Ausgabe 
3.12.1935
 
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Wirtschaft.

Oie Kartoffelpreise für Dezember.

Die Landesregierung Abt. III veröffentlicht nachstehende Anordnung über die Regelung der Kartoffelpreise, die mit der Veröffentlichung im Hessischen Staatsanzeiger vorn 1. Dezember 1935 in Kraft getreten ist:

Auf Grund der Ermächtigung des Herrn Reichs­und Preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 30. August 1935 setze ich hier­mit im Einvernehmen mit dem für Hessen zustän­digen Kartoffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau für den Monat Dezember 1935 die Verkaufspreise für Speisekartoffeln im Gebiet der Preisüberwachungs­stelle Hessen wie folgt fest:

1. Bei dem unmittelbaren Bezug von Speisekar­toffeln zur Deckung des Winterbedarfs durch den Verbraucher bei dem Erzeuger dürfen folgende Preise freiKeller nicht überschritten werden: a) in den Städten: Darmstadt, Offenbach, Mainz,

Gießen und Bingen, weiß, rot, blau 2,80 bis 3 Mark per Zentner, gelbfleischig 3,10 bis 3,30 Mark per Zentner;

b) in den übrigen Gemeinden: weiß, rot, blau 2,60 bis 2,80 Mark per Zentner; gelbfleischig 2,90 bis 3,10 Mark per Zentner.

Der oberste Preis kommt nur für erstklassige, aus- aelesene Ware in Frage, alle in der Qualität ab­fallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweifen.

Die Zuschläge für die Anfuhr und Abttagung sei­tens des Erzeugers zum Verbraucher find in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergü­tung kann hierfür nicht mehr gefordert werden.

2. Für den Bezug von Speisekartoffeln zur Deckung des Winterbedarfs beim Verteiler (H ä n d l e r s ch a f t) dürfen folgende Preise nicht überschritten werden:

a) in den Großstädten mit mehr als 100 000 Ein­wohnern: weih, rot, blau 3,10 bis 3,30 Mark per Zentner, gelbfleischig 3,40 bis 3,60 Mark per Zentner;

b) in den übrigen Gemeinden mit Ausnahme des flachen Landes: weiß, rot, blau 3 bis 3,20 Mark per Zentner, gelbfleifchig 3,30 bis 3,50 Mark per Zentner;

c) auf dem flachen Lande: 2,65 bis 2,85 Mark per Zentner, gelbfleischig 2,95 bis 3,15 Mark per Zentner.

Der oberste Preis kommt nur für erstklassige, ausgelesene Ware in Frage, alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen.

Die Zuschläge für die Abfuhr und Abtragung seitens des Verteilers zum Verbraucher sind in den vorstehenden Preisen enthalten. Eine Sondervergü­tung kann dafür nicht mehr gefordert werden.

3. Bei der Ausgabe von Speisekartoffeln im Klein­verkauf (pfundweise) darf der Kleinverkaufspreis bei Abgabe von 10 Pfund folgende Preise nicht über­schreiten:

a) in den Großstädten mit mehr als 100 000 Ein­wohnern: weiß, rot, blau 0,37 bis 0,39 Mark; gelbfleischig 0,40 bis 0,42 Mark;

b) in den übrigen Gemeinden mit Ausnahme des flachen Landes: weiß, rot, blau 0,36 bis 0,38 Mark, gelbfleifchig 0,39 bis 0,41 Mark;

c) auf dem flachen Land: weiß, rot, blau 0,27 bis 0,29 Mark, gelbfleifchig 0,30 bis 0,32 Mark.

Der oberste Preis kommt nur für erstklassige, ausgelesene Ware in Frage, alle in der Qualität abfallenden Sorten müssen entsprechend niedrigere Preise innerhalb der obigen Spanne aufweisen.

Verstöße gegen die vorstehend festgesetzten Preise werden nach den besonderen gesetzlichen Bestim­mungen durch die Preisüberwachungsstelle mit Ord­nungsstrafen verfolgt.

Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

1312: Wir bitten die Firmen, die mit der Tschecho­slowakei in geschäftlichen Beziehungen stehen, aelegentlich bei unserer Kammer vorzu­sprechen.

