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8ran&rtfÄnll686 Druck und Verlag: vrühl'iche Uuioerfitst-.vtich- und Steindruckerei R. Lange In Sietz-U. Schriftleitung und Ge,ch°ft5ftell°- Schulftrahe 7 MengenabschWe Staffel«
Adua gab es während
lichen Angaben 1700.
London,
escha sirw gleichfalls zur Unter- Kronprinzen aufgeboten worden. Der
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wehrgeschütze aufgestellt worden. Vier weitere Flugabwehrgeschütze wurden an der Bahnstation und auf anderen Plätzen postiert. Das Betreten der Bahnstation ist zur Zeit verboten, da das Eintreffen von Gebirgsartillerie erwartet wird. Aus Amerika sollen in kürzester Zeit 80 Maschinengewehre in Berbern eintreffen.
Der abessinische Kriegs schätz, der nach den Gesetzen erst bei Kriegsausbruch angegriffen werden darf, wurde freigegeben. Den Grundstock dieses Schatzes bildete die italienische Kriegsentschädigung nach der Schlacht von Adua in Höhe von 11 Millionen Lire. Hierzu kamen das von Kaiser Menelik hinterlassene Vermögen sowie Teile des Vermögens der Kaiserin Saiditu und des jetzigen Kaisers, so daß die Gesamtsumme des Kriegsschatzes auf 20 bis 25 Millionen Maria- therefientaler (etwa 40 bis 50 Millionen Mark) geschätzt wird.
General d e B o n o, der Oberbefehlshaber der Halte- Nischen Expeditionsarmee gegen Abessinien und zugleich Gouverneur von Eritrea. Unter seinem Kommando werden die ersten Kämpfe durchgeführt.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
rung in Addis Abeba und die Grenzverletzungen und Plünderungen erklärte, die italienischen Soldaten und die Schwarzhemden seien gekommen und andere würden noch kommen, um die Bevölkerung gegen die Provokateure zu verteidigen. Er habe den Truppen befohlen den Mares zu überschreiten, um die Gebiete und Untertanen Italiens vor den Schäden des Krieges zu bewahren, und um der Bevölkerung von Tigre und anderer Gebiete, die das Eingreifen Italiens verlangt hätten, H i l f e zu bringen. 3n Erwartung schwerer Kamvse. Werden die Abessinier Adna verteidigen.
London, 4. Ott. (DNB. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" meldet aus As- mara: Am Donnerstag bei Tagesanbruch gab der
italienische General de Bono den Befehl zum Bormarfch. Eine Stunde später, um 6.30 Ahr, liegen etwa zwanzig riesige Bombenlug zeuge auf, um Ansammlungen abessinischer Truppen zu überfliegen. Man glaubt nicht, daß Adua ohne harten Kampf fallen wird. Aach den letzten Nachrichten stehen 40 000 b i s 50000 abesfinische Soldaten in der Stadt und ihrer Umgebung. Zwanzig Kilometer von Adua befinden sich die Ruinen der Stadt Aksum mit den Gräbern der frühesten abessinischen Herrscher. Die Abessinier betrachten sie als heilig und werden sie nicht ohne schweren Kampf preis- geben. Jenseits des Mares-Flusses gibt es k e i n e Wege im europäischen Sinne, und die italienischen Truppen werden 16 Kilometer lang auf G e- birgspfaden bis zu einer höhe von tausend Meter marschieren müssen. Die Italiener haben zahlreiche Maultiere und reichliche Munition und sonstige Borräte. Jeder Division sind große Kolonnen Gebirgskraftwagen zugeteilt.
Der Sonderberichterstatter der Agentur havas meldet aus Addis Abeba, es fei das Gerücht im Umlauf, daß die Abessinier die Italiener in der Provinz Agame zwischen Adua und Adigrat zurückgefchlagen hätten. Das schlechte Wetter soll die italienischen Flugzeuge behindert haben. Flugzeuge, die auf Addis Abeba steuerten, hätten deshalb umkehren müssen.
