bkicklich sind, „so würden wir nicht lange vor Deutschland bleibe n". Der von Großbritannien und Frankreich in Aussicht genommene Luftpakt ist auf gegenseitige Bürgschaften der Locarno- Nationen gegen Angriffe aus der Luft begründet. Wenn Großbritannien ein nützlicher Teilnehmer an einem solchen Pakt sein soll, so muß es st a r k genug sein, um angemessenen Beistand zu leisten, wenn es dazu aufgefordert wird.
England und der Lustpakt.
London, 4. April. (DNB. Fundspruch.) „Daily Telegraph" schreibt zu der Mitteilung Simons über die Stärke der deutschen Luftstreitmacht, hoffentlich werde die britische Oeffentlichkeit dieser Nachricht mit Entschlossenheit und Einigkeit gegenübertreten. Die Nachricht sei anscheinend eine lieber- raschung für die britische Regierung gewesen. Man dürfe glauben, daß Deutschland bei seinem Ausrüsten in Lust nicht in erster und vielleicht nicht in zweiter Linie an England denke. Aber Großbritannien müsse Deutschland in seine Rechnung stellen. Unterstaatssekretär Sassoon habe erklärt, der westliche Lustpakt würde Großbritannien die Verpflichtung auserlegen, in der Lust stark genug zu sein, um anderen Beistand leisten zu können. Einer ehrenhalber eingegangenen Verpflichtung könne man sich nicht entziehen. Dies sei eine völlig überzeugende Rechtfertigung der Erhöhung des britischen Luft- s a hr t v o r a n s ch l a g e s. Eine „vereinbarte Verminderung" sei dadurch nicht ausgeschlossen, aber wenn die §onferenzoerhand- lungen erfolglos blieben, dann müsse entsprechend der Erkläruna Baldwins gehandelt werden, wonach Großbritannien in der Luft die gleiche Stärke mit der in „Schlagweite" befindlichen st ä r k st e n L u f t m a ch t haben müsse. Das englische Rüstungsgeschäft.
London, 2. April. (DNB.) Auf der Generalversammlung der englischen Rüstungsfirma Vickers erklärte der Präsident, Sir Herbert Lawrence, daß die vor dem amerikanischen Waffenuntersuchungsausschuß vorgebrachten Anschuldigungen gegen Vickers und andere Rüstungsfirmen u n - fair und ungerecht seien. Das Geschäft der englischen Waffenfirmen seivollkommenlegi- t i m und unterstehe einer strengen Regierungskontrolle. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde mitgeteilt, daß die Dickers-Armstrong- Gesellschaft dieses Jahr mehr Aufträge erhalten habe als zur selben Zeit des Vorjahres, und daß die Firma zur Zeit über 30 000 Menschen beschäftigt gegenüber 24 500 im Vorjahr. Ein Aktionär verlangte eine Versicherung, daß keine englischenWaffen an etwaige zukünftige Feinde Englands verkauft werden. Der Präsident erklärte, daß keine ausländischen Verkäufe vorgenommen würden, die nicht vorher von der englischen Regierung genau geprüft worden seien.
Die Dickers-Aviation-Gesellschaft wird dieses Jahr mindestens vier neue Typen von Land- Flugzeugen herausbringen, darunter ein sehr schnelles neues Kampfflugzeug und einen ftark verbesserten Bombertyp. Deutschland und die Klottenkonferenz.
Washington, 3. April. (DNB.) Der amerikanische Marinesekretär S w a n f o n erklärte auf einer Pressekonferenz, daß er für den Einschluß Deutsch l a n d s in die Flottenkonferenz sei. Er bemerkte, daß er keinen Vorschlag von Deutschland erhalten habe. Die amerikanische Regierung sei der Ansicht, daß eine deutsche Forderung nach einer Kriegsflottenstärke von insgesamt 4 5 0 0 0 0 Tonnen das amerikanisch-englisch-japanische Flottenoer- hältnis von 5:5:3 keineswegs beeinflussen könne. Oesterreich fordert Gleichberechtigung.
IBien, 3.April. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: heute nachmittag fand unter Vorsitz des Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ein kurzer Blinist e r r a t statt, der sich neben der Erledigung laufender Angelegenheiten mit der Frage des Ausbaues der österreichischen Wehrmacht befaßte. Der Ministerrat gab der übereinstimmen, den Auffassung Ausdruck, daß die Zubilligung voller Gleichberechtigung für Oester- r e l ch eine selbstverständliche Voraussetzung bleibe. Die notwendigen vorbereitenden Schritte würden eingeleitet.
