Ausgabe 
4.9.1935
 
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Nr.206 Erstes Blatt

Mittwoch. September 1935

185. Jahrgang

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Lebensraum!

Mit immer mächtigerem Ton dringt der Rus der Völker nach Lebensraum durch das wirre Geschehen unserer Tage. Es ist, als sammle sich allmählich alles Drängen und Suchen in diesem Rufe, diese ganze Unruhe, die unser Zeitalter er­füllt. Die geschlossenen Nationalstaaten, die das Zeitalter der französischen Revolution und Napo­leons heraufbrachte, haben durch die technische Ver­vollkommnung eine Erleichterung des Lebens her­beigeführt, die zur Uebervölkerung führen mußte, wenn der Dolkskörper gesund war. Eine Zeitlang war Nordamerika der Aufnahmeraum für den europäischen Menschenüberschuß. Der im 20. Jahr­hundert allenthalben gesteigerte Nationalismus, das Erwachen der Völker zu sich selber, läßt es aber nicht mehr zu, eigenes Volkstum zu ver­lieren. Außerdem ist Amerika durch die dort geübte Raubbauwirtschaft längstübersetzt", anschei­nend überfüllt. Es beginnt also das Ringen um die noch leeren oder dünn besiedelten Lebensräume: Japan in China und in der Mandschurei, in der Mongolei sogar, neuerdings versuchsweise in bri­tischen Gebieten, Italien in Afrika.

Frankreich, das am Gegenteil von Uebervölke- tung leidet, hat in dem Drange nachSicherheit" ine Raumdurchdringung mit seiner Militärmacht und seinem Geld auf Nordafrika gerichtet und da­bei dieFarbigen" als Staatsbürger hereingenom­men. Man findet dort nichts dabei, daß sich so eine Mischrasse vor allem im Süden bildet. Hierin ist das heutige Frankreich eine schwächere Nach­bildung des spätrömischen Imperiums.

In Den weiten Räumen, die die Sowjets unter M)re Zwangsherrschaft gebracht haben, herrscht alles andere als Uebervölkerung. Hier herrscht nur Mangel an allem, was eine auch nur geringe Be­völkerung am Leben erhalten könnte. Daher scheidet das Sowjetreich für diese Betrachtung aus. Es könnte unter anderer Herrschaft aber der Auf­nahmeraum großer Menschenmassen werden.

Und Deutsch 1 and? In der englischen Zeitung E,Sunday Dispatch" wurde dieser Tage an die eng­lische Regierung die Aufforderung gerichtet, in der Frage der Neuverteilung der Kolonialgebiete die Snitiatwe zu ergreifen und Deutschland seine afrikanischen Gebiete zurückzugeben. Hier hat England nun das Wort.

Betrachten wir allgemein den Stand der Dinge auf feine machtpolitische Perspektive hin, so müssen wir erkennen, daß sich hier große Verschiebungen vorbereiten. Derstatische", starre Zustand, den Frankreich mit dem Versailler Vertrag zu seinen Gunsten festlegen wollte, ist zweifellos schon ge­brochen. Wenn sich hinter dieser Kulisse von Der- sailles ein leicht zufriedenes, kurzsichtiges Genießer- tum undChinesentum" (um in Nietzsches Sinne mi sprechen) zur Ruhe gesetzt hatte, so muß bie Zukunft diese Spezies von Europäern enttäuschen. Denn diese Zukunft verspricht nicht allzu friedlich M! werden. Die große Auseinandersetzung um die Verteilung der Erdräume an die fruchtbaren und lebens ft arten Dol- ler und Rassen wird viele Spannungen her- Vorbringen. Erinnern wir uns einmal an die größte Bewegung unserer Rasse um Lebensraum, hie Völkerwanderung: das war em Zeitalter der höchsten Kraftentfaltung, denn es wird einem Volke nichts geschenkt...

Die eben auf dem Kongreß m Berlin erörterten Fragen der Bevölkerungspolitik, der Volks- und Rassenhygiene haben Ziele und Methoden geklart die gleichfalls in diese Richtung weisen: es gibt letzt feine Unklarheit mehr über Heil und Ziel gesunder Völker. Hier zeigt sich auf geistigem Gebiet der elementare Durchbruch neuen Lebens: dieH och st - Schätzung des gesunden Nachwuchses hat zur notwendigen Folge und Fol- ferung die Forderung nach dem ent- prechenden Lebensraum!

