Ausgabe 
4.1.1935
 
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Beim Reichskommissar für Preisüberwachung Dr. G o e r d e l e r find von verschiedenen amtlichen und privaten Stellen Beschwerden darüber einge­laufen, daß in einzelnen Orten, namentlich in sol­chen, in denen ein starker Zuzug stattgefunden hat, starke Mietprei s st eigerungen vorge- kommen seien.

Der Reichskommissar hat daraufhin mit dem Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzer­vereine Fühlung genommen und die Zusicherung erhalten, daß diese Mißstände sofort abgestellt wer­den würden. Die obersten Landesbehörden sind hier­von unterrichtet und gebeten worden, in derartigen Gemeinden unter Zuhilfenahme der Unterorgani­sationen des Verbandes unverzüglich seit dem

einmal in die rechte Weihnachtsstimmung. Alles in allem ein erhebender Abend, den leider sehr viele versäumten.

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Vornan von Rainer Helden.

Urheberrechtsschutz: Funf-Türme-Verlag, Halle (Schluß.)

** Kulturbauamtspersonalie. Dem Kulturinspektor Franz Sauer, Gießen, Großer Steinweg 14, wurde vom Hessischen Staatsministe­rium der TitelBaumeister" zuerkannt.

** Justizpersonalie. Ernannt wurde durch Urkunde des Herrn Staatsministers der Kanzlist bei dem Amtsgericht Friedberg Hermann Barth zum Kanzlisten bei dem Amtsgericht Butzbach.

** For st Personalien. Versetzt wurden der Förster Adolf Schmidt der Försterei Thomas- hütte des Forftamts Langen in die Försterei Buchenbusch des Forstamts Isenburg, und der Förster Heinrich H e u s e l der Försterei Hainbach des Forstamts Homberg in die Försterei Thomas- hütte des Forstamts Langen, beide in gleicher

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Diensteigenschaft und mit Wirkung vom 1. März 1935.

** D i e NS. - Kulturgemeinde (Ring Deutsche Bühne), Ortsverband Gießen, veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil den Spielplan für Januar und die Zeiten der Kartenausgabe. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht.

** Be>sitzwechsel beim Turm auf d e m Tausstein. Zwischen Ministerialrat Rings­hausen, dem Leiter der Provinzialdirektion Ober- Hessen Pg. Klo st er mann und Regierungsrat Schwan vom Kreisamt Schotten, sowie dem Füh­rer des Gesamt-BHC. Dr. Bruchhäuser (Ulrich­stein) und Rektor Dern (Offenbach) fanden am dritten Weihnachtsfeiertag auf dem Hoherodskopf Besprechungen statt, die das Ziel verfolgten, den Aussichtsturm auf dem Taufstein in den Besitz und die Betreuung der öffentlichen Hand zu überneh­men. Es kam dabei eine Vereinbarung zustande, nach der der Turm entweder in den Besitz des Staa­tes, oder des Reichsbundes Volkstum und, Heimat übergehen soll. Der Zeitpunkt der Besitzübergabe steht bis jetzt noch nicht fest, jedoch ist der Besitz­wechsel selbst als gewiß zu betrachten.

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£ Kestrich, 3. Jan. Bürgermeister Weifen­bach hat aus gesundheitlichen Rücksichten sein n i e d e r g e l e g t.

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Alle drei schwiegen eine Weile. Dann sagte Fried- rich Borgloh zögernd:

Aber woher hatte man die falsche Eva van Koster? Sie sah meiner wirklichen kleinen Eva ähnlich, sehr ähnlich. Sie müssen es selbst zugeben, Mac Lean!"

Wer und was die falsche Eva van Koster oder vielmehr Lolotte Dawis, denn so wird sie wohl ge­heißen haben, war, wissen wir nicht. Ob die Par­kins sprechen werden, ist noch ungewiß. Lolotte Da­wis jedenfalls hat ihr Geheimnis mit ins Grab genommen und Sie sollen ihrer nicht, rnchr in Bitterkeit gedenken, Friedrich! Ein Grab ist Sühne für vieles." , ,.

