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130 Kisten - 6500 Dosen
90
25
25
15
15
= 4500 - 1250 -- 1250 - 750 - 750
Gießen Marburg Friedberg Alsfeld Büdingen Schotten
Die Qualität, so führte Obermeister P i r r weiter aus, sei ausgezeichnet. Die Fleischerinnung habe be- reits einen Versuch damit gemacht und feststellen müssen, daß nur erstklassiges Fleisch verwendet wor- den sei. Der Inhalt der Dosen betrage etwa 860 bis 865 Gramm gedünsteten Fleisches, das ungefähr einer Menge von zwei Pfund Frischfleisch ohne
samt 2366,99 Mark. Die Haussammlung ergab 2340,41 Mark Insgesamt wurden also aus beiden Sammlungen und aus dem Bildhefteoerkauf 4751,22 Mark aufgebracht.
Die Sammlung, die tm vorigen Jahre durch- geführt worden war. ergab den Gesamtbetrag von 3828,71 Mark. Aus dem Vergleich der beiden Zahlen Seht hervor, daß die einheimische Bevölkerung die Arbeit des Roten Kreuzes zu würdigen weiß.
1100 alte Soldaten aus dem Kreis Gießen fahren zum Reichskriegertag.
Wie wir von unterrichteter Seite hören, liegen aus dem Kreise Gießen viele Anmeldungen zur Teilnahme am Reichskriegertag des Kyffhäuser- bundes in Kassel vor. Richt weniger denn etwa 1100 Kameraden wollen an dem großen Treffen teil» nehmen.
Ein Geldbrief wartet!
Der Briefträger hat eine schöne Nachricht hinterlassen, ein Geldbries wartet auf Siel Wer eilt da nicht gern und läßt alles übrige warten, um das Geld in Empfang zu nehmen
Jetzt ist nun aber das Unglaubliche eingetreten, viele Geldbriefe warten auf ihre Abnehmer! Und zwar scheinen sie zum Teil sogar vergeblich zu war- ten, da die Geldbriefempfänger nicht auf die Aufforderung des Briefträgers hören.
Man hält es nicht M möglich, und dabei sind so viele unter uns, die zu den Tauben gehören. Tagtäglich begegnen wir auf der Straße unserem „Glücksbriefträger" und hören ihn Glücksbriefe an* preisen und scheinen doch taub auf diesen Glücksruf hin zu sein. Manch einer denkt zwar, ach, da sind wieder die Glücksmänner vom Winter, