* Birklar, 2. Aug. Der 20 Jahre alte Land- wirt Karl Koch stürzte heute o om Ernte.
Oer Heichswettkampf der GA
Der vierte Kampfsonntag.
Der
5
Obecheffen
diesem
Nachdruck verboten!
18 Fortsetzung.
anz
sie daran
Wenn
Worte.
15. Kapitel.
maren, bretter
Sturm Buseck.
Sturm Sturm Sturm
Sturmbann 11/116 (Gießen).
und 7 Uhr morgens auf den S ch i e ß st ä n -
übersah sie.
Leb' wohl!"
Eine kurze Verbeugung, Marlen stand allein im Saal Mit einem wehen Blick sah sie sich um. Das war nun ihr Verlobungstag! Wie groß der Saal war — wie leer plötzlich alles erschien! Wie sinnlos die Schönheit der Blumen ringsum. Was sollten diese Blumen ihr, deren Lebensgluck für immer zerstört war? Was sollte sie mit ihrem Le- be®eorgr—UPnur°für ihn mußte sie existieren. Sie hatte ihm ihre Verlobung nicht mitgeteilt. Sie hatte es nicht übers Herz gebracht. Denn dann hätte sie ihn auch bitten müssen, herzukommen. Und für Georg hätte sie die Komödie nicht weiter, spielen können? Er kannte sie zu genau, er hatte
Sturmbann III/116.
9/116 morgens 7 Uhr in Großen-
10/116 morgens 9 Uhr in Steinbach.
12/116 morgens 11 Uhr in Lich.
11/116, 14 Uhr in Hungen
Sturmbann 1/116 (Allendorf a. d. Lda.).
Sturm 4/116 in Reiskirchen, 10-Kilometer- Gepäckmarsch mit Wäschewechsel; Marschstraße: Reiskirchen—Hattenrod—Harbach—Saasen.
Sturm 3/116 in Saasen, 10-Kilometer-Gepack- marsch mit Wäschewechsel; Marschstraße: Saasen— Queckborn—Grünb^rg.
Mit dem Gepäckmarsch des Sturmes 4/116 ist gleichzeitig eine Einsatzübung verbunden.
den an der Haardt, Kleinkaliberschießen des Sturmes 45/116 und des Reitersturmes.
Sturm 7/116 morgens 7 Uhr in Watzenborn- Steinberg Leibesübungen.
Vorbereitungen zum Grünberger Gallusmarkt.
gen. Von einer Verlosung hat man in Jahr Abstand genommen.
Landkreis Gießen.
Kreise finden wir die Vereine aus der Kasseler Gegend bis zum Westerwald. Für das Mann- schaftsschießen sind 21 Vereine für Kleinkaliber gemeldet, 3 für Wehrmann und 4 für Wehrsport. Von den Einzelschützen entfallen 83 Mann auf Kleinkaliber, 41 auf Wehrmann, 9 für Wehrsport und 5 für Pistolen. Im ganzen smd bis jetzt etwa 200 Schützen angetreten. Das Ergebnis wird sich aber noch ändern, da immer noch Meldungen einlaufen. Die Stimmung ist überall zuversichtlich.
*
Bei den Schwimmern.
Am Treffpunkt der Schwimmer, in der Müller- schen Badeanstalt, herrschte auch schon zu früher Stunde reges Leben. Wenn auch das Wasser durch die kühle Witterung der jüngsten Tage ziemlich kalt war und der Sonnenschein heute morgen ausbtteb, so ließen sich die Schwimmer doch nicht abschrecken. Leider wurden durch das kühle Wasser die Leistungen
Reichödietwart Münch.
Reichsdietwart M ü n ch spricht Sonntagfrüh 10.15 Uhr im Schützenhaus in Anwesenheit des Gau- beauftragten und der Bezirksbeauftragten bei einem Presseempfang, an dem auch die anwesenden Gaufachamtsleiter teilzunehmen haben. Der Reichs- dietwart behandelt im Auftrag des Reichssportfüh- rers das Thema „Die Neuordnung der Leibesübung im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen".
Oie Trachtengruppe in Sieben.
Mr sanden zueinander.