Friedrich Borgloh sah vor sich hm:

So leicht kann ich nicht vergessen und vergeben, Mac Lean! Diese Jahre der Qual diese schreck­lichen Jahre für Eva und mich." l £

Da legte Eva van Koster ihre Hand zart auf die Stirn des geliebten Mannes. In ihren Augen standen ein 'Versprechen und eine Verheißung:

Unsere Liebe soll uns vergessen machen!, sagte der gläubige Blick.

Und was wird nun?" fragte Mac Lean. Schließlich können Sie doch hier nicht ewig sktzen- bleiben, Miß Eva van Koster! Ich furchte, der Chefarzt wird ohnehin mit der langen Dauer un­seres Gesprächs im Interesse seines Patienten mcht zufrieden sein." ~ v m .

Ich schlage vor", sagte Friedrich Borgloh nach kurzer Unberlegung,daß wir für Eva bald eine zuverlässige ältere Dame engagieren. Können Sie mir da vielleicht helfen. Mac Lean? Ich bin ja in London in diesen Dingen etwas ungewandt.

Doch!" sagte Mac Lean.Ich habe da eine Verwandte, eine ältere, verwitwete Dame: sie lebt auf der Insel Wight und würde sich sicherlich freuen, für ein paar Wochen nach London kommen zu kön­nen. Wenn Sie wollen, telegraphiere ich. Sie kann bereits heute abend da sein."

Ja, tun Sie das, Mac Lean! Wirklich Sie sind unser Rettungsengel! Allerdings, das Enga­gement kann nur so lange dauern, bis wir alle Formalitäten zu unserer Heirat erfüllt haben; denn ich will nicht einen Tag länger als notig auf meine , Eva verzichten. Oder bist du anderer Meinung, i Eva?"

Die Familie Both hatte vergeblich auf die Rück- kehr des Monteurs gewartet. Nur Bob machte, wenn die Rede darauf kam, ein verschmitztes Ge- sicht und sagte:

Wartet nur ab, er wird sich schon wieder mel­den!" Und eines Tages brachte der Landbrieftrager einen Brief folgenden Inhalts:

Lieber Mister Both, liebes Fräulein Kate, liebe Mistreß Both und lieber Bob! Ich bitte um Entschuldigung, daß ich nichts mehr habe von mir hören lassen. Aber meine Geschäfte haben mich nach London geführt und halten mich hier auch fest. Ich hoffe, Miß Kate wird mir nicht böse sein, wenn ich ihr jetzt sage, daß ich nicht der Monteur Archie, sondern der Detektiv Mac Lean bin. Meinen Freund Bob ermächtige ich, zu erzählen, warum ich in Lominghton Aufent­halt genommen und was wir erreicht haben. Wir haben ein unglückliches junges Mädchen netten können und ihren Lebensweg wieder hell und glücklich gemacht. Bob ist mir dabei sehr behilf­lich gewesen.' Wenn er Lust hat, kann er spater zu mir nach London kommen. Und ich will ver­suchen, einen tüchtigen Detektiv aus ihm zu machen. Bis dahin aber wird es noch eine Weile dauern. Und ich möchte Sie alle Wiedersehen Mein Freund Friedrich Borgloh, dessen Braut jenes unglückliche, verfolgte Mädchen ist, ladt die ganze Familie Both freundlichst ein, an sei­ner Verlobungsseier teilzunehmen. Bob soll mir chreiben, ob er mit Ihnen allen am Sonntag nach London herüberkommen kann. Ich werde dann am Bahnhof fein, um Sie alle abzuholen und in das Haus von Mister Borgloh und Miß Eva van Koster zu führen. Herzliche Gruße Ihr Mac Lean.

Die Familie Both sah sich stumm an: Das ist doch", sagte Mistreß Both, und dann unterbrach sie sich. Denn sie sah in Kates hübschen blauen Augen etwas verdächtig Feuchtes.

Na, Kate", sagte sie,hast doch nicht etwa dein Herz an den Mister Mac Lean gehängt?"

