im September

Die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen sind im September um 4,9 Millionen Mark auf 13 238 Millionen Mark gestiegen. Von dem Zuwachs entfielen 2,7 Millionen Mark auf den Einzahlungsüberschuß, 1,1 Millionen Mark auf Zinsgutschriften und weitere 1,1 Millionen auf sonstige Buchungsvorgänge.

Wie bereits im Bericht über die Sparkassenein­lagen im August vorausgesagt wurde, ist der Ein­zahlungsüberschuß, der im August noch 30,5 Millio- nen Mark betrug, aus saisonmäßigen Gründen im Berichtsmonat zurückgegangen. In diesem Jahre kam noch im besonderen hinzu, daß die Spar­tätigkeit in gewissem Grade auf den Wertpapier­markt abgelenkt wurde, da das Reich 500 Millio­nen Mark 4Vrprozentige Schatzanweisungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt hatte, auf die be­reits die ersten Einzahlungen geleistet wurden. So ist es nicht verwunderlich, daß der Einzahlungsüber­schuß sogar unter die Höhe des Vorjahres gesun­ken ist.

Bemerkenswerterweise liegen jedoch nicht nur die Einzahlungen, sondern wie bisher auch die Auszahlungen im Sparverkehr unter der Dorjahres­

höhe. Im einzelnen wurden nämlich 397,3 Millio­nen Mark eingezahlt und 394,6 Millionen Mark ausgezahlt. Im Vergleich zum September 1934 haben sich somit die Einzahlungen um 32,5 Millionen Mark und die Auszahlungen um 19,6 Millionen Mark verwindet. Gegenüber dem Vormonat sind die Einzahlungen um 23,7 Millio­nen Mark zurückgegangen und die Auszahlungen um 4,1 Millionen Mark gestiegen. Da man saison­mäßig mit einer weniger starken Abnahme der Ein­zahlungen, hingegen mit einer stärkeren Zunahme der Auszahlungen rechnen konnte, ergibt sich hier­aus, daß die zusätzlichen Ausgaben weniger aus den Spareinlagen, als in erster Linie aus dem Ein­kommen bestritten worden sind.

Nhein-Maimsche Börse.

Ruhig.

Frankfurt a. M., 2. Nov. Die Börse lag bei freundlicher Grundstimmung auch zum Wochen­schluß sehr ruhig. Die Kurslage zeigte gegenüber gestern nur wenig Veränderung. Der Eingang an Aufträgen der Kundschaft blieb sehr klein, auch die Kulisse verharrte in ihrer Zurückhaltung.

Am Aktienmarkt tarnen zunächst nur sehr wenig Papiere zur Notiz. IG. Farben lagen mit 149 unverändert. Von Elektroaktien setzten AEG., Licht & Kraft behauptet, Lechwerke und Schuckert je 0,25 v. H. leichter ein, wogegen RWE. 0,75 v. H. und Siemens 0,50 v. H. gewannen. Montanaktien tendierten uneinheitlich. Schwächer lagen Harpener mit 108 (109), auch Mannesmann und Hoesch konn­ten sich nur knapp behaupten, während Ilse Genuß 0,50 v. H. anzogen und Stahlverein zu 80,40 v. H. unverändert eröffneten. Im einzelnen bröckelten Reichsbank 0,25 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 v. H. und Feldmühle Papier 0,25 v. H. ab, Daimler kamen mit unverändert 93 zur Notiz.

Am Rentenmarkt war die Geschäftstätigkeit ebenfalls sehr klein, die Kurse lagen ziemlich unver­ändert, so Altbesitz mit 112,90, Zinsvergütungs- scheine mit 90,75 und späte Reichsschuldbuchforde­rungen mit 97,25.

Im Verlaufe bröckelten die Kurse am Aktien­markt infolge der starken Geschäftslosigkeit meist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab und auch die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen zumeist nur knapp gehalten. Fest lagen jedoch Gessürel mit 123,25 (121,50), außerdem waren Scheideanstalt kräftig erholt auf 220 (216). Niedriger lagen dagegen Klöckner mit 90,40 (91,25). Bemberg mit 105,65 (106,40), AKH. mit 53,50 (53,75). IG. Farben gin­gen auf 148,50 und Stahlverein auf 80,13 zurück. Im Freiverkehr waren Ufa-Aktien weiter ange­boten zu 57 Bries (61).

Am Rentenmarkt bröckelten Zinsvergütungs­scheine auf 90,65 ab, im übrigen blieben die Kurse gehalten. Der Pfandbriefmarkt lag still und unver­ändert. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich,

Frankfurter gaben 0,25 v. H. nach, während Darm­städter 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen. Der Auslands- rentenmartt lag sehr still. Tagesgeld unver­ändert 3,25 v. H.