Vornan von Klothilde v. Stegmann.
Urh-b-rr-chtjchutz: Fünj-Türme-Berlag -all- (6.)
Tiefblau leuchtet der Lago Maggiore im sttahlen- den Frühlingsglanz. Tiefblau wölbt sich über ihn der südliche Himmel. Hoch oben auf den majestätischen Bergriesen liegt noch ein Rest funkelnden Schnees. In den Tälern aber blüht es in über» schäumender Fülle. Die Mimosenbäume senken ihre gelben Blütendolden tief herab. Der Flieder blüht in Weiß und Blau. Dor den hochstämmigen Palmen stehen die Rosen in Weiß und Rot. Die
etwas beeinträchtigt.
Das Programm des Vormittags brachte zunächst die Mehrkämpfe der Damen und Herren. Die Mehrkämpfe bestanden aus dem Schwimmen in drei Lagen (Brust-, Rücken- und Kraulschwimmen) sowie in der Ausführung von fünf verschiedenen Sprüngen Im Schwimmen waren von Damen und Herren je Schwimmart 50 Meter zurückzulegen. Im Verlauf des Kampfes am Vormittag führte gegen 10 Uhr Frl. Henkel (Marburg) vor ihren Konkurrentinnen, bei den Herren lag Werner vom Turnverein 1846 Gießen mit wenig Punktunterschied vor Meyer vom Turnverein Großen-Linden. Die Wettkämpfer nachdem sie sich an die fremden Sprung- gewöhnt hatten, sehr eifrig bei der Sache.
Leistungsübungen.
Die Leistungsübungen im Sturmbann III/116 dürften wohl das Interesse der Bevölkerung am meisten erregen, da hierbei jedem Sturm eine Aufgabe gestellt wird, die dieser zu lösen hat.
allein lassen. Am Ende seht ihr so jämmerlich aus, weil ihr euch schon seit Stunden keinen Kuß habt geben können. Na, da holt's mal nach."
„Aber Vater!"
Karla fühlte, wie unendlich peinlich die Situation für Marlen und Dietrich war. Aber Hauptmann Weckenroth zog Karla einfach mit sich fort.
„Ach was, Kinder, seid nicht so zimperlich — ich war auch einmal jung. Und wie ich mit deiner Mutter verlobt war, Karla, da hab' ich's ebenso gemacht. Da hab' ich alle Besucher zum Teufel gewünscht, um mit meiner Liebsten mal einen Augenblick allein zu fein."
Karla mußte wohl oder übel dem Vater folgen. „Wir warten unten im Wagen auf dich, Marlen". Kaum halte sich die Tür hinter Hauptmann Weckenroth und Karla geschlossen, als Dietrich sagte:
„Ich reife morgen abend nach dem Süden. Du legst wohl keinen Wert darauf, daß ich mich noch einmal offiziell verabschiede?"
Marlen schüttelte stumm den Kopf.
„Dann wollen wir es doch so halten: Du erklärst zu Hause, wir hätten jetzt schon Abschied voneinander genommen, weil wir es uns nicht zu schwer machen wollten. Also leb' wohl, Marlen. Du hörst bald von mir. Das Aufgebot ist bestellt, in vier Wochen können wir heiraten. Die nötigen Mitteilungen gehen dir zu."
Amtsgericht Gießen.
Wegen Betrugs im Rückfall wurde der E. 3-, zur Zeit in Untersuchungshaft, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte zog am 19. Dezember 1934 in Mainzlar von Haus zu Haus und verkaufte Arzneimittel, deren Heilwirkung er vorher zusicherte. In Wirklichkeit waren die Mittel vollkommen zwecklos. Lediglich die Tatsache, daß der Angeklagte aus Not handelte und den entstandenen Schaden ersetzte, veranlaßte das Ge- richt, dem Angeklagten noch einmal Milde angedeihen zu lassen.