Da lachte Kate und wischte sich über die Augen: An den Detektiv Mac Lean nicht, Mutter! Nur ein bißchen an den Monteur Archie. Aber jetzt, wo ich weiß, daß er ein Detektiv ist nein danke chön, da käm' ich ja aus der Angst nicht raus. Nein mit einem Detektiv will ich nichts zu tun aber um so mehr!" sagte Bob stolz und sah sich triumphierend im Kreise um.

Ende.

nur für Dich". Astoria-Lichtspiele, Selterweg: F. P. 1 antwortet nicht". VHC., 20.30 Uhr, Jahreshauptversammlung.

Stadttheater Gießen. Das Lustspiel Christa, ich erwarte dich" von Möller unb Lorenz kommt heute abend unter der Spielleitung von Kurt L ü p k e erstmalig zur Aufführung.

Gegen unberechtigte Mietsteigerung

Die Hausbesitzer werden verantwortlich gemacht.

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,Ab»r wie kamen Sie überhaupt in die Gewalt der Parkins?" fragte Mac Lean.

Eva schauerte zusammen: ,

Ich war nach dem Tode meines Vaters sehr elend und verzweifelt. Die Verwandten überredeten mich, mit ihnen nach Italien zu fahren. Sie waren so freundlich zu mir, daß ich nichts Boses vermuten konnte. Eines Abends fuhr ich mit den beiden Par­kins noch in ein kleines Fischerdorf nahe Neapel. Wir aßen und tranken in einer kleinen Ostena und wollten über Nacht dort bleiben. Was in der Nacht mit mir geschehen ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß ich mich plötzlich in einem Eisenbahnzuge wieder- faüd daß ich betäubt war wie eine Schwerkranke, und daß ich dann erst ganz zu Bewußtsein im Turm von Black Castle erwachte. An meinem Arm ent­deckte ich ein paar Einstichstellen."

Ahai" sagte Mac Lean.Vermutlich Morphium oder Opium. Damit hat man Ihre geistige und kör­perliche Kraft gelähmt und konnte Sie ohne Auf­sehen zu erregen, nach England und Black Castle bringen. Jetzt wird mir alles klar."

Sber wie kamen Sie auf meine Fährte, (ter Mac Lean?" fragte Eva. Sie Jagten doch selbst, der Turm wäre leer gewesen." .

Das war er auch! Aber ich fand zunächst em Büschel goldbraune Haare, die man offenbar einer Frau ausgerissen hatte."

Tatsächlich! Ich habe mich ja mit allen Kräf­ten gewehrt. Schließlich riß mich dieser unbekannte Verbrecher an den Haaren. Ich fühlte einen wahn­sinnigen Schmerz. Vermutlich hat man mir dabei die Haare ausgerissen."

Und dann fand ich noch etwas anderes" sagte Mac Lean,nämlich das Telegramm der Irren­anstalt, in dem man die Nachricht der Parkms über Ihre Ankunft, Miß Eva bestätigte. In der Eile, mit Ihnen fortzukommen, und in der Furcht vor einer Entdeckung hat einer der Verbrecher wohl das

Telearamm verloren." _

Nun ist alles klar", sagte Friedrich Borgloh;nur , zwei Dinge noch nicht. Warum wollte man auch i mir ans Leben?" ... ...

Weil man fürchtete, daß Sie, mißtrauisch ge- worden, nicht rasten und ruhen würden, bis Sie

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genbe Zahlen: Geburten 15, Trauungen 12, Sterbe­fälle 6.

f Dorf-Güll, 3. Jan. Dieser Tage wurde das von der hiesigen Ortsbauernschaft gespen­dete Getreide gesammelt und an den Mühlen­besitzer Helmes (Ober-Hörgern) zum Vermahlen weitergeleitet. Insgesamt wurden über 11 Zentner Korn und 16,75 Zentner Weizen geliefert.

Kreis Büdingen.

tz. Nidda, 3. Jan. Beachtlich ist die Unter­nehmungslust des hiesigen 75jährigen Landwirtes Heinrich Ludwig O r t h, der vor einigen Tagen bie Reise nach Los Angeles in Kalifornien an- trat, um seinen schon viele Jahre dort weilenden Sohn und seine einige Jahre später nachgefolgte Tochter zu besuchen. Er zieht die längere Strecke durch den Panamakanal dem kürzeren Weg über Neuyork und die Pazifik-Bahn vor. Seinen Auf­enthalt in Los Angeles will er bis zu Mitte Mai dieses Jahres ausdehnen.

