Ausgabe 
3.10.1935
 
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Nr. 231 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyefsen)

Donnerstag. 3. Oktober (935

Die ganze Nation feiert auf dem Bückeberg

Die Hauptstadt.

tionen, hier gibt es

Auch heute ist. wie in den früheren Jahren, eine bis ins letzte sorgfältig durchgearbeitete Organisation am Werk gewesen, um den Riesen- aufmarsch am Bückeberg reibungslos zu ge­stalten und den hunderttausenden von Volks­genossen. die an diesem Tage des Dankes für die eingebrachte Ernte dem Führer nahe fein wollen, ihre Fahrt zu einem wirklich eindrucks­vollen Erlebnis werden zu lassen.

$en Bergen nach Osten und Süden kein Fluß das Meer erreicht, weil die sengende Sonne alles Was­ser verdunsten läßt. Da kann man wohl ermessen, daß es schon ausgezeichnet geschulter Truppen und einer glänzenden Technik bedarf, um dieses kriege­rische Volk zu besiegen. Aber die Durchschlagskraft eines modernen, technisch ausgerüsteten Heeres ist stärker als die größte Einsatzbereitschaft eines schlecht bewaffneten Volkes. Die abessinische Staats­kasse hat noch nie an Fülle gelitten, denn in nor­malen Zeiten ist der Zoll die einzige Einnahme- quelle. Anderseits ist gerade in letzter Zeit für die Bewaffnung der Bevölkerung viel getan worden. Die Schwierigkeiten der Ernährung und der Was­serbeschaffung dürften wohl von beiden Gegnern durch angeborene Anspruchslosigkeit und durch Tech- nik überwunden werden.

Schaffen in den vergangenen Monaten sein. So ist es eine Ehrenpflicht des deutschen Bauern und Landarbeiters, am 6. Oktober sich mit hundert­tausenden von Volksgenossen aller Stände auf dem Bückeberg einzufinden, um hier gmeinsam mit dem Führer das Fest der Ernte zu feiern und ihm Dank zu sagen, durch dessen Weitblick und Tatkraft das deutsche Bauerntum sich aus größter Not wie­der hat erheben können.

w a l t u n g erkenntlich ist. An Stelle ehemaliger Staats-, Minister- und sonstiger Präsidenten wie auch der früheren Minister der Weimarer Republik, läuft heute die gesamte Regierung in der Hand des Reichsstatthalters und Gauleiters zusammen. Die Regierung Hessens ist damit die denkbar ein« a chst e, das Land Hessen das erste und einzige ohne Mini st er.

Die Bevölkerung möge aus den vorstehenden eng umrissenen Angaben mit aller Deutlichkeit er­kennen, daß die Landesregierung alle Maßnahmen mit Entschlossenheit und Energie ergriffen hat, die

Das Programm für den feierlichen Staatsakt auf dem Bückeberg sieht in diesem Jahre der uns durch die kühne Tat des Führers wieder geschenkten Wehrfreiheit eine großartige Vor­führung der Wehrmacht vor. für die bereits auf dem Gelände des Bückebergs alle Vor­bereitungen getroffen worden find.

Namentlich für diejenigen Volksgenossen, die auf dem Parteitag der Freiheit in Nürnberg nicht an­wesend sein konnten und auch keine Gelegenheit

der Danakil; das allerdings mit den Somali in dauernder Fehde steht. Nur die niederste Klasse, die Shankals, sind Neger und fast durchweg Sklaven. Außer den Shankals sind die Guraggi die geplagte Volksschicht; sie sind es, die alle Arbeit zu verrichten haben, die wartend am Markte stehen, bis von trgeb- woher der RufGuraggi Guraggi Guraggi erschallt und sie in wildem Rennen ihre Dienste an­zubieten eilen. Meist sind sie auch noch Leibeigene eines Reichen und müssen ihren kümmerlichen Ver­dienst abliefern. So bleibt für sie nur etwa ein Pesa, d. h. die niedrigste Werteinheit, für den Tag übrig; armselig und zerlumpt laufen sie umher. Nachts wickeln sie sich in ihre Schaama, den Umhang, rollen sich gleich einem Hunde zusammen und schlafen in einer Ecke, wo sie keinSawania" (Polizist) erwischt. Wie froh sind sie, wenn sie das Glück haben, einmal eine feste Stellung zu bekommen. Sie sind die zu­verlässigsten Diener, die bei guter Behandlung für den Weißen durchs Feuer gehen.