1313: Neue italienische Zahlungs- und Abferti- aungsbestimmungen für die Warenausfuhr.

1314: Bekanntmachung KP 69 der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.

1315: Zur französischen Zolltarifänderung für zu elektrischen Zwecken bestimmte Kohle.

1316: Aufhebung des besonderen niederländischen Einfuhrzolls.

1317: Druck von Musterungsbüchern. Wir bitten die in dieser Angelegenheit interessierten Firmen aelegentlich bei uns vorzusprechen.

1318: Bekanntmachung KP 70 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.

1319: Neue Ausnahmetarife für die Ein- und Aus­fuhr von Manganerz (Braunstein).

1320: Neue Anordnungen der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest; Verarbeitungskon­tingente für Dezember.

1321: Anordnung W 18 der Ueberwachunys- ftelle für Wolle und andere Tierhaare (Ein­kauf deutscher Schurwolle).

1322: Verordnung über öffentliche Aufträge auf den Gebieten der Spinnstoff- und der Felle- und Häutewirtschaft.

1323: Anordnung BGS der Ueberwachungs­stelle für Baumwollgarne und -gewebe (Ein- kaufsbewilligung). *

Die Reichskennziffer für die Le­benshaltungskosten im November. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten stellt sich für den Durchschnitt des Monats November auf 122,9 (1913/14 = 100); sie ist gegenüber dem Vor­monat (122,8) leicht, um 0,1 v. H., gestiegen. Die Indexziffer für Ernährung hat sich um 0,3 v. H. auf 119,9 und die Indexziffer und Beleuchtung und Heizung um 0,2 v. H. auf 127,1 erhöht. Die Indexziffern für die übrigen Bedarfsgrup­pen sind nahezu oder ganz unverändert ge­blieben; es betrugen die Indexziffer für Beklei­dung 118,3 (0,1 v. H.), fürVerschiedenes" 141,0 (+0,1 v. H), für Wohnung 121,3 (unverändert). Innerhalb der Gruppe Ernährung haben sich die Preise für Kalbfleisch, Hammelfleisch, Schinken, Wurst, Speck und Käse erhöht; dagegen sind die Preise für Gemüse und Kartoffeln im Reichsdurch­schnitt noch etwas zurückgegangen.

* Konkurse und Vergleichsverfahren im November. Nach Mitteilung des Statisti­schen Reichsamts wurden im November durch den Reichsanzeiger 267 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anttäge auf Konkurseröffnung und 67 eröffnete Vergleichs­verfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zah­len für den Vormonat stellen sich auf 271 bzw. 42.

Nhein-Mainische Börse.

Mtlagsbörse fester.

Frankfurt a. M., 2. Dez. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend setzte die Börse zum Wochen- und Monatsbeginn in überwiegend be­festigter Haltung ein. Es lagen einige Kaufaufträge vor, auch der berufsmäßige Börsenhandel schritt zu Meinungskäufen, während Angebot kaum heraus- kam. Neben wirtschaftlichen Momenten gab vor allem die Rede Dr. Schachts zur Aktienrechts- rcform starke Anregung.

Das Geschäft am Aktienmarkt war merklich belebter, als in den letzten Tagen. Im Durchschnitt stellten sich Kurserhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. ein, die nach den ersten Notierungen teilweise noch ausgedehnt wurden. Ziemlich lebhaft waren IG- Farben mit 150 bis 150,50 (149,50). Größere Um­sätze hatten außerdem einige Montanpapiere unter Bevorzugung von Stahlverein mit 75,50 bis 76,25 (75,13), Mannesmann gewannen 1,13 v. H., Klöck­ner und Buderus lagen unverändert, nur Harpener bröckelten 0,50 v. H. ab. Von Elekttoaktien gewan­nen AEG. 0,40 v. H., Gesfürel 1 v. H. und Schuckert 0.50 v. H., RWE. und Siemens blieben behauptet, Lahmeyer gaben 0.75 v. H. nach. Im einzelnen er­öffneten Deutsche Erdöl 0,75 v. H., Aku 0.75 v. H., Daimler 0,75 v. H, Muag 0,50 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 0,50 v. H. und Reichsbank 0,50 v. H. höher, dagegen bröckelten Schiffahrtswerte um 0,25 v. H. ab.

