Romane.
— Nis Petersen: Verschüttete Milch. Roman. Berechtigte Uebertragung aus dem Dänischen von Peter Albert. Geh. 4,20 Mark, Leinen 5,80 Mark. Verlag von Albert Langen-Geora Muller, München. 1935. — (193) — Wie Petersen sich in seiner „Sandalenmachergasse", einem der großen Roma^-Erfolge aus den letzten Jahren, im alten Rom daheim zeigte, so lebendig weiß er in diesem neuen Roman das moderne Irland der Nachkriegszeit vor uns hinzustellen. Den Hinter- arund &6r fesselnden Erzählung bildet der irische Freiheitskampf anfangs der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts. Die Hauptsache aber sind dem Dichter das Land, das Volk und die Menschen, von denen er sagt: „Wie der Iren Felder, so der Iren Sinn — zu allem fähig, was ein guter Verstand ersinnen mag, und von allem Unnützen erfüllt, was eine üppige Phantasie erfinden kann". Aus diesem Satz klingt die Liebe Nis Petersens zu diesem hoch- begabten und wunderlichen, glühend heimatbegeisterten und seltsam verspielten Volk. Und wie der Dichter die Vorzüge der Iren zu schätzen weiß, so scharf sieht er auch ihre Fehler: ihren Hauptfehler sieht er in der Neigung, um „verschüttete Milch", um Vergangenes und Unwiederbringliches zu trauern und sich zu raufen — mit den Engländern und hernach gar untereinander. Die Lehre seines Buches ist also, daß es nichts fruchtet, wenn ewig nur gekämpft wird um des Kampfes willen, daß viel eher der Zeit des Kampfes die Zeit des Aufbaues folgen muß und daß eine Nation immer nur im Eintreten für eine große Idee unter Verzicht auf allen kleinlichen Hader ihr wahres Glück finden kann.
— Edgar Maaß: Novemberschlacht. Mit 15 Federzeichnungen und farbigem Einband von Fritz Kredel. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./ Berlin. Gebunden 2,60 Mark. — (172) — In der kleinen Erzählung versucht der Ver
fasser, den Krieg zu schildern, ohne ihn zu lobpreisen, ohne ihn zu verdammen, jenseits aller moralischen Urteile, als eine der Erscheinungen des Lebens, ein dämonisches unbegreifliches Etwas, wie Geburt und Tod. Eine alte Erinnerung steigt aus, nicht viel mehr als eine Episode aus jener Zeit. In ihrem Mittelpunkt steht eine Jungfrau, unberuhr- bar, herb und doch voller Liebe, von Kindern umdrängt. Sie lebt und atmet und ist tätig in ihrem kleinen Kreis. Der Mann, der das Mädchen liebt, ein deutscher Soldat, wird von einem schrecklichen Traum zu ihr zurückgetrieben. Die Schlacht braust über Dorf und Mädchen dahin, die Verteidiger wer- zerstreut. Aber sie sammeln sich wieder und kommen zurück. Das Dorf liegt in Trümmern Der Keller, in dem sich das Mädchen mit den Klemen barg, 'ist verschüttet. Noch einmal lüftet das Schicksal 'die Schleier ein wenig. Aus den anscheinend sinnlosen Phantasien eines Verwundeten steigt die Wahrheit empor. So ist der Krieg. Eingesponnen in den großen Rhythmus der Jahreszeiten, in den Gang der Sterne, wie unser ganzes Leben, wie wir selbst, die wir viel mehr Schnittpunkte dämonischer Gewalten sind, als wir in ruhigen, selbstzufriedenen Zeiten ahnen.
_ Paul Keller: Waldwinter. Roman aus den schlesischen Bergen. Volksausgabe. 433. Tausend. Ganzleinen RM. 2,85. Bergstadtverlag, Breslau. —(134)— Ein Städter flieht in die Waldeinsamkeit der schlesischen Berge und findet dort einen klaren Kopf und ein klares Herz wieder. Der Faden der Handlung bringt genug zu lösende Knoten. Aber Keller weiß alles zu einem guten Ende zu führen. Nichts Problematisches, Schwerverdauliches bleibt. Denn hier stehen gute, schlichte Menschen, die einfach und ohne viel Aufhebens das tun, was ihnen als Aufgabe im Alltag gegeben ist. Und darum gibt auch dieses Buch von Paul Keller dem Leser wieder ein gutes Stück fröhlicher Zuversicht mit auf den Weg.