Der L. Pf. erhielt durch Sttafbefehl eine Geld- strafe von 20 Mark, da er etwa 40 Eschenbaumchen entwendet haben sollte. In der durch den Einspruch anberaumten Hauptverhandlung konnte dem Angeklagten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit nicht nachgewiesen werden, zumal ihm der Förster die Wegnahme gestattet hatte. Er wurde fretge- sprachen. v „
In einem anderen Fall, in dem der F. R. wegen Zuwiderhandlung gegen das Naturschutzgesetz zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden ist, wurde die Strafe auf fünf Mark herabgesetzt.
Die E. Sch. wurde, wie wir bereits berichteten, wegen Diebstahls angeklagt. In der geftrigen Hauptverhandlung wurde die Entscheidung verkündet, nach der die Angeklagte zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde.
vierte Kampssonntag im Reichswettkampf der^SA. sieht folgende Kämpfe vor:
Marlens Antlitz.
Dietrichs Gesicht verstemte sofort wieder. Mar- lens Züge trugen den Ausdruck einer so tödlichen Erschöpfung, daß Hauptmann Weckenroth ganz entsetzt sagte: , r «
„Na, Kinder, was ist denn nur mit euch los? Eben habt ihr ausgesehen wie die leibhaftigen Glückspilze — und setzte wie Leute, denen alle Felle fortaeschwornrnen sind." , r. _ ,
Es ist wohl ein bißchen viel für Dietrich', fiel Karla rasch ein. ..Du weißt doch, Vater, er ist immer "°^D^he?ßt^rntt anderen Worten", lächelte Haupt- mann Weckenroth unb gab Karla einen kleinen Klaps, meine Hoffnung auf eine Flasche Rotspon, so ganz gemütlich zu vieren, E stg ist, und daß wir machen sollen daß wir ^mtommen?
,,3n der Tat, lieber Weckenroth, ich muß mich zur ^“VTannSomm’ mal, Karla." Hauptmann Weckenroch saht- sein« Tochter unter. „Dann wollen wir mal bis beiden Lieberleut« ein bißchen
Oie Jestfolge des Gemeinschaststages des 2Rf£. am Sonntag.
13 Uhr: Jeftjug.
14.15—17.00 Uhr: Gemeinschaftslag des RfL. (Volkstänze. Außballfchule. leichtathletische Entschei- düngen. Handball-, Faustball- und Fußballspiele, Staffeln).
17.10 Uhr: Militarsportliche Wettkämpfe des Infanterie-Regiments Gießen, Rlotor- und Segel- flugveranstaltung der Landesfliegergruppe Darmstadt).
17.30 Uhr: Gemeinsamer Aufmarsch, Einmarsch der Ehrenabordnungen zur Gefallenen-Ehrung.
17.45 Uhr: Festsreiübungen der Turnerinnen und Turner, Siegerehrung, AusNang.
im RfL. bekannt. Die Turner gehen gerne auf diese völkischen Fragen ein und smd alle stolz darau, daß sie mit dem Vermerk „entsprochen diese erste „Prüfung" gut bestanden haben.
Das Fechten.
Auch bas Fechten hat begonnen. Zu den Feckst- wettkäinpfen sind überraschend zahlreiche Meldungen abgegeben. 30 Teilnehmer un Florett, 2V tm Säbel, 14 Degen und 22 Fechterinnen werden sich beifte Sümpfe liefern und bis zum spaten Abend um Eichenkranz und Gaumeistertitel ringen. Im Florett weiden die bekannten Fechter Ludwig und Walter Gerhard, Gießen; Stab ein, Fulda; Mulch, Wetzlar; Wagner, Psafs, Hasper. CT. Kassel, sich erstklassige Geseihte liefern Eine Voraussage ist bei der großen Gleichmäßigkeit aller Genannten kaum möglich. Ob es dem Gaumeister SB Gerhard, Gießen, gelingt, seinen Titel zu
____ JVUll U U.) V*""--,, , , , Bf wagen ab und trug dabei timn .^lüerschenkel- bruch davon. Das Rote Kreuz in Lich verbrachte ihn nach Gießen in die Klinik. ..
