der tschechischen Einwanderer in ihr Wohngebiet unterbunden. Das ist das Los der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei.
Splendide auf Kosten anderer
Die Voruntersuchung im Fall Klepper abgeschlossen.
DNB. Berlin, 2. Febr. Sie Justizpressestelle teilt u. a. mit: Ende März 1933 wurde gegen den früheren preußischen Finanzminister und Präsidenten der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse (Preußenkasse) Otto Klepper, sowie gegen den früheren Direktor der Deutschen Pächter- Kreditbank (Domänenbank), Dr. Hans Walter Schmidt, die Voruntersuchung eröffnet. Klepper war dringend verdächtig, sich der Untreue zum Nachteil der Preußenkasse schuldig gemacht zu haben. Bei Dr. Schmidt bestand der Verdacht der Beihilfe. Die Angeschuldigten halten sich im Ausland auf. Da ihre Rückkehr nach Deutschland nicht zu erwarten ist, ihre Auslieferung aber nicht zu erreichen war, hat die Strafkammer das Verfahren gegen beide wegen Abwesenheit vorläufig eingestellt.
Die Voruntersuchung hat ergeben,daß Klepper etwa 200 000 RM. aus Mitteln der Preußenkasse in verschleierter Form bei der Domänen-Betriebs- gesellschaft auf einem Sonderkonto A angelegt hat. Dieses Konto ließ Klepper von dem Angeschuldigten Dr. Schmidt verwalten. Die der Preußenkasse zu Unrecht entzogenen Gelder sind zur Stützung der Politik der damaligen preußischen Regierung verwendet worden. Die mangelhafte Kontrolle hat Klepper dazu ausgenutzt, um aus diesen Mitteln schuldeten Pächter zuzuwenden, dem er einen Betraa von 30 000 Mark einem oer« persönlich zu Dank verpflichtet war. Ein weiterer Betrug von 30 000 RM. wurde demselben Pächter aus den Mitteln der Domänenbank schenkungsweise überlassen, wodurch auch die Domänenbank erheblich geschädigt worden ist. Klepper hat aus Mitteln der Preußenkasse an hochbezahlte Angestellte der Kasse hohe Unterstützungssummen zur Auszahlung bringen lassen. So erhielt ein Hilfsarbeiter Kleppers, der ein monatliches Gehalt von über 2000 Mark bezog, Unterstützungen in Höhe von mehreren Taufend Mark. Einer Angestellten wurden neben ihrem Monatsgehalt von 1000 Mark Unterstützungen in Höhe von 6000 Mark durch Klepper bewilligt. Klepper hat ferner an den ausländischen Raphael Bernfeld einen völlig ungesicherten Kredit von ungefähr 15 0 0 0 0 Mark auszahlen lassen. Irgendwelche Rückzahlungen erfolgten nicht, so daß der Gesamtschaden der Preußenkasse in diesem Falle über 174 000 RM. beträgt.
SchtvereSiudentenunruheninBelgrad
Belgrad, 2. Febr. (DNB.) Studentenunruhen wurden von Kommuni st en außerhalb der Universität organisiert. Der besondere Grund für die Kundgebungen war die Rückkehr des Rektors aus W i s ch e g r a d, wo er sich von der Lage jener Studenten überzeugen wollte, die dort gefangengehalten werden, weil sie an früheren Unruhen sich beteiligt hatten. In Erwartung des Rektors hatten sich etwa 500 Studenten in der Universität versammelt und alle Tore geschlossen und verbarrikadiert. Die Polizei drang in die Universität ein, die Studenten setzten der nachdrängenden Polizei h e s- tig en Widerstand entgegen. Es kam zu einem erbitterten Kampf, bei dem es einen Toten und zahlreiche S ch w e r l e tz t e gab. Die Studenten warfen Stühle, Bänke, Katheder und andere Möbelstücke auf die Polizei und offen dann Fenster- und Türrahmen aus dem Mauerwerk, brachen Ziegel los und schleuderten auch diese auf die Beamten, die schließlich gezwungen waren, einen Tränengasangriff zu unternehmen. Ader auch dieses Mittel brachte die Ruhestörer erst zwei Stunden vor Mitternacht zur Kapitulation. In der Mensa fand man umfangreiches kommunistisches Propagandamaterial. Man konnte ferner fest stellen, daß die Studenten im ganzen Lande mit kommunistischen Agitatoren in Verbindung standen und eine Propagandaorganisation im Volke unterhielten.
Aufstand in Louisiana.
