Ausgabe 
4.10.1935
 
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Der Führer besucht die Schichauwerst

e und ter«

Abessinisches Trupvenlager bei Addis Abeba

Wie sieht es in der Wirtschafi aus?

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orderungen zustim-

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Oer deutsche Bauer beteiligt sich am 6. Oktober am Gmtedanktag auf dem Bückeberg bei Hameln.

Was dem einen feine Uhl, ist dem andern seine Nachtigall." Während die Effektenmärkte unter dem Druck der Kriegsgefahren stehen, haben diese den internationalen Warenmärkten eine Befestigung gebracht. Nicht nur die Metall- märkte, sondern auch die meisten anderen Roh­stoffmärkte zeigen plötzlich eine 'völlig veränderte Tendenz. Die internationalen Preise von Hans und Sisal haben bereits Steigerungen von 40 bis 50 v.H. erfahren. Weizen,Roggen und Roh- s e i d e sind um 10 v. H. teurer geworden, und auch die Baumwoll-, Tee-, Zucker-, Kakao- und andere Märkte zeigen wieder eine feste Haltung. Auf fast allen Gebieten des Nahrungsmittel- und Rohstoffhandels macht sich infolge der Kriegsvorbe­reitungen jetzt lebhafte Nachfrage geltend. Selbst die Kaffeeverbrennungen in Brasilien haben aufgehört, da die Kaffeepreise nicht mehr gefallen mb. Blei, Zink, Kupfer und Zinn werden lebhaft gehandelt, da plötzlich ein großes Em- deckungsbedürsnis vorhanden ist. Man verstärkt be­reits vielfach die Erzeugung, um dem erwarteten Mehrbedarf für Rüstungszwecke gewachsen zu sein. So hat der Z i n n p o o l eine Erhöhung der Pro- duktionsquoten angekündigt, und die amerikanischen Kupferbergwerke treffen Vorbereitungen für eine Steigerung ihrer Erzgewinnung.

Umfangreiche Vorsichts­maßnahmen in Aegypten.

London, 4. Oktober. (DNB. Funkspruch.) In Alexandrien wurde nach einem Reuterbericht beim Eintreffen der Nachricht von der Eröffnung der Feindseligkeiten in Abessinien am Donnerstag­nachmittag die Polizei alarmiert und an den wichtigsten Plätzen der Stadt zusammengezogen. Die Stelle, wo das Kabel der Eastern Telegraph Company die Meeresküste erreicht, wird von einer besonderen Wache geschützt. Den italienischen Mit­gliedern der Polizei sind ihre Revolver, die vor einigen Wochen zum Reinigen abgegeben werden mußten, nicht zurückerstattet worden

Schritt für Schritt, das mit der mildesten Form wirtschaftlichen Boykotts beginne und nur allmählich gesteigert werden würde, bestehen zwei ernste Bedenken: 1. würde dadurch die Ab« schlachtung von Taufenden von Abesfiniern nicht verhindert werden und 2. bestehe die Gefahr, daß zaudernde Völkerbundsmitglieder nach Annahme einer vielleicht unwirksamen Aktion geneigt fein könnten, zu erklären, sie hätten das ihrige getan. Der Völkerbund werde die Unterstützung der Eng­länder nur solange haben, wie er tatsächlich in jedem Falle arbeitet, wo eine Einwirkung auf den An­greifer möglich fei. Wenn Frankreich nicht wünsche, daß die öffentliche Meinung Englands sich in Der- zweiflung vom Völkerbund wegwende, und sich von jeder innerhalb des Rahmens der Völkerbunds- fatzung eingegangenen Verpflichtung zurückziehe, dann müsse die französische Regierung erkennen, daß es jetzt keine Möglichkeit für einen Aufschub gäbe, sondern daß s o f o r t"i g e Maß­nahmen getroffen werden müßten, um dem Kriege ein Ende zu machen, den Mussolini begon­nen habe. , , . <vx.e

Daily Mail", die bekanntlich zu den Dolker- bundsgegnern gehört, drückt die Ueberzeugung aus, daß die britische Regierung sich auf keine Abenteuer einlassen werde, und setzt die Hoffnung darauf, daß der Völkerbund infolge man­gelnder Einstimmigkeit nur w i r t s ch a f tliche Sühnemaßnahmen allermildester Art zur An­wendung bringen werde.

eine helle Freude, diese Lehrlinge, 14iähnge Jun« gen, eifrig bemüht zu sehen, jeder an seinem Wert­platz, das Beste dem Führer zu zeigen.

