Ausgabe 
3.12.1935
 
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gani den Ansager, der mit seinemFrankforter Ge- pappet" sofort die notwendige Stimmung hervorrief. In humorvoller Weise stolperten Pepi und Emili mit ihrem Hurnsti-Burnsti-Akt auf die Bühne und ernteten für ihre heitere Spielerei reichen Beifall. Fred Marlo zeigte sich als Kunstpfeifer, der sogar einenTschardas" mit seltener Kunstfertigkeit zu­wege brachte. Die Zuhörer lockten ihm dafür einige Zugaben ab. Mit äquilibristischen Leistungen war­tete Eddi Blankel auf, der u. a. im Handstand auf einem Tisch die aus Klötzen gestellten Stützen ab- und aufbaute. Rudi Morgani brachte Humoresken In Frankfurter Mundart zum Vortrag, die beifällig ausgenommen wurden. Kunstpfeifer Fred Marlo mußte ein zweites Mal auftreten, wofür er aus Gräfin Marizza"Grüß mir mein Wien" und einen Marsch gewählt hatte, die wiederum stür­mischen Anklang fanden. Der Meister der Ent­täuschungskunst, der fröhlicheArivan", beschloß den bunten Reigen der Darbietungen. Mit lächelnder Miene führte er wieder seine trickreichen Zauber­künste zum Erstaunen und Ergötzen seiner dank­baren Zuschauer vor.

Nach einer kurzen Pause kam auch die tanz­freudige Jugend zu ihrem Recht. Bei den Klan­gen der eifrigen Kapelle K r e n g e l hielt die frohe Stimmung bis zum Schluß der Veranstaltung an.

Sitzung der Obermeister des Kreises Gießen.

Die Kreishandwerkerschaft Gießen hatte am gestrigen Montagnachmittag ihre Obermeister zu einer Sitzung in den Krausmüllersaal zu Gießen einberufen. Gegenstand der Besprechung war be­sonders die vom Reichsstand des deutschen Hand­werks beschlossene Gemeinschaftswerbung zu Weih­nachten, die auch im Kreise Gießen im Rahmen der besonderen Verhältnisse durchgeführt werden soll. Im Vordergründe wird die Werbung für den Gutschein für Handwerks-Leistung"

stehen. Unter dem MottoNeue Wege weist das Handwerk, stille Wünsche zu erfüllen" wird das deutsche Handwerk zu Weihnachten 1935 nicht nur seine fertigen Erzeugnisse, sondern auch seine Lei­stungen bereitstellen. Der Gutschein wird in festlicher Ausstattung bei jedem Meister und in jeder Papierhandlung erhältlich sein. Die im Laufe dieser Woche folgende Sonderwerbung wird alles Nähere aufklären.

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In diesem Jahre bringt der Reichs st and des deutschen Handwerks Gutscheine zum Weih­nachtsfest heraus, mit denen man Hanowerks- arbeiten schenken kann. Die Vorderseite zeigt die Nachbildung einer Holzschnitzerei von Tilman Riemenschneider vom Creglinger Altar. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Iachschastsabend der Gießener geographischen Fachschaft.

In Gießen bestand schon seit jeher ein vorbildliches und kameradschaftliches Verhältnis zwischen den Professoren und ihren Studenten. So war es auch nicht anders zu erwarten, daß die Geographische Fachschaft unserer Universität den 50. Geburtstag ihres Professors, des Direktors des Geographischen Instituts Gießen, Dr. F. K l u t e zum Anlaß nahm, ihrem Lehrer an seinem Jubeltage eine Feierstunde zu bereiten.

Heber 60 ehemalige und jetzige Hörer Prof. Klu- tes kalten sich am Samstagabend im Hotel Hinden­burg zur gemeinsamen Geburtstagsfeier eingefun­den. Der Leiter der geographischen Fachschaft Assi­stent Loew, begrüßte die Erschienenen und über­brachte die Glückwünsche seiner Kameraden. In sei­ner Ansprache streifte der Fachschaftsleiter kurz den Lebenslauf Prof. Klutes und betonte besonders dessen Verdienste als Wissenschaftler, Lehrer und als gute Kameraden. Neben den vielen Veröffentlichun­gen verdiene gerade das Handbuch der geographi­schen Wissenschaften als Standardwerk hervorge­hoben zu werden. Auf den gemeinsamen Exkursionen sei neben den Vorlesungen und Seminaren ein mu­stergültiges Verhältnis zwischen Dozent und Stu­dent entstanden. Als äußeres Zeichen der Dank­barkeit überreichte Assistent Loew eine Glück­wunschadresse, die von vielen ehemaligen und jetzi­gen Schülern Prof. Klutes unterschrieben war.

In herzlichen Worten dankte Prof. Klute für die Ehrung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch fernerhin das gegenseitige gut Einvernehmen bestehen bleiben möge. Gerade das Studium der Geographie wecke die Liebe zur Landschaft und zur Heimat. Seine vornehmste Aufgabe sei, immer wie­der seinen Studenten dieses Heimaterleben näher zu bringen. Am Schlüsse seiner Dankesworte gedachte Prof. Klute noch unseres Führers mit dreifachem Sieg-Heil.

Im Laufe des Abends wurde noch manche nette Unterhaltung geboten, alte gemeinsame Erinnerun­gen aufgefrischt und gemeinsame Lieder gesungen.

Drei Jahre in der Libyschen Wüste.

Auf Anregung der Abteilung für Volksbildung der Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, erzählte am geftriaen Montagabend in der Aula des Gym­nasiums Lehrer Pg. Falls von der Schillerschule über seine Erlebnisse und Eindrücke bei einem drei­jährigen Aufenthalt in der Libyschen Wüste. Jugend­licher Wagemut und die Sehnsucht nach der Ferne hatten den Vortragenden vor 30 Jahren nach dem Lande im heißen Süden getrieben, wo ungestümem Wissensdrang neue verlockende Aufgaben winkten. Nach sorgfältigem Studium sämüichsr deutschen

Nationale Solidarität

wird sich am kommenden Samstag wiederum im ganzen Reiche in einer großen Sammlung für das Ninlerhilfswerk bekunden. Unter Führung des Gauleiters werden auch im Gau Hessen-Rassau alle Kräfte eingesetzt für das Hilfswerk der deutschen Volksgemeinschaft, lleberall werden Zfiänner des öffentlichen Lebens am Tage der nationalen Solidarität für unsere hilfsbedürftigen Volksgenossen als Sammler tätig fein. Jeder Volksgenosse hilft mit

durch Spenden durch das WHW!