Am Rentenmarkt hatten mexikanische An­leihen auf erneut feste Auslandskurse lebhaftes Geschäft; 5rpoz. Gold 13 (12,75), 4proz. Gold 7,85 (7,60), 5proz. innere Silber 5,80 (5,50). Ungarn Gold lagen ebenfalls höher mit 9.25 (9,10). Deutsche Anleihen lagen sehr still und zunächst ohne amtliche Notiz. Altbesitz er Ziehung etwa 111,13, also be­hauptet, sonst nannte man Kommunal-Umschuldung mit 88,75 (88,70), Zinsvergütungsscheine mit unv. 97.25. Reichsbahn-VA. waren weiter befestigt auf 123,25 (123).

In der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft recht still, da weitere Aufträge ausblieben. Die feste Grundtendenz konnte sich jedoch erhalten, auch die erhöhten Anfangsnotierungen blieben zumeist be­hauptet, nur IG.-Farben bröckelten 0,25 v. H. auf 150,25 und Reichsbank um etwa 1 v. H. auf 179 ab. Die später erst zur Notiz gekommenen Werte lagen durchweg höher, sehr fest Iunghans mit 78 (75.50), ferner Deutscher Eisenhandel 104,13 (103).

Renten blieben auch später sehr still. Sehr ruhig lagen vor allem die in den letzten Tagen lebhaften zertifizierten Dollar-Bonds. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen blieben behauptet, Liquidationspfand­briefe waren teilweise weiter gefragt und mäßig höher. Industrie-Obligationen lagen unverändert. In Mexikanern wurde das Geschäft bei behaupteten Kursen wesentlich ruhiger.

Tagesgeld etwas leichter mit 2,75 (3) v. H.

Abendbörse freundlich.

An der Abendbörse vermochte sich mangels nen­nenswerter Kundenaufträge zwar kein besonderes Geschäft zu entfalten, die feste Tendenz blieb aber erhalten. Zumeist lagen die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß gut behauptet, teilweise ergaben sich auch leichte Befestigungen von etwa 0,25 bis 0,75 vom Hundert, insbesondere für einige Elektrowerte. IG.-Farben lagen mit 150,25 unverändert. Von Montanwerten fliegen Ilse Bergbau Stamm auf 161,50 (160). Schwach tagen anderseits Kunstseide AKU. mit 51,25 bis 51 (52,65), wobei ein Schreiben der AKU.-Direktion an die holländischen Gewerk­schaften zwecks Herbeiführung einer Lohnsenkung verstimmte, da in diesem Schreiben u. a. auf die andauernd schlechten Verhältnisie auf dem Kunst­seidemarkt verwiesen wird und auch der Fortbestand des Unternehmens als bedroht erscheine, wenn keine Mittel gefunden würden, die in kurzer Zeit das finanzielle Gleichgewicht Herstellen.

Am deutschen Rentenmarkt war das Geschäft ge­ring und Kursveränderungen traten nicht ein. Von Ausländern fanden Mexikaner weitere Nachfrage, wobei sich die 5rozentige Goldrente an den erhöhten Berliner Schlußkurs von 13,60 (13) anglich, im übrigen blieben die höheren Mittagskurse behaup­tet. Von Schweizer Werten fliegen Jura-Simplon auf 149 (146).