Der Führer lud dann die Lehrlinge em, aus den Werkhof zu kommen, wo er vor deri in­zwischen durch Sirenensignale versammelten Beleg­schaften der Schichauwerke Herz n i g e Worte sprach. Chöre der Arbeiter um« rahmten diese kurze Feierstunde. Da wurde das LiedHeilig Vaterland" zum Symbol des Bekennt­nisses, das diese Arbeiter ablegten, und zum Schwur

gingen aus diese beiden Ziele gerichteten Maß­nahmen auf sich nehmen. Somit werde sich in dieser Schicksalswoche der Völkerbundsrat einer schweren Prüfung und einer deutlichen Pflicht g e g e-n ü b e r befinden. Der italienische Diktator führe sein Land einem Risiko entgegen. Im besten Falle müsse er italienisches Leben und Gut für einen zweifelhaften Gewinn verschwenden, im schlimmsten Fall dürste er alles aufs Spiel setzen, was er seit Beginn seiner Herrschaft als Gewinn gebucht habe.

Daily Telegraph" erklärt, Gens stehe vor ernsten Entscheidungen. Die britische Politik sei, wie die ganze Welt wisse, entschieden für die An­wendung kollektiver Sühnemaßnah- m e n gegen den erklärten Angreifer. Angesichts der Steuerungen der Liberalen und der Arbeitervertre­ter werde die Regierung in der Lage fein, in Genf sogar noch eine noch festere Sprache zu führen, da sie, abgesehen von einigen Gegnern des Völker­bundes und extremen Pazifisten, so gut wie das ganze Land vertrete. Der liberaleNews Chronicle" erklärt: Italiens gestriges Vorgehen sei eine so flagrante Angriffshandlung wie sie sich jemals in der Geschichte ereignet habe. Der Bruch des Artikels 12 sei offenbart, und die Anwendung von Sühnemaßnahmen gemäß Artikel 16 folge auto­matisch. Niemand wünsche eine unnötige Ausdeh­nung des Kriegsschauplatzes, aber wenn die Dölker- bundssatzung sich bewähren soll, müßten Sühnemaß­nahmen wirksam fein. Gegen ein Vorgehen

Der britische Oberkommissar Sir Miles Lamp­son traf Donnerstag im Flugzeug aus Kairo in Alexandrien ein und hatte eine Unterredung mit Stabsoffizieren der britischen Land- und See- ftreitfräfte. Zur gleichen Zeit hatte der ebenfalls aus Kairo kommende Generalinspektor der ägyp­tischen Armee Sir Charlton Spinks Pascha un­weit Alexandriens eine Zusammenkunft mit hohen Beamten der ägyptischen Armee. Nach einem Reu­terbericht sind jetzt die ägyptischen Nationa­listen der Ward-Partei von ganzem Herzen für Unterstützung Englands. Die arabischen Leitungen sprechen von einem bevorstehenden e na- lisch-ägyptischen M i l itärbÜndnI S. Die Verstärkung der britischen Streitkräfte m Aegypten schreitet unvermindert fort. In Matruch sind we l- tere britische Truppen -mg-tross-n. Flak- geschähe wurden eingebaut. Im Endbahnhof der von Alexandrien nach Westen führenden 200 Kilo­meter langen Wüstenbahn häuft sich das Kriegs­mat e r i a l. Die ägyptifche ZeitungAhram be­richtet über den fortschreitenden Ausbau be­festigter Stellungen durch d,e Ita- jener an der libysch-ägyptischen Grenze gegen- über von Sollum, wo auch starke Truppenabtei­lungen und Panzerwagen zusamm-ngezogen sein sollen Alle auf Urlaub befindlichen höheren briti­schen Beamten der ägyptischen Regierung sind tele- graphisch zuruckberufen worden Die im Hafen von Alexandrien liegende. 45 Einheiten stark- bri- tiscke Flotte macht täglich Gefechts- Übungen auf hoher See. Am Mittwoch pasper- ten insgesamt 10 000 Mann Italiener den Suez­kanal.

