Ausgabe 
4.3.1935
 
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Sir John Simon kommt am Donnerstag nach Berlin.

Berlin, 2. März. (DJIB.) Die britische Regie­rung hat die Reichsregierung wissen lassen, daß d e r Besuch des britischen S taatssekr tärs Besuch des britischen Staatssekretärs sten Woche stattfinden wird. Sir John Simon wird am Donnerstag, 7. Rlärz, abends hier e i n t r e f f e n. Die beiden folgenden Tage find für die in Aussicht genommenen Besprechungen be­stimmt.

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In einem Leitaufsatz sagtTime 5": Der Staats­sekretär des Aeußeren hat den weisen Beschluß ge­faßt, seinen Berliner Besuch zu einem in sich abgeschlossenenUnternehmen zu machen. Ein Besuch in Berlin ist bei der gegenwärtigen Lage ein Akt der Diplomatie. Während der letzten zwei oder drei Monate haben sehr viele diplomatische Reisen stattgefunden. Rom, Paris, London, von Genf ganz zu schweigen, sind Schauplätze wichtiger Zusammenkünfte gewesen. Aber weder französische noch britische Minister haben Berlin besucht. Mehr durch den Zwang der Um­stände und den Zufall der Geographie als durch Absicht ist der Anschein entstanden, als ob Berlin mit Kälte behandelt wird.

Unter normalen Umständen würde dies nicht so­viel bedeuten. Aber gegenwärtig fühlt sich Deutsch­land isoliert und vernachlässigt, denn es hat sicher an den gegenwärtigen europäischen Verhandlungen ein mindestens ebenso starkes In­teresse wie jedes andere Land. Sir John Si­mons Besuch ist somit geeignet, Verlegenhei­ten zu beseitigen und Berlin in den diploma­tischen Kreislauf heineinzubringen, wobei Gleich­heit bei den Verhandlungen für Deutschland wieder her.gestellt wird. Sir John Simons Besuch wird nicht nur ein reiner Höflichkeitsbesuch sein. Beide Länder können natür­lich keine bindenden Beschlüsse über An­gelegenheiten fassen, die mehrere andere Län­der berühren. Aber angemessene Vorberei­tungen haben die Besuche der französischen Mi­nister in Rom und in London sehr ertragreich ge­macht und auch für den Berliner Besuch hat reich­lich Zeit zur Vorbereitung zur Verfügung ge­standen. In einem bestimmten Augenblick nur einen Schritt zu tun, ist eine schlechte Methode in der Diplomatie. Wenn Berlin auf dem Wege nach Mos­kau besucht worden wäre, dann würde die Reise viel zu viel von ihrer Bedeutung und ihrem psycho­logischen Wert verloren haben.

Der Hochverratsprozeß Mntslen in Wien

Wien, 2. März (DNB.) Im Wiener Landes­gericht I begann vor einem Militärgericht der Hoch­verratsprozeß gegen den ehemaligen österreichischen Gesandten in Rom, Dr. Rintelen. Der Ange­klagte geht am Stock und trägt den linken Arm in einer Binde. Der Staatsanwalt klagte Rintelen wegen des Verbrechens des Hochverrates an und begründet diese Anklage u. a. folgendermaßen: Dr. Rintelen habe im Juli 1934 in Rom und Wien den ihm bekannt gewordenen Plan des Anschla­ges auf das Bundeskanzleramt vom 25. Juli 1934 gebilligt und dadurch gefördert, daß er sich den Rädelsführern dieses Anschlages für die Bildung einer revolutionären Regierung zur Ver­fügung stellte. Zum Beweis der Verbindung Dr. Rintelens mit den Aufständischen führt der Staats­anwalt zunächst die Tatsache an, daß seinerzeit die erste Rundfunknachricht lautete:Die Regierung Dr. Dollfuß ist zurückgetreten, Dr. Rintelen hat die Geschäfte der Regierung übernommen." Auch die in das Bundeskanzleramt eingedrungenen Em­pörer hätten gleichfalls auf eine Parole den Namen Dr. Rintelen genannt. Auch fei den Beamten des Bundeskanzleramtes eine Proklamation verlesen worden, in der es wieder geheißen habe:Dr. Rin­telen habe die Geschäfte der Regierung übernom­men." Man habe allerdings nicht feststellen können, auf wen diese Nennung Dr. Rintelens zurück- g e h e. Der Anklagevertreter gibt zu, daß Rin­telens Urlaub, den er am 21. Juli angetreten hat, durchaus korrekt gewesen sei und daß auch gegen seinen Aufenthalt in Wien vom 23. Juli ab nichts einzuwenden sei. Er sei aber der Ansicht, daß die Aufständischen die Tatsache dieses Aufent­haltes benutzt haben, um loszuschlagen.

