puschten gespannt der guten Wiedergabe der Jte- den unseres Führers und seiner engeren Mitarbeiter. Der Film mit seinen ausgezeichneten Ausnahmen von den Großveranstaltungen der für Die Teilnehmer unvergeßlichen Parteitagung hielt Die jugendlichen Besucher zwei volle Stunden ununterbrochen im Bann. Die herrlichen Bilder von der Ankunft des Führers und seiner begeisterten Ausnahme durch die vielen tausend Parteitagteilnehmer ließen die Besucher die Stunden höchster Begeisterung miterleben. Ueberwältigend war der Eindruck von den einzelnen Festabschnitten: die Besucher gewannen einen Einblick in die Ber- pflequng der vielen tausend Menschen, sahen das Leben und Treiben und die Unterbringung in der Zeltstadt, ferner die Aufmärsche der einzelnen Parteiorganisationen, der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes und vieles andere mehr. Am gestrigen Mittwochvormittag wurde den übrigen Schulern unserer Stadt und der Nachbarorte der Film gezeigt.
Otto Gebühr zum ersten Mal im Gtadttheater Gießen.
Ein künstlerisch hochwertiges Schauspiel von einem guten Ensemble gespielt sind die Voraussetzungen für das Gastspiel Otto Gebührs mit seinem Berliner Ensemble am Samstag, 6. Juli im Stadttheater. Unter der Spielleitung von Heinz Kluber- tanz wird das dreiaktige Schauspiel „Zwischen Abend und Morgen" von Zdenko von Kraft in Szene gehen. Der Abend ist ein Erlebnis für jeden Theaterbesucher, dem der Besuch des Theaters ein Abend der Freude und Erbauung bedeutet. Der Völkische Beobachter schreibt gerade über dieses Gastspiel mit Otto Gebühr, man solle heute solche Stucke häufiger aufführen auch vor unserer SA.- und SS.- Karneraden und der HI. Man wird am Samstag das Theater verlassen mit dem Gefühl, um ein großes und schönes Erlebnis reicher geworden zu fein. Da die Kasse wegen der Abonnementsmeldungen täglich von 10 bis 13 Uhr geöffnet ist, werden Kar- ten bereits heute während Der Kassenstunden verkauft. Dorbestellte Karten müssen von den hiesigen Theaterbesuchern bis spätestens Samstagmittag 13 Uhr abgeholt sein, da sonst anderweitig über nicht abgeholte Karten verfügt werden muß.
Gemeindeabend der Männer- vereinigung oer Petrus-Gemeinde.
In einem von der neugegründeten Männervereinigung der Petrusgemeinde zu Gießen veranstalteten Gemeindeabend, der recht gut besucht war, sprach, wie man uns berichtet, Propst Knodt nach dem Eingangslied des Frauenchors, sowie nach Gebet und Begrüßung des Gemeindepfarrers Trapp über das Thema:' „Deutschglaube oder Christus- glaube". Der Redner zeigte die Spannungen auf, die zwischen den beiden Richtungen vorhanden sind und die nur fruchtbringend sein können, wenn wir uns damit beschäftigen und für unser Christenleben etwas aus diesen Kämpfen und Spannungen lernen. Der Redner mahnte Ernst zu machen mit dem christlichen Glauben und sich zu bemühen, den Gegner mit Liebe und Ehrerbietung zu hören und zu verstehen, wie es Professor Hauer, der Führer der Deutschen- Glaubensbewegung, verlange, wenn er sagt, daß die Auseinandersetzung in ritterlicher Weise erfolgen müsse. Wenn Christen da seien, Denen man es anmerkt und abspürt, was sie glauben können, dann wird der Kampf für die Kirche ein gesegneter sein.