U. a. notierten: Altbesitz 111,25, 6proz. Stahlver­ein 102,25, 6proz. Krupp 103,50, AEG.-Obl. 56 95,75, 5proz. Silber-Mexikaner 5,80, 4)^proz. Irri­gation 8, 5prozentige äußere Goldmexikaner 13,60, 4proz. Gold 8, 4proz. Rumänen 4,80, 3^proz. Iura- Simplon 149, Eommerzbank 84,25, Harpener 103, Ilse Stamm 161,50, Mannesmann 79,90, Rheinstahl stahl 103,25. Stahlverein 76,25, AKU. 51,25 bis 51, Betula 135,25, Bemberg 102,75, Zement Heidel­berg 116, Conti Gummi 158, Scheideanstalt 214,50, Deutsche Linoleum 136,50, Licht und Kraft 133,75, IG.-Farben 150,25, Gesfürel 123, Goldschmidt 104,75 Hanfwerke Füssen 84, Iunghans 78,25, Me­tallgesellschaft 110,50, RWE. 130,50, Westdeutscher Kaufhof 26,25, Reichsbahn-VA. 123,13, Hapag 16, Nordd. Lloyd 17,50.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 2. Dez. Der Getreidegroß­markt hatte zum Monatsbeginn allgemein ruhiges Geschäft. Die Nachftage für Brotgetreide, insbe­sondere für Weizen, hat etwas nachgelassen; das Angebot blieb reichlich. Futtergetreide war nicht angeboten, die RfG. gab alten Hafer zu 18,50 Mk. per 100 Kilogramm an Frankfurt ab. Am Futter­mittelmarkt erfolgten weiterhin Zuteilungen der RfG. in Trocken- und Steffenschnitzeln sowie in öl- halttgem Mischfutter mit 75 v. H. Trägern. Kleie war nicht angeboten. Das lebhafte Weizenmehlge­schäft wich am Monatsbeginn, die Nachfrage ist wieder normal, doch rechnet man im Laufe des Monats wieder mit einer Pelebung. Roggenmehl weiter sttll. Am Rauhfuttermarkt zogen die Preise für Stroh etwas an.

Es notierten (Getreide per Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W13 205,

W16 208, W 19 212, W 20 214. Roggen R 12 168, R15 171, R18 175, R19 177, Großhandelspreise her Mühlen der genannten Preisgebiete. Futter» qerste, Sommergerste für Brauzwecke 220 bis 225, Hafer. Weizenmehl W 13 28,05, W 16 28,30, W 19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R 12 22,45, R 15 22,80, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mart Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 12 10,50, Müh­lenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Mo­nopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erd­nußkuchen m. M. 18,30, Treber, Trockenschnitzel 8,80, Großhandelspreis ab Fabrikstatton, Heu 8,00 bis 8,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,40 bis 3,60, do., gebündelt 3,20 bis 3,40.

Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 2,90 bis 2,95, gelbfleischige hiesiger Gegend 2,80 bis 2,85, weiß-, rot- und blaufchalige hiesiger Gegend 2,60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug, Fracht­parität Frankfurt a. M.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.,2. Dez. Auftrieb: Rinder 820 (gegen 922 am letzten Montagsmarkt), darunter 129 Ochsen, 39 Dullen, 513 Kühe, 139 Färsen. Kälber 318 (423), Schafe 128 (85), Schweine 1938 (1849). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 43 (am 25. 11. 42), b) 43 (42), c) 4243 (42), d) 3641 (3941). Bullen a) 43 (42), b) 43 (42), c) 43 (42), d) 4142 (4142). Kühe a) 43 (42), b) 4043 (4042), c) 3239 (3139), d) 2531 (2330). Färsen a) 43 (42), b) 43 (42), c) 43 (42), d) 4143 (4042). Kälber andere a) 71 bis 76 (7376), b 6470 (6772), c) 5763 (60 bis 66), d) 4756 (5059). Stimmer und Htimmel b2) 48 (47-48), c) 4647 (4546), d) 4245 (4344). Schafe nicht notiert. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51) e) 51 (51). Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Markt- verlauf: Rinder sehr rege, ausverkauft. Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Ueberftanb: 2 Kühe.

Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 942 Viertel Rindfleisch, 60 ganze Käl- ber, 24 ganze Htimmel, 999 halbe Schweine, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 7680, c) 6876. Bullen- fleisch b) 7478. Kuhfleisch b) 6874, c) 5868. Ftirsenfleisch b) 7680, c) 6876. Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 7484. Hammelfleisch b) 9095. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren wurden nicht no­tiert Marktverlauf: ruhig.

Schwelnemarkt in Hungen.

Hungen, 2. Dez. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 267 Ferkel zum Ver­kauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 16 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 17 bis 22 Mark, 8 bis 10 Wochen alte 22 bis 24 Mark, 10 bis 13 Wochen alte 25 bis 27 Mark. Das Han­delsgeschäft verlief mittelmäßig, es verblieb lieber« stand.