Wirtschaft.
Oie Krastfahrzeugindustrie im Mai 1935.
Erzeugung und Absatz der Kraftfahrzeugindustrie lagen im Mai für Personenkraftwagen etwa gleich hoch wie im April, für Liefer- und Lastkraftwagen und Automobilomnibusse dagegen höher als im Vormonat. Der Auslandabsatz hat sich in fast allen Kraftfahrzeugarten weiter gehoben. Die Produktion von Personenkraftwagen, die mit 18 260 im Mai fertiggestellten Wagen dem Erzeugungsergebnis des Vormonats nahezu entspricht, jedoch die Erzeugung des entsprechenden Vorjahresmonates um 14 v. H. überschreitet, hat sich in den Größeklassen verschieden entwickelt. Zurückgegangen ist die Herstellung von Personenkraftwagen mit einem Hubraum von 1 bis 1,5 Liter und mit über 4 Liter Hubraum, die Produktion in allen anderen Größeklassen ist dagegen gestiegen. Der Absatz von Personenkraftwagen hat sich mit insgesamt 18 976 Wagen gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Während im Mai 1934 die abgesetzte Menge um 2,2 v. H. hinter der Erzeugung zurückblieb, liegt im Mai dieses Jahres der Absatz von Personenkraftwagen um 4 v. H. höher als die Produktion. Der Auslandabsatz von Personenwagen hat sich weiter gebessert, insgesamt wurden im Mai 2232 fabrikneue Wagen gegen 1975 im April auf ausländischen Märkten untergebracht.
Die Erzeugung von Liefer- und Last- kraftwagen war im Mai mit 3363 Wagen um 4B9 Stück höher als im Vormonat, 10 v. H. der insgesamt abgesetzten Liefer- und Lastkraftwagen wurden im Mai 1935 ausgeführt gegen nur 4,8 v. H. im Mai 1934. — Bei den Automobilomnibussen liegt die Erzeugungsziffer von 392 Wagen um ein Viertel höher als die Erzeugung im April 1935. Von insgesamt 100 abgesetzten Automobilomnibussen gingen 29 ins Ausland.
In der K r a f t r a d p r o d u k t i o n ist die Erzeugung von Kleinkrafträdern von 6352 im April auf 7006 im Mai 1935 gestiegen, dagegen die Zahl der fertiggestellten Krafträder über 200 ccm Hub- raum von 4641 auf 4347 Stück zurückgegangen. Die Absatzzahlen lagen weit über den Erzeugungszahlen.
Das Ergebnis der Schweinezählung vom 5. Juni 1935.
Die vorläufigen Zusammenstellungen des Statistischen Reichsamtes haben als Ergebnis der Schweinezählung vom 5. Juni 1935 einen Gesamtschweinebestand von 20,03 (am 5. Juni v. I. 22,36) Millionen Stück ergeben. Von dem Gefamtbestand entfielen auf Schlachtschweine (über ein halbes Jahr alt) 3,91 (4,47) Millionen Stück, auf Jungschweine und Ferkel (unter einem halben Jahr alt) 14,07 (14,72) und auf trächtige Sauen 1,22 (1,29) Millionen Stück, von den letzteren waren 0,35 (0,34) Millionen Stück Jungsauen. Zu einer sachgemäßen
Beurteilung des Rückganges gegenüber dem Juni 1934 muß berücksichtigt werden, daß der Vorjahresbestand überhöht war und besondere Entlastungsmaßnahmen erforderlich machte. Demgemäß wird das Schweineangebot zunächst zwar hinter dem Lieferangebot des Vorjahres Zurückbleiben, es wird jedoch in den Wintermonaten langsam wieder ansteigen. Die Zunahme der trächtigen Jungsauen läßt erkennen, daß eine Vergrößerung des Sauen- bestandes eingeleitet ist.
