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— Datz Atlantis-Buch der Musik. Herausgegeben von Dr. Fred Hamel.unb Dr. Martin Hürlimann. In Lernen RM. 9,60. Atlantis-Verlag, Berlin. — (644) — „Dieses Buch will den praktischen Zweck erfüllen, ein Lestbuch und Nachschlagewerk für alle zu sein, denen Musrk etwas bedeutet. Und es will dies in dem Gerst tun, der dem erhabenen Vermächtnis unserer großen Meister entspricht." Dazu haben sich Gelehrte, ausübende Künstler, Musikerzieher und Kritiker nut den Herausgebern zusammengetan und die unab- sehbare Fülle des für den geistig lebendigen Men- schen musikalisch Wissenswerten m einer Form dargestellt, die einem jeden zugänglich ist und wohl keiner Frage aus irgendeinem die Musik betreffen- den Gebiete die Antwort schuldig bleibt. Es ist erstaunlich, welch eine Menge von Stoff hier in den über 1000 Seiten Text einheitlich zusammengefaht wurde. Jeder der Mitarbeiter kann als angesehene, ja, in den meisten Fällen sogar als erste Autorität seines Faches gelten, und jeder gibt das, was ihm von seinem Blickpunkt aus und nach seiner Er- fahrung wertvoll und wesentlich erscheint. Selbst wenn, wie es bei der vielseitigen Beleuchtung des Stoffes nicht anders möglich ist, sich einzelne Ge- biete überschneiden sollten, so gewinnt das vielleicht schon von anderer Seite Gesagte durch die veran- . . an besonderem
Aufklärung Suchende
— Christian Röck: Die Festung im Gletscher. Dom Heldentum Im Alpenkrieg. Mit vielen Bildern. Kart. 2 Mk.: Ganzleinen 2,85 Mk. Verlag Ullstein, Berlin. — (102) — Dieses Buch schildert lebenswahr Kampfszenen und Lebensab« scynitte österreichischer Gebirgssoldaten im ewigen Eise der Marmolata und in besonders spannenden Geschehnissen die harte, selbstverständliche, bis in den Tod währende Kameradschaft und Treue einiger in den Flanken des Ortlers kämpfender Kaiserjäger. In unterirdischen Festungen, die in das Eis Der Gletscher eingesprengt waren, lagen sich österreichische und italienische Truppen gegenüber. Sie hatten nicht nur gegen den Feind zu kämpfen, sondern auch gegen all die Schrecknisse der Hochgebirgsnatur; gegen Schneesturm, Lawinen, Absturzgefahr und den sie ständig bedrohenden Tod
— Wilhelm Schäfer: Johann «Sebastian Bach. Eine Rede. Kart. 80 Pf. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1935. — (62) — Unter den vielen Schriften zum Bach-Jubi- läum nimmt die Rede des Dichters Wilhelm Schäfer eine besondere Stellung ein. Schäfer gibt keine Biographie und keine Werkdeutung, der Dichter deutet Bach als den größten Künstler des abendländischen Kulturkreises. Schäfer spannt den erhabenen Bogen unseres geschichtlichen Werdens vor uns aus, um des großen Thomas-Kantors Stelle darin aufzuzeigen. Bach rettete in seinem Werk die Gottgläubigkeit des deutschen Menschen über die Zeitwende der Renaissance hinaus in die Zeit des Persönlichkeitsglaubens, die ihn und sein Werk besonders im 19. Jahrhundert nicht mehr verstand. Erst das Kunstgefühl der Zeitenwende, die unsere Tage erfüllt, vermag Bach wieder richtig zu sehen, seine Kunst wieder richtig zu werten, erst unserer Zeit offenbart sich wieder das letzte Geheimnis ihrer Schönheit. Es aeht Schäfer in seiner Rede nicht um die Künstlerschaft Bachs als solche, sondern um die Lebensmacht seiner Kunst. Sie sieht Schäfer in dem, was über die Persönlichkeit hinausführt. „Die höchste Möglichkeit der Musik ist nicht, zu sagen, was ich leide; damit bleiben wir mit unserem Ich in der Sinnenwirklichkeit, die uns chauerlich fremd ist und hinter der wir das Sem als die Heimat unserer Seele suchen; die höchste Möglichkeit der Musik ist, daß uns aus ihren Klängen das Sein selber anblickt, das unserer Seele nirgends so nah, so deutlich, so gewiß wird wie m ihrer — um mit Leibniz zu reden — prästabilier-