Abfchlußübung der Landespolizei vor General Göring.
Berlin, 3. April. (DNB.) Am Mittwochvormittag fand auf dem Truppenübungsplatz D ö b e r i tz eine . große Hebung von Einheiten der Landespolizei statt, der auch Ministerpräsident Göring beiwohnte. Anschließend an die Hebung schritt General Göring die Front ab. E r dankte in kernigen Worten den Formationen für ihre Treue und ihre Arbeit beim Aufstellen der Landespolizei. Er verabschiedete bei dieser Gelegenheit d i e zur Wehrmacht übertretenden Einheiten und wandte sich noch besonders an die gleichfalls beteiligte Landespolizeigruppe „General Göring", welcher er stete Verbundenheit mit seiner Person versprach. Ein Parademarsch beschloß den Tag.
Die Beisetzung des Bischofs Dr.Hugo.
Schon in den frühen Morgenstunden hatte sich eine große Menschenmenge vor dem Bischöflichen Palais in Mainz versammelt, die Zeuge der Ueberführung und Beisetzung des verewigten Bischofs Dr. Ludwig Maria Hugo sem wollte. Um 9 Uhr setzte sich der Trauerzug in Bewegung. In langen Reihen zogen die katholischen Vereine, die Schüler der Volks- und höheren Schulen, die Studentenverbindungen, dcr Diözesanklerus nach dem Dom zu. Dann erschien als erster Protonotar Domdekan Dr. May im vollen Ornat im Portal des Bischöflichen Palais. Ihm folgten die hohen kirchlichen Würdenträger, zuerst d i e Aebte Zölestin von Schweiklberg und Eberhardt von Marien st ad t, dann Bischof Dr. Sebastian von Speyer, Bischof Dr. H i l f- rich von Limburg, Bischof Dr. Borne- wasser von Trier, Bischof Dr. Ehren- fried von Würzburg, Bischof Dr. Sproll von Rottenburg und als letzter der Metropolitan der oberrheinischen Kirchenprovinz Erzbischof Dr. Gröber von Freiburg. Dann folgte der Leichenwagen mit dem Sarg, oem sich die Familienangehörigen des Bischofs und die Vertreter der Behörden anfchlossen. Unter diesen sah man den Vertreter des Reichs st att- halters in Hessen, Provinzialdirektor Dr. Wehner, Oberbürgermeister Dr. Barth und
Rechtsrat Dr. Falk. In tiefem Schweigen bewegte sich langsam der Zug durch die Straßen, von der dichtgedrängten Volksmenge ehrfurchtsvoll begrüßt. Im Dom angelangt, wurde der Sarg vor dem Hochaltar niedergesetzt. Dann hielt Erzbischof Dr. Gröber das feierliche Requiem, das der Domchor mit ergreifenden Gesängen begleitete. Gewaltig erklang das fünfstimmige Miserere von Orlando di Lasso. Nach dem Requiem hielt
Bischof Dr. Sproll von Rottenburg die Trauerrede, in der er ein Lebensbild des dahingeschiedenen Oberhirten gab und feine Verdienste um Kirche und Vaterland feierte. Dann wurde der Sarg nach der Absolutio ad tumbam wieder aufgehoben und in feierlichem Zuge nach der Bischofsgruft gebracht und beigesetzt. Die öffentlichen Gebäude der Stadt hatten während der Trauerfeier die Fahnen auf Halbmast gesetzt.
Oer Reichsjugendführer an die amerikanische Oeffentlichkeit.
Eine Unterredung Baldur von Gchirachs mit dem Vertreter der Associated preß
B e r l i n, 3. April. (Reichsjugendpressedienst.) Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach gewährte dem Berliner Vertreter des amerikanischen Nachrichtenbüros „The Associated Preß", Chefredakteur Louis P. L o ch n e r, eine Unterredung.
Auf die Frage: Wohin st euertdieJug end imreligiösen Sinne? antwortete der Reichsjugendführer u. a.: Zunächst möchte ich bemerken, daß ich an konfessionellen Fragen desinteressiert bin. Aus diesem Grunde habe ich mich auch bisher mit der Frage einer „Staatskirche, die weder protestantisch noch katholisch ist", nicht beschäftigt. Ich sehe in beiden christlichen Bekenntnissen zwei gegebene Größen, mt denen ich zu rechnen habe.