Der Staatsanwalt behauptete, daß zwischen Doll­fuß und Rintelen ein steter Antagonismus be­standen habe, der auch zum Ausscheiden von Rmte- len aus der Regierung führte. Rintelen habe, als er die Rundfunknachricht mit seinem Namen hörte, nichts getan, um Dollfuß seiner Loyalität zu ver­sichern. Bei seiner ersten Vernehmung habe er aus- besagt, daß er von jemand, dessen Namen er nicht nennen wolle, um Vermittlung gebeten worden sei. Später habe er aber bestritten, daß man ihn um Vermittlung gebeten habe. Wenn er tatsächlich um Vermittlung gebeten worden sei zu einer Zeit, wo sonst noch niemand davon wußte, daß die Lage im Bundeskanzleramt schlecht sei, so gehe daraus hervor, daß er mit diesen Leuten in enger Verbindung gestanden habe. Auch der Selbst­mordversuch entspreche in keiner Weise der außer­ordentlichen Energie, der geistigen Klarheit und Sicherheit des Angeklagten, wenn er ein reines Ge­wissen gehabt habe. Wörtlich sagte dann der Staats­anwalt:Es sind das die wichtigsten Beweise, die ich gegen Dr. Rintelen vorbringe. Ich gebe zu, daß sie zum größten Teil psychologischer Na­tur sind. Nach der Sachlage ist es kaum zu erwar­ten, daß sich Dr. Rintelen irgendwelche Mitwisser in einer Weise schaffte, die einen leichten Verrat möglich gemacht hätten. Aber meiner Ansicht nach reicht es aus.

Dr. Rintelen erklärte nachdrücklich, daß seine Entsendung nach Rom in vollem Einvernehmen mit Dr. Dollfuß erfolgt sei. Es kommt die Sprache auf den Verkehr mit einem Studenten S p i tz Y. Dr. Rintelen sagt, ihm sei Spitzy von dessen Vater, einem berühmten Wiener Arzt besonders empfohlen worden. Er habe niemals gewußt, daß dieser Na­tionalsozialist gewesen sei, habe sich auch gar nicht veranlaßt gefühlt, mit einem so jungen Mann po­litische Gespräche zu führen. Es sei selbstverständliche

Loyalitätspflicht gewesen, daß er für die Regierung Dollfuß eingestellt gewesen sei. Was den National­sozialismus betreffe, jo fei er der Meinung gewesen, man solle trachten, einen Ausgleich zu schaffen un­ter voller Wahrung des österreichischen Standpunk­tes. Er habe deshalb auch im Einvernehmen mit Dr. Dollfuß mit den Nationalsozialisten verhandelt und wiederholt den Standpunkt vertreten, die Opposition die Verantwortung teilen zu lassen. Auch habe er sich erboten, eine Loyalitätserklärung für die Regierung Dollfuß abzugeben. Die vielfachen Bestrebungen, das Verhältnis zwischen ihm und Dollfuß zu vergiften, hätten ihn mehr und mehr aufgeregt. Noch drei Wochen vor seinem Tode habe Dollfuß ihn gefragt, ob er den Gesandtenposten in Berlin zu übernehmen bereit wäre.

Dr. Funder, Chefredakteur derReichspost", hat angegeben, Rintelen habe ihm erklärt, er würde nichts gegen Dr. Dollfuß unternehmen; sollte die­ser aber versagen, dann würde er in die Bresche springen. Der Beschuldigte bestreitet nachdrücklich, jemals eine solche Aeußerung getan zu haben.