Frankfurter Schlachlviehmarkt.

Frankfurt a. M., 4. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 818 Rinder (169 Ochsen, 31 Bullen, 449 Kühe und 169 Färsen), 352 Kälber, 64 Schafe, 1466 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 42, Bullen 40 bis 42, Kühe 24 bis 42, Färsen 40 bis 42, Kälber 50 bis 75, Hämmel 45 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder sehr flott, Kälber, Hammel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt.

Aus aller Welt.

Euwe gewinnt

die 14. Partie im Schachwettmeisterschaftskampf.

Im Kampf um die Schachmeisterschaft der Welt zwischen Aljechin und Euwe wunde in Gro­ningen die 14. Partie gespielt. Euwe hatte die weißen Steine und eröffnete mit dem Damenbauer. Aljechin spielte von Anfang an zu riskant und ge­riet infolgedessen in eine gefährdete Stellung. Euwe nutzte seine Chancen sehr geschickt aus, und nach 41 Zügen wurde Aljechin m a 11 g e s e tz t. Stand des Wettkampfes ist jetzt: Aljechin 5, Euwe 5, remis 4. Die nächste Partie wird in Soest gespielt.

Bei einem Linsiurzunglück ums Leben gekommen.

Auf dem Anwesen der Stahl- und Walzengießerei Ed. Breitenbach G. m. b. H. in Weidenau (Sieg- Kreis) stürzte ein Teil der großen, im Jahre 1921 errichteten, aus Eisenbeton bestehenden F a - brikhalle ein. Die etwa 70 Mann starke Ge­folgschaft hatte sich zum Glück eine Viertelstunde vorher zur Einnahme des Mittagessens in den Speiseraum begeben. Don den vier Personen, die noch in der $aUe zurückgeblieben waren, wurden der 39 Jahre alte Former Wilhelm Opfer aps Eiserfeld von den herabstürzenden Eisenteilen t ö d° l i ch verletzt; drei weitere Arbeitskameraden er­litten Verletzungen, die aber nicht lebensge­fährlich sind. Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht geklärt.

Schweres Bootsunglück im Arischen Haff.

Ein schweres Unglück ereignete sich in Dubas- haken am Frischen Haff. Zwei Danziger Zollbeamte waren mit ihrem Boot nach nächtlichem Dienst auf dem Festland auf der Heimfahrt begriffen und ließen sich, um schneller vorwärts zu kommen, von einem vorbeikommenden Motorboot ins Schlepp nehmen. Plötzlich kenterte das Boot und die beiden Insassen ertranken, bevor ihnen noch vom Fest­lande Hilfe gebracht werden konyte.

Geistesgestörte Brandstifterin.

Die 45jährige Elisabeth Pfisterer, eine hoch­gradig schwachsinnige Frau aus Heidelberg-Kirch­heim, hatte am 19. Juli d. I. die Scheune ihres Mannes in Brand gesteckt, wie sie angab, aus Rache gegen ihren Mann, mit dem sie des öfteren Meinungsverschiedenheiten hatte. Im August 1934 hatte sie schon einmal einen Versuch zur Brand­stiftung unternommen. Die Angeklagte war schon mehrmals in der Psychiatrischen Klinik und in einer Heil- und Pflegeanstalt untergebracht und ist hoch­gradig unzurechnungsfähig. Ihr Treiben erfordert nach dem Antrag des medizinischen Sach­verständigen die dauernde Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt. Das Gericht konnte keinen Beschluß fassen, ob § 51 Absatz 1 oder 2 anzuwenden sei und sprach die Angeklagte daher frei. Er ordnete aber die Verbringung in eine Anstatt an.

Nächtlicher

Raubüberfall auf einen Berliner Autobus.

In einer der vergangenen Nächte wurde auf einen Berliner Autobus der Linie 27 ein Raubüber­fall verübt. Der Wagen befand sich auf der Strecke von Müggelheim nach Köpenick. Durch ein über die Straße gespanntes Drahtseil wurde der Autobus zum Stehen gebracht, und ein Wegelage­rer versuchte mit vorgehaltenem Revolver, dem Schaffner die Geldtasche zu rauben. Der Räuber feuerte verschiedene Schüsse auf den Chauffeur und den Schaffner, die glücklicherweise nur die Mäntel der beiden durchlöcherten. Durch die Geistesgegen­wart des Autobusführers wurde das Drahtseil zer­rissen und der Autobus konnte seine Fahrt fort« setzen. Das Überfallkommando nahm sofort nach Meldung mit Spürhunden die Verfolgung auf, konnte jedoch bisher den Räuber nicht stellen.

