Ausgabe 
4.6.1935
 
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Sodann übergab Dr. Schönhals das Wort dem Ausstellungsleiter,

Motorflieger Dr. K. 5t. Fischer

zur Führung durch die Bilder- und Materialschau. Er gab in gedrängter Kürze eine Uebersicht über die Entstehungsgeschichte der Luftfahrt in Gießen, die nur im Lokalkolorit gesehen ein getreues Spiegelbild der deutschen und Weltluftfahrt über­haupt sei. Im Verlaufe seiner Ausführungen brachte er im Wesentlichen die Gedankengänge zum Aus­druck, über die wir an Hand seines Buches schon ausführlich berichtet haben. Neu für die Ausstellung sind die ausgezeichneten Vergrößerungen aller Gie­ßener Lustfahrtbegebenheiten, die besonders die alten Gießener interessieren dürften, sowie neue, ebenfalls unveröffentlichte Großaufnahmen vom Schütte-Lanz- Unglück, sodann außerordentlich reichhaltiges Bild­werk aus dem fliegerischen Nachkriegsgeschehen in Gießen. Zum Schluß erklärte Dr. Fischer noch den neuen, vom Fliegerstützpunkt Lollar unter der Lei­

tung von Unterflugmeister Ingenieur Scraback im Eigenbau verfertigten Motorsegler .Fimmels- laus". Er geht auf eine Idee und Anregung des Rhöngeistes" Vater Urfinus zurück. Der Flie­gerstützpunkt Lollar verdiene ob der besonders be­gabten und umsichtigen Initiative, mit der Flug­meister Scraback am Werke sei, und ob der Mitarbeitsfreudigkeit und des werkfördernden Ehr­geizes der ganzen Mitarbeiter besondere Anerken- nung. Sodann widmete Dr. Fischer dem Rhönadler Martha Mendels, mit dem sie den Weltrekord der berühmten Fliegerin Hanna Reitsch um eine Stunde überbot, einer eingehenden Betrachtung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß bei der anerkann­ten Fähigkeit, Ausdauer und Einsatzbereitschaft dieser Fliegerkameradin für die im nächsten Herbst wieder fälligenAufwinde" eine weit größere Ueberraschung zu erwarten sei, und daß sowohl dieser Rhönadler als auch der Motorsegler auf der Olympiade Gießen und die Luftfahrt" würdig vertreten würden.

Gießener Gol-atentag am 30. Juni.

Umbenennung der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine in Soldatenbund Gießen".

Die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regi­mentsvereine von Gießen hielt am gestrigen Mon­tagabend in derStadt Mainz" unter Leitung ihres Führers, Kam. Müller, eine Führerbe­sprechung ab, die in erster Linie den Vorbereitun­gen für denGießener Soldatentag" diente. Der Bundesführer, Kam. Müller, erinnerte an die Wiedereinführung der Wehrpflicht und brachte da­bei die große Freude der alten Soldaten zum Ausdruck, die schon das blaue und das feldgraue Ehrenkleid des deutschen Mannes getragen haben und nun, nach den Tagen der Erniedrigung, die Auferstehung des Volksheeres miterleben dürfen. Diese freudigen Regungen in der Soldatenbrust geben den Gefühlen des Dankes Raum an den Mann, der selbst alter Soldat ist, an den Führer und Reichskanzler, auf den ein dreifaches Siegheil ausgebracht wurde.

Nach Erledigung einiger organisatorischer Fra­gen wurde beschlossen, den Namen der Arbeits­gemeinschaft, die in Deutschlands trüber Zeit von den ungebeugten Soldaten des Weltkrieges zur Sammlung aller mit dem Soldatengeist erfüllten Kriegsteilnehmer begründet worden ist, umzu­ändern in den kürzeren, aber freudig-stolzen Namen Soldatenbund Gießen". Gleichzeitig soll ein entsprechendes Abzeichen geschaffen werden, das zum ersten Male am Soldatentag in Gießen in Erscheinung treten wird. Dem Soldatenbund Gießen gehören jetzt an: Kameradfchastsoereini- gung ehem. Leibgardisten; Verein ehem. 116er; Verein ehem. 116er Landwehr; Offiziersverein 3. R. Kaiser Wilhelm 116; Offiziersoereinigung ehem. 116er Landwehr; Verein ehem. 118er; Ver­ein ehem. 118er Offiziere; Verein ehem. 168er; Reichsbund deutscher Offiziere Gießen; Offiziers- verein 1914; Kameradschaft ehem. Hessischer Leib­dragoner; Artillerie-Verein; Marine-Kameradschaft; Verein ehem. Pioniere; Vereinigung ehem. 222er; Garde-Verein; Kavallerie-Verein; Kriegerkanvrad- schäft 1874 (ehem. Hafsia); Verband ehem. 80er; Verein ehem. Gardedragoner; NSDFB. (Stahl­helm); Vereinigung der 5. Infanterie-Division Mackensen; Verein der 224er.