— Herbert Blank: Gott, Reich und Brot. Zweite neubearbeitete, neuausgestattete Auflage. Verlag Gerhard Stalling Preis broschiert 4,80 Mark, in <
— (93) _ Herbert Blank darf als einer der besten Chronisten des deutschen Bauernkrieges von 1525 bis 1530 gelten. Es ist deshalb sehr zu begrüßen, daß der Verlag von diesem Werke, das in der Erstauflage unter dem Titel „Karschans, Die Bauern marscyieren" erschien, nunmehr eine neubearbeitete und neuausgestattete Auflage veröffentlicht hat. Dieses Werk vom deutschen Bauernkriege versucht, unter Wahrung wissenschaftlicher Treue, das Schicksal der deutschen Bauernbewegung um 1525 mit dem Schicksal des deutschen Bauern während der gärenden Zeit von 1918 bis 1932 in Beziehung zu bringen. Dreihunderttausend arme Kunze standen 1525 unter den Waffen und warfen in letzter Minute für das Selbstverständliche wie das Größte: „ein freies Volk auf freiem Grunde" ihre Seelen und Leiber in die Bresche. Herbert Blank wählt für seine Schilderung die Form packender Charakter- und Zustandsbilder. Er zeigt uns die Seele des mißhandelten Bauern selbst und die Parallelität der Probleme von einst mit denen von 1918 bis 1932.
— Gräfin Alexandrine Keyserling: Um eine deutsche Prinzessin. Preis kart. 2,80 Mark, Leinenband 4,20 Mark. Hans Köhler, Verlag, Hamburg 39. — (103) — „Es handelt sich um keine Kleinigkeit, Madame, sondern darum, ob eine Ihrer Töchter den Thron von Rußland besteigt oder nicht", schreibt Friedrich der Große an die Landgräsin Karoline von Hessen. Ihm galt es, den deutschen Einfluß am russischen Hof zu festigen, der ihm im Siebenjährigen Kriege noch feindlich gesinnt gewesen war. Der Einsatz: eine deutsche Prinzessin, der Gewinn: die Sicherung seines Staates an den Ostgrenzen. Die Landgräfin als Mutter dreier junger Töchter antwortet, sie würde „eine so glänzende Stellung" für eine ihrer Prinzessinnen „nicht ablehnen", aber in der Folge ist sie im Zweifel, ob Reiz und Anmut ihrer Töchter siegen werden. Der große König antwortet: „Wenn ich irgendwelchen Kredit habe, so heiratet eine Ihrer Töchter den Großfürsten" und „Entweder die Sache gelingt oder ich verstehe nichts davon". Noch blldet der russisch-türkische Krieg ein Hindernis, aber bald ist es soweit: Katharina II. lädt die Landgräfin mit ihren drei Töchtern ein, sie an ihrem Hof zu besuchen. Fieberhafte Reisevorbereitungen in Darmstadt: „Jetzt schreibe ich Brief auf Brief nach Paris und Lyon um Stoffe, Spitzen und Gold- und Silberstickereien. Es ist schlimmer als eine Aussteuer", berichtet die Landgräfin. Dann beginnt die langwierige Reise, als genauer Bericht bewahrt in schaulichen Briefen der Landgräfin. Tausend Kleinigkeiten persönlicher und kultureller Art sind in diesen Briefen aufbewahrt, die Tage bei Friedrich dem Großen, die Schiffsreise, der Empfang in Reval, das erste überraschende Zusammentreffen mit Katharina II., die Begegnung mit dem jungen Großfürsten — kein Roman kann so sorgfältig schil- dern wie diese persönlichen und intimen Briese. Die Landgräfin selbst tritt uns darin als ein warmherziger Mensch entgegen, offen für alle Dinge Der Welt und mit feinem Humor begabt. Ueber Die Wahl des jungen Großfürsten, die Verlobung und die prunkvolle Hochzeit in Petersburg berichten die Briefe in allen Einzelheiten. Wenn der Landgraf im Spiel der Intrigen feststellt: „Mein einziger Trost ist, daß ich in dieser Sache als em ehrlicher Mann gehandelt habe", so müssen wir bekennen, daß die „große Landgräfin" ebenso ehrlich als eine echte Frau gehandelt hat.