Blutiges Aamiliendrama in einem polnischen Dorf.

In dem polnischen Dorfe Gurce bei Warschau er­eignete sich ein blutiges Familiendrama. Während eines aus Eifersucht entstandenen Ehe­streits, bei dem ein Knüppel und ein Feuerhaken in Tätigkeit traten, griffen die Mutter der Ehefrau und die zwei Töchter in die blutige Auseinander­setzung mit Aexten ein und töteten den Ehe­mann. Die drei Mörderinnen wurden verhaftet.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt deschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskom 4 0. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt L.M.

Berlin

Frankfurt a. M

Serlln

Schluß» kurs

Schlußt. Abend« börse

Schluß« kurs

Schluß».

Mittag, börse

Schluß« kurs

Schluß». Abend­börse

Schluß« »urs

Schluß». Mittag« börse

Datum

1.11.

2.11

111.

2.11.

Datum

111.

211

1.11

2-11

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

100,4

100,4

100,5

100,5

4% desgl. Serie 11 .............

9,5

9,3

4% Deutsche Reichsanl. von 1984

97,75

97,75

97,75

97,75

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

5,9

5,9

5,9

bYi% Doung-Anleihe von 1930 ..

102

102

102

4V,%Rumän.vereinh.Rentev.l913

8,75

8,65

8,65

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

4% Rumänische vereinh. Rente ..

4,85

4,85

4,9

4,9

112,0

112,65

2%% Anatolier ...............

39,5

39,65

39,65

39,4

4x/i% Deutsche Retchspostschatzan-

Weisungen von 1934, I.......

100,13

100,2

100,3

100,4

16

16,13

15,75

6% ehem.8°/o Hess. Boltsstaat 1929

Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0

28

28,5

(rückzahlb. 102%) ............

96,75

96,75

96,5

96,5

17,65

17,4

17,5

17,5

*¥x% ehern. Hessische Landesbank

A.G. für Beckehrswesen Akt. .. 0

78,75

'79

78,75

78,9

Darmstadt Gold N. 12........

96,13

96,13

96

96

110,5

110,75

110,5

6&% ehern. Hess. LandeS-Hypo-

Commerz- und Privat-Bank ... O

"85

85

85

85,25

thekenbank Darmstadt Liaui ...

100,5

100,5

W

Deutsche Bank und Tisconto-

4%% ehem. 8% Darmst. Komm.

Gesellschaft................O

85,25

85,25

85,25

85,25

Landesb.Goldschuldverschr. R.6

91,5

91,65

Dresdner Rank .............. 0

85,25

85,25

85,25

85,25

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

ReichSbanI ................ 1*2

174,25

174

174

174

_

121,25

Deutsche Komm. Cammelabl. Aw

113,25

113,3

A E.G......................0

36,9

36,9

36,9

36,75

4%% ehemL% Franks. Hyp.-Bank

Bekula.................... 10

141,65

141,75

141,75

141,5

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96,25

96,25

Sieht. Lieferungsgesellschaft... S

109,25

109,25

109,25

bVi% ehem. 4V2% Franks. Hyp.-

Licht und Kraft ........6¥i

131

130,25

131,5

Bank-Ltqu.-Pfandbriese.......

100,75

100,75

Felten L Guilleaume......... 0

104

104

104,5

103,75

6¥t% ehem. iy,% Rheinische

Hesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

121,5

123,25

122,13

123,5

Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse.....

100,9

100,9

100,75

100,75

Rheinische Elektrizität ........5

129,5

130,5

4ty% ehem. 8% Pr. Landespfanb-

Rhein. Wests. Elektr..........6

121,5

121,75

121,5

121,75

briesanstalt, Pfandbriefe R. 19

97

97

97

97

Schuckert 8 Co............... 4

118

118

118

118,5

4*4% ehem. 7% Pr. Landespfand-

Siemen« S Halöke............ 7

163

163,5

163

164,25

132

132

132,75

132,25

Kteuergutsch.BerrechnungSh 85-89

107,65

107,65

107,65

107,65

Buderu» ...... O

101,75

101,75

102,25

101,75

4% Oesterreichtfche Goldrente....

30,25

30

30,5

30

Deutsche Erdbk .............. 4

103,25

103,5

102,75

103,5

1,4

1,4

1,25

1,25

Gelsenkirchener .............. C

9 85

9,85

Harpener................. 0

109

108

111,5

110

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

9J5

9,6

9,7

9,65

Hoesch EisenKöln-NeueNea .. 0

93,25

93

93

92,75

«H% vesgl. von 1913..........