* Förderung des Absatzes von Rübenkraut. Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung- und Landwirtschaft und dem Reichskvmmissar für die Preisüberwachung hat der Vorsitzende der Hauptoereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft eine Anordnung über die Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) erlassen. Die Aktton beschränkt sich auf die westlich der Weser liegenden Gebietsteile der preußischen Provinzen Westfalen und Hannover, auf die westlich der Fulda liegenden Gebietsteile der preußischen Provinz Hessen-Nassau und auf die Rheinprovinz, Oldenburg, Lippe-Detmold, Hessen, Baden, Württemberg sowie die bayerische Pfalz und das Saarland. In diesen Gebieten kann auf Grund der Anordnung vom 17. Juni und 30. September 1934 eine Vergütung zur Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) gewährt werden. Bedingung ist dabei, daß das Erzeugnis den Vorschriften der Normativ- beftimmungen entspricht. Ab 25. Juni besteht die Verpflichtung, beim Absatz des verbilligten Rübenkrautes (Rübensaft) an den Verbraucher einen Kleinoerkaufshöchstpreis von 18 Pf. je lose ausgewogenes Pfund einzuhalten. Die Verbilligung gilt jedoch nur für den Absatz an Verbraucher und nicht für den Absatz zur gewerblichen Weiterverarbeitung. Mit der Durchführung dieser Maßnahme ist die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft betraut worden.
* Die Konserveninduftrie gut d e - s ch ä f t i g t. Die Marktlage in Gemüsekonserven hat sich, wie die Fachgruppe Obst- und Gemüseoerwertungsindustrie berichtet, im Juni weiterhin günstig entwickelt. Unter diesen Umständen verfügen weder die Industrie noch der Groß- oder Kleinhandel über irgendwelche nennenswerte Bestände. In Erbsen und gemischtem Gemüse dürften die Läger restlos geräumt sein. Auch in Bohnen sind nur noch kleine Vorräte in Schnittbohnen vorhanden. Der Handel zeigt daher bessere Kaufneigung als in früheren Jahren für die neue Ernte. In Obstkonserven war der Absatz gut. Die Nachfrage hat im Verhältnis zu den Vorjahren länger angehalten, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, daß die frühen Obstsorten sehr stark unter Frost gelitten haben. Die Herstellung von Obstkonseroen ist in vollem Gange. Bei weiter anhaltender Ernte wird es mög
lich fein, zu normalen Preisen konservierte Erdbeeren zu liefern. Die zur Verfügung stehenden Mengen verbilligter Vierfrucht und gemischter Marmelade sind aufgebraucht. Zur Zeit sind die Schwierigkeiten der Ueberleitung wieder in das normale Geschäft zu überwinden. Bei einer Reihe von Fabriken neigen sich die Rohwarenbestände ihrem Ende zu. Nach dem ab 17. Juni freigegebenen verbilligten Pflaumenmus besteht rege Nachfrage. Da die neue Obsternte bereits angefangen hat, konnte die Gesamtmenge verbilligten Pflaumenmuses wesentlich geringer sein als die der verbilligten Marmeladen. In Obstsäften waren am Anfang des Monats noch erhebliche Bestände vorhanden, die aber infolge des warmen Wetters noch aufgebraucht werden. Die Industrie ist bis zur letzten Möglichkeit beschäftigt und zur Zeit kaum in der Lage, die eingehenden Aufträge restlos aufzuarbeiten.
* Superphosphat-Preise für Herbst 1 9 3 5 unverändert. Laut Mitteilung der deutschen Superphosphat-Jndustrie bleiben die Super- phosphot-Preife für die laufende Herbstoersandzeit, d. h. bis zum 31. Oktober d. I. unverändert. Die Preise für stickstoffhaltige Mischungen richten sich wie üblich nach den neuen Stickstoffpreisen. — Auf alle Abrufe, die bis zum 25. Juli vorliegen und auf Lieferung im Juli lauten, werden Frühbezugsvergütungen in Höhe von 30 RM. je 15 Tonnen für Superphosphat und 15 RM. je 15 Tonnen für Mischungen.
)ihein-Mainische Mittagsbörse.
Tendenz überwiegend fest.
Frankfurt a. M., 3. Juli. Die Börse war erneut überwiegend leicht befestigt, ohne daß aber die Nachfrage des Publikums einen größeren Umfang gehabt hätte. Dagegen betätigte sich die Kulisse in manchen Spezialpapieren etwas lebhafter, so daß die Umsätze gegenüber gestern etwas größer waren.