Museen war der Grund zum Kulturhistoriker vor­bereitet, und bei der praktischen Anwendung ge­lang dem jugendlichen Wissenschaftler, im Verein mit seinem Vetter, dem jetzigen Universitätsprofessor Dr. Karl Maria Kaufmann in Frankfurt a. M., eine Kulturtat: die Auffindung der heiligen Stadt von Menas, westlich von Alexandrien, nach der Männer von Ruf und Namen jahrhundertelang ver­gebens gejuckt hatten. 1905 unternahmen die beiden jungen Wissenschaftler, mit vielen Empfehlungen namhafter Gelehrter ausgestattet, den ersten Aus­lug über Italien nach Afrika, der ein vorzeitiges Ende nahm. Für die zweite Reise hatte Exzellenz W. von Bode, der damalige Generaldirektor der königlichen Museen, den Geleitbrief geschrieben, und nach einer abenteuerlichen Fahrt über Oesterreich, Italien und die griechischen Inseln tarnen die jun­gen Menschen nach Alexandrien, wo sie in Schieß- Pascha, dem Bürgermeister der Stadt und Chefarzt ür ganz Aegypten, einen wahren Freund und tat­kräftigen Helfer fanden. Gleich die erste Reise in die Wüste führte sie auf die Spur der Trümmer von Menas, der christlichen Wunder- und Wall- ahrtsstadt des Mittelalters. Nach alter Heberliefe­rung war 296 nach Christus ein ägyptischer Offi­zier im Kampf getötet worden und dort, wo das die Leiche tragende Kamel, das von der Truppe abgeirrt, stehen geblieben war, wurde dem Ge- allenen ein Ehrenmal errichtet, das bald ein Wall- ahrtsort wurde. Hier geschahen viele wunderbare Heilungen, und so entstand wohl die heilige Stadt mit ihren herrlichen Kirchen und Bauten aus weißem Marmor in märchenhafter Pracht. Mit Hilfe der deutschen Regierung wurden Falls und Kaufmann Die Ausgrabungen übertragen. Der damalige Khedive von Aegypten, der König des Landes, und viele Wissenschaftler, Industrielle, Kaufleute besuchten die Ausgrabungsstätte. Einer dieser Besucher war auch Bindernagel aus Friedberg. Die Besuche brachten den Forschern auch Einladungen des Khedioen ein, mit dem dann Lehrer Falls einen Besuch der Oase Siwa unter­nahm. Hierbei konnte Lehrer Falls eine seltene Plastik des Löwen von Siwa für das Frankfurter Museum erwerben. Der in Wien erzogene und für die Kunst stark interessierte Khedive behielt die deutschen Forscher an seinem Hof und betraute sie mit besonderen Arbeiten. Heber diese Begegnungen mit dem König plauderte Pg. Falls eingehend, und er verstand es dabei ausgezeichnet, Land und Leute in anschaulicher Weise zu schildern und einen Einblick in die Kultur, das Leben und Treiben jener Menschen zu geben. An einigen Beispielen führte er in die Vorstellungen dieser von starkem Aberglauben beseelten Eingeborenen und ihre Poesie ein. Mit der Erledigung der Aufgabe trat die Sehnsucht nach der Heimat ein, aber nach kurzer wissenschaftlicher Ausbeute rief das Werk, dem das ganze Sinnen und Denken des Forschers nun ein­mal für immer gehört, Pg. Falls zur neuen Vortrugsreise nach Amerika.

Zahlreiche Lichtbilder führten den Zuhörer in die Libysche Wüste und zu jenen Stätten Menas, von dessen märchenhafter Schönheit Aufnahmen einer Basilika, aufgefundene Säulen, Schmuckstücke und eine Hebersicht über die großartigen Anlagen einen kleinen Begriff vermittelten. Ansichten von Siwa, von den Bewohnern, der Riesenstadt Kairo und der Pyramiden ergänzt den Vortrag. Dem reichen Beiiall schloß Studienassessor Pg. Dr. Weber herzliche Worte des Dankes an den Red­ner an.

SOjähriges Bestehen der Gießener Freiwilligen Feuerwehr.

Am vergangenen Samstag hielt die Gießener Freiwillige Feuerwehr anläßlich ihres 80jährigen Bestehens in schlichter Weise einen Kameradschafts­abend mit Familien im Saale des Sckützenhaufes ab. Der Wehrführer hielt eine kurze Ansprache über den Werdegang der Wehr und gedachte der im Weltkrieg gefallenen Kameraden. Zum Schluß wurde auf den Führer und Reichskanzler ein Wehr- Heil ausgebracht.

Gießener Wochenniarktpreije

* Gießen, 3. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, holländische Kühlhauseier, Klasse A 12, Wirsing, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 7 Mk., Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 5 Mk., Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf., Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 18, Hnterkohlradi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., Birnen 15 bis 25, Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45 Pf., Gänse 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 10 bis 60 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.

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** Preußisch-Süddeutsche Staats- lotterte. Die Ziehung der 3 Klasse der laufenden (467272.) Lotterie findet am 11. und 12. Dezember statt. Schluß der Erneuerung 4. Dezember

** Verlängerte Gültigkeit von Win­tersport - Sonntags karten. Für die Zeit vom 30. November 1935 bis 31. März 1936 wird die Geltungsdauer der nach den Wintersportplätzen ständig aufliegenden Sonntagsrückfahrkarten verlän­gert. Die Sonntagsrückfahrkarten nach den Winter­sport-Zielbahnhöfen gelten in dieser Zeit zur Hin­fahrt schon von Samstag 0 Hhr bis Sonntag und zur Rückfahrt von Samstag bis Montag 24 Hhr (spätester Antritt der Rückreise). Don Gießen werden Sonntagsrückfahrkarten mit verlängerter Geltungsdauer nach folgenden Wintersport - Ziel­bahnhöfen ausgegeben: Bad Homburg, Gedern, Laubach und Schotts«.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