Neuyork, 2. Febr. (DNB.) Senator Lon g, der Diktator von Louisiana, traf unerwartet in Baton Rouge ein, um die strafrechtliche Verfolgung einer Gruppe von Leuten in die Wege zu leiten, die angeblich seine Ermordung geplant hattm. Der Streit in Baton Rouge geht um ein Gesetz, das die Privatunternehmen zwingt, entlassenen Angestellten eine Pension zu zahlen. Die rücksichtslose Durchführung dieses Gesetzes ließ sich nun Senator Long so angelegen sein, daß eine äußerst heftige Opposition entstand, die dann schließlich zu Zusammenstößen zwischen Long-Anhängern und -Gegnern führte. Zeitweise hielten sogar Feinde des Senators das Gerichtsgebäude von East Baton Rouge besetzt. Die Lage wurde so kritisch, daß der Ausnahmezustand verhängt werden mußte und Bundestruppen eingesetzt wurden, denen es schließlich gelang, die Aufrührer, die sich auf dem dortigen Flugplatz verschanzt hatten, unschädlich zu macken. Ein Teil von ihnen versuchte, über d i e naye mexikanische Grenze zu fliehen und wird zur Zeit von Bundestruppen verfolgt. Senator Long wurde Freitag am Bahnhof von einer Leibwache von 700 Soldaten abgeholt und durchsauste in unheimlichem Tempo, immer begleitet von seinen Leibwächtern, im Automobil die Straßen der Stadt. Die Lage in ber Stadt ist ä u ß e r st gespannt. Wie gereizt die Gemüter sind, geht daraus hervor, daß ein Zeitungsphotograph, der Long bei feiner Ankunft ausnehmen wollte, von einem Soldaten mit einem Faustschlag z u Boden ge st reckt wurde. Der Präsident der „Squaredeal Association" ein erbitterter Gegner der Long-Diktatur, wurde im Hauptquartier dieser Vereinigung vorübergehend v e r -
Kleine politische Nachrichten
- des Führers und Reichskanzlers
kann der Reichsarbeitsminister einen Ständigen o t e b l u n g 5 b e i r a t errichten. Der Reichsarbeitsminister hat zum Vorsitzenden den Sied- lungÄ,eaustragten beim Stabe des Stellvertreters des Führers Dr.-Jng. Ludowici ernannt.
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Nachdem der Kyffhäuserbund gegen Ende Des vorigen Jahres bereits 10 000 Mark für das -winterhilfswerk gespendet hat, wurde diesem heute erneut der Betrag von 10 000 Mark überwiesen.
Sturm an der Wasserkante — Lawinen im Gebirge.
Bis Windstärke 12!
Ein schwerer Nordwe st sturm tobte im gesamten Küstengebiet der Nord- und Ostsee. Von den Nordseestationen wurden Windstärken 8 bis 10 und in den Dünen sogar 12 gemessen. Durch das Wüten des orkanartigen Sturmes ist die See tief aufgewühlt, so daß die in der Nähe der Küste befindlichen Schiffe schleunigst Schutzhäfen angelaufen haben. Unfälle auf See sind bisher nicht gemeldet worden. — Das Hochwasser der Elbe ist infolge des Sturmes etwa 2 Meter über normal gestiegen. In Hamburg und Umgegend hat der Sturm mancherlei Gebäudeschaden verursacht. Dachziegel, Reklameschilder wurden heruntergerissen. Bäume wurden entwurzelt. Im Hafengebiet hat man alle Vorbereitungen getroffen, um dem erhöhten Wasserstand zu begegnen.
Auch über Dänemark und den dänischen Gewässern, vor allem im Skagerrak und Kattegatt, wehte ein heftiger Nordweststurm. Bei Bornholm erreichte der Sturm Windstärke 10. Im Verkehr der Dampferlinien waren Verspätungen bis 7 Stunden zu verzeichnen. Im Kopenhagener Hafen stieg das Wasser 74 Zentimeter über normal. In der Hauptstadt kamen einige Personen infolge des Sturmes zu Schaden. Bei Nyköbing (Seeland) wurde von dem Hochwasser ein Damm in einer Strecke von 100 Metern durchbrochen. Das Gaswerk der Stadt wurde überschwemmt und die Gaslieferung unterbrochen. Sturm wird auch von der norwegischen Küste gemeldet, an der verschiedentlich schwerer Schaden angerichtet wurde. Man befürchtet, daß ein schwedischer Fischdampfer, der acht Mann Besatzung an Bord hatte, im Sturm Schiffbruch erlitten hat.
