Ausgabe 
4.10.1935
 
Einzelbild herunterladen

ltr.252 Gtftes Blati .65. jatirgaiis mittag, 4-Giwoer,155

Sonntags und Feiertags W j^T A A. 1 ÄA Us8-/^d-sD°rmitt°gs

Gietz?ner' Famittenblätter W Grundpreise mm hohe

ää UlIViwlltl ZI11'iIlIIIII 1

SLAL"' :S HL/ IVIIVIIVw W11IV |H|V> MWWS

Auch bei Nichterscheinen 1 » Ermätzigte Srundpreife:

-an emzelnen Nummern IVF Steilen- Vereins-, gemein-

MW General-Anzeiger für Oberhessen ZWM

richten: Anzeiger Stehen v W I w behördliche Anzeigen 6Rpf.

8ran&rtfÄnll686 Druck und Verlag: vrühl'iche Uuioerfitst-.vtich- und Steindruckerei R. Lange In Sietz-U. Schriftleitung und Ge,ch°ft5ftell°- Schulftrahe 7 MengenabschWe Staffel«

Adua gab es während

lichen Angaben 1700.

London,

escha sirw gleichfalls zur Unter- Kronprinzen aufgeboten worden. Der

* - - - > * fl am ta aUam Xaw ST) a -

wehrgeschütze aufgestellt worden. Vier weitere Flugabwehrgeschütze wurden an der Bahn­station und auf anderen Plätzen postiert. Das Betreten der Bahnstation ist zur Zeit verboten, da das Eintreffen von Gebirgsartillerie erwartet wird. Aus Amerika sollen in kürzester Zeit 80 Maschinen­gewehre in Berbern eintreffen.

Der abessinische Kriegs schätz, der nach den Gesetzen erst bei Kriegsausbruch angegriffen werden darf, wurde freigegeben. Den Grund­stock dieses Schatzes bildete die italienische Kriegs­entschädigung nach der Schlacht von Adua in Höhe von 11 Millionen Lire. Hierzu kamen das von Kaiser Menelik hinterlassene Vermögen sowie Teile des Vermögens der Kaiserin Saiditu und des jetzi­gen Kaisers, so daß die Gesamtsumme des Kriegs­schatzes auf 20 bis 25 Millionen Maria- therefientaler (etwa 40 bis 50 Millionen Mark) geschätzt wird.

General d e B o n o, der Oberbefehlshaber der Halte- Nischen Expeditionsarmee gegen Abessinien und zu­gleich Gouverneur von Eritrea. Unter seinem Kom­mando werden die ersten Kämpfe durchgeführt.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

rung in Addis Abeba und die Grenzverletzungen und Plünderungen erklärte, die italienischen Solda­ten und die Schwarzhemden seien gekommen und andere würden noch kommen, um die Bevölke­rung gegen die Provokateure zu ver­teidigen. Er habe den Truppen befohlen den Mares zu überschreiten, um die Ge­biete und Untertanen Italiens vor den Schäden des Krieges zu bewahren, und um der Bevölkerung von Tigre und anderer Gebiete, die das Eingreifen Italiens verlangt hätten, H i l f e zu bringen. 3n Erwartung schwerer Kamvse. Werden die Abessinier Adna verteidigen.

London, 4. Ott. (DNB. Funkspruch.) Der Son­derberichterstatter derDaily Mail" meldet aus As- mara: Am Donnerstag bei Tagesanbruch gab der

italienische General de Bono den Befehl zum Bormarfch. Eine Stunde später, um 6.30 Ahr, liegen etwa zwanzig riesige Bomben­lug zeuge auf, um Ansammlungen abessinischer Truppen zu überfliegen. Man glaubt nicht, daß Adua ohne harten Kampf fallen wird. Aach den letzten Nachrichten stehen 40 000 b i s 50000 abesfinische Soldaten in der Stadt und ihrer Umgebung. Zwanzig Kilometer von Adua be­finden sich die Ruinen der Stadt Aksum mit den Gräbern der frühesten abessinischen Herrscher. Die Abessinier betrachten sie als heilig und werden sie nicht ohne schweren Kampf preis- geben. Jenseits des Mares-Flusses gibt es k e i n e Wege im europäischen Sinne, und die italienischen Truppen werden 16 Kilometer lang auf G e- birgspfaden bis zu einer höhe von tausend Meter marschieren müssen. Die Italiener haben zahlreiche Maultiere und reichliche Munition und sonstige Borräte. Jeder Division sind große Kolon­nen Gebirgskraftwagen zugeteilt.

