Ausgabe 
3.9.1935
 
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Nützung im Großen, die offenbar bedeutende Kavi- talanlagen erfordert, lohnend genug sein würde. Jetzt sind offenbar die englischen und amerikanischen Oelsachleute zu einer sehr günstigen Auffassung von dem Werte und der Erschließbarkeit der abessini­schen Oeltelder aelangt. Wenn diele Erwartungen sich erfüllen, und wenn der Streit, der um das Land selbst entbrannt ist, die wirtschaftlichen Er­schließungspläne nicht vereitelt oder hemmt, so kann der internationale Erdöl- und Treimtoffrnarkt durch das Erscheinen des abessinischen Oels wesent­lich beeinflußt werden.

Was die mineralischen Bodenschätze Abessi- niens anbetrifft, so sind diese ebenfalls bisher ganz unausgenutzt. Gold wird allerdings von den Einaeborenen in den westlich und südlich gelegenen Landesteilen gewonnen, jedoch in einem sehr pn- mitiven Verfahren durch Auswaschung des ©an- des. Die Ausbeute wird aber auf nur 135 Kilo­gramm jährlich geschätzt. Auch ist sie offenbar rückgängig; denn sie war vor zehn Jahren wohl etwa vier- bis fünfmal so groß. Die geologische Struktur des Landes läßt aber keinen Zweifel darüber, daß in dem abessinischen Bergland bei modernen Abbaumethoden große Mengen von Gold gewonnen werden können. Etwas weiter vorgeschritten ist die Erzeugung von Platin im Bezirk von Kaffa. In den Jahren 1931 bis 1933 wurden hier durchschnittlich etwa 200 Kilo­gramm Platin im Jahre gewonnen. Vielleicht ist die Platinerzeuguna am aussichtsvollsten unter den Industrien, die sich den Abbau der abessinischen Mineralschätze zur Aufgabe machen. Die euro­päischen und amerikanischen Geologen haben fer- ner an mehreren Stellen in Abessinien Eisen- u n d K u p f e r e r z e festgestellt, außerdem Stein­kohle am Tana-See, sowie an den Grenzen der benachbarten italienischen Kolonien, Braun­kohle nahe der Hauptstadt Addis-Abeba, Dia- I a n V n den schwer zugänglichen Wüstenbezir-

Mi« a 11 f a I e ebenfalls in Wüstengegenden. Bei allen diesen Funden handelt es sich nicht nur um das Maß ihrer Ergiebigkeit, sondern auch um die Ausbeutungs- und Transportmöglichkeiten. Da überall die Schaffung von Verkehrswegen die Vor­aussetzung für eine Erschließung sein würde, kann diese nur bei Vorhandensein von sehr reichen Mi­nerallägern in absehbarer Zeit lohnend werden. Rickett über das Oelvorkommen.

Waffen- und Munitionslieferungen aus dem Borschutz-

London, 2. Sept. (DNB.) Das abessinische O e l g e s ch ä f t nimmt nach wie vor das unge­schmälerte Interesse der englischen Oeffentlichkeit in

Der Bevollmächtigte der amerikanischen Gesellschaft, der Engländer Rickett, ist in Dschi­buti eingetroffen. Er äußerte sich einem Vertreter des Reuter-Büros gegenüber höchst optimi- tisch über das Oelvorkommen in Abes- inien. Er sei überzeugt, daß im Bezirk Kirkur )as Del ebensogut und reich sei wie im Irak. Es Hege in einer Tiefe von etwa 400 Meter. Eine Röh» renleitung soll es nach dem Süden leiten. Be­merkenswert ist, daß die der abessinischen Regierung in Aussicht gestellte Kaufsumme geheimge­halten wird. Einer Meldung aus Addis Abeba zufolge soll die Gesellschaft die Absicht haben, die Kaufsumme mit etwa 200 000 Pfund zu de- Vorschüssen.

Reuter behauptet in einer Meldung aus der abes- een Hauvtstadt, daß bereite Verhandlungen ie Lieferung von Gewehrem und tion bevorstehen, deren Bezahlung aus diesem Vorschuß geleistet werden soll.

Mussolini empfängt Valdo. Eingeborene Truppen aus Libyen gehen nach Östafrika.