Schneesturm im Niesengebirge.
Der im Riesengebirge wütende Schneesturm hat auf böhmischer Seite eine Reihe von Opfern gefordert. Dieser Tage unternahmen zwei Offiziere der tschechoslowakischen Armee einen Skiaufstieg von der Martinsbaude zur Elbfallbaude, wo sie übernachten wollten. Sie ließen sich durch die Warnungen des Personals der Betriebe nicht abhalten. Da sie telephonisch in der Elbfallbaude Quartier bestellt hatten und bis Mitternacht dort nicht eingetroffen waren, schickte man von beiden Bauden zugleich Rettungsexpeditionen aus, die ergebnislos waren. Man fürchtet, daß die beiden Offiziere, die als ausgezeichnete Skiläufer bekannt find, von einer Lawine erfaßt wurden oder daß sie sich verirrten und abstürzten. — Im Aupa-Grund
unternahm der Beamte Renner mit seiner Tochter und einer Prager Dame einen Spaziergang; dabei wurden sie von einer Lawine ersaßt. Renner und seine Tochter waren auf der Stelle tot, die Dame hat schwere innere Verletzungen erlitten.
Mehrere Todesopfer in den bayerischen und Schweizer Bergen.
Die Bernau-Hütte bei Lenggries (Oberbayern) wurde von einem orkanartigen Sturm erfaßt und etwa 100 Meter weit ins Hirschbachtal hinabgeworfen. Die massive Holzhütte wurde dabei vollständig zertrümmert. Acht Skifahrer des Skiklubs Bad Tölz, die sich in der Hütte befanden und sich zum Teil bereits zur Ruhe begeben hatten, wurden unter den Trümmern begraben. Sie konnten sich aber wieder herausarbeiten. Teilweise nur mit dem Hemd bekleidet und ohne Schuhe machten sie sich auf den Weg nach Lenggries. Zwei der Skifahrer, Christoph L e m m e r und Konrad Rauch, sind unterwegs erfroren. Die übrigen wurden vollkommen erschöpft in das Krankenhaus eingeliefert.
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Auf der Straße Kochel—Mittenwald besteht große Lawinengefahr. In einer der letzten Nächte sind sechs schwere Lawinen niedergegangen. Verschiedene Kraftwagen blieben nachts in den' Schneemassen stecken und konnten erst in den Morgenstunden freigemacht werden. Besonders stark waren die Verwehungen auf der Strecke bei Murnou, Kohlgrud und bei Unterammergau.
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Beim Ausstieg zur Weißhornhütte bei Arosa wurde eine Gruppe von sechs Personen von einer Lawine überrascht. Drei Personen wurden verschüttet, eine konnte gerettet werden. Zwei jugendliche Träger blieben unter den Schneemassen begraben.
Drei Schüler des Gymnasiums in Winterthur, die sich entgegen den Mahnungen des Lehrers bei einem Klassenausflug in die Ostschweizer Berge von der Klasse getrennt hatten, um einen Gipfel zu ersteigen, gerieten in furchtbares Schneegestöber. Rettungskolonnen, die sofort aufgeboten wurden, konnten infolge des orkanartigen Schnee- sturmes und der eisigen Kälte die Verirrten nicht auffinden. Die Nachforschungen nach den Vermißten werden fortgesetzt. Man vermutet, daß die drei Schüler erfroren sind.
Kunst und Wissenschaft.
Auf dem Wege zu einem neuen Opernstil.