4- Aus der We11erau, 2. Aug. Begünstigt durch das herrliche Sommerwetter, fdjreitet Die (Setreibernte rasch vorwärts. Korn und Gerste werden gegenwärtig eingefahren und teilweise vor- gedroschen. Ueberall sind die Dreschmaschinen in Betrieb. Oft wird nachts durchgearbeitet, da das günstige Wetter ausaenutzt werden soll. Im allgemeinen ist der Stroyertrag recht gut, die Körnerernte dagegen ist schwankend. Die Frühkartoffeln sind bereits am Absterben, die späten Sorten haben zwar recht gut angesetzt, jedoch ist in der Knollenentwicklung infolge der großen Trockenheit ein Stillstand eingetreten. Die Kleeschläge treiben nicht aus, Futtermangel macht sich gegenwärtig schon bemerkbar. Die O d st a u s s i ch t e n sind gering; nur Goldparmäne versprechen eine Mittelernte. Das Grummetgras der Wiesen bedarf dringend eines kräftigen Regens, sonst ist kaum mit einem
Teppichbeete an der großen Promenade von Locarno, die sich am Meere hinzieht, erstrahlen in bunten Farben. Fröhliche Menschen wandeln am Ufer entlang, Fremde in Reiseanzügen und leichten Kleidern, Tessiner Frauen mit dunklen, schönen Gesichtern, bunte Kopftücher auf dem schwarzen Haar. Die ganze Stadt sieht immer wie feiertäglich aus. Das macht der Frühling, die Sonne, das leuchtende Meer, die Flülle der Blumen.
Die Hotels haben ihre Fenster weit geöffnet. Auf den großen ©teinterraffen mit den bunten Korbsesseln sitzen plaudernde Menschen bet dem leichten Tessiner Wein und genießen die Schönheit der Welt.
Auch der Sanotoriumgarten des großen deutschen Sanatoriums inmitten der blühenden Bäume und Büsche ist von fröhlichen Menschen erfüllt.
Ein Herr in dunklem Anzug, den Zylinder in der Hand, kommt eiligen Schrittes aus dem Portal.
„Na, Herr Doktor Langisser, wohin denn so eilig?" fragt einer der Patienten.
„Geheimnis, Herr von Birkow. Aber heute mittag werden Sie's erfahren."
„Was hat denn der Doktor?" fragt Birkow einen Sanatoriumsgenosfen und sieht ßanggiffer nach. „Der sieht ja so feierlich aus wie zu einer Hochzeit. Und Graf Veltheim ist, ebenso feierlich angetan, im Auto fortgefahren."
„Na, wir werden's ja sehen", meint der Angeredete und schließt sich Birkow zu einem kleinen Spaziergang an.
Zu gleicher Zeit steht Marlen Korda m dem Hotelzimmer des Hotels „Englischer Hof" vor dem hohen Spiegel. Die neu engagierte Zofe halt ihr den lichtgrünen Tuchmantel mit dem weißen Hermelinkrägelchen hin. . „ , . r.
„Schon sehen gnädiges Fräulein aus, sagt sie und mustert entzückt die junge Herrin.
Der Spiegel gab das Bild Marlens zurück. Ihre «, ebenmäßige Gestalt in dem eng anüegen- eid von weichem, lichtgrunem Wollstoff — es war ganz in schmale Biesen abgenaht und hatte einen kleinen, runden Einsatz von glänzend weißer Seide, der in einem hohen Kragen mit einer «einen Seidenkrawatte in Weiß und Grün mj&itef. Die zarte Blondheit Marlens wurde b'tffd) dieses glänzende Weiß noch zarter und strahlender.
„Erst die Kappe, Gretchen", sa-gte sie freundlich und setzte das grüne Käppchen aus gerippter Seide schräg auf das blonde Haar. Dann ließ sie sich den Mantel umgeben. Er war aus der gleichen schwe- . ren, mattgrünen Ripsseide gearbeitet unb mit mei- i ßer, glänzender Seide abgefüttert. Dreiviertellang, i ließ er einen Teil des Rockes sehen, unter dem bie i silbergrauen Wildlederschuhe und der graue Strumpf i elegant hervorkamen.
i „Nein, zu schön sehen gnädiges Fräulein aus — • richtig wie eine glückliche Braut", beteuerte bie [ junge Zofe. „Nun muß ch nur ben Blumentuff : noch anstecken." (Fortsetzung folgt.)
