Ausgabe 
4.7.1935
 
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Eportkurse des Sportamts Gießen Kraft durch Freude".

Mit dem 1. Juli setzt das neue Vierteljahres- Programm des SportamtsKraft durch Freude" ein. Kurse aller Art geben allen Volksgenossen die Möglichkeit, billig und bequem unter Anlei- tuna von geprüften Lehrkräften Leibesübung zu treiben. Niemand ist zu alt oder zu ungelenk zu den KdF.-Sportkursen! Die Gebühren für die Kurse sind so niedrig gehalten, daß ein Jeder daran teilnehmen kann. Auskunft aller Art er­teilt das Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18, , Tel. 2919. Sprechstunden täglich von 813 Uhr.

Bisher hat das Sportamt Gießen folgende Kurse aufgestellt:

Allgemeine Körperschule.

Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit möglich. Ab 2. 7. Dienstags von 1921 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg); ab 4. 7. Donnerstags von 1618 Uhr, Universitätssport­platz (Kugelberg); ab 5. 7. Freitags, von 2021,15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße.

Fröhliche Gymnastik und Spiele.

Nur für Frauen. Eintritt jederzeit möglich. Ab 4. 7. Donnerstags, von 2021 Uhr, für Jüngere, Lyzeum, Dammstraße; ab 4. 7. Donnerstags, von 2122 Uhr, für Aeltere, Lyzeum, Dammstraße; ab 5. 7. Freitags, von 20,3021,30 Uhr, Lollar, Gast­haus zur Linde.

Reichssporkabzeichen.

Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 4. 7. Donners­tags, von 18.3020.30 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg).

Reiten.

Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab 8. 7. Montags, von 2122 Uhr jeweils Reitschule Schömbs, Brand­platz; ab 2. 7. Dienstags, von 2122 Uhr; ab 10. 7. Mittwochs, von 2021 Uhr; ab 5. 7. Frei­tags, von 2021 Uhr.

Zu diesen Kursen werden noch Anmeldungen, schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten, entgegengenommen. Weitere Kurse für Reiten können nach Bedarf als Frühkurse von 6.30 bis 7.30 Uhr und als Abendkurse von 2122 Uhr eingerichtet werden. Auch hierzu ist baldige schrift­liche Anmeldung an das Sportamt erforderlich.

Leichtathletik.

Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit möglich. Ab 6. 7. Samstags, von 1719 Uhr, Universitätssportplatz (Kugelberg).

Schwimmen.

Für Frauen und Männer gemeinsam. Ab 3. Juli Mittwochs, von 20 bis 21 Uhr, im Volksbad; ab 3. Juli Mittwochs, von 21 bis 22 Uhr, im Volksbad; ab 1. Juli Montags, von 18 bis 19.30 Uhr, Bade­anstalt des Männerbadevereins; ab 6. Juli Sams­tags, von 16 bis 17.30 Uhr, Lollar, Lahnbadeanstalt.

Tennis.

Für Frauen und Männer gemeinsam. Für An­fänger, Eintritt nur bei Kursusbeginn möglich. Ab l.Juli Montags, von 18 bis 19 Uhr; ab 1. Juli Montags, von 19 bis 20 Uhr; ab 2. Juli Dienstags, von 6.30 bis 7.30 Uhr (Tennisplätze am Schützen­haus). Für Fortgeschrittene (Uebungsstunde ohne Lehrer) Eintritt jederzeit möglich. Nach Verein­barung. Städtische Tennisplätze am Schützenhaus. Zu den Tenniskursen ist ebenfalls baldige schriftliche Anmeldung mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten an das Sportamt erforderlich. Für die An­fängerkurse werden Schläger und Bälle vom Sport­amt gestellt, für Fortgeschrittene werden Bälle gestellt.

Sporffurfe in Lollar.

Wie schon oben angegeben, laufen in Lollar vor­erst folgende Kurse: Ab 5. Juli Fröhliche Gymnastik und Spiele, Freitags von 20.30 bis 21.30 Uhr, Gasthaus zur Linde. Ab 6. Juli Schwimmen, von 16 bis 17.30 Uhr, im Lahnbad.

Boxen.

Für einen Boxkursus liegen schon Anmeldungen vor, so daß in der nächsten Woche begonnen werden kann. Wer noch teilnehmen will, melde sich baldigst beim Sportamt!

Kurse in Großen-Vuseck, Wieseck, Heuchelheim und Großen-Linden.

In den vorgenannten Orten werden in nächster Zeit KdF.-Sportkurse verschiedener Art eingerichtet. Interessenten erhalten Auskunft bei den zuständigen Orts- oder BetriebswartenKraft durch Freude" oder beim Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18.

Daten für den 5. Juli.

1884: Gründung deutscher Kolonien (Nachtigal hißt an der Togoküste die deutsche Fahne); 1929: der Forschungsreisende und Kolonialgeograph Hans Mayer in Leipzig gestorben (geboren 1858).

Daten für den 6. Juli.

1415: Johann hus wird in Konstanz als Ketzer verbrannt (geboren wahrscheinlich 1369). 1535: der Großkanzler, Staatsmann und Humanist Sir Thomas More (Merus) in London enthauptet (ge­boren 1478). 1808: der Historiker Johann Gu­stav Droysen in Treptow geboren (gestorben 1884); 1832: Ferdinand Maximilian in Schönbrunn, Kaiser von Mexiko, geboren (1867 in Querstaro erschossen). 1853: der Hygieniker Max o. Gru­ber in Wien geboren (gestorben 1927); 1887: der Dichter Walter Flex in Eisenach geboren (ge­fallen 1917 im Kampf um Oesel).

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 4. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 140 bis 142 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing, grün, 12 bis 15, Weißkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben, Bün­del 8 bis 10, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 25 bis 40, Ersen 25 (Zuckerschoten 35), Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 40 bis 50, Zwiebel, das Bündel 10 bis 12, das Pfund 15 bis 18,Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln, alte, das Pfund 4S, der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 15 bis 22, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 35 bis 40, Apri­kosen 50, Kirschen 35 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 45, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 20, Erd­beeren 35 bis 50, junge Hahnen, das Pfund 90 bis 100, Suppenhühner, das Pfund 70 bis 80, Tauben, das Stück 50, Nüsse 45, Eier, inländische 10, Blu­menkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salataurken 20 bis 40, Oberkohlrabi, das Stück 8 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.

vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: NSG.Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr für

jüngere <inb 21 bis 22 Uhr für ältere Frauen. Fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum, Dammstraße. 16 bis 18 Uhr Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Großreinemachen". 21.23.: Zusammenkunft der Damen in Annerod.

*

** Gießener Ferienkinder wieder zu Hause. Am Mittwochmittag kamen die von der NSD. in Wiesbaden untergebrachten Gießener Ferienkinder wieder zurück. Von den etwa 200 Kindern stiegen einige schon in Großen-Linden aus, andere mußten von Gießen aus noch, nach Lollar, Grüningen u. a. weiterfahren. Die Wiederfehens- freuüe mit den Eltern war groß. Die Kleinen hat­ten viel zu erzählen von den lieben Pflegeeltern, der schönen Stadt und der einzigartigen Rhein­tour, die sie unternommen hätten. Um 16.30 Uhr trafen dann auch die Kinder aus dem Kreise Alzey ein, die nicht minder begeistert waren von ihrem Ferienaufenthalt. Im Laufe des Nachmittags kamen ferner die in Bad Orb untergebrachten Ferienkinder an, die, wie alle anderen, der Ansicht waren, daß die vier Wochen leider allzuschnell ver­gangen waren.

** Schutz den Pferden! Der Landschafts­bund Volksbund und Heimat schreibt uns: Immer noch werden Klagen darüber laut, daß alte gebrech­liche Pferde rücksichtslos zu schwerer Arbeit ver­wendet und ihnen dieselben Lasten aufgebürdet werden wie gesunden Tieren. Unaufhörlich wird an den Zügeln gerissen, mit der Peitsche geschlagen oder mit den Füßen nach den armen Tieren 'ge­treten. Auch Futtermangel und andere Leiden müs­sen die armen Pferde oft erdulden. Gerade in den heißen Tagen kann man beobachten, daß die Pferde stundenlang in der grellen Sonnenhitze dursten, während ihr Herr, in Schenken sitzend,

nicht auf die Qualen seines Pferdes achtet. Wir er­suchen alle Tierfreunde, sich bei Ansichtigwerden solcher Roheiten der armen Tiere mutig anzuneh­men und solche Vernachlässigungen zur Anzeige zu bringen.

** Was der Bauer vom Juli hält. In der Fülle der Bauernregeln für den Monat Juli nimmt die Mehrzahl Bezug auf die kommende Ernte. Sonnenschein oder Regen um diese bei­den wichtigen Gaben des Himmels kreisen die Mei­nungen und Wünsche und es ist keine Frage, daß gerade jetzt der Bauer soviel Sonne als nur möglich herbeisehnt, denn von ihr hängt ja das Ge­deihen der Ernte ab. So heißt es im Volksmund: Im Juli warmer Sonnenschein, macht alle Früchte rein und fein". Andererseits hören wir:Juliregen nimmt den Erntesegen." undWechselt im Juli stets Regen und Sonnenschein, er wird im nächsten Jahre die Ernte reichlich sein." Sonne und Wärme ver­langen auch die Reben:Vincenzen (19. Juli) Son­nenschein, füllt die Fässer mjt Wein." Anzüglich sagt eine andere Bauernregel:Wenn recht viel Goldkäfer laufen, braucht der Winzer den Wein nicht zu saufen." Der Jakobitag spielt im alten Bauernspruch eine bedeutsame Rolle:Ist es drei Tage vor St. Jakobus schön, wird gut Korn geraten auf den Bön (Böden), so es aber an diesen Tagen regnen wird, zeigts, daß das Erdreich wenig ge­biert." Will man wissen, ob eine Regenperiode be­vorsteht, so soll man auf das Wetter am Sieben­brüdertag (10. Juli) achten, denn:Regnets am Siebenbrüdertag, hat man sieben Wochen Regens­plag".

* Zahlungsanmahnung. Die Direktion der städtischen Betriebe weift im heutigen Anzeigen­teil darauf hin, daß die fälligen Strom- und Gas­gelder für den Monat Mai noch bis zum 15. Juli ohne Kosten bezahlt werden können. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht.

Oberheffen.

kehrsunsall. Ein Gießener Architekt fuhr mit seinem Kraftwagen gegen einen Baum. Der Lenker des Kraftfahrzeuges erlitt glücklicherweise nur leichte Schnittverletzungen an einer Hand. Der Wagen wurde schwer beschädigt und mußte abgeschleppt werden.

> Holzheim, 3. Juli. Am gestrigen Mittwoch fand die Musterung der Gestellungspflichtigen aus Holzheim in Gießen statt. Mit geschmücktem Leiter­wagen fuhren sie morgens durch das Dorf nach Gießen. Als sie wieder zurückkehrten, war fast die gesamte Einwohnerschaft auf den Beinen. Die zu­künftigen Rekruten zogen mit Gesang durch das Dorf, um bei Dorfschönen und Bekannten Speck und Eier zu sammeln. Abends wurde dann in der Wirtschaft das Gesammelte verzehrt, und bei Bier und Tanz verlebten sie unter Beteiligung der Dorfjugend einige schöne Stunden.

oo Eberstadt, 3. Juli. Die Heuernte geht hier schon ihrem Ende entgegen. Durch das schöne Wetter, das in der vergangenen Woche ein­setzte, gingen die Arbeiten rasch vonstatten. Die Ernte ist quantitativ und qualitativ sehr gut aus­gefallen. Der Wunsch unserer Gemeinde, wieder eine eigene Hebamme zu haben, ist nun in Erfüllung gegangen. Unsere neue Hebamme Frau Hedwig G o r r ist jetzt von ihrem einjährigen Lehrkursus in Mainz zurückgekehrt. Sie wird in Zukunft dieses verantwortungsvolle Amt in unserer Ge­meinde bekleiden. Seither wurde der Hebammen­dienst durch die Hebamme von Dorf-Gill versehen.

Kreis Alsfeld.

# Ober-Ohmen, 3. Juli. Gestern wurde hier das Heugras von den Gemeindewiesen an Ort und Stelle versteigert. Die Angebote lagen allgemein niedriger als im Vorjahr, angesichts des besseren Heuertrages auf den eigenen Wiesen der Bauern. Die Preise waren unterschiedlich, je nach Größe, Lage und Futterart der einzelnen Stücke. Durch­schnittlich stellte sich eine Pferdefuhre auf 10 bis 20 Mark.