Aach den letzten Reutermeldungen aus Addis Abeba sollen die Italiener über die Ebene in der Aähe des Berges Mufsa Ali weiter vorgehen, ohne ernsthaften Widerstand zu finden. Der abessinische Widerstand werde erst in den niedrigen Teilen der Bello-Berge erwartet. Die Agentur Radio meldet, daß italienische Truppen auch nach Ogaden vorgerückt seien. Eine Borhut von 800 Abessiniern habe sich nördlich von Ual-Ual dem Bormarsch widersetzt und starke Berluste erlitten. Der Sonderberichterstatter des „Journal" telegraphiert seinem Blatt aus Asmara, daß das 14. und 15. Bombengeschwader, die Donnerstagfrüh nach Adua ’ gestartet waren, nicht Bomben hätten abwerfen ’ sollen, sondern Aufrufe an die Zivllbevülke- ; rung.
Abessiniens Mobilmachung.
Die Verteilung der Streitkräfte.—Oer Kriegsschah freigegeben.
ger auf bewohnte Gegenden mit Opfern an Frauen und Kindern. Es handelt sich um eine alte, abgenutzte Lüge deren Tendenz und Böswilligkeit zu offensichtlich smd.
De Bono an die Bevölkerung von Tigre.
Rom, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) Wie die Agentur Stephani aus Asmara meldet, hat der Oberkommandierende der italienischen Truppen in Ostafrika, General de Bono, einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in dem er nach einem Rückblick auf die „Provokationen" der Regie-
London 3 Okt (DNB.) Reuter meldet aus i von h a r r a r legen. Auf dem Ras-Makonnen-Platz Addis Abeba: Der Kaiser von Abessinien hat am im Innern der Hauptstadt sind z w e-ijf l u g a b -
Der Krieg in Abessinien Hai begonnen.
Italienische Truppen haben die Grenze überschritten. —Fliegerangriffe auf Adua
Die allgemeine Mobilmachung der abessinischen Streitkräfte ist in vollem Gange. Provisorische Truppenformationen durchziehen die Stadt. Die politische Organisation „M a h e l S e f a r i wurde am Donnerstag nach der Front tn Marsch gesetzt. Diese Spezialtruppe des Kaisers ist eine auserlesene Abteilung mit eigenen politischen, streng kaisertreuen Grundsätzen. Eine weitere Abteilung von Anhängern dieser Kerntruppe in der Starke von angeblich 100 000 Mann soll tn Aufstellung begriffen sein. Die Zahl der durch die allgemeine Mobilmachung aufgebotenen Streitkräfte soll 1 100 000 Mann betragen. Zum Führer der Nord arme e mit dem Hauptquartier m Gondar wurde Ras Kassa ernannt, ihm unterstehen 250 000 Mann. Munition und Verpflegung sollen, so wird behauptet, für zwei Sahre sichergestellt fern. Lesttch des Takase-Flusfes hat Ras Seyoum das Kommando über 200 000 Mann übernommen. 3m anschließenden Abschnitt führt der Gouverneur npnfale Dedjas haile Selasfie Gugsa, 150 000 Mann. Ras Seyoum ist der Oberstkommandierende im Abschnitt Adua Makale. Der K^easminister Ras Moulougeta wurde dem Kronprinzen, der der Gouverneur der Pro- n/nr Wallo ist, beigegeben. Die Provinz Wallo ttt hur» den gemeldeten italienischen Vormarsch < n H h er 5 gefährdet. 100 000 Mann unter hXnbefehl des Provinzgouverneurs Ras Keb- b7de Menges cha sind gleichfalls zur Unter- stützung des Kronprinzen aufgeboten worden. Der Kronprinz und der Knegsimmster haben den. Be- febl erhalten, die Sicherung der Verteidigungslinie von Auffa und der Danakil- Provinzen zu übernehmen. D-r fiat er rmrd wahrcheinlich jein Hauptquartier in die Umgebung
Abessinien macht dem Völkerbund Mitteilung.