Die Somali sind selbstständiger und heftiger, und wo sie zahlreicher auftreten wie in Dir6 Daoua, der abessinischen Eisenbahn-Zollstation nehmen sie dem Europäer gegenüber oft eine drohende Hal­tung an, die nicht 'selten zu Tätlichkeiten führt. Sie sind ein schöner Menschenschlag, aufrecht und wohl, gewachsen, auch mit meist vorzüglicher Schadelbil- düng. Besonders die Frauen mit ihrer angeborenen zierlichen Anmut machen auf jeden Europäer großen Eindruck. Die Somali sind Mohammedaner.

Die Amharen sind recht intelligente und meist große, gutgewachsene Menschen; ihr weibliches Schönheitsideal ist klein und rundlich.

Wie sie leben.

Die Lebensweise der Eingeborenen ist, je nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen, so verschieden wie möglich. Die armen Guraggi und Shankals leben gleich den Kulis in China von den billigsten Nahrungsmitteln des Landes, einer Wilderbsenart, die überdies noch Blausäurehaltig ist und erst durch Röhren von ihrem Gift befreit werden muß. Für

Kunst und Wissenschaft-

Hanns Iahst zum Präsidenten der Reichsfchrifttums- kammer ernannt.

Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichs- Minister Dr. Goebbels, hat den Präsidenten der Reichsschrifttumskammer Dr. Hans Friedrich Blunck mit' der Wahrnehmung der Auslands­beziehungen der Kammer beauftragt und ihn zu- gleich ehrenhalber zum Altpräsidenten der Kam- mer ernannt. Dr. Goebbels hat «taatsrat Hanns Johft, der dem Präsidialrat der Kammer seit ihrer Gründung angehört, zum Präsiden­ten der Reichsschrifttumskammer er­nannt Altpräsident Blunck wird auch weiterhin dem Präsidialrat der Reichsschrifttumskammer an- gehören. Der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, empfing den neu­ernannten Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st und besprach mit ihm aktuelle Fragen des deutschen Schrifttums. In der Unterredung betonte Reichsminister Dr. Goebbels die große Bedeutung der diesjährigen Buch- woche, die er durch eine grundlegende Rede an» läßlich der Eröffnungskundgebung in Weimar em- leiten wird. Dr. Goebbels besprach ferner mit dem Präsidenten I o h st organisatorische Fragen der Reichsschrifttumskammer und kulturpolitisch not­wendige Maßnahmen zur Förderung des deutschen Buchschaffens.

Mainzer Musikleben unter neuer Leitung.

Mit Herbstbeginn hat sich bte Stadt Mainz ver­anlaßt gesehen, die gesamten musikkulturellen Be­lange die Leitung der Oper, der Musikhochschule, die Betreuung der Symphoniekonzerte, der Schloß­konzerte, der Liedertafel usw. in einer Hand zu vereinigen. Die Leitung wurde dem Generalmusik­direktor K. Fischer übertragen, der zum Kultur- beauftragten der Stadt Mainz ernannt wurde.