Mit Macht drängen diese Fragen auf eme Losung hin. Die Geschichte der kommenden Zeiten wird von den Kämpfen um diese Lösung «rsüllt sein. Kein Volk kann sich heute, bei der Enge der Beziehungen, diesen großen Fragen mehr entziehen. Es wird aber auch mit eben derselben Notwendigkeit nun au einer klaren Sonderung der jungen, fruchtbaren und zu- kunftsträchtigen Völker von den alten, absterbenden Völkern kommen. Es werden einmal Folgerungen aus solchen Erkenntnissen gezogen werden müssen, die kein machtpolittsches Ausweichen mehr gestatten.

Macht" bedeutet in diesem Sinne: Raumbestim- m u n g. Wenn es möglich sei wird, für die e neuen politischen Begriffe allgemeines Befftandmffe- und daraus ein allgemein anerkanntes R echt zu schaf­fen dann werden den Völkern große Schwiengkei- ten und vielleicht große Opfer erspart bleibem

Nie Kolonialfrage.

Eine mahnende englische Stimme.

London, 3. Sept. (DNB.) Der »Daily Herald", das Organ der englischen Arbeiter- Fartei, nimmt heute ausführlich zur Kolonial- rage Stellung. Das Blatt schreibt u a.:Wir würden es gerne sehen, wenn Großbritan­nien als Teil seines Beitrages für die Regelung des italienisch-abessinischen Konfliktes seine Bereit­willigkeit zum Ausdruck bringen wollte, die Welt- Probleme der Gebiets-, Material - und Marktverteilung zu überprüfen, die an der Wurzel dieses Konfliktes liegen. Die Notwendigkeit einer3 solchen Überprüfung wird heute tn meiten Kreisen betont. Irgendwann muh diesem Problem ins Auge gesehen werden, uni) es scheint, daß von einer formalen britischen Erklärung auf der Genfer Ratstagung viel gewonnen werben kann. Das natürliche Verfahren wurde zur gegebenen Zeit n der Anwendung >des Artikels" 19 der Dol-

Genf im Entfchei-ungskampf.

Oer italienifch-abefsinisch-englifche Streitfall als letzter Prüfstein.

Der Aufmarsch der Nationen am Genfer See ist beendet. Arn heutigen Nachmittag soll programm­mäßig die erste Sitzung des Völkerbunds­rates beginnen. Fünf Tage später wird dann die Völkerbundsversammlung selber zusam­mentreten, um sich mit verschiedenen nebensächlichen Themen zu beschäftigen. Der September war für den Völkerbund stets der Monat der Hochkunjunk- tur. Im September wurden die großen Pläne zur Sicherung des europäischen Fnedenssystems ge­boren, aber der daran verschwendete Aufwand an geistigen und materiellen Mitteln hat sich niemals gelohnt. Die Verwirklichung der Wilsonschen Idee von der Völkergemeinschaft scheiterte immer wieder an der Tatsache, daß die Gründer der Liga, die Väter des Versailler Vertrages, gar feine echte Gemeinschaft mit den ehemaligen Gegnern wollten. Als dann Deutsch­land sich dieses jammervolle Schauspiel nicht länger mehr mitansehen wollte und kurzerhand die Gen- er Versammlung verließ, da geriet der Völkerbund vollends in eine Sackgasse. Seit zwei Jahren fällt diese Einrichtung von Stufe zu Stufe, und schließ­lich ließ sie sich sogar herbei, den grimmigsten Feind eines allgemeinen Völkerfriedens, die bol- chewistische Räterepublik, in ihre Reihen aufzuneh­men. Noch einmal lebte sie auf, als es darum ging, den Schritt zu verurteilen, mit dem Deutsch­land seine Wehrfreiheit endlich zurückgewann. An positiven Leistungen aber wurde die Liga der Na­tionen immer ärmer.

So war die Situation schon mehr als hoffnungs­los, als das Dölkerbundsmitglied Ita­lien mit der Absicht auf den Plan trat, gegen das Dölkerbundsmitglied Abessinien Krieg zu führen und es zu erobern. Hatte schon die Kraft des Bundes in den vergangenen fünfzehn Jahren nicht ausgereicht, um sich gegen diL. Verletzung sei­ner Satzungen aus den eigenen Reihen des Bun­des durch den Ausbau eines wirkungsvollen Sank­tionssystems zu schützen, so wird sie jetzt erst recht versagen, wo es gilt, den italienisch-abessinischen Konflikt mit friedlichen Mitteln beizulegen.