Genf, 3. Okt. (DNB.) Der abessinische Außenminister hat an den Generalsekretär des Völkerbundes ein Telegramm gesandt, in dem er ihn bittet, folgendes zur Kenntnis des Rates zu bringen: Ein heute morgen eingetroffenes Telegramm des Ras Seymoun teilte der kaiserlichen Regierung mit, daß italienische Militärflugzeuge heute vormittag Adua und Adigrat bombardiert haben und dabei zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen find, wobei auch Kinder und Frauen betroffen und zahlreiche Häuser zerstört wurden. In der Provinz Agamen ist augenblicklich eine Schlacht imgange. Dieser auf abessinischem (gebiet vorgenommene italienische Angriff stellt eine Verletzung der Grenzen des abessinischen Kaiserreiches und einen Paktbruch dar.
Ein zweites Telegramm lautet: „Vier italienische Militärflugzeuge bombardierten heute n^or- aen die offene Stadt Adua. Die ersten Bomben wurden auf das Spital geworfen, das das Zeichen des Roten Kreuzes tragt. Eine zweite Bombardierung durch zwei Flugzeuge hat um 10 Uhr ftattgefunben. Bis jetzt find 78 ab geworfene Bomben gezählt worden.
7iom dementiert
Rom, 3. Okt. (DNB.) Sn Rom wurde folgendes amtliche Dementi bekanntgemacht: Ein Tele- qramm des Negus an den Völkerbund spricht von Bombenabwürfen italienischer Flie-
Der Beseht zum Borrücken.
Die 10» amtliche italienische Mobilmachungserklärung.
Rom, 3. Okt. (DNB.) Sn den heutigen Mittagsstunden wird die 10. Mobilmachungsverlautbarung der italienischen Regierung bekannt, die den tatsächlichen Ausbruch der Feindseligkeiten in Ostafrika ankündigt. Die Verlautbarung hat folgenden Wortlaut:
Unter dem Druck des kriegerischen Angriffsgeistes in Abessinien, der von den Führern und den Völkerhorden verstärkt wird, die schon feit längerer Zeit mit Bestimmtheit den Krieg gegen Stalien verlangen und ihn jüngst vorbereitet haben, bildet die allgemeine Mobilmachungin Abessinien eine direkte und unmittelbare Bedrohung für die Truppen in unferen beiden Kolonien. Diese Bedrohung wird erhöht durch die Tatsache, daß die Bildung einer neutralen Zone nach angeblichen Behauptungen aus Addis Abeba in Wirklichkeit nur eine strategische Maßnahme darstellt, die darauf hinausläuft, die abefsinischen Truppen besser zu Angriffszwecken vorzubereiten. Die fortdauernde und blutige A n - griff stuft, die Stalien feit 40 Sahren ertragen mußte, nimmt immer größere Ausmaße und eine weitere Tragweite an und offenbart die schweren und unmittelbar bevorstehenden Gefahren, auf die unverzüglich zu reagieren die elementarsten Grundsätze der Sicherheit er
heischen.
Die oberste HeeresleilungvonLri- trea hat daher Beseht erhalten, sich dementsprechend zu verhalten. Die italienischen Truppen sind demzufolge im Begriff, einige vorgerückte Stellungen jenseits unserer bisherigen Linie einzunehmen.
Zu dieser Mobilmachungsverlautbarung wird er- klärt, daß das erwähnte Vorrücken vo n T r u p- p e n und die Grenzüberschreitungen nichts bedeuteten. Die italienischen Truppen feien lediglich in dem fog. Niemandsland vormarschiert Auf die Frage, ob nunmehr die Feindseligkeiten in Abessinien ausgebrochen feien, wurde erwidert, daß die Feindseligkeiten in Ostaftika praktisch durch die Mobilmachung in A b e s - Knien ihren Anfang genommen hatten. Von kriegerischen Zwischenfällen will man in Rom nichts wissen; von Todesopfern fei auch nichts bekannt Ebenso wird der Bombenabwurf über Adua in Abrede gestellt. Die 10. Mobilmachungsverlautbarung bedürfe keiner weiteren Erläuterung, da sie alles besage.
