Nr. 258 Erster Blatt
185. Jahrgang
Montag, 4-November 1955
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Zrau und Landesverteidigung
Don Dozent Or. Gerhard Scholh * Hauptmann a.O.
Männer führen die Waffen, wenn der Krieg die Völker und Staaten auf die Probe ihrer inneren Widerstandskraft stellt. Diese seit dem Altertum währende und durch allen Wandel der Kriegsformen bisher unberührte Wehrentwicklung hat begonnen, neue Bahnen zu betreten. Die Frage nach der E i n- ordnung der Frau in den Dien st an der Landesverteidigung ist aufgeworfen. Die auf dem Gebiete des Wehrdienstes der Frau bei einigen Fremdstaaten bekanntlich schon praktisch eingeleitete Entwicklung reicht weit in die Zukunft hinaus. Es bleibt ernstlich zu prüfen, ob wir im gegenwärtigen Zeitalter nicht auch auf diesem Gebt etete werden umlernen und unser Denken in neue Bahnen bringen müssen.
Die Voraussicht, daß der neuzeitliche Krieg die ganzen betroffenen Staatsgebiete bedecken und angreifen wird, ist allgemein und unbestritten. Vorzüglich die Leistungsfortschritte der Luftwaffe haben die Staatsgebietsräume in einem früher un- ausdenklich gehaltenen Ausmaße verletzlich gemacht. Gleichzeitig ist 'die Zerstörungskraft der Sprengmittel gewachsen; der Fortschritt in der Entwicklung der Kampfgase wird bei allen Staaten, die diese Teilseite der neuzeitlichen Rüstungsmittel pflegen, sorgfälttg geheimgehalten. Die Folgerung aus dieser Entwicklung, die alle Überlieferten Kriegsformen umgestürzt hat, ist die Notwendigkeit einer Organisation der Widerstandskraft, die dem Umfange und der Art der neutzeitlichen Angriffsfähigkeit angemessen ist. Hinsichtlich der Schutzbedürfttgkeit und des Erfordernisses eines Abwehraufbaues über den ganzen Umfang der Staatsgebiete ist die allgemeine Wehrlage überall in der Welt gleichartig geworden.
Der Luftschutz stellt eine entscheidend wichtige Teilseite der Landesverteidigung dar. Es liegt vor aller Augen, daß er durch die Heere und die Luftstreitkräfte allein nicht ausreichend wahrgenommen werden kann. Im Falle der neuzeitlichen Abwehr wird z. B. mindestens ein Teil der für die Heeres- bedarf-Erzeugung arbeitenden Werke zum Selbstschutz befähigt werden müssen. Der Eisenbahn- Luftschutz zeigt ein anderes ähnliches Beispiel für eine Fülle von Ausgaben, die neu gestellt sind. Ohne passive Abwehr kein dauernder Kampferfolg der Heere, ohne örtliche Wehrkraft kein Widerstandsvermögen außer den Schlachtfeldern.
Wie Minderjährige und Greise, so wird auch d i e Frau von der neuzeitlichen Kampfmittelwirkung mitbetroffen sein. Damit ist eine nüchtern anzusehende Tatsache bezeichnet, die aller Urteilsbildung zugrunde gesetzt werden muß. Es ergibt sich die Einsicht, daß der Lebenszuschnitt der Frau von dem Fortschritte der geschichtlichen Wehrentwicklung nicht unberührt bleiben kann. Die Dinge wiegen zu schwer, als daß die Gleichgültigkeit gegenüber diesen in der Tat „unbequemen" Fragen oder die „Ablehnung des Krieges" gerechtfertigt werden könnte. Nicht die Meinung des einzelnen entscheidet, sondern die wahre Wider st andskraft von Volkstum und Staat, denen der einzelne eingeboren und untergeordnet ist; sie erst setzen dem Einzelleben seinen inneren Sinn und die Aufgaben des Wirkens in der Welt.