Am Aktienmarkt war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, meist traten aber Erhöhungen bis zu 1 o. H. ein. Am Montanmarkt waren Har- pener Bergbau lebhafter gesucht, der Kurs stieg auf 114 bis 115 (113). Rheinstahl notierten ausschließlich Dividende 0,25 v. H. höher, ferner gewannen Buderus 0,25 v. H., Klöckner und Stahloerein gaben bis 0,25 v. H. nach. Hvefch lagen mit 107,75 unverändert. Für Elektrvaktien war die Entwicklung bei geringen Umsätzen uneinheitlich, die Veränderungen hielten sich nach beiden Seiten im Rahmen von 0,25 bis 0,50 v. H. Schuckert lagen 0,65 o. H. fester. Lebhafteres Geschäft hatten Daimler in Weiterwirkung der Ausführungen in der Hauptversammlung mit 95,75 (95), außerdem waren Kunstseide Aku auf die Entwicklung des deutschen Kunstseideaußenhandels weiter gesucht und auf 65,40 (64,25) erhöht. Chemische Werte lagen allgemein von 0,25 bis 0,50 v. H. fester, Scheideanstalt gewannen 1 v. H., Goldschmidt 0,65 v. H. Etwas fester eröffneten außerdem Reichsbank mit plus 1,50 v. H., Metallgesellschaft mit plus 1,13 v. H., Hanfwerke Füssen mit plus 1,25 v. H., Muag, Kaufhof und Deutscher Eisenhandel mit je plus 0,25 v. H. Schiffahrtsaktien lagen voll behauptet. Niedriger lagen Moenus Maschinen (minus 1 v. H.). Nach den ersten Kursen war die Haltung uneinheitlich. Deutsche Linoleum, die anfangs mit 167 (169,50) taxiert wurden, erholten sich auf etwa 168,50, während Aku und JG.-Farben nur knapp behauptet waren.
Am Rentenmarkt zeigte sich etwas Nachfrage für späte Reichsschuldbuchforderungen zu 96,75 (96,50), ferner setzten sich die Anlagekäufe in Reichs- bahn-VA. (123,50 nach 123,25) fort, dagegen gingen Altbesitz um 0,40 v. H. zurück. Von Industrie-Obligationen zogen Hoesch 0,50 v. H. an, 6proz. Stahlverein lagen unverändert. Don fremden Werten bröckelten Ungarn und 5proz. innere Mexikaner je 0,13 v. H. ab, Anatolier I und II lagen um 0,90 v. H. fester.
In der zweiten Börsenstunde war die Haltung wieder meist fester und vielfach erfuhren die Kurse Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Das Geschäft blieb relativ lebhaft. Größer war der Umsatz in Kunstseide Aku, die unter mehrfachen Schwankungen auf 66,40 nach 65,40 bis 65,13 anzogen. Auch Daimler mit 96,40 nach 95,75 wurden lebhafter gehandelt. Deutsche Linoleum kamen mit 168 (169,50) zur Notiz und gingen später auf 167,50 zurück. Etwas leichter lagen außerdem Reichsbank mit 191 nach 191,50, ferner bröckelten Kaliaktien leicht ab. Am Kaffamarkt waren einige Brauereiaktien gesucht.
Der variable Rentenmarkt blieb auch späterhin sehr still. Etwas fester lagen 1951er und 1947er Stahlverein-Bonds. Für Goldpfandbriefe erhielt sich Anlageinteresse bei unveränderten Kursen, ßiquibationspfanbbriefe und Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich. Kommunal-Obligationen blieben gut gehalten.
Tagesgeld wurde auf 3 v. H. (3,25 o. H.) ermäßigt.
Abendbörse behauptet.