Wie man es auch betrachtet und welcheLösung" die Ratsmächte auch ausknobeln mögen, um dem italienischen Krieg in irgendeiner Form die Billi­gung des Völkerbundes zu verschaffen: das inter­nationale Ansehen der Genfer Liga ist endgültig dahin! Alle beteiligten Nationen haben bereits deutlich zu verstehen gegeben, daß es sich für sie nicht mehr darum handeln kann, einen Krieg zwischen zwei Völkerbundsstaaten überhaupt zu verhindern was doch nach der Satzung eigent­lich ihre Pflicht wäre sondern nur darum, eine Formel zu finden, die sich notdürftig mit den allgemeinen Moralbegriffen deckt und die die In­teressen der großen Kolonialmächte nicht in einen Widerspruch zueinander bringt. Es wird kaum Schwierigkeiten machen, we­nigstens vorläufig gemeinsam die Grenzen abzu­stecken, in denen sich der faschistische Ausdehnungs­drang betätigen soll. Unmöglich aber wird es fein, die Regeln Des Völkerbundspaktes, der ja das A und O der europäischen Politik nach dem Weltkriege war, sinngemäß auf den vorliegenden Streitfall an» zuwenden. Würde man sich trotz des französischen und italienischen Widerstandes äu solchen Maßnah­men entschließen, die das kollektive Friedenssystem mit Hilfe von Sanktionen verteidigen sollen, so würde das Resultat so um so fruchtbarer fein. Denn Mussolini hat bereits erklärt, daß er dann den Genfer Ratstifch verlassen werde, um sich ir- gendwelchen Sühnemaßnahmen mit Gewalt zu wi­dersetzen. Genf st eh tim Entscheidungs­kampf. Die Uhr des Völkerbundes ist abgelaufen. Ein neues, besseres System der

internationalen Beziehungen wird an seine Stelle treten müssen.

Heute öffentliche Sitzung.

Genf, 3. Sept. (DNB.) Dom Völker- bunbsfefretariat wurde Dienstagnachmittag die Tagesordnung für die erste Sitzung der am Mittwoch beginnenden Tagung des Völkerbunds­rates bekanntgegeben. Nach der üblichen geheimen Eröffnungssitzung, die auf 16 Uhr angesetzt ist und der die Annahme der Tagesordnung für die ge­genwärtige Tagung obliegt, ist eine öffentliche Sitzung vorgesehen, als deren einziger Punkt die Behandlung des italienisch-abessim- schen Streitfalles angekündigt wurde.

Getrennte Berichte.

Paris, 3. Sept. (DNB.) Der Genfer Son­derberichterstatter der halbamtlichen französischen Nachrichtenagentur Havas bestätigt am Diens­tagabend die Information einiger Pariser Blätter, wonach Eden und Laval voneinander g e -

trennt über die Pariser Dreierkonferenz berich­ten würden.

Aloisi im Kurort Baldwins.

Paris, 3. Sept. (DNB.) Wie aus gut unter­richteter Quelle verlautet, ist Baron Aloisi in der vergangenen Nacht in Aix-les-Bains etnge­troffen, wo sich bekanntlich der englische Ministerprä­sident Baldwin 3ur Kur aufhält. Eden wird sich im Laufe des Nachmittags ebenfalls nach Aix-les- Bains begeben.

Keine Unterredung.

London, 4. Sept. (DNB. Funkfpruck.) Eine in Genf verbreitete Nachricht, daß Baron Aloisi in Aix-les-Bains bei Baldwin einen Besuch abge­plattet habe, wird von Reuter für unzutreffend erklärt. Der italienische Delegierte habe nur die Nacht in Aix-les-Bains zugebracht und sei vormittags 10.30 Uhr nach Genf weitergereist. Baldwin habe erst am Nachmittag Kenntnis davon erhalten, daß Baron Aloisi in der Stadt geweilt habe.

Paris erwartet einen Vergleich.

Eine neue Formel für England, Frankreich und Italien?

Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspr.) Nach dem E x c e l s i o r" soll Ministerpräsident Laval in Genf erklärt haben:

Ich bin für den Frieden und für die Dölfer- bundssahungen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Völkerbundssahungen, also ein Jrte- denswerkzeug, zum Kriege führen sollen. Der notwendige Vergleich erscheint möglich, wenn man sich vor verletzender Polemik hütet, die der Ruhe und Sachlichkeit der Sache Edens scha­den könnte."

DemD e u d r e" wird aus Genf berichtet, die englische Regierung wünsche in Genf den italienisch-abessinischen Streitfall durch einen Ver­gleich beizulegen, der Mussolini genehm wäre.

DerF i g a r o", der eine Regelung innerhalb des Völkerbundes befürwortet, schreibt,

Abessinien habe seine internationalen Ver­

pflichtungen nicht eingehalten und Italien fei in* vieler Hinsicht geradezu vorbeftimmt. In Abessinien Ordnung zu schaffen. Aber das könne ohne Krieg vonstatten gehen, ohne Verletzung der völkerbundssahungen und ohne Verletzung der französisch-englischen Belange. Wahrschein­lich wünsche sich der Völkerbundsrat nichts sehn­licher, als England, Frankreich und 3fallen zu beauftragen, eine neue endgültige, auf Abessi­

nien anwendbare Formel zu fitibeiL

DasJournal" weift darauf hin, daß Frankreich zwar 1923 Abessinien in den Völkerbund eingeführt habe, daß aber der italienische Vertreter sich damals sehr warm für Abessinien eingesetzt und damit hie Bedenken zerstreut habe, die England, die Schweiz und Australien gegen die Aufnahme vorgebracht hätten. Italien habe Abessinien einen großen Kre­dit eingeräumt und sehe jetzt seinen Irrtum ein.

Wenn der Völkerbund diesmal versagl

Gedämpfte Töne in der englischen presse.

London, 4. Sept. (DNB.-Funspruch.) lieber die heute beginnende Völkerbundsratstagung wird in der Morgenpresse in gewohntem Umfang berichtet. Nur wenige Blätter äußern sich in Leit- aufsätzen.

Time s sagt u. a wenn der Völker­bund diesmal versage, könne ihm in Zukunft nicht mehrdasvertrauen ge­schenkt werden, daß er befriedigende Arbeit für die Regelung größerer Streitigkellen leisten könne. 3n England herrsche die Empfindung, es werde ie Europa noch nicht vollkommen ver­standen, daß gewählt werden müsse zwi-

I schen der Regelung internationaler Streitigkei­ten durch Beratungen und Versöh- nungsmaßnahmen, oder durch den

Schiedsspruch des Krieges.

Das Kollektiv-System trete für das erstgenannte

Verfahren ein, Mussolini für das letztere. Er Habs sich jedoch immerhin bereit gefunden, feinen Stand­punkt in Genf zu erklären. Das Blatt rechnet damit, daß sich die Behandlung der Streitfrage verzö­gern werde. Die Fähigkeit des Völkerbundes, end­gültige Empfehlungen zu fällen, werde dadurch ge­hemmt, daß noch keine Angriffshandlung in Afrika erfolgt fei. Immerhin erkläre Artikel 11 der Satzung, daß die bloße Gefahr biefes Krieges den ganzen Völkerbund an- ge h e und daß er jeden wirksamen Schritt zum Schutze des Friedens tun sollte. Auch werde sich die bald zusammentretende Völkerbundsversammlung wahrscheinlich sehr entschieden gegen Gewaltsanwen­dung äußern.

Zum Schluß sprichtTimes" von der Herz­lichkeit der gegenwärtigen englisch-fran» zöslschen Beziehungen und sagt, Lon­don und Paris seien sich einig, daß alle ver-

kerbundsfatzungen bestehen, der erklärt: Die Dölkerbundsversammlung kann die Ueber« Prüfung internationaler Zustände anraten, deren Fortdauer geeignet ist, den Frieden der Welt zu gefährden". Daß die derzeitige ungerechte Verteilung kolonialer Gebiete den Frieden der Welt gefährdet, ist offen­kundig genug. Es ist ferner offenkundig, daß für die Einleitung einer so bedeutsamen Entwicklung Großbritannien sowohl besonders verantwortlich, als auch im höchsten Grade geeignet ist. Das Pro­blem eines gleichberechtigten Zutritts zu Gebieten und Rohmaterialien wird, wie der Erzbischof von York Dr. Temple sagte, das schwie­rigste sein, dem die Staatsmänner je gegenüber» gestanden haben.

Gruß an den Führer.

München, 2. Sept. (DNB.) Die 79. Hauptver­sammlung des G u st a v - A d o l f - V e r e i n s, die heute hier eröffnet wurde, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm ge« richtet:

Dem Führer und Reichskanzler entbietet die 79. Hauptversammlung des Gustao-Adolf-Dereins aus der Hauptstadt der Bewegung ehrerbieti­gen Gruß, aus tiefem Vertrauen in feine Führung des deutschen Volkes und mit dem Gelöbnis, bet seiner eigenen Arbeit für die Glaubens- und Volksgenossen in der weiten Welt immer das große Ziel im Auge zu behalten, das der Führer dem deutschen Doll gesteckt hat."

Arbeiter und Soldaten.

Glückwunsch Dr. Leys an Blomberg.

Saarbrücken, 3. Sept. (DNB.) Dr. Ley hat an Reichskriegsminister von Blomberg das nachstehende Telegramm gerichtet:

An Ihrem 5 7. Geburtstage sehen mit dem ganzen deutschen Volke auch die Deutsche Ar­beitsfront, meine Mitarbeiter und ich voll auf­richtiger Bewunderung auf den herrlichen Erfolg Ihrer unter Adolf Hitler geleisteten Arbeit. Meine Glückwünsche kommen aus dem Herzen des Soldaten, der Ihrem Tun und Handeln unverbrüchlich verbunden ist. Wenn die deutsche Wehrmacht heute in der Welt im Mittelpunkt achtungsvollen Interesses steht und in Deutschland selbst der Treue und Liebe aller Volks- genossen sicher sein darf, dann ist das nach den Jahren der Schmach ein Triumph, auf den Sie unter unserem Führer Adolf H i t l e r stolz sein dürfen. Gerade in den Tagen des schweren Berliner Schachtunglücks hat die Deutsche Wehrmacht gezeigt, daß Soldat und Arbeiter eine ge­meinsame Ehre haben.

Heil Hitler!

Dr. Robert Ley.

OerKrieg"

in der Lüneburger Heide.

Celle, 3. Sept. (DNB.) Die Her bst Übun­gen des VI. Armeekorps in der Lüneburger Heids haben sich entgegen der ursprünglichen An­

nahme, daß die angreifende rote Partei den Schwer* punkt ihres Angriffes auf ihren rechten Flügel ver­legen würde, so entwickelt, daß die rote Füh­rung zu dem Entschluß kam, den Schwer­punkt vom rechten Flügel in die Mitte ihrer Front zu verlegen.

Die hier vorgehenden Teile der 2. Division hat­ten ungeachtet des wolkenbruchartigen Gewitters, das am späten Nachmittag und Abend des M o n« t a g niederging, aus eigener Initiative ihren An­griff bereits über dieWietze vorgetragen. Trotz aller heftigen Gegenstöße der blauen Verteidiger hatten sie den Brückenkopf halten und er­weitern können. Durch diesen Erfolg von Rot wurden starke Teile der blauen Artillerie zu einem sehr schwierigen Stellungs­wechsel weiter rückwärts gezwungen und damit für Rot wesentlich günstigere Vorbedingungen für seinen Angriff am Dienstagfrüh geschaffen.

Im Laufe des Dienstagvormittags würbe an die­ser Stelle nun mit Einsatz aller verfügbaren Kräfte von der roten Partei angegriffen, doch hatte die blaue Division das Gefährliche der Lage er­kannt und nun auch ihrerseits alle Abwehr­maßnahmen getroffen. Der rote Angriff, Bef unter Einsatz von Nebel und motorisierten Kräfte» einen überraschenden Einbruch in die blaue Stellun­versuchte, konnte in der Tiefe der blauen Verteidi­gung von starken rückwärtigen Kräften auf ge­fangen und zum Stehen gebracht wewen.

Die Uebung wurde zu diesem Zeitpunkt für einige Stunden unterbrochen, um den feit 24 Stunden un­unterbrochen in schwersten Bewegungsgefechten lie­genden Truppen eine Erholungspause gftefc