Haltsergebnis zu gefährden

So glaubte man auch, daß sich der Abschluß des Haushaltsplanes von 1935 ohne große Muhe voll­ziehen ließe; allein, dem war nicht ganz. so. Die Reichsregierung konnte es im Jahre 1935 nicht mehr ermöglichen, den Ländern die Sen­kung der Grundsteuer weiter zu gewahren, und für den dem Lande bei der Sonderge- bäudesteuer entstehenden Ausfall den entspre­chenden Ersatz zu leisten. Damit entgingen dem hes­sischen Staate rund 8 Millionen Mark an Deckungs­mitteln Dieser Verlust konnte allerdings zum Teil urd) die W-hrzahlung von 4,8 Millra-

Mark Reichs st eueruberwelsungen ausgeaNchen werden. Die restlichen 3,2 Millionen mihubrinqen war nicht leicht und letzten. Endes nur -inen rücksichtslosen Willen zur Snarsamkeit zu erreichen. Die sachlichen Aus-

L so gedrosselt worden, daß eine Unter- bbreituna der bafür norgcfebmen Minimalgrenze ch -chterdings einfach unmöglich ist, was auch schon duchL äußere Bereinsachung der Vor-

Abessinien - das afrikanische Pulverfaß

Äon 3 S> Goerke

die alle angehen. Der deutsche Staatsbürger hat ein Anrecht darauf, ja darüber hinaus die Pflicht, dieses Anrecht mit einem so großen Interesse an den Belangen der Allgemeinheit zu verbinden, wie es notwendig ist,um die inneren Zusammen­hänge »einer (in diesem Falle Landes-) Verwal­tung zu erkennen. Wenn so Regierung und Volk aufrichtig miteinander verkehren und sich verstehen, wird die Giftpflanze blödsinniger Meckerei nur noch auf dem Miste dekadenter Zeit- und sonstiger Ge­nossen gedeihen können, deren Existenz von keinem Menschen mehr beachtet wird. Die nationalsozia­listische Staatsführung legt es aber grundsätzlich darauf ab, jeden anständigen Volksgenossen zum Mitarbeiter zu gewinnen. Wohl dem, daß das nationalsozialistische Regiment im Großen wie im Kleinen stets mit offenem Visier und Herzen vor die von ihm Betreuten treten kann, ist doch und wird doch das Menschenmöglichste zu Nutz und Frommen aller geschehen; so auch in Hessen, was sich anläßlich der Veröffentlichung seines Haushalt­gesetzes von 1935 ergibt.

Diese Veröffentlichung lautet an und für sich kurz und trocken, daß der hessische Haushaltsplan von 1935 in Einnahmen und Ausgaben so­wohl im ordentlichen wie im außerordentlichen Plan mit dem Betrage von insgesamt 101 531 551 Mark ausgeglichen ist. Mit wieviel Mühe und Ar­beit, besonders aber mit welcher Sparsamkeit dieser immerhin beachtliche Erfolg verbunden war, vermag nur der zu ermessen, der die b e s o n d e r 5 unglücklich gelagerten Verhältnisse Hessens im Verlauf der letzten Jahrzehnte kennt.

Sicherlich blutete ganz Deutschland an den Fol­gen des durch Verrat verlorengegangenen Krieges; wieviel mehr aber mußte dies der Fall sein bet einem Lande, das darüber hinaus noch mehr als ein Jahrzehnt dem brutalen Zugriff fremder Besatzungstruppen ausgeliefert war. 40 v. H. des Landes gehörten zum besetzten Gebiet, der Rest größtenteils zur sogenannten neutra­le n Z o n e. Die mit der Besetzung verbundene Ab­trennung eines großen Teiles des Landes vom Mutter-'und Hinterlande, zog automatisch eme Ab­drosselung von Handel, Wirtschaft und Verkehr nach sich und führte beinahe zu deren restloser Auflösung. Die katastrophalen. Fol­gen eines derartigen allgemeinen Zusammenbruches bedürfen keiner näheren Erörterung in steuer- und finanztechnischer Hinsicht. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß auf Grund dieses Tatbestcmdes Hessen ohne Zweifel am ersten und nachdrücklichsten mit dem Fluche der A r b e i t s l o s i g k e i t ge­schlagen wurde. So hat auch heute noch die Stadt Offenbach a. M. mehr als doppelt so viel Wohl­fahrtsempfänger wie zu gleicher Zeit das ganze Land Württemberg überhaupt.