Bei freundlicher Grundstimmung verzeichnete die Abendbörse nur wenig Geschäft und auch die
Kursveranderunge« hkelten sich in engen Grenzen. Im allgemeinen blieb das Niveau der Aktienkurse im Vergleich zum Berliner Schluß behauptet. Et» was Interesse erhielt sich für Motorenwerte, Daimler 96 (95,90), Motoren Darmstadt 102 (101) und Adlerwerke Kleyer im Freiverkehr 101,50 (100,50). Außerdem zeigte sich einige Nachfrage für Harpe- ner auf die bevorstehende Kapitaltransaktion zu 115 (114,50), auch Rheinstahl, Hoesch Eisen und Stahlverein lagen bis 0,25 o. H. höher. JG.-Farben blieben auf der Basis von Berlin mit 151,65 behauptet, etwas leichter lagen Reichsbankanteile mit 190,13 (190,50). Der Rentenmarkt wurde weiter stark vernachlässigt. Nachfrage zeigte sich nur nach zertifizierten Dollar-Bonds, von denen 6 und 6,5prozentige Preußen mit 65,25 bis 65,50 (64,50) bewertet wurden. Reichsbahn-VA. notierten unv. 123,50, ebenso Altbesitz mit 112,90. Auslandsrenten lagen still, Ungarn Gold weiter abbröckelnd auf 11,50 (11,6250). U. a. notierten: Altbesitz 112,90, 6proz. Stahlverein 101,75, IG. - Farben-Bvnds 128,25, Reichsbahn - DA. 123,50, Commerzbank 91,50, DD-Bank 93,50, Reichsbank 190,13, Harpe- ner 115, Mannesmann 89, Hoesch 107, Rheinstahl 113,13, Stahlverein 84,40, Aku 65,50, AEG. 47,75, Bekula 140,25, Daimler 96, Scheideanstalt 236,50, Deutsche Linoleum 166,75, Licht und Kraft 134, Eßlingen Maschinen 84, JG.-Farben 151,65, Ges- fürel 129,75, Goldschmidt 106, Metallgesellschaft 111,75, Schuckert 122,25, Siemens 180, Westd. Kaufhof 36,25.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 3. Juli. Am Brotgetreidemarkt waren Weizen und Roggen hiesiger Gegend nur schwach angeboten, auch andere Herkünfte wurden nur wenig offeriert. Die Nachfrage der Mühlen bleibt gut. Von Futtergetreide wird Hafer vergeblich gefragt, für Futtergerste machte sich in Erwartung der neuen Wintergerste nur wenig Interesse bemerkbar. Auch am Futtermittelmarkt ist ein weiteres Nachlassen der Nachfrage zu beobachten, nur ölhaltige Artikel und Kleie bleiben begehrt. Das Mehlgeschäft liegt sehr ruhig. Boll- und Nachmehle waren reichlich angeboten, Weizennachmehl ging auf 17,00 (17,25) zurück. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 210, W13 214, W16 218, Roggen R 9 170, R 13 174, R 15 178 (Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets). Futtergerfte G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H 14 172 (Großhandelspreise ab Station). Bei Wasserverladung über 100 Tonnen RM. 3,00 mehr. Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl R 13 (Type 997) 23,80, Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R 15 24,70 (plus 0,50 RM. Fracht-Ausgleich). Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W 13 10,92, w 16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R15 10,44 (Mühlenfestpreise ab Mühlenstation). Soyaschrot m. M. 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 (Fabrikpreise ab süddeutscher Fabrik- ftation). Treber 16,75, Trockenschnitzel —, Heu —, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5,20 bis 5,30, gebündelt 5,10. Tendenz: sehr ruhig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 4. Juli. (Vorbericht.) Auftrieb: 29 Rinder, 3 Ochsen, 4 Kühe, 22 Färsen, 796 Kälber, 9 Schafe, 325 Schweine. Es kosteten: Kälber 28 bis 60, Hämmel 35 bis 38, Schweine 44 bis 51 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, Schweine mittelmäßig.
JtunbfunfProgramm.
Freitag, 5. Juli.
6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Unterhaltungskonzert. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Baumwolle und hohe Politik. Aus der Geschichte eines Rohstoffes. 16.45: Japan, der Staat im Osten (I). Arbeiter und Wirtschafts-Struktur. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk. 18.45: Das Leben spricht! 19: Für luft’ge Leut'. Volksmusik. 19.40: „Partei- Verlag und Rundfunk". Anläßlich des Erscheinens der Broschüre „Hitler erobert die Wirtschaft" von Eugen Hadamowsky, unterhalten sich Wilhelm Baur, Verlagsleiter im Franz-Eher-Verlag, und Dr. Kurt Berendt (Wachswiedergabe). 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Mufica buffa. 20.45: Zur Unterhaltung und zum Tanz. 22: Nachrichten. 22.30: Sportschau der Woche. 23: „An deutschen Brunnen". Funkfolge aus Dichtungen von Goethe, Hebbel, Gottfried Keller, Martin Greif und Arno Holz nebst Liedern von E. Th. A. Hoffmann, Hugo Wolf und Max v. Schillings. 24 bis 2: Sinfoniekonzert des Städtischen Orchesters Heidelberg.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H.
