Ausgabe 
3.8.1935
 
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Uhr

OieBremen" aus Neuyork zurück Lommodore Ziegenbein berichtet über den Klaggenzwischenfall.

Sinnfälliger ist nie ein Greuelmärchen des Aus­lands ad absurdum geführt worden, als das soeben in Berlin geschah. DieScala" eröffnete mit neuem Programm, und vor ihren Pforten stauten sich die Autos und die Neugierigen, um die An­fahrt zu beobachten. Und auf einmal erscholl lautes Entzücken:Da is se ja! die Claire! natürlich lebt et noch, bet kesse Mächen!" Und dankend erhob Claire Waldoff die Hand zum deutschen Gruß, um sich dann für ihr Auftreten fertig zu machen. Sie ist die Zugnummer derScala" für diesen Mo­nat und hat den lautesten Beifall mit ihrem Schlager, der in dem schönen Kehrreim gipfelt: Unsre Tante Anna liest die Basler National Jott, die alte Dame war schon immer nich normal!" Also haben sich die Berliner mit eigenen Augen von der Verlogenheit der Nachricht über­zeugen können, daß Claire Waldoff in einem Kon­zentrationslagerelend zugrunde gegangen" sei ein Märchen der Auslandspresse, gegen das die Künstlerin sich ja schon mehrfach in ihrer humor­vollen Art gewehrt hat, und das sichwürdig" den zahllosen andern Greuelmeldungen von draußen anreiht, mit denen man gerade in den letzten Tagen

Grußpflicht

zwischen Wehrmacht und PO.

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Das Heeresverord- nungsblatt veröffentlicht folgende Anordnung des Reichskriegsministers:

Die Politischen Leiter der NSDAP, ind die Träger der Bewegung und eins )er Säulen des nationalsozialistischen Staates. Ich ordne daher für alle Angehörigen der Wehrmacht die Grußpflicht gegenüber den in Uniform befindlichen Politischen Leitern der Parteiorganisa­tion an."

Furchtbare Auswirkungen des Religionskampses in Irland. Erbarmungswürdiges Los der aus Belfast geflohenen Katholiken. Invalide und Frontkämpfer im Elend.

fchenmenge ansammelle. Als die Polizei er­schien. sah sie sich anfangs einem scheinbar unent­wirrbaren Chaos gegenüber, das erst nach Ent­fernung der großen Kiste allmählich beseitigt werden konnte. Offenbar handelt es sich um eine neue kommuni st lfche Kampftaktik, denn in­zwischen erhielt die Polizei Mitteilung, daß auf- rührerische Elemente beabsichtigten, in verschiedenen Stadtteilen den Strahenbahnverkehr still zuleg en. Von allen Polizeibüros wurden daraufhin starke Streifen zur Bewachung der Strahenbahngleife entsandt, worauf die Kommu­nisten ihre Sabotageakte nicht durchzuführen wag- ten. Nur im Westen der Stadt, in der Umgegend der Jan - Evertsen - Straat, sahen sich die Polizei­streifen gezwungen, gegen größere Trupps radau­lustiger junger Burschen energisch vorzugehen, wo­bei starker Gebrauch vom Gummiknüppel gemacht wurde.

Oie neue Ruhestätte fürHennarmLöns.

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Am Freitagmorgen wurden die Gebeine des als Kriegsfreiwilliger ge« allenen Dichters Hermann Löns unter mili­tärischen Ehren in den Wacholderpark bet Tietlingen übergeführt.

Hermann Löns war im vorigen Herbst aus dem deutschen Soldatenfriedhof in Loivre ausgebettet und vorläufig in der Löns-Heide an der Straße Herbeburg-Soltau beigesetzt worden. Mit Zu- timmung des Führers und Reichs­kanzlers erfolgte die endgültige Bestattung durch die Wehrmacht in dem mit den Mit­teln der Reichsregierung hergerichteten Heide- grab, weil in Hermann Löns der heldifchö Geist der Kriegsfreiwilligen von 1914 sinnbildlich geehrt werden soll.

Lügen haben kurze Beine.

Oie neue Greuelhetze der Auslandspreffe. Klaffenkampf und Religionskrieg im eigenen Haufe wird totgeschwiegen.