Rom, 3. Sept. (DRB. Funkspruch.) Der italie­nische Regierungschef empfing Luftmarschall B a l b o , Den Gouverneur von Libyen, zu einer längeren Unterredung. Balbo erstattete eingehend Bericht über die Lage i n seiner Kolonie und hob hierbei die militärischen Gesichtspunkte im Hin­blick auf die Tatsache hervor, daß zahlreiche freiwillige eingeborenen Truppen nach Ostafrika verschickt werden. Diese Truppen sollen nunmehr durch Streitkräfte aus dem Mutter­land ersetzt werden.

Die Entsendung starker Eingeborenen-Truppen- Kontingente hat sich als immer zweckmäßiger er­wiesen, da sie sowohl aus klimatischen Gründen wie auf Grund ihrer langjährigen (Erfahrungen in Ko­lonialkriegen ganz besonders zur Kriegführung in Ostafrika geeignet scheinen.

Streikbewegung südafrikanischer Hafenarbeiter gegen italienischeGchiffe.

London, 2. Sept. (DRB.) Wie aus Kap­stadt berichtet wird, haben die dortigen Hafen­arbeiter sich geweigert, den italienischen DampferSabbia" mit südafrikanischem Gefrier­fleisch zu beladen, das für die italienischen Truppen in Oftafrika bestimmt ist. Der Generalrat des südafrikanischen Gewerkschaftsbun­des hat beschlossen, die Hasen- und Dockarbeiter mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unter­stützen.

Unsere Ziele sind unveränderlich."

Or. Goebbels spricht auf der Berliner Ortsgruppenleitersitzung.

Berlin, 3. Sept. (DNB.) Die am Montag­abend veranstaltete Ortsgruppenleitersitzung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Weihe von 42 neuen Ortsgruppenfahnen, die Gauleiter Dr. Goebbels im Kreise der Gauamts-, Kreis- und Ortsgruppenleiter der Reichshauptstadt voll­zog. Nachdem der stellvertretende Gauleiter Gör- l i tz e r die Veranstaltung kurz eröffnet hatte, führte

Dr. Goebbels

u. a. aus:Es gibt heute noch viele Leute, die sich vom Staate eine völlig falsche Vorstellung machen. Für sie ist der Staat der gute alte Großpapa, der ihnen nur Geschenke gibt. Sie wollen vom Staate nur Vorteile, ohne selbst eine Verantwortung zu übernehmen." Manche hielten es für eine soziale Ungerechtigkeit, daß es Fleißige und Faule, Kluge und Dumme gebe. Das sei nicht die Schuld des Nationalsozialismus, sondern eine Tatsache, mit der wir uns abfinden müssen. Wenn unter solchen Um­ständen Männer an die Führung des Staates kämen, dann nur durch Zähigkeit und Intelligenz. Die Nationalsozialisten haben sich diese Führung auch verdient, denn sie haben sie sich selbst erkämpft.

Es kann nicht zum Wohle des Volkes fein, wenn eine große Wenge durcheinander redet, sondern es ist nötig, daß eine kleine Gruppe Verantwortlicher führt und bestimmt."

Diese Grundsätze habe die Partei stets betont, zu­erst bei sich selbst erhärtet und dann automatisch auf den Staat übertragen. Bei einem 60-Millionen-Volk werde es immer Unzulängliche geben, sie bilden aber die Ausnahmen, die die Regel der Zulänglich­keit unseres Volkes bestätigen können. Von einigen wenigen Fehlern und Schwächen einzelner aber auf eine Brüchigkeit des Prinzips zu schließen, sei falsch. Das hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Nein", so betonte Dr. Goebbels,der Kern unseres Volkes und unserer Partei ist und bleibt intakt."

Der Gauleiter erinnerte an die Zwangsläufigkeit der Lage, die der Nationalsozialismus bei der Machtübernahme vorfand. Er schilderte das politi­sche Vakuum, in dem sich Deutschland infolge des 15jährigen Nichtstuns der Systemregierungen in­mitten hochgerüsteter Staaten befand, während Deutschland selbst jede Aufrüstung verboten war.