Der Sonderberichterstatter der Agentur havas meldet aus Addis Abeba, es fei das Gerücht im Um­lauf, daß die Abessinier die Italiener in der Provinz Agame zwischen Adua und Adigrat zurückgefchlagen hätten. Das schlechte Wetter soll die italienischen Flugzeuge behindert haben. Flugzeuge, die auf Addis Abeba steuerten, hätten deshalb umkehren müssen.

Aach den letzten Reutermeldungen aus Addis Abeba sollen die Italiener über die Ebene in der Aähe des Berges Mufsa Ali weiter vorgehen, ohne ernsthaften Widerstand zu finden. Der abessi­nische Widerstand werde erst in den niedrigen Teilen der Bello-Berge erwartet. Die Agentur Radio mel­det, daß italienische Truppen auch nach Ogaden vorgerückt seien. Eine Borhut von 800 Abessiniern habe sich nördlich von Ual-Ual dem Bor­marsch widersetzt und starke Berluste erlitten. Der Sonderberichterstatter desJournal" telegraphiert seinem Blatt aus Asmara, daß das 14. und 15. Bombengeschwader, die Donnerstagfrüh nach Adua gestartet waren, nicht Bomben hätten abwerfen sollen, sondern Aufrufe an die Zivllbevülke- ; rung.

Abessiniens Mobilmachung.

Die Verteilung der Streitkräfte.Oer Kriegsschah freigegeben.

ger auf bewohnte Gegenden mit Op­fern an Frauen und Kindern. Es handelt sich um eine alte, abgenutzte Lüge deren Tendenz und Böswilligkeit zu offensichtlich smd.

De Bono an die Bevölkerung von Tigre.

Rom, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie die Agentur Stephani aus Asmara meldet, hat der Oberkommandierende der italienischen Truppen in Ostafrika, General de Bono, einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in dem er nach einem Rückblick auf dieProvokationen" der Regie-

London 3 Okt (DNB.) Reuter meldet aus i von h a r r a r legen. Auf dem Ras-Makonnen-Platz Addis Abeba: Der Kaiser von Abessinien hat am im Innern der Hauptstadt sind z w e-ijf l u g a b -

Der Krieg in Abessinien Hai begonnen.

Italienische Truppen haben die Grenze überschritten.Fliegerangriffe auf Adua

Die allgemeine Mobilmachung der abessinischen Streitkräfte ist in vollem Gange. Provisorische Truppenformationen durchziehen die Stadt. Die politische OrganisationM a h e l S e f a r i wurde am Donnerstag nach der Front tn Marsch gesetzt. Diese Spezialtruppe des Kaisers ist eine auserlesene Abteilung mit eigenen politischen, streng kaiser­treuen Grundsätzen. Eine weitere Abteilung von Anhängern dieser Kerntruppe in der Starke von angeblich 100 000 Mann soll tn Aufstellung be­griffen sein. Die Zahl der durch die allgemeine Mobilmachung aufgebotenen Streitkräfte soll 1 100 000 Mann betragen. Zum Führer der Nord arme e mit dem Hauptquartier m Gondar wurde Ras Kassa ernannt, ihm unterstehen 250 000 Mann. Munition und Verpflegung sollen, so wird behauptet, für zwei Sahre sichergestellt fern. Lesttch des Takase-Flusfes hat Ras Seyoum das Kommando über 200 000 Mann übernommen. 3m anschließenden Abschnitt führt der Gouverneur npnfale Dedjas haile Selasfie Gugsa, 150 000 Mann. Ras Seyoum ist der Oberstkom­mandierende im Abschnitt Adua Makale. Der K^easminister Ras Moulougeta wurde dem Kronprinzen, der der Gouverneur der Pro- n/nr Wallo ist, beigegeben. Die Provinz Wallo ttt hur» den gemeldeten italienischen Vormarsch < n H h er 5 gefährdet. 100 000 Mann unter hXnbefehl des Provinzgouverneurs Ras Keb- b7de Menges cha sind gleichfalls zur Unter- stützung des Kronprinzen aufgeboten worden. Der Kronprinz und der Knegsimmster haben den. Be- febl erhalten, die Sicherung der Verteidi­gungslinie von Auffa und der Danakil- Provinzen zu übernehmen. D-r fiat er rmrd wahrcheinlich jein Hauptquartier in die Umgebung

Abessinien macht dem Völker­bund Mitteilung.