Schwere Kommimisteniumulie in Amsterdam

Sabotageanfchläge auf den Straßenbahnverkehr.

Abreise antrat.

Oer Nationalsozialismus und die Kirchen.

Der badische Reichsstatthalter fordert Mitarbeit statt Hetze.

Karlsruhe, 2. Aua. (DNB.) Auf dem Schloß­platz hielt vor mehr als 70 000 Menschen Reichs- statthalter Robert Wagner eine Rede, in der er u. a. erklärte: Wer künftig den Nationalsozialis- mus, die Weltanschauung des deutschen Volkes, an- areift ist unser Feind und wird als solcher behan­delt 'Nachsicht kennen wir nicht mehr. Der Na­tionalsozialismus ist selbst zum Staat ge- worden Angriffe auf den Nationalsozialismus müssen als Angriffe auf den Staat ge- wertet werden. Der Staat kann daher künftig feindselige Auseinandersetzungen mit dem National- ozlalismus nur noch mit dem Einsatz der gebotenen staatlichen Machtmittel beantworten. (Wiederholte stürmische Zustim-

nis wegen Vergehens gegen die Paragraphen 186, 130a Abs. 1 und 2 und 73 des Strafgesetzbuches.

Am 30. Mai 1935 hatte in Mehlfack eine 23er- fammlung des Katholischen Arbeitervereins statt­gefunden, in der der Arbeitersekretär Linck als Redner aufgetreten war. Bald nach der Versamm­lung war Linck wegen dieser Rede durch die Ge- Heime Staatspolizei in Schutzhaft gen om- men worden. Da der Angeklagte Hoppe dieses Ver­gehen darauf zurückführte, daß der Polizeihaupt. Wachtmeister Vallentin Ohrenzeuge der 23er- sammlung gewesen sei, richtete er em Schreiben an die Geheime Staatspolizei, in dem er diese vor Vallentin warnte und mitteilte, daß m Mehlsack über Vallentin recht ungünstig gesprochen werde; er tjabe viele Schulden und es sei sogar der Derdacht aufgekommen, daß Vallentin stehle. Eine Abschrift dieses Schreibens übersandte er an den Vorsitzen­den des Arbeitervereins, den Angeklagten Schulz, der die Vorlesung dieses Schreibens von der Kanzel durch den Angeklagten Sauermann, sowie einen Anschlag an der Kirchentür in Braunsberg anordnete. Die Be­weisaufnahme ergab, daß die gegen Vallentin erhobe­nen schweren Anwürfe völlig unbegründet und lediglich deshalb aufgestellt waren, um Die Glaubwürdigkeit des Polizeihauptwachsmeisters bc: I seinen Vorgesetzten zu erschüttern.

mung. In Deutschland ist die Freiheit der religiösen Betätigung gewährleistet. Religiöse Freiheit kann aber niemals gleichbedeu­tend sein mit Hetz- und Schimpffreiheit, mit Zucht- und Gesetzlosigkeit. Wir dulden keine politischen Uebergriffe von kirchlicher Seite her, mir dulden aber auch auf die Dauer keine katholisch­politische Tagespresse, keine katholisch­politischen Jugendverbände und katholisch- politischen Berufs-und Arbeitervereine. (Erneute Zustimmung.) Im Konkordat steht nichts von politischen Zusammenschlüssen und politischen Zielen der katholischen Kirche. Der Sinn dieses Kon­kordates war es gerade, Politik und religiöse Seel­sorge zu trennen. Der Reichsstatthalter schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß jene konfessio­nellen Kreise, die von der Hetze gegen den Natio­nalsozialismus leben, umkehren möchten. Unser Volk wolle keine Hetze, sondern Hilfe und Ar­beit auch von seinen Kirchen.

Oennnziaüon von der Kanzel.

bringen, was er w ähre nd seine e*(J

durch Deutschland sah. Die Verhältnisse m Deutschland seien durchaus normal. Das Reisen sei in Deutschland genau so angenehm, wenn nicht sogar angenehmer wie in Frankreich. Das deutsche Volk mache einen vollkommen zu« fried enen Eindruck.

Vor Regerunruhen in Aord -Rhodesien?