der Bewegung das ganze Buch durchzieht, so zeichnet der italienische General hiermit die tvpiiche Eigenschaft des deutschen Soldaten. Eine Offensive mit den heutigen Mitteln der Technik zu führen ist ein Problem, um das der Meinungsstreit nicht eher ruhen wird, bis die Praxis des nächsten Krieges selbst darüber entschieden hat. Aber das Problem, eine konkrete Form des Entscheidungskrieges zu finden, wird manchen überkommenen Begriff umformen und im künftigen Kriege dem Volke den Sieg verheißen, das aus seiner Mitte den Mann stellt, der es am vortrefflichsten zu lösen versteht.
genspieler Napoleon und dem Winterfeldzug von 1812 gipfelt. Die Befreiungskriege und die Politik , der Heiligen Allianz, die immer mehr auf die reaktionären Pfade Metternichs gleitet, stellen in der Darstellung Staehlins überall die Verbindung zur deutschen Geschichte dieser Zeit her, die wir hier von einer neuen Seite schauen lernen. Auf den zwiespältigen, aber ideenreichen und geistvollen Alexander folgt mit dessen um zwanzig Jahre jüngeren Bruder Nikolaus eine ganz andersgeartete Persönlichkeit, nüchtern und praktisch, mit Der aus Der Erbschaft Des Vaters und Großvaters überkommenen einseitigen Vorliebe für das Neußer- liche des Soldatenberufs, aber auch von einem tiefen Bewußtsein seiner sittlichen Verpflichtung gegen den Staat und einer ebenso hohen Meinung von seiner Herrscherwürde. Die Liquidierung des noch aus der Regierungszeit seines Bruders übernommenen Dekabristenaufstands zeigt die tiefe innere Gärung im russischen Volk, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Spannungen, die weder durch Nikolaus, den letzten Herrscher eines dogmatischen Absolutismus, noch durch seine Nachfolger eine befriedigende Lösung finden und nach manchem Auf und Ab zwischen liberalen Reformversuchen und ftraffer Selbstherrschaft während des Weltkriegs in die große Revolution von 1917 einmünden. Ein weiteres Problem, das ebenfalls erst im Weltkrieg feine radikale Lösung finden sollte, ist Polen. Staehlins ausgezeichnete Schilderung des Polenaufstands von 1830 berührt auch die interessanten Beziehungen zu Preußen. Die Niederschlagung des polnischen Aufstands, wie das Eingreifen Rußlands gegen die nationale Erhebung der Ungarn, zeigen Nikolaus als Seele der reaktionären Kräfte in Europa auf der Höhe feiner Macht, der Krimkrieg, der die drei Westmächte England, Frankreich und Sardinien für die Erhaltung der Türkei gegen die auf Erfüllung des ewigen ruffi- schen Traums vom orthodoxen Kreuz auf der Hagia Sophia gerichteten Aspirationen des Zaren §usani- mengeführt hat, ist für Rußlands außenpolitisches Ansehen ein schwerer Schlag. Nikolaus hat den Verlust Sebastopols nicht mehr erlebt. Der auf- gehende Stern Napoleons III. loste den russischen Selbstherrscher für das nächste Jahrzehnt als arbi- ter mundi ab. So stellt Staehlin die Geschichte Rußlands in die große weltpolitische Entwicklung, er spinnt aber auch in seiner sehr eindrucksvollen Dar- > stellung des sozialen und kulturellen Lebens dieser
Zeit die Fäden zu den Parallelerscheinungen in Westeuropa.