Zur Durchsetzung der Wehrfreiheit gehörte Klugheit und Wut. Das war aber die primärste Aufgabe, hinter der alle anderen zurückstehen muhten. Denn zum Schuhe unseres Aufbaues hatten wir eine Armee nötig, für ihre Aus­rüstung brauchten wir Rohstoffe. Wo sie uns fehlten, muhten wir sie unter Hintansetzung aller anderen Ausgaben beschaffen. Dabei fei noch nebenher die Wirtschaft angekurbelt und dadurch allein schon die Arbeitslosenzahl im ganzen um über 5 Millionen gesenkt worden.

Dr. Goebbels zeigte aus einem Beispiel aus der Kampfzeit den lächerlichen Kleinmut der wenigen Miesepeter von heute:Wenn uns vor 10 Jahren jemand erklärt hätte, 1935 habt Ihr die Macht, aber in diesem Sommer wird für einige Wochen das Schweinefleisch knapp sein, dann wäre uns allen das sehr recht gewesen. Was ist demgegenüber, so

fragte Dr. Goebbels, außen- und machtpolitifch ge­schehen?"

Der Minister führte als Beispiel dafür u. a. den Flottenvertrag mit England an.

Die nationalsozialistische Regierung habe gear­beitet, die Partei brauche nicht in der Defensive zu stehen, sondern müsse zur Offensive über­gehen.

Denen, die sagen, die Regierung muß handeln, ant­worte er:Warum tust du denn nichts, während wir arbeiten!" Man könne nicht für jede Kleinig­keit ein Gesetz machen, sondern nur für grundsätz­liche Fragen.

Der Gauleiter forderte die politischen Leiter auf, den Staatsfeinden, wo sie sich zeigen, entgegenzu­treten; das sei eine Frage des Entschlusses, der Be­ständigkeit und des persönlichen Mutes. Dr. Goeb­bels schloß seine einftünöige, immer wieder von stür­mischem Beifall unterbrochene Rede mit der Auf­forderung an die Berliner Nationalsozialisten, f ü r jede politische Lage bereit zu sein: Dafür brauchen wir eine intakte Partei und ein intaktes Volk.

Das Volk bleibt intakt, wenn die Partei intakt bleibt, und die Partei bleibt intakt, wenn Sie intakt bleiben."

Dann weihte der Gauleiter mit der Berliner Blutfahne, die Horst Wessel im einst roten Berliner Osten getragen, die neuen Ortsgruppenfahnen, die auf dem Nürnberger Parteitag vor ihren Ortsgrup­pen flattern werden» Dr. Goebbels schloß: Unsere Ziele sind unveränderlich. Unsere Fahnen sind ewig.

Der Führer .

an den Reichskriegsminister.

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Der Führer hat dem Reichskriegsminister, Generaloberst v. Blom­berg, Berlin, folgendes Telegramm gesandt:

Zu Ihrem 5 7 Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlich st en Wünsche, verbunden mit den aufrichtigsten Wünschen für die erfolgreiche Durchführung Ihrer großen Aufgabe und für Ihr persönliches Wohlergehen im neuen Lebensjahr.

Adolf Hitler."

Ende des deutschen Flotten­besuchs in Danzig.

Danzig, 2. Sept. (DNB.) Das deutsche Pan­zerschiffAdmiral Scheer" hat am Mon- tagnachmittag nach mehrtägigem Aufenthalt Danzig wieder verlassen. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen befand sich bis zur Reede Senatspräsident Greiser mit einer Reihe führender Danziger Persönlichkeiten an Bord. Eine riesige Menschen­menge, vor allem aber die gesamte Schuljugend, umsäumte kilometerweit grüßend und singend die Ufer des Hafenkanals.

Taufende wanderten faft eine Stunde lana am Ufer neben dem langsam fahrenden Kriegsschiff bis zur Hafenmole mit. Auf dem Wasser begleiteten Hunderte von festlich geschmückten Fahrzeugen den Admiral Scheer" bis auf die Reede, darunter mehrere mit Menschen überfüllte Ausflugsdampfer.