X W i e f e cf, 1. Dez. Die heutige schon weih­nachtliche Feier unseres Kindergartens war für jeden der vielen Besucher von einer tiefen Weh­mut erfüllt, beschloß doch mit ihr unsere Kinder­gärtnerin, Frl. Becker (Alten-Buseck) eine vier­jährige Tätigkeit. Es war herzerquickend, was die Kleinen an Sang und Klang gaben, und das Auge konnte sich freuen über die farbenreichen Bilder, die sich auf der Bühne boten. Die Kleinen überraschten ihre Eltern mit selbstgefertigten Weihnachtsarbeiten und wurden selbst reich beschenkt. Dem Dank der Eltern gab Bürgermeister Euler in herzlichen Worten Ausdruck und überreichte der scheidenden Kindergärtnerin, die an Weihnachten an den Trau­altar treten wird, für ihr Heim ein praktisches Ge­schenk. Leider wird die Arbeit, die Jahre hindurch den Kleinen soviel Förderung gebracht, und bei der die Eltern ihre noch nicht schulpflichtigen Kinder in so guten Händen gewußt, eine Fortsetzung vor­läufig nicht mehr finden. Bringt das nächste Jahr die Verwirklichung unserer Kriegerehrung, so darf man hoffen, daß das Ziel der Begründung, eine Kleinkinderschule, allerseits die Förde­rung erfährt, die er in unserer Gemeinde verdient.

O Annerod, 1. Dez. Am Freitag fand in der Gastwirtschaft von Phil. Engelhardt ein Karne- radschaftsabend der Kriegerkamerad­schaft statt. Der Kameradschaftsführer H. Haas III. wies in kurzen Worten auf die Bedeutung des SAL. hin. Danach machte er Mitteilung über den Stand der Arbeiten am hiesigen Kleinkaliberschieß­stand. Nach Fertigstellung der Arbeiten ist Gelegen­heit gegeben, den Schießsport am Orte eingehender als seither zu pflegen. Kamerad Rohweder sprach über die Pflege der Kameradschaft. Kamerad L. Schäfer IV. unterstrich die gute Zusammen­arbeit der Kameradschaft mit der örtlichen politischen Leitung. Weiter mahnte er die jüngeren Kame­raden, sich das Verhalten der älteren in bezug auf Versammlungsbesuch und Pünktlichkeit als Beispiel zu nehmen. Nach Schluß der Versammlung blieben die Kameraden noch einige Zeit gemütlich bei­sammen.

wg. Großen-Buseck, 2. Dez. Innerhalb unserer Ortsgruppe wurden dieser Tage verschiedene Sammlungen und Spenden für das Winterhilfswerk durchgeführt. Bei der Frucht- und Kartoffelsammlung wurden 8,50 Mk., bei der Wäschesammlung 0,80 Mk. gezeichnet. Die hiesige Milchgenossenschaft spendete 10 Mk., der Fußballklub 9,85 Mk. Von Burkhardsfelden wur­den 19,30 Mk. abgeliefert. Die Reichsgeldsammlung erbrachte in unserer Ortsgruppe 124,55 Mk. Davon entfielen auf Großen-Buseck 78,65, auf Burkhards­felden 35,70, auf Oppenrod 10,20 Mk. Heute wurde in unserer Gemeinde ein Mü11erschu - lungskursus eröffnet, an dem die Frauen der NS.-Frauenschast und des Alice-Frauenvereins teil­nehmen. Als Kurfusleiterin wurde die Schwester Friedel Lüder verpflichtet. Heute wurde in den hiesigen Gemeindewaldungen mit der Holz- Hauerei begonnen. 24 Mann nahmen in sechs Rotten die Arbeit auf. Außer einigen Erwerbs­losen werden auch verschiedene Kleinlandwirte be­schäftigt.

