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4.1.1935
 
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Der Schauplatz des römischen Gesprächs

Die Armee des roten Zaren

Aus der Hochburg der Saarindustrie

Wozu Tanks im Saargebiet?

Faschismus eine Verbrechergesellschaft sei, gut, so sei 1 er das Haupt dieser Gesellschaft, er, er allein habe die Voraussetzung für sie geschaffen, sein Werk sei es von damals bis heuteund , jo frage ich in aller Form, ob innerhalb oder außerhalb dieses Hauses niemand ist, der diesen Gesetzesartikel angewendet wissen will?!"

Was nun folgte nach dieser seit dem alten Rom wohl kaum mehr gehörten Kühnheit, läßt sich nicht beschreiben. Ich sah den greisen Giolitti zum ersten Male seine berühmte Haltung verlieren, die früheren Minister, an der Spitze die Annunziaten- ritter hoben beschwörend die Arme... und dann ging alles unter in einer Explosion, in der sich die wochenlange unerträgliche Spannung Luft machte. So ein Kraftgefühl wirkte unwiderstehlich, die Frauen waren in eleganter Kleidung erschienen und gerieten nun außer sich, die Tribünen heulten auf vor Entsetzen und Jubel, die Faschisten aber, alle ohne^ Außnahme, hatten nun wieder ihren ver­götterten Duce, sie schienen ihn auf den Schild heben zu wollen, er brachte den Orkan kaum zur Ruhe. Niemand meldete sich, der den Verfassungs­artikel angewendet wissen wollte, die Linke war wie versteinert.

Und der rasende Cäsar spricht:Die Lösung der Krisis liegt in der Gewalt. Vinnen 48 Stun­den wird die Lage geklärt sein!" Ein letzter parla­mentarischer Empörungsversuch erstickt im Keim, wie eine Brandungswoge wuchtet die Menschen­masse hinaus auf die Straße, ein Mann wird mir über den Kopf geworfen und von fanatischen Armen davongetragen es ist Farinacci. Sein Geist hat den Erfolg bewirkt.

Binnen 48 Stunden ist die Lage geklärt. Die Opposition verboten, die feindliche Presse verboten Mussolinis Alleinherrschaft ge­sichert. Die historische Treue gebietet allerdings

Nach demOstpakt" soll die Rote Armee der Sowjet-Union den Schutz der deutschen Grenzen übernehmen. Würde es sich um die Armee eines Nationalstaates handeln, so ließe sich über eine solche Garantie immerhin reden, zumal sie doch nur einen mehr theore­tischen Wert hätte. Die Rote Armee ist jedoch ein ausgesprochenes Werkzeug der Weltrevo­lution, und es würde geradezu Selbstmord für ganz Europa bedeuten, wenn man Rußland seine Grenzen gewissermaßen bis an den Rhein vorzuschieben gestattete. Don beson­derer Seite wird uns ein Aufsatz zur Ver­fügung gestellt, der sich mit der Armee des roten Zaren befaßt und dem klar zu ent­nehmen ist, welche Möglichkeiten und Un-

revolutionären Weltproletariats. DiePrawda, das russische Regierungsorgan, schrieb kürzlich:

Wenn die Zeit herannaht, wo die Trom­meln der großen Roten Armee schlagen, wenn das Rasseln der Trommeln der Internationale weit und breit widertönt, wenn unsere Bajo­

nette und die roten Flugzeuge den Schlachtruf der sozialistischen Revolution und der Menschen- befreiung in die Welt hinaustragen, dann kommt der Tag des Gerichts und der Vergel­tung für das tausendjährige Verbrechen, wel­ches allen Unterdrückten angetan worden ist. In diesem Geiste findet die Erziehung des Sol­daten statt. Der Soldat ist der Träger dieser Idee, sein Dienst ist die Vorbereitung für den heiligen Krieg der Unterdrückten gegen die Un­

werden.

Die Bewaffnung ist trotz größter Anstrengung noch nicht überall so, wie es gewünscht wird. Es darf aber nicht verkannt werden, daß die Führung mit allen Mitteln in der Bildung einer eigenen Waffenindustrie vorgeht und daß m dieser Hinsicht manches schon erreicht ist. Der berühmte Funf- jahresplan ist nichts anderes als em Rustungsplan, in dem die Forderung für eine eigene unabhängige Schwerindustrie für die Rüstung das Ziel ist.

