Ausgabe 
3.10.1935
 
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KyMäuser-Kreisverbandstagimg in Gießen

Obecheffen

>ge, schloß er mit den Eigennutz",Gott zur

Nachdruck verboten!

7 Fortsetzung

des Turnvereins Lollar wurden mit großem Beifall ausgenommen. Die Sängervereinigung Lollar (Chorleiter Meyer) erfreute mit ver­schiedenen, zum Teil mit Musikbegleitung voryetra- genen Chören. Im Schlußwort sprach der Führer der Werkschar allen Mitwirkenden herzlichen Dank

Wiedersehensfeier derFrideririaner" in Laubach.

der dortigen neuen Generalvertretung. Die Wochen aber waren von einschneidender Bedeutung für sein Leben geworden. Für das seine und noch viel mehr für das des Arztes Gerhard Diendorf und das feiner Mutter, die beide einsame, traurige Tage verbrachten, seit Wally Walb für immer fortge­gangen.

Frau Diendorf trauerte aufrichtig und still, aber in ihrem Sohn brannte die Flamme des Hasses. Er fieberte danach, zu erfahren, wer war der Mann, der ihm Glauben, Hoffnung und Liebe mit einem einzigen Schlag genommen und ihn bettelarm ge­macht an Glück?

Was sollte er ihn suchen? Er wußte ja den Na- men des Mannes nicht, der ihm Wallys Liebe ge­nommen, er wußte nicht, ob er hier in der Millio­nenstadt Berlin lebte oder anderswo.

Dessen aber war er sicher, es war der Mann gewesen, den er an Wallys frischem Hügel getrof­fen, mit dem er erregte flüchtige Worte gewechselt. Aber die Welt war riesengroß und selbst, wenn er in Berlin lebte, konnte ihm nur ein Zufall dazu verhelfen, ihm einmal zu begegnen.

Er sehnte den Zufall herbei, doch war er stch klar darüber, wie wenig Aussicht seine Sehnsucht auf Erfüllung hatte. ..

Seine Mutter beobachtete, wie er täglich schmaler wurde und wie abwesend er immer mit seinen Oe-

Landkreis Gießen.

© Lollar, 2. Oft. Die hiesige neugegründete Werkschar der Deutschen Arbeitsfront hielt einen kameradschaftlichen Abe n d ab. Die Kapelle L y n ck e r verschönte den Abend mit guter Musik. Der Führer der Werkschar, Z y m e ck, begrüßte die Teilnehmer. In bunter Folge gelangten dann verschiedene Darbietungen zum Vortrag. Der BDM. Lollar (Führerin Fr. Fink) wartete mit einiaen Volkstänzen auf. Keulenschwingen und gymnastische Hebungen einer Mädchenriege sowie Barrenturnen einer Männerriege (Turnwart Achel)

zu viel Liebe, Bettina Hochwald, für (eins von bei­den würde ich Ihnen besonderen Dank wi sen!

Jetzt aber weinte sie doch, weinte bitterlich.

10. Kapitel.

Gretels Angst wird still.

Gottesdienste am Erniedank- tag am Bückeberg.

Am Samstag, 5. Oktober, finden in dem Münster und in der INarkkirche in H a m e t n a. d. Weser um 18 Ilhr evangelische Abendfeiern statt. 3n den­selben Gotteshäusern werden am Sonntag, um 17 Uhr, Abendseiern abgehatten. Diese Feierstunden haben vor allem Gesänge und Erntedanklieder, kirchenmusikalische Darbietungen von Kirchenchören und eine kurze Ansprache zum Inhalt. Feldgottes- dienste finden am Sonntag, 6. Oktober, statt in Tündern, in Kirchohsen und in G r o h - Berkel um 7 Uhr, in Klein-Berkel und Asferde um 6.30 Uhr.

die.Lippen gesetzt hatte.

Er empfand mit fröstelndem Zusammenschauern die Wahrheit der Zeilen:

Zwischen Lipp und Kelchesrand, Schwebt der dunklen Mächte Hand!

Gretel zog ihn vorwärts.Komm, wollen ins Haus gehen, wollen die Großchens nicht so lange allein lassen."

