Briefmarken erzählen Geschichte
Zur Ausgabe der neuen Postwertzeichen.
Zum Tage von Bückebery gibt die Deutsche Reichspost eine neue Reihe von Wohl- fahrtsbriefmarken heraus, auf denen Bilder von den noch lebendigen alten deutschen Volkstrachten gezeigt werden. Mit dielen wie auch mit den verschiedenartigen Postwertzeichen der letzten Jahre hat die Bedeutung der Briefmarken als Ausdruck des Zeitgeschehens und der die Gegenwart bewegenden Kräfte ihre höchste Vollendung erfahren; in ihr spiegeln sich Geschichte und Kultur unseres Volkes so unmittelbar anschaulich, wie das bisher noch nicht geschehen ist.
Die kleinen bunten Marken, die erst auf eine Vergangenheit von kaum hundert Jahren zurück- blicken, erhalten immer mehr den Rang eines Dokuments, in dsm wir lesen können wie in einem Geschichtsbuch und an dem nicht nur der leidenschaftliche Sammler Interesse findet. Alle Gebiete des öffentlichen Lebens, Kunst und Wissenschaft, Technik und Wirtschaft, Sport und Erdkunde sind bereits auf Markenbildern erschienen. — Auf sämtlichen zum Erntedankfest herauskommenden Werten sind Frauenköpfe dargestellt. Die Frau hat in der Geschichte der Briefmarke keine geringe Rolle gespielt, aber noch nie ist sie so eindringlich-volkhaft verkörpert worden.
Das Thema ist jedoch, wie Mar Büttner in dem soeben im Bibliographischen Institut, Leipzig, erscheinenden Büchlein „Die Briefmarke als Welt» spieael" ausführt, bemerkenswert oft angeschlagen worden. In erster Linie mürben natürlich die Abbildungen gekrönter Häupter gewählt, wie der Maria Theresia von Oesterreich, der Viktoria von England, der Wilhelmina von Holland, der Katharina und Elisabeth von Rußland und mancher Fürstin oder Herzogin.
„Da finden sich die sinnbildlichen Köpfe der verschiedensten Göttinnen, die den Frieden, die Freiheit, die Gerechtigkeit und sonstige Tugenden zu betreuen haben. Da lächeln uns anmutige Töchter des Landes in ihren heimischen Volkstrachten entgegen, in welcher Beziehung sich besonders die Schweizer Post mit der bunten Schönheit ihrer Juventute-Wohlfahrtsmarken hervorgetan hat. Wohl die sinnvollste Ehrung hat 1935 die türkische Post der Frauenarbeit erwiesen; sie gab aus Anlaß einer Frauentagung einen langen Markensatz heraus, der den weiblichen Berufen von der Bäuerin, der Lehrerin und dem Mädchen an der Schreibmaschine bis zur Fliegerin und neuzeitlichen Polizeibeamtin Anerkennung zollt und ferner die weiblichen Träger der Nobelpreise für den Frieden, für Wissenschaft und Literatur abbildet. Daß die Frau in ihrer hohen mütterlichen Eigenschaft überall durch gemütvolle Marken verehrt morben ist, bedarf wohl iaum der Erwähnung."
Die Briefmarke ist uns in jeder Beziehung Führer durch die Weltgeschichte, und es gibt kaum eine bedeutsame Neuerung, eine Erfindung oder Entdeckung, ein großes Ereignis aber eine hervorragende Gestalt, die nicht auf ihr dargestellt worden wären. In den griechischen, persischen und italienischen Marken gewinnt der Ruhm des alten Hellas, die Macht des Persischen Reiches und der Glanz des römischen Imperiums neue Gestalt, die Entdeckungstat des Kolumbus erkennen wir auf Markenbildern Spaniens und zahlreicher amerikanischer Länder wieder, und die Fahrten des englischen Forschers James E o o k leben in den Postwertzeichen Neuseelands und Ozeaniens weiter. Der Afrikareisende Stanley, der spanische Feldherr Pizarro und der Freiheits- Held George Washington sind auf Briefmarken ebenso festgehalten worden wie der Befreier der südamerikanischen Staaten Simon Bolivar und die Seehelden Admiral de Ruyter oder Nelson.