Erich S e h l b a ch , Lehrer an den Folkwang- schulen in Essen, schrieb Text und Musik der Oper in fünf Bildern „D i e Stad t", die im Krefelder Stadttheater zur alleinigen reichsdeutfchen Uraufführung gelangte. Die Aufführung brachte dem Komponisten und feinen vielen Helfern einen starken Erfolg. Der Dichterkomponist will in seinem Werk, in dessen Mittelpunkt die heldische Tat eines Krüppels steht, einen Weg aus der Krise der Oper heraus zur Einfachheit und Klarheit der Wort- und Tondichtung weisen. Inhalt der „Stadt" ist Kampf und Befreiung einer belagerten Stadt. Gemeinschaft und Opfer sind die Grundlagen des Werkes, von ihnen zu künden und zu ihnen aufzurufen, ist fein Ziel. Not und Tod, Verschwörung, Aufwiegelung und Mord, Bedrückung und Freiheit sind die Schicksale, die Sehlbach erdacht und gestaltet hat, um zu tragischem Geschehen zu gelangen. Eine kleine Liebeshandlung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Alles dies hat Sehlbach mit bewundernswerter Schlichtheit zusammengefügt und in eine innere Beziehung gebracht. Ebenso die Partitur: sie hascht nicht nach verblüffenden, fesselnden Klangwirkungen und überdeckt die Singstimmen nur selten. Auch hier also offenbart sich der Wille zu Klarheit, Einfachheit, allgemeiner Verständlichkeit. Die Aufführung brachte einen ausgezeichneten Beweis der Leistungsfähigkeit des Krefelder Opernenfembles und Orchesters, Otto S o e l l n e r am Pult, Hans Dinghaus als Regisseur, Fritz H u h n e n als Bühnenbildner und die stimmlich wie darstellerisch meist vortrefflichen Mirtwirkenden errangen dem Werk und dem Dichterkomponisten lebhaften Beifall. — Der jetzige Leiter des Krefelder Stadttheaters, der früher in Gießen wirkende Bonvivant Hans T a n n e r t, an dessen Stelle nun, wie ge
meldet, Intendant Dr. Rolf P r a s ch treten soll, wird wahrscheinlich einem Ruf als Intendant nach Dortmund Folge leisten.
Reichsminisier Rust
gegen die Entwertung des IHufeumsgebanfens.
Reichserziehungsminister Rust wendet sich in einem Erlaß an die Regierungspräsidenten in Preußen, der zugleich den Kultusministerien der deutschen Länder zur entsprechenden Veranlassung übermittelt wurde, scharf gegen die Entwertung des Museumsgedankens. In diesem Erlaß heißt es u. a.: „Die ständig wachsende Zahl der Neugründungen von Museen veranlaßt mich, die Aufmerksamkeit in besonderem Maße auf dieses Gebiet zu lenken. So erfreulich es ist, daß der Gedanke, die heimatgebundenen Werte unseres Volkstums zu pflegen und zu erhalten, an Boden gewinnt, so notwendig ist es zu vermeiden, daß durch Fehlgründungen das Interesse der Bevölkerung erlahmt und eine Zersplitterung der Kräfte und Bestrebungen eintritt, die, fachkundig eingesetzt, eine der wesentlichsten und schönsten Aufgaben unserer Zeit zu erfüllen berufen sind. Es erscheint häufig wichtiger, vorhandene Museen lebendig zu gestalten, als neue zu gründen, und es kommt mehr darauf an, daß ein bestimmter Landschafts- oder Volkstumsbezirk in einem lebensfähigen und lebensvermittelnden heimatkundlichen Institut feinen Niederschlag findet, als daß jede kleine Gemeinde ein eigenes Museum besitzt, dessen erzieherischer Wirkungskreis naturgemäß nur sehr begrenzt sein kann. Ich ersuche, dafür Sorge zu tragen, daß eine Erweiterung des vorhandenen Bestandes an Heimatmuseen zunächst nur in den Fällen vorge- nommen wird, in denen sowohl die Bedeutung des Materials als auch das Bedürfnis zu dessen Sammlung und Aufstellung die Einrichtung eines Museums als zweckmäßig und notwendig erscheinen lassen."
Paraguayanische Soldaten setzten bei der Kolono Eldorado über den Grenzfluß Parana, der die argentinische Provinz Misions von Paraguay trennt und bemächtigte sich im Hafen Delicia einer Sendung von 150 Sack Mate, die von argentinischen Zollbehörden beschlagnahmt worden waren. Der argentinische Gesandte in Asuncion ist beim Außenamt vorstellig geworden.
Aus aller Welt.
Das Fest der Berliner presse 1935.
