Hr. 282 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen)
Dienstag, 5. DezembeNM
Zer Tag der nationalen Solidarität in Gießen.
Aus der Provinzialhauptstadl. O Tannenbaum, o Tannenbaum ...
Welcher Deutsche kennt nicht das schöne Lied vom Tannenbaum mit seinen immergrünen Blättern, das Mathias Claudius gedichtet hat. Der Dichter, der gewiß kein „gelernter Botaniker war, hat ganz richtig gesagt „Blätter", denn auch die spitzen Nadeln des Tannenbaums und anderer Nadelbäume sind in ihrem Wesen nach nichts anderes als Blätter, nur mit dem Unterschied gegenüber anderen Blättern, daß sie von viel derberer Beschaffenheit sind und den Winter überdauern. Die Pflanzenfamilie der Koniferen oder Zapfenträger, zu denen die Tanne gehört, ist in Deutschland, sofern es sich um wildwachsende Kinder Floras han- oelt, nur durch verhältnismäßig wenige Gattungen und Arten vertreten: Wacholder, Eibe, Kiefer, Fichte oder Rottanne, Weißtanne und Lärche, lauter immergrüne Bäume bis auf die Lärche, die im Winter chre Nadeln abwirft. Der Tannenbaum mit seinen immergrünen Blättern erschien gerade dem deutschen Gemüt in seiner von Urvätern ererbten Naturfreudigkeit als das geeignetste äußere Symbol der Weihnachtsfeier, ein Symbol, dessen Gebrauch in Deutschland seinen Ursprung hat. Der lichterprangende Weihnachtsbaum, dessen Kerzen am Heiligen Abend zur besonderen Weihe der Bescherung angezündet werden, hat von Deutschland aus seinen Siegeszug durch die ganze Welt angetreten.
Eigentümlich ist nun, daß zwar immer von einem Tannenbaum zu Weihnachten die Rede ist, aber die eigentliche Tanne doch nur sehr selten als Weihnachtsbaum erscheint. Was man so gewöhnlich „Tanne" nennt, ist in Wahrheit die Fichte, die freilich auch den Namen „Rottanne" führt. Die eigentliche Tanne, die „Weißtanne" (Abies alba) kommt ja auch im ganzen viel seltener vor, als ihre Schwester, die Rottanne oder Fichte (Picea excelsa). Die Rinde der echten Tanne ist weißlich, die Zapfen stehen aufrecht, die Blätter sind kammförmig angeordnet und mit je zwei bläulichweiß schimmernden Harzgangstreifen versehen. Viel häufiger ist die Rottanne oder Fichte, die man als den eigentlichen deutschen Weihnachtsbaum ansprechen darf. Ihre Fruchtzapfen hängen, die Rinde ist dunkelbraun gefärbt und die einfach grünen Nadeln oder vielmehr Blätter stehen zweiseitig von den Aestchen ab. Die sogenannten „Doppeltannen", die zu Weihnachten verkauft werden und meist teuer bezahlt werden müssen, sind nichts anderes als die Wipfel alter Fichtenbäume, die sich somit neben dem Holzwert des Stammes noch besonders bezahlt machen. Hier sind die Nadeln derart dicht zusammengedrängt, daß tatsächlich eine Aehnlichkeit mit der Weißtanne I hervorgerufen wird. Außerdem macht es sich sehr hübsch, wenn an diesen Wipfeln Tannenzapfen, also eigentlich Fichtenzapfen, hängen. Die anspruchslose Kiefer sieht man als Weihnachtsbaum nur noch sehr selten. Wohl aber werden neuerdings eine ganze Anzahl Tannen- und Fichtenarten kultiviert und auch zum Weihnachtsfest als Weihnachtsbäume angeboten, deren Vaterland das Ausland ist, die aber in unserem Klima gut gedeihen. Die meisten dieser „Ausländer" stammen vus Nordamerika, China, Japan und dem Kaukasus. Die deutsche Tanne aber wird doch immer ihren Vorrang als Weihnachtsbaum behalten.