Aus den preußischen Nachbargebieten.

Kreis Dehlar.

<5 Odenhausen, 2. Dez. Der hiesige Ium« und Gesangverein hatte am Samstag zu einer Feierstunde in das Gasthaus Klinke! einge­laden, um die Gedächtnistafel für die 13 im Welt­kriege gefallenen Turnbrüder feierlich zu weihen. Der Gesangverein trug einige ernste Lieder vor, die das SchauspielVerdun" umrahmten, das von den Mitgliedern der Vereine gespielt wurde. Es war ein ergreifendes Spiel, das an unseren Augen vorüberzog. Wir erlebten wieder den Heldenkampf unserer Feldgrauen und den stillen Heldenmut der deutschen Mütter, die ihre Kinder willig geopfert haben, da das Vaterland rief. Die Darsteller voll­brachten eine Leistung, wie sie wohl hier noch nicht erlebt wurde. An erster Stelle ist zu nennen Wil­helm Karber, der die Spielleitung hatte und dentoten Soldaten" erschütternd zu uns sprechen ließ. Leni B a st i a n verlieh derMutter Nolte", die ihre drei Kinder dem Vaterlande gibt, helden­hafte Größe und Opferbereitschaft. Auch die übri­gen Darsteller, wie Hanna Rink, Anna Kraft, Gottfried Fritz gaben ihr Bestes. Die deutschen Soldaten erstanden vor uns in ihrem Heldenmut, dargestellt von Wilhelm Becker, Heinrich Röhrs- heim, Willi Simen, Wilhel" Spei er, Heinrich Schneider und Adam Becker. Den französischen Soldaten spielte Karl B e ch t h o l d , den französischen Bauern, der sich nicht von seiner zerschossenen Heimat trennen kann, gab ergreifend Karl Ufer wieder. Das Spiel schloß mit der Mah­nung des toten Soldaten:Erdenpilger im Son­nenlicht vergiß die toten Soldaten nicht!" Alle An­wesenden, unter denen man besonders die Angehö­rigen unserer Gefallenen bemerkte, waren von dem Spiel tief ergriffen. Nach Schlußworten von Hein­

rich Roth und Gottfried Fritz und dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horft-Wefsel-Liedes ging man schweigend heim.

Einem Verbrechen auf die Spur gekommen?

Wetzlar, 2. Dez. (LPD.) In den ersten Tagen des April 1924 wurde eine etwa 20 Jahre alte polnische Landarbeiterin, die auf dem Hofgut Altenberg bei Wetzlar beschäftigt war, bet der Altenberger Schleuse totausderLahnge- zogen. Das Mädchen befand sich in schwangerem Zustande, und die damalige Untersuchung der Leiche ergab, daß vermutlich ein Verbrechen im Sinne des § 218 begangen worden war, an dessen Folgen das Mädchen gestorben ist. Um sich der unbequem ge­wordenen Leiche zu entledigen, ist diese dann in die Lahn geworfen worden. Auch die Möglichkeit, daß es sich um einen Mord gehandelt hat, ist nicht unerörtert geblieben. Als der Tat verdächtig wurde damals der jetzt 41 Jahre alte Johann Ermen- traut festgenommen; nach mehrmonatiger Un­tersuchungshaft wurde er aber wieder in Freiheit gesetzt, da sich nähere Anhaltspunkte für eine Be­teiligung an dem Verbrechen nicht ergaben. Jetzt, nach mehr als elf Jahren, erschien die Ehefrau Schwarzenböck aus Wetzlar bei der Wetzlarer Polizei und gab an, daß ihr Vater, der jetzt 46 Jahre alte Karl Befort, den Mord an der Landarbei­terin verübt habe. Als Zeugin nannte sie ihre Mut­ter, die Ehefrau des Karl Befort, die in Scheidung lebt. Auf Grund der stark belastenden Aussagen wurde Befort verhaftet; auch nahm die Polizei den damals bereits verdächtig gewesenen Ermen- traut wieder in Haft.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankluri a. 2)1.

Berun

Sranffuri a.M.