11. Kapitel.

An den Rhein.

Ackt Tage waren seit dem Tage vergangen, an dem Bettina hier gewesen, acht stille, emformige Tage aber Hans Syden schien es eine viel längere Seit Sein seelisches Gleichgewicht kehrte allmählich Lieder und er hasste in weiteren acht Tagen so weit zu sein, daß er nach Frankfurt am Mam zu. ruckkehren konnte, zu seiner Firma, wo viel Arbeit aU3n%ün,etmo er Wally Walb kennengelernt, hatte er nur wenige Wochen zugebracht, als Helfer

Er nickte.Ja, etwas ähnliches habe ich erlebt und" Er brach ab.Laß dir daran genügen und wenn du das den Großchen andeuten willst, wäre ich dir dankbar, damit ie mich nicht auch noch mit Fragen quälen. Ich möchte im Waldschlohchen ein wenig Ruhe finden. Die Musik heute war Quälerei. ., , ,

Gretel drückte fest und zärtlich seinen Arm.

Wie konnte ich das ahnen! Ich Dummkopf glaubte, dir mit Bettinas Besuch eine Freude zu bereiten. Du warst doch immer ein großer Freund ihres Gesangs. Und sie kann wirklich viel', fuhr sie eifrig fort.Sie hat diesen Winter in Wies­baden und Mainz zu guten Zwecken mitgewirkt und bei der Gelegenheit hat sie einen glänzenden En- gagementantrag bekommen. Der Direktor eines großen Berliner Varietes wollte sie vom Fleck weg mitnehmen." m v e .

Er vergaß flüchtig die marternden Gedanken und stellte sich Bettina Hochwald auf der Bühne eines erstklassigen Variete vor.

Bettina Hochwalds Können durfte für die große Öffentlichkeit ernstlich kaum in Frage kommen.

Meinst du, Hans? Na ja, du verstehst das na- türlich besser, als wir hier, aber es ist auch gleich- gültig, Bettina trägt gar kein Verlangen nach der großen Oeffentlichkeit."

Sein Denken glitt zurück zu seinem Zusammen­treffen vorhin mit Bettina und er schämte sich, well er sich häßlich gegen sie benommen, weil er ihr wehe getan. Armes Dina - arme Bettina, sie hatte das nicht verdient. Aber wenn sie Liebe für ihn empfand, hatte er die Liebe wohl nur getötet und nur darauf war es angekommen.

Wally Walbs Schönheit ttand wieder vor ihm wie von einem funkelnden Glorienschein umgeben, mm bl-ichen Schatten wurde das Bild der schlan­ken Goldschmiedstochter. Er dachte mit inbrünstiger Sehnsucht und pochendem Herzen an das Gluck, das er so heiß begehrt und das ihm das Schicksal im letzten Augenblick aus der Hand geschlagen wie einen köstlichen Becher Weines, den er schon an

'°Es "bedrückte ihn sehr, daß die Schwester etwas gehört, was von niemand hatte gehört werden ^fJr^ächelte müde:Liebe kleine Schwester, du hast nicht alles gehört. Ich habe auch g°I°gt, ich iei ein Mörder, aber das war in ganz anderem S tint nemeint. Ungefähr so: Nimm an, du wur­dest das Hausmädchen in die Stadt schicken, recht scknell etwas für dich zu holen und sie eilt sich auch ehr achttt aber unterwegs, weil sie es gar zu ettia hat kaum darauf, was um sie herum geschieht,

>? mirh überfahren. Dann bist du natürlich Mne Mördern Ä wahr? Kein Gericht der Welt wird^dlch'zur Verantwortung ziehen, du selbst aber fn (eicht nicht über den Gedanken weg, du trAt doch die Schuld, weil du so dringend zur ^Gie^aMhn mit öerftehenben Hugen an.