In der Beschaffung modemerWaffen sind große Fortschritte gemacht worden. Mit Sicherheit be­stehen heute'schon 18 Panzerkraftwagen-Abtellun- gen und fünf Kraftwagenregimenter mit insgesamt

Möglichkeiten einer solchen Armee innewoh neu. D. Red.

Rote Arbeiter- und Bauern-Armee, so nennt sich stolz die Sowjet-Armee, und damit ist auch die Eigenart dieser Armee umschrieben. In der Be­urteilung des russischen Soldaten und der Armee wird man immer fehlgehen, wenn die Grundtat­sache, daß die Armee eine politische ist, nicht be­dacht wird. Ihre innere Struktur und Haltung ist eine ganz andere als bei allen anderen Armeen der Welt und damit auch der einzelne Soldat. Die Armee und der Soldat sind nicht als das Erbe der alten russischen Armee zu betrachten, ist auch nicht eine beliebige nationale Armee, sondern ihrer Be­stimmung nach international die Vorhut des

terdrücker."

Dieser politische Charakter der Roten Armee fin­det seinen bezeichnenden Ausdruck im politischen Apparat des Heeres, in der politischen Arbeit in­nerhalb der Armee, in der Einbeziehung der Poli­tik als Kampfmittel bei allen militärischen Unter­nehmungen und in der sozialen Zusammensetzung des Führerkorps. Die Anerkennung der politischen Propaganda als militärisches Kampfmittel wird in Felddinstordnung ausgedrückt:

Die politische Zuverlässigkeit der eigenen Truppe, die Erschütterung der Kampfkraft des Gegners, das Herüberziehen der Arbeiter und Bauernmassen seiner Armee und der Arbeiter­bevölkerung des Kriegsschauplatzes auf die Sette der proletarischen Revolution bilden die wich­tigsten Vorbedingungen für den Sieg."

Die personelle Zusammensetzung entspricht diesen politischen Voraussetzungen. Der Dienst mit der Waffe ist das alleinige Vorrecht der Werktätigen; die Nichtwerktätigen sind von dieser Ehrenpflicht ausge chlossen und werden nur zum Arbeitsdienst herangezogen. Auch das Führerpersonal wird aus- chließlich vom Proletariat gebildet. In der Roten Armee gibt es weder die BezeichnungOstizier noch Rangklassen. Die Anrede istKamerad . , In den obersten Stellen befinden sich Verhältnis- mäßig junge Offiziere, die ihren Aufstieg Person- lieber Tüchtigkeit verdanken. Mit Fleiß und Ener­gie und großen theoretischen Kenntnissen ausge- tattet, sind sie ausgesprochene Führerpersönlich- 'eiten. Dieser dünnen Führerauslese gegenüber steht die Masse der mittleren Kommandeure, die weder durch eine lange Friedensschule gegangen sind, noch sonstwie durch Erziehung und Schulung die Qualitäten eines Führers mitbringen. Besser scheint es mit dem Nachwuchs zu werden, der durch eine Reihe von Schulungen hindurchgeht und durch ein enges Prüfungssieb ausgewählt wird.

Die organisatorische Gliederung der Armee ist ein Zwischending von allgemeiner Wehrpflicht und Miliz. Die Dienstpflicht umfaßt 21 Jahre. Ausbil­dung vor der Einberufung zwei Jahre, aktive Dienst­zeit und Beurlaubtenstand fünf Jahre Reserve­dienst 14 Jahre. Man unterscheidet zwischen dem stehenden Heer und den Territorialtruppen. Im tchenden Heer werden die Mannschaften nach zwei- ähriqer Dienstzeit in denlangfristigen Urlaub entlassen. Bei den Territorialtruppen betragt die Dienstzeit innerhalb von fünf Jahren acht bis elf Monate. Da die Friedensverbände nicht ansreichen, um den jährlichen Rekrutenzugang (800 000) auf- zunehmen, müssen sich alle übrigbleibenden ~aug» lichen der Ausbildungaußerhalb der Armee un­terziehen. Dauer insgesamt sechs Monate, in jedem Jahr nicht länger als zwei Monate.