Berlin

(Schluß- kurS

(Schluß!. Abend« börse

(Schluß« kurs

Schluß!. Mittag- börse

Schluß­kurs

Schluß». Abend- börfe

Schluß- kurs

Schluß». Mittag- bör'e

Oatum

30-11

2.12.

30.11

2-12.

'Datum

30.11.

212-

30.11

2.12,

6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927

100,5

100,5

100,5

100,65

4% desgl. Serie II ............

_

_

_

_

4% Deutsche ReichSanl. von 1934

97,5

97,5

97,5

97,5

6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

5,75

5,75

-

5,85

67i% Dvung-Anleihe von 1930 ..

102,25

102

102

4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l913

8,25

8,25

8,5

8,45

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

AuSIos.-Rechten .............

112,75

111,25

112,4

111,4

4% Rumänische vereinh. Rente .. r-N% Anatolier ..............

4,8

39,1

4,8

38,9

4,75

39

4,85 39

4/»% Deutsche Reichspostschahan Weisungen von 1934, I.......

6% efjem.8% Hess. Bvlksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............

100

97,75

100,13

97,75

100

100,1

97,25

Ham burg-A merika-P aket .....o

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

15,75

16

15,75

26

16,13

26,4

471% ehem.8% Hessische LandeS' banl Darmstadt Gold R. 12....

96,25

96,25

96

Norddeutscher Lloyd .........0

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

17,25

86

17,5

86,5

17,4

86

17,75

86,65

67,% ehem. 4/,% (icff. Landes. Hypothekenbank DarmstadtLiaui

100,5

101

Berliner Handelsgesellschaft . .. g

Commerz, und Privat-Bank ... 0

112

84

84,25

112,5

84

112,75

84,25

47i% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverkchr. R.6

93

93

Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0

83,5

83

83,5

83

Oberhessen Provinz-Anlethe mit

Auslos.-Rechten .............

Dresdner Bank........ 0

Reichsbank ................ 12

84

179,5

84

179,25

84

179

84

179,5

Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 47i% ehem.8% Franks. Hyv.-Bank

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

113,4

96,25

113,25

96,25

113,6

113,5

AEG......................o

Bekula.................... 10

35,65

134,5

36 135,25

35,65 135

36,25

134,9

67i% ehem. 47t% Franks. Hyv.- Bank-Ligu.-Psandbrtese.......

100,85

100,9

Elektr. LteferungSgesellschaft... 6

Licht und Kraft ........... 67i

111

132,75

111 133,75

111

132,9

111

133

b7i% ehem. 4 7i% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

100,9

101

100,9

101

Selten & Guilleaume......... 4

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6

103,25

122

104

123

103,25

121,75

104,25 122,75

47i% ehem. 8% Pr. Landeöpsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19

97

97

97

97

97

Rheinische Elektrizität ........ 6

Rhein. Wests. Elektr..........6

131,5

129,65

130,5

130,5

132,25

129

131

130,5

47i% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl.Vl

97

97

97

Schuckert L Co...............4

Siemens L Halske............7

118

168,13

118,5

168

117,9

167,5

118,5

168,5

Steuergutsch.Berrechnungük. 34-38

107,7

107,7

107,7

107,7

Lahmeyer L Co..............7

121,5

120,75

122

121,25

4% Oesterreichische Goldrente....

4,20% Oesterreichische SUberrente

1,13

1,15

1,4

9,2

27

1,4

Buderus ...................4

Deutsche Erdöl ..............4

93 103,25

93,75

103,5

93 103,13

93,25

103,5

4% Ungarische Goldrente.......

9,1

9,25

9,1

Harpener...................0

103,5

103

103,25

103

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

8,9

9

9

9

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 3

82,5

82,5

82,4

82,5

47i% desgl. von 1913..........

9

9

9,1

9,2

Ilse Bergbau ...............6

160

161,5

-

160,75

5% abgest. Goldmexikaner von 99

12,75

13,6

12,65

13,6

Ilse Bergbau Genüsse........ 6

125,5

126

125,75

126

4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie l.....................

Klöcknerwerke ...............3

Mannesmann-Röhren 0

80,13

78,9

80,4

79,9

79,75

79

80,5

79,9

Frankfurt a. M.