— „Die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland und in der Welt". Don Hauptmann Dr. Gerhard Scholtz. Kart. 0,80 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (111) — In wenigen, die historischen Tatsachen behandelnden Kapiteln gibt Hauptmann Dr. Scholtz eine Darstellung des Entstehens der allgemeinen Wehrpflicht, der Entwicklung der deutschen Wehrverfassung von 1733 bis zur Erneuerung des Reiches und der verschiedenen Ausprägungen bet ihrer Durchführung. Der Abschnitt über die allgemeine Wehrpflicht bei den Fremdstaaten läßt uns erst ganz die Größe der Gefahr erkennen, in der ein wehrloses Deutschland sich befunden hat. Die letzten Abschnitte dieser knappen aber aufschlußreichen Schrift behandeln das Wehrgesetz vom 16. Marz 1935. Besonders wichtig ist der Anhang, der Heber- sichten über den deutschen Wehraufbau, die Wehrpflichtheere und Wehrformen in Europa und andere, zur Beurteilung der wehrpolitischen Situation unerläßliche Angaben enthält.
— H e r b e r t B l a n k: Soldaten. P r e u ß i- sch es Führ er tum von Waterloo bis Tinern, Idee, Geschichte und Gestalt des Offiziers. 13__17 Tsd., 3., neubearbeitete Auflage. Verlag
Gerhard Stalling, Oldenburg i O kartoniert zu 4,80 Mark, in Ganzleinen zu 5,80 Mark. — (91) — Es ist zu begrüßen, daß der Verlag von diesem Buch eine Neuauflage veranstaltet hat die vom Verfasser neu bearbeitet, m einer neuen Ausstattung erscheint. Es ist ein prächtiges und zeitgemäßes Buch, das gerade in dem Augenblick wieder m tue Öffentlichkeit tritt, da das deutsche Volk von neuem im Kampfe um seine militärische Gleichberechtigung und Sicherheit steht. Herbert Blanks vaterlandi che Wärme muß jeden Deutschen, dem der soldatische Kerngehalt unserer Geschichte Herzenssache ist, packen und fesseln. Die großen preußischen Soldaten des vorigen Jahrhunderts sind mit Liebe zeichnet und das Werden unserer Wehr ist mit treffendem Blick für die großen gestaltenden Zusammenhänge der liberalen Epoche klargelegt. Ein wertvolles Buch spricht hier zur jungen Generation.
— General Sebastiano 23 1 s conti- Prasca: Der Entscheidungskrieg, ueber- setzung aus dem Italienischen von Dr. Adolph Caspary. Mit einer Einführung von Major a.£). George Soldan. Verlag Gerhard Stallmg, uh benburg i. O. Preis broschiert 4 Mark, Ganzleinenband 4,80 Mark. — (92) — Dor dem Weltkrieg nahm Deutschland vor allem auch auf militärischem Gebiet eine führende Stellung in der Welt ein. Das Diktat von Versailles hat uns in ein kleines, waffentechnisch unvollkommenes Heer eingeengt, um selbst die geistige Arbeit des deutschen Soldaten ist vielfach gefesselt und lückenhaft geworden. Das geschah in einer Zeit, da alle anderen Staaten versuchten, die umwälzenden Erfahrungen des Welt-
„Ferien vom Ich" machen.
