Ausgabe 
4.10.1935
 
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chard ß o f) f i n t tn Büdingen, der Meß- und Kanzleigehilfe bei der Feldbereinigungsstelle in Lich Adolf Schuchardt in Lich und der Kanzlei- aehilfe bei dem Kulturbauamt Oberhessen in (Sie* ven Karl Niedermayer in Gießen.

* Vier Burschen wegen Sittlich- keitsverbrechen fe st genommen: Die Kriminalpolizei st elle Gießen teilt uns mit: Wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem 13zjährigen Schulmädchen in Ruppertsburg, wurden im Laufe des 1. und 2. Oktober vier junge Burschen aus Ruppertsburg durch die Kriminal­polizeistelle Gießen vorläufig festaenommen und dem Amtsgericht zugesührt. Nach der richterlichen Vernehmung wurden drei davon wieder entlassen, da sie noch jugendlich sind, der vierte aber kam in Untersuchungshaft.

♦♦ Unfälle. Der 47jährige Arbeiter Heinrich Nikolai, Alter Rödger Weg 14, zog sich einen Bruch des rechten Unterschenkels zu und wurde zur Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht. Der gegenwärtig hier weilende Heinrich Pollen aus Krefeld erlitt in einer Sportübungsstunde einen Bruch des linken Unterschenkels. Er wurde in die Chirurgische Klinik gebracht.

** Die Kneippbewegung,Ortsgruppe Gießen, veranstaltete unter dem Vorsitz von Herrn Sier am gestrigen Donnerstagabend im Cafe Leib einen Filmvortrag, bei dem der Bundes­lehrer H. Pumpe aus München (Bad Wörishofen) sprach. Der Redner verstand es, unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder, eindringlich die Notwendig­keiten einer gesundheitsdienlichen Lebensführung darzulegen. Gesundheit sei dem Menschen von der Natur mit auf den Weg gegeben, seine Pflicht gegenüber seinen Angehörigen und Nachkommen, aber auch gegenüber dem Staat sei es, diese Ge­sundheit zu erhalten. Aus Bequemlichkeit und Ge­dankenlosigkeit sei das Volk nicht nur in seiner Kör­perbeschaffenheit und Gesundheit, sondern auch in seinem Denken verweichlicht. Gesundheitlich leben sei daher auch eine vaterländische Pflicht. Es sei aber nicht nur eine Angelegenheit der Armen, son­dern auch der Reichen, der Gesunden wie der Kranken. Dazu seien nur Wasser, Luft und eine richtige Ernährung erforderlich. Wie überall, sei nur der erste Schritt das schwerste bei der ganzen Angelegenheit. So sei die Kneippsche Kur keine Kalt-

wasserpantscheret, sondern sie weise auch Heißwasser­anwendung auf, auf die zwar in jedem Falle eine kalte Anwendung sofort nachfolgen müsse, und sie sei weiterhin eine auf langjährige Erfahrungen auf­gebaute natürliche Anwendung des kalten Wassers. Es sei ein Naturgesetz, daß Wärme nur durch Kälte erzeugt werde. Die Heilerfolge der Kneippschen Kuren bewiesen den richtigen Weg, der dahin führe, Gesundheit, Lebensfreude und damit auch Leistungsfähigkeit und Erfolge im Beruf, aber auch Familienglück zu schaffen und zu fördern. Der Red­ner fand reichen Beifall.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der Fr. H. und der H. B., beide aus Rockenberg, wurden vom Amtsgericht Friedberg verurteilt und zwar H. wegen schweren Diebstahls zu einem Äahr Gefängnis und wegen Mundraubs zu drei Tagen Haft, B. wegen schweren Diebstahls zu neun Monaten Gefängnis, wegen unbe­fugten Jnaebrauchnehmens eines Motorrads zu zwei Wochen Gefängnis. Aus beiden Strafen wurde eine Gesamtgefängnisstrafe von neun Mona­ten und einer Woche gebildet.

Die Angeklagten haben im Februar und März in Bad-Nauheim und Friedberg in ver­schiedenen Fällen Motorräder entwendet und an ihnen einzelne Teile abgeschraubt. Die Angeklagten schoben die Maschinen meist bis zum Ortsausgang, entfernten die fraglichen Teile, wie z. B. Karbid­lampen, Scheinwerfer ufw., und ließen dann die Maschinen in der Erwartung, daß sie den Eigen­tümern zugeführt werden, stehen. In einem weite­ren Falle entwendeten sie aus einer Ziegelei einen Scheinwerfer und einen Akkumulator. Schließlich eigneten sich die Angeklagten aus einem Auto eine Tüte mit Apfelsinen an, die sie alsbald verspeisten.