Das Gewimmel der Boote, Motorschiffe und Damp­fer war so stark, daß sich an der Seemole ein Un­fall ereignete, der zum Glück ohne ernstere Folgen blieb: Ein mit drei Personen besetztes Ruderboot wurde von einem Dampfer gerammt und kenterte. Da vomAdmiral Scheer" sofort Rettungsbojen ausgeworfen wurden und sich zahlreiche kleine Schiffe in der Nähe befanden, konnten alle drei Bootsinsassen gerettet werden. Allgemeine Bewun­derung erregte das Rettungsmanöver desAdmiral Scheer", dessen Besatzung auf das SignalMann über Bord" innerhalb von zwei bis drei Minuten zwei Kutter zu Wasser brachte.

Während der Ausfahrt kreuzten mehrere Flug­zeuge der Fliegerlandesgruppe Danzig über dem Panzerschiff. Der Führer der Staffel warf einen Blumenstrauß für den Kommandanten ab. Am Molenkopf stand eine Ehrenkompanie der Danziger Landespolizei. Schmetternd (lang dem Panzerschiff noch einmal das Deutschland- uno das Horst-Wessel- Lied entgegen. Die Sirenen der Begleitschiffe heul­ten auf uno letzte Heilrufe brausten vom Ufer her­über, als das Panzerschiff das offene Meer er­reichte.

FapanischerprötestinMoskau.

Tokio, 3. Sept. (DRV. Funkspruch.) Der ja­panische Botschafter in Moskau, Ohta, hat im Auftrage feiner Regierung den P r o t e ft gegen die in den Reden der japanischen Kom­munisten auf dem Moskauer Kongreß der Komintern zum Ausdruck gekommene kom­munistische Propaganda überreicht. 3n dem Protest heißt es, daß die Sowjetregierung diese Propaganda nicht nur nicht verhindert, son­

dern sogar in der Sowjetpresse veröffentlicht habe. Moskau sei für die Tätigkeit der Komintern verantwortlich und verst ohe daher gegen den japanlsch-fowjetrusfischen Ver­trag.

Die Trauerfeier in Brüssel.

Deutscher Sonderbotschafter.

Brüssel, 2. Sept. (DNB.) Der vorn Führer und Reichskanzler mit seiner Vertretung bei der Beisetzung der Königin der Belgier beauftragte Sonderbotschafter Dr. von Keller ist am Montag in Brüssel eingetroffen.

Der deutsche Geschäftsträger Dr. Bräuer hat im Namen des Führers und Reichskanzlers und der Reichsregierung zwei prächtige Kränze niedergelegt.

Trauerbeflaqgung in Berlin.

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Aus Anlaß der Bei­setzung der Königin der Belgier flaggen am Diens­tag, 3. September, die Gebäude der Präsidialkanz- lei, der Reichskanzlei, des Reichstages und fämt» licher Reichsministerien halbmast.

Leichte Verletzungen des Königs.

Brüssel, 2. Sept. (DNB.) lieber den Ge­sundheitszustand König Leopolds sind in den letzten Tagen die widersprechendsten Gerüchte verbreitet worden. Von unterrichteter Seite wird hierzu mitgeteilt, daß die Verletzungen, die der König , bei dem Unglück am Vierwaldstättersee davongetragen habe, leichter Natur seien. Da­gegen sei der König seelisch so zusammengebrochen, daß sein körperlicher Zustand darunter gelitten habe.

DerKrieg" in -er Lüneburger Heide.

Beginn -er ersten großen deutschen Herbstmanöver nach Versailles.

Celle, 2. Sept. (DNB.) Wundervolles Spät­sommerwetter liegt über der Lüneburger Heide, die vom Montag an der Schauplatz der großen Herbstübunaen des VI. Armeekorps ist. An allen für den Verkehr freigegebenen Straßen des gewaltigen Manövergeländes haben sich Schlachten­bummler in großer Zahl eingefunden.

Die Gefechlslage.