Starkenburg.

Tödlicher Verkehrsunfall.

* Lich, 4. Juli. In der vergangenen Nacht er­eignete sich hier, am Ortsausgang nach Gießen zu, ein Verkehrsunfall, der schwerste Folgen nach sich zog. Der Geschäftsreisende Otto Römer aus Gie­ßen, der sich auf der Fahrt von Lich nach Gießen befand, aber aus irgendeinem Grunde nach Lich zurückfuhr, stieß mit seinem Kraftwagen auf dem höchsten Punkt der Straße, unweit des Amtsgerichts, gegen ein anderes Auto, das dort etwa in der Mitte der Fahrbahn stand. Der Zusammenstoß war sehr heftig. Der Gießener Wagen überschlug sich. Die beiden Insassen, der Geschäftsreisende Otto Römer und ein Fahrgast namens Kneipp, ebenfalls aus Gießen, erlitten schwere Verletzungen und wurden sofort in das Licher Krankenhaus gebracht. Römer hatte schwere Schnittwunden an der rechten Hals­seite erlitten. Noch im Laufe der Nacht wurde er in die Klinik nach Gießen gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. Der Fahrgast erlitt eine Gehirnerschütterung und mußte ebenfalls in ärzt­liche Behandlung gebracht werden. Der Lenker des anderen Kraftwagens erlitt nur unwesentliche Ver­letzungen. Die Gendarmerie nahm sofort die Er­mittlungen über die Ursache des Unfalles auf.

Landkreis Gießen.

ch Lollar, 3. Juli. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen) hielt eine Besichtigung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr und der Werksfeuerwehr der Buderusschen Eisenwerke ab. Beide Wehren zeigten zunächst Fuß- und Geräte­übungen. Dann folgte ein Brandangriff auf die Schulgebäude. Diesem lag die Annahme zugrunde, die neue Schule sei durch Blitzschlag in Brand ge­raten. Die Freiwillige Feuerwehr bekämpfte das Feuer mit sechs Schläuchen und rettete die im Schulhaus befindlichen Kinder. Weiter wurde an­genommen, das Feuer fei auf die alte Schule über­gesprungen, so daß die Freiwillige Feuerwehr des Feuers nicht allein Herr werden konnte und deshalb die Werksfeuerwehr zu Hilfe rufen mußte. Plötzlich ertönte die Sirene der Main-Weser-Hütte. Auf dem Werk selber war der Annahme nach im Wohlfahrts­gebäude ein Brand entstanden, zu dessen Bekämp- ung die Werkswehr nun sofort eilte, da die Gefahr an der Schule beseitigt war. Als die Freiwillige Feuerwehr einrücken wollte, wurde auch sie zur Hilfe auf das Werk gerufen, um den dortigen Brand zu bekämpfen. Die außerordentlich interessante lebung wurde dann abgebrochen. Der Kreisfeuer­wehrinspektor hielt Kritik, wobei er betonte, daß beide Wehre» Hand in Hand arbeiten müßten. Als­dann rückte die Freiwillige Feuerwehr unter den Klängen der Kapelle ins Vereinslokal Nuhn, wo sich ein gemütliches Beisammensein anschloß. Die Ferienkinder, die vier Wochen zur Erholung hier waren, reiften vor einigen Tagen wieder in ihre Heimat Bottrop zurück. Insgesamt waren 30 Ferienkinder in der hiesigen Ortsgruppe unter­gebracht, davon 19 in Lollar. Die Kinder haben sich durchweg gut erholt.