Genf, 3. Okt. (DNB.) Der abessinische Außen­minister hat an den Generalsekretär des Völker­bundes ein Telegramm gesandt, in dem er ihn bittet, folgendes zur Kenntnis des Rates zu bringen: Ein heute morgen eingetroffenes Tele­gramm des Ras Seymoun teilte der kaiserlichen Regierung mit, daß italienische Militärflugzeuge heute vormittag Adua und Adigrat bom­bardiert haben und dabei zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen find, wobei auch Kinder und Frauen be­troffen und zahlreiche Häuser zerstört wurden. In der Provinz Agamen ist augenblicklich eine Schlacht imgange. Dieser auf abessinischem (ge­biet vorgenommene italienische Angriff stellt eine Verletzung der Grenzen des abessinischen Kaiserreiches und einen Paktbruch dar.

Ein zweites Telegramm lautet:Vier ita­lienische Militärflugzeuge bombardierten heute n^or- aen die offene Stadt Adua. Die ersten Bomben wurden auf das Spital geworfen, das das Zeichen des Roten Kreuzes tragt. Eine zweite Bombardierung durch zwei Flugzeuge hat um 10 Uhr ftattgefunben. Bis jetzt find 78 ab ge­worfene Bomben gezählt worden.

7iom dementiert

Rom, 3. Okt. (DNB.) Sn Rom wurde folgendes amtliche Dementi bekanntgemacht: Ein Tele- qramm des Negus an den Völkerbund spricht von Bombenabwürfen italienischer Flie-

Der Beseht zum Borrücken.

Die 10» amtliche italienische Mobil­machungserklärung.

Rom, 3. Okt. (DNB.) Sn den heutigen Mittags­stunden wird die 10. Mobilmachungsver­lautbarung der italienischen Regierung bekannt, die den tatsächlichen Ausbruch der Feind­seligkeiten in Ostafrika ankündigt. Die Ver­lautbarung hat folgenden Wortlaut:

Unter dem Druck des kriegerischen Angriffsgeistes in Abessinien, der von den Führern und den Völker­horden verstärkt wird, die schon feit längerer Zeit mit Bestimmtheit den Krieg gegen Stalien verlangen und ihn jüngst vorbereitet haben, bildet die all­gemeine Mobilmachungin Abessinien eine direkte und unmittelbare Bedrohung für die Truppen in unferen beiden Kolo­nien. Diese Bedrohung wird erhöht durch die Tat­sache, daß die Bildung einer neutralen Zone nach angeblichen Behauptungen aus Addis Abeba in Wirklichkeit nur eine strategische Maßnahme darstellt, die darauf hinausläuft, die abefsinischen Truppen besser zu Angriffszwecken vorzubereiten. Die fortdauernde und blutige A n - griff stuft, die Stalien feit 40 Sahren ertragen mußte, nimmt immer größere Ausmaße und eine weitere Tragweite an und offenbart die schweren und unmittelbar bevorstehen­den Gefahren, auf die unverzüglich zu reagieren die elementarsten Grundsätze der Sicherheit er­

heischen.

Die oberste HeeresleilungvonLri- trea hat daher Beseht erhalten, sich dementsprechend zu verhalten. Die italienischen Truppen sind demzufolge im Be­griff, einige vorgerückte Stellun­gen jenseits unserer bisherigen Linie einzunehmen.

Zu dieser Mobilmachungsverlautbarung wird er- klärt, daß das erwähnte Vorrücken vo n T r u p- p e n und die Grenzüberschreitungen nichts be­deuteten. Die italienischen Truppen feien ledig­lich in dem fog. Niemandsland vormar­schiert Auf die Frage, ob nunmehr die Feindselig­keiten in Abessinien ausgebrochen feien, wurde er­widert, daß die Feindseligkeiten in Ostaftika prak­tisch durch die Mobilmachung in A b e s - Knien ihren Anfang genommen hatten. Von kriegerischen Zwischenfällen will man in Rom nichts wissen; von Todesopfern fei auch nichts be­kannt Ebenso wird der Bombenabwurf über Adua in Abrede gestellt. Die 10. Mobilmachungs­verlautbarung bedürfe keiner weiteren Erläuterung, da sie alles besage.