Hand in Hand mit jener verhängnisvollen Ent­wicklung marschierte dazu noch eine oft verantwor­tungslose Ausgabenwirtschaft, hervorge­rufen durch Parlamentsbeschlüsse jeder Art die oar- auf hinausgingen, mit allerlei Mätzchen die Gunst des Volkes und die staatlichen Pfründen für we­nige zu erhalten, ohne bei solchen anreißerischen Be­schlüssen nach der Leistungsfähigkeit des Staates zu fragen.

Von beinahe noch größerer Bedeutung für die mcht ganz einfache Lage des hessischen Haushalts ist der um das Jahr 1920 abgeschlossene Fin anz- ausaleich, der den Staat verpslichtet, säst allem die gesamten Kosten für die Volk-schulen zu tragen und die Gemeinden nur mit einem Bruch­teile zu belasten. Die nationalsozialistische Regierung konnte auch hieran nichts mehr ändern waren doch die Gemeinden inzwischen so mit Schulden und Ver­pflichtungen beladen, daß sie weitere Zahlungen gar nicht mehr hätten auf sich nehmen können. So brachte es Hessen auf immerhin 91 Millionen Mark Schulden, denen allerdings e in »eit höheres L a n d e s v e r m ö g e n gegenubersteht.

Hält man sich diese wenigen, nur willkürlich. her­ausgegriffenen Argumente von Augen, dann haben Volk und Regierung allen Grund sich> der Tatsache zu erfreuen, daß bereits d as Jahr 193 3 seit der Inflation den ersten Abschluß ohne Fehlbetrag sah. Diese günstige Entwicklung setzte sich im Jahre 1934 fort und zwar in einem Ausmaße, daß in Einnahmen und Ausgaben -ts e r= befferungen erzielt werden konnten dergestalt, daß im Jahre 1934 noch ein 13. Monat an Ge­haltsbezügen der im Jahre 1933 infolge des so­genannten Vorrollens der Gehälter ausgefallen mar verrechnet werden konnte, ohne das Haus-

Es ist insbesondere in jeder Beziehung dafür ge­sorgt, daß auch die Leib- und Magenfrage ebenso wie die Unterkunft zu aller Zufriedenheit gelost wer­den kann. Für die Volksgenoffen, die schon in der Nacht vom 5 zum 6. Oktober mit den Sonder­ügen auf den verschiedenen Bahnhöfen um den Sückebera ankommen, werden Privat- und Massen- quartiere in ausreichender Anzahl und Güte bereit- aehalten. In Hameln und einigen Dörfern der Um­gebung werden die Volksgenossen in Schulen, Fa­briken und Scheunen untergebracht, in Tündern, Emerchal und Asferde sind große Zeltstädte errichtet worden, die so fabelhaft und gut eingerich­tet sind, daß ein bequemes und ungestör - tes Ausruhen der Sonderzugteilnehmer sicher- gestellt ist. Selbstverständlich ist auch für eine aus­reichende Verpflegung sowohl in den Quartieren als auch auf dem Festplatz Sorge getragen. Der Hilfszug Bayern wird, wie bei so vielen früheren Gelegenheiten, auch diesmal wieder ein chmackhaftes und billiges Essen bereithalten. Außer­dem werden bei den Ankunfts-Bahnhöfen und in der Nähe der Quartiere große Verpflegungs-, Wirt- fchafts. und Vergnügungszelte errichtet. Jeder Volks­genosse kann überzeugt sein, daß alles getan wird, um ihm den Aufenthalt auf dem Dückeberg, be­sonders auch während der nun einmal nicht zu ver­meidenden Wartezeit, so angenehm wie nur irgendmöglich gestaltet werden will). So wird schon während des Aufmarsches am Sonntagvor­mittag für anregende und vielseitige Unterhaltung gesorgt werden. Besonders auch die Vorführungen der Spiel- und Tanzgruppen, über die wir bereits berichtet haben, sowie Konzerte von Massenchören und Musikkorps werden den wartenden Festteilneh­mern die Zeit verkürzen helfen.