Die Landeverteidigung ist nicht mehr nur — oder vorzüglich die Sache der Männer. Dienen das Heer, die Luftwaffe und die Kriegsmarine der kämpferischen Landesverteidigung mit dem Gebrauche der Waffen, so bleibt der Frau die verantwortungsvolle Teilnahme an der nationalen Abwehr. Die Wahrnehmung von Schutzauf- oaben entspricht dem natürlichen Sinn ihres erhaltenden und pflegenden Wesens. Sowenig der Frau gleichgültig fein kann, ob ihr eines Tages oder nachts die Wohnstätte unter der Sprengwirkung eines Bombentreffers über dem Kopfe zusammenbricht, sowenig kann sie mehr erwarten, daß auch in einem fortgeschrittenen Zeitalter, das bis zu den Gründen verwandelt ist, es auch künftighin allein die Sache des Mannes sei, dafür Sorge zu tragen, daß ihr Unheil entfernt bleibe — und sowenig kann sie teilnahmslos und untätig zuwarten, ob iyr jemand eine Schutzstätte bereitgestellt hat. Der Mutterschutz für die Kinder ist die seit den Urzeiten der Menschheit natürlichste Aufgabe des weiblichen Wesens. Der Schutz der minderjährigen Jugend, des kostbarsten Gutes der Nation, kann der Frau auch im Falle der künftigen Landesverteidigung weder durch eine öffentliche Einrichtung noch von sonst jemandem abgenommen werden. Das gegenroärtige Zeitalter verlangt jedenfalls die tatkräftige Frau.
Nur ungern und selten erinnert man sich heute noch des „Kohlrübenwinters" 1916/17, der Sparöfen, der Nahrungsmittel - Ersatzstoffe und der Kriegsfettwirtschaft. Dem gewöhnlichen Gedanken an die angeblich völlige „Unmöglichkeit" der Wiederkehr einer ähnlichen, entsprechenden Auswirkung des „jedenfalls" fernen, künftigen Abwehrfalles steht die neuzeitliche Erkenntnis entgegen, daß die Fähigkeit zur annähernden Selbstversorgung heute überall in der Welt als ein Gesetz der Landesverteidigung gilt. Jene harten Weltkriegserfahrungen haben eine Fülle von praktischen Erfahrungen und Lehren hinterlassen, die aus dem Willen zur Bewältigung der Not hervorgegangen sind und die nicht fahrlässig vergessen werden sollten. Sie sind halbwegs vergessen worden. Die Stärke der Heere hängt an der Widerstandskraft her „Heima t", der nicht beim Heere eingeordneten Volksteile. Diese machen jenen den Rücken erst frei, und sie sind immer die Wurzeln seiner Kraft.
♦ Dieser Aufsatz ist der Zeitschrift „Wehrfront", Berlin, entnommen.
Der Führer weiht die neuen Bauten in derHauptstadt der Bewegung, der Stadt der deutschen Kunst.
Symbole eines einigen Bauwillens am neuen Reich.
München, 3. Nov. (DNB.) Dem für München als Hauptstadt der Bewegung als Stadt der deutschen Kunst so denkwürdigen 3. November war trockenes, wenn auch durch eine Hochnebeldecke herbstlich gestimmtes Wetter beschieden. In der Gebend der Ludwigsbrücke ballten sich schon frühzeitig dichte Spalierreihen zusammen. Am frühen Vormittag begab sich der Führer zur Grab- stätte des Professors Paul Ludwig T r o o ft, des leider zu früh verstorbenen großen Baumeisters und legte einen großen Lorbeerkranz mit weißen Chrysanthemen nieder. Zu beiden Seiten des in Blumen gebetteten Grabes loderte der Feuerschein zweier Pylone als sinnvolle Ehrung für den Schöpfer der gewaltigen Bauten, deren Richtfest heute begangen wird.