— Ludwig Thoma: „ßausbubenge« schichten". Aus meiner Jugendzeit. Verbilligte Ncuausgabe mit 35 Zeichnungen von Olaf Gul- branffon. Preis in Leinen gebunden 2,80 Mart. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (129) — Es hat feine guten Gründe, daß die „Lausbubengefchicyten" Ludwig Thomas verbreitetstes Buch geworden sind. Einen neuen Reiz ae- winnen die „Lausbubengeschichten" durch die vielen Bilder, die Olaf Gulbransson äu der Neuausgabe beigesteuert hat. Sie sind an Lustigkeit und reifer Kunst Thomas Geschichten kongenial. So ist aus der Zusammenarbeit von zwei echten Künstlern ein kleines Meisterwerk entstanden, so sehr aus einem Guß, wie es nicht viele gibt
zuholen, was durch eigene Schuld und unter äußerem Zwange versäumt worden ist. Daß wir dabei auch auf die Literatur des Auslandes zurückgreifen müssen, ist unerläßlich, da wir uns mit der Wirkung und Ausgestaltung der uns verbotenen Waffen vertraut machen müssen, denn gerade sie haben Wesen und Führung des modernen Krieges von Grund auf gewandelt. Die in diesem Buche behandelten Probleme gehen daher alle an, die dereinst einmal berufen sein könnten, für Deutschlands Leben die Waffen zu führen. Wenn der Osfensiogedanke, der Wille zum rücksichtslosen Angriff und zur Stetigkeit
wird so nicht nur vor Einseitigkeit bewahrt, sondern vielmehr zu eigenem Nachdenken und selber gebildetem Urteil angeregt. Denn durchweg handelt es sich nicht um irgendwie nur für den Zweck des Buches zurechtgemachte Artikel, sondern meist finb die Darstellungen das Ergebnis bewußten wissenschaftlichen Forschens und beruflicher Ausübungspraxis. Abweichend von der Art des Lexikons, das durch die Registrierung des Stoffes zu belehren und Lücken zu füllen vermag und wohl für viele Fälle durchaus nützlich ist, wird hier die wirkliche Fruchtbarmachung und Duchdringung des Wissens durch den lebendigen Zusammenhang, der das Wesentliche in seiner vielfachen Beziehung und Verankerung erkennen läßt, vermittelt. Das Eingangskapitel führt in grundlegende Fragen ein: Vom Klang zum Kunstwerk, Musikästhetik, Musikerziehung (hier wohl von der berufensten Seite: Dr. R. M ü n n i ch). Im Mittelpunkt steht Fred Hamels 300 Seiten umfassende „Geschichte der Musik im europäischen Kulturkreis". Ein Genuß, diese in sich geschlossene, tief eindringende Darstellung zu lesen, überaus fesselnd durch die klare, gegliederte Stoffbeherrschung, die in dieser straffen und doch umfassenden Form z.Z. einzig dastehen durste; abgesehen von einigen mehrbändigen, größeren Veröffentlichungen. Der Abschnitt Instrumentalmusik gibt den einzelnen Meistern das Wort; u. a. legen hier Professor Walter Georgii (Klaviermusik), Professor Edwin Fischer (Interpretation am Klavier), Professor Georg Kulenkamp ff (Interpretation auf der Geige) ihre reichen Erfahrungen nieder. Den Fragen des Zusammenspiels wenden ich Sonderabhandlungen über Symphonie, Konzert, Ouvertüre und Kammermusik mit Werkeinführungen zu; Richard Strauß urteilt über Jnftrumen- tationsprobleme, und Furtwängler beleuchtet die Interpretation als eine musikalische Schicksalsfrage. Als Sachkundige des Gesangfaches sprechen neben anderen Lula Mysz-Gmein er über Lied- qestaltung, Prof. Kittel über Chorgesang. Unter „Musik und Theater" führt Erwin Kroll sehr ausführlich durch die Geschichte der Oper; Anna Bahr- Mi l D e n b u r ggeht anregungsreich auf „Buhnen- darstellung und Musik" ein. Unter dem Gesichtspunkt Musik und Gesellschaft" finden grundlegende Fragen über evangelische und katholische Kirchenmusik, Volksgesang und Hausmusik, Militärmusik (Heeres- musikinspizient Hermann Schmidt) u. a. m. ihre Erörterung. Die Musik der außereuropäischen Volker wie auch die Organisation des Musikbetriebs werden ebenfalls in den Betracktungskreis ein- bezogen. Recht brauchbar erscheint em Musikverzeich. nis (mit kurzen Daten). Dor allem aber seien die geradezu hervorragenden Bilderbeilaaen hervor- gehoben, einmal wegen der vorbildlichen Ausfüh- rung, bann aber wegen ber typischen Auswahl; ba wirb selbst dem Fachkundigen manches Gute begeg- ; nen. Wenn man den Vergleich zu anderen Der- . äffentlichungen zieht, so mochte einem in Anbetracht I der reichhaltigen Fülle der gebotenen Werte der , Preis als nieorig erscheinen. ur. n.
Fremde Literatur.