Wenn die Hitlerjugend nicht so oft zur Kirche geht, wie es vielleicht vom Standpunkt einer religiösen Erziehung aus wünschenswert wäre, liegt das nicht zuletzt an dieser Tatsache, weil die Jugend, je länger der Streit zwischen konfessionellem Jugendbund und Hiller-Jugend andauert, um so mehr die Kirche selbst für die Haltung der konfessionellen Jugend verantwortlich zu machen beginnt.
Ich bin der festen Ueberzeugung, daß in demselben Augenblick, in dem die Frage konfessionelle Jugend — Hitler-Jugend ihre Erledigung gefunden hat, die gesamte deutsche Jugend auch der Kirche gegenüber einen ganz anderen Standpunkt einnimmt.
Frage: Wie ich immer wieder seststellen kann, interessiert man sich im Auslande sehr für die Frage, ob die wehrsportliche Jugender- z i e h u n tz nicht zu einer Militarisierung der Jugend führen muß, etwa in dem Sinne, daß der Junge und das Mädchen in dem Kriege die beste Möglichkeit zum Beweis ihres Heldentums sehen.
Antwort: Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten, die ihre Jugend schon im 14. Lebensjahr an Kriegswaffen ausbilden, wird in Deutschland
die Jugend vor ihrem Eintritt in die Armee überhaupt nicht mit Waffen geschult.
Wir wollen nichts anderes als unsere Jugend gesund und glücklich machen. Zur Verwirklichung dieses Zieles bedürfen wir der körperlichen Erziehung. Unsere soldatische Haltung hat nichts Militaristisches an sich. Wir verstehen unter dieser Haltung die Ausrichtung der jungen Generation auf die großen menschlichen Ideale: Disziplin, Treue und Kameradschaft.
Frage: Sie sprachen in Ihrer Rede im Saar- gebiet von einer „verschworenen Gemeinschaf t". Was ist damit gemeint? Soll es innerhalb einer Volksgemeinschaft noch eine besondere Elite geben, die miteinander verschworen ist und deren geheimste Ziele der Rest der Volksgemeinschaft nicht wissen soll? Wenn ja, so frage ich weiter, ob das Vorhandensein einer solchen „verschworenen Gesellschaft" nicht große Gefahren für den Bestand des Staates bringen kann?
Antwort: Unter einer „verschworenen Gemeinschaft" verstehe ich keinen Geheimbund, sondern eine sich verschworene junge Mannschaft, die auf Gedeih und Verderb zusammenhält.
Die in der Hitler-Jugend geeinte deutsche Jugend hat sich nicht gegen, sondern für den Staat „verschworen". Sie will die junge Garde dieses ihres Staates sein. Es ist dies der Grund, warum ihr der Führer den Ehrentitel verliehen hat, der sie stolz und glücklich macht: Staatsjugend. Patriae inserviendo con- sumor (Ich verbrauche mich im Dienste des Vaterlandes) war der Wahlspruch Bis- m a r ck s. Die Jugend Adolf h i l l e r s lebt nach demselben Gesetz.
Reichsschulungstagung des Amtes „Schönheit der Arbeit".
Nürnberg, 3. April. (DNB.) Die erste Reichsschulungstagung des Amtes „Schönheit der Arbeit" innerhalb der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wurde im Goldenen Saal des Kulturvereins eröffnet. Amtsleiter Speer führte in feiner Eröffnungsrede u. a. aus: In diesem ersten Jahr der praktischen Arbeit wurden in Deutschland für die Verschönerung von Betrieben, für Neuanlagen von Wasch-, Umkleide- und Kantinenräumen, für Feierabendheime, für Anlage von Gärten zur Erholung der Arbeiter durch die Arbeit des Amtes „Schönheit der Arbeit" 100 Millionen Mark von den Betriebsführern freiwillig aufgewendet. Durchschnittlich 80 v.H. der Betriebsbesichtigungen führten zu den beabsichtigten, oft zu einem noch größeren Erfolg. Es muß zu Ehren der Betriebsführer betont werden, daß die Idee der Schönheit der Arbeit im allgemeinen gut und verständnisvoll, oft be geistert ausgenommen wurde. Es muß unser weiteres Bestreben sein, die gute Achtung der Betriebsführer vor Schönheit der Arbeit nicht durch voreilige und ungeschulte Arbeit Unberufener in Mißkredit bringen zu lassen. Eine neue Abteilung wird sich mit allen Gestaltungsfragen innerhalb des Amtes zu befassen haben. Eine weitere Abteilung wird die Frage der Hygiene in den Betrieben bearbeiten. Unsere Arbeit baut sich auf freiwillige Leistung des Betriebsführers auf. Bei den jetzigen, allgemein noch schlechten Zustand der Betriebe ist es unmöglich, zu versuchen, die Forderungen, die wir freiwillig von den Betriebsführern verlangen, durch ein oder mehrere Gesetze zu sichern. Nach den.bisherigen Erfahrungen muß es uns aber gelingen, 60 bis 70 v. H. aller Betriebe Deutschlands auf den von uns gewünschten Stand zu bringen.