Berlin

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 211.

Schluß­kurs

Schluß». Abend-

Schluß- kurs

Schlußk.

Mittag.

30.November

2. Dezember

Datum

30-11-

2.12.

30.11

2.12.

Amtliche Notierung

Geld | »rief

Amtliche Notierung

Geld | Brief

Mansselder Bergbau.........5

Kokswerke.................. e

Rheinische Braunkohlen .....12

Rheinstahl..................4

Vereinigte Stahlwerke........0

Otovi Minen ...............0

Kaliwerke Aschersleben.........

Kaliwerke Westeregeln........5

Kaliwerke Salzdetfurth..... 7yt

I G. Farben-Industrte.......7

Scheideanstalt...............9

Goldschmidt ................ 5

Rütgerswcrke ............... «

Metallgesellschaft..............

Philipp Hol,mann............

Zementwerk Heidelberg ...... 7

Cementwerk Karlstadt......... g

Schultheis Patzenhofer .......4

®!u (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg........ -

Zellstoff Waldhos .......... 5

Zellstoff Aschaffenburg .......0

Dessauer Gas ................

Daimler Motoren...... 0

Deutsche Linoleum........... a

Lrenslcin 8 Koppel..... .... g

Westdeutsche Kaufhof.........0

Cha de.................... /

Accumulatoren-Sabrik....... 10

Eontt-Gummi ..............g

Gritzner.................. 0

Süddeutscher Zucker........ 10

117,75

210

102 75,13 18,13

187

149,5

213 102,75 113,25 110,13

87,5 115

129

51,9 102,25

113 75,25

90,25

136

25,75

169 156,5

26,13 87,75

200

118

103,25

76,25

18,25

189

150,25

204,5

104,75

113,75

110,5

iS

129

51

102,75

113,75

75,75

91

136,5

26,25

286

169

158

26,65

88

200

117,75

113,5 210

102

75

18

127,5

120,25 188

149,65

103,25

113,4

110,5

101,5

52,4

101,5

112

75,25

126,75

90

136

76,25

25,75

286,5

168

158

27

200

118,25

114,5

212

103,25

76

18

127,5

120,25

189

150,25

105

113,5

110

i

101,65

52,65

102

114

76,5

126,75

91,25

77

25,9

286,5

158

26,9

200

Buenos ölte-.

Brüssel.....

Rio de Jan. Sosta ......

Kopenhagen. Danzig.....

London .....

Helsingsors..

Paris ......

Holland ....

Italien.....

Fapan ......

Jugoslawien

Oslo..... :

Wien.......

Lissabon.... Stockholm... Schwei, ....

Spanten....

Prag.......

Budapest ... Reuyork...

________Be

Amerstanifche Belgische Not« Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische 9 Italienische N Norwegische 9 Deutsch Leste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No

0,682 42,02 0,140 3,047 54,70 46,80 12,25 5,40 16,365 168,13

20,13 0,714 5,634 61,51 48,95

11,11

63,16 80,32 33,92 10,27

2,486

rlln,2.Dezemb Noten.......

n...........

n ..........

n ..........

oten........

oten........

oten.........

Zoten .......

rreich, ä 100 oten........

oten........

len..........

en..........

len.........

0,68 42,1 0,14 3,05 54,8 46,9 12,2

5,4 16,40 168,4

20,1 0,71 5,64 61,6 49,0

11,1

63,2 80,4 33,9

10,2

2,49

3anfno er

Schilling

len

0,682 42,05 0,140 3,047 54,75 46,80 12,26 5,40

16,37 168,25

20,13 0,714 5,634 61,56 48,95 11,12 63,21 80,33 33,93

19,265

2,486

Geld

2,438 41,91

54,56 12,225

16,32 167,83

19,46 61,40

63,04 80,15 33,57

-

0,686 42,13 0,142

3,053 54,85

46,90

12,29

5,41

16,41

168,59 20,17 0,716

5,646 61,68 49,05

11,14

63,33

80,49

33,99

10,285

2,490

Briet___

2,458 42,07 54,78

12,265

16,38

168,51

19,54

61,64

63,30 80,47

33,71