Das erste große Windkrastwerk im Dan

Die Windkraftwerk-Gesellschaft m. b. H. Berlin hat mit dem Bau des ersten Windkraft­werkesTe über t" begonnen. Der Bau wird etwa eine halbe Stunde von Berlin bei Cladow an der Havel errichtet; am Bau seiner verschiedenen Teile sind acht bekannte Firmen beteiligt. Bei dieser ersten Großausführung eines Windkraftwerkes von 1000 Kilowattleistung erfolgt die Entnahme der im Winde enthaltenen Energie nicht durch Windturbi­nen oder gegenläufige Räder, sondern durch vier Flügel, die nach Art großer Flugzeugtragdecken freitragend gebaut sind. Dank der automatischen Steuerung iyrer Anstellwinkel halten sie bei allen Windgeschwindigkeiten bestimmte Raddrehzahlen ein und bleiben auch bei Sturm in Betrieb. Die alle phantastischen Uebertreibungen vermeidende Wahl der Höhen- und Größenmaße hat zusammen mit der durch neuartige Speicherverfahren gelungenen Ueberbrückung windschwacher Zeiten zur Folge, daß dieses Windkrastwerk im Reihenbau des größeren Normaltypes nur etwa 10 0 Mark je Kilo­watt eingebauter Leistung kosten wird. Durch eine neue Schaltungsanordnung wird eine von den Schwankungen der Windstärke unabhängige Stetig­keit der Kilowattstunden-Jahresleistung gewähr­leistet, bei der das Verhältnis zwischen stetiger und schwankender Kraftabnahme den wirtschaftlichen Bedingungen der Abnehmer der im Windkraftwerk erzeugten Kraft (elektrischer Strom, Druckluft, Was­serstoff) anzupassen ist.

Unter diesen Umständen kann mit Stromer­zeugungskosten von 1 bis 2 Pfennig je Kilowatt st unde gerechnet werden. Dabei ist für den Vergleich dieses Windkraftwerkes mit Wasser- oder Dampfgroßkraftwerken zu berücksich­tigen, daß infolge der Nebeneinander-Anordnung solcher Einzelwindradwerke von 1000 bis 5000 Kilowatt die unmittelbar an dem Ort des Strom­verbrauchs gebaut werden können, die hohen Stromoerteilungskosten fast ganz erspart werden. Windkraftwerke dieser Konstruktion eignen sich be­sonders auch in kleineren Ausführungen für Einzel­wirtschaften und landwirtschaftliche bzw. Wasser­genossenschaften. Dieser neue Zweig der Kraftwirt- schaft braucht, wie von beteiligter Seite versichert wird, keineswegs mit den vorhandenen deutschen Elektrizitätswerken in Wettbewerb zu treten, denn hier steht in der Landwirtschaft Neuland offen.

Fasching 1935 auf -em Höhepunkt.

Vei strenger Kalle und Schnee­gestöber in München...

Der plötzliche Witterungsumschlag, der empfindlichste Kälte und dichtes Schneegestöber, brachte, konnte der gehobenen Stimmung der Mün­chener Bevölkerung und der zehntausende fremder Gäste keinen Abbruch tun, die sich am Faschings­sonntag zusammengefunden hatten, um in dem Faschingszug den Höhepunkt des diesjäh­rigen Faschings mitzuerlebtzn. Alle Straßen, die der Zug durchmaß, waren schon vor der Mit­tagsstunde von Menschenmauern umsäumt. Auf der Tribüne in der Neuhauserstraße hätten sich auch Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsstatthal­ter Ritter von Epp eingefunden, die von den be­geisterten Münchenern mit nicht endenwollendem Jubel begrüßt wurden. Reichsminister General G ö - ring sah sich den Zug vom Rathaus aus an und empfing ebenfalls begeisterte Huldigungen der vielen Tausende, die vor dem Rathaus Aufstellung genom­men hatten. Bis zum Eintreffen der Spitze des Zuges verkürzten die Schäffler mit ihrem histori­schen Tanz und Abteilungen der Reichswehr, die in originellen Masken als Wanderzirkus durch die Straßen zogen, die Wartezeit. Als dann der Vor­trupp des Zuges in Sicht kam, erreichte die jubelnde Faschingsstimmung der Hunderttausende ihren Höhe­punkt. An die 150 Gruppen zogen über 2V2 Stun­den an den Zuschauern vorüber. Begeisterter Jubel empfing den Wagen der mit München verbrüderten Kölner Karnevalsgesellschaft, auf dem der Fürst vom Rhein in einem riesigen Römer thronte und seine Münchener Getreuen mit Blu­mensträußchen und Konfetti bedachte. Alles in allem: ein Zug, der von der hohen künstlerischen Tradi­

tion der Stadt München erfüllt war und ebenso in seiner Durchführung von einem vorbildlichen Geist der Volksgemeinschaft Zeugnis ablegte, die Zugteilnehmer und Zuschauer überall auf der lan­gen Marschstrecke zu einer einzigen Gemeinschaft des Frohsinns werden ließ.