Heute gegen 9 Uhr traf der Trachtenzug hier ein der bei dem Volksstück des Heimatbichters Gq. Heß heute abend in der Volkshalle mitwirken wird. Mädchen unb Burschen aus verschiedenen Gegenden des Hessenlandes fanden sich zusammen, die aus dem Biedenkopfer Kreis von Dexbach, Wallau, Buchenau mit ihren hellen kleidsamen Trachten, aus dem Katzenberg, die hier schon bekannten Erks- dorfer und Schützer, aber auch Mädchen aus der Rhön und dem Odenwald. Vom Bahnhof aus marschierten sie unter Führung des Heimatdichters Gg. Heß und unter Vorantritt einer SA.-Musikkapelle durch die Straßen der Stadt zum Landgraf-Philipp- Platz, freudig begrüßt von der Bürgerschaft. Der Arbeitsdienst bildete den Beschluß des Zuges.
Verbilligte Fahrt auf der Gießener Straßenbahn.
Auf die Festkarten unb Dauerkarten wirb für bie Dauer bes Festes eine verbilligte Fahrkarte in der Geschäftsstelle des Finanzausschusses (Hotel Lenz am Bahnhof) ausgegeben. Die Karte, die zu beliebig häufiger Fahrt benutzt werden kann, kostet 1 Mark.
mußte.
* Mainzlar, 3. August. Gestern nachmittag spielten hier mehrere Kinder an einer Treppe, die in einem Neubau aufgestellt werden soll. Dabei stürzte die Treppe um und traf die 3 Jahre alte Martha Pfaff, Tochter eines hiesigen Arbeiters, so unglücklich am Hinter- köpf, daß bas bebauernsroerte Kinb mit schwe- ren Verletzungen vom Roten Kreuz in Gießen der dortigen Chirurgischen Klinik zugeführt
* Bersrod, 3. Aug. Gestern ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Dem 69 Jahre alten Landwirt Wilh. Hammel schlua beim Einfahren der Frucht eine Wagendeichsel so stark gegen den Leib, daß der bedauernswerte Mann in der letzten Nacht mit schweren inneren Verletzungen von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden
im Auto auf mich." m
„Na, sind Sie jetzt zufrieden, kleines Brautchen? fragte Hauptmann Weckenroth, als Marlen, in ihren Fehpelz gehüllt, zu ihm ins Auto schlüpfte.
Mit klangloser Stimme antwortete Marlen: „Ja,- ich bin zufrieden!"
Dann fetzte sie sich in die Ecke des Autos und schloß die Augen. . „ . ,
Karla nahm im Schutze der Dunkelheit Marlens Hand und hiett sie fest, bis sie daheim angelangt waren. Auch Hauptmann Weckenroth hatte die Augen geschlossen und schlief. Marlen war glücklich, daß sie nicht zu sprechen brauchte. Daheim verabschiedete sie sich schnell von Karla unb verschwand in ihrem Zimmer.
Karla hielt sie nicht zuruck. Sie wußte, das größte Leid hat wie die größte Freude kerne
Ertrag zu rechnen. _ _ , ,, ...
j) Hungen, 2. Aug. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde der zum Beigeordneten ernannte Gastwirt Fritz Kohl- tz e y e r von dem Bürgermeister verpflichtet und m fein Amt ein geführt.
)-( Sleinheim, 2. August. Wie berichtet fuhr vor einiger Zeit ein mit Pflastersteinen beladenes Lastauto an der abfallenden Kurve des Muhlweges nach Trais-Horloff zu in die hiesige S ch a f - Herde, die gerade die Straße überqueren wollte. Dabei wurden 18 Schafe auf der Stelle getötet, 2 Stück muhten notgefchlachtet werden. Der hütende Schäfer K. Hofmann, der den Wagenführer auf die drohende Gefahr aufmerksam machte, konnte sich im letzten Augenblick noch retten. Obwohl der für den Schaden haftende Lastwagenbesitzer zweimal durch die hiesige Bürgermeisterei zur gütlichen Regelung des Schadens aufgefordert worden war, ließ er die Gemeindeverwaltung ohne Antwort. Gestern abend nun fand im Rathaus eine Versammlung der geschädigten Schafhalter statt, bei der Bürgermeister Schmidt die Rechtsverhältnisse klarlegte und den Schriftwechsel bekanntgab. Die Abschätzung der getöteten Tiere, zum Teil hochwertige Muttertiere, wurde durch eine Sachverständigenkommission vorgenommen. Es wurde beschlosfen, den Rechtsweg zu beschreiten.