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad: 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NS.-Studentenbund: 18 Uhr spricht im Gießener Studentenhaus der Gaustudentenbundsführer Pg. Conrad. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Mann mit den grauen Schläfen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein Teufelskerl". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: G'schichten aus dem Wiener Wald". — NS.-Bund deutscher Techniker: 20.15 Uhr im großen Hörsaal des Ehern. Instituts: Vortrag von Geh. Reg.-Rat Dr. med. Schenk- Marburg. — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 18.15 Uhr im Physiologischen Institut: Filmvorführung über tierische Entwicklung. — Kriegerkameradschaft 1874: 20.30 Uhr im Cafe Ebel Kameradschaftsabend. 20.15: Uhr Leica-Vortrag in der Neuen Aula der Universität. — Evangelische Frauenhilfe, Gießen: 14.30 Uhr im Cafe Leib Versammlung der oberhessischen Frauenhilfen. — 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausstellung der oberhesstschen Künstler im Turmhaus am Brandplatz.
Stadttheater Gießen. •
Heute von 20 bis 22.15 Uhr das Gesellschaftslustspiel „Der Mann mit den grauen Schläfen" von Leo Lenz. Spielleitung Hans von Spallart. 10. Vorstellung im Dienstag-Abonnement.
Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.
Heute, Dienstagabend, Vortrag von Professor Dr. Stoltenberg im Physiologischen Institut. (Näheres in der heutigen Anzeige.)
Evangelischer Bund.
Am kommenden Donnerstag veranstaltet der Evangelische Bund in Gießen einen Gemeindeabend in der Stadtkirche, bei dem Professor Lic. Stroh aus Friedberg über das Thema „Deutschglaube oder Christusglaube?" sprechen wird. (Siehe heutige Anzeige.)
Winterhilsswerk des deutschen Volkes1935/36
Kreissührung Gietzen.
Zn der Zeit vom 2. bis 5. Dezember 1935 findet in allen Orten des Kreises Gießen eine Lebensmittelsammlung zugunsten der Anstalten und Einrichtungen der Inneren Mission durch die evangelischen Pfarrämter gemäß einer Vereinbarung der evangelischen Dekanate Gießen, Grünberg, Hungen und der Kreisführung Gießen statt.
Die Ortsbeauftragten werden auf die übersandte Vereinbarung und Anordnung verwiesen.
Auf verschiedene Anfragen teilt die Kreisfüstrung des Winterhilfswerks öffentlich mit, daß sämtliche Einrichtungen der Inneren Mission, z. B. Bethel, Bielefeld, Nieder-Ramstadt, vom Winterhilfswerk betreut werden.
Winterhilfswerk 1935/36 Ortsgruppe Gießen-Süd.
Am Dienstag, 3., Mittwoch, 4. und Donnerstag, 5. Dezember findet im Bereich der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Pfund- sammlung für den Monat Dezember
Als Auftakt zu dem Tage der nationalen Solidarität findet in Gießen am
Freitag, 6. Dezember, um 20.15 Uhr, ein großes Konzert in der Volkshalle
tatt Der gesamte Ertrag wird dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes zugeführt.
Ausführende: Musikkorps des Infanterie-Regiments 3 6; Leitung: Obermusikmeister E. K r a u ß e; 300 Sänger der Gießener Männergesangvereine; Leitung: Chormeister Groß.
Vortragsfolge:
(Ausschneiden, aufheben.)
1. Marsch der Hessischen Grenadiere von Buchwald.
2. Fest-Ouvertüre von Lortzing.
3. Zwei Lieder für Männerchor:
a) Mahnung von Heinrichs;
b) Deutschlands heil'ger Name von Baußnern.
4. II. Polonaise von Liszt.
5. Szenen a. d. Oper „Der fliegende Holländer" von Wagner.
6. Zwei Lieder für Männerchor:
a) Sonnenaufgang von Cornelius;
b) Wo gen Himmel Eichen rauschen v. Heinrichs.
7. Rapsodie von Friedemann.
8. Angereihte Stücke a. d. Oper „Der Freischütz" von Weber
9. Zwei Märsche für Fanfarentrompeten:
a) Adolf-Hitler-Fanfare von Blume;
b) Reichsritter-Fanfare von Prager.
10. Erinnerung an dys Militär von Rekling.
Die V o l k s h a l l e ist geheizt.
Einlrittspreise: Numerierte Sitzplätze 1 Mark, Sitzplätze 0,50 Mark.