Friedrich der Große und Hindenburg, Garibaldi und Pilsudski gehören zu den auf diese Weise überlieferten Persönlichkeiten der Geschichte. Kriegerische Ereignisse, wie der Tod Gustav Adolfs bei Lützen,' sind ebenso vertreten wie große Gestalten auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung. Kant und P i c - card, Galilei und Pasteur sind auf Briefmarken ab gebildet worden. Die Eroberung der Luft hat naturgemäß zu zahlreichen Darstellungen gereizt, und Leonardo da Vincis Flugmaschine, „Graf Zeppelins" Fahrten und Balbos Atlantik-Geschwaderflug sind Gegenstand der Briefmarkenkunst geworden.
Selbstverständlich ist auch die Technik nicht vergessen worden; der Briefmarkensammler kennt das Bild der Eisenhüttenwerke Bürbach, die Darstellung von Fultons erstem Dampfschiff auf dem Hudson und das russische Stück vom Stau- und Kraftwerk am Dnjepr. Aus der Wirtschaft und Schiffahrt gibt es Marken über die Getreideernte (Deutschland), Kaffee und Kakao (Ekuador), Fischerei (Niederlande) und über Kautschukgewinnung (Kamerun).
Auch der Sport hat auf Briefmarken zahlreiche Gestaltungen gefunden; von Ungarn ist eine Marke über den Eislauf, von Belgien eine über einen Diskuswerfer und von Oesterreich über den Schneeschuhlauf herausgebracht worden. — So haben nahezu alle Gebiete der Geschichte und des öffentlichen Lebens in der Gegenwart ihre Darstellung gefunden, und mit Recht kann man sagen, daß die Briefmarkenkunde immer mehr zu der großen Lehrmeisterin geworden ist, die uns über die wichtigsten Erscheinungen und Ereignisse unterrichtet.
C. K.
Wirtschaft.
Bhem-Mamische Börse.
Mittagsbörse: Aktien weiter schwach.
Frankfurt a. M., 2. Ott. Die Börse war bei wieder nur sehr ruhiaem Geschäft im Aktienmarkt weiter schwach, da angeblich weitere Auswandererabgaben oorgenommen wurden, denen infolge der fortbestehenden weltpolitischen Spannung keine Aufnahmeneigung gegenüberstand. Angesichts der starken Zurückhaltung blieben günstige Nachrichten aus der Wirtschaft wieder ohne Einfluß. Die durchschnittlichen Abschwächungen betrugen 1,50 v. H. Don chemischen Werten notierten IG. Farben mit 146,50 bis 146,75 bis 146,25 (148,40), Scheideanstart und Rütgerswerke büßten je 2 v. H., und Deutsche Erdöl 1 v. H. ein. Am Elektromarkt erlitten Siemens einen weiteren eMpfiMichen Rückgang mit minus 3,50 v. H., ferner verloren Schuckert und Elektrische Lieferungen je 2 v. H., AEG., Bekula, RWE. und Lahmeyer bis 2 v. H. Von Montanwerten lagen besonders Mannesmann und Rheinstahl mit je minus 1,75 v. H. schwach, im übrigen ergaben sich Verluste bis au 1 v. H. Matt lagen außerdem Conti Gummi (— 2 v. H.), Bemderg, Deutsche Linoleum und Holzmann ließen je 1,50 v. H., Muag 2 v. H., Daimler, Gement Heidelberg und AKU. bis 1 v. H. nach. Schiffahrtsaktten konnten sich behaupten, auch Reichsbank lagen mit 171 unverändert.
Arn Rentenmarkt war die Grundstimmung freundlich, das Geschäft hielt sich aber weiterhin in engen Bahnen, auch war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich. Etwas höher lagen Altbesitz, Städte. Altbesitz, während späte Schuldbuchforderungen, Wiederaufbauzuschläge, Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Umschilldung nur knapp gehalten eröffneten. Don fremden Werten ermäßigten sich 4pro» genüge Rumänen auf 5 (5,13) v. H.
Auch in der zweiten Börsenstunde schwächten sich die Kurse am Aktienmarkt nochmals um etwa 0,50 bis 1 v. H. ab, so Hoesch, AKU., Reichsbank, Moe- nus Maschinen und Gement Heidelberg. Don später notierten Werten lagen Felten mit 101 (104,25), Zellstoff Waldhof mit 107 (109) und Buderus Eisen mit 98,25 (100,40) schwach. IG. Farben schwankten zwischen 145,75 bis 146,25, Siemens wurden mit 162 (166) notiert, verloren also erneut 4 v. H.