Während das Vorgericht Bandendiebstahl an­nahm, sah die Strafkammer als Berufungsinstanz davon ab und erkannte gegen H. auf fünf M o - nute Gefängnis sowie einen Tag Haft, gegen B. auf eine Gefängnis st rafe von fünf Monaten und drei Tagen sowie ebenfalls einen Tag Haft. Auf die erkannten Strafen wird beiden Angeklagten die vom 5. März bis 4. April Erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Die Kosten erster Instanz fallen den Angeklagten, die zweiter Instanz der Staatskasse zur Last.

Venus als Morgenstern.

Oer Sternhimmel im Oktober 1935.

Don Or. Erwin Kossinna.

Wör sein Heim bereits vor Beginn der Morgen­dämmerung verläßt und ins Freie tritt, wird im Oktober einen ganz besonders schönen Sternen- hstnmel beobachten können. Neben den prachtvollen Wintersternbildern Orion, Fuhrmann, Stier und Großer Hund mit Sirius glänzt am Osthimmel der Planet Venus als Morgenstern. Mitte Oktober erreicht Venus ihre größte Helligkeit und ist dann zwölfmal so hell wie Sirius. Sie geht 3 bis 4 Stunden vor der Sonne auf. Am 23. Oktober wan­dert die Mondsichel dicht am Morgenstern vorüber. Von den übrigen Planeten wird Merkur erst gegen Ende des Monats am Osthimmel eine Stunde vor Sonnenaufgang sichtbar. Mars bewegt sich im Steinbock nahe dem ihm sehr ähnlichen Antares und ist abends tief am Südwesthimmel zu sehen, während Jupiter in der Abenddämmerung ver­schwindet. Saturn strahlt als hellster Stern des Südhimmel im Wassermann. Uranus kann mit einem Feldalas im Widder, Neptun im Löwen auf­gesucht roeroen. Die Phasen des Mondes fallen auf folgende Tage: erstes Viertel am 5., letztes Viertel am 19., Neumond am 27. Oktober.

Der abendliche Fixsternhimmel gleicht zu Beginn der Dunkelheit noch, völlig dem im September, da die Dämmerung immer früher einsetzt. Erst gegen 22 Uhr ist eine wesentliche Aenderung Gegenüber dem Sommerhimmel eingetreten. Die glanzvollen Wintersternbilder Zwillinge, Orion, Fuhrmann und Stier mit den Plejaden, auch Siebengestirn ober Henne mit Küchlein" genannt, nehmen den Ost- Himmel ein. Eine kleine Sternwolke der Plejaden zeigt bereits im Feldglas ein schönes und inter­essantes Bild. Um den hellsten Stern Alkyona grup­pieren sich noch etwa 7 bis 10 Helle Sterne, sämt­lich Lichtriesen im Vergleich zur Sonne, und außer­dem noch 30 bis 40 schwächere Sterne, die aber auch noch unsere Sonne an Größe und Leuchtkraft übertreffen. Aus photographischen Aufnahmen der Sterngruppe aber wissen wir, daß in den Plejaden über 200 Sonnen zu gemeinsamer Wanderung durch das Weltall vereinigt sind. Die jetzige Ent­

fernung des Sternhaufens beträgt etwa 500 Licht­jahre, und der ganze Schwarm erstreckt sich über einen Raum von 30 bis 40 Lichtjahren (etwa 350 Billionen Kilometer).

lieber den Plejaden bemerken wir das Sternbild Perseus mit dem veränderlichen Doppelstern Algol, der am 18. Oktober um 1 Uhr nachts und am 22. Oktober um 22 Uhr günstig zu beobachtende Lichtrninirna zeigen wird. Ein Vergleich Algols mit den benachbarten Sternen läßt die Lichtabschwächung deutlich erkennen. Sie wird durch den um den Hauptstern kreisenden Begleiter hervorgerufen, der ungefähr Zweidrittel der Algolscheibe abblendet.