Frankfurt a.M.
Lcrlm
Frankfurt a. M
Serkin
Schluß» kurs
Schlußt. Abendbörse
Schluß« kurö
Schlußt. Mittag« börle
Schluß« kurs
Schlußl. Abcnd« börse
Schluß« kurs
Schlußt. Mtttag«
Oafum
2.7
3.7.
2.7.
3.7.
Datum
2-7.
3-7.
2-7.
3 7-
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 6X2% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
Auslos.-Rechten .............
**/«% Deutsche Reichspostschatz cm-
100,25
97,25
103,75
113,13
100,65
97,5
104
112,9
100,25
97,25
104,13
113,13
100,25
97,25
103,9
112,9
4% desgl. Serie lt .............
6% Rumän. vereint). Rente v. 1903 4X2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier...............
8,13
10
6,2
8,3 10,25
6,25 39,9
11,75
8,25
10,4
6,3
39,75
12,1
7,9
10,5
6,3
40
Weisungen von 1934, I.......
6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929
100,15
100,15
100,4
100,3
Hamburg-Amerika-Paket .....
0
34,74
35
35
35,13
(rückzahlb. 102%)...........
97,75
97,75
97,2
97,5
Hamburg-Südam. Dampfschiff.
0
29,65
33
4X1% ehem. Hessische LandeSbani Darmstadt Gold R. 12......
Norddeutscher Lloyd .......
0
38,25
38,13
38,13
38,25
96,25
96,25
96,25
121
G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
90
90
90,25
89,5
6Xi% ehem. Hess. LandeS-Hypo-
-oemner Handelsgesellschaft ...
5
116,5
115,75
115,75
115,75
thekenbank Darmstadt Lioui ...
100,5
100,5
Commerz, und Privat-Bank ...
0
92,25
91,5
92,5
91,75
4Xi% ehem. 8% Darmst. Komm.
Landesb.Goldschuldverlchr. R.6
Deutsche Bank und Disconto-
92,25
92,5
Gesellschaft................
0
94
93,5
94
93,5
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
dresdner Bank.......
0
94
93,5
94
93,5
Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Sammelabl. Aw
127
127
—
—
Reichsbank ................
12
190
190,13
190,75
190,5
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
115,9
115,9
116
116,5
A.E.G.....................
Bekula....................
Dektr. Lieferungsgesellschaft'...
47,9
47,75
4X»% ehem.8% Franks. Hyp.-Vank
0
47,65
47,5
Goldpfe. 15 unkündbar biS 1935 6Xi% ehem. 4Xi% Franks. Hyp..
Bank-Liqu.-Psandbriefe.......
96,25
96,25
—
—
10
5
141
117,5
140,25
118
140,75
117,5
140,13
118,5
100,9
100,8
■uiuji uno straft ........... 8%
133,75
134
133,75
134,25
Wi% ehem. 4*4% Rheinische
ucucn « vpuuieaume.........
A^"!^4-Elektr.Unternehmung Rheinische Elektrizität ........
Rhein. Wests. Elekir..........
Schuckert & (jo...............
Siemens L Halske............
Lahmeyer LEo..............
0
104,75
105,5
104,75
105,75
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....
4Xi% ehem. 8% Pr. Landespfand.
brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19
101,25
101,5
100,5
101,5
5
5
130
129,75
129,5
133
129,9
135
96,75
96,75
96,75
96,75
6
132,25
132,5
132
132,75
4Xi% ehem. 7% Pr.Landespfand-
4
122,25
122,25
122,5
122,75
briefanst., Gold Komm. Obl.VI
Steuergutsch.BerrechnungSk. 85-89
96,75 107
107
96,75
107
107
7
7
180,5
131,75
180
132,5
180,75
132,5
180
132,25
4% Oesterretchische Goldrente....
33,5
I 33
_
33,25
Buderus ........•••••••
0
105,75
106
105,75
106,25
4,20% Oesterretchische Silberrente
1,85
1,75
1,8
4
111
111,5
111,5
111,5
4% Ungarische Goldrente.......
11,75
11,5
11,75
11,4
0
—
—
——
—
4% Ungarische Staatsrente v. 1910 <Xi% desgl. von 1913..........