Die narrische Parade in Düsseldorf.

Der rheinische Karneval ist nun in die drei tollen Tage eingetreten und strebt seinem Höhe­punkt, dem Rosenmontag, zu. Düsseldorf hat sich mit vollen Segeln in die drei tollen Tage ge­stürzt, man kann sagen, regelrecht hineingelacht, ge­schunkelt und getanzt, denn am Samstagabend hatte wohl jeder Düsseldorfer irgendwie und irgend­wo Teil am Karnevalstreiben. Nicht nur das tradi­tionelle Fest des KünstlervereinsMalkasten", son­dern auch das Fest der Feste, das FE-DE-FE, so­wie die Maskenbälle und Redouten sämtlicher Kar- nevalsvereine hatten eine Ueberfülle von Volks­genossen zu fröhlichem Karnevalstreiben vereint. Am Sonntagnachmittaa war alles wieder auf den Beinen, um sich Die närrische Parade, den großen Zug der Narren und Gecken, anzusehen. Auf dem Hindenburgwall hatte Prinz Karneval und sein Gefolge Aufstellung genommen, um die Parade abzunehmen. Bald füllten sich dann wieder alle Gaststätten, und man lachte und tanzte bei froher Laune in den Rosenmontag hinein; überall konnte man echten rheinischen Volkskarneval miterleben. Zum Rosenmontag erwartet man einen gewaltigen Menschenstrom von auswärts, der sich den präch­tigen Düsseldorfer Rosenmontagszug nicht entgehen lassen will.

Aus aller Wett.

Sturm und Lleberschwemmung an der Ostseeküste.

Än der Nacht zum Sonntag tobte an der pom- merschen Küste und der Swinemünder Bucht ein Nordoststurm von außergewöhnlicher Heftig­keit. Zeitweise herrschte Windstärke 10. Zahlreiche Schiffe konnten die Ausreise nicht antreten, einige mußten Swinemünde als Nothafen aufsuchen. Der Sturm treibt gewaltige Wassermassen in die Bucht. In verschiedenen Ortschaften der Insel Wollin sind Felder und Wiesen weithin überflutet. Einige Ge­höfte im östlichen Teil der Insel Usedom sind ernst­lich bedroht. Der Deich in der Nähe von Barge- schow ist stark beschädigt, so daß innerhalb kurzer Zeit ein mehrere tausend Morgen umfassendes Kul­turgelände unter Wasser gesetzt wurde. Am Sonn­tagvormittag wurde der Freiwillige Arbeitsdienst zu Hilfeleistung eingesetzt. Ebenso wurde die An­klamer Dorstadt Peendamm im Lause des Sonn­tags unter Wasser gesetzt. Das Niederungsgebiet um Anklam gleicht einem einzigen See. In den Abendstunden des Sonntags war ein Abflauen der Flut zu bemerken.

Glückliche Gewinner

auf der Berliner Aulomobilausstellung.

Der Chauffeur Max Rohde aus Mecklenburg hatte das Glück, der 7 7 5 0 0 0. B e f u ch e r der Berliner Automobil-Ausstellung und damit der Ge­winner der für diesen als Preis ausgesetzten 250er NSU.-Sportmaschine zu sein. Rohde ist Mitglied des NSKK; er f)at zwar einen Führerschein für Motorräder, aber bisher besaß er noch keine eigene Maschine. Der glückliche Gewinner des für den 800 00 0. Besucher ausgesetzten Zündapp-Bei- wagengespannes ist ein Lagermeister aus Berlin. Er wurde von Geheimrat A l l m e r s, dem Präsi­denten des Reichsverbandes der Automobilindustrie, im Triumphzug bis in die Halle IV geleitet, wo ihm die 500-ccm-Seitenwagenmaschine übergeben wurde. Der Gewinner ist Vater zweier Kinder. Er nahm sich sofort vor, Motorradfahren zu lernen, was seine Frau und seine Kinder lebhaft begrüßten.