Pfarrer Trapp dankte dem Redner für seine wertvollen Ausführungen, die mit großer Aufmerksamkeit von den Gemeindegliedern ausgenommen wurden. Alsdann schloß sich eine Aussprache an, an der sich außer Dem Gemeindepfarrer, der die Gedanken des Redners fortführte und an Hand von Beispielen aus dem Leben Ergänzungen hin- zufügte, noch einige Gemeindeglieder beteiligten. Nach Dem Gebet unD GemeinDelied wurDe Der an- regenD verlaufene GemeindeabenD geschlossen. maramBiu.-uuMB hmlh »mw m—i im. ■ i .»■ j— aii h iw —m r—— Wamm verkennst d« mich,
darbma?
Roman von Liane Sanden
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 26 Fortietzuna Nachdruck oerbotenl
Als Schwester Mechthildis herausgegangen war, um dem wartenden Hausmädchen Bescheid zu geben, fragte Magdalena leise:
„Und Mackenroth — darf er nicht einen Augenblick einmal dir selber sagen, wie er sich gesorgt hat, wie er dir baldige Genesung wünscht? Er hat es um dich verdient!"
lieber Barbaras bleiches Gesicht floß eine glühende Röte:
„Wenn du glaubst, daß er Wert darauf legt!"
Sie hatte auf einmal ein Kleinmädchengesicht und nichts mehr von beirt Selbstsicheren, Hochmütigen aus der Zeit vor ihrer Krankheit. Magdalena kam sich plötzlich sehr überlegen vor:
„Du Törichtes, du wirst ja sehen, ob er Wert Darauf legt! Soll ich ihn holen?"
Da wurde Barbara noch röter:
„Aber doch nicht jetzt gleich!" sagte sie. „Ich muß mich doch erst ein wenig zurechtmachen. In — in einer halben Stunde."
Magdalena beugte sich über Barbara, küßte sie zärtlich. „Also, ich sag' ihm inzwischen Bescheid. Schwester Mechthildis wird wohl nichts dagegen geben."
„So spät noch?" fragte Schwester Mechthildis bedenklich, als Magdalena ihr von dem Wunsch Mackenroths, Barbara aufzusuchen, erzählte.
„Aber Schwester Mechthildis, es ist ja erst sechs
„Für einen Patienten spät genug. Hoffentlich bekommen wir dann kein Fieber."
„Ich glaube, Schwester Mechthildis, es wird Barbara nicht schaden! Sie will doch endlich ihrem Lebensretter danken."
„Nun schön", meinte die Schwester, „für fünf Minuten will ich es erlauben, länger aber nicht. Sonst schilt der Doktor."
Magdalena lief so eilig die Treppe hinunter, daß Franz, der Diener, ihr erstaunt nachsah.
„Der Postbote ist schon nach der Station, gnädiges Fräulein!" sagte er. Er glaubte nichts anders, als daß Magdalena einen Brief zu befördern hätte.
„Nein, nein, Franz! Danke schön!"
Magdalena lief weiter. Als sie unten an der Terrasse war, kam ihr gerade Mackenroth durch Den Park her entgegen.
„Sie haben es wohl geahnt, Herr von Mackenroth! sagte sie, chm die Hand reichend.
Oie erste Gießener Eisenbahn.
Ein Beitrag zum Iubiläumsjahr der deutschen Eisenbahnen.
Der 15. September 1830 und der 7. Dezember 1835 waren für die Entwicklung der Eisenbahnen Tage von entscheidender Bedeutung, fuhren doch an diesen Tagen die erste Eisenbahn der Welt und die erste deutsche Eisenbahn. Die deutschen Eisenfahnen entwickelten sich im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig langsam. So sagte beispielsweise im Jahre 1835 der preußische Handelsminister R o t h e r : „Die Bedürfnisfrage für den Bau von Eisenbahnen ist nicht vorhanden/ Das war also vor hundert Jahren. Einige Jahre spater, bei der Eröffnung der ersten preußischen Eisenbahn konnte Der Damalige Kronprinz bereits Die Eroff- nungsreDe mit Den Worten schließen: „Diesen Karren, Der durch die Welt rollt, hält kein Menschenarm mehr auf."