Kreis Schotten.

Laubach, 3. Jan. Im abgelaufenen Jahre wurden in die hiesigen Standesamtsregister 46 Geburten (im Jahre 1933: 34), 23 Eheschließun­gen (10) und 41 Sterbefälle (32) eingetragen. Es entfallen von den Geburten 16 (9) und den Sterbe­fällen 14 (6) von auswärts auf das hiesige Kranken­haus. Heute kann der gräfliche Diener F. K n a u auf eine vierzigjährige Dienstzeit in dem hiesigen Grafenhaus zurückblicken.

Kreis Alsfeld.

Noch sind die Tage der Rosen ...

= Bad-Nauheim, 3. Jan. Es wurde im Verlaufe dieses Nichtwinters schon über manche außergewöhnliche Naturerscheinung berichtet, lieber» all sah und sieht man in Garten, Flur und Feld Pflanzenaußer der Zeit" blühen und grünen, ob es sich nun um sog. Spätblüher handelt, die m Jahren normaler Witteruna nur bis zu den ersten Frösten im November ihr Leben behalten, oder um Wunderbäume" oder Sträucher, die zum zweiten Male blühen oder gar Früchte zeigen, oder auch um Frühblüher wie beispielsweise das Gänse­blümchen, das Schneeglöckchen und unsere Kätzchen­träger, die die Zeit bis zum kalendermäßigen Beginn des Frühlings nicht abwarten können und jetzt schon blühen. Zu den Spätblühern gehört tn diesem Winter auch die Königin der Blume, die Rose. Hier und dort in unseren Gärten leuchten aus dem nicht abgestorbenen Laub noch ihre zar­ten Farben hervor. Heute früh war Schreiber die­ser Zeilen Beobachter eines Geschehnisses, wie es nur dieser Ausnahmewinter 1934/35 verzeichnen kann, und das deshalb als Merkwürdigkeit auch in der Erinnerung festgehalten werden soll: Em Kur­gast hat seine Kur beendet und ist zur Abreise ge­rüstet. Im Garten der Pension steht der Wagen, mit Gepäck beladen, zur Abfahrt nach dem Bahn­hof bereit. Den Gast sieht man in froher Stim­mung im Garten. Die Pensionsinhaberm eilt ge­schäftig von Rosenstock zu Rosenstock schnöbet hier eine Blume, dort eme Knospe und vereinigt sie zu einem schönen, vollen Ro­senstrauß. Der Kurgast nimmt diesen Ab- schiedsgruß freudig und dankbar entgegen als eine liebe Erinnerung an feinen Bad-Nauheimer Auf-

1. April d. I. vorgekommene unberechtigte Mietpreis ft ei gerungen sofort zu be­seitigen. Sollte dies auf bie Einsicht, baß Ver­antwortungsgefühl und die nationale Disziplin aller Beteiligten abgestellte Verfahren nicht zum Ziele führen, so ist den obersten Landesbehörden der Er­laß einer Ermächtigung zugesichert worden, die ihnen die erforderlichen rechtlichen Handhaben bie­tet. Es ist aber zu erwarten, daß es solcher Ermäch­tigungen nicht bedarf, sondern daß sich alle Betei­ligten klar sind, daß der gegenwärtige Zustand der Mietpreisbildung seinerzeit nach schweren wirtschaft­lichen Kämpfen' und Enttäuschungen errungen ist und daher nicht durch wucherische Disziplinlosigkeit aufs Spiel gesetzt werden darf.

Burg-Gemünden, 3. Jan. Einen wohl­gelungenen Theaterabend veranstaltete der GesangvereinEintracht" imFelsen­keller". Zur Aufführung gelangten zwei Theater­stücke mit ernstem Inhalt, denen sich ein Lustspiel anschloß. Alle Mitwirkenden gaben ihr Bestes und ernteten für ihr uneigennütziges Wirken wohlver­dienten Beifall. Zwei Chöre des Vereins unter Leitung des Dirigenten Graulich trugen zur Verschönerung des Abends wesentlich bei. Den musikalischen Teil bestritt der Musikverein $urg» Gemünden. Tanz hielt dann jung und alt noch einige Stunden gemütlich beisammen.

/Groß-Felda, 3. Jan. Eine merkwür­dige Sitte hat sich in unserem Dorfe wohl noch aus heidnischer Zeit bewahrt. In der Neujahrsnacht geht dieN e u j o h r s d o n s e l" umher m ähn­lichen Vermummungen als der Nikolaus. Er unter- cheidet sich von ihm in der Hauptsache dann, daß er nur Schläge austeilt. Es wäre einmal wissenswert zu erfahren, welche Bedeutung in die-

enthalt im Mittwinter 1934/35. So geschehen am 3. Eismonds 1935!

Nächtlicher Ueberfall in Nidda.

tz. Nidda, 3. Jan. Ein f r e ch e r U e b e r f a l l wurde auf den Turnroart Willi Stadler da­hier ausgeführt. Gegen 0.30 Uhr wurde er von einem Mann mit den WortenKerl, da hab' ich dich endlich einmal" angepackt und kurzer Hand der schrägen Mauerböschung hinunter in die hoch angeschwollene Nidda geworfen. Auf einen Pfiff regten sich im Hintergründe noch zwei Gesellen. Glücklicherweise konnte sich der lieber» fallene, der ahnungslos des Weges am Niddaufer entlang nach feiner Wohnung in der Turnhalle ging, durch Schwimmen nach dem andern Ufer ret­ten und dann mühevoll emporklettern. Durch Auf­schlagen auf Steine trug er einige zum Glück nicht erhebliche Verwundungen am Rücken und an der Seite davon. Leider konnten der Rohling und seine Kumpane infolge der stockfinsteren Nacht uner­kannt entkommen. Man vermutet, daß St. das Opfer einer Verwechselung geworden ist, da er nach allgemeiner Ansicht als äußerst sriedlieben- der Mensch gilt.

Landkreis Gießen.

(D Grüningen, 3. Jan. Im Rahmen des Winterhilfswerks wurden hier 3 6 Zent­ner Brotgetreide .abgeliefert. Das Getreide wurde an die Mühle zum Vermahlen gegeben und wird im Laufe des Monats Januar zur Versor­gung der vom Winterhilfswerk betreuten Familien der Großstädte zum Versand kommen. Aus der standesamtlichen Statistik des vergan­genen Jahres entnehmen wir für unseren Ort fol-

Als Sie mir erzählten, lieber Borgloh, Frau Eva wäre so verändert, als wäre sie derselbe Mensch, da gaben Sie mir unbewußt das erste Stichwort. Ich sagte mir: Wie, wenn Eva , Borgloh wirklich nicht identisch mit Eva van Koster wäre? Sie hatten die Tochter Professor van Ko­sters verlassen, als sie ein Kind war. 3Jd)en : vierzehn und siebzehn Jahren verändern sich ge­rade junge Mädchen auch äußerlich oft vollkom­men. Sie erzählten mir weiter, daß Eva van Koster Ihnen in den ganzen Jahren mcht geschrieben hatte und alle Nachrichten nur durch die Verwandten Parkins gekommen wären. Ich wußte nun, daß Professor van Koster ein außerordentlich großes Vermögen hinterlassen hatte. 3rnmer mehr ver­stärkte sich der Gedanke in mir, daß hier irgend etwas nicht stimmen konnte. Ich nahm also meine ^nrhfnrfdiunaen auf. Das erste, was mich stutzig

maPtas Zusammentreffen der angeblichen ff? nan Koster mit jenem unbekannten dunklen Stann folgte her M°rd°nsthl°g auf mid). Der Xe mir besser als alles andere daß hier e n zeigie mir i, geplant war. Denn um emes ^mLre5min n Der acht man nicht, einen Menschen au/la heimtückische Weise umzubringen. Die Appa- fen hatte. 34ur?*ffHkrten SSert geenbei Hütte, der unter diesem raff merten^ gd) (am