Fast ein Drittel der Roten Armee befindet sich in den der russisch-polnischen Grenze gegenüber­liegenden Militärbezirken: in Weißrußland zehn Schützendivisionen, vier Kavalleriedivisionen. Etwa ein Sechstel steht im Asiatischen Rußland; im Be­zirk der fernöstlichen Armee Blücher sechs Schützendivisionen, eine Kavalleriedivison; im Be­zirk Mittelasien drei und eine halbe Schützendivi­sionen, drei Kavallerie-Brigaden. Gesamtfriedens­stärke 563 000 Mann. Bei Einrechnung der Terri- torialformationen 1300 000 Mann Kriegsstarke. - Spätestens in vier Wochen kann im Mobilmachungs­fall eine Verdoppelung der Friedensstärke erreicht

Der Palazzo Venezia in Rom, in dem der Regierungschef Italiens und der französische Außenminister ihre Unterredungen führen werden.

er heute noch steht. Erst am 3. Januar 25 schritt er zur Gewalt, indem er alles auf eine Karte sttste, und gelangte glücklich zur Alleinherr­schaft, ohne mehr den tarpejischen Fels neben dem Kapitol fürchten zu müssen.

Es wäre nicht einmal falsch, wenn man die Re­volution erst von diesem Tage an datieren würde, sofern man unter dem Wort nur eine solche Hand­lung verstehen will, die unter Gesetzesbruch die be­stehende Verfassung umstößt und Gewalt vor Recht setzt. Denn bisher regierte der Ministerpräsident Benito Mussolini durchaus gesetzmäßig, er nahm nach dem Einzug in Rom, vom König gerufen und ins Amt gesetzt, sein Portefeuille und ging gemesse­nen Schrittes ins Parlament, wo feine Schwarz­hemdenpartei in fast hoffnungsloser Minderheit saß und noch so lange sitzen sollte. Er rief zwar in sei­ner berühmten Einführungsrede aus, daß er ein B i w a ck aus diesem grauen und trostlosen Hause machen hätte können, aber bei diesen Worten konnte ein Sozialistenführer aufspringen und Hochrufe auf das Parlament ausbringen. Mussolini regierte, indem er sich wie seine Kollegen im übri­gen demokratischen Europa Tag und Nacht mit den Parteien herumschlug und innerhalb seiner eigenen d i e schwersten Kämpfe führen mußte. Besonders der radikale Flügel machte ihm die Hölle heiß und als zwei Jahre später, im Som­mer 24, der Sozialistenführer Ma11eotti (übri­gens ein sehr reicher Salonsozialist) ermordet wurde, klagte er, nur seine schlimmsten Feinde hät­ten ihm diesen Streich spielen können. Das war natürlich Wasser auf die Mühlen der Oppositionulne im gleichen Maße erstarkte, wie die faschistische Partei unsicher wurde.

Mussolini wollte und brauchte wegen der ständig sinkenden Valuta den Frieden, er machte hero­ische Anstrengungen dazu, er erklärte sich zu einer Wahlreform bereit und betrieb dieNormalisierung der Verhältnisse, aber gerade diese versöhnliche Hal­tung brachte ihn der Opposition, die unbedingt seinen Kopf wollte, nicht näher und mit den Radikalen in einen so bedenklichen Streit, daß in diesem Lager das böse Wort umging, die Revolution sei wohl einen Mussolini wert. Das sollte heißen cne Revolution müsse auch gegen den Führer gerettet werden. Einer der Unterführer schwang sich über die Quadrumvirn des Marsches auf Rom hoch, der Vizeduce" F a r i n a c c i, und Mussolini schien den "Kopf schon in einer doppelten Schlinge zu haben, als er plötzlich zeigte, was wirklich m ihm steckte an Kraft und staatsmännischer Entschlossen­heit. Jetzt galt es den Kampf um Rom, jetzt erst!