Die glühende Sonne.

Heiß scheint die Sonne im vierten Grad nörd­licher Breite; das muß jeder erleben, der sich nach Aethiopien begibt. Will man auf normalem Wege dorthin gelangen, so muh man nämlich durch das Fegefeuer des Hitzepols der Erde hindurch. 75 Grad Celsius mißt das Thermometer zur heißesten Heiti m Sonnenschein von Djibouty! Diese unbarmherzige Sonne, die bis weit in die Berge hinein unter­stützt von vollkommener Trockenheit und den fres­senden Ausdünstungen des Salzmeeres jebe Vegetation verhindert, ist der tatsächliche Grund für bas Bestehen des heute noch selbständigenschwar­zen" Kaiserreichs im Herzen des Erdteils. Als man das sagenhafte Land der Königin non Saba naher ksnnenlernte, seinen ungeheuren Reichtum, sein säst europäisches Bergklima entdeckte, interessierten sich die Großmächte dafür. Aber da war es zu spat; wegen der Rivalität der einzelnen Machte und weil das Land stets unter straffer Führung seines Herrschers stand.

' Die Eingeborenen.

Die Abessinier sind kein- Neger, sondern Farbige: Kanuten Iaphetiten und andere. Die Amhara, die den herrschenden Volksstamm bilden behaupten, die ältesten Christen zu sein. Ein Erzbischof, der sturen Wohnsitz auf dem 3200 Meter hohen heiligen Serge SouquaL hat, steht der Geistlichkeit vor Dl- G-,s - ttchkeit ist die Trägerin der meisten ,n das Privat­eben eingreifenden Amtshandlungen und ubt da- durch eine große Macht über dl- Bevölkerung aus. Allerdings hat gerade in den letzten Jahrzehnten die Miistonstätigkeit der Europäer und Amerikaner, namüalich der Adventisten, einen großen Auf­schwung genommen, weil ihr Erscheinen mit tu In- r70en Einrichtungen (Schulen, Krankenhäusern usw.) °°Di7Ämh°ren haben eigene Sprache und Schrift Neben ihnen leben Galla, Somali und Guraggi aus b mietben Raum An der Oststite des Landes bet setzt gefährdeten, lebt das sehr kriegerische Volk

einen Rennplatz Zivilisation. Auch her Guvvi befindet sich hier, er ist von fünf ringförmigen Mauern umschlossen, durch die der Besucher sich erst hindurch legitimieren muß, bevor er in den eigentlichen Palast eingeht. Es gibt dort nur eine einzige Baumart (mit Ausnahme der zehn uralten Bergwacholder und Feigenbäume), den schlanken Eucalyptus. Das Wahrzeichen aber ist die Kirche des St. Georg, des Schutzheiligen dieses Reiter- Volkes. Die Stadt heißt übrigens gar nichtAddis Abeba", wie sie von den Europäern in Nachahmung der englischen Aussprache genannt wird, sondern Adis Ähaba, d. h. neue Blume. Negus Menelik I. nannte sie fo als Nachfolgerin der alten Hauptstadt ! Harar, die im Südosten liegt und die von sich be­hauptet, die älteste Stadt Afrikas zu sein.

hatten, an den großen Herbstübungen in der Lüne­burger Heide oder der Bayrischen Ostmark teilzu­nehmen, bietet sich hier die Möglichkeit besonders auch die modernen Waffen unseres jungen Volksheeres, Tanks, Flakbatterien, schwere Artille­rie und motorisierte Truppen aller Waffengattun­gen, zu einer großartigen Schauübung vereint, kennenzulernen. Auch die Luftwaffe wird durch Geschwader von Aufklärungsflugzeugen, Kampfflugzeugen und Bombern vertreten fein. So wird sich vor den Zuschauern das packende Bild einer modernen Kampfhandlung durch das Zufam-

HeffensHaushaltsp1an193S.