Das Rentengeschäft blieb bei eher abbröckelnden Kursen sehr klein. Der Kassarentenmarkt wies dagegen nur minimale Veränderungen auf, gut behauptet blieben vor allem Gold- und Liquidationspfandbriefe, während Stadtanleihen keine einheitliche Haltung aufwiesen. Von fremden Werten notierten: 4 v. H. Ungarn Gold 8,90 (9), 5 v. H. innere Mexikaner 4,50 (4,65), 5 v. H. äußere Mexikaner mro. 10 v. H.
Abendbörse leicht erholt.
An der Abendbörse kam die nach unten gerichtete Bewegung der Aktienkurse zum Stillstand. Angebot lag nicht mehr vor, vielmehr zeigte sich auf der ermäßigten Basis etwas Rückkaufsneigung sowohl der Kundschaft, als auch der Börsenkreise selbst. Das Geschäft war aber ziemlich klein, da die Zurückhaltung im Zusammenhang mit der weltpolitischen Lage fortbestand. Die Berliner Schlußkurse waren größtenteils um 0,25 bis 0,50 v. H. erholt, so u. a. JG.-Farben mit 146,25 bis 146,75 (146,25), Stahlverein mit 76,40 bis 77 (76,50), Rheinstahl mit 104,13 (103,75), Schuckert mit 116,50 (115,75), Daimler mit 93,25 (92,90) und Deutsche Linoleum mit 145 (144,65).
Der Rentenmarkt lag ruhig und kaum verändert, Altbesitz vermochten sich allerdings auf 110 (109,80) zu verbessern, auch 6proz. Stahlverein-Bonds notierten mit 101,90 um 0,13 v. H. freundlicher. Don
Auslandwerten erhöhten sich 4proz. Schweizer Bundesbahn auf 186 (185,50).
11. a. notierten: Altbesitzanleihe 110, 6proz. Stahlverein 101,90, JG.-Farben-Bonds 124,25, Reichs- bahn-DA. 122,65, 5^proz. Frankf. Hyp. Bank Liquid. 100,75, Schutzgebietsanleihen 10, 4proz. SBB. 186, Eommerzbank 86,75, DD-Bank 86, Dresdner Bank 86, Reichsbank 170, Harpener 111,50, Klöckner 87,50, Hoesch 89,25, Rheinstahl 104,13, Stahloerein 76,40 bis 77, Allgemeine Kunstseide (Aku) 51. Bekula 141,50, Gonti Gummi 149,50, Daimler 93,25, Scheideanstalt 234, Deutsche Linoleum 145, Licht und Kraft 130, Gebr. Fahr 123, JG.-Farben 146,25 bis 146,75, Gesfürel 119,50, Goldschmidt 103, Hanfwerke Füssen 81, Holzmann 88,25, Junghans 82, Metallgesellschaft 101, RWE. 120,25, Schuckert 116,50, AG. für Verkehrswesen 74,50, Hapag 15.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 2. Oft. Der Getreidegroßmarkt wies nur kleines Geschäft auf, da die Mühlen im Einkauf von Brotgetreide etwas zurückhalten und bei Weizen nur kleoerreiche Sorten aufnehmen. Abschlüsse in kontingentsfreier Ware scheitern an der schwer zu überbrückenden Spannung zwischen Forderungen und Geboten. Hafer und Gersten sind nicht am Markt. Futtermittel liegen still, auch das Mehlgeschäft ist sehr klein.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W19 208, W 20 210; Roggen R 12 164, R 15 167, R18 171, R19 173, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Weizenmehl W13 27,85, w 16 28,10, W19 28,10, W20 48,45; Roggenmehl R 12 22,65, R 15 23, R 18 23,45, R 19 23,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17-10 bis 17,25; Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W13 10,65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Rvggenkleie R12 9,95, R15 10,15,
RÄ 10,40, R19 10,50, Mühlenfestpreise ab Müh- lenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20; Palmkuchen m. M. 16,80; Erdnuhkuchen m. M. 18,30; Heu 7,50.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 3. Okt. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlaae: Vorauftrieb: 34 Rinder (2 Ochsen, 7 Bullen, 23 Kühe, 2 Färsen), 617 Kälber, 145 Schafe, 105 Schweine. Es kosteten: Kälber 42 bis 70 Mark, Hämmel 32 bis 42, Schafe 33 bis 37, Schweine 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber langsam, Hümmel und Schafe lebhaft, Schweine wurden zugeteilt.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 3. Ott. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische) 11 bis 11 Vs, (inländische) Handelsklasse C 11, un- gezssichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 18 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 20 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirfische (deutsche) 38, (italie- nifche) 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45, Birnen 10 bis 25, Zwetschen 12, Nüsse 35 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40*, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
Die Jagd im Oktober.