An klaren Oktoberabenden erscheint die Milch­straße mit besonderer Deutlichkeit. Sie zieht von Den Zwillingen im Nordosten durch die Sternbilder Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Cepheus zum Schwan, wo sie sich in aroei Arme teilt, von denen der westliche nahe der blauweiß strahlenden Weaa der hellere ist. Im östlichen Arm der Milchstraße leuchtet am Südwesthimmel Atair, der Hauptstern im Adler. Nahe dem Zenit bemerken wir die Stern­reihe der Andromeda mit dem berühmten Andro­medanebel, einem aus Milliarden Sonnen aus- gebauten fernen Milchstraßensystem, anschließend das Pegasussternbild, das aus einem Quadrat, dem sogenannten Großen Tisch, und einem Sechseck be­steht. Die horizontnahen Gegenden des Südhimmels nehmen die Bilder Steinbock, Wassermann, Süd­licher Fisch und Walfisch ein. Fomalhaut im Süd­lichen Fisch ist der südlichste, in Deutschland sichtbare Fixstern erster Größe. Er bleibt immer nur wenige Stunden über dem Horizont. Am Westhimmel strebt Arkturus im Bootes dem Horizont zu. Auch der Große Bär steht tief unter dem Polarstern und erscheint in dieser Stellung besonders groß, während der Kleine Bär am Polarstern hängt. Zwischen diesen beiden Bildern verfolgen wir die gewundene Sternreihe des Drachen, dessen durch ein Stern­viereck bezeichneter Kops sich gegen den Herkules wendet.

Iagdgau Oberhessen.

Kreis Gießen.

pflichlschau.

Am Sonntag, 5. Januar 1936, findet in Gießen ein Kreisjägerappell statt, mit dem die Pflichtschau der Jahres strecke 1935 verbunden sein wird. Dazu ordne ich an: Auszu­stellen sind sämtliche im Jahre 1935 in dem Jagd­kreis Gießen erbeuteten Geweihe und Gehörne so­wie Keilerwaffen. Geweihe und Gehörne müssen aufgesetzt oder mit einer festen Aufhängevorrichtung verbunden sein. Jedes Stück muß folgende Angaben an sich tragen: Jagdbezirk, Tag des Erlegens, Ge­wicht, Nr. der Abschußliste. Ferner muß mindestens ein Unterkieferast fest mit ihm verbunden fein. Die Ablieferung der Stücke hat zusammen mit einer Abschrift Der Abschußliste, soweit sich diese auf männliches Wild bezieht, in der Zeit vom 1. bis 10. Dezember an den Hegeringleiter desjenigen Hege­rings zu erfolgen, in dem der Jagdbezirk liegt (nicht des Wohnortes). Die Hegeringleiter haben an Hand der Abschußlisten zu prüfen, ob alle Stücke ab­geliefert sind und ob sie den obigen Bedingungen entsprechen. Meldung hierüber und Ablieferung Der Gesamtstrecke des Hegeringes an mich hat in der Zeit vom 15. bis 20. Dezember zu erfolgen. Rück­lieferung der Stücke an die Aussteller erfolgt am 5. Januar.

Vorkommnisse in anderen Jagdkreisen veranlassen mich zu folgender Warnung: Es ist keine Unehre, sich bei der Durchführung des Wahlabschusses geirrt zu haben. Es ist eines deutschen Jägers aber un- würdig, Irrtümer durch Fälschungen (andere Kiefer u. ä.) verdecken zu wollen. Wer sich eines derartigen Betruges schuldig macht, kann der Deutschen Jager­schaft nicht mehr angehören.

Iagdausübung.

Die Ausübung der Hasenjagd gab seither in ver- schiedenen Revieren zu starken Beanstandungen An­laß. Ich gebe daher folgende Richtlinien: Der Ab- schuß von Hasen auf dem Anstand hat möglichst zu

unterbleiben. Wird er an der Waldgrenze des Nach- barrevieres ausgeübt, betrachte ich ihn als unweid- männisch und schreite gegen den betreffenden Jäger ein. In allen Revieren mit nennenswerten Hasen- strecken ist die Suchjagd möglichst einzuschränken, weil bei ihr zu viel angebleite Hasen verloren gehen. Der Hauptabschuß hat auf der Treibjagd zu er­folgen. Revierteile, in denen die Suchjagd ausgeübt wird, sind von der Treibjagd auszuschließen. Das in verschiedenen Revieren seither beliebte Verfahren, tage- und wochenlang zu suchen und dann noch eine ober gar zwei Treibjagden abzuhalten, ist durchaus zu verwerfen, und wird, wenn es in Zu­kunft wieder angewendet wird, Folgerungen aus § 37 ADO. Abs. 7 nach sich ziehen.