wg. Großen-Buseck, 3. Juli.. Durch den Abschluß der Notstandsarbeiten der Feldbereinigung sind viele Veränderungen in der Gemarkung entstanden. Der ca. 60 bis 70 Morgen große Untere Schwalbenwald wurde im Laufe der letzten Winter sowie ein kleiner Teil des Schliebergs und der Oberstruth abgeholzt. Der hier­durch gewonnene Boden wurde zu Ackerland ange­rodet. Als Ersatz für den Wald wurde das steinige Ackergelände auf der Hessen und dem Galgenberg der Gemeinde übergeben. Ein Teil dieses Geländes wurde schon im Laufe des letzten Frühjahrs auf­geforstet. Weiterhin wurden noch alle links von der Wieseck liegenden neue und alte Wege fahrbar ausgebaut, hierdurch ist jedem Landwirt die Mög­lichkeit gegeben, sein Grundstück von beiden Seiten befahren zu können. Eine größere Anzahl neu angelegter Entwässerungsgräben haben sich auch bei den letzten niedergehenden schwe­ren Gewittern sehr gut bewährt. Wo sonst das Wasser ganze Stücke Land mittriß, ist der Schaden nunmehr verhütet worden. An sehr stark abschüssi­gen Stellen wurden diese Gräben sogar mit Steinen ausgestellt, um auch hier größere Wasserschäden zu verhindern. Dieselben Arbeiten wurden auch auf dem Gelände rechts der Wieseck ausgeführt, hier elbst wurde noch der Welsbach von der Quelle an n ein neues Bett verlegt. An dem Bach selbst ührt ein sechs Meter breiter Weg, der sogenannte Weidwea entlang, der den hauptverkehrsweg in diesem Gelände darstellt. Durch diese Arbeiten, die etwa ein halbes Jahr andauerten, hatten 50 bis 60 Mann Arbeit gefunden. Die Planung lag in den Händen des hessischen Kulturbau­amtes Gießen. Im Laufe der vergangenen Jahre wurde noch im Rahmen des Arbeitsbeschaf- ungsprogramms verschiedene Hauptfeldwege chaus- iert und die Regulierueng der Wieseck und der Krebsbach ausgeführt. Bei der im Laufe der

vergangenen Woche abgehaltenen Grasverftei- g e r u n g kamen 27 Morgen Gemeindewiesen zum Ausgebot. Einige Morgen Heugras blieben für das Gemeindefaselvieh zurück. Es wurde je nach Qua­lität und Quantität je Morgen 5 bis 20 Mark ge­boten. Die Heuernte ist in unserer Gemarkung so­weit vollendet. Quantitativ ist sie als sehr befrie­digend zu bezeichnen. Da aber infolge der voraus­gegangenen ungünstigen Witterung der Beginn des Grasschnitts um ca. zwei bis drei Wochen hinaus­geschoben werden mußte, ist der Nährwert des ge­ernteten Futters erheblich geringer. Die dies­jährige Obsternte fällt nicht so aus, wie es der Blütenansatz des Frühjahrs versprach. Nur einzelne Obstsorten bringen eine Mittelernte. Es ist dies darauf zurückzuführen, daß der anhaltende und ver­spätete Frost die in der Blüte stehenden Bäume schwer geschädigt hat. Durch das schwere Wetter in der Freitagnacht ist ein großer Teil des Ge­treides in Lagerfrucht umgewandelt worden. Dieses bedeutet für unsere Landwirtschaft Mehrarbeit. Beim Baden in der Wieseck zwischen Großen-Buseck und Trohe machten Jungens einen eigenartigen Fund. Oberhalb des Wehres förderten sie an einer verhältnismäßig tiefen Stelle eine größere Anzahl Fahrraddynamos und andere Fahrradteile zu Tage. Die Dyna­mos, anscheinend neu, waren noch brauchbar. Man nimmt an, daß diese Sachen gestohlen und aus Angst vor der Entdeckung des Diebstahls in die Wieseck geworfen worden sind.

= Steinbach, 3. Juli. Die Heuernte ist bei den meisten Landwirten beendigt und das Heu sehr gut eingebracht. Nicht nur der Güte, sondern auch der Menge nach ist das Heu sehr gut ausgefallen. Es wurde ungefähr soviel Heu geerntet, wie im vergangenen Jahre Heu und Grummet zusammen. Am gestrigen Mittwoch fand die Musterung der hiesigen Rekruten statt. Die zukünftigen Solda­ten hatten schon am Tage vorher das nötige Wal­desgrün zum Schmücken ihres Wagens eingehakt und gestern früh fuhren sie in dem mit frischem Grün und den Fahnen des neuen Reiches ge­schmückten Wagen zur Musterung nach Gießen.

* Lang-Göns, 4. Juli. In der vergangenen Nacht ereignete sich unweit unseres Ortes ein Der-

Das Kunstwerk des Monats im Hessischen Landesmuseum.