Etwas ähnliches hat du also erlebt unb bas quält dich? D, jetzt verstehe ich dich, Hans, jetzt verstehe ich dich."

danken war. ~ ,

Sie riet:Verreise für einige Zeit, lieber Junge: Dr. Falk vertritt dich sicher sehr gern. Laß dir die Fühlingsluft draußen um den müden Kopf wehen. Das wird dir gut tun. Fahre an den Rhein! Fahre zu meinem alten Vetter Konrad Wilderling, der in einem der schönsten alten Rheinstädchen wohnt und vergiß ein wenig deine Kümmernis unter frohen Rheinlandmenschen. Kommst dann ruhiger, ergebener zurück, Gerhard, und arbeitsfreudiger.

Schon hatte Dr. Diendorf ein ,Nein' bereit da wa es ihm mit einem Male, als sähe er Deutsch­lands Stolz, den grünen Rheinstrom und eine ma- lerischen Ufer. Eine schwache Hoffnung blühte in ihm auf, vielleicht könne er dort ein wenig das Em- setzen vergessen, das jener Brief in ihm ausgeloft, m dem ihm Wally mitgeteilt, daß sie einen anderen Mann liebte und dem folgen wollte.

Die Mutter hob Wallys Hochzeitskleid auf wie em Heiligtum, er aber hob einen Brief auf, der feine Siebe zu Wally Walb getötet wie scharfes Gift, und der feinen Haß gegen einen für ihn namenlosen Fremden immer aufs neue erhitzte.

Er erwiderte:Dein Rat scheint mir gut, Mutter, ich werde eine Reise machen. An den Rhein. Uno will auch ein paar Tage Rast halten in dem Stadt, chen, wo dein Vetter wohnt. Ich sah ihn ja seit zehn Jahren nicht mehr."

Frau Diendorf war sehr zufrieden, weil sich ihiü Sohn so rasch mit ihrem Vorschlag ehwerftanbett erklärte, unb schon drei Tage später begleitete sie ihn an den Zug. , , iix

(Fortsetzung folgt!)

Rührige Arbeit der Alsfelder Segelflieger.

8 Alsfeld, 2. Oft Die Alsfelder Segel- flteger des hiesigen Fliegerstützpunktes sind gegenwärtig mit dem Bau einer neuen Maschine vom TypZögling" beschäftigt, die bis Mitte November start- und schulserttg sein wird. Da man auch schon mit dem Bau eines dritten Flugzeuges begonnen hat, stehen dem hiesigen Fliegerstützpunkt bis Ende des Jahres drei moderne Segel- flugmaschinen zur Verfügung, das kürzlich getaufte FlugzeugStadt Alsfeld" mit eingerechnet Die rührigen Alsfelder Segelflieger Haden damit den Beweis erbracht, daß sie eine der eifrigsten Ortsgruppen in Oberhessen sind, die in zielbewußter Arbeit für den Gedanken des deutschen Luftsports eintreten. Soweit es die Witterungsverhältnisse noch zulassen, wird noch jeden Samstag und Sonn­tag auf den Hängen vor dem Stadtwald Homberg ein reger Schulungsbetrieb durchgeführt. Nach wei­terer technischer Durchbildung der neuen Flugschüler soll der Flugbetrieb dann auf dem Müncheberg und dem Bechtelsderg, die auch größere Strecken- und Höhenflüge gestatten, fortgesetzt werden.

dacht fiel auf die seit etwa drei Wochen auf dem Hof tätige 22 Jahre alte Anna Dietrich, die schließlich auch nach mehrmaligen Kreuzverhören die Tat ein gestand. Während ihr Arbeitgeber auf dem Felde war, legte sie in der Scheuer den Brand an, warum, will sie nicht sagen. Da sie auf dem Hof gut behandelt wurde, kann die Tat nicht als Racheakt angesehen werden. Die Brandstifterin gestand aber im Verlauf der Vernehmung, daß sie bereits früher im Kreis Lauterbach einmal das Gehöft ihres Arbeitgebers angesteckt und einen Dienstknecht der Tat bezichtigt habe. Es scheint sich also bei der Dietrich um eine abgefeimte, skrupellose Verbrecherin zu handeln.

Tagung.