Ich erinnere Daran, daß ich bei dem letzten Jäger­appell die Erwartung ausgesprochen habe, daß der Kreisjägermeister und der zuständige Hegeringleiter zu allen Treibjagden eingeladen werden. Ich muß Wert darauf legen, daß mir und meinen Hegeringleitern so die Möglichkeit gegeben wird, uns ein persön- lichesUrteil über jedes Revier, seinen Wildstand und die Art der Jagdausübung zu bilden. Wir werden versuchen, an möglichst vielen Jagden teilzunehmen.

Mlbfütterung.

Wildfütterung in Notzeiten ist gesetzlich verankerte Pflicht. Es ist zu spät, erst die Vorbereitungen für Fütterung zu treffen, wenn die Not schon da ist. Ein Mindestmaß von Fütterungsanlagen, vor allem auch für Hühner und Fasanen, muß in jedem Revier vor­handen sein. Unkosten erwachsen dadurch fast nicht. Die Art Der Vorbereitungen ist ein Prüfstein für Das weiDmännische EmpfinDen Des Revierinhabers. Ich werde Durch Stichproben feststellen lassen, was in den Revieren veranlaßt worden ist.

Jagdaufseher.

Das Reichsjagdgesetz hat die Stellung Der JagD- aufseher so grundlegend geändert, Daß eine Nach­prüfung der seither als Jagdaufseher tätigen Per-

fönen stattfinden muß. Diese ist auch deswegen notwendig, weil ein Jagdaufieher neben der An- erkennung Durch Das Kreisamt auch noch der Zu- ftimmung des Kreisjägermeisters zu feiner Tätia- feit bedarf. Ich fordere daher sämtliche im Kreise Jagdausübungsberechtigten auf, mir bis spätestens 20. Oktober schriftlich zu melden: Name, Beruf, Wohnort und Wohnung, Geburtstag ihrer Jagd- aufseher, ferner Dabei anzugeben, in welchem Jagd­bezirk der Betreffende Jagdschutzberechtiyter sein soll und ob er im Besitze eines Jagdscheines und eines Jaaderlaubnis scheines ist. Jagdauf­seher, die mir nicht gemeldet sind, werden ab 1. November von mir als nicht mehr bestätigt betrachtet und scheiden aus dem Jagdschutz aus. In der Meldung ist ferner anzugeben, wann und durch wen der Jagdaufseher auf den Jagdschutz verpflich­tet worden ist. Nach Eingang der Meldung werden die Jagdausübungsberechtigten unmittelbare Nach­

richt von mir erhalten. Die von dem Kretsamt mit meiner Zustimmung verpflichteten Jagdaufieher unterstehen in Zukunft meiner Dienstaufsicht und werden im Laufe der nächsten Wochen durch mich in ihre Befugnisse eingeführt werden. Sollten Jagd­aufseher meines Kreises die Berufsjägerprüfung abgelegt haben, so bitte ich Dies bei Meldung an­zugeben.

Plakettenschießen.

Denjenigen Mitgliedern der Deutschen Jäger­schaft, die am Plakettenschießen nicht teilgenommen haben, wird letztmals Gelegenheit geboten, dies nachzuholen. Das Schießen findet Samstag, 19. Oktober, von 13 bis 17 Uhr, auf den Schiehständen des Schützenvereins Gießen (Schützen­haus) statt. Ich mache darauf aufmerksam, daß das Plakettenschießen zu den Pflichtschießen ge­hört. Pistolen- und Schrotpatronen sind auf Den Ständen zu haben.

Nicolaus, Kreisjägermeister.

Oberheffen.

Vergebliche Suche nach einem aus­gebrochenen Sträfling.

w Schotten, 3. Okt. Vor einigen Wochen ist aus dem Zuchthaus Rockenberg bei Butz­bach ein Sträfling namens Lippert (schwe­rer Einbrecher) ausgebrochen, der hier in Der UmgegenD von Burkhards-Bilstein in Sträflings­kleidern verschiedentlich gesichtet wurde. Gestern unternahm die Polizei in Verbindung mit dem Arbeitsdienst, der SA. und SS. eine Streife, die jedoch leider ergebnislos verlief. Bei der nun einfetzenden ungünstigen Witterung wird Der Verbrecher nicht lange mehr hier im Gebirge fein Unwesen treiben.