9,75

9,65

9,7

9,65

Ilse Bergbau ............ (

159

160

160

159,75

5% äbgelll Goldmexikaner von 99

10,5

10,5

10,5

10,25

Ilse Bergbau (Benüfie........6

127

127,5

126,75

127,5

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Klöcknerwerke .......... tH

91,25

90,4

91

90

Serie l...................

9,5

9,3

Mannesmann-Röhre» ....... 0

82,75

82,65

82.75

82,9

$ranffurt a. M. Berlin

Schluß» kurs

Schluß». Abend« börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag« börse

Datum

1.11.

2-11-

ML

2.11.

Mansselder Bergbau ..

....... |

118

118

118,5

118,25

Kokswerke ...........

.......5

114

113,9

Phönix Bergbau......

Rheinische Braunkohle»

.......O

-

..... 12

217

216

215

Rhetnstahl ...........

.....sy, .......0

105,75

105,75

106

106,25

Bereinigte Stahlwerke.

80,4

80

80,25

80

Otavi Minen ........

.......0

18,9

19

18,9

18,75

Kaliwerke Aschersleben.

.......6

128,75

129

128,9

128

Kaliwerke Westeregeln .

....... 6

122,5

123,5

122,75

123,9

Kaliwerke Salzdetfurth

.....IV,

180

180

I ®. Farbe ».Industrie

....... 7

149

148,4

149,4

148,75

Echeideanstalt........

.......1

216

220

Goldschmidt .........

.......O

105,75

105,5

105,75

106

Rütgerswerke ........

......4

112,5

113

112,25

Metallgesellschaft......

.......4

105

105

105

104,75

Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg

.......0

89,5

89

89,65

90

......1

118,13

118

Zementwerk Karlstadt..

.......4

1 130

130

Schultheis Patzenhofer ....... 4

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg...................O

Zellstoff Waldhof ............0

Zellstoff Aschaffenburg .......O

Dessauer Gas ........ 7

Daimler Motoren ............ O

Deutsche Linoleum...........6

Orenstein & Koppel ..........O

Westdeutsche Kaufhof......... O

Chade................ O

Aecumulatoren-Fabrik....... 18

Conti-Gummi ..... 8

102,75

102

53,75

53,25

53,9

53,25

106,4

105,65

106,5

106

111,5

111

111,5

111

79

79

79,5

126,5

125,75

93

93

93

93,5

140,25

140

140

139

79,4

79

25

25,25

25,13

25,25

292,25

292

292,5

292,75

171

158

158

157,5

Grttzner....................O| 29,25

Mainkraftwerke Höchst a.w 4 89,5

Süddeutscher Zucker ......... t| 210 I

29,25 I 29,75 I 29,25

89,5 -

210 I 210,13 I

Devisenmarkt Berlin Arankfurt a. ZIL

1 .November

2-November

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Bries

Geld |

Brief

Buenos atte>.

0,676

0,680

0,677

0,681

Brüssel.....

41,87

41,95

41,90

41,98

Rio de Jan. .

0,140

0,142

0,140

0,142

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,52

54,62

54,57

54,67

Danzig.....

46,80

46,90

46,81

46,91

London .....

12,21

12,24

12,22

12,25

Helimgfor»..

5,385

5,395

5,39

5,40

Paris ......

16,37

16,41

16,375

16.415

Holland ....

168,74

169,08

168,88

169,22

Italien.....

20,20

20,24

20,20

20,24

Japan ......

0,714

0,716

0,714

0,716

Jugoslawien

5,654

5,666

5,654

5,666

OSlo..... :

61,31

61,43

61,36

61,48

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,08

11,10

11.085

11,105

Stockholm...

62,96

63,08

62,99

63,11

Schweiz ....

80,76

80,92

80,81

80,97

Spanien....

33,93

33,99

33,95

34,01

Prag.......

10,265

10,285

10,265

10,285

Budapest ...

Reuyork ...

2,486

2,490

Banfnoten

2,486

2,490

Berlin,2-November

Gelb

Bries

Amerikanische Roten..............

2,438

2,458

Belgische Noten..................

41,76

41,92

Dänische Noten .................

54,36

54,58

Englische Noten .................

12,185

12,225

Französische Noten ..............

16,325

16.385

Holländische Noten...............

168,46

169,14

Italienische Noten................

19,46

19,54

Norwegische Noten ..............

61,20

61,44

Deutsch Oesterreich. * 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

62,82

63,08

80,63

80,95

Spanische Sloten ..L....

33,59

33,73

Ungarische Äotee