Oktoberjagd — die Hauptjaadzeit des Jahres beginnt. Im R o tw ild revier ist die Brunft noch im Gange, um geaen Monatsmitte allmählich zu Ende zu gehen. Hirsche und Kahlwild haben Schuhzeit. Die Regelung des Abschusses durch die Kreisjägermeister hat dafür gesorgt, daß die gut veranlagten Hirsche vom Abschuß verschont bleiben, damit wir in einigen Jahren wieder einmal wirklich starke Hirsche, die das Jägerherz höher schlagen lassen, in unseren Revieren fahrten können. Neben dem Ausmerzen von schlecht veranlaaten Hirschen ist das Hauptziel des diesjährigen Abschusses eine Minderung der Kahlwildbestände, die aus Gründen der Landeskultur unbedingt erfolgen muß. Die Erlasse des Reichsjägermeisters sprechen hierin eine ganz klare Sprache. Es muß erreicht werden, daß der Abschuß an weiblichem Wild tatsächlich erfüllt wird.
Schwarzwild findet überall einen gedeckten Tisch. Das massenweise 21 uftreten von Engerlingen, über das geklagt wird, veranlaßt das Schwarzwild zum Brechen auf Wiesen und Feldern. Angesichts dieser wichtigen Tätigkeit unserer Sauen, die der Forstmann schon immer als Schädlingsbekämpfer hochgeschätzt hat, sollte der Landmann eigentlich den ihm dabei entstehenden Schaden weniger stark betonen. Die Bejagung kann zur Zeit nur zu Ein^el- strecken führen, wähsend zum Jagen mit Aussicht auf größere Strecken Schnee gehört.
Am 15. Oktober endigt die Schußzeit des Reh - d o cke s. Im Sinn des Jagdgesetzes ist ein männliches Kitz noch kein Rehbock, sondern wird es erst im nächsten Jagdjahr. Wenn also der Abschuß von Kitzen freigegeben ist, so bezieht sich dies auf männliche und weibliche Kitze. In der Abschußmeldung sind allerdings entsprechend der zu führenden amtlichen Abschußliste Bockkitze besonders aufzuführen. Denn alle Versuche, unsere Rehbestände besser zu gliedern, müssen natürlich zu einem negativen Ergebnis führen, wenn wahllos Bockkitze und weibliche Kitze geschossen, werden. Der Herbstabschuß soll vor allem die Ueberzahl weiblichen Rehwildes treffen. Wenn dabei auch Bockkitze freigegeben sind, so hat dies nur den einen Sinn, daß ausgesprochen geringe Kitze unter allen Umständen geschossen werden können, mögen sie nun männlich oder weiblich sein. Denn die Grundforderung muß vor allem sein, alles schwächliche Wild, von dem wir infolge falschen Abschusses und fehlender strenger Winter All viel haben, abzuschießen. Die Schußzeit für weibliches Rehwild ist jetzt mit 3V- Monate so lange, daß der angesetzte Abschuß durchgeführt werden kann und muß. Jagdausübungsberechtigte, die dieser Forderung nicht nachkommen, müssen damit rechnen, daß gegen sie im nächsten Jahre mit besonderen Maßnahmen eingeschritten werden wird. Es sei übrigens noch auf folgendes hingewiesen: Wenn ein Jagdausübungsberechtigter seinen Abschuß an Bocken nicht erfüllt hat, so darf er, wenn er es im Interesse feines Reviers für richtig hält, für jedes nicht geschossene männliche Stück ein weibliches strecken (siehe Vorbemerkung zum Abschußplan).