Nun erkannte ich, Vorsichl srßirton in Ihr

also unter der Maske eines Doktor W'Non^ Haus. Sie beftnnen ich, daß ch 'ont Qn

3n dem Augenblickindemsichdie ^rchm^er

Ihnen und mir geschlossen hatte, s y üan

der beiden Parkms und deri angeblia)en Koster zusammen; die drei tuschelten fsM

was. Es schien, als ob die P°"ws^ch einen Verdacht g^ßt hatten. Ich __ sofort folgende abgerissenen Worte: .Black Eastle l ^ZXber

ÄgL7m*nTurgm zu entdecken. Aber r-SLraW-i fand ich den Turm leer.

Hier fiel Eva lebhaft ein:

Ja, man holte mich eines Nachts plötzlich heraus, sagte mir, daß ich fort müßte, daß man mich m eine Heilanstalt bringen mühte. Ich tobte. Ich flehte den dunklen, jungen Mann, der mich hingebracht hatte, an, mich endlich freizulassen. Nichts half mir. Irgend jemand warf mir eine Decke über den Stopf. Dann wurde ich verschnürt und wie ein Paket in den Wagen getragen. Als ich in der Heilanstalt an- kam, dachte natürlich der Professor, ich wäre gelstes-

(xd Langsdorf, 3. Jan. Die kirchlichen Jahres-Abfchlüffe ergeben für unsere Ge­meinde folgendes Bild: Wir verzeichneten 12 Taufen, 20 Konfirmanden, 6 Trauungen, 6 Beerdigungen. Gottesdienstliche Veranstaltungen fanden 119 statt. Sie wurden im Durchschnitt der 52 Wochen besucht von 174 männlichen, 204 weiblichen Gemeinde­gliedern und 102 Kindern, insgesamt von 480 Ein­wohnern. Das ist etwas mehr als 50 v. H. aller Evangelischen. Daß eine kleine Zunahme des Kir- chenbesuches zu verzeichnen ist, fällt gar nicht ins Gewicht gegenüber der bemerkenswerten Tatsache, daß diese ungebrochene kirchliche Gesinnung in unserer Gemeinde seit Jahrhunderten besteht und die allerschwersten Stürme überdauert hat. Es mutz also in ihr eine nicht zu unterschätzende Kraft liegen. Die reformierten Väter des 16. Jahrhunderts, die dieses Kirchenwesen im Geiste Calvins begründeten, haben wirklich für die Jahrhunderte gebaut. Das­selbe zeigt sich in der Teilnahme am Sakrament des Altars, es wurden 1197 Abendmahlsgäste gezählt, d. h. etwa 165 o. H. der Erwachsenen. Derselbe Eindruck eines mitten im Dorfleben stehenden Kir- chentums vertieft sich, wenn man die von kirchlicher Seite aufgebrachten Gaben der Liebestätigkeit be­trachtet. Insgesamt wurden 3161 Mark gebucht. Das ist pro Kopf etwa 3,45 Mark oder pro evan­gelische Familie etwa 15,50 Mark. Darunter flössen die größten Beträge der Gemeindepflege zu, etwa 1130 Mark, der Heidenmission etwa 270 Mark, den Werken der Inneren Mission etwa 550 Mark. Auch bie Pflege des evangelischen Auslandsdeutschtums hat unter uns ihre bewährten Freunde.

oo Bettenhausen, 3. Jan. Aus der stati­stischen Erfassung des kirchlichen Lebens eien folgende Angaben aus unserer Gemeinde mit- geteilt: Wir hatten 7 Taufen, einen Konfirmand, 4 Trauungen, 8 Beerdigungen. 81 Haupt- und Nebengottesdienste wurden besucht im Wochendurch­schnitt von 33 männlichen, 39 weiblichen Teilneh­mern und 28 Kindern, zusammen von 100 Evan­gelischen oder von etwa 29 v. H. der Bewohner. Am heiligen Abendmahl nahmen 363 Gemeindeglieder teil, d. h. etwa 130 v. H. der Erwachsenen. An Gaben christlicher Liebestätigkeit wurden gesammelt 361 Mark.