— Felix Timmermans: Kleine Leute in Flandern. Erzählungen. Mit einer autobiographischen Skizze. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7292. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf.; Ganzleinen 1,— Mark. — (57) — Dieses Bändchen Der- einigt einige der schönsten Erzählungen von Timmermans. Die Novellen sind untereinander verwandt. Alle spielen sie in den stillen flandrischen Kleinstädten und Dörfern, die Timmermans mit einer Fülle ureigener, köstlicher, aus dem Leben gegriffener Gestalten bevölkert, mit seinem tiefen und liebevollen Humor durchwärmt und mit dem Zauber ihrer verttäumten Atmosphäre umspinnt.
— Richard Boleslawski: „Polnische Ulanen" Aus dem Englischen von Paul Fohr. Broschiert 3,80 Mark, Ganzleinen 4,80 Mark. Pro- pyläen-Verlag, Berlin. — (101) — Boleslawski hat ben Weltkrieg als Leutnant im Regiment „Polnische Ulanen" mitgemacht, bas in ben russischen Armee- verbänben gekämpft hat für bie Unabhängigkeit Polens, bie ihnen ber Großfürst Nikolai Nikolajewitsch für ben Fall eines Sieges ber Alliierten zugesichert hatte. Aus biesem Grunbe blieben bie Polen unberührt von ber großen Katastrophe, bie im britten Kriegsjahr zum Zerfall ber russischen Armee führte. Sie waren Pattioten unb Soldaten oon guter Disziplin und sahen mit Entsetzen in bas ungeheure Chaos, bas bie politische Zersetzung ber russischen Truppen hervorgerufen hatte. Die polnischen Ulanen, unter ber Führung ihres Pracht- vollen Obersten, haben sich gegen Die Feindschaft der revolutionären Soldaten zu wehren, bie in ben Polen Leute von antirevolutionärer Gesinnung sehen. Das Regiment hält eisern zusammen, es ver- steckt sich in Wäldern unb zerstörten Schlossern. Ader chließlich wirb bie Uebermacht zu groß, bie Polen entschließen sich, ihre Pferbe zurückzulassen unb sich einzeln in bie Heimat durchzuschlagen.
— AinoKallas: SanktThomasnacht. Eine Erzählung. Berechtigte Uebersetzung aus Dem Finnischen von Rita Oe hq ui st. 60 Seiten. (Die Kleine Bücherei Nr. 48.) Albert Langen/Georg Mul- (er, München 1935. — (97) — Mit bieser schlcksals- schweren Erzählung aus ber Frühzeit bes Deutschen Orbens stellt bie „Kleine Bücherei" eine finnische Dichterin vor. Die beutschen Drbensrittcr kämpfen um ben Raum ber baltischen Provinzen, ihnen gegenüber steht heibnisches Volkstum, bas zugleich um seine Heimat unb um seinen alten Glauben kämpft. Die uralten heibnischen Mächte ber östlichen Welt wehren sich gegen bas junge kampferi che Christentum. Es wird erzählt von verzweifelter Mutterliebe, bie sich vermißt, ben letzten Sohn M retten durch Verrat des eigenen Volkes unb von schwerer, bitterer Buße für Untat unb Unheil. In der Brust der einen Mutter ringt ber alte Helden- sinn eines kriegerischen Volkes mit dem ursprünglichen Instinkt jedes mütterlichen Wesens, um leben Preis zu erhalten, was feinem Schoß entwuchs. Es ist ein starkes Werk einer echten Dichterin, der Atem ber großen Helbengesänge aller jungen Volker weht darin, wir hören einen Klang zu uns bringen, der uns vertraut ist, und den zu hören unser Dolk gerade jetzt bereit ist.