Die Herstellung und Unterhaltung von Eisenbahnen wurde in der Entwicklungszeit zunächst Privatgesellschaften übertragen. Diese bildeten dann zehn Jahre nach Eröffnung der ersten deutschen Ei enbahnstrecke einen „Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen". Nachdem durch das tatkräftige Vorgehen des Reichskanzlers Bismarck die Reichsverfassung 1871 eine „Anschlußpflicht" an andere Bahnen vorschrieb, stand der Eisenbahnbau bereits in voller Blüte. Heute, nach hundert Jahren, ist die Deutsche Reichsbahn das größte Unternehmen der Welt.
Die erste Eisenbahnverbindung von der Stadl Gießen aus wurde im Jahre 1850 am 25. August auf der Eisenbahnsirecke nach Lollar offiziell in Betrieb genommen.
Im Verlaufe der nächsten Jahre würben dann bis zum Jahre 1875 noch die folgenden Eisenbahnver
bindungen hergestellt: 15. Mai 1852 bis Lang- Göns, 11. Januar 1862 bis Butzbach und 29. Dezember 1869 bis Grünberg —Hungen.
In den Jahren von 1867 bis 1875 fanden statistische Erhebungen statt, mit dem Ziele, die E i n - Wirkung der Eisenbahn auf die Bevölkerungsbewegung festzustellen. Diese Erhebungen ergaben allerdings nicht überall ein erfreuliches Ergebnis. Manche Stadtgemeinde hatte in dieser Zeit eine teilweise recht erhebliche Bevölkerungsabnahme aufzuweisen. Für die Stadt Gistzen betrug der durchschnittliche Jahreszuwachs jedoch 38,4 pro Tausend. In den Jahren von 1867 bis 1871 waren es 44,1 und von 1871 bis 1875 betrug die Einwohnerzunahme 33,3 pro Tausend im Jahr.
Welche gewalttgen Fortschritte die Eisenbahn machte, geht aus einer in Der Zeit von 1867 bis 1875 durchaeführten Erhebung hervor. Für Das Gebiet des Landes Hessen kamen 1867 auf je 100 Quadratkilometer Fläche 4,26 Kilometer Eisenbahnen, denen 1875 bereits 9,31 Kilometer gegen- überstanden.
Nach den letzten Ergebnissen der Deutschen Reichsbahn werden durchschnittlich pro Tag 3,5 bis 4 Millionen Personen von der Eisenbahn befördert. In den Betrieben der Reichsbahn arbeiten heute etwa 630 000 Volksgenossen, ganz abgesehen davon, wieviele hunderttausende wiederum durch die Eisenbahn ihr Brot verdienen. So ist also Die aus kleinen Anfängen entstandene Eisenbahn, trotz Der in Der Gründungszeit bestehenden großen Widerstände heute zu einem Der größten Wirtschaftsfaktoren getoorben, Der aus Dem Kultur- und Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken ist.
Militcirkonzert für die Belegschaft der Firma Bänninger.
Am gestrigen Nachmittag wurDe nach Schluß Der Arbeit vor Dem FabrikgebäuDe Der Firma Gießener Fittingsfabrik Bänninger unter Der Leitung von Obermusikmeister E. Krauß e ein Militärkonzert abgehalten. Das im Sinne Der Arbeit Der NS.-Ge- meinschaft „Kraft Durch FreuDe" unD im Zuge Der Bestrebungen um schöne Freizeitgestaltung abgehalten wurDe. Das Konzert, Das etwa eine StunDe Dauerte, machte Der Belegschaft, Die sich in Dichtem Ring um Die Kapelle scharte, große' FreuDe. Der Musikzug unserer Garnison wartete mit flotten Märschen auf, brachte gute Konzertmusik zu Gehör, ja Die SolDaten wußten eine ihrer Darbietungen mit gesanglicher Untermalung besonDers wirkungsvoll zu gestalten. Die Darbietungen würben mit herzlichem Beifall ausgenommen. Zum Schluß Des Konzertes sprach Der Betriebsführer, Herr Karl B ä n n i n ge r, Der Kapelle unD Dem Dirigenten herzlichsten Dank aus unD gab Der Hoffnung Aus- Druck, Daß es noch öfter möglich fein möchte, Die Kapelle vor Der Belegschaft Der Firma begrüßen zu können.