HLR. Es gibt bekanntlich keine undankbarere Aufgabe als die, finanzpolitische Angelegenheiten in der Öffentlichkeit zu behandeln. Jeder einzelne von uns ist sicher mit feinen eigenen Sorgen so beladen, daß er nicht gerne auch noch mit denen des Staates belästigt fein möchte. Möge sich der Staat gefälligst allein mit dem Ausgleich seines Haushaltsplanes, feinen Zinsverpflichtungen und Schulden, und was Der schönen Sachen mehr sind, herumärgern und sich zustandigkeitshalber seinen eigenen Kopf zerbrechen, denkt wohl mancher ober gar viele Staatsbürger. Man möchte seine Ruhe haben unb damit basta!

Ist diese Auffassung auch rein menschlich zu ver­stehen, so kann sie jedoch nationalpolitisch gesehen heute nicht mehr stillschweigend hingenommen wer­den, da der Nationalsozialismus in Staat und Regierung nur ein dienendes Glied in der Kette der Gesamtheit erblickt. So steht auch die hessische Regierung auf dem Standpunkt, daß die Basis gemein­schaftlicher Zusammenarbeit zwischen Volk und Führung es geradezu verlangt, den steuerzahlenden Volksgenossen gegenüber offen und ehrlich Auskunft zu geben über Dinge,

Nur noch wenige Tage trennen uns vom Ernte­danktag, den die deutsche Nation mit ihrem Führer auf dem historischen Festplatz am Bückeberg begehen wird. Schon sind bis in die letzten Einzelheiten alle Planungen für die Sonderzüae vorbereitet, die am 5. und 6. Oktober Hunderttausende deutscher Volks­genossen aus allen Teilen des Reiches zum Bücke­berg bringen werden. Manch einer mag wohl an­gesichts dieser ungeheuren Menschenmassen, die dort am Bückeberg für wenige Stunden zusammen­strömen werden, sich gefragt haben, wie die schwie­rige Frage der Unterkunft und Verpfle­gung für fo große Menschenmassen gelöst worden ist. Die vielen Volksgenossen, die bereits in früheren Jahren den eindrucksvollen Festakt auf dem Bücke­berg miterlebt haben, werden am besten solche Be­fürchtungen vor irgend welchen Strapazen einer Fahrt zum Bückeberg zerstreuen können.

einer dauernden Gesunderhaltung berlben Guraggi ergeben nur die zahlreichen Fantasia- finanziellen Grundlagen des hessischen Volksfeste eme Aenderung und Ergänzung f^ne5 Staates dienen, sind doch gesunde Finanzen ein Küchenzettels. Dann wird rohes Fleisch gegessen, wichtiger Baustein für die Neu-Errichtung des Rei- und zwar in erftaunenerregenber Menge denn zu dies %ie Landesregierung wird auch fürderhin diesen Festen gibt es solche Kost im Gubbi, dem jedes Opfer i n' K a u f nehmen, das das Palast des Negus, frei. Dort hangen ganze Rinder- Reich in die Lage versetzt, auf dem bisher fo erfolg- hälften an überdachten Angeln, daran er steht ein reich beschrittenen Wege der Wirtschaftsbele- Topf mit Pfeffertunke die für europäische Begrife buna weiterzugehen, können doch geordnete Der- ungenießbar scharf ist In diesen Topf wird der hältnisse in Ländern und Kommunen nur durch lange Streifen Rohfleisch getan,, den man sich ab- eine umfassende Liquidation der Schäden der Der- schnitt, dann wird dieleckere Speise auf der gangenbeit auf breitester Front erzielt werden. Stelle verzehrt. Pfeffer spselt überhaupt eine große gangenyeu uui i u Rolle, besonders in der Küche der Reichen. Dieses

Gewürz ist in Anbetracht des Klimas ein unbedirlgt notwendiger Ausgleich.