Das große gesellschaftliche Ereignis, das Treffen führender Persönlichkeiten aus Polittk und Presse, Kunst, Industrie und Wissenschaft, der Presse- b all, wurde auch in diesem Jahr wieder zum Höhepunkt aller Veranstaltungen der Berliner Ballsaison. Den besonderen Anziehungspunkt bildeten die Regierungs- und Ehrenlogen im Marmorsaal, in dem 311 Beginn des Festes die Kapelle der Seib ft anbarte Adolf Hitler zur Promenade aufspielte. Dicht umlagert war die Loge, in der die Reichsmini st er Goring und Dr. Goebbels saßen. Unter den Ehrengästen bemerkte man noch u. a. Reichsstatthalter Ritter von Epp, die Staatssekretäre Lammers, Meißner, Funk und Milch, den Reichsleiter Bo uhler, den Pressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, den Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley, den Reichsinspekteur der NSDAP. Schmeer, den Leiter des Organisationsamtes der DAF. Selzner, den Leiter der Preffeabteilung des Auswärttgen Amtes, Vortra- genber Legattonsrat Aschmann', den Chef der deutschen Polizei, General der Landespolizei D a - l u e g e, Reichsleiter Hilgenfeldt, den Generalinspektor für das Straßenbauwesen Dr. Todt, Oberpräsident Kube, den Führer der Deutschen
Presse SS.-Gruppensührer Weiß, den Kommandanten der Stadt Berlin Generalmajor Schaumburg, den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Dr. B l u n ck, Generalmusikdirektor Clemens Krauß, den Staatsschauspieler Werner Kraus, ferner die Künstler Guido T h i e l s ch e r, Heinrich S ch l u 5 n u s , Agnes Straub, Lucie Englisch, Olga Tschechowa, Theodor Loos, Willy Fritsch, Louise Ulrich und Anny O n b r a, die in Begleitung Max Schmelings erschienen war. Auch verschiedene Vertreter des Diplomatischen Korps waren anwesend. — Grotzes Interesse zeigte man für die Tombola, die als Sondergewinn den ersten auf synthetischem Wege gewonnenen Smaragd (Jgmerald) enthielt. Die besten Kapellen Berlins spielten zum Tanz auf und verstanden es, unermüdlich die Gäste bis in die frühen Morgenstunden in fröhlicher Stimmung und angenehmster Unterhaltung zusammenzuhalten. Der Presseball 1935 war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg.
Goethes „König in Thule" auf sowjetrussisch.
Im sowjetrussischen staatlichen Musikverlag in Moskau war das Lied vom „König in Thule", Text von Goethe, Musik von Franz von Liszt, erschienen. Das Gedicht hatte sich gewisse Aenderun- gen gefallen lassen müssen. So war das Wort „König" gestrichen worden. Es hieß: Es war ein Alter in Thule". Das Gedicht war nach der Ansicht des Leiters des sowjetrussischen Staatsverlages monarchistisch-imperialistischer Tendenz und somit unvereinbar mit der sowjetrussischen Weltanschauung. Die Sowjetregierung, besonders der Volkskommissar für Kunst, Bubnow, hat nun aber diese Aenderungen beanstandet. Sie veranlaßte die sofortige Wiederherstellung des ursprünglichen Textes des Goetheschen Gedichtes. Die vom Musikverlag herausgebrachten 25 000 Exem
plare des Gedichtes wurden sofort eingestampft. Die Leitung des Musikverlages wurde ihrer Aemter enthoben.
Kindertragödie im Rordoslen Berlins.
Im Nordosten Berlins hat man in einer Kellerwohnung zwei kleine Kinder eines dort wohnenden Ehepaares tot aufgefunden, während ein drittes Kind mit schwachen Lebenszeichen geborgen und in ein Krankenhaus geschafft werden konnte. Die Ermittlungen ergaben, daß der Vater der Kinder seit längerer Zeit in der Heilanstalt Herzberge weilt, während die Mutter seit mehreren Tagen nicht mehr in der Wohnung gesehen worden ist. Aeußere Anzeichen eines gewaltsamen Todes konnten bei den kleinen Leichen nicht gesunden werden, doch wiesen sie Merkmale starker Verwahrlosung und Entkräftung auf. Die Polizei hat die Ermittlungen nach dem gegenwärtigen Aufenthaltsort der Mutter aufgenommmen.
Folgenschwerer Zugzusammenstoß in Schweden.
Zwischen Malmö und dem schwedischen Eisenbahnknotenpunkt Arlöv fuhr ein aus Lund kommender elektrischer Zug auf einen Personenzug auf. Dabei wurde der letzte Wagen des angefahrenen Zuges schwer beschädigt und etwa 20 Personen verletzt. Zur Zeit des Unglücks herrschte schwerer Schneesturm; man nimmt an, daß der Führer des Lunder Zuges feine ganze Aufmerksamkeit auf die elektrischen Leitungen gerichtet und die Signale außer acht gelassen hatte.
Grippe in französischen Garnisonen.
Beim 107. französischen Infanterie-Regiment in Angueleme ist eine Grippe-Epidemie aus- gebrochen. Sieben Soldaten sind g e st o r b e n, 250 liegen grippekrank im Lazarett. Nach der kommunistischen „Humanitö"' sind auch beim 27. Infanterie- Regiment in Dijon sieben Soldaten an der Grippe gestorben.