LPD. D a r m st a d t, 3. Juli. Als Kunstwerk des Monats hat das hessische Landesmuseum eine mittelrheinische Tonplastik, fliegender Engel, herausgestellt. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammt das Kunstwerk aus der Binger Pfarrkirche und ist um die Wende des 14. Jahrhunderts in einer Mainzer Werkstatt entstanden.'

Wegen betrügerischer Lieferung von NSV.-Koh!en verurteilt.

Darmstadt, 3. Juli (LPD.) Auf die NSV.. Scheine war von den Kohlenhändlern Ruhrkohle zu liefern, aber eine Pfungstädter Kohlenhändlerin und ihre beiden Söhne hatten die einige Pfennige billigere schlesische Kohle an die Betreuten geliefert. Dazu fehlten, als das Gewicht kontrolliert wurde, am Zentner zwei bis drei Pfund, einmal sogar ein halber Zentner. Wegen Schädigung des Volksvermögens und Betrugs standen die drei Beschuldigten jetzt vor der Großen Straf­kammer. Der Staatsanwalt beantragte gegen alle Angeklagten je ein Jahr Zuchthaus. Das Gericht sah jedoch nur fortgesetzten Betrug als ge­geben an und verurteilte die Händlerin und. einen Sohn zu vier Monaten, den anderen Sohn zu drei Monaten Gefängnis.

Lpd. Darmstadt, 3. Juli. Unter der Anklage der fortgesetzten Abtreibung hatte sich vor dem Schwurgericht die 42jährige Frau Elisabeth Alex aus Darmstadt zu verantworten. Mit ihr waren über ein Dutzend Frauen und Mädchen im Gerichts­saal erschienen, um verhört zu werden. Die Ange­klagte ist bereits wegen des gleichen Verbrechens zweimal vorbestraft; dennoch nahm sie im Jahre 1932 ihrePraxis" wieder auf, die sie bis Ende des vergangenen Jahres betrieb, angeblich aus wirt­schaftlicher Not, obwohl ihr Mann wöchentlich bis zu 60 Mark verdient. Nach eingehender Beweisauf­nahme erkannten die Geschworenen auf sechs Jahre ein Monat Zuchthaus; fünf Mo­nate Untersuchungshaft wurden angerechnet.

Zuchtfohlenmarkt in Nieder-Weisel.

Nieder-Weisel, 3. Juli. Der bekannte Zuchtfohlenmarkt der Pferdezüchter-Vereinigung Oberhessen im Landesverband der Pferdezüchter in Hessen-Nassau war auch in diesem Jahre sehr gut besucht und ausgezeichnet beschickt. Die Ver­anstaltung wurde für Nieder-Weisel zu einem fdst- lichen Ereignis. Bereits in den Morgenstunden begannen die Schauvorführungen, hierzu hatten sich der bekannte Förderer der oberhessischen Tier­zucht, der Leiter des . Tierzuchtamtes Oberhessen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, der frühere Direktor des Tierzuchtinstituts der Landes­universität, Professor Dr. Craemer, Dr. Wag­ner von der Landesbauernschaft Frankfurt a. M. u. a. eingefunden. Während der Schau traf auch der Kreisbauernführer Ott- Usingen ein.

Der Ortsbauernführer, Beigeordneter h a u b , begrüßte die Erschienenen mit einem Hinweis auf die Erfolge der Nieder-Weiseler Pferdezucht. Das Preisgericht hatte schwierige Arbeit zu leisten. In der Gruppe der Kaltbluttiere standen die Tiere des letzten Jahrganges des vorzüglichen Fuchshengstes Wrangel" und nur vereinzelt die Fohlen des be­kannten SchimmelhengstesCaligula" zur Schau, während in der Gruppe der Warmblutfohlen zum ersten Male solche des schwarzbraunen Oldenbur­ger HengstesEmigrant" erschienen. Das Mate­rial der Kaltblutfohlen, und zwar das der Stuten und der Hengste war durchgehend besser als das der Warmblutgruppe. Es wurden wieder eine Reihe von Prämien ausbezahlt.