Aufdeckungen von Münzverbrechen werden belohnt.
Der R e i ch s j u st i z m i n i st e r hat u. a. verfügt:
Der Reichsminister Der Finanzen pflegt Privatpersonen, welche zur AufDeckung eines Münzver- brechens unD zur Feststellung Des Täters beigetragen haben, auf entsprechenden Antrag eine Belohnung für ihre Tätigkeit zukommen zu lassen. Er wirb bte auf Gewährung solcher Belohnungen gerichteten Gesuche bem zustänbigen Staatsanwalt zur Stellungnahme zuleiten. Die Staatsanwälte haben solchen Gesuchen stets zu entsprechen; ber Vermittlung bes Reichsministers ber Justiz bebarf es bei
ber Beantwortung ber Ersuchensschreiben nicht.
Die Stellungnahme bes Staatsanwalts muß klar erkennen lassen, ob unb welchen Anteil Die Person, welche Die Belohnung in Anspruch nimmt, an Der AufDeckung ber Straftat unb an Der Ermittlung Des Täters gehabt hat, unD inwieweit Dabei noch anDere Personen ober behördliche Stellen mitgewirkt haben. Da bie Akten allein vielfach eine erschöpfende Beurteilung nicht ermöglichen werben, wirb es regelmäßig geboten fein, auch bie Polizeibehörbe, welche an ber Sache beteiligt gewesen ist, zu hören. Der Staatsanwalt hat biese Anhörung auch ohne befonbere Aufforderung zu veranlassen. Da ben Personen, welche bei ber Aufbeckung von Münzverbrechen mitgewirkt haben, burch Bekanntwerben ihres Namens leicht Nachteile entstehen können, ist ber. in solchen Angelegenheiten geführte Schriftwechsel vertraulich zu behandeln.
Auch bas Reichsbankdirektorium gewährt Belohnungen an Privatpersonen, welche zur Aufbeckung ber Fälschung von Reichsbanknoten bei- getragen haben.
Schutz dem deutschen Wald!
Zur TValbbranbverhütungsaktion Der NSDAP. Relchsleitung, Hauptamt für Dolkswohlfahrt, Abteilung „Schadenverhükung".
AnnähernD ein Viertel Der gesamten GrunDsläche Deutschland wirD Durch Den Deutschen Wald be- beckt. Der Wert ber 12,6 Millionen Hektar mit bem barauf stockenben Holz beläuft sich auf etwa 19 Milliarben Reichsmark. — Ein wahrhaft stattliches Vermögen. —
lieber 300 000 Walbarbeiter finben burch Walbarbeit ein Einkommen von mehr als einer halben Milliarde Reichsmark an Lohn unb Gehältern. Die Wälber sinb bie Lungen ber Großstabt. Unzählige Volksgenossen finben nach Tagen harter Arbeit Erholung unb Stärkung im beutschen Walb.
Wie ist es zu verstehen, baß jährlich große Strek-
„Was gibt’s, Fräulein Magbalena?" „Daß Barbara Sie gern sprechen mochte!" „Frau von Stechow — mich?"
Ungläubig, selig sah er sie an. Der Ausbruck seiner heißen Freude erschütterte sie geradezu.
„Ja es geht ihr sehr gut! Sie mochte Ihnen nun endlich danken für das, was Sie getan haben!"
„Um Himmels willen! Danken — nein!"