In Addis Abeba, das auf großem Raume an 100 000 Einwohner beherbergt, pulst das Leben am stärksten. Von hier aus geht die einzige, die franko-äthiopische Eisenbahn in drei Tage währen­der Fahrt nach Djibouty. Hier, 2700 Meter hoch m den Bergen, ist der Sitz der ausländischen Sega- tionen, hier gibt es Hotels, ein Kaffee, ein Kino, einen Rennplatz Zivilisation. Auch der Gübbi

. Die Wirtschaft.

1 Die Stellung der Europäer ist In diesem Lande, t < - MM das erst in den letzten Jahren Anstrengungen

' 1 machte, das Mittelalter zu überwinden, das heute

1 noch ein Feudalstaat ist, ganz außergewohn ch.

"C'l Bereits durch seine weiße Haut ist man alsGstta IwF i Herr legitimiert. Immerhin gibt man dem

Weißen vorzugsweise behördlicherseits zu oer- ||H stehen, daß er nur Gast im Lande sei.

Die Erwerbszweige der Bevölkerung sind Land»

: und Diehwirtschaft, noch mittelalterlich-

primitiv sind; den Eisenpflug kennt der Aethiopier noch nicht. Die guten Wachstumsbedingungen kam- MDMMW men ihm aber zu Hilfe. Es gibt zwei Regenzeiten: die kleine, von Februar bis April, und die große von Juni bis Ende August. An Feldfrüchten wird

A vorzugsweise Gerste, Hirse, Schimbora und Weizen

angebaut, an Obst: Bananen, Zitronen, Papoia, Drangen. Seit altersher blüht die Vieh-, Pferde- unb Maultierzucht, alles sind harte und edle Tiere. Während des Erntedankfestes wstd der Führer Auch Esel und Kamele werden gezüchtet Die Pro- und Reichskanzler den 70 Jahre alten Land- vinz Kaffa ist das Ursprungsland unseres hoch- arbeiter Robert Föhrenbach aus Rötenbach tm geschätzten Getränks. Außerdem wird von Euro Schwarzwald empfangen. Obwohl Föhrenbach Halb- päern und Japanern der Baumwollbau mit großem invalide ist, ist er heute noch im Sommer und Erfolg gepflegt. Auch haben amerikanische! Winter als Tagelöhner bzw. Waldarbeiter tätig. Er päische und ;apamsche Unternehmungen Kouzessio war dreimal verheiratet und hat trotz seines kargen nen zur Ausbeutung der Bodenschätze: Glimmer

Einkommens 32 Kinder ausgezogen. und Kupfer. Gold und Silber wird von den Herren (Weltbild-M.) des Landes noch in alter Weife gewonnen.

Abessinien ist eines der wildreichsten Lander. Es

hier zum erstenmal in Erscheinung treten werden, welt. Möglichkeiten.

Der Höhepunkt des Festes ist mdesseu die @in ^nb von der dreifachen Größe Deutschlands Rede des Führers und Reichskanz- I erobern, das an seinen küstennahen Gebieten ters an die deutsche Nation und an ben erbarmungslos heiß und trocken, im Innern teil-

Vauern, dessen zähe Arbeit seinem Volke die weise schwer zugänglich, gebirgig und fteberschwan-

Nahrungsfreiheit erkämpft hat. ger ist, dürfte keine Kleinigkeit sem. Die Bevolke-

Daß der Führer f e, b st den Erntetag A^^fchätzung.we.fe^zehn Mll.anen zahtt^steht

sam mit den deutschen Bauern hier oben auf dem Mnter ihrem Negus Negiste, dem

Bückeberg begehen wird, wird Bauern und Land. 9 ) der Könige" Dazu die Tatsache, daß aus

arbeitern der schönste Lohn für ihr Muhen und 9 nächsten und Süden kein Fluß das