Die unklare und gefahrvolle internationale Lage 1 hat an allen Weltbörsen Beunruhigung hervor- , gerufen, die sich fast überall in starken Kursruck- i gangen auswirkte. Am weitestgehenden waren die Einbrüche in das Kursgebäude natürlich m Ita­lien, obwohl hier durch Stützungsmaßnahmen nach den sehr scharfen Kursstürzen schließlich eine Erholung der Märkte hervorgerufen werden konnte. Bezeichnend ist aber, daß die italienische Staatsan­leihe trotz der Zinserhöhung den Tiefstand des Kur­ses nicht zu überwinden vermochte. Es konnte nicht ausbleiben, daß die Entmutigung, die die Tatsache der Grenzüberschreitung durch italienische Truppen in den internationalen Wirtschafts- und Fmanz- treifen hervorrief, auch die Lage der Wahrun­gen verschlimmerte. Das englische Pfund neigt zu Schwäche, und die Goldabflusse in den Goldblockländern dauern an. Eine Ausnahme macht die Schweiz, deren Währung bemerkenswerte Festigkeit zeigt. Auch der hvlländische Gul- d e n ist ein wenig aus der Gefahrenzone heraus­gelangt. Dagegen nahm in Litauen infolge der politischen Mißwirtschaft und der Verschlechterung der Wirtschaftslage die Abnahme des Gold- und Devifenbestandes ein fo heftiges Tempo an, daß die Regierung eine sehr einschneidende Devisen­zwangswirtschaft einführen mußte. Ob diese freilich in einem Lande wie Litauen genügen wird, um die drohende Katastrophe aufzuhalten, wird sich erst zeigen müssen. Wie groß die G 0 l d a b f I u fJ e von Europa nach Amerika zur Zeit wieder sind wird durch eine Neuyorker Meldung illustriert, nach der im Monat September für 210 Millionen Dollar Gold nach den Vereinigten Staaten Der- schifft worden ist, und zwar größtenteils aus Eu­ropa. Selbst amerikanischen Finanzkrelsen erscheint die Stärke dieses Goldzustroms in wachsendem Maße bedenklich, denn man wird sich mehr und mehr der Tatsache bewußt, daß diese Goldansamm­lung an einer Stelle zuschwerenStörungen des Welthandels und damit auch des ameri­kanischen Wirtschaftslebens führen muß. Doch hat der englische Schatzkanzler Neville Chamber­lain soeben wieder im Oberhause mit scharfer Be­tonung bargelegt, daß angesichts der gegenwärtigen gespannten Lage in Europa auch der kleinste axy , satz zu einer Stabilisierung der Währungen völlig . unmöglich sei.

London, 4. Oft. (DNB.-Funkspruch.)Daily Telegraph" meldet aus Paris: Alle Nachrichten haben darauf hingedeutet, daß das französische Ka­binett in feiner Freitag-Sitzung den von der briti­schen Regierung geäußerten Forderungen zustlm-

fOnSeut)re" meint, daß Laval die Beistandspflicht nach Absatz 3 des Artikels 16 der Volkerbundssatzun- aen im Falle eines nicht herausgeforderten ^ohem fd)en Angriffes gegen die englische Flotte b e iah e n würde, unter zwei Bedingungen: 1. daß England sich verpflichte, niemals es als eme französische Her ausforderung anzusehen, wenn Frankreich g ss Verteidigungsvorkehrungen z u gu «1*e n °1 e, ,c ® oder jenes durch die Folge der itallenlsch-abess Nischen Ereignisse bedrohten Staates ergreife un^ 2. daß England Frankreich gegenüber die gleiche Beistandsverpflichtung be­jahe, wie England sie in diesem Falle von Frank- reich wünsche. Da Frankreich in Europa mehr 23er- pflichtungen habe als England, wurde es im Be- ^arfsfalle zweierlei benötigen: Eine Flotte Sur Be­förderung seiner Kolonialtruppen und zur Siche­rung der Verbindung mit den Kolonien und emfe?tes fi­nanzielles Gerüst; beides konnte England Frankreich zur Verfügung stellen.Ordre" hebt hervor, daß Frank­reich e i n e englische Gegen Versicherung benötige, weil fein Mobilmachungsplan und feine östliche Verbindungslinie unter Zugrunde- tegung der italienischen Neutralität, wenn nuht sogar der Unterstützung der italienischen Streitkräfte aufgebaut sei.