Oberft a. Ö. Köttschau

sagte dem Kreisführer im Auftrag des Landesver­bandsführers herzlichen Dank für seine der Kyff» Häuserbewegung geleiftete Arbeit. Der Kreis Gie­ßen sei in Kassel zahlenmäßig am stärksten ver­treten gewesen und habe den besten Eindruck hin­terlassen. Oberst Köttschau betonte, daß der Be­zirk den Kreisführer Bonhard höchst ungern scheiden sehe, und stellte sich dann selbst als der vom Bezirk bestimmte Kreisführer vor. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß ihm dieselbe Gefolgschafts­treue gehalten werden möge, wie seinem Vorgänger. 3um Schluß seiner Ansprache brachte Oberst Kött­schau ein Sieg-Heil auf den Kreisverband aus.

Kamerad Post überreichte dem scheidenden Kreis- sichrer im Auftrag des Kreisverbandes ein Geschenk. Aus der Versammlung heraus widmeten die Karne- roden Glaub (Reiskirchen) und Klein (Klein- Linden) dem scheidenden Kreisführer herzliche Worte des Dankes. Kamerad Klein begrüßte den neuen Kreisführer mit der Erinnerung an eine heitere Episode aus dem Weltkrieg.

Im Verlaufe des geschäftlichen Teiles der Ver­sammlung wurde zunächst festgestellt daß em Kreis- Unterverbandsführer und zwei Kameradschafts- führer um die Enthebung von ihren Aemtern baten. Diese Führerstellen sollen durch den neuen Kreis- führet besetzt werden. Kamerad Bonhard streifte kurz das Unterstützungswesen und forderte dazu auf, Meldungen unbedingt nur dann anzubringen, wenn tatsächliche Not vorhanden sei.

Nach einer kurzen Pause sprach der Kreispr^a- aanbaobmann Oberregierungsrat S chm i b t (Me­tzen) über die Werbetätigkeit und über die Ausgestal-

Allo mußten sie lügen. Sie erklärte:Ich hatte aar kei7e Ruhe im Waldschlößchen, mir war es, muffe ick nach Hause und da bin ich eben los- gegangen Gräfin Jutta meinte auch wenn es einen % nach Hause ziehe, solle man der inneren Stimme folgen."

Die Eltern lachten und Frau Hochwald meinte hängst doch an unserem Haus rote ne Klette. Mußt dir also mal einen Mann suchen, der dich nicht fortholt, sondern hierher ins Haus zieht.

Der Vater schmunzelte:So einen müßtest du mir bringen, der mir als Nachfolger recht ist. Einen Goldschmied, h-ndwerksecht, k-m-n bloßen G-schästsmaim/' Er wurde ernstIch bin latett eht paar Jahrhunderten der erste Goldschmied Hoch wäld der keinen Sohn und Handwerkserben hat.

Frau Käte lenkte ab, da- Thema stimmte ihren Mann meist traurig. Er beneidete alle Vater, d

tung von Veranstaltungen während des Winters. Der Kreisfechtwart Saunspach sprach über das Fechtwesen. Eine Büchsensammlung zugunsten der Kriegerwaisen erbrachte den Betrag von 21,65 RM. lieber das Versicherungswesen und über die Rück­vergütungen sprach Kamerad Schimpf (Bad-Nau­heim). Zum Schluß referierte der Kreisschiehleiter Kamerad Klein (Gießen) über das Schießwesen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich so viele Kameraden am Wettschiehen beteiligten. Dann sprach Kamerad Klein über die hohe Bedeutung des Schiehwesens im Kyffhäuserbund.

Kreis Friedberg.

-- Butzbach, 2. Okt. Im Saale desDeutschen Hauses" hielt dieOrtsgruppeder N S D A P. ihre Bersammlung erstmalig unter dem Vorsitz von Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Dr M o r - schel ab. Nach einem gemeinsamen Sieb sprach ber Ortsgruppen-Pressewart über seine Eindrücke

Sorgen um Herz und Nerven?