Die Eröffnung derLudwigsbriicke
Die Feststraßen zu beiden Seiten der Ludwigsbrücke hatten einen wahrhaft großzügigen Schmuck erhalten. 150 hohe Fahnenmasten ließen die Ban^ ner des Reiches flattern. Don den vier Pylonen zu beiden Seiten des westlichen Brückenkopfes loderten die Flammen empor. Am östlichen Brückenkopf waren zwei Tribünen errichtet. Am anderen Jsarufer war vor einer 12 Meter hohen mit wein- rotem Tuch verhängten Wand eine weitere Tribüne errichtet, ihr gegenüber eine vierte Tribüne. Auf der Tribüne des Führers flankierten zwei Münchener Kindl das Rednerpult. Jungvolkpimpfe hielten das rote Band, das zunächst noch den Eingang zur Brücke sperrte.
Punkt 11 Uhr kündeten Jubelrufe der Massen das Herannahen des Führers, der die Front der Ehrenformationen abschritt. Der Münchener Oberbürgermeister F i e h l e r gab dann einen Ueberblick über die Geschichte der Ludwigsbrücke und die gewaltige Bedeutung des jetzt geschaffenen Neubaues.
Dann gab der Führer selbst in einer kurzen Ansprache seiner großen Freude über das Gelingen des Werkes Ausdruck, das sich in das schöne Bild der deutschen Kunststadt München gut einfügen werde. Er hoffe, daß die vielen traurigen Ereignisse,
Der Führer nach dem Richtfest der Führerbauten auf dem Königsplatz. — (Weltbild-M.)
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die in der Vergangenheit diese Brücke, heimgesucht hätten, sich in Zukunft nicht wiederholen mögen, und daß der Zug vor zwölf Jahren das letzte düstere Erlebnis dieser Brücke gewesen sein möge. Von nun an möge die Brücke, das sei sein Wunsch, nur noch Zeugin sein eines glücklichen Marsches der deutschen Nation m ein Zeitalter der Freiheit und eines inneren gesegneten Lebens. Mit diesem Wunsche übergebe er die Brücke dem Verkehr.
Der Führer schritt hierauf zur Brücke. Schlag 11.30 Uhr trentne er das Band und während das Horst-Wefsel-Lied erklang, schritten der Führer und die Ehrengäste langsam über die Brücke
Das Richtfest der Führerbauten
Der Führer begab sich bann zum zweiten Akt dieses ereignisreichen Tages, zum Richtfest der Führerbauten. Vor dem Führerbau und dem Verwaltungshaus grüßten mächtige bändergeschmückte Richtbäume. Von den beiden großen Bal- konen leuchtete auf tiefem Braun ein goldenes Hakenkreuz. Die gesamte am Bau beteiligte Arbeiterschaft hatte am Führerbau Aufstellung genommen. Um Frau Professor Tro ost und Chefarchitekt Professor Gall scharten sich die Angehörigen des Baubüros.
Nachdem der Führer die Fronten der ausgestellten Ehrenformationen abgeschritten hatte, gab Reichsschatzmeister Schwarz eine eindrucksvolle Schilderung der Geschichte der Geschäftsstelle der Bewegung und des Werdens dieser die Kraft des Führertums, die umfassende Organisation, die Größe der Bewegung und des Vaterlandes versinnbildlichenden Bauten. Dann hielt ein Arbeits- tamerab aus der Bauarbeiterschaft eine kurze Ansprache, in der er schilderte, wie Treue und Glaube die Fundamente dieser Häuser am Königs- platz seien, wie ein Wille, ein Glaube, ein Ziel, ein Symbol, ein Richtspruch alle Mitschaffenden vereint habe: Deutschland. Er rief den Kameraden des Spatens und der Kelle, der Feder und des Zirkels
zu: Wir haben gebaut die Häuser der Partei, Deutschland zur Ehr' dem deutschen Volk zu Wehr!