Landkreis Gießen

4- Wieseck, 3. Okt. Aus betriebswirtschaftlichen OrünDen ist es bei Den Drei hiesigen Zigarren- fabriken üblich, zur Zeit Der Kartoffel­ernte einige Tage Kartoffelferien zu machen. WährenD zwei Betriebe bereits in Der vorigen Woche zwei Taae schlossen, hatte Die Rinnsche Fabrik ihrer Gefolgschaft Die Vorwoche freigegeben. VerwanDte unD befreunbete Familien haben sich in gegenseitiger Hilfe zu gemeinsamer Arbeit zusammengetan, so Daß Das Ausmachen schnell Donftatten geht. Oft wirD Das Heimfahren mit größeren HanDwagen vorgenommen. Die Kar­toffelernte fällt trotz Der trockenen Sommerwitterung aut aus. Das ist mit Darauf zurückzuführen, daß fast alljährlich neues Saatgut verwendet wird. Neben der bekannten Industrie werden noch die krebsfesten Sorten Ackersegen und Ovalgelbe angebaut. Mehr als in früheren Jahren wurde heuer Winter- r ü b f e n gesät, der dank der feuchten Witterung gut aufgelaufen ist und einen guten Stand zeigt. Stoppelklee und -erbsen sind üppig ge­wachsen, so daß an Grünfutter kein Man- g e l herrscht. Die Dickwurz haben sich noch gut entwickelt und versprechen einen Ertrag wie in den besten Jahren. Vermehrt ist in diesem Jahre auch Wintergerste angebaut worden. Diese und auch der R o a g e n sind gut aufgegangen und stehen schon reihig.

* R ö D g e n, 4. Okt. Der Rangieraufseher Heinrich Lippert von hier, der im Bahnhof Gießen be­schäftigt ist, erlitt gestern bei seiner Arbeit einen Unfall. Der bedauernswerte Mann hat Brust- quetschungen erlitten und mußte in Die Chirurgische Klinik zu Gießen gebracht werben.

wg. Großen-Buseck, 3. Okt. Gestern vor­mittag würbe bei reger Beteiligung ber (Semeinbe- mitglieber bas hiesige Gemeinbegelänbe links bes Burkharbsfelder Weges, in ber Maulborn unb in Der Unterstruth auf mehrere Jahre verpachtet. Die einzelnen Stucke waren burschnittlich 1000 unD 2500 Quadratmeter groß. Für je 1000 Quadratmeter wurden etwa 15 bis 18 Mark geboten. Die 2500 Qua­dratmeter großen Stücke, Die in Der Qualität sehr unterschieblich waren, rourDen mit 15 bis 40 Mark bezahlt. Sehr Geringwertiges GelänDe erbrachte nur 1 bis 5 Mark. Am Nachmittag rourDen auch Die GrunDstücke am Galgenberg unD Hessin, Die Der Ge­meinde durch die Feldbereinigung zugeteilt wurden und im Laufe der nächsten Jahre aufgeforstet werden sollen, verpachtet. Hier wurden durchschnittlich für je 1000 Quadratmeter 1 bis 2 Mark erzielt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung verab­schiedete Bürgermeister R e b h o l z Die seitherigen GemeinDeratsmitglieDer. In seiner An­sprache erinnerte er an alle Arbeit, Die im Laufe Des Jahres in uneigennütziger Weise zum Wohle Der ge­samten Einwohnerschaft geleistet wurDe. Es hanDelte sich Dabei um Straßenbau, UmroanDhmg von Oeb- lanb in lanbwirtschastlich nutzbare Flächen, Kanalisa- tions- unb Wasserleitungsarbeiten, um bie Anlage eines Eisplatzes unb um bie Schmuckanlage auf bem Anger. Mancher Volksgenosse konnte baburch in seinem Beruf einen Teil feiner an bie Gemeinbe zu zahlenben Gelber aboerbienen. Trotz biefer vielen Maßnahmen ber Arbeitsbeschaffung, bie von ber Ge- meinbe bestritten würben, gelang es noch, Gemeinbe- schulben abzutragen. Der Gemeinberat könne sich, betonte Bürgermeister Rebholz weiter, mit gutem Gewissen allen benen zur Seite stellen, bie bas ge­steckte Ziel bes Führers erkannten unb am Aufbau­werk mitarbeiteten. Mit einem Dankeswort an bie fcheibenben Gemeinberatsmitglieber unb mit einem Gebenken an ben Führer Abolf Hitler schloß ber Bürgermeister bie Versammlung.