.. auf Kaffee Hag umstellen 1

6°M°ich°nach dem Nacktesten uerließ Bettina^di- Eltern. Sie erklärte sehr mube zu s n

froh, sich endlich aüei ,3UI%öüig zu sammeln, früh hatte sie nun, Zeit Nicht

z7°i-l °Mitl7id" sür mich lallen Sie haben und nicht

Er litt darunter, daß seine Siebe unglücklich ge­worden unb bachte nicht baran, baß auch anbere Menschen leiben könnten. Sein eigener Schmerz macht? ihn hart, nein, grausam. Denn grausami war er eben gegen sie gerne en. Aber ihre xranen waren versiegt. Mit wehem Herzen mit pochenden Sckläfen aber stolz getragenem Kopf ging fic n,J1 tt? Balb lag'der Wald hinter, ihr, fern blinkte der Rhein und ein ganz feines Dammern sank schon nieder? Abend war es, als Bettina über den alten Ritterplatz fchritt, vorüber an der riesigen stei nernen Statue mit dem breiten Schwert.

Die Eltern blickten erstaunt auf die Tochter, die in die Wohnstube hinter dem Laben trat, als m sich eben zum Nachtmahl niedergelassen. Frau Kate Hochwald legte ihrem Mann eben em leckeres Schnitzel vor. Beide hatten fragende Aug .

Bettina war in diesem Moment Zumute als müsse sie zwischen den Eltern nteberfnien und bit ten- Fragt nichts, ich bin rote zerbrochen. Ich nab einen lieb, unb roeil er es gemerkt und es ihn start, war er hart zu mir rote em böser Feind.

Aber sie wußte, das könnten die Eltern nicht verstehen und würden sie deshalb mit Fragen

Gretel hatte den Bruder überall im Hause gesucht, bann traf sie ihn dort, wo bie Mauer Park unb Walb trennte, als er zurückkam, von seinem zufäl­ligen Zusammentreffen mit Bettina Hochwald.

Er überlegte, wie er ihren Fragen begegnen sollte. Er hatte eben einem Menschen sem Unglück erzählt unb bas eine Mal genügte.

Ach, Mäbel, frag mich nicht zuviel. 3d) bm überarbeitet, eine Art Nervenzusammenbruch. Daß paßt natürlich nicht zu bem »ruber ben bu m mir siehst. Doch je ruhiger ich hier leben kann,, desto rascher kommt bas alles roieber m Drbnung.

Er faßte sie unter ben Arm, lenkte ab:Bettina Hochwald ist ja wieder heimgegangen, ich ttas sie unterwegs. Warum hast du sie nicht em Stückchen begleitet?"

Gretel begriff nicht, was er sagte.

, Das kann doch nicht möglich sein, sie wollte doch ein paar Tage hierbleiben." Sie stutzte, unterbrach sich:Aber natürlich, bu liefst, währenb sie fang, hinaus unb Großchen Seonore ebenfalls, bann ver­ließ auch ich das Zimmer und das alles zusammen mußte sie natürlich kränken." Sie zuckte die Achseln, bedauerte:Es tut mir leib, baß wir Bettina be­leidigt haben, aber sie wird wieder gut werden. Darum handelt es sich zunächst nicht, Hans, sondern um dich. Ich möchte dir helfen, denn an die Ver­arbeitung allein glaube ich nicht.

Sie 3oa ihn mit sich in einen Seitenweg des ^Sar- kes fragte plötzlich leise, aber sehr betont:Wer hat jäh unb grausig sterben müssen?

Er sah bie zierliche Schwester erschrocken an.

fiaftiq9 fuhr sie fort:Als sie gestern bem Zim- i mer verlassen hatte, hörte ich bich zu bir selbst

nen Reichspräsibenten Generalfelbmarschalls von Hindenburg unb ber Gefallenen bes Welt­krieges. Der Kreisführer erinnerte bann an bas Fronterlebnis, aus bem auch der Führer bes neuen Deutschlands herausgewachsen sei, der uns ben Glauben an Deutschland) und mit ber Schaffung der Wehrmacht auch die Ehre roiebergegeben habe. Er erinnerte ferner an die Stunden beim Reichs- triegertag in Kassel unb brachte bann ein drei­fachesSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und das Vaterland aus. Gemeinsam wurden dann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst- Wessel-Siedes gesungen.