Das blaue VI. Armeekorps war feit mehreren Tagen im Süden der Lüneburger Heide vor dem zahlenmäßig überlegenen Gegner nach Norden aus­gewichen, wobei bas Korps durch seine Nachhut den Feind dauernd hinhielt, um dem Gros des Korps zur Beziehung einer rückwärtigen Stellung Deckung zu geben. Die Front, die in ziemlich grader Linie von Westen nach Osten verlief, hatte eine Breite von etwa 10 Kilometern für das blaue VI. Armee­korps. Bereits für den Sonntagabend hatte das blaue VI. Armeekorps die Zurücknahme des Haupt- teils feiner Truppen in einer weiter nördlich ge­legenen Linie befohlen. Auf diese Linie sollten bis Montagabend die Hauptkräfte zurückgezogen. fein, während im Verlauf des Montag das Vorbringen bes Feindes in den Divisionsabschnitten weiterhin verzögert werden sollte. Mit dieser Aufgabe war die blaue VI. Division beauftragt worden, die zwei Qnfanterteregimenter in vorderster Linie eingesetzt hatte und bereits im Laufe bes Vormittags die Er- kunbung ber bezogenen rückwärtigen Stellungen einleitete.

Die Stellung war durch einen kleinen Fluß, die Wiehe, gegeben, der eingeslaut wurde und dessen Uebergänge zur Zerstörung vorbereitet wurden.

Die am Feinde gebliebenen zahlenmäßig geringen Kräfte hielten mit Unterstützung der ihnen ^geteil­ten Artillerie durch geschickte Ausnutzung des Ge- ländes das feindliche Vorgehen zunächst hin, und zwar auf der Linie einiger Geländeeryöhungen, nämlich des Mühlenberges auf dem rechten Flügel der blauen Front, des Wietzer Berges, auf dem linken Flügel ber blauen Front unb bas Zwischen- gelänbe südlich ber Wietze.

Die der blauen Division zugeteilten Pioniere legten in den zahlreichen Waldstücken gut ge­tarnte Sperren.

Auf der Hauptstraße, die sich auf dem rechten Flü­gel der blauen Front in genau nördlicher Richtung etwa von Bergen nach Wietzendorf hinzieht, waren Sperrminen angelegt, deren Unschädlich­

machung durch Pioniere ber angreifenden roten Partei natürlich wesentlich zu Verzögerung des feindlichen Angriffes beitrug. Die Masse der blauen Artillerie war bereits am frühen Nachmittag hin­ter die Wietze zurückgenommen worden.

Das angreifende rote VI. Armeekorps hatte den ihm unterstellten zwei Divisionen befohlen, in ihren Abschnitten scharf nachzudrängen.

Bei Beginn der kriegsmäßigen Hebungen um 12 Uhr hatte die rote Partei bereits wieder Fühlung mit dem Feinde auf dem ganzen Frontabschnitt genommen. Der Angriff konnte jedoch infolge des Widerstandes von Blau vor allem auf den beiden Flügeln nur langsam Raum gewinnen.

(Erbitterte Kämpfe entwickelten sich bann vor allem am Mühlenberg, auf dem rechten Flügel der blauen Front. Die rote Partei wurde frühzeitig zum Ein­satz ihrer Pioniere gezwungen, um die feindlichen Sperren wegzuräumen. Durch das Vorstößen der überlegenen roten Kräfte, vornehmlich in der Mitte des Frontabschnittes, mußte Blau auch seine stark verteidigten Flügelpositionen zurücknehmen, um nicht mit Teilen seiner Nachtruppen abgeschnitten zu wer­den. Bis zum Eintritt der Dunkelheit hatte Rot das Südufer ber Wietze erreicht. Nörblich Müdens, an ber Straße Hermannsburg-Munster, war Rot in ben Walb nörblich des Brechberges eingedrungen. Die blaue Partei hatte die Wieher Brücke zerstört und mit Teilen feiner Streitkräfte eine Stellung nördlich der Wietze, die das Gebiet in weftöftlicher Richtung trennt, besetzt unb sich befehlsgemäß mit fei­nen Hauptkräften in einer rückwärtigen Stellung eingerichtet, bie durch eine Reihe von Höhen guten Ueberblick Über das Gelände gibt.

Die Front des blauen VI. Armeekorps ist am Abend des ersten Tages ziemlich gleichmäßig zu­rückgenommen worden, und paßt sich dem Lauf der Wiehe an.