Vorverkauf durch die Blockleiter der NSDAP., Kreisleitung der NSDAP., Kreiswaltung der NSV., Löberftraße 9, Geschäftsstellen der Gießener Ortsgruppen der NSDAP.
Der Tag der nationalen Solidarität soll der ganzen Welt zeigen:
„Die Kameradschaft des deutschen Volkes überwindet jede Not."
Teilnahme an unserem Konzert zum Tag der nationalen Solidarität ist ein B e k e n n tn is zu dieser Kameradschaft des deutschen Volkes.
kein Volksgenosse, der an dem Konzert teilnehmen kann, sollte daher den Vlockleiter der NSDAP., der ihm in den nächsten Tagen eine Eintrittskarte zum Kauf anbieten wird, wegschicken, ohne eine Eintrittskarte erworben zu haben. Jeder deutsche Haushalt kauft zum mindesten eine Eintrittskarte.
Kreisleitung der NSDAP.
Anordnungen für den 1. Dezember.
An der Sammelaktion beteiligen sich:
Sämtliche Politischen Leiter aus Gießen bis zum Blockleiter einschließlich;
Die Führer aller Gliederungen: SA. bis zum Truppführer einschließlich, SS. bis zum Oberscharführer einschließlich, NSKK. bis zum Truppführer einschließlich, die Führer der HI., die Führer des Jungvolks, die Führerinnen des BDM., Jungmädel, die Führer des Luftschutzbundes (in Uniform);
die Polizei, Polizeidirektor und die höheren Beamten der Polizei;
Stadttheater: Intendant, Regisseure, Dramaturgen, Spielleiter, Sänger, Schauspieler;
die Presse: die Schriftleiter;
die Leiter und höheren Beamten sämtlicher Behörden, wie Provinzialdirektion, Kreisamt, Zollamt, Finanzamt, Post, Reichsbahn, Reichsbank, Hochbauamt, Leiter des Heeresbauamtes, Chemisches Untersuchungsamt, Oberstaatsanwalt, Staatsanwälte, Gerichtsdirektoren, Oberamtsrichter, Amtsrichter, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Beigeordnete, die Leiter der städtischen Werke, die Leiter der städtischen Behörden;
Universität, sämtliche Professoren, der Rektor;
sämtliche Schulleiter, Direktoren der höheren Schulen, der Volksschulen;
sämtliche Aerzte, die an Krankenhäusern tätig sind, soweit sie entbehrlich sind, (auf Sonderwünsche bezüglich der Zeit wird Rücksicht genommen);
sämtliche Rechtsanwälte;
die Direktoren sämtlicher Fabriken und Werke in Gießen;
die Direktoren aller Banken;
Reichsarbeitsdien st führe r.
Die Führer der Gliederungen der Partei, die Leiter der oben aufgezählten Dienststellen, auch diejenigen, die bei der obigen Aufzählung etwa vergessen sein sollten, wollen dafür sorgen, daß für jeden Sammler bis spätestens Mittwoch, 4. Dezember, 18 Uhr, an die Kreisleitung Gießen, Amt für Propaganda, folgendes gemeldet wird:
1. Name des Sammlers,
2. Beruf, Dienststellung,
3. Dinge, die bei der Einteilung berücksichtigt werden müssen.
Wir bitten alle oben angeführten, diese Meldung ebenfalls abzugeben. Soweit diese Meldungen nicht abgegeben werden, erfolgt am Donnerstag Erinnerung in der Presse.
Antreten sämtlicher Sammler:
7. Dezember, 14 Uhr (punkt) im Cafe Leib, Walltorstraße. Dort werden auch die Sammelbüchsen ausgegeben.
Anordnung für die Ortsgruppe Giehen-Süd:
Die OG. Gießen-Süd übernimmt am 7. Dezember den Sammeldienst am Bahnhof Gießen mit zehn Politischen Leitern von 12 bis 16 Uhr. Die Sammelbüchsen dazu müssen auf der Kreiswaltung der NSV. rechtzeitig abgeholt werden.
Anordnung für sämtliche Vlockleiter in Gießen:
Sämtliche Blockleiter sind dafür verantwortlich, daß spätestens ab Dienstag, 3. Dezember, jedem Haushalt in ihrem Block Karten für das Konzert am Freitag angeboten werden. Die Ortsgruppenleiter sind dafür verantwortlich, daß keine Straße vergessen wird. Die Karten erhalten die Blockleiter von ihren zuständigen Ortsgruppen, diese von der Kreisleitung. Abrechnung des Vorverkaufs bis spätestens Freitag, 16 Uhr, Kreisleitung.
keisleitung Gießen der NSDAP.
I. A.: Schmelz, Kreispropagandaleiter.
Llnser neuer Roman.
Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gie» jener Anzeigers den Abdruck des Kriminalromans „Schatten der Vergangenheit" von Frank F. Braun zu Ende geführt haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer unseres Blattes mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, mit dessen Erwerbung wir den München unserer Leserschaft in Stadt und Land in ganz besonderem Maße entsprochen zu haben glauben. Der heute beginnende Roman dürfte, auch wenn fein Verfasser bisher in unseren Spalten noch nicht zu Worte gekommen ist, mit der gleichen Anteilnahme, ja Begeisterung gelesen werden wie die beliebtesten und erfolgreichsten unter seinen zahlreichen Vorgängern, er nennt sich
„Nicht müde werden, Annelies!" von Bernhard Lonzer
und ist eine glänzend, mit hoher Spannung und zu Herzen gehender Lebenswahrheit geschriebene Liebesgeschichte; der Verfasser hat es mit feiner Einfühlungsgabe verstanden, die Schicksale zweier jungen Menschen zu schildern, die füreinander bestimmt und geschaffen scheinen, und deren Lebensglück durch das Dazwischentreten einer Fremden, die längst verjährte Ansprüche geltend machen möchte, fast für immer zerstört worden wäre. Bernhard L o n z e r hat die Handlung außerodentlich geschickt, mit packenden Steigerungen und dramatischen Ueberraschungen aufgebaut und Glück und Leid einer jungen Liebe mit Wärme und Feingefühl zu gestalten gewußt. So werden alle unsere Leserinnen und Leser an diesem unserem neuen Roman ihre helle Freude haben und mit Ungeduld auf jede neue Fortsetzung warten.
Ans und Galatea.
Pastoral für Soli, Chor und Orchester.
Von G. $. Händel.
Heber dieses Konzert des Sängerkranz-Gießen, das am kommenden Donnerstag in der Aula der Universität stattfindet, wird uns geschrieben:
„Im Gegensatz zu der stolzen Reihe biblischer Oratorien hat Händel einige weltliche Oratorien mit mythologisch-pastoralem Inhalt geschaffen. Acis und Galatea gehört zu den letzteren und ist in seinem ersten Teil ganz auf den idyllisch, sonnig-heiteren Ton gestimmt.
Schon die Einleitung und mehr noch der darauf folgende Chor „O du schöne Frühlingszeit" gibt ein Bild des Lachens und Tanzens, der Entzücktheit und Schelmerei, wie es mit dem Begriff arkadischen Schäferlebens untrennbar verbunden ist.
Die Arie der Galatea „Fort du süßer Sängerchor" mit Flötengezwitscher und das in Form und Ausdruck gleich originelle, köstlich instrumentierte „Ich bin wie die Taube: sind Perlen unter Händels Anmut und Zartheit vereinenden Liebesgesängen.
Auch die beiden Tenor-Arien des Acis illustrieren reizend die zarte Natur des liebesbangen Schäfers und sind typische Beispiele für Händels Ausdrucksfähigkeit in Melodie und Linienführung. Im Liebesduett „O glückselig" schildern beide, vereint mit dem Chor, die Seligkeit und Beglücktheit ihrer Liebe.
Der zweite Teil beginnt mit scharfen Dissonanzen im Chor: „Ach ihr Armen", denn schon erscheint in der Ferne der dem Acis aus Eifersucht nachstellende Zyklop Polyphem. Sein Nahen wird durch Chor und Orchester in ebenso großartiger wie packend gesteigerter Schilderung angezeigt.
Mit seiner Arie „O rosig wie die Pfir'sche" macht er Galatea eine Liebeserklärung. Die Abweisung derselben setzt den Riesen in höchste Wut. Acis, der sich dem Polyphem zum Kampf stellt, wird von ihm an einem Felsblock zerschmettert. Der Tod des Acis wird vom Chor mit dem stimmungsvollen „Weint all ihr Musen" betrauert.
Während Galatea unter Begleitung einer Solo- Oboe den Gedanken an den geliebten Freund nachhängt, macht der Chor ihr den Vorschlag, kraft ihrer göttlichen Macht Acis in einen Silberquell zu verwandeln. Orchester und Chor illustrieren diesen Vorgang in wunderbarer Weise. Nach der letzten rührenden Arie der Galatea: „Herz der Liebe süßer Born" klingt das Werk mit dem lieblichen Chor „Galatea, stille den Schmerz" in stimmungsvoller Weise aus. — Stoff, musikalische Formgebung, Kolorit und Stimmungsreichtum dieses Pastorales machen es zu einer der anziehendsten Gaben der Händelschen Muse und lassen es bedauern, daß es das einzige feiner Art geblieben ist." K.
*
Es wird uns weiter mitgeteilt, daß Herr Paul B u ch w a l d sich durch eine Schnittwunde am Finger verletzt hat, so daß feine Mitwirkung am Donnerstag in „Acis und Galatea" in Frage gestellt ist. Herr Kapellmeister Bräuer vom Stadttheater hat deshalb den Cembalo-Part freundlicherweise übernommen.
Kameradschastsabend in Gießen-Nord.
Der heitere Kameradschaftsabend, den die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, in Verbindung mit der NS.-Gemeinfchast „Kraft durch Freude" am Samstag im Cafö Leib veranstaltete, fand starken Anklang. Der Saal langte wieder einmal nicht aus für den zahlreichen Besuch. Gauamtswalter Pg. Walther- Frankfurt a. M. vom Amt der Arbeitsopfer war als Gast erschienen.
In seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung entbot Ortsgruppenleiter Pg. Thomas dem Kreisleiter Pg. SUo ft ermann besonderen Will- kammensgruß. Er gab seiner Freude über die große Anteilnahme der Parteigenossen Ausdruck, die ein guter Beweis für den Geist der Volksgemeinschaft innerhalb der Ortsgruppe fei. Heber den Rahmen eines Kameradschaftsabends hinaus, so sagte der Redner u. a., solle diese Veranstaltung aber auch die Feier des zweijährigen Bestehens der NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" in Gießen sein. Dabei verwies er auf die Berliner Feier und auf die großen Leistungen, die dieses Amt der Deutschen Arbeitsfront in der kurzen Zeit seines Bestehens vollbrachte und an deren Erfolgen auch die Gießener Kreisamtsleitung in reichem Maße beteiligt fei. Es gezieme sich darum, den Dank für all die Freuden und Anregungen, die die aus dem Witten unseres Führers geschaffene NS.-Gemein- schäft allen Volksgenossen gebracht habe, bei dieser Feier auch zum Ausdruck zu bringen. Das von dem Redner auf den Führer und Reichskanzler ausgebrachte „Sieg-Heil" fand starken Widerhall.
Die Kapelle K r e n g e l leitete über zu dem ersten Teil des Abends, der von Frankfurter Kräften der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" unter Leitung von Kreisamtswalter Pg. Bienengräber- Gießen bestritten wurde. Hierfür machte Rudi Mor-
1935 statt. Es wird gebeten, die Pfundpakete zur Abholung bereitzuhalten.
Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine am Mittwoch, 4. Dezember, von 19 bis 20 Hhr auf unserer Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden.
NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost.
Psundfammlung
für WH2V. in der Ortsgruppe Gießen-Ost.
Die Pfundsammlung wird Montag, 2., und Dienstag, 3. Dezember, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.
Die Kohlenhändler werden ersucht, die Kohlengutscheine bis zum Donnerstag, 5. Dezember, in der Zeit von 14.30 bis 19 Hhr auf der NSV.-Geschäftsstelle, Kaiserallee 52, mit den entsprechenden Rechnungen einzureichen. Spätere Einreichung ist zwecklos.
NSV., Ortsgruppe Mitte.
Vetr. Psundfammlung.
Am Mittwoch, 4. Dezember 1935, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Hmhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarte zur Quittungseinzeichnung bereit zu halten. Die Pfundsammlung erstreckt sich während der Dauer des WHW. wieder auf alle Volksgenossen.
NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord.
Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine bis zum Mittwoch, 4. Dezember, auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 16, einzureichen. Später eingereichte Gutscheine können nicht mehr angenommen werden.
SA -Sportabzeichen in der Wehrmacht.
Der Oberbefehlshaber des Heeres hat verfügt:
Das SA.-Sportabzeichen darf während der Dienstzeit im Heere nicht erworben werden.
Vor der Dienstzeit erworbene SA.-Sportabzeichen dürfen zur Uniform getragen werden.
Der Stabschef der SA. hat auf Anfrage nutge- teilt, daß fein Erlaß über die Kontrolle der Träger des SA.-Sportabzeichens auf Angehörige der Wehrmacht keine Anwendung findet.
Die Berechtigung zum Tragen des SA.-Sportabzeichens ist bei Wehrmachtsangehörigen durch die Truppe nachzuprüfen und zu überwachen.
Kundgebungen der Studentenschaft.
Die Pressestelle der Studentenschaft teilt
Dienstag, 3. Dezember, wird der Gaustudentenbundsführer Pg. Conrad abends 6 Uhr vor den NS.-Studenten im Gießener Kameradschaftshaus sprechen. f .
qu der Kundgebung am Mittwochabend wird noch bekanntgegeben, daß der Reichsführer der
Deutschen Studentenschaft, Pg. Feickert, abends um 8 Uhr im Cafe Leib sprechen wird.
Reichskrastwagentarif darf nicht unterboten werden.
Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung teilt mit: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Unternehmer und Spediteure von Ferntransporten mit Kraftwagen nach wie vor verpflichtet sind, bei Festsetzung des Beförderungspreises den Reichskraftwagentarif nicht zu unterschreiten. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Unternehmer und Spediteure, die nachweislich sich Verstöße in dieser Beziehung zuschulden kommen lassen, werden als unzuverlässig im Sinne des § 7 des Gesetzes über Güterfernverkehr vom 26. Juni 1935 angesehen und haben damit zu rechnen, daß sie ihre bisherige Genehmigung zum Güterfernverkehr mit dcm 1. April 1936 verlieren.
Baltikum- und Freikorpskämpfer!
Sämtliche noch fehlenden Lichtbilder und Leu- mundzeugnisfe, welche nicht mit den Anträgen abgegeben wurden, find sofort an die unterzeichnete Stelle zu senden. Durch die Nichteinsendung ist eine unnötige Störung und ein Zeitverlust in der Ausfertigung der Urkunden entstanden. Sollten trotz dieser letzten Aufforderung die fehlenden Papiere nicht umgehend ermittelt werden, so werden die Anträge nicht fertiggestellt. Ferner sind die von den Kameraden des Reichsbundes der Baltikum- und Freikorpskämpfer noch nicht abgegebenen Ausweis- und Beitragskarten sofort abzuliefern, ebenso die ausgegebenen Antragsformulare „Einsatz für Deutschland", welche nicht ausgefüllt worden sind.
Abwicklungsstelle Gießen, Hammstraße 4.
Gez.: Euler, Abwicklungsleiter.
Tag der Hausmusik.
Zum „Tage der Hausmusik" veranstaltete — wie man uns gestern berichtete — auch die Goetheschule eine Feier, die besonderer Umstände halber erst in der vorigen Woche durchgeführt wurde. Sie stand unter dem Leitspruch „Himmel und Erde werden vergehn, aber die Musici bleiben bestehn", der als Kanon gesungen wurde. Der erste Teil der Feier war dem Gedächtnis I. S. Bachs und G. Fr. Händels gewidmet. Lehrer Dietrich schilderte den Lebensgang der beiden Meister und wies kurz auf ihre bekanntesten Werke hin. Umrahmt wurde die Ansprache mit Darbietungen von leichteren Bach- und Händelwerken, ausgeführt von kleinem Orchester und Einzelinstrumenten. Dazu fang Lehrer Dietrich eine Arie aus einer Bachkantate. Im zweiten Teil der Feier folgten dann Gesangsvor- träge und Darbietungen auf den verschiedensten Instrumenten. Kinder aller Altersklassen spielten mit größtem Eifer ihre Weisen, und die Buben und Mädchen standen im Banne der Musik. In einer Schlußansprache wurde den kleinen Künstlern Dank gesagt und der Wunsch ausgesprochen, daß die Hausmusik noch mehr gepflegt werde und die Zahl der Mitwirkenden am nächsten Tage der Hausmusik noch größer sei.