Grober Unfug beim Silvesterschießen.

LPD. Frankfurt a. M., 3. Jan. Am Silve- fterabenö schossen in der Oppenheimer Landstraße ein Mansardenbewohner und sein Freund aus der dunklen Mansarde heraus das neue Jahr em. Hierzu hatte der Mansardenbewohner Platzpa­tronen gekauft. Beim Laden der Waffe hatte er die Platzpatronen mit scharfer Munition ver­wechselt, die er in der gleichen Schublade aufbe­wahrte. Einige von den in Richtung Bonifa­zi u s k i r ch e abgegebenen Schüsse verursachten an der Kirche Einschläge. Ein Schuß durchschlug das Kirchenfenster über der Orgel, prallte gegen die Kirchendecke, schlug zurück und traf eine Kir- chenbesucherin an der Stirn. Die Ver­letzung ist geringerer Natur. Der Tater wurde er­mittelt.

An der Schweizer Srenze erwischi.

LPD. Frankfurt a. M., 3. Jan. An der Schweizer Grenze wurde der aus Ungarn stammende, zuletzt in Frankfurt ansässige Geza Grünberger angehalten, als er sich in Die Schweiz begeben wollte. Er behauptete nur 20 Mark bei sich zu haben. Als man in den Fahn­dungsblättern nachschlug, entdeckte man, daß ein William Grünberger zur Festnahme aufgegeben war. Es handelt sich um einen Bruder des Geza. Man hielt es "unter diesen Umständen geraten, den Geza nicht so ohne weiteres in die Schweiz ab» dampfen zu lassen, und es wurde seine Leibes­visitation angeordnet. Als man feinen Koffer durchsuchte, entdeckte man an Bargeld 43076 Mark, außerdem Zinsscheine im W e r t e von 13 000 Mark. Diese Werte wurden letzt vom Schöffengericht Frankfurt im objektiven Ver­fahren eingezogen. Beträchtlich erleichtert konnte Geza sich nach dem Süden begeben.

Eva van Koster errötete und schüttelte lächelnd

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.

)( L i ch , 3. Jan. Eine schöne k i r ch e n m u s i - kalische Weihnachtsfeier wurde unserer Gemeinde am Abend des Neujahrstages in der Marienstiftskirche geboten. Organist Stein er­öffnete die Feier mit dem Orgelchoralin dulci jubilo" von I. S. Bach. Im Verlaufe des Abends spielte er nochHeilige Nacht", Hirtenmusik von Bartmuhs,Andante Pastorale" von Herzog,Pa­storale" von Bartmuhs und zuletztPastorella" von I. S. Bach. Das prachtvolle Orgelwerk unserer Kirche kam unter den Händen eines Meisters auf der Königin der Instrumente zur vollen Geltung. Die Chorschule und der Kirchenchor sangen unter Leitung von Chormeister Stein alte Weihnachts­lieder unb hinterließen infolge der ausgezeichneten Wiedergabe einen tiefen Eindruck. Als Solisten wirkte Frau M. Wagner mit, bie, von Organist Stein begleitet, mit ihrer anfprechenben, reinen, ben großen Raum ber Kirche bis in ben letzten Winkel füUenben unb in jebem Wort verstänblichen Stimme Lieber von Joh. Wolfgang Frank, von Max Reger unb von Cornelius zu Gehör brachte. Im Chor ber Kirche brannten zwei große Chnst- bäume mit ihren vielen Lichtern unb versetzten im Verein mit ben wunbervollen Darbietungen von Organist, Solistin und Chören die Gemeinbe noch

hinter bas Geheimnis gekommen sein würben unb weil man bie Erbschaft unter allen Umftänben für sich sichern wollte. Die Faschmünzerwerkstatte, an ber bie Parkins beteiligt waren, konnte ja eines Tages entbetft werben. Dann war es mit dem Reichtum aus. So war bas Vermögen, bas Profes­sor van Koster hinterlassen hatte, Den Verbrechern wert genug, um selbst Sie aus dem Wege zu