Japanischer Dampfer mit 26 TRann gesunken.
Der 6000 Tonnen große japanische Dampfer „Sato Maru" ist mit seiner gesamten Besatzung von 26 Köpfen a e f u n t e n. Der Dampfer, der auf dem Wege von Jingkau (Mandschurei) nach Dairen (Liaukung-Halbinsel) war, hat anscheinend infolge heftigen Sturmes eine Beschädigung der Funkanlage erlitten, so daß er keine Hilfe anfordern konnte.
Veulenpesl in Südafrika.
Im nördlichen Teil des Oranjefreistaates ist die Beulenpest ausgebrochen. Ueber 30 Personen, darunter fünf Europäer sollen bereits gestorben fein. Die Ratten, die die Krankheit verbreiten, sterben zu Tausenden. Das Gesundheitsamt hat eine besondere Truppe in den Bezirk geschickt, die die Ratten mit Giftgas bekämpft. Die Arbeit wird dadurch erschwert, daß eine außerordentlich große Getreidernte die Ratten aus anderen Bezirken herbeigelockt hat. Die letzten Opfer der Seuche waren mehrere europäische Schulkinder. Man hofft jedoch, daß es gelingen wird, ihr Leben durch schleunige Impfun - g e n zu retten.
Ueber 100 goldene Sportabzeichen bei der Reichspost.
Wie eine Umfrage des Reichspostministers ergeben hat, besitzen nicht weniger als 117 Angehörige der Deutschen Reichspost das Reichsfportab- z e i ch en i n G o l d. Wenn man bedenkt, daß bisher nur etwa 5500 goldene Sportabzeichen an Männer und rund 800 an Frauen verliehen sind, so ist die verhältnismäßig beträchtliche Anzahl dieser Auszeichnungen bei der Post ein Beweis dafür, daß der Sportgedanke dort mit besonders gutem Erfolge gepflegt wird. Der Siegeszug der Post-Sportbewegung, die in den letzten beiden Jahren ihre Mitgliederzahl mehr als verdreifachen und auf 130 000 gebracht hat, zeigt das gleiche erfreuliche Bild. Erwähnt fei in diesem Zusammenhang, daß über 70 Post-Sportler als Olympiaanwärter vereidigt wurden.
Wetterbericht
des Reichswelterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt.
^Der mächtige nordische Sturmwirbel, der uns am Samstag milde Ozeanluft und weitverbreitete Regenfälle brachte, führte in der Nacht zum Sonntag unter stark böigen Winden — Windgeschwindigkeit über 25 Meter pro Sekunde — kältere polarmaritime Luft heran, die im Gebirge teilweise wieder Anlaß zu Frost und Schneefällen gab. Inzwischen ist mit Luftdruckfall erneut Warmluft vorgestoßen und bringt feit Sonntagnachmittag neue und ergiebige Regenfälle, die auch unsere Mittelgebirge erfaßt haben. Die Gesamtlage bleibt weiterhin sehr unbeständig und zu Niederschlägen geneigt, docht wird es im ganzen wieder etwas kälter werden.
Aussichten für Dienstag: Veränderlich, doch bewölkt und zeitweise Niederschläge (in hohen Lagen teilweise Schnee), bei lebhaften westlichen Winden wieder etwas kälter, doch für die Jahreszeit noch zu mild.
Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der unbeständigen und zu Niederschlägen neigenden Witterung, bei westlichen Winden verhältnismäßig mild.
Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am 4. Februar: morgens 4,7 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum 1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Februar: abends 1,6 Grad; am 4. Februar: morgens 2,1 Grad. — Niederschläge 4,3 mm. — Sonnenscheindauer 1,7 Stunden.
Wintersport.
Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —2 Grad, 60 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, verharscht, Ski mäßig, Rodel gut.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, —3 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, leicht verharscht, Ski und Rodel gut.
Sauerland. Winterberg: Nebel, —2 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut.
Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Regen, —4 Grad, 40 cm Gesamtschneehöhe, Firnschnee, Ski mäßig, Rodel gut.
Harz. Schierke: Bewölkt, —3 Grad, 60 cm Ge- samtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Tbnrioi snr öen übrigen Teil Ernst Blumschein Anzeigenteiter Hans Beck, verantwortlich für den Indol' der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047 Druck und Verlag: Brübl iche Un'versi"ts Buck urferei
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Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 üjüi 2. ^uh