2Iber Marlen schien übermenschliche Kräfte zu haben, ebenso wie Dietrich. Kein Maisch hier konnte ahnen, was für eine Tragödie sich im Herzen dieser beiden Menschen abwickelte. Mit gleich- mutiger Freundlichkeit begrüßte Dietrich Beltheim jeden der (Säfte. Mit strahlendem Lächeln neigte Marlen den Kopf, wenn immer neue Menschen ihr vorgestellt wurden, wenn die Herren ihr die Hand küßten, die Damen ihr herzlich Gluck wünschten. „ . , „
Mit strahlendem Lächeln ging sie dann neben ihrem Verlobten zur Festtafel, Die in dem großen Saal aufgebaut war.
Ein allgemeines Ah! des Entzückens ging durch den Raum, als man diese Tafel sah- Ae war ganz in Weiß unb Lichtblau gehalten. Lichtblaue Lander zogen sich über das kostbare Damasttlschtuch, Tupf von Vergißmeinnicht und lichtblauen Zwerghyazinthen waren anmutig auf dem Iifcf) Dertei^t- Dazwischen schimmerten das kostbare Kristall und das alte Porzellan des Hauses Veltheim. Bald entspann sich eine fröhliche Feststimmung, allerlei Festreden wurden gehalten. Und immer wieder erhob Marlen grüßend ihr Glas, wenn irgendeiner der Anwesenden ihr zutrinken wollte.
Als die Gäste spätabends Schloß Veltheim ver- ließen, sprach man von nichts anderem als Dem Glück des jungen Paares. ,
Sowie aber der letzte Besucher bas Schloß verlassen hatte, fiel bie Maske von Dietrichs und
hinter ihrer lächelnden Miene die Verzweiflung gesehen. Sie wollte ihm erst nach ihrer Verheiratung von dem Wandel in ihrem Geschick Mitteilung machen. Aber sie konnte ihm ja jetzt noch Geld schicken, heimlich, ohne daß er wußte, von wem es kam. Die Summe, die Dietrich ihr zur Verfügung gestellt, war so groß, daß sie sie nicht im entferntesten verbrauchen konnte.
Ob sie von dem Geld wohl nehmen durfte? Aber ehe Georg verhungerte, lieber wollte sie es tun. Daß sie ihm helfen konnte, war der einzige schwache Trost in all dem Unglück. Sie sah sein Gesicht vor sich, wenn er die Geldanweisung bekam. Das ungläubige Staunen, die Freude. Sie sah, wie er heruntereilte in die Läden, sich etwas zu essen holte. Wie feine Dachkammer warm wurde, wie er vielleicht ein behagliches Zimmer sich mieten konnte. Und ein leises Lächeln der Freude glitt über ihr Gesicht. Für einen Augenblick hatte sie Zeit und Raum vergessen. Sie sah nur Georg, den einzigen geliebten Bruder.
Sie schrak auf. Einer der Diener kam herein.
„Oh, Verzeihung, gnädiges Fräulein!" Erstaunt sah er auf Marlen, die allein im Zimmer stand „Ich wußte nicht — ich glaubte, das gnädige Fräulein wäre schon fort, weil der Herr Graf sich bereits zur Ruhe begeben hat."
Marlen faßte sich schnell.