Die ersten Knegshandlungen.

Ueberschreitung der Grenze. Bombardement Aduas.

London, 3.Okt. DNB. Der bei den italienischen Streitkräften in Eritrea befindliche ©onberberidjt- erftatter ber British Uniteb Preß berichtet am Donnerstagmittag, baß der ltalienifche Vor­marsch in abessinisches Gebiet h e u t e begonnen hat. Die Staliener hatten an verschie­denen, weit _ auseinanbergelegenen Stellen Die @renze überschritten und strebten k m aentri d? auf Abua zu. Um 6.30 Uhr hatten KSä« St ui

den Flugzeugführern, die die Grenze ubersto^ . SM SS. &S?Äs-'Xb von bem Schwiegersohn Mussolinis Graf geführt. Von einem Flugzeughafen allem Jtartewn 15 große Caproni - Bombenflugzeuge. Die erfte Truppen überschritten kurz nach Anbruch ber Mor­gendämmerung den Fluß M a r e s. _

Nachdem ursprünglich von italienischer die abessinischen Darstellungen über einen Bom­benangriff italienischer Flugzeuge auf Adua als unrichtig bezeichnet worden waren, besagt ein In den frühen Morgenstunden des Freitag ein­getroffenes Reuter-Telegramm aus Rom, es werde amtlich zugegeben, daß Adua von italienischen Flugzeugen mit Bomben belegt worden ist. Das von dem Schwiegersohn Mussolinis Graf L i a n o geführte Luftgeschwader ist nach dieser Dar­stellung bei einem Erkundungsflug über Adua von Geschützen unter Feuer genommen worden und hatBom­ben auf die Geschütze geworfen". Ras Seyoum, der Gouverneur der abessinischen Provinz Ti­are bat dem Kaiser berichtet, daß italienische Flugzeuge Adua und Adigrat bom­bardiert hätten, und daßzahlreiche Man­ner Frauen und Kinder" getötet worden seien. Italienische Infanterie, die gegen die Land­schaft Agame vorrückte, sei zurückgeschlagen worben. In Addis Abeba erwartet man, daß die Italiener am Freitag auf allen Konten angreifen und eine Luftattacke auf die Haupt­stadt durchführen werden

Donnerstag 11 Uhr die allgemeine Mobil­machung proklamiert. Der Ausruf zur Mobil­machung faßt die Geschichte des Konfliktes mit wenigen Worten zusammen. Dann heißt es wört­lich:Stalien hat ein zweites Mal unter Gebiet verletzt. Die Stunde ist schwer. Ein jeder erhebe sich, nehme seine Waffen und halte sich bereit, das Vaterland zu verteidigen. Soldaten! Schart euch um eure Führer! Gehorcht ihnen em- mütig und weist die Eindringlinge zu­rück. Diejenigen, die auf Grund ihrer Schwache ober aus anderen Gründen des Behindertfems nicht in der Lage find, für die heilige Sache zu kämpfen, mögen innerhalb des Roten Kreuzes sich der Pslege der Verwundeten hingeben. Die Welt- meinung steht hinter unserer Sache und gegen einen Angriff auf unser Land. Gott sei mit uns! Alles für den Kaiser, alles fürs Vaterland!

Die Vormarfchlinien der italienischen Truppen von Eritrea und Somaliland aus Man sieht imi korben deutlich den konzentrierten Angriff auf Adua, das bereits am Donnerstag mit schweren Bomben belegt wurde. (Scherl-M.)

Ein Reuter-Bericht aus Addis Abeba meldet: Sn niedrig. Flugzeugabwehrgefchsttze traten nicht in mbua gab es während des ßuftbombarbements Tätigkeit. Wie die Nachrichtenagentur Central und auch später herzzerreißende Szenen. News aus Addis Abeba meldet, betrage b\e Zahl Frauen und Kinder vieler Soldaten ber Toten unb Verwunbeten m Abua nach amt» würben getötet, währenb ihre Männer außer- 17nn

halb ber Stabt lagerten. Die Flugzeuge flogen

üben«

fcsäb:

jibuti

3680,

tlbSistibebCL

UalUnl

'3686

A8AI

*

Q L «)

O

= 2

(farrar^g