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Die Internationale Automobil- und Motorrad- Ausstellung hat um 20 Uhr mit dem traditionellen Hupenkonzert" ihren Abschluß gefunden. Ins­gesamt haben rund 880 000 Personen die Ausstellung besucht. 2huch am letzten Sonntag war die Ausstellung wieder überfüllt; nicht weniger als 80 000 Besucher haben am letzten Tage die Aus­stellung besucht.

Das Edelweiß im Sonntagsbild.

Als letzte der Anstecknadeln und Plaketten im Rahmen der Sammeltätigkeit für das Winterhilfs­werk 1934/35 wurde am Sonntag im ganzen Reich ein geschnitztes Edelweiß verkauft. Es hat ein altes deutsches Kun st Handwerk, das be­sonders in dem kleinen Städtchen Erbach im Odenwald beheimatet ist, vielen näher gebracht. Das Erbacher Schnitzhandwerk kann auf eine 150- jährige Tradition in feiner Kunst zurückblicken. Dank der kleinen Edelweißnadel konnten fast 1200 Men­

schen für längere Zeit Arbeit erhalten. In Berlin wurde 1 Million Edelweiß-Plaketten a b g e s e tz t. Der in der Reichshauptstadt erbrachte Erlös beläuft sich auf etwas über 200 0 0 0 Mark.

Gülerzug überrennt einen Kraftwagen. Zwei SA.-Fiihrer tödlich verunglückt.

Ein Güterzug überfuhr an einem Heb er gang für 3 vor dem Bahnhof Buer-Nord (Westf.) einen Kraft­wagen. Von den drei Insassen wurden der Stan­dartenführer Arthur Wagner aus Dorsten und dessen Adjutant, SA.-Truppführer E. Wieder­hopf getötet und der Kaufmann Jos. Hütter aus Hörde schwer verletzt. Das Unglück ist durch Nichtschließen der Eisenbahnschranken entstan­den. Der Schrankenwärter wurde sofort vom Dienst zurückgezogen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß der Kraftwagen auf die Puffer geriet und etwa 400 Meter weit mitgeschleift wurde.

Jünf italienische Alpinisten von einer Lawine getötet.

Drei Studenten aus Florenz und zwei Träger, die sich auf dem Wege von Daltournanche nach Breuil befanden, wurden im Cervinotal (Westalpen) von einer riesigen Lawine verschüttet. Alle fünf wur­den getötet. Drei weitere Studenten und zwei Studentinnen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Den zur Bergung der Verunglückten herbei­gerufenen Führern und Carabinieri gelang es, die Leiche des einen Trägers freizulegen.

Furchtbare Bluttat Drei Tote, eine Schwerverletzte.

Eine furchtbare in ihren Einzelheiten noch nicht aufgeklärte Bluttat hat sich in Gronau (Westf.) abgespielt. In seiner Wohnung wurde der fünfzig Jahre alte Vorsteher der Gronauer Volksbank, Z e t s ch i n g , seine Ehefrau und sein 23jähriger Sohn durch Schüsse niebergeftrecft. Zetsching und sein Sohn waren sofort tot, die Ehefrau ist schwer verletzt. Man glaubt, daß ein neun- zeyn Jahre alter junger Mann namens Linge aus Gronau der Täter ist, da er kurz nach der Tat in seiner Wohnung Selb st mord verübte. Die Mord­kommission aus Recklinghausen weilt am Tatort. Ob es sich bei dem Linge tatsächlich um den Mörder handelt, muß die Untersuchung erst ergeben. Die schwerverletzte Frau ist noch nicht vernehmungsfähig.

Hauptschriflleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr^ Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

Ozean

Die eTsten deutschen Köhl und Hüneteld

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Nirgendwo kann mehr Liebe und Sorgfalt auf­gewendet werden, als bei der Herstellung der Ecksteins

ohne Mdst., dick u. rund, 31/a Pf. Verdientermaßen die erfolg­reichste deutsche Marke. Milliarden werden jährl. geraucht. So sind auch die neuen SammelbilderDie Nachkriegszeit 1918 bis 1934 ein Werk voll Mühe und Arbeit. Dafür bieten sie aber auch etwas Ungewöhnliches; eine Zeitgeschichte von drama­tischer Gestaltungskraft, ein Nachschlagebuch von bleibendem Wert.

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