„Ich hatte den Herrn Grafen gebeten, mich nicht hinunterzubegleiten, weil es unten im Vestibül kühler ist. Wollen Sie bitte mit mir herunterkommen — Herr Hauptmann Weckenroth wartet unten
halten, ist demnach nicht vorauszusagen. Es ist auch durchaus möglich, daß hier nicht ausgeführte Fechter in der Endrunde lartben. . J
Beim Säbelfechten sind alle erstklassigen Florett- ; fechter beteiligt. So ist auch hier der Gaumeister- titel hart umkämpft, und wir erwarten auch hier einen Fechter der genannten Spitzengruppe als ersten Sieger. Hasper, CT. Kassel, der vorjährige Gaumeister wird alles daransetzen feinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Nach feinen Turniererfolgen in der Zwischenzeit müßte chm das gelingen können. ,
Das Degenfechten wird von 12 Fechtern bestritten. Diese Spezialwaffe wird nicht von allen Fechtern geübt. Die Qualität der 12 Gemeldeten bietet auch in dieser Waffe Gewähr für allerbesten Sport. Hier dürften wohl die erfahrensten Gießener, Kasseler und Wetzlarer Fechter vorn zu erwarten fein. Wagner, CT. Kassel, der letzte Gaumeister, ist durch seine Reichweite bevorteilt, jedoch sind Dabei mehrere andere Fechter, die dieses Plus durch größere Wettkampferfahrung ausgleichen können.
Bei den Fechterinnen ist eine Voraussage nicht möglich, weil bei der Meldung viele neue Namen erscheinen, so daß hier Ueberraschungen nicht ausgeschlossen sind. Auch hier dürften äußerst spannende Kämpfe zu erwarten fein. ..
Auf der Liebigshöhe wurden die Kämpfe pünktlich um 8 Uhr mit einer Ansprache des neuen DT.-Gaufechtwarts Heinz Lengernann - Kassel eröffnet. Er überbrachte die Grüße des Gaufachamtsleiters Reuter- Kassel und hieß besonders willkommen den Fechtwart der DT., Stassen- Hanau, der sich rege an der Arbeit beteiligt. Auf den Fechtböden herrscht echtes sportliches Treiben. Die Fechter liefern sich spannende Kämpfe.
Der Schießwettkampf
hat heute vormittag begonnen. Es sind 38 Vereine zum Einzelschiehen und Vereinsschießen gemeldet. Außer den bekannten Vereinen des Kreises Gießen und der benachbarten preußischen
Marlen stand mit gesenktem Kopf. Wie hatte Dietrich gesagt? Sie wollten tun, als ob sie sich ben Abschied nicht zu schwer machen wollten? Wenn er ahnte, wie schwer, wie bitter schwer ihr bie Trennung von ihm wurde! Aber Gott fei Dank, er wußte nichts. Er hielt sie für egoistisch, habgierig unb berechnen!). Aber besser, er hatte biefe Meinung van ihr, als daß er ihre hoffnungslose Liebe zu ihm entdeckte. Wenn sie daran dachte, bäumte sich alle Mädchenscham in ihr auf. Dann gewann sie wieder Kraft, die Komödie wer- tCF §b'^wohl, Dietrich! Recht gute Erholung!" Das war alles, was sie herausbrachte.
Sie streckte Dietrich die Hand entgegen. Er aber
+ ©rünberg, 2. August. Alljährlich beschäftigt sich die Gallusmarkt-Kommission schon geraume Zeit vorher mit der Ausgestaltung des Gallusmarktes. So hat sie auch diesmal wieder in zwei Sitzungen den äußeren Rahmen für den diesjährigen Gallusmarkt ausgestellt. Als Auftakt ist wieder der seit einer Reihe von Jahren schon bestehende Heimatabend am Sonntag in der Turnhalle vorgesehen. Dienstagabend ist die feierliche Eröffnung Des Mark- tes mit Platzkonzert, Ansprache Des Bürgermeisters und Hissung der Marktfahne. Die beiden Haupttage, Mittwoch und Donnerstag, bringen dann den großen Krämermarkt und das Markttreiben auf dem Juxplatz, wozu am ersten Tag noch Rindvieh- und Schweinemarkt tritt. Es ist vorgesehen, diesmal mit dem Viehmarkt einen Zuchtviehmarkt zu verbinden, ebenso soll der zweite Tag noch eine weitere Ausgestaltung ersah- „ . , , - r • -
ren. Auch für die Beschickung des Iuxplatzes mit werden mußte. Hier ist das arme Kind heut- Par- zugkräftigen Schaunummern will man Sorge tra-