Nach ihm bestieg ein Parlier die Rednerkanzel, um den herkömmlichen Richtspruch zu halten, bei dem nach gutem Handwerksbrauch auch das Glas Wein nicht fehlen darf, das mit vollen Zügen ausgetrunken und dann als Zeichen des Glücks für den aufaeführten Bau in viele Scherben zersplittert werden muß. Der Parlier gedachte in gebundener Sprache des großen Baumeisters des Dritten Reiches, brachte auf ihn ein brausend aufgenommenes Sieg-Heil aus, und, während die Ehrenformationen präsentierten, leerte der Sprecher fein Glas auf den Führer und zerschellte es an den Kanten der Rednerkanzel. Der zweite Trinkspruch galt dem genialen Former der Führerbauten, dem verewigten Professor Tro ost: „Dies Glas kann ich nicht leeren, voll wie es ist, soll's ihm gehören!" Mit dem dritten Trinkspruch wandte sich Der Parlier an die NSDAP.: „Die den Auftrag gegeben, der wünsch' ich Glück und Segen. Mag' auch in den neuen Bauten, der alte Kampfgeist sich stets regen!" — In seinen weiteren von Hans Zo beriet n heiter und humorvoll verfaßten Worten wandte sich der Sprecher dem Reichsschatzmeister Schwarz zu, um „den Mann zu loben, von dessen Konto wir abgehoben" und ließ sein leer- getrunkenes Glas mit dem Wunsche zersplittern, „daß nichts sein Leben mög’ verbittern". Der fröhliche Richtspruch galt dann noch Frau Professor Troast, dem Chefarchitekten Gall, den Architekten und Ingenieuren und allen Arbeitsleuten vom Bau, und schließlich brachten die hübschen Verse den Wunsch zum Ausdruck, „daß bald des Führers Gunst neue Aufgaben weist für unsere Kunst!"
Nach dem Richtspruch erhängen die Nationalhymnen. Dann ließ sich der Führer die beiden Sprecher der Arbeiterschaft herbeirufen, reichte ihnen die Hand und klopfte dem trinkfesten Parlier
anerkennend auf die Schulter. Der Badenweiler Marsch gab den feierlichen Ausklang des Richtaktes.
Dann betrat der Führer das Führerhaus, um als Baumeister dem Führerkorps der Partei den monumentalen Bau zu zeigen. Sprechchöre der auf dem Königsplatz versammelten Tausende riefen schon nach wenigen Minuten nach dem Führer, der denn auch bald auf dem Balkon erschien und für die sich immer wieder aufs neue wiederholenden Heil!-Rufe dankte. In ihnen kam nicht zuletzt die Freude und der Stolz der Münchener Bevölkerung dafür zum Ausdruck, daß der Baumeister des Reiches durch die Schaffung dieser großartigen Bauwerke auch zum baulichen Neugestalter Münchens geworden ist.
Das Richtfest der Glaspalastanlagen.
Als dritte Veranstaltung folgte nun das Richtfest der Glaspalast-Gaststätten und -Parkanlagen. Auch dieses Werk ist nach den Skizzen von Professor T r o o st gestaltet. Tannengirlanden schmückten den Gaststättenbau, von dessen First Der Richtbaum und die Flagge des Reiches grüßten. Generaldirektor Döhlemann, der Geschäftsführer des Kuratoriums für Die Ausgestaltung Der alten Glaspalastanlagen begrüßte Den Führer unD Die Ehrengäste unD geDachte freuDig Des Gelingens Dieses Werkes, Das aus Dem-Schutt Des GlaspalastbranDes vom 6. Juni 1931 Die Hauptstadt Der Bewegung um ein neues Juwel städtebaulicher Anlagen bereichert. Ein Parlier sprach Dann Den poetischen Richtspruch unD leerte sein Glas auf DeutschlanD unD seinen Führer, auf Den Staatsminister ADolf Wagner, Der Dieses Werk mit Rat unD Tat geförDert hat, auf Das LanD Bayern unD Die Stadt München, auf Die SpenDer, auf Die Künstlerschaft unD Die Bauleitung unD auf Die Durch Des Führers Werk geeinte Arbeiter- unD Unternehmerschaft.