London, 3. August. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Exchange-Meldung herrscht in den Kupferbergwerkbezirken von Nord­rhodesien unter den schwarzen Bergleuten große Unruhe. Polizeiliche Verstärkungen sind aufgeboten worden; eine Anzahl angeblicher Agi­tatoren wurde verhaftet, auch Truppen sollen nach den Bezirken unterwegs sein. Die amtliche Untersuchung der Vorfälle vom Mai, wo 14 Ne« g e r - B e r g l e u t e durch Schüsse von Po­lizei und Truppen getötet worden waren, hat nicht zur Beruhigung der Gemüter beigetragen. Die Zusammensetzung des Untersuchungsausschusses mußte von vornherein geändert werden, nachdem ein Missionar seine Unparteilichkeit bestritten hat­te. Regierungsbeamte haben zugegeben, daß die Steuererhöhung, die den Anlaß der Unruhe bildete, in manchen Fällen 3 u r 23 er« doppelung der Abgaben der Neget geführt haben. Es wurde erwähnt, daß ein Neger, der einen Weißen berührt hatte, eine Gefäng­nisstrafe erhielt, während ein Weißer, der einen Neger durch einen Schuß verwundet hatte, nicht einmal vor Gericht gestellt wurde

Amsterdam, 2. August (DNB.) An verschie- < denen Stellen der Stadt, insbesondere im Westen 1 und im Iudenviertel, kam es gestern abend z n kommunistischen Strahentumulten. Die Polizei muhte wiederholt in großer Stärke aus- geboten werden, um Ansammlungen zu zerstreuen. Auch die Feuerwehr wurde wiederholt alar­miert, um rote Tücher mit kommunistischen Kampf­parolen, die quer über die Straße gespannt und schwierig zu erreichen waren, zu entfernen.

Ein ernsterer Zwischenfall ereignete sich in der im Judenviertel gelegenen Jodenbreek-Straut, wo eine große rote Kiste, die mit schweren Steinen vollgeladen war, von terro­ristischen Elementen mitten auf die Stra­ßenbahnschienen gestellt worden war. Da dieses Verkehrshindernis schwer zu beseitigen war, mußten die Straßenbahnen und andere Verkehrsmittel in beiden Richtungen a n h a l t e n, während sich gleichzeitig eine gjrofee Wen-'

zurückkehren. In derEatholic Times" wird ge­meldet, daß führende nordirische Regie­rungsmitglieder durchhetzerische" Reden zum Aufflammen der Unruhen beige­tragen hätten. So habe der Landwirtschaftsmini­ster Sir Basil Brocke unter anderem gesagt, die Katholiken seien darauf aus, Ulster mit ihrer gan­zen Macht und Kraft zu zerstören. Er empfehle den Leuten, keine Katholiken anzu­stellen, da diese zu 99 v. h. regierungsfeindlich seien. Er werde weitere Schritte in dieser Richtung unternehmen. Der Großmeister der nordirischen Orangisten habe bei einer öffentlichen Kundgebung das Schlagwort geprägt:Protestanten, stellt nur Protestanten eint"

dieBremen" am 27. Juli pünktlich um 0.30 ahne Beunruhigung der Passagiere den Neuyorker Pier verlassen konnte. Um vor weiteren Ueberfallen geschützt zu sein, gab uns der Neuyorker Polizeichef 35 Polizisten,' außerdem zwei Polizeibarkassen bis zur Ouarantänestation mit. Mit ihrer Hilfe wurde das ganze Schiff nach eingefchmugaelten Per,onen durchsucht, man fand jedoch niemanden mehr. Dem energischen und tatkräftigen Eingreifen der Neu­yorker Polizei ist es zu danken, daß der Zwischen­fall so schnell beigelegt wurde.

Oie amerikanische Antwortnote.

Lie Welt überschüttet hat.