Er sagte es so entsetzt, daß Magdalena lachen mußte.
„Ja — darum werden Sie wohl nicht herum- kommen, Herr von Mackenroth! Das müssen« Sie sich schon gefallen lassen. Ich denke, Sie werden den Besuch bei Barbara daran nicht scheitern lassen."
Er schüttelte den Kopf. Sagen konnte er nichts. Die Gewißheit, die geliebte Frau jetzt plötzlich Wiedersehen zu dürfen, war wie ein Rausch des Glücks in seinem Blut. Mit abwesendem Gesicht ging er neben Magdalena die Treppen herauf. Er war beinah erlöst, daß er noch warten sollte, daß erst in einer halben Stunde Barbara zu sprechen wäre. So hatte er ein wenig Muße, sich zu sammeln. Langsam vergeht die Zeit in Stunden des Unglücks. Noch langsamer scheint sie zu vergehen in Stunden des Glücks.
Eckehard saß in dem kleinen Wohnzimmer neben Barbaras Schlafzimmer. Zum ersten Male, daß er diesen Raum hier kennenlernte. Er war ganz erfüllt von Barbaras Wesen: schöne Bilder in lichten Rahmen, Möbel in schlichten Formen, unendliche Reihen Bücher in niedrigen, offenen Schränken, schöne Schalen auf Den nieDrigen Tischen, unD Blumen überall Blumen, als hätte Barbara selbst Diesen Raum geschmückt. Nebenan hörte er leises Gehen, leises Sprechen. So hatte er schon einmal gestanden, gewartet in Angst, in Not — damals, als er sie wie eine Tote hierher ins Haus gebracht hatte, als die Aerzte bei ihr waren. Damals hatte er in einem anderen Raum gestanden, der konventionell und unpersönlich war. Daß er jetzt hier sein Durfte, war be- glückenD.
30. Kapitel.
Drinnen war Magdalena um Barbara beschäftigt. Sie mußte heimlich lächeln. Barbara strich sich immer wieder über die Haare, die in goldenem Leuchten um ihr schönes Gesicht lagen.
Von Der VerwunDung war nicht mehr viel zu sehen. Ein kleiner frischer Verband war so geschickt in den rotgoldenen Locken befestigt, daß er beinah darin verschwand.
Barbara hatte sich geradezu schön gemacht für diesen Besuch, lieber ihrem spitzenbesetzten seidenen Nachthemd trug sie ein Bettjäckchen aus weicher hellblauer Seide, aus dem die Arme schmal unb schön hervorkamen. Unendlich jung und unendlich rührend sah sie aus, wie die dasaß und jetzt mit beinah bangen Augen zur Tür schaute.
Schwester Mechthildis rückte noch die niedrige Schale mit den ersten Sommerrosen auf dem Tische neben Barbaras Bett zurecht.
„Nun können mir wohl!" meinte sie, und ein prüfender Blick ging durch das Zimmer. Es war alles in tadelloser Ordnung.
Barbara nickte schwach. Magdalena öffnete die Tür:
„Nun kommen Sie nur, Herr von Mackenroth! Unsere Patientin erwartet Sie!"
Eckehard von Mackenroth stand in der Tür. Es war ihm, als woge das ganze Zimmer in einem weichen Nebel. Und in diesem Nebel sah er nur das eine: Barbaras Gesicht.
Magdalenas schloß leise die Tür hinter Den bet- Den. Schwester MechthilDis glitt wie ein zarter weißer Schatten aus Dem Zimmer. Nun waren Die beiDen allein. EckeharD stanD wie angewurzelt Da. Er wagte keinen Schritt vorwärts zu tun. Wie ceränDert sah Das geliebte Gesicht Dort in Den weißen spitzenbeDeckten Kissen aus! Es war nicht mehr Die hochmütige Barbara von Stechow. Es war nicht mehr Die große Dame, Die Den AbstanD zwischen sich unb ihren Angestellten kalt unb streng wahrte. Es war ein ganz junges Frauengesicht, mädchenhaft fast, bas ihn mit bangen, scheuen Augen anschaute. -
Das war eine kleine, zage Stimme, scheu unb schüchtern, Die jetzt klang:
„Aber bitte kommen Sie Doch, Herr von Mackenroth!"