3aean Mont feine Neutralität

berger Ostmesse hat den Abschluß von Korn« pensationsgeschäften mit Polen und Lettland offensichtlich sehr gefördert. Ein neues Abkommen mit Polen sieht eine zusätzliche Ausfuhr deutscher Chemikalien, Leder- und Metallwaren, Maschinen und Apparate im Austausch gegen polnische Liefe­rungen von Wicken, Federn, Oelsaaten, Borsten usw vor. Eine besondere Betrachtung verdient der Handelsverkehr mit Sowjetrußland. Die Russe« haben kürzlich die letzte Rate des ihnen im Jahre 1933 eingeräumten deutschen Überbrückungs­kredits von 140 Millionen Mark zurückgezahtt. Wie es scheint, wird nun das im April dieses Jahres geschlossene deutsch-russische Wirtschaftsabkommen praktisch wirksam werden und zu einer Wieder« holung der Bestelltätigkeit der Sowjetunion m Deutschland führen. Bisher sind, wie kürzlich fest« gestellt worden ist, erst für 36 Millionen Mark russische Aufträge eingegangen. Man rechnet aber damit, daß sich der Auftragseingang im Oktober verdoppelt, und daß Sowjetrußland den ihm ge­währten neuen Warenkredit von 200 Millionen Mark durch Erteilung entsprechender Aufträge an die deutsche Industrie in den festgesetzten Fristen voll ausschöpfen wird.

Aus dem Bericht der Forschungsstelle für den Handel ergibt sich, daß die Umsätze des Ein« z e l h a n d e l s im Monat August noch u m 2 v. H. hoher als in dem entsprechenden Monat des Vor­jahres waren. Was das bedeuten will, wird Der« stündlich, wenn man in Betracht zieht, daß im August 1934 jene Hamsterkäufe einsetzten, die zwar zu einer Dorübergehenden starken Ankurbelung des Geschäfts in den Einzelhandelsläden des Textil- und Bekleidungsgewerbes führten, aber notwendiger­weise nachher einen um so größeren Rückschlag des Geschäftsgangs heroorrufen mußten. Der Rückschlag ist nicht ausgeblieben, und er ist auch heute noch deutlich zu spüren. In den Textilfachgeschäf- t e n lagen die Umsätze im August 1935 noch immer um 1 d. H. unter den künstlich angeschwollenen des August 1934. Ja, wenn man berücksichtigt, daß sich die Indexziffer der Bekleidungspreise seitdem um 6,6 d. H. erhöht hat, erscheint der Rückgang der mengenmäßigen Umsätze des Textilwarenhandels sogar noch erheblich großer. Wenn trotzdem die Gesamtumsätze des Einzelhandels um 2 p. H. ge­stiegen sind, so beweist das, daß die Rückschläge, die der Textilwarenhandel durch die Auswirkungen der vorjährigen Voreindeckungs- und Hamsterkäufe erlitten hat, durch eine Geschäftsbetebuna in an­deren Zweigen des Einzelhandels ausreichend ausgeglichen worden ist.