Der Gießener Soldatenlag am 30. 3uni dieses Jahres soll alle ehemaligen Soldaten des Kreises Gießen, ganz gleich, ob sie einem Regl- menlsverein angehören oder nicht, vereinen zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Die alten Soldaten wollen mit dieser Veranstaltung, die dem Geist der feldgrauen Armee und der Erinnerung an die eigene Soldatenzeit gewid­met ist, ihr Teil dazu beifragen, den Gedanken der Wehrpflicht und der dem Volke roieber- geschenklen Wehrfreiheit zu pflegen.

DerSoldatenbund" hat daher auch Offiziere und Mannschaften der Garnison Gießen und die Stadt eingeladen. Außerdem ergehen Einladungen an die Staatsbehörden, die Partei und ihre Gliederungen und an sonstige Dienststellen.

Die Tageseinteilung sieht vor: 14 Uhr Aufftellung der Vereine auf dem Brandplatz zum Festzug. Fahnen werden ohne Begleitung in der Fahnen­gruppe vereint. Deremssührer tragen die Arm­streifen. Soldaten, die keinem Bunde angehören, ordnen sich bei ihren Waffengattungen oder ihren Regimentskameradschaften ein. Die Reihenfolge der Kameradschaften wird noch bestimmt. 14.15 Uhr Abmarsch des Festzuges mit Marschmusik durch die Straßen der Stadt zurWaldeslust". Dort finden Begrüßungsansprachen und die Weihe der Fahne der ehem. 118er durch einen ehem. Offizier des Regiments statt. Anschließend Kinderbelustigung, Tanz und Volksfest.

Während der Veranstaltung wird für dieKriegs- gräberfürsorge" gesammelt. Auf derWaldeslust" ist für mehrere tausend Menschen Platz geschaffen.

Jede Kameradschaft hat zwei Mann als Ordner, ferner die Anzahl ihrer eventuellen Teilnehmer zu melden. Sie bekommt entsprechend ihrer Mitglieder­anzahl die neuen Abzeichen zum Verkauf zugestellt.

Nach reger Aussprache, in der zahlreiche prak­tische Erfahrungen ausgetauscht wurden, schloß Kam. Müller die Versammlung in üblicher Weise.

Dekanatschöre zum Vortrag ihrer selbstgewählten Lieder an. Es beteiligten sich am Singen die ge­mischten Chöre von Allendorf a. d. Lahn (Dirigent Lehrer Kimmel), Heuchelheim (Rektor K n a b), Allendorf a. d. Lumda (Lehrer Heil), der Gefamtchor der Gießener Gemeinden (Musiklehrer N e b e l i n g), Beuern (Chormeister S ch o m b e r) und die Frauenchöre von Großen-Buseck (Pfarrer Müller), Alten-Buseck (Chormeister Schreiner) und Klein-Linden (Lehrer R a u). Sämtliche Lie­der gaben von dem guten Willen, der Sänger und Dirigenten beseelt, Zeugnis. Die schön verlaufene Nachfeier war ebenfalls von Vorträgen der ver­einigten Frauen- und gemischten Chöre umrahmt.

Zum Schluß dankte Dekan Sattler der gast­freien Gemeinde, den mitwirkenden Chören, den Posaunenbläsern, den Rednern, den Kirchenvor- stehern der Festgemeinde und allen weiteren Mit­wirkenden am Fest. Er ließ das Fest in einem Ge­löbnis zum neuen Deutschland ausklingen. Be­geistert stimmte die Menge in das Sieg-Heil auf den Führer und in den gemeinsamen Gesang der beiden Nationalhymnen ein.