Reichsorganisationsleiter und Leiter der OAF. Or. Ley führte dann u. a. aus: „Als mir vor einem Jahr dieses Amt Schönheit der Arbeit schufen, hat man sich von den verschiedensten Seiten gefragt, was dieses Amt eigentlich bezwecken solle. Etwas ganz Neues liegt in diesem Werk. Wir wosien die gesamte Stellung des werktätigen Menschen ausrichten und ihm alles Häßliche beseitigen und seinen Blick für die Schönheiten und Freuden des Lebens klarmachen. Es ist wie die Pstege und wie die Hütung einer Pflanze. Wir wollen alle Voraussetzungen schaffen, die zum Wachsen und zum Gedeihen notwendig sind.
Es ist notwendig, ein Existenzminimum zu erforschen, aber ein Existenzminimum, das sich nicht nur mit Kalorien beschäftigt, sondern das alle Le- bensbedingungen kulturell formt. Aus dem Wort des F u hrers : „Sorgen Sie mir dafür, daß das Volk starke Nerven hat!" ist das Werk „Kraft durch Freude" erstanden. Der Führer ist also der Schöpfer dieses herrlichen Werkes, von dem das Amt „Schönheit der Arbeit" ein wesentlicher Teil ist. „Kraft durch Freude" ist keineswegs nur ein Feierabendwerk, sondern es greift in den Alltag und es gestaltet den Alltag. (Starker, langanhaltender Beifall.) Es ist unser soziales Wollen, ein Wollen, das niemals vor uns dagewesen ist. Für uns ist Arbeit keine käufliche Ware. Sie müssen das Arbeitsleben des werktätigen Menschen, seinen Arbeitsplatz so harmonisch wie möglich gestalten, den Platz, an dem der Arbeiter den größten Teil seines Tages verbringt. Wenn es uns gelingt, den werktätigen Menschen überall gute und schöne Arbeitsstätten zu schaffen, werden mir des Dankes aller deutschen Menschen sicher fein. Das Streben nach Großem und Schönen gehört zum deutschen Menschen. Darum haben mir eine große Aufgabe.
Mit herzlichen Worten des Dankes für die geleistete Arbeit und mit einem Siegheil auf den Führer schloß Dr. Ley seine mit großem Beifall aufgenommenen Darlegungen.
Oie ersten Referate.
Der stellv. Reichsamtsleiter, Pg. Kretschmer, sprach dann über die Ausgaben des Amtes „Schönheit der Arbeit". Hygiene der Betriebe ist das Haupterfordernis. Dabei muß darauf gesehen rnerden, daß mit der Herstellung von Sauberkeit und Ordnung in den. Betrieben auch stets das Gebot der Schönheit miterfüllt rnird. Bei der Propaganda für künstlerische Gestaltung der Arbeitsstätten darf nicht hemmungslos vorgegangen rnerden, da sonst bei dem überkommenen künstlerischen Tiefstand der breiten Massen die Gefahr der ungemoüten Förderung des Kitsches ermachsen könnte. Die Bestrebungen unseres Amtes sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, denn ihre Verwirklichung macht uns erst zu deutschen Menschen.
Pg. Steinwarz sprach über den Feldzug gegen den Lärm. Dieser Kampf ist aus gesundheitlichen Gründen ein dringendes Gebot. Starker Lärm in den Betrieben störe den Fortgang der Arbeit, führe vielfach zu Taubheit und ermüde die Arbeiter vorzeitig. Deshalb müsse die Erkenntnis und der Entschluß Platz greifen, daß jedes überflüssige Geräusch unbedingt zu unterlassen sei.