5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
11,5
11,65
12,5
11,4
11,5
12,75
11,65
11,5
12,65
11,4
11,5
13
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Ise Bergbau ...............
Oe Bergbau Genüsse........
0
0
8
8
113
158
131,25
115
107
159
131
113,5
107,65
159,5
130,9
114,5
106,75
161,5
130,5
Serie l.....................
—
—
—
—
Mannesmann-Röhre».........
102
89
101,75
89
101,75
89,4
100,75
89,13
Frankfurt a. M.
Berlin
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
Schluß« kurs
Schlußt. Abend« börse
Schluß« kurs
Schlußt. Mittag- börse
2-Juli
3-Zuli
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Datum
2.7-
3.1
2-7-
3.7.
Mansfelder Bergbau.........8
Kokswerke..................6
Phönix Bergbau.............0
Rheinische Braunkohlen .....12
Rheinstahl............—8%
Vereinigte Stahlwerke........0
Otavi Minen ........ o
Kaliwerke Aschersleben........5
Kaliwerke Westeregeln ........5
Kaliwerke Salzdetfurth.....7%
I. G- Farben.Jnvustrte..... 7
Scheideanstalt...............9
Goldschmidt ....... 0
Rütgerswerke ............... 4
Metallgesellschaft...... 4
Philipp Holzmann...... 0
Zementwerk Heidelberg ......5
Cementwerk Karlstadt.........*
Schultheis Patzenhofer .......4
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg...................0
Zellstoff Waldhof ............0
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer Gas......... 7
Daimler Motoren............0
116,75
230 115,9
84,4
17,5
127,5 125 186
152
235
106,25
121 110,65
94,25 118
135
64,25
119 120,25
88
94,75 169,5
36
295 174,5
161
40,5
90,75
190
117
113,13
84,4
17,75
127
124,5
186
151,65
236
106
122
111,75
94
119,25
135
65,5
119
120
88,75
96
166,75
36,25
175,5
158,5
41
91,25
190
116,75 125,13
230
116
84,13
17,9
127 124,5 186,5
151,65
106,5
121
110,65
94,25
114,5
63,9 118,75 120,25
89
141,65
94,13
170 91,13 36,25
295 174,5
160,75
403
190
117
126,4
230
113
84,13
17,9
127,5
124,75
186
151,65
106,25
122
111,75
93,75
114,75
65,4
119,5
120,75
89,5 142,25
95,9
166,5
91,4
36,5
295
175
158,5
£
191
Buenos Atre- Brüssel ...
Rio de Jan.
Sofia ....
Kopenhagen Danzig...
London... Helstngfors Paris ....
Holland .. Italien...
Japan.... Jugostawien OSlo.....
Wien.....
Lissabon.. Stockholm.
Schweiz ..
Spanien..
Prag.....
Budapest .
Neuyort..
0,658
41,885
0,139
3,047
54,48
46,87
12,20
5,38
16,39
168,72
20,42
0,717
5,649
61,32
48,95
11,07
62,92
81,09
33,99
10,34
2,470
2
0,662 41,965
0,141
3,053
54,58
46,97
12,23
5,39
16,43
169,06
20,46 0,719
5,661
61,44
49,05
11,09
63,04
81,25
34,05
10,36
2,474
Zanknoten.
0,658 41,885
0,139
3,047
54,50
46,89
12,205
5,38
16,40 168,76
20,42 0,717 5,649 61,35 48,95
11,075
62,94
81,11
34,00
10,345
2,472
0,662
41,965 0,141
3,053
54,60
46,99
12,235
5,39
16,44
169,10
20,46 0,719
5,661
61,47
49,05
11,095
63,06
81,27
34,06 10,365
2,476
Berlin, 3-3ull
Geld
Briet
Amerikanische Stoteu..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten .................
Englische Noten .................
2,424
41,72
54,29
12,17
16,35
168,34
19,86
61,14
62,72
80,88
33,64 .
2,444
41,88
54,51
12,21
16,41
169,02
19,94
61,38
62,98
81,20
33,78
OrensteinL Koppel .......... 0
Westdeutsche Kaufhof.........0
Chade.................. 0
Accumulatoreu-Fabrik....... 12
Contt-Gummt...............8
Grttzner................... 0
Mainkraftwerke Höchst a.M...» 4
Süddeutscher Zucker.........9
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten.................
Ungarische Note«................