Den Vogel abgeschossen hat, was Erfindungs­talent anbelangt, zur Zeit wohl doch dieA g e n c e H a v a s", die in großer Aufmachung eine aus Wien stammende Meldung in die Welt posaunt: die Oberammergauer Passionsspiele werden nicht mehr in der bisherigen Form durch- geführt, sondern durch ein antisemiti­sches Stück ersetzt! Diese unsinnige Albern­heit setzt wohl allem die Krone auf.Nicht von Pappe" allerdings ist auch die Meldung einer englischen Nachrichtenagentur: e i n deutsches Bombenflugzeug auf dem Wey nach Abessinien! Und diese Unwahrheit wird noch mit genauen Einzelheiten verbrämt, um die Lüge wahrscheinlicher zu machen: 700 PS Motoren­stärke besitzt dies Flugzeug, zwei komplette Ge­schütztürme und eine Einrichtung für nicht weniger als fünfzig Bomben... m ,,

Gleichzeitig mit demTod" der Claire Wawoff erschreckt man die Weltöffentlichkeit noch mit andern Meldungen über prominente deutsche Künstler: Werner Kraus, Otto Gebühr und manche andere mit ihnen haben sich als Nichtarier entpuppt, dür­fen drum in Deutschland nicht mehr spielen und beabsichtigen zu emigrieren. Natürlich ist auch an dieser Nachricht kein wahres Wort. m f

Besonders schlimm sjnd die mannigfachen Bild- f ä l s ch u n g e n, die immer wieder in ausländi­schen Müttern erscheinen. Einer solchen Fälschung ist soeben die türkische ZeitungSonposta" in Jstambul zum Opfer gefallen. Sie brachte eine Photographie, die angeblich Ausschreitungen m Deutschland zeigte. In Wirklichkeit aber entstammte die Aufnahme einer großen deutschen illustrierten Zeitung aus dem Jahre 1930 und zeigte einen Zusammenstoß amerikamscher Poli­zisten mit Gandhi-Anhängern.

Dies nur eine kleine Blütenlese jüngster Greuel- lügen. Man vergleiche mit diesen Lügenmeldungen über das nationalsozialistische Deutschland, nut denen eine gewisse Hetzpresse des Auslandes ihre Spalten füllt, das betretene Schweigen derselben Zeitungen angesichts der geradezu grauenvollen Vorfälle in den eigenen Ländern. Kommunistische Tumulte sind in Den Großstädten Amerikas, m Holland und Frankreich an der Tagesordnung. Ein blutiger Religionskrieg zerfleischt das wische Volk. Aus Moskau kommen die Anweisungen des dort versammeltenGeneralstabes der Weltrevolution für die Zersetzung der Jugend aller Völker und da wagt es eine verlogene Presse, die zu all dem Öt, einen neuen Feldzug der schlimmsten

Propaganda gegen das nationalsozialistische Deutschland aufzuziehen?

ES wlkd weiter gelogen.

Bremerhaven, 2. Aug. (DNB.) Die »Bre­men" traf am Freitag um 8 Uhr im Heimathafen Bremen ein. Ein Vertreter des DNB. hatte Ge- legnheit, den Kapitän des Schiffes, Commodore Ziegenbein, über die Neuyorker Vor­fälle bei der Abfahrt des Schiffes zu befragen. Kapitän Ziegenbein erklärte: Nach der Ankunft in Neuyork wurden wir vor Ueberfallen ge­rn a r n t. Die Polizei alarmierte zunächst 250 Beamte. Diese Polizeikräfte wurden später noch ver­stärkt. Die Wache des Deckpersonals wurde auf den einzelnen Decks und in der Nähe der National­flagge postiert. Gegen 23 Uhr sammelte sich vor dem Pier ein Demonstrationszug von etwa 400 Personen, in Dem Schilder mit verschie­denen Aufschriften getragen wurden. Es bildeten sich auch Sprechchöre. Die Polizei Drängte diesen Zug geschickt ab. Bereits gegen 23 Uhr wurde das Signal zum Verlassen für die Begleiter der Passa­giere gegeben. Außerdem wurde das Polizeiaufge­bot verstärkt. Es wurde auch mit dem Wegnehmen der Laufstege begonnen. Gegen 23.45 Uhr waren alle Stege entfernt mit Ausnahme eines Steges zum Promenadendeck der 1. Klaffe sowie eines Steges zum Vorschiff für die 3. Klaffe.