Diese Belebung ist oor allem im Lebensmittel­handel festzustellen. Die Umsätze der Leben s mittelfachge sch äste waren im Monat August um 10,3 v. H. großer als im entsprechenden Dor- jahresmonat. Selbst wenn man einen Teil dieser Umsatzsteigerung auf Preiserhöhungen zurückführt, bleibt immer noch eine beträchtliche Zunahme der mengenmäßigen Umsätze übrig. Das geht auch dar­aus heroor, daß nach den Ermittlungen der For- schungsstelle die Zahl der Käufer in den Lebensmittelgeschäften im August d.I. um 4,6 d H. großer war als im entsprechenden Dor- jahresmonat. Auch in anderen Zweigen des Einzel- Handels ist eine unzweideutige Belebung des Ge­schäfts eingetreten, so z. B. in den Drogerien, wo der Verkauf von Photo-Artikeln besonders leb- haft war, und in geringerem Ausmaße auch in den Eifenwaren-Geschäften. Aber auch aus einige Zweige des Textilwarenhandels erstreckte sich die Steigerung der Umsätze. Diese haben sich z. B. in den Heeresausstattungsgeschäften um 5 0. H. er­höht. Dafür weisen freilich die Umsätze in Kleider« stoffen, Herren- und Damenkleidung usw. in Rück­wirkung der oorjährigen Hamsterkäufe einen Ruck« qang auf. Die Umsätze der Schuhwarenfach­geschäfte und der Möbelgeschäfte bleiben ebenfalls noch um 1 bzw. 4,1 d. H. unter den Dor« jahresumsätzen zurück. Im großen und ganzen aber hat sich die Umsatztätigkeit des Einzelhandels gün­stiger entwickelt, als man erwarten konnte.

wurden die letzten Zeilen:

Du sollst bleiben, Land, Wir vergehen!"

Am frühen Nachmittag ging die Fahrt weiter nach Marienburg. Die Bauern und Arbeiter an der Straße schenkten aus der oerschwenderischen Pracht ihrer Gärten das Beste, um es dem Führer zu bringen. Bald waren unsere Wagen ooll oon blumiger Herbstpracht. In Marienburg waren Blumen auf alle Straßen gestreut, Hoch oben Dom gotischen Tiarientor grüßten Fanfarenbläser des Jungvolks den Führer, wie einst Fanfarenbläser die heimkehrenden Ordensritter begrüßt hatten. Dann stand oor uns, ragend und wuchtig, Ostdeutsch­lands herrlichstes und edelstes Bauwerk die Marienburg. Nach einem kurzen Imbiß besich­tigte der Führer unter Führung des Oberbaurats Schmidt und des Gauleiters Koch sämtliche Räume der Marienburg. Er lieh sich zahlreiche alte Kämpfer oorstellen. Erst in späterer Nachmtttaas« stunde ging die Fahrt weiter. Nack) der Abfahrt gab es in einem kleinen Ort einen n den Zwischen- fall, der immerhin nicht alltäglich ist. D re t Schwestern und ein Bruder feierten hier in einem kleinen Lokal gemeinsame Hoch­zeit. Als die Wagenkolonne des Führers heran­nahte traten die oier Brautpaare und die Gaste auf die Straße. So hatten oier junge Paare die große Freude, an ihrem Hochzeitstage die Person- lichen Glückwünsche des Führers entgegennehmen zu können.

Elbing, 3. Oft. (DNB.) Nachdem die erste» beiden Tage des Führerbesuches in Ostpreußen der . Wehrmacht gegolten hatten, sind der Donnerstag und der Freitag der Partei und ihren Organisa­tionen in Ostpreußen gewidmet. Kurz nach 10 Uhr näherte sich die Wagenkolonne des Führers El­bing Am Stadteingang Fanfarengeschmetter! Zwei Jungen des Jungvolkes grüßen den Führer. Anschließend steht in dichter Kolonne das Jungvolk, prachtvoll ausgerichtet und diszipliniert, mit seinen großen Trommeln. Von den Türmen lauten die Moden, von den Fabriken heulen die Sirenen. Ganz Elbing ist auf den Beinen. Beim weiblichen Arbeitsdienst läßt der Führer noch einige Augen­blicke halten. Im Nu ist er von den Madeln um­ringt. An Elbings Straßen stehen jene schwarz- weißen Fachwerksspeicher, die so typisch preußisch eine Zeit dokumentieren, in der der Alte Fritz hier Aufbauarbeit leistete, lieber die Nogat-Brucke geht es dann. Man sieht den Hafen mit den chmalen hohen Giebelhäusern und Portalen die charakteristisch für jede niederdeutsche Hafenstadt sind. In den Straßen drängen sich die Menschen. Aus reichlicher Ferne sind sie in Elbing zusammen­geströmt als sie horten, der heutige Besuch des Füh­rers gelte dem Ordenslande.