Inzwischen traf der Bezirksverbandsführer, Oberst Köttschau, ein, ber von ber Versammlung stür- misch begrüßt würbe. Major K i n b I als Vertre­ter des Sandesverbandsführers Exzellenz Fett, überbrachte die besten Wünsche für den Verlaus ber

aU£ Londorf, 1. Okt. Am Sonntag fand in An­wesenheit von Regierungsrat Grein und Kreis- feuerwehrinspektor B o u f f i e r bie erste Inspektion ber neugegrünbeten Freiwilligen Feuer­wehr statt. Die Wehr war in ihrer neuen Uni­form angetreten und macht einen guten Einbruck. Die Exerzier- unb Geräteübung klappte vorzüglich, ebenso ber Brandangriff. Regierungsrat Grein erkannte in seiner Ansprache bie vorzüglichen Seiftungen der noch sehr jungen Wehr an unb hofft, daß die Wehr in diesem Geiste weiter ar­beite. Auch Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier fand kaum Anlaß zu einer Kritik. Er betonte noch­mals den Gedanken der Freiwilligkeit unb hob her­vor, bah nur burch größte Einsatzbereitschaft aller etwas Großes geleistet werben könne. In ber Hoffnung, baß bie Wehr im Geiste unseres großen Führers Weiterarbeiten möge, schloß er mit den WortenGemeinnutz vor Eigennutz",Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr" seine Aussuhrun- gen, bei denen er auch der guten Unterstützung von feiten des Gemeinbevorstandes gedachte.

Sauter, 2. Okt. In diesem Jahre kann der hiesige GesangvereinGermania" aus ein Zöjähriges Bestehen zurückblicken. Diese Tat- ache gab der Vereinsführung Veranlassung, den (hon lange gehegten Wunsch, eine Fahne anzuschaf­fen, in die Tat umzusetzen. Die Weihe soll mit einem großen Jubelfest, das voraussichtlich am ersten Juli-Sonntag nächsten Jahres stattfindet, vor- genommen werden. Mit bem Fest wird der San» gerkreisOhm-Lumdatal ein Wertungs- fingen veranstalten, das in ben Vormittags­stunden im Hockfchen Saale vor sich gehen wird. Vertreter vom Sängerkreis Ohm-Lumdatal waren bereits hier, um eine Besichtigung ber Sale vor- zunehmen und mit bem Dereinsführer die ersten Vorbesprechungen in bie Wege zu leiten. Da die vorhandenen Räumlichkeiten zu klein sein. werden, dürfte voraussichtlich nur ein Teil der 40 Kre'«-. vereine zum Wertungssingen nach hier kommeu. Näheres wird auf der Sängertagung des ftreih®, die in Flensungen stattfindet, besprochen werden.

Am Sonntagoormittag besuchten die Teilnehmer, deren Zahl sich im Laufe des Tages noch bedeutend vergrößerte, den von Pfarrer Wahl (Butzbach), einem früheren Laubacher Gymnasiasten, geholte- nen Gottesdienst. Die Predigt hinterließ einen tiefen Eindruck. Anschließend fand m der Aula des alten Gymnasiums eine Gefallenenehrung statt, bei der Dr. Blanck die Ansprache hielt. Das Lied vom guten Kameraden beschloß die erhebende Feier. Am Nachmittag wurde ein Spaziergang durch den Schlohpark nach dem nahegelegenen Ramsoerg unternommen ober man traf sich bei einem schonen Konzert in derTraube". Abends folgte noch em gemütliches Beisammensein imSolmser Hof mit Tanz, womit bie schön verlaufene Wiedersehens­feier ihren Abschluß fand.

Brandstifterin verhaftet.

Friedberg, 2.Okt. (LPD.) Vor einigen Ta- gen wurde bas Anwesen ber Witwe ®9- S a h m im Kreisort Schwalheim burch ein Schabe n- feuer heimgesucht, dessen Ursache sehr unklar war. Es wurde Brand st iftung vermutet. Der Ver-

3m großen Saal des katholischen Vereinshauses fand am Sonntag bie Herbsttagung bes Kysfhauser- Kreisverbanbes statt. Die Veranstaltung war gleich- zeitig eine Abschiedsfeier für ben Kreisfuhrer Kamerab Oberleutnant a. D. Bonhard. Don 78 Kameradschaften des Kreisverbandes nahmen 77 teil.