Da ging er näher. Er mußte sich mit Gewalt fassen. Alles, was er für Barbara feit Jahren gefühlt, war so übermächtig in ihm. Hätte er ihr Doch sagen können, was in feinem Herzen für sie lebte! Hätte er Diesen ganzen Wust Der Konvention zwischen sich unD ihr fortreißen können! Aber Das Durfte nicht fein. Er Durfte sie nicht aufregen. UnD er Durfte nichts sagen von Dem, was in ihm lebte.
„GnäDige Frau, ich bin glücklich. Daß es Ihnen besser geht!"
Wie steif unD fremD Das klang! UnD Doch machte es ihm Mühe, selbst Diese wenigen Worte zu sprechen.
„Und ich bin glücklich, daß ich Ihnen endlich danken darf, Herr von Mackenroth!"
Eine schmale, unendlich schmale Hand streckte sie ihm entgegen. Er beugte sich nieder:
„Nicht danken, nicht danken!" flüsterte er. Die Bewegung übermannte ihn. Er hätte immer so stehen mögen über diese geliebte kleine Hand gebeugt, den zarten Duft fühlen, der von ihr zu ihm emporstieg. So verharren mögen, um Barbara nicht ansehen zu müssen. Denn dann würde es mit seiner Fassung vorbei sein. Barbara schaute auf den gesenkten Kopf Eckehards. Sie fühlte die Erschütterung dieses Mannes, den sie gebemütigt, gekränkt hatte, unb bem sie doch ihr Leben verdankte.
ten, oft Der besten deutschen WälDer, Durch Schaden- feuer vernichtet werden? Der Wald ist nationales Gut, er gehört einem jeden von uns. Ein jeder hat darum Die Pflicht, Die Besitztümer seines Volkes zu pflegen unD zu schonen. Ein Waldbrand zerstört in vier StunDen Die schwere Arbeit von 60 Jahren.
Deutsche Volksgenossen! Ab 1. Juli „1935 wurDe von Der Abteilung „Schadenverhütung" im Hauptamt für Volkswohlfahrt eine Aufklärungsaktion „Verhütet Waldbrände" eingeleitet. Der Reichsforft- meifter Hermann Goring veranlaßte im Einvernehmen mit Dem Reichsministerium für Volksaufklärung unD Propaganda die Durchführung dieser Aktion.
An jeden deutschen Volksgenossen ergeht die Mahnung, nicht achtlos beiseite zu stehen, wenn es heißt, sich für die Pflege und Erhaltung unseres deutschen Waldes einzusetzen. Lernt erkennen, rote unermeßlich die Werte sind, die jährlich Dem Deutschen Volke durch Waldbrände verlorengehen; Zroei- drittel aller Brände im Wald entstehen durch Leichtsinn und Fahrlässigkeit. Es liegt also in der Hand jedes einzelnen, Schadenfeuer im Walde zu verhüten.
• Wenn das Hauptamt für Volksroohlfahrt durch feine Abteilung „Schadenverhütung" gemeinsam mit bem Reichssorstamt unb bem Reichsnährstanb, Abteilung Forsten, aufrufen zum Schutz ber beutschen Wälber, so muß jeber beutsche Volksgenosse diesem Rufe Folge leisten!
Waldbrände verwüsten Die Heimat! Helft WalDbränDe verhüten!
Raffehyaienischer Schulungskurs der hessischen SA.-Samtätsführer.