> Lollar, 3. Okt. Am Sonntag unternahm bie hiesige NS. -Frauenschaft einen Ausflug nach Dem Gleiberg. Mit bem Zuge gings zunächst nach bem Bahnhof Krofborf, von wo man sich zu Fuß nach ber Burg begab. Unter fröhlichen Liedern und anregendem Geplauder verbrachte man einige Stunden bei einer guten Tasse Kaffee, bis ber Zug die Frauen wieder heimwärts führte. Der Turnverein Lollar entfaltet in letzter Zeit eine rege Tätigkeit. Auf dem Schießstand am Placken veranstaltet der Verein Sonntags ein Kleinkaliber - Preisschießen. Um ben Gebauten ber Körpererziehung weiteren Kreisen unserer Bevölkerung näherzubringen, würbe in ber Germania" ein Gymnastikkursus eröffnet, ber von jebem Volksgenossen unentgeltlich besucht werben kann.

öp Lich, 3. Okt. Nach bem Tobe bes Stabt- rechners ßubroig Häuserim vorigen Jahre würbe Herr Volz beauftragt, bie Kassengeschäfte bis zur befinitioen Besetzung ber Stelle zu ertebigen. In ber jüngsten Stadtratssitzung würbe nun bem Post­schaffner Pg. Wilhelm Schäfer von hier burch bie Aufsichtsbehörbe nach Anhörung bes Stabtrats bie Stabtrechnerstelle kommissarisch über­tragen. Da ber neue Stabtrechner sein Dienstver­hältnis zur Reichspost erst lösen muß, können vor bem 1. November die Rechnergeschäfte von ihm nicht übernommen werden. Stabtrechner Schäfer

wurde in ßich geboren als Sohn bes fürstlichen Gartenaufsehers Schäfer unb ist jetzt 40 Jahre alt. Er besuchte bie hiesige Volksschule unb erlernte nach seiner ^Konfirmation im Fürstlichen Mauerngarten bie Gärtnerei, später war er als Gärtner in Frank­furt a. M. tätig. Er nahm am Weltkrieg teil, trat nach Kriegsenbe in den Dienst der Reichspost und war bisher auf dem hiesigen Postamt beschäftigt.

ch ß i ch , 3. Okt. Bei ber Versteigerung bes Obstes an ber Provinzialstraße nach ßangsborf würben recht hohe Preise erzielt. Es würben nur Aepfel versteigert. Für geringere Qualitäten wür­ben 8 bis 12 Mark je Zentner bezahlt. Bessere Sorten kamen auf 12 bis 16 Mark, in manchen Fällen noch barüber.

cxD Eberstabt, 3. Okt. Dieser Tage fanb hier an Der Provinzialstraße bie Obstversteige- rung statt. Die Preise lagen im Durchschnitt sehr hoch. Es kostete ber Zentner am Baum: geringe Sorten 6 bis 8 Mark: bessere, wie Golbparmäne, ßanbsberger« unb Hollanb-Renette 8 bis 12 Mark. Auch Birnen würben gut bezahlt.

Bellersheim, 4. Okt. Das 12jährige Töch­terchen ber Witwe Kopf von hier erlitt burch einen unglücklichen Sturz einen Bruch bes rechten Oberarmes. Das Kinb würbe zur Behandlung in bie Klinik nach Gießen gebracht.

kreis Friedberg.

ßPD. Friebberg, 3. Okt. In ber Gemarkung Melbach bemerkte ein junger Mann nachts auf bem Felde einen Kraftwagen unb mehrere Personen, bie sich auf bem Gemüfeacker zu schaffen machten. Er oerftänbiate sofort bie Polizei, ber es auch gelang, Die Felbbiebe zu stellen. Bei ber Durchsuchung bes Fahrzeuges würbe festgestellt, baß bie Langfinger, zwei Männer unb ein Frau aus Frankfurt a. M., schon mehrere Zent­ner Gemüsegeerntet" hatten. Sie würben Dem Amtsgericht FrieDberg zuaesührt. Wahrschein­lich ist auf Das Konto Dieses Kleeblattes eine ganze Reihe großer FelDDiebstähle, Die fid) in letzter Zeit in Der Wetterau ereigneten, zu buchen.

kreis Schotten.