Am 1. Oktober beginnt die tiagb auf den Hasen. Es kann gar nicht dringend genug davor gewarnt
werden, zu früh mit diesem Abschuß zu beginnen. Es gibt noch außerordentlich viele geringe Hasen, die wirtschaftlich unterwertig sind. Die warme Witterung ist ferner der Verwertung der Hasen auf dem Wildmarkt auch nicht günstig. Schließlich ist eine Häsin, deren Gesäuge voller Milch ist, auch nicht nach jedermanns Geschmack. Wir müssen uns aber immer wieder vor Augen halten, daß unsere Wildbestände in der kalten Jahreszeit dazu berufen sind, den Nahrungsbedarf unseres Volkes decken zu helfen. Abschuß minderwertigen, dem Verderben ausgesetzten Wildes widerspricht daher den Volks- interessen ebensosehr, wie es im Hinblick auf die Jagdkasse eine Dummheit ist. In der zweiten Monatshälfte, wenn es kälter zu werden pflegt, setzen bann allmählich die Waldtreiben auf Hasen ein.
Die Jagd auf das Feldhuhn ist noch offen. Wenn Ende September die Hühner meist schlecht zu hatten pflegen, bann kommen gegen bie Mitte bes Oktober Tage, wo bie maufernben Hühner hatten „wie bie Klotze". Es können bann noch einmal recht gute Strecken mit sehr starken Hühnern erzielt werben.
Auch bie Fasanenjagb geht am 1. Oktober auf. Der Jäger sollte bei uns unb bem lückenhaften Fasanenbesatz nur vollkommen ausgefärbte Hähne schießen unb Hennen schonen. Wünschenswert wäre, wenn bie absolute Hennenschonung für biefes Jahr burch bie Jagbbehorben erzwungen würbe.
Die Walbschnepfe ist auf bem Zug nach ©üben. Währenb ber Frühjahrsstrich ber Schnepfe allgemein bekannt ist unb von vielen Jägern mit Leibenschaft zum Abschuß benutzt wirb, ist der Herbststrich fast unbekannt, obwohl er oft viel bessere Strecke liefert unb bazu Schnepfen, bie wesentlich besser an Wilbbret finb.
Die Mauser ber Enten ist vorüber, unser W i l b e r p e l trägt sein Prachtkleib unb ist so bem Schützen eine befonbers willkommene Beute.
Ringeltauben finb noch ba unb können geschossen werden.
Der Dachs ist feist. Seine Zahl bürste in vielen oberhessischen Revieren größer sein, als ber Nieber- jagb gut ist. Dazu kommt, daß auch verschiebentlich Wilbschäben durch Dachse aufgetreten sind. Es dürfte daher angezeigt sein, durch Graben der Baue oder Abschießen am Bau ihre Zahl zu verringern.
Der F u ch s b a l g ist noch nicht gut. Später wird der rote Schelm eine willkommene Abwechslung in bie Strecke ber Treibjagb bringen.
Während der Weidmann so im Gilb Hardt Jagd- freuben in Fülle genießen kann, muß sein Denken weitergehen, wenn er ein rechter Weidmann sein will. Rasch gehen bie schönen Herbsttage bahin, ber Winter kommt, von bem wir nicht wissen, ob er unserem Wilb nicht bittere Not bringen wirb. Drum muß alles vorbereitet werden, so daß es nur eines raschen Entschlusses bedarf, um an Schüttungen und Fütterungen dem Wild einen Tisch zu decken, den es bereits kennt und dankbar an» nehmen wird — zu des Hegers Freude.
Hubertus.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankbiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt 0.271.
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Schluß, furd
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Datum
1.10.
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110.
2.10.
8% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 5yt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Aul.-Ablos.-Schuld mit Auslos.-Rechten .............
100 96,75 100,5
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4*/,% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1.......
6% ef)em.8% Hess. BolÜstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............
4%% ehem. Hessische Landesbank
Darmstadt Gold R. 12........
6Yi% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anleihe mü Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Sammelabl. 8bu leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
V/i% ehem. 414% Franks. Hyp.- Bank.Liqu.-Dsandbriese.......
6y,% ehem. 414% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe.....
i¥i% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- vnefanstalt, Pfandbriefe R. 19 414% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briefanst., Gold Komm. O6I.VI
Steuergutsch.DerrechnungSk. 35-39
4% Oesterretchifche Goldrrnte.... 4,20% Oesterreichtsche SUberrente 4% Ungarische Goldrente .......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% vesgl. von 1913 .......