Nach einem einleitenden Musikvortrag begrüßte der

Kreisführer Kamerad Bonhard die Teilnehmer, insbesondere den Ehrenkreisvor- sitzenden Prof. Dr. Krämer und den Vertreter des Landes- unb Bezirksverbandsführers Major Kindl (Bad-Nauheim). Kamerad Bonhard be­tonte zunächst, daß er zum letzten Male als Kreis­führer den Vorsitz halte. Ueberlaftung im Beruf habe diesen Entschluß verlangt. In kurzen Worten erinnerte er an seine Tätigkeit in ber Kyffhäuser- Bewegung, ber er seit 1919 biene, unb an seine Tätigkeit als Kreisführer in Gießen seit bem Jahre 1928. Nachbem im weiteren Verlauf ber Versamm­lung sechs neue K y f f h ä u s e r f a h n e n fei­erlich geweiht worden waren, gedachte man unter den Klängen des Liedes vom guten Kame­raden in einer Minute der Andacht des verstorbe-

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92 v. H., Inheiden mit 100 o. H. seiner Kameraden. Daubringen erzielte in der Klasse 2 ben ersten Preis, Dors-Gill würbe zweiter Sieger. Selbe Ver­eine würben mit je einem Kleinkalibergewehr aus« gezeichnet. Den brüten Preis erhielt Annerob, ben vierten Staufenberg, ben fünften Leihgestern usw. Alle am Wettschießen beteiligten Vereine erhielten je ein Diplom unb etwas Munition. Kamerab Klein bat anschließend bas Schießwesen auch weiterhin zu förbern.

Kamerab Bonharb bankte bem Kreisschieh­leiter wie auch ben Dereinsschießwarten für bie geleistete Arbeit. Der Bezirksführer, Oberst Äött- schau, gab anschliehenb bie Stiftung pon zwei Wanberpreisen je für bie beftschie- ßenbe Gruppe unb ben besten Einzelschutzen des Kreisverbandes bekannt.

Mit herzlichen Worten des Dankes an alle die­jenigen Kameraden, die in uneigennütziger Weise der Sache dienten, fand der offizielle Teil der Tagung feinen Abschluß. Unterhaltung und gute Musik hielt die Kameraden noch geraume Zeit bei­sammen.

* Saubach, 1. Okt. Am Samstag unb Sonn­tag fand hier eine Wiedersehensfeier ber Sehr er und Schüler des vor 60 Jahren ge­gründeten GymnasiumsFridericianum", das im Jahre 1922 in eine Realschule umgeroanbelt wurde, statt. Eine stattliche AnzahlFrideririaner" von nah unb fern hatte sich am Samstagabend im Saale desSolmser Hofs" zusammengefunden, als Bürgermeister Högy den Kommers eröffnete und als Seiter ber Altpennäler-Dereinigung, wie auch in seiner Eigenschaft als Vertreter Der Stadt Sau­bach nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer die Besucher herzlich begrüßte. An dem Feste nahmen auch Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach sowie Prof. Dr. Wer- n e r (Darmstadt) teil, der für die ehemaligen Sehrer der Anstalt in seiner bekannten Art sinnige heitere und ernste Worte sprach. Oberschulrat Dr. S l a n cf (Kassel) gab dem Gefühl herzlichen Dankes für die einstigen Sehrer Ausdruck, die in den Schulen den Grund für «die ideale Gesinnung gelegt haben, ohne bie ein humanistisches Gymnasium nicht zu denken sei. Alte Freunde trafen sich nach vielen Jahren wieder und knüpften neue Verbindungen an. Unter heiteren und ernsten Reden und Siebern nahm der Kommers einen harmonischen Verlauf.

In ber ersten Schießklasse habe bie Krieger- kameradschaft Gießen 32 Mannschaften ge­stellt, bie nahezu 8000 Ringe erzielten. Die Sieger­mannschaft steht mit 575 Ringen an ber Spitze. Als Siegespreis würbe ihr ein Kleinkalibergewehr übermittelt. In ber zweiten Schiehklasie, in ber vor­nehmlich Sanboereine schießen, würbe eine rege Tätigkeit entfaltet. Dorf-Gill beteiligte sich mit