Gegen Mittag trifft der Führer in der Schi- ch a u - W e r f t ein, um diesem größten Jndustne- werk Ostpreußens und seinen Arbeitern einen Be­such abzustatten. Am Werktor bilden die Werk- charen, die schon in Nürnberg vom Führer be- grüßt wurden, Spalier, Lehrlinge und junge Ge­eiten. Der Führer ging durch die einzelnen Be­triebe, sprach hier und da mit den Arbeitern und ließ sich mit größtem Interesse die einzelnen Ar- beitsoorgänge vorführen. Einen ganz ausgezeichneten Eindruck machten die L e h r l i n g s w e r k st a t - ten der Schichauwerke, die wirklich mustergültig ind. Hier wird der Lehrling wieder im alten Hand­werksfinne erzogen und zu einem tüchtigen Fach­arbeiter herangebildet. Er wird nicht mehr als Handlanger in Riefenwerkstätten benutzt. Es war

Japan abwarten, welche Entscheidung der Völker­bund treffen werde. Die japanische Haltung bleibe unverändert als ungebundener Staat auf die a b - solute Neutralität gerichtet. Es sei allein Angelegenheit der Völkerbundsstaaten, den Völker­bund gegen Vertragsverletzungen zu verteidigen. Da Japan nicht Mitglied des Völkerbundes fei,Jet es auch nicht an die Befchlüffe des Völ­kerbundes gebunden.

Der Reichsbankausweis vom 30. Sep­tember stand zwar unter dem Einfluß des Dier- teljahrestermins: aber er spiegelt auch die wirt­schaftliche Belebung wieder, die sich nicht nur im deutschen Jnlandsgeschäst, sondern auch im Export erfolgreich durchaesetzt hab Di- deutsche Büro, mafchin-ninduftrie konnte beifmelsmetfe über eine erfreulich starke Zunahme der Ausfuhr von Schreib- und Rechenmaschinen berichten. Die deutsche Kleinschreibmaschine erobert infolge ihrer technischen Vervollkommnung und ihrer niedrigen Preise immer neue Auslandsmärkte. Die sächsische Maschinenfabrik von Richard Hartmann konnte ihren Absatz derart erhöhen, daß die Gefolgschaft von rund 1600 Köpfen noch für sieben Monate voll beschäftigt sein wird. Etwa die Hälfte de? Absatzes entfallt auf das Auslandsgeschäft. Die K 0 n r g s«j

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men wird. Die Minister werden wahrscheinlich eine Zusicherung geben, daß d i e f r a n z 0 s i f ch e Kriegsflotte bereit fein wurde, der briti­schen Flotte zu helfen, wenn sie v 0 n ita­lienischen Schissen angegriffen werden würde. Es wird erwartet, daß das britische Ka­binett bereit sein werde zu dem Versprechen, die Völkerbundssatzung in gleicher Weise auf das europäische Festland anzuwenden. Em fol- rhes Versprechen würde u. a. eine Abänderung des Locarno-Paktes oder eine neue Auslegung ferner wichtigsten Bestimmungen mit sich bringen. Das französische Kabinett sei einigermaßen uneinig. Die Mehrheit der Minister unter Führung von Herrwt, Flandin, Mandel und Pietri ist entschieden der Meinung daß Frankreich in dieser kritischen Zett mit Sr ganjen Macht fest zu England halfen müsse. Es ist aber kaum zweifelhaft, daß die Haltung der Minister Laval, Peganon, Fabry chro an f e nb ist. Generalstab und Admiralität ind der Meinung, daß ein moralischer Bruch mit jem britischen Reich nicht ins Auge gefaßt werden

Nach der Bombardierung von Adua und Adrigat hat der Negus von Abessinien die Gesamtmobil- machuna befohlen. Auf unserem Bilde sieht man abessinische Truppen vor ihren Zeltlagern m der Nähe von Addis Abeba. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die briiisch-sranzösische Veistandversichenuig.

Wie wird sich das Kabinett Laval entscheiden?