< Schotten, 3. Okt. Bei Den in unserer ®e- genD abgehaltenen Ob st-Der st eigerungen machte sich Die Knappheit Des Obstes bemerkbar; es rourDen besonDers für Aepfel unb Zroetschen gute Preise geboten.

* Laubach, 2. Okt. In ber Sitzung ber Ge« metnberäte, bie im Rathaussaale ftattfanb, würbe bie Verpflichtung ber sechs neu- bestimmten Ratsherren vorgenommen. Nach einleitenben Begrüßungsworten burch Bürger­meister H ö g y wies er Darauf hin, Daß nach Den Bestimmungen Der ReichsgemeinDeorDnung bie Ge- melnberäte eigenverantwortliche Berater bes Ge- meinbeleiters feien, woburch ihr Aufgaben- und Pflichtenkreis im Gegensatz zur früheren Zeit be­deutend erhöht worden fei. Der GrundsatzGe­meinnutz geht vor Eigennutz" müsse an erster Stelle stehen. Ein weiteres Erfordernis für eine gedeih­liche Gemeindeverwaltung fei bie stete Einigkeit, bie als unbedingte Voraussetzung zwischen ben Rats- Herren unb bem Bürgermeister gegeben fein muß. Er forberte zum Schlüsse seiner Ausführungen jeberzeittges Eintreten für bas Wohl ber Stabt Lau- bach unb feiner Einwohner nach ben Grunbfätzen, wie sie unser Führer unb Dolkskanzler aufgestellt hat. Nach Leistung bes Treueibes wurden Den neuen Ratsherren Franz Gäbisch, Wilhelm Löwer, Willy M i cd e l, Karl Naumann, Heinrich Schmier und August V o n - E i f f Die AnstellungsurkunDen ausgehänDigt. Ein Sieg-Hell auf ben Führer beschloß bie Sitzung.

Kreis Alsfeld.

# Mücke, 2. Okt. Die durch bie Pflasterung ber Straße von hier nach Ruppertenrob bedingte Verkehrsumleitung über Groß-Eichen bzw. Wettfaassn Merlau hat bie Umleitungsstraßen stark in Mitleibenschaft gezogen, ba ber Unterbau, wie überhaupt bie Beschaffenheit ber Fahrbahn ben Anforderungen bes heutigen Verkehrs nicht ent­spricht. Da ber umgeleitete Verkehr sich hauptsächlich über Groß-EichenJlsborf abwickelte, würben bie Straßen zwangsläufig am meisten belastet unb ab­genutzt. Nunmehr finbet eine stellenweise lieber- holung ber Fahrbahn mittels Beschotterung und Einwalzung statt.

# Ober-Ohmen, 2. Okt. Jetzt würbe hier Das Obst an Der Ohm st raße öffentlich meistbie­tend gegen Barzahlung versteigert. Infolge stärkster Nachfrage lagen Die Preise ziemlich hoch, insbeson­dere waren bessere Sorten, wie Goldparmäne, be­sonders gefragt. Tafelobst stellte sich pro Korb (un­gefähr 40 Pfund) auf 4 bis 6 Mark. Weniger wert­volle Sorten bzw. Wirfichaftsäpfel lagen im Preise niedriger, der Korb war schon von 1,50 Mark an zu haben' Tafelbirnen zeigten ebenfalls gute Preise (pro Korb bis zu 4 Mark) geringere Sorten billiger. Bei der Versteigerung des Gemeinde­obstes bewegten sich Die Preise ungefähr auf Der gleichen Höhe, besonders gut behangene Bäume er­brachten auch demenfiprechende Preise von 40 bis über 60 Mark.

*l* Ruppertenrod, 2. Okt. Unsere Ge­meinde versteigerte jetzt ihr O b st. Bereits eine Woche vorher wurden Die Zwetschen verkauft. Ob­wohl man Dieses Jahr für Den Zentner beDeutenb höhere Preise als im vorigen Herbst bezahlte, rourDen Die Zroetschen erheblich billiger als voriges Jahr ver­steigert. Die Preise für Den Baurn lagen um Drei Mark. Ganz anDers war bie Preisgestaltung bei den Aepfeln. Man kann sagen, daß diese noch nie­mals so im Preise waren, rote in diesem Herbst. Durchschnittlich lagen bie Preise um brei Mark pro Korb voll. Der Behang ber Bäume war leiblich, für biefes Jahr vielleicht gut zu nennen. Ferner würbe bas Obst an den Provinzial-