Es sei noch einiges aus der Geschichte des fest- gebenden Vereines angeführt. Der Chor wurde am ersten Advent 1885 gegründet. Anregung dazu bot der Besuch eines Kirchengesangvereinsfestes in Lich. Besonderes Verdienst um die Gründung gebührt Pfarrer Vogel und Lehrer Friedrich Musch, die damals in unserem Dorfe wirkten. Von den ein­stigen Gründern sind heute nach einige am Le­ben. Es sind dies Wilhelm Otto, Fritz Arnold, Jakob Walther, Karl Walther, Konrad Wal­ther, Heinrich B e l l o f f, Konrad Krämer, Frau Linden st ruth geb. Krämer. Die Vor­sitzenden waren die Pfarrer Vogel 18851900, Schulte bis 1907, Buchhold 1907, Schmalz bis 1911, Wagner bis 1928 und feit dieser Zeit Pfarrer Schmidt. Den Chor als Dirigent lei­teten die Lehrer Musch 1885 bis 1913, Kahle bis zum Kriegsausbruch, Rau 19191926, Som­me r l a d bis 1927, Edelmann bis 1928 und seit dieser Zeit Chormeister S ch o m b e r.

Die Feier in Vnrkhardsselden.

5 Burkhardsfelden, 3. Juni. Ein Teil des Jayresfestes der Evang. Kirchengesangvereine des Dekanates Gießen fand am Sonntag hier statt. Der Kirchenchor Burkhardsfelden, der zu­gleich das Fest feines 50jährigen Bestehens feierte, hatte dazu eingeladen. Der Festplatz im Freien die Kirche ist für eine größere Fest­gemeinde zu klein war am Ausgang des Dorfes nach Lich in schöner Lage wie geschaffen zum Fest. Das Beste war, daß der Himmel ein Einsehen hatte und nur vereinzelt einige Regentropfen fielen, ja sogar die Sonne einigemal durchblickte.

Dem Festgottesdienst ging eine Hauptprobe der Frauenchöre (Dirigent Steuersekretär Sommer, Watzenborn) und der Kirchenchöre (Dirigent Lehrer i. R. R. Stein, Lich) voraus.

Oer Zestgottesdienst,

eröffnet durch ein Vorspiel der vereinigten Posau­nenchöre Watzenborn und Lich, begann mit dem

Gemeindegesang:Nun danket all und bringet Ehr" mit Posaunenbegleitung. Der Ortspfarrer Frank (Reiskirchen) sprach den Eingangsspruch und Gebet. Hierauf folgte der Massenchor der Frauenchöre: Heiliger Geist, du Himmelslehrer", Stabführung Herr Sommer. Nach der Schriftverlesung sangen die gemischten Chöre:Kommt Seelen dieser Tag" nach dem Tonsatz von Joh. Seb. Bach. Hierauf sang die Gemeinde unter Posaunenbegleitung:Nun freut euch lieben Christengemein". Die Festpre - d i g t hielt dann Propst Trommershausen (Frankfurt a. M.), der stellvertretende Propst von Oberhessen über Jes. 49, 13. Er verstand es in sei­ner packenden Predigt, aus der kämpfenden und bekennenden Kirche in die singende und siegende Kirche zu führen zum Lobe des Höchsten. Nach dem Gebetsausklang gab der Massenchor der gemischten Chöre (Stabführung Stein, Lich) die rechte Ant­wort in dem Choral:Lobe den Herrn, den mächti­gen König der Ehren" nach herrlichem Meistertonsatz von Joh. Seb. Bach. Die Gemeinde antwortete mit Posaunenbegleitung:Halleluja bringe, wer den Herren kennt". Pfarrer Frank sprach das Schluß­gebet und..Vaterunser, es folgte als SchlußversAch nimm das arme Lob auf Erden", und Propst Trommershausen erteilte den Segen.

Es fand dann eine Pause von einer Stunde statt, während deren die Sängerinnen und Sänger von den Gemeindegliedern von Burkhardsfelden mit Kaffee bewirtet wurden und Burkhardsfelden sich in rechter Gastfreundschaft bewährte.