Die ersten Knegshandlungen.
Ueberschreitung der Grenze. Bombardement Aduas.
London, 3.Okt. DNB. Der bei den italienischen Streitkräften in Eritrea befindliche ©onberberidjt- erftatter ber British Uniteb Preß berichtet am Donnerstagmittag, baß der ltalienifche Vormarsch in abessinisches Gebiet h e u t e begonnen hat. Die Staliener hatten an verschiedenen, weit _ auseinanbergelegenen Stellen Die @renze überschritten und strebten k m aentri d? auf Abua zu. Um 6.30 Uhr hatten KS’ä« St ui
den Flugzeugführern, die die Grenze ubersto^ . SM SS. &S?Äs-'Xb von bem Schwiegersohn Mussolinis Graf geführt. Von einem Flugzeughafen allem Jtartewn 15 große Caproni - Bombenflugzeuge. Die erfte Truppen überschritten kurz nach Anbruch ber Morgendämmerung den Fluß M a r e s. _ „
Nachdem ursprünglich von italienischer die abessinischen Darstellungen über einen Bombenangriff italienischer Flugzeuge auf Adua als unrichtig bezeichnet worden waren, besagt ein In den frühen Morgenstunden des Freitag eingetroffenes Reuter-Telegramm aus Rom, es werde amtlich zugegeben, daß Adua von italienischen Flugzeugen mit Bomben belegt worden ist. Das von dem Schwiegersohn Mussolinis Graf L i a n o geführte Luftgeschwader ist nach dieser Darstellung bei einem Erkundungsflug über Adua von Geschützen unter Feuer genommen worden und hat „Bomben auf die Geschütze geworfen". Ras Seyoum, der Gouverneur der abessinischen Provinz Tiare bat dem Kaiser berichtet, daß italienische Flugzeuge Adua und Adigrat bombardiert hätten, und daß „zahlreiche Manner Frauen und Kinder" getötet worden seien. Italienische Infanterie, die gegen die Landschaft Agame vorrückte, sei zurückgeschlagen worben. In Addis Abeba erwartet man, daß die Italiener am Freitag auf allen Konten angreifen und eine Luftattacke auf die Hauptstadt durchführen werden
Donnerstag 11 Uhr die allgemeine Mobilmachung proklamiert. Der Ausruf zur Mobilmachung faßt die Geschichte des Konfliktes mit wenigen Worten zusammen. Dann heißt es wörtlich: „Stalien hat ein zweites Mal unter Gebiet verletzt. Die Stunde ist schwer. Ein jeder erhebe sich, nehme seine Waffen und halte sich bereit, das Vaterland zu verteidigen. Soldaten! Schart euch um eure Führer! Gehorcht ihnen em- mütig und weist die Eindringlinge zurück. Diejenigen, die auf Grund ihrer Schwache ober aus anderen Gründen des Behindertfems nicht in der Lage find, für die heilige Sache zu kämpfen, mögen innerhalb des Roten Kreuzes sich der Pslege der Verwundeten hingeben. Die Welt- meinung steht hinter unserer Sache und gegen einen Angriff auf unser Land. Gott sei mit uns! Alles für den Kaiser, alles fürs Vaterland!
Die Vormarfchlinien der italienischen Truppen von Eritrea und Somaliland aus Man sieht imi korben deutlich den konzentrierten Angriff auf Adua, das bereits am Donnerstag mit schweren Bomben belegt wurde. — (Scherl-M.)
Ein Reuter-Bericht aus Addis Abeba meldet: Sn niedrig. Flugzeugabwehrgefchsttze traten nicht in mbua gab es während des ßuftbombarbements Tätigkeit. Wie die Nachrichtenagentur Central und auch später herzzerreißende Szenen. News aus Addis Abeba meldet, betrage b\e Zahl Frauen und Kinder vieler Soldaten ber Toten unb Verwunbeten m Abua nach amt» würben getötet, währenb ihre Männer außer- 17nn
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