8 Alten-Buseck, 2. Dez. Anläßlich der Be­endigung des Mütterschulungskurses veranstaltet die NS. - Frauenschaft gemeinsam mit der Frauenhilfe am Sonntagabend eine Abschieds­feier, mit der gleichzeitig eine Adventsfeier verbun­den war. Hierzu hatten sich indem mit Tannengrün, Adventskranz und Weihnachtskerzen geschmückten Rabenauschen Saal eine große Zahl Mitglieder ein­gefunden. Die Frauenschaftsleiterin begrüßte die Be­sucher und dankte der NS.-Schwester, Frl. Düb- l e r, für ihre segensreiche Arbeit. Hierauf hielt Pfarrer Naumann eine tiefempfundene Advents­rede, die einen starken Eindruck hinterließ. Sodann sprach die Kurfusleiterin noch einmal zusammen­fassend über Ziel und Zweck des Mütterschulungs­kurses und dankte für die freundliche Aufnahme und das rege Interesse, das dieser Sache entgegen­gebracht wurde. Die Kursusteilnehmerinnen Über­reichten der Leiterin als Zeichen des Dankes ein Bild. In dem Schlußwort faßte Bürgermeister Kahl die Bedeutung der Frau und Mutter im Dritten Reich in überzeugenden Ausführungen zu­sammen. Die stimmungsvolle Feier mürbe umrahmt durch passende Gedichte und Liedervorträge des Frauenchors. Bei Kqffee und Kuchen verlebte man dann einige frohe Stunden in echter Volksverbun­denheit.

A 2)aubringen, 2. Dez. Seit 1. Dezember erfolgt die Postbeförderung nach und von unserem Orte durch ein Postauto, das zweimal am Tage um 7 Hhr und um 18.30 Hhr, durch Daubringen kommt und von hier nach den übrigen Orten des Lumdatals fährt.

§ Daubringen, 2. Dez. Die hiesige Krie­ger- und Schützenkameradschaft veran­staltet am 1. Dezember an drei aufeinanderfolgen­den Sonntagen ein öffentliches Preisschießen zu­gunsten des Winterhilfswerks.

8 M a i n z l a r, 2. Dez. Bei den H o l z h a u e r« arbeiten im hiesigen Gemeindewald sind sechs Mann beschäftigt. Zum Fällen vorgesehen sind etwa 740 Festmeter Holz.

§ Main § lar, 3. Dez. Die hiesige NS.- Ge - meinschaftKraft durch Freude" ver­anstaltete am Samstag im Saale Müller einen Dorfgemeinschaftsabend, der sehr gut besucht war. Ein Marsch (Kvnzertverein Londorf) und ein Sprechchor der Hitler-Jugend leiteten den Abend ein. Der Ortswart der KdF., Karl Bolte legte sodann in einer kurzen Ansprache Zwecke und Ziele der NSG.Kraft durch Freude" dar, ferner sprach er über den Sinn des Dorfgemeinschafts­abends. Im Verlaufe der Veranstaltung wechselten gemein em gesungene Volkslieder, Konzertstücke des Konzertvereins Londorf, Chordarbietungen des Ge­sangvereins Mainzlar sowie luftige Einlagen mit tiebern zur Laute miteinander ab. Ferner brachte ber Abend eine wohlgelungene Theateraufführung öer Laienspielschar derKraft durch Freude" Gie- Yen. Nach weiteren gesanglichen und musikalischen Darbietungen dankte Bürgermeister Kreiling allen Mitnurkenden und richtete mahnende Worte 3"genb, Gesang und Sport zu pflegen. Mit dreifachemSieg-Heil" auf den Führer und mit s^s?°^'We,sfel'Lied wurde die Veranstaltung be­schlossen. In kameradschaftlicher Unterhaltung blieb man noch geraume Zeit beisammen.

n f nnx "S' 2 Dez. Die H 0 lzhauer- arbeit e n sind nahezu beendet. Geschlagen wur­de^ insgesamt etwa 1000 Festmeter Holz.