Oie Nachfeier

begann mit dem Massenchor der FrauenchöreLobe den Herrn meine Seele". Pfarrer Frank begrüßte die Gäste und erzählte einiges aus der Geschichte des Burkhardsfelder Kirchenchores. Einige der Män­ner und Frauen, die vor 50 Jahren den Verein gründeten, leben noch, darunter ein 85jähriger. Seit 25 Jahren steht der Verein unter derselben Leitung, des Geschäftsführers M ö b u s und feines Dirigen­ten Altbürgermeisters A l b a ch. Der Verein ist mit der Gemeinde so fest verwachsen, daß er in das 6. Jahrzehnt festgefügt eintritt. Zur Begrüßung der Gäste sang der Verein daraufGott grüße dich!" Wie bei den Kirchengesangvereinsfesten herkömm­lich, boten hierauf die einzelnen Chöre ein selbst- gewähltes Lied, um im friedlichen Wettstreit eine Festgabe zu bieten. Die Frauenchöre aus Gießen, Petrusgemeinde, Steinbach, Haufen, Reiskirchen und die Kirchenchöre (gemischten Chöre) aus Leih­gestern, Oppenrod, Gießen (Stadtkirche Choralver­einigung), Watzenborn-Steinberg, Großen-Linden, Lich und der gastgebende Jubiläum feiernde Kir­chenchor Burkhardsfelden boten ihre Lieder dar. Durchgängig zeigte es sich, daß die Chöre in chren Leistungen auf der Höhe sind. Lehrer i. R. und Dirigent der Massenchöre der gemischten Chöre, Stein-Lich, hielt zwischendurch einen Vortrag über die großen Meister der Kirchenmusik, deren Gedächt­nis unsere evangelische Kirche dieses Jahr feiert, Bach-Händel-Schütz. Nach den Schlußworten des Probstes Trommershausen - Frankfurt a. M. sangen die Kirchenchöre unter Leitung des Lehrer Stein- Lich noch den Tonsatz von Heinrich Schütz Kommt herzu, laßt uns fröhlich sein". Damit erreichte das schöne Fest, das allen, Gästen wie Ein­heimischen, unvergessen bleiben wird, fein Ende.

Deutsche Stenographenschaft.

Tagung des Kreisgebietes Gießen in Wetzlar.

Lahresfest -er Evang. Kirchenchöre -es Dekanats Gießen.

Die Feier in Heuern.

§ Beuern, 3. Juni. Aus Anlaß des 50jähritzen Jubiläums unseres Kirchenchors wurde das Teil- Jahresfest der Evangelischen Kirchen­chöre des Dekanats Gießen am gestrigen Sonntag in unserer Gemeinde gefeiert. Das Fest war zugleich eine Gedächtnisfeier der drei großen deutschen Kirchenmusiker Bach, Händel Schütz. Das Fest nahm mit seiner glatten Durchführung bei bestem Wetter einen erhebenden Verlauf. Das ganze Dorf nahm Anteil und hatte Häuser und Straßen mit frischem Grün und den Fahnen des neuen Deutschland reich geschmückt. Nach kurzer Haupt­probe begann um 13.30 Uhr der

Zestgottesdienst.

Er wurde mit dem Orgelspiel des Organisten Heinrich Steinmüller eingeleitet. Sodann sang der Jubiläumschor unter Leitung von Chor- meister Heinrich S ch o m b e r ein Danklied. Dekan Sattler (Wieseck) sprach in seiner Festpredigt über zwei Bibelworte, aus Matthäus 14, Vers 35 und 5. Mose 32, Vers 3. Er knüpfte an Johann Sebastian Bachs Warte, die dessen Werke emletten und schließen, die WorteJesu hilf undGott allein die Ehre". Der Redner zeichnete die Auf­gaben des Kirchenchors, die darin bestehen sollen, auf Jesu Hilfe zu trauen und zu Gottes Ehre zu bauen. Er führte ferner aus, daß mir das von unse­ren großen Meistern überlieferte deutsche Volksgut pflegen sollten, und forderte zur Zusammenarbeit an Volkstum und evangelischer Kirche, die beide unzertrennlich zusammengehörten, auf. Er über­brachte danach die Grüße und Glückwünsche des hes­sischen Landesbischofs, der dankbar die Verdienste des Chors um Kirche, Gemeinde und Dekanat aner­kenne. Die vereinigten Frauenchöre des Dekanats, geleitet von Lehrer Rau (Klein-Linden), einem früheren Dirigenten des festgebenden Vereins, ver­schönerten mit einem Chor von Baumann die Feier­stunde, während die vereinigten gemischten (H)ore des Dekanats, geleitet von Chormeister Heinrich S ch o m b e r , zwei Chöre von Joh. Seb. Bach vor­trugen. Die Gemeindegesänge der mehr als 1200 Festbesucher wurden von dem Posaunenchor unserer Filialgemeinde Bersrod, geleitet von Herrn Karl Münch, und von der Orgel begleitet.