Als dritter Redner sprach Pg. M a l i tz über rednerische Propaganda. Den Schluhvortrag hielt der Leiter des Amtes „Kraft durch Freude", Pg. Dreß- ler-Andres. Am Abend fand im Rathauskeller eine Begrüßung der Teilnehmer durch die Stadtverwaltung statt.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsmehrminister Generaloberst von Blomberg hat an den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, folgendes Telegramm gerichtet: „Für Ihre großartige Rede vor den Münchener Reichsbahnarbeitern mit der verständnisvollen Würdigung der Wehrmacht aufrichtigen Dank. In kameradschaftlicher Verbundenheit.
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Der aus dem Kampf um die nationalsozialistische Erhebung bekannte Pg. Oberregierungsrat L o s s a u feierte am 2. April 1935 seinen 50. Geburts- t a g. Der Führer und Reichskanzler, Minister Dr. Frick, Ministerpräsident Goring sornie der stellv. Gauleiter, Staatsrat Gorlitzer, und viele andere haben ihm aus diesem Anlaß Glückmünsche zugehen lassen.
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„Gazetta del Popolo " behauptet in ihrer Ausgabe vom 28. v. M., Deutschland habe nicht nur seine Aspirationen gegenüber Litauen, Rußland und Oesterreich nicht aufgegeben, sondern beabsichtige sogar in Irland eine Operationsbasis gegenüber England zu errichten. Wegen dieses Versuches bäsrnilliger Brunnenoergiftung mürbe die „Gazetta del Popolo" für das deutsche Reichsgebiet verboten.
Das Parlament in Dublin hat das irische Nationalität- und B ü r g e r r e ch t g e s e tz angenommen. Ministerpräsident de Valera sagte, am besten mürbe eine Volksabstimmung abgehalten merben, um zu entscheiben, ob die Mehrheit des Volkes die völlige Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien, zum Beispiel in Form einer Republik, rnünsche. Mit der Annahme des Gesetzes hören die Irländer auf, britische Bürger zu sein.
Der Führer der Radikalen Parket, Üerroux, hat eine neue spanische R e g i er u n g gebildet. Es handelt sich um ein Minderheitskabinett. Außer dem Marine-, Unterrichts- und Finanzministerium liegt die Verwaltung sämtlicher Ministerien bei den Radikalen. Die Regierung wird auf starken Widerstand stoßen, vor allem bei den im letzten Kabinett vertretenen Rechtsparteien. Um die Arbeit zunächst für einen Monat zu sichern, wurden die Sitzungen des Landtages für einen Monat unterbrochen.
Aus aller Wett.
Die „Karlsruhe"-Besatzung tn Mexiko-Stadt.
Anläßlich des Besuckes eines großen Teiles der Besatzung der Karlsruhe" in Mexiko-Stadt veröffentlicht das Regierungsblatt „Nacional" eine Sonderbeilage, die den deutschen Gästen gewidmet ist. Die Bevölkerung der Stadt hat den Deutschen einen herzlichen Empfang bereitet. Der Kommandant der „Karlsruhe" stattete dem Außenminister und dem Kriegsminister einen Besuch ab und legte an der Mexikanischen Unabhängigkeitssäule einen Kranz nieder. Auch fand auf dem deutschen Friedhof eine Heldengedenkfeier statt, wobei der Kommandant ebenfalls einen Kranz niederlegte. Der Kriegsminister gab darauf ein Essen für die Offiziere des Kreuzers. Die Kadetten und die übrige Mannschaft waren Gäste des deutschen Rudervereins.
Raubmord an einer Frau in Garmifch.
Am 1. April abends wurde in einer Garmischer Pension eine Frau tot aufgefunden. Es liegt Raubmord vor. Bei der Toten handelt es sich um die 52 Jahre alte Oberschwester Katharina Peters aus Berlin, der eine Reihe von Schmucksachen geraubt wurden. Als Mörder wird ein angeblicher Jesko von Szpingier, ein 18jähriger Bursche polnischer Staatsangehörigkeit, gesucht. Es besteht die Möglichkeit, daß der Mörder falsche Personalien führt. Einen der geraubten Ringe hat er am Tage des Mordes in München verkauft. An diesem Tage hatte er sich in einer Kraftdroschke von Garmisch nach München fahren lassen und dabei den Fahrer um den Lohn geprellt. Die Regierung von Oberbayern und die Gemeinde Garmisch- Partenkirchen haben für Mitteilungen, die zur Festnahme des Täters führen, eine Belohnung von 300 Mark festgesetzt.