a r ' <? ,Dez- Anläßlich seines 15jährigen Bestehens veranstaltete der Sportverein 19 2 0 t Qr\am Samstag imSchwanen" einen U n Le FLiLn 9 5 a b e n b, ber einen sehr guten Besuch aufoutoeifeu hatte. Nach dem Eroffnungs-

marsch ber Kapelle Lynker ergriffen zunächst der Mitbegründer des Vereins Kamerad Grote und dann ber Kreissportführer H. Henkel bas Wort zu Begrüßungsansprachen, in deren Verlauf eine schlichte Ehrung ber verstorbenen Vereinskameraben unb eine Ehrung befonbers oerbienter Mitglieder vorgenommen würbe. In bunter Folge schlossen sich bie verschiebensten Darbietungen an, zwei The­aterstücke, luftige Gebicht- unb Musikvorträge, bie alle mit bankbarem Beifall ausgenommen würben.

)-( Klein-Linben, 3. Dez. Frau Elisabeth Reuschling, geborene Seibert, bie noch am 24. November ihren 90. Geburtstag hatte feiern können, würbe am gestrigen Montag unter dem Geleite ihrer Verwandten und Bekannten z u Grabe getragen. Sie war das älteste Glied unserer evangelischen Kirchengemeinde.

* Klein-Linden, 2. Dez. Die Radfah­rervereinigung Klein-Linden feierte am Sonntagabend im GasthausZur deutschen Eiche" ihr Winterfest. Vereinsführer Johannes Gärtner hieß die vielen Besucher, unter denen sich auch zahlreiche Gäste aus den Nachbarvereinen befanden, herzlich willkommen, sprach über die Wichtigkeit des deutschen Radsportes und die Pflicht jedes Deutschen, sich selbst aktiv am Sport zu be­tätigen. Seine Rede schloß mit dem begeistert auf­genommenen Sieg-Heil auf den Führer. Die Ver­einigung wartete mit einer sehr umfangreichen, fein zusammengestellten Vortragsfolge auf, so daß die Besucher einen genußreichen Abend verleben konn­ten. Die prachtvollen, von jungen Dereinsmitglie- bem gestellten Pyramiden und die Reigen aller Art gefielen sehr und legten gutes Zeugnis ab von der mühevollen Arbeit der Fahrwarte Albert Mohr, Richard Bechthold und Rudolf L u h. Den Höhepunkt der radsportlichen Veranstaltungen bildete das Kunstfahren des Mitgliedes Eberhard Kopp mit den beiden jugendlichen Brüdern Walter Will und Wilhelm Will. Die unermüd­lich spielende Kapelle Dauberts Häuser (Gie­ßen) wartete mit guten Musikvorträgen auf, wäh­rend die Herren Wehn, Steuerwald und Sondermann aus Gießen mit ihren heiteren Szenen Herz unb Gemüt erfreuten unb wesentlich zur gehobenen Stimmung beitrugen. Der Abend nahm bei anschließenbem Tanz der Jugend besten Verlauf.

r Klein-Linden, 2. Dez. Am Samstagabend hielt der Turnverein Klein-Linden 1889 im Turnerheim eine außerordentliche (9 e neraloerfammlung ab. Sie war die best­besuchte Versammlung im letzten Jahrzehnt der Ver»