6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe i•••eeeee<eeeeee*»eeee
Jranffuri a. M
Berlin
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Datum
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5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4'/4%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische veretnh. Rente ..
2¥*% Anatolier ..............
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Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Norddeutscher Lloyd .........o
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 6
Commerz- und Prioat-Bank... O
Deutsche Bank und Dtsconto-
Gesellschaft................0
Dresdner Bank..............0
Retchsbank ................ 12
A.E.G......................0
Bekula.................... 10
Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5
Licht und Kraft ........... 6%
Felten & Guilleaume.........0
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5
Rheinische Elektrizität ........5
Rhein. Wests. Elektr..........6
Schuckert L Co...............4
Siemens L Halske............7
Lahmeyer L Co.............. 7
Buderus ....................
Deutsche Erdöl ............ 4
Gelsenkirchener..............0
15
16,4
75 110,25 87,75
87,25
87,5
171
37
142,5
110 131,25 104,25 120,5
135 120,75
118
166
126
100,4
103
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Hoesch Eisen—Köln-Neuess« .. 0
Ilse Bergbau ............... 6
Ilse Bergbau Genüsse........6
Klöcknerwerke .............
111,75
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84,36
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Frankfurt a. M.
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Datum
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1.10.
2.10.
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18,25
Kaliwerke Aschersleben.
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131,5
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130,5
129,4
Kaliwerke Westeregeln.
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103
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Kaliwerke Salzdetfurth
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Mtpp Holz mann...........O| 91 I 88,25 I 90,5 I 88,25
iementwerl Heidelberg ......S 116,25 114,5 — —
ementwerk Karlstadt......... *, 131,75 I — I —I —
Schultheis Patzenhofer .......4
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg...................O
Hellstoff Waldhos............O
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer GaS ............... 7
Daimler Motoren............0
Deutsche Linoleum...........6
Orenstein L Koppel ........— O
Westdeutsche Kaufhof.........O
Ehade................. o
Aecumulatoren-Fabrü....... 12
Eonti-Gummi ..............8
Grttzncr....................
Mainkraftwerke Höchst a,SL... Süddeutscher Liuler,nMMH
—
—
103,25
101,4
51,5
51
51,5
50,75
107
105,5
107,5
105,5
109
107
108
107,25
82
79
81,5
78,5
125,5
124
94
93,25
94
92,9
147
145
147
144,65
—
79
78,5
25,5
24,75
25
24,75
285
282
285
281,5
—
175
173
150,5
149,5
151
149,5
28,5 I 28,25
208,51 208
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. BL
Banknoten.
1 .Oktober
2.Oktober
Amtliche Dotierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Bries
Buenos «tttr
0,681
0,685
0,680
0,684
Brüssel .....
42,00
42,08
41,96
■ 42,04
Rio de Ian. .
0,139
0,141
0,139
0,141
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
54,48
54,58
54,40
54,50
Danzig.....
46,82
46,92
46,82
46,92
London .....
12,20
12,23
12,185
12,215
Helüngsor»..
5,375
5,385
5,365
5,375
Paris ......
16,375
16,415
16,375
16,415
Holland ....
168,24
168,58
168,18
168,52
Italien.....
20,30
20,34
20,30
20,34
Iavan ......
0,716
5,686
Jugoslawien.
5,664
5,676
5,674
Oslo..... :
61,26
61,38
61,18
61,30
Wien.......
48,95
49,05
48,95
49.05
Lissabon....
11,06
11,08
11,045
11,0. 5
Stockholm...
62,90
63,02
62,81
62,93
Schweiz ....
80,86
81,02
80,96
81,12
Spanien....
33,93
33,99
33,93
33,99
Prag.......
Budapest ...
10,285
10,305
10,285
10,305
Reuyork....
2,486
2,490
2,486
2,490
Berlin,2.Oktober
Geld
irlel
Amerikanische Rot«............
2,438
2,458
Belgische Noten..............
41,80
41,96
Dänische Noten ...............
54,19
54,41
Englische Noten .................
12,15
12,19
Französische Noten...............
Holländische Noten .............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling
16,325 167,76
19,46 61,02
16,385
168,44
19,54
61,26
Rumänische Noten...............
—
Schwedische Noten.............
62,64
62,90
Schweizer Noten.................
80,78
81,10
Spanische Noten.................
Ungarische Noto» ................
33,57
33,71