Nach der Kaffeepause, bei der die vielen aus­wärtigen Festbesucher bei den Gemeindegliedern

Als Auftakt zum Deutschen Stenographentag in Frankfurt a. M. fand am 1. und 2. Juni die Tagung des Kreisgebietes Gießen in Wetzlar statt. Die Arbeitstagung begann am Samstagnachmittag mit einer

llnternchtsleiterbesprechung

im GasthausZum Riesen". Der Referent, Dipl.- Handelslehrer D e h m e r (Gießen), hatte sich als Thema gewählt:Welche Möglichkeiten gibt es, um die Leistungsfähigkeit unserer Ortsgruppenmitglie­der zu steigern?" Da der Vortrag ein außerordent­lich aktuelles Gebiet behandelte, war die Aufmerk­samkeit der zahlreich erschienenen Unterrichtsleiter sehr gespannt, und alle Anwesenden konnten aus den Darlegungen so viele Anregungen mit nach Hause nehmen, daß in Zukunft die Arbeit der Orts­gruppen bedeutend erfolgreicher gestaltet werden kann. Sodann fand

die Vertreterversammlung statt. Der Führer des Kreisgebietes, K. H. Kuhl (Gießen), gedachte zunächst des verstorbenen Schirmherrn der Deutschen Stenographenschaft, des Gauführers und Staatsministers Hans S ch e m m, dem es mit zu verdanken ist, daß sich alle Steno­graphenvereine der verschiedenen Systeme auf die Deutsche Kurzschrift umstellen mußten. Es wurde dieses für die stenographische Bewegung bedeutenden Mannes durch Erheben von den Sitzen gedacht.

Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Deutsche Kurzschrift immer weiter mar­schiert, und daß auch im Kreistzebiet Gießen eine beträchtliche Zunahme an Mitgliedern zu verzeich­nen ist. In 17 Ortsgruppen zählt das Kreisgebiet Gießen 1 4 5 0 Mitglieder. Auf Anordnung der Reichsführung müssen jetzt alle Ortsgruppen Unterricht im Maschinenschreiben neben der Stenographie erteilen. Tatsächlich ist auch in den verschiedenen Ortsgruppen der Unterricht im Maschinenschreiben bereits ausgenommen wor­den. Besondere Aufmerksamkeit muß den Handels­kammerprüfungen gewidmet werden, bei welchen die Bedingungen zur Erlangung des Zeugnisses eines Geschäftsstenographen zwar nicht leicht sind, dafür aber auch die Gewähr eines amtlichen Nach­weises über die Fähigkeit des Prüflings geben. Zwischen. der Reichsleitung der Deutschen Steno­grafenschaft und dem Amt für Berufserziehuna in Berlin ist eine Vereinbarung getroffen roorben, die dahin geht, daß die Pflege van Kurzschrift und Maschinenschreiben im allgemeinen jede Organisa­tion selbständig betreibt auf Grund des ihr erteil­ten Auftrags. Dort, wo die erfolgreiche Pflege der beiden Unterrichtsfächer es erfordert, wird ver­ständnisvolle gemeinschaftliche Arbeit der Deutschen Stenografenschaft mit der Deutschen Arbeitsfront

empfohlen. Organisatorische Eingriffe einzelner Dienststellen einer Gruppe in die innere Arbeit der anderen Gruppe sind zu unterlassen. Allenfalls ein- tretende Meinungsverschiedenheiten sind der Deut­schen Stenographenschaft und dem Amt für Berufs- erziehung in Berlin vorzulegen. Gegenseitige Der- ftänbigung über die zu leistende Arbeit wird diese stets am besten fördern. Die Kurzschriftabteilungen der Deutschen Arbeitsfront können die korporative Mitgliedschaft der Deutschen Stenographenschaft er­werben.

Aus dem Kassenbericht des Rechners Lud- wig G r a v e l i u s (Gießen) ging hervor, daß die Kassenverhältnisse geordnet sind, daß aber ange­sichts der geringen Beiträge von nur 1 Pfennig pro Mitglied und Monat die größte Sparsamkeit walten muß.