Kurz vor 24 Uhr stürzten plötzlich in der Dunkel­heit mehrere autgekleidete Männer nach vorn und schlugen zuerst den Bootsmann und dann den 2. Offizier nieder, der ihm zu Hilfe eilen wollte. Befatzungsmitalieder und amerikanische Geheimpolizisten griffen sofort tatkräftig ein. Trotz­dem gelang es zwei von den Burschen, die Hakenkreuzflagge an Bord des Schiffes abzuschneiden und über Bord zu werfen Einer Der Täter hatte Den Revolver gezogen unD auf Den 2. Offizier angelegt, kam aber nicht zum Schuß, Da er von einem amerika­nischen Geheimpolizisten Durch einen Schuß meDer- gestreckt rourDe. Weitere Angreifer rourDen oon Den BesatzungsmitglieDern mit Hilfe Der amerikanischen Geheimpolizisten unlchödlich S-m-chi Die Arbeiten für Die Abfahrt rourDen indessen fortgesetzt, so Daß

Braunsberg, 2. Aug. (DNB.) Das Schöffen­gericht in Braunsberg verurteilte Den Erzpriefter Hoppe zu sechs Monaten Gefängnis, Den Erz­priefter Schulz zu 8 Monaten Gefängnis unD Den Kaplan Sauermann zu vier Monaten Gefäng-

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Preß behauptet m einem Berliner Telegramm, Daß Die Berliner Po­lizei ebenso wie Die SA. unD Die PO. sich i n Alarmbereitschaft befänDen, da man Un­ruhen erwarte. Diese ßügenmelDung reiht sich wür­dig Den 23erleumDungen Der letzten Tage an. Es ist selbstverstänDlich, Daß weder Die Berliner Polizei noch Die SA. o De r D i e PO. sich in Alarmbereitschaft befinDet. Viele Tausende von A u s l ä n D e r n. Die sich in Berlin aushalten, wis­sen ebenso wie Die Berliner Bevölkerung selbst, daß in Berlin wie im ganzen Reiche völlige Ruhe und Ordnung herrschen, wenn em aus­ländischer Korrespondent, der Die Lage genau ken­nen muß, Dennoch Das Gegenteil behauptet, so macht er sich Damit offen zum Werkzeug lener ge­meinen Hetze Deutschfeindlicher Kreise. Seme unsin­nigen und gehässigen Erfindungen werden mit aller Schärfe zurückgewiesen.

Das deutschfeindliche dänische Blatt ,

in Apenrade stellt die Behauptung auf, die Abfahrt des D a m p f e r sN e u y o r k" aus Neuyork habe sich deshalb so ruhig vollzogen, weil das Schiss ohne die Hakenkreuzflagge ausgelaufen sei. Eine Rückfrage bei dem Hapagvertreter m Apenrade hätte der Zeitung die Möglichkeit gegeben, sich zu überzeugen, daß es nicht der Dampfer Neuyork", sondern Der DampferDeutschlanD war, Der zu Der angegebenen Zeit unbehelligt Die

Vor Herbst 1937 keine allgemeine Arbeilsdienstpfl chtfürweiblicheIngenl»

Berlin, 2. Aug. (DNB.) In Dem kürzlich ve^ künDeten Reichsarbeitsdienstgesetz ist grundsätzlich Die allgemeine Arbeitsdienstpflicht für all e jungenDeutschen beiderleiGeschlechts eingeführt worDen. Die Musterung unD Aushebung für Die männliche Jugend ist bereits im Gange. Die ersten Einziehungen erfolgen zum 1. Oktober 1935. Im Reichsarbeitsdienstgesetz ist für Die Ar­beitsDienstpflicht Der weiblichen JugenD weiter gesagt, Daß noch besonDere ges e tz l i ch 6 B e ft i m m u n g e n ergehen werDen. Wie Die Pressestelle Des Reichsministeriums Des Innern mitteilt, werDen diese Bestimmungen nicht vor Herbst 1 937 ergehen, so Daß für Die weibliche JugenD vorläufig nur Der freiwillige ArbeitsDienst weiter bestehen bleibt, eine allgemeine ArbeitsDienstplicht für sie in Den nächsten beiDen Jahren aber noch nicht eingeführt roirD. Da Der freiwillige Frauen- arbeitsDienft zur Zeit nur eine geringe An­zahl junger MäDchen aufnehmen kann, besteht für Die weibliche JugenD kein Anlaß, Die Ein­berufung zur LanDhilfe ober Die Ar« beitsvermittlung für Die Landwirt- schäft unter Berufung auf Die Einführung Der ArbeitsDienstpflicht Der weiblichen Jugend abzu­lehnen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer hat in einer heute abgehaltenett Besprechung mit Oberbürgermeister Fiehler Det Stadt München die BezeichnungHaupt­stadt der Bewegung" offiziell verliehen.