Dreifacher Raubmord im Bayerischen Wald.
In Daberg, unweit von Furth im Wald (Bayer. Oberpfalz) entdeckte man im Anwesen der Frau Weber, das einsam auf Wiesen steht, ein gräßliches Verbrechen. Die etwa 80jährige Frau, ihre 44jährige Tochter und der 18jährige Sohn der Tochter wurden ermordet aufgefunden. Das Haus selbst mar ausgeraubt und das Vieh fortgetrieben. — Das furchtbare Verbrechen hat bereits feine volle Aufklärung gefunden. Der Täter, der 26 Jahre alte Ludwig Weder, mürbe in Mering bei Augsburg verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Augsburg eingeliefert. Er hat dort bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Auch die Braut des Täters mürbe festgenommen. Die geraubten Kühe hatte der Verbrecher in Furch i. W. verkauft.
25 Todesopfer des Uzheroder Brandunglücks geborgen.
Bei den meiteren Aufräumungsarbeiten an der Brandstätte in Uzherod (Karpathenrußland) mürben auf dem Grunde der niedergebrannten Strohschober noch mehrere Leichen gefunden, die so stark verkohlt maren, daß sie an der Luft in Asche zerfielen. Mehrere Leichenreste mürben dicht nebeneinander gefunden, und ihre Lage läßt darauf schließen, daß die Opfer nebeneinander liegend, im Schlaf von den Flammen überrascht mürben. Bisher mürben 25 Leichen geborgen. Die Bemühungen ber Polizei, bie Personalien ber Opfer festzustellen, stoßen auf große Schmierigkeiten.
Schwerer Grubenunfall in Osioberschlefien.
Auf ber Sodisski-Grube im Dombrowaer In- dustrierevier (Ostobevschlesien) ereignete, sich ein Grubenunglück. Der Damm einer Wasser- aber brach. Ein Teil des Schachtausbaues mürbe unterspült. Dabei begruben größere Kahlenmengen sechs Bergleute. Die sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten führten erst nach mehreren Stunden zur Bergung von drei Arbeitern. Sie hatten nur leichtere Verletzungen erlitten. Später mürben zwei weitere Verschüttete freigelegt. Einer von ihnen war bereits tot; der andere wurde mit schweren Verletzungen am ganzen Körper ins Krankenhaus geschafft. Ein Bergknappe konnte bisher noch nicht geborgen werden.
54 000 Todesopfer der Malaria-Epidemie auf Ceylon.
Die Malaria-Epidemie auf Ceylon hat bisher 54000 Todesopfer gefordert. Im Februar allein starben 16 000 Menschen.
Wetterbericht
des Reichswekterdienstes Ausgabeort Frankfurt.
Durch die Entwicklung eines mächtigen, mit seinem zentralen Teil im Nordseegebiet liegen Tiefdruck- mirbels werden zunächst wieder feuchte ozeanische Luftmassen nach Deutschland verfrachtet. Sie werden an ber vorgelagerten Kaltluft zum Aufgleiten kommen und Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen geben. Anschließend wird sich jedoch rasch mieoer das sehr unbeständige und wechselhafte Aprilwetter Herstellen.
Aussichten für Freitag: Zunächst Der« breitete und länger anhaltende Niederschläge, dann wieder wechselnd bewölkt und Schauer, bei lebhaften südwestlichen, später nordwestlichen Winden nach anfänglicher Milderung neue Abkühlung.
Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölktes Wetter mit Niederschlagsschauern, bei westlichen bis nördlichen Winden für die Jahreszeit zu kalt.
Lufttemperaturen am 3. April: mittags 5,5 Grad Celsius, abends 0,8 Grad; am 4. April: morgens 0,2 Grad. Maximum 7,2 Grad, Minimum — 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. April: abends 5,8 Grad; am 4. April: morgens 3,8 Grad.— Niederschläge 1,4 mm. — Sonnenscheindauer 5,1 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.
Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. ßang^ für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck« verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag; Brübl'sche Unioersitäts°Buch° and Steindruckerek R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Iur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig«