LPD. Gießen, 3. Juli. In Anwesenheit Des Sanitätsgruppenführers Der Gruppe Hessen, Pg. Dr. Märchen, finDet vom 4. bis 7. Juli in Gießen ein rassehygienischer Schulungskurs der SA.-Sanitätsführer Des Gruppengebiets statt. Der Kurs steht unter Leitung Des zur Gruppe Hessen kommanDierten Sturmführers Dr. meD. H. W. Kranz, Dem Leiter Des Rassepolitischen Amtes der NSDAP, im Gau Hessen-Nassau. Dieser Schulungskurs soll neben der weltanschaulichen Verankerung des Rassegedankens auch die notwendigen fachlichen Unterlagen für unsere Bevolkerungs- und Rassenpflege geben.________________________________
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3)H. öetke&f 3>uckUng
Da zerbrach die Mauer des Stolzes, der Abwehr. Da zerriß Die Decke Des Mißtrauens, Die Durch Das Unglück ihrer Ehe alles verhüllt hatte. Tri- umphierenD in reiner Flamme glühte Die Liebe zu EckeharD Mackenroth in ihr auf. Noch immer stand er so tief über ihre Hand gebeugt. Da wollte sie die andere Hand heben, wollte schon weich unb zart über fein Haar streichen. Doch braußen vor bem Gange tönten Schritte.
„Man kommt!" flüsterte sie hastig.
Der Mann richtete sich auf. Schon klopfte es leise an bie Tür.
Schwester Mechthildis kam herein.
„Verzeihung, gnädige Frau, der Arzt ist soeben gekommen!"
Eckehard von Mackenroth faßte sich sehr mühsam. Er konnte sich gar nicht so schnell in die Wirklichkeit zurückfinden.
„Ja, dann muß ich wohl...!" sagte er stockend. Ein sehnsüchtiger, flehender Blick traf Barbara. Die lächelte ihm gütig zu:
„'Ja, Herr von Mackenroth, nun müssen Sie wohl gehen! Aber ich hoffe. Sie kommen bald, bald wieder!"
Unendliche Zärtlichkeit schwang in ihrer dunkel gewordenen Stimme. Er schaute sie an. Er glaubte, durch ihre Augen in ihr Herz zu schauen. Und was er dort sah, ließ ihn im Glück erzittern.
Wie Eckehard aus dem Schloß kam, fuhr gerade wieder der Wagen des Grafen Josef Bannosch vor.
„Ah, guten Tag!" sagte er nachlässig und legte die Hand knapp an die Mütze. „Wie geht's der gnädigen Frau?"
„Ich denke besser!" erwiderte Eckehard ebenso knapp. Er konnte Bannosch auf einmal nicht ertragen.
„Na, bann wirb man vielleicht enblich mal vorgelassen werben!"
„Ausgeschlossen!" Es kam heftiger, als Eckehard beabsichtigt hatte.
Bannosch sah ihn verletzt und erstaunt an: „Haben Sie vielleicht darüber zu bestimmen?" In Eckehard kochte es. Dieser Ton des Grafen Bannosch hatte etwas so Unverschämtes, als wäre man fein Untergebener. Er antwortete nicht. Er drehte sich einfad^um und entfernte sich.
Bannosch sah iyrn wütend nach. Was fiel denn diesem Inspektor ein? Na, wenn er erst hier der Herr war, bann flog ber Junge! Das war sicher! Er klingelte am Portal. Enblich kam ber Diener öffnen:
„Wie geht es ber gnäbigen Frau?" fragte Bannosch. „Ich höre, sie ist schon zeitweilig auf. Kann man sie vielleicht begrüßen?"
„Ich weiß nicht. Eure Gräfliche ©naben! Der Herr Doktor ist gerabe oben. Wenn Eure Gräf« liche ©naben vielleicht warten mürben!"
Josef Bannosch folgte dem Diener in ben Sa« Ion, ber mit feinen vergolbeten Möbeln im letzten Licht ber Abendsonne lag. (Fortsetzung folgt.)