— Karl Staehlin: Geschichte Ruß- l lanb 5 von ben Anfängern bis zur G e - : genmart. Bcmb III. Don Kaiser Paul bis zum l Ende des Krimkrieges. 552 Seiten unb 2 Karten. I Preis kart. 13,50 Mark, in Halbleinen 16,— Mark. - Ost-Europa-Derlag in Königsberg i. Pr. — (12) — ' Der schnelle Fortgang bes mobernen Stanbarb- 1 werks russischer Geschichte füllt eine schmerzlich empfunbene Lücke aus, bie bislang weniger bem Historiker vom Fach als vor allem bem politisch interessierten Laien es wesentlich erschwerte, sich 1 die solide untermauerten Grundlagen zum rechten : Verständnis der großen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungslinien in dem unermeßlich weiten und deshalb uns leicht nebelhaft verschwommen und undurchsichtig erscheinenden osteuropäischen Raum zu verschaffen. Die vielen, meist nur knapp unter die Oberfläche eindringenden Reiseberichte, soziologischen Betrachtun» gen und politischen Schriften über den heutigen russischen Rätestaat können kein vollständiges Bild geben von den tief in der Eigenart unb geschichtlichen Entwicklung des russischen Volkes begründeten großen Problemen Osteuropas und den aus ihnen sich ableitenden politischen Zielen ohne genaue Kenntnis der früheren Epochen der russischen Geschichte. Hierzu ist Staehlins. großartiges Werk der beste Weg. Es fußt auf einer Reihe erst jüngst er- fchlofsener Quellen, die namentlich für die inner- politischen Verhältnisse des Zarenreiches in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderks ganz neue Einblicke geben. Zudem ist die Darstellung des 23er- faffers, der als Professor für osteuropäische Ge- schichte an der Berliner Universität vielleicht in Deutschland der beste Kenner der Materie ist, so flüssig und fesselnd geschrieben, daß es ein ästheti- scher Genuß ist, das umfangreiche Werk zu lesen. Der eben erschienene Band enthält die Zeit Pauls I. und seiner beiden so verschiedenartigen Söhne Alex- ander I. und Nikolaus I. Kaiser Paul, in dem sich weltfremde romantische Vorstellungen mit einer zu. geistlosem Gamaschendienst ausgearteten Vorliebe für das Soldatenhandwerk zu einem wunder- lichen Gemisch finsterer Willkürherrschaft vereinten, spielt in der großen Epoche des geistigen Umbruchs, der sich von Frankreich aus vorbereitet, eine singuläre Rolle. Wichtiger wird die Persönlichkeit Alexanders, unter ixem die politische Romantik zu den ersten großen sozialen Reformversuchen in Rußland führt. Ein Höhepunkt in diesem Buch ist die ungemein fesselnde Darstellung der Außenpolitik Alexanders, die in seinem in allen Schattierungen wechselnden Verhältnis zu dem großen Ge-
Deutsche Erzähler.
— Paul Keller: „Ferien vom Volksausgabe, 391. Tausend, Ganzlwd. 2,85 Mark. Bergstadtverlag, Breslau. — (132) -- Dn Film gleichen Namens hat diese wunderliche Geschichte von dem Landsanatorium, in dem jeder Namen, Titel, Kleider, Geld abgeben muß, um wirklich einmal radikal den „alten Adam abzulegen", bekannt genug gemacht. Aber man lese das Buch, und man wird spüren, wie weit das Wort eines Dichters mächtiger ist als der Film. Besonders bei einem solch lachenden Weisen wie Paul Keller, dessen blühende Phantasie, ursprüngliche Erzählergabe und aus gläubiger Zuversicht erwachsende Lebenskraft uns allein schon das Leben seines Buches zu
des Erfrierens.
— Käte Kestien: Als bie Männer im Graben lagen. Ein autobiographischer Roman. Preis kartoniert 3,80 Mark. Ganzleinen 4,80 Mark. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (100) — Dies sind die Kriegserinnerungen einer Frau. Sie hat aufgeschrieben, was sie an der anderen Front, an der Front der in der Heimat Gebliebenen, erlebt hat. Sie hat das niedergeschrieben, was Millionen mit ihr erlebt haben: Frauen und Kinder und alternde Männer. Es ist Die Geschichte dessen, was eine deutsche Familie vom Beginn des Krieges an bis zu seinem tragischen Ende in Geduld und Armut und Tapferkeit erlebt hat. Aber es ist auch der Roman der jungen deutschen Frau, die, um das eigene Kind und die Mutter unb bie Geschwister zu erhalten, Munitionsarbeiterin wird unb an all ben harten, hoffnungslosen Tagen ihre Schicht abarbeitet. So unerbittlich biese (Erinnerungen auch finb, wenn in ihnen bie Schrecken bes Krieges ge- schildert werben, so schrieb sie boch eine Frau mit empfinbfamem Herzen unb regen Sinnen.