Ein Großteil Der während Des Krieges erfahrenen schweren Härten Des Kriegslebens ist auf Die Damals völlig fefjlenDe Vorbereitung Der Frau für Die Kriegsarbeit unD die Landesverteidigung zurückzuführen. Dabei muß noch herücksich- tigt werden, daß her deutsche Reichsboden Der gegnerischen Waffenwirkung Damals kaum ausgesetzt gewesen ist.
Um was es sich hanDelt, ist eine notroenDiq wäh- renD Des Friedens unD in langen Anlaufsstufen durchzuführende Erziehungsaufgabe größten Stiles. Während eines Zeitalters her großen Ent- fcheihungen roirb offenbar, in welchem Umfang her vorgezeichneten Aufgaben bis heraufsteigenbe Ju- genb hineinwächst: es roirb sich ergeben, baß her völkische Wert biefer Jugenb vom Werte ihrer Mütter blutmäßig bebingt ist. Die sorgsame Pflege einer Kinbheit unb frühen Jugenb auf bie Sehens- roiberstanbsfähigkeit unb auf bie bebtngungslofe Daterlanbsliebe hin ist bie Aufgabe.
Für eine wehrtauglich roerbenbe männliche Jugenb ist eine gefunbe unb tapfere Mäd -
chen-Generation bie Grunbvoraussetzung. Das öffentliche Absehen her Frau hängt an bem, was sie barstellt: einen Wehrbereich bes Lebens, her im Völkischen wurzelt. Die Handfertigkeit in her Bedienung her neuzeitlichen Lust- unb Kampfgasschutz- sowie her Tarnungsmittel roirb einmal zum Regel- unb Pflichtbil- bungsteil werben. Das Recht unb bie Pflicht zur Mutterschaft sinh an ben Nachweis her Befähigung zum Schutz her minberjährigen, für sich noch nicht abwehrfähigen Jugenb zu knüpfen. Dem staatlichen Schutze her Ungeborenen entspricht folgemäßig bie Aufsicht über bie Wahrnehmung dieser Verantwortung. Die Dorangegangene Schulung in ben Schutzmaßnahmen, befonbers für ben Jugenbschutz, ergibt sich heraus. Ein gewisses, wenigstens für ben Notfall, unb für bie augenblickliche Hilfe hinlangendes Verständnis für bie Herstellung behelfsmäßiger Deckungen (gegen Sicht unb Splitter im freien Felbe unb Kellerverstärkungen unb -bichtungen) sollte ergänzen. Eine elementare L u f t g e fahr- Wetterlehre fehlt noch: sie ist ein Bedürfnis.
Die Folgen einer Geringschätzung her leicht mit einem Lächeln abgeschobenen Dinge sinh unaus- henkbar; ober richtiger: sie finb seyr deutlich vor- auszusehen. Der Ausgabenzuwachs her Erziehung roirb freilich erst später einmal im vollen Umfange zu überblicken sein. Sie muß bie weltanschauliche Festigung, ein Minbestmaß an Wissen über ben Gebrauch her Selbst- unb Jugenbschutzmittel, über bie notwirtschaftliche Haushaltsführung unb eine vorzüglich praktische Ausbildung umfassen.
Die neue Jugenb muß Schulter an Schulter her- aufwachsen. Dafür roirb es von bebeutenber Ent- scheibung sein, baß bie Geschlechter von Kindheit an in selbstverständlicher llebereinftimmung sind hinsichtlich Der Mitverantwortung an Der Landes- oerteiDiaung. Die seine Weiblichkeit braucht unter der waffenlosen Wehrschulung nicht zu leihen; vielleicht trägt aber gerabe diese doch entscheidend mit dazu bei, daß derjenige Helle, widerstandsfähige und tapfere Frauentypus entwickelt wird, den nur als Gestalt des Dritten Reiches, unseres Blutes, unseres Deutschseins wünschen müssen.