Otto Strasser befindet sich feit längerer Zeit in Griechenland, angeblich, um seine Frau zu besuchen, Die auf Der Insel Samos Den *5om« mer verbringt. Der Innenminister hat verfügt. Daß Otto Straßer, Der sich zuletzt auch in Athen aufhielt^ verhaftet und ausgewiesen wird.

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Unter Führung Des Bürgermeisters von Wiener- NeustaDt hat sich ein Ausschuß von Burger« meistern gebilDet, Der Die GrünDung eines gro­ßen VerbanDes zum Zweck hat. Dem alle Die Ge. meinDen Oesterreichs angehören fallen, welche Otto von Habsburg zum Ehrenbürger er­nannt haben. Der VerbanD soll Die Propaganda für Die Wiedereinsetzung Ottos von Habsburg roei« ter betreiben. *

Der Dänische Reichstag nahm am Freitag die Regierungsvorlage über Die Regelung Der GetreiDepreise unD Der Schweineerzeugung an. Hierauf wurde Der Reichstag auf unbestimmte Zeit vertagt. In der Zwischenzeit soll sich der Landwirtschaftsausschuß mit Der Frage einer Rege­lung Der Butterpreise beschäftigen.

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Die Vorlage für Die Reform Der indische«! Verfassung erhielt am Freitaamittag vor Der Vertagung Des Parlaments Die Zustimmuntt Des Königs unD Damit Gesetzeskraft. Mit 478 Klauseln ist Das Jndiengesetz Das größte ®ej setzeswerk, das jemals dem englischen Parlament Vorgelegen hat.

London. 2. Aug. (DNB.) Der B l s ch o f v o n Down und Lonnor teilt der Presse mit, daß sich die 1646 katholischen Flüchtlinge, die bei den Unruhen in V el f aft aus ihren Häu­sern und Wohnungen vertrieben wurden, in einer außerordentlich erbarmungswürdi­gen Lage befinden. Viele haben ihr ganzes hab und Gut in den Trümmern dieser Häuser verloren. Blanche von ihnen sind I n v a l i d e n und andere sind alte und hilflose Leute; wiederum andere sind Arbeitslose. Selbst alle Front- tämpfer und ihre Familien sind unter den Ver­triebenen zu finden. Viele katholische Mädchen, die oft die einzigen Lohnverdiener großer Familien sind, können wegen der ständigen Bedrohung ihrer religiösen Gegner nicht an ihre Arbeitsstätten

Washington, 2. Aug. (DNB.) Das Staats­departement übersandte am Donnerstag Der Deut» sch e n Botschaft die Antwortnote auf den deutschen Protest wegen Des Flaggenzwischenfalles. In Der Note erklärt Die amerikanische Regierung, daß der Zwischenfall keinesfalls auf Nach - lässig k eit der amerikanischen Behör­den zurückgeführt werden könne. In der Note wird betont, daß die Schuldigen ver­haftet und vor ein Gericht gebracht worden sind. Sie schließt mit folgenden Worten: Es ist bedauerlich, daß trotz Der eifrigen Be­mühungen Der Polizei, jeDe Störung zu verhinDern, die deutsche Nationalflagge während der Unruhen nicht den ihr gebührenden Respekt erhielt.

In Deutschland alles durchaus normal.

Ein Amerikaner widerlegt die Hetzpresse.

Neuyork, 2. Aug. (DNB.) Der Präsident Der Brooklyner Handelskammer Louis Mills traf an Bord des italienischen DampfersRex" auf Der Heimfahrt von einer Befucksreife in Europa in Neuyork ein. In einer Preffeunterredung stellte er fest, Daß es ihm unmöglich fei, Die amerif a- Nischen Zeitungsberichte über Die Ver­hältnisse in Deutschland mit Dem in Einklang zu