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einsgeschichte; u. a. nahmen an der Versammlung teil der Ortsgruppenleiter, die beiden Ehrenvor­sitzenden Wilhelm Ufer und Adolf Branden­burger, viele Ehrenmitglieder und der nach Lollar verzogene langjährige Frauenturnwart unb ehemalige Schriftwart Karl Klinkel. Vereins­führer Sattlermeister Karl Weiß eröffnete bie Versammlung mit herzlichen Begrüßungsworten unb verlas einige Eingänge. Sodann teilte er mit, baß bas Turnerheim ab 16. Oktober 1. I. durch Verkauf in den Besitz von Frl. Helene Zöl- l e r übergegangen fei. Die Heberschreibuna er­folgte am 28. November. In längeren Ausführun­gen schilderte der Vereinsführer die schwierige fi­nanzielle Lage des Vereins in den letzten Jahren, die schließlich zum Verkauf des Heimes führte. Vereinskassenwart Karl Klein ergänzte die Aus­führungen zahlenmäßig und nahm während der Versammlung die Auszahlung der Zinsen von An­teilscheinen der Mitglieder vor. Die ehemals von den Mitgliedern gezeichneten Beträge werden durch die hiesige Spar- und Darlehenskasse ausbezahlt. Herr Weiß teilte ferner mit, daß in den letzten Wochen der Verein eine stattliche Zahl neuer Mit­glieder aufnehmen konnte, so daß jetzt die Aufstel­lung von fünf Fußballmannschaften möglich gewor­ben ist. Um auch weiteren Turn- unb Sportfreun­den den Eintritt in ben Verein zu erleichtern, wirb für ben Monat Dezember bas Eintrittsgelb für Jugendliche unter 18 Jahren ganz erlassen, für ältere Interessenten wird es auf 50 Pfennig er­mäßigt. Der Verein beschloß ferner bie Veranstal­tung eines Winterfestes unb setzte als Tag, wie bies schon seit Jahren üblich ist, ben ersten Samstag im Februar 1936 fest. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann forberte bie Mitglieber zu stärkstem Einsatz für bie Sammlungen beim Winterhilfs­werk auf. Er sprach ferner über bas Zusammen­arbeiten zwischen nationalsozialistischen Jugendor- aanifationen unb bem Turnverein unb gab bem Wunsche Ausbruck, baß in den Vereinen mehr unb mehr bie Erkenntnis auffommen möge, baß jebc Dereinsarbeit von nationalsozialistischem Geist ge­tragen fein müsse. Mit bem Treubekenntnis zum Führer schloß er seine Ausführungen. Der Verein n;fMe für das hiesjährige Winterhilfswerk den Betrag von 10 Mark und wird sich bei den noch abzuhaltenden Winterhilfswerksveranstaltungen er­neut in den Dienst der guten Sache stellen.

A Grvßen-Linden, 2. Dez. Am gestrigen Sonntag hielt der Kaninchenzuchtverein in der GastwirtschaftZum Rebstock" unter der Lei­tung des Vereinsoorsitzenden Philipp Zimmer­mann seine alljährliche Lokalausstellung ab. Herr H11rich (Gießen) hatte bie Preisbewer­tung übernommen. Es waren fast durchweg sehr gute Tiere zur Ausstellung gebracht worden. Jns- a-samt manm 70 Nummern zu bewerten. Am Nach­mittag schloß sich eine allgemeine Besichtigung ber Tiere an. Mit ber Veranstaltung war ein Preis­schießen oerbunben. Die Preisträger: Zucht- ftämme: Zuschlagspreise erhielten: Willi Zarth auf Hermelin, Willi Stein auf Schwarzloh unb Hein­rich Stein auf Weiße Wiener. Silber, grau: August Rinker zwei Ehrenpreise, Philipp Zimmermann Ehrenpreis, Heinrich Würz 1. Preis. Silber, gelb: Philipp Zimmermann Ehrenpreis unb 1. Preis. Schwarzloh: Walter Schmelz Ehrenpreis, Willi Stein zwei Ehrenpreise, Karl Hofmann Ehren- oreis unb brei erste Preise, Otto Rau 1. Preis. Hermelin, weiß: Willi Zarth zwei Ehrenpreise unb 1. Preis, Hans George Ehrenvreis unb zwei erste Preise. Weiße Wiener: Heinrich Stein Ehrenpreis unb 1. Preis, Philipp Zimmermann 1. Preis, Al­bert Hankel 1. Preis. Marburger Fee: Willi Zarth 1. Preis.

*Y* Watzenborn-Steinberg, 2. Dez. Am Samstagabend fand im SaaleZur Krone" eine Kundgebung für das Deutschtum im Ausland statt. Nach einem Liedvortrag Öey Schulklasse begrüßte Rektor Bender die Be«