Anschließend an die Prämiierung nahm der Landesstallmeister Dr. Dender die Versteigerung vor, die verhältnismäßig gute Preise erzielte, aber nur einen langsamen Verlauf nahm. Es wurden nur die prämiierten Tiere umgesetzt. Für Kalt­blut Stut- und Hengstabsatzfohlen fand sich gleiches reges Interesse. Warmblut war weniger gefragt. Die Begründung für den geringeren Absatz lag da­ran, daß die hier aufgetriebenen Tiere noch ver­hältnismäßig sehr jung waren und daß durch den, namentlich von Odenwälder und rheinhessischen Züchtern und Bauern stark besuchten Reichelsheimer Fohlenmarkt, das Interesse nicht mehr so groß war. Im Ganzen reihte sich der Erfolg dieser Veranstal­tung würdig an die der Vorgänger an. Die Preise bewegten sich zwischen 300 und 580 Mark. Nach der Versteigerung wurde für den Ueberftanb der freie Verkauf zugelassen. Am Nachmittag wurde durch einen Umzug noch einmal das aus­

gezeichnete Nieder-Weiseler Pferdematerial zur Schau gestellt.

An dem Umzug schloß sich eine Kundgebung an, bei der Kreisbauernführer Ott- Usingen sprach'.

Oie prämiierungsergebnisse.

Kaltblut.

Für Stut fohlen: la-Preis: Heinrich Adam Ohly, Gambach; 1b: Wilhelm Ohly, Nieder-Weisel; 2a: Joh. Heinrich Hildebrand, Nieder-Weisel; 2b: A. I. Bill, Nieder-Weisel; 3a: Karl Weisel, Gam­bach; 3b: Joh. heinr. Adami II., Nieder-Weisel; 3c: Konr. haub III., Nieder-Weisel; 3d: Ernst Knorr, Eberstadt; 3e: hch. Heinz III., Nieder-Weisel; An­erkennungen: hch. Daemon, Pohl-Göns; Konrad haub III., Nieder-Weisel; Jak. Knipper, Nieder- Weisel; Fr. I. Langstroff, Oppershofen; I. K. Langstroff, Oppershofen; Karl Studt III., Nieder- Weisel; Albin Wilhelm, Münster; heinr. Bock IV., Münzenberg.

Für Heng st fohlen: 1. Preis: Jakob Kraus­grill VIII., Nieder-Weisel; 2a: Aug. Schneider III., Ostheim; 2b: Jan. Wild, Rockenberg; 3a: Karl Huber, Ostheim; 3b: Konr. Daemon, Hochweisel; 3c: hch. Hasser I., Nieder-Weisel; 3d: Wilhelm Reul, Ober-Hörgern; 3e: Wilh. Wagner, Kirch-Göns; An­erkennungen: hch. Beier VII., Oppershofen; Georg Bill III., Nieder-Weisel; Rudolf Dueringer, Ober- Hörgern; PH. Krausgrill, Karl Maß, Karl Studt II., sämtlich aus Nieder-Weisel.

Warmblut.

Für Stu tf oh len: la-Preis: Gustav Weber, Ober-Hörgern; 1b: I. G. Langstorff, Rockenberg; le: Paul Buß, Gambach; 2a: Arthur haub, Nieder- Weisel; 2b: Alb. Straßheim, Griedel; 2c: hch. Ldw. Dreut, Griedel; 2d: August Weil II., Lang-Göns; 3a: Alb. Troester, Griedel; 3b: Alb. Troester, Grie­del; 3c: Georg Hildebrand VI., Nieder-Weisel; 3d: E. Werner, Ostheim; 3e: Ehr. Häuser, Ostheim; An­erkennungen Aug. Müller, Ostheim; Gustav Weber, Ober-Hörgern; August Weil II., Lang-Göns; Fr. Winter, Nieder-Weisel; Aug. Klink, Rockenberg.

Für Hengstfohlen: 1. Preis: Rudolf Koch, Trais-Münzenberg; 2a: Gg. Bill II., Nieder-Weisel; 2b: Jul. Buhlmann, Westerfeld; 3a: Albert Bopp, Griedel; 3b: Eugen Dietz, Griedel; 3c: Gustav Rei­mer, Gambach; Anerkennungen: Ernst Bill, Nieder- Weisel; Wilhelm Alles II., Ober-Hörgern; W. Otto Dietz, Griedel; Gustav Schmidt, Griedel; Alberk Brückel, Lang-Göns.