Diezweite Welle" rollte heran, als er versprach, am 3. Januar 25 eine revolutionäre Rede m der Kammer zu halten. Diese Kammersitzung wird nie­mand vergessen, der sie erleben durfte. Er verteidigte nicht seinen Kopf, er sprach nicht als Angeklagter, er war Staatsanwalt, nein, ein Sulla, nein, ein rächender Gott des Mythos. Quos ego Er arbeitete mit zermalmenden Fäusten, mit speer- schleuderndem Armen, mit cäsanschen Gebärden immer den Daumen nach unten gedreht.Wie habt ihr euch getäuscht, o Signori als ihr den Ichchis- mus schwach glaubtet, weil ich ihn niederhielt! Er wühlt nun mit wutverzerrtem Gesicht buchstäblich unter dem Tisch, um anzudeuten rote niederträchtig man gegen ihn gewühlt habe, indem man angeblich nach der Leiche Matteottis suchte. Und dann, unter atemloser Stille, greift er nach der goldgeranderten Verfassung, er hebt das Buch hoch und lieft daraus Imit lauter Stimme den Artikel vor, der der Kam­mer das Recht gibt, die Minister des Königs in Anklagezustand zu versetzen. Er bekennt sich als Führer schuldig der politischen, moralischen, historischen Verantwortung für alles, was vor- gefallen fei, für alle Gewalttaten, und wenn der

Zehn Zahre Memhmschast.

Don unserem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, im Januar.

Für die meisten Zeitgenossen beginnt die Herr­schaft Mussolinis mit dem Marsch auf Rom, für nicht wenige deckt sich dieses Bild mit dem Be­griff der faschistischen Staatsumwälzung. Das ist begreiflich, denn in unserer erlebnisreichen Zeit braucht das Empfinden für Zeitgeschichte eine pla­stische Vorstellung, irgendeinen eindrucksvollen Vor­gang zur Unterstützung des Gedächtnisses. Historisch sieht es anders aus: Die faschistische Bewegung ging (wie in meiner faschistischen Revolutionsgeschichte ,Der Weg zum Kapitol" ausgeführt) im Hoch­sommer des Jahres 21, kurz nach den letz­ten Giolittiwahlen, in offene Erhebung gegen die Staatsgewalt und damit in Revolution über, aber erst zwei Jahre nach dem Marsch auf Rom (Oktober 22) trägt die Revo- : lutionswelle Mussolini auf die steile Höhe, auf der

festzustellen, daß bei jener denkwürdigen Sitzung nur noch die halbzahme Opposition anwesend war, denn die Marxisten waren schon vorher wie seiner­zeit die Plebs auf den Mons Sacer oder Aventin ausgezogen und hatten dort ihr Parlamentino oder Parlamentlein, während im Montecitorio nur noch ein Rumpfparlament tagte. Wichtiger als der Triumph über die Gegner war ja aber der Sieg über die Lauen und Schwankenden und Feinde im eigenen Lager, und es war kein Sieg einer Partei, kein Sieg des Faschismus, sondern einzig und allein ein Sieg der Persönlichkeit, des alle überragenden Duce.

Die Parteien machten ihm jetzt keine Sorge mehr. Riese, der er geworden, konnte er eine nach der andern wie ein Stück Brot hochheben und zwischen den Fingern zerkrümeln. Der bisher neutrale Frontkämpferbund wurde aufgelöst und ging später unter den faschistischen Wimpeln zu Mussolini über. So stark fühlte sich der Duce, daß er sogar die Kommunisten zu einem letzten- Satyrspiel ins Par­lament ließ, wo sie das Bürgertum fürchten machen wollten und grausige Rache schworen. Da Uesen natürlich die Bürger auch zum Faschismus über. Allmählich brach dann der letzte Block der drei Annunziatenritter, Giolitti, Orlando und Salandra, auseinander, als Mussolini be­kannte, er stelle sich hinter König und Heer, wenn der König es verlangen sollte, würde er die Hacken zusammenschlagen, salutieren und abtreten. Der König verlangte es nicht.

Der letzte Gegner war die Kirche. Sie wurde mit den Lateranverträgen versöhnt. Und auch den Dämon der Unzufriedenheit warf der Diktator zu Boden, als er sein Wort für die Aufrechterhaltung der Währung verpfändete. Um sich an der Macht zu halten, gibt es nur ein Mittel: den Erfolg. Jffier möchte ihn dem Duce absprechen?

Der Präsident der SnnrkommilUn, der n8om=

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zc-M aus bem Röchling-Werk in Völklingen, der einen

e der gewaltigen industriellen Kraft des Saargebiets.

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