Der von der Ortsgruppe Wetzlar ver­anstaltete

Gemeinschastsabend

war sehr stark besucht. Der Führer der Ortsgruppe Wetzlar Otto Zimmermann begrüßte die zahl- reich erschienenen Schriftfreunde und Gäste. Er er­läuterte den Zweck der Kreistagungen, auf denen die Belange der Stenographenschaft gewahrt wer­den, das im Laufe des Jahres Gelernte in fried­lichem Wettbewerb unter Beweis gestellt und weite­rer Ansporn für die zukünftige Arbeit gegeben wird. Da sich die Ortsgruppen auf ganz Oberhessen und die angrenzenden preußischen Gebiete verteilen, so nehmen bei den Kreistagungen die Mitglieder der verschiedenen Ortsgruppen unter sich Fühlung und lernen auch Land und Leute des jeweiligen Tagungsortes kennen. Er wies bei dieser Gelegen­heit auf die Geschichte der alten freien Reichsstadt Wetzlar und ihre heutige wirtschaftliche Bedeutung hin und schloß mit dem Wunsche einer erfolgreichen Durchführung der Tagung.

Der Führer des Kreisgebietes, Kuhl, dankte den Wetzlarer Schriftfreunden für ihre freundliche Aufnahme und hob hervor, daß auch in Wetzlar, wo sich jahrzehntelang die Vereine von Gabelsber­ger und Stolze-Schrey gegenüberstanden, die Steno­graphen sich in eine Ortsgruppe vereinigt hätten. Das sei ein Verdienst der an der Spitze stehenden Männer gewesen, die den Einheitsgedanken richtig erfaßt hätten. Er könnte eine große Anzahl ver­dienter Namen nennen, wolle sich aber heute auf nur zwei beschränken. Er wies zuerst auf den jetzi­gen Führer der Ortsgruppe Wetzlar, Otto Zim­mermann, hin, der früher jahrelang Vorsitzen­der des Vereins Stolze-Schrey war, schon seit 1910 erfolgreich für die Ausbreitung der Kurzschrift ge­wirkt habe, selbst hoher Silbenschreiber sei und auch die staatliche Prüfung der Stenographielehrer der Deutschen Kurzschrift abgelegt habe. Seine großen

zu Gaste geladen waren, trafen sich alle Festteil­nehmer

am Kriegerdenkmal

um der gefallenen und verstorbenen Mitglieder des Chores zu gedenken. Pfarrer Schmidt würdigte ihre Verdienste in gebührender Weife und legte am Denkmal einen prachtvollen Kranz nieder. Der Po­saunenchor spielte das Lied vom guten Kameraden.

Oie Nachfeier

fand unter den schattigen Linden an der Nordseite der Kirche statt. Der Vertrauensmann der Deka- natskirchengesangvereine, Pfarrer Weisel (Heu­chelheim) grüßte die Festgäste herzlich, dankte für den starken Besuch und feierte die großen Ver­dienste des Jubelvereins. Er würdigte auch die Verdienste des leider zu früh verstorbenen Dekanatsvertrauensmannes, Pfarrer Staubach (Watzenborn-Steinberg), zu dessen Gedenken sich die große Festgemeinde von den Sitzen erhob. Der Redner beantwortete anschließend die Frage, warum wir heute Kirchengesangvereinsfeste feierten, dahin, daß das Zusammenstehen aller Evangelischen not­wendig sei. Die Erinnerung an die drei großen Meister Bach, Händel, Schütz solle eine Mahnung sein, treu zum christlichen Glauben zu halten. Die Festgemeinde sang sodann das LutherliedEin feste Burg". Der MännergesangvereinPolyhymnia- Liederkranz" unter Stabführung von Chormeister Scho mb er sang anschließend ein Chorlied und gab damit Zeugnis von dem schönen Verhältnis, das zwischen den beiden Chören in unserem Dorfe besteht. Pfarrer Schmidt, der derzeitige Vor­sitzende des Kirchenchors, gab einiges aus der Ge­schichte des Chors bekannt und schilderte den guten Geist, der einstmals die Gründer beseelt hatte. Er verlas einige Glückwunschschreiben, u. a. das des früheren Vorsitzenden, Pfarrer i. R. Schulte (Großen-Linden), der sich um den Chor besonders verdient gemacht hat. Der Ortspfarrer sprach auch davon, daß die Gemeinde immer der Arbeit des Chores große Sympathien entgegengebracht habe.

Lehrer Kimmel (Allendorf a. d. Lahn) gab so­dann Bilder aus dem Leben der drei großen Mei­ster Bach, Händel, Schütz und sprach über die Be­deutung der drei großen Deutschen für die deutsche Kirchenmusik. Er schilderte die Meister als Vor­kämpfer für deutsches Wesen, deutsches Volkstum und für den evangelischen Glauben.

Zwischen den einzelnen Ansprachen traten die

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