Auf dem linken Flügel ist die Front nodj weiter vor­geschoben worden, bis in den rechten Flügel der roten Partei, der hier bie bemalbeten Höhen auf ber Linie Velligsen-Poitzen große Hindernisse bieten. Der Bo­gen, ben hier die Wietze beschreibt, stellt auch in die­sem Gefechtsabschnitt bie natürliche Front ber blauen Partei bar. Während der Nacht versuchen die Späh­trupps beider Seiten Fühlung mit dem Gegner zu halten. In ben frühen Morgenstunden des Dienstag wird dann wieder mit starker aufklärender Fliegertätigkeit zu rechnen fein.

Zlakmanöver her Reichslustwaffe.

Braunschweig, 2. Sept. (DNB.) Den Flak- manöDern der Reichsluftwaffe, bie im Raum zwischen Magbeburg unb Hannover mit bem Mittelpunkt in Braunschweig am Montag- früh ihren Anfang genommen haben, liegt ber Ge­baute bes Schutzes rüstungswichtiger Jnbustrien im Mobilmachungsfalle zugrunbe. Nach ber

Manöverannahme

war auf Grund einer politischen Zuspitzung zwi­schen einem Ost staat und einem West staat (Grenze: die (Elbe) am 31. August für den West­staat Fliegerbereitschaft angeorbnet worben; am 1. September war bie Mobilmachung erfolgt, unb am 2. September war für B l a u (W e st st a a t), in ber Erwartung überraschender Luftangriffe von Rot (D ft ft a a t) der Luftschutz, insbesondere für bas Peiner Walzwerk unb bie Jlseber Hütte, ange­ordnet worben. Die blaue Manöverabteilung ist ein verstärktes Regiment, aus zwei schweren Flak- abteilungen, einer leichten Flakabteilung und einer Scheinwerferabteilung zusammengesetzt, Der auch die Fliegerjagdgruppe Braunschweig unterstellt ist. Es handelt sich um die Flakabteilungen Lankwitz, Wolfenbüttel und Brandenburg, sowie um eine kombinierte Scheinwerferabteilung Stettin-Wolfen- büttel und Lankwitz. Ferner ist an der Hebung ber Flugmelbedienst mit bem Fluko (Flugwachtkom- manbo) Braunschweig beteiligt, gleichzeitig wirb in

Braunschweig unb ber weiteren Umgebung im Rahmen bes zivilen Luftschutzes eine Verbunke- lungsübung durchgeführt.

Am Montag in ben späteren Morgenstunden hat der Flakkommanbeur ben

Befehl zur Ausführung

bes oben umriffenen Auftrages gegeben. In ben Vormittagsstunden geht nun das Vorziehen und Einsetzen des Regiments vor sich. Gegenüber den üblichen Heeresmanövern ist das Bild wesent­lich anders. Zeichnet sich schon ein gutes Ma- nöoerbild des Heeres durch die Leere des Schlacht­feldes aus, fo sieht man

bei dem Einsatz der Flakartillerie zunächst einzelne Flugzeuge und dann in weilen Abständen vorgezogene Geschütze und Begleit­wagen, die ständig Deckung gegen Luftsicht suchen und sich bei jedem halt in Häuser­schuppen, unter Bäumen oder dergleichen tarnen.

Nach ber ersten Führererkunduna geht e i n i Stabsbatterie vor, die mit ihrem Nachrich­ten- unb Befehlsgerät eine Marschgeschwindigkeit von gut 40 Kilometern gegenüber einer durch­schnittlichen Geschwindigkeit der Fiatbatterie van gut 30 Kilometern entwickeln kann.

Dann folgen schnell die Meßgerät staffeln ber Batterien. Sie haben bie Stellungen für

pikante Sellerie-Suppe Vx Knolle Sellerie, 1 Eßlöffel (20 g) Butter, 2 Würfel Maggi's für 4 Personen. Königin-Suppe, auch Maggi's Familien- oder Gemüse- gebundene) Suppe sind hierfür geeignet, V/4 Liter Wasser.

Den Sellerie schälen, röaschen, auf der Gemüsereibe raspeln oder kleinschneidey und in der Butter weichdünsten. Inzwischen Maggt'S Köniain-Suppe mit lauwarmem Waffel anrühren in gut 1 Liter kochendes Wasser gießen, über den gedünsteten Sellerie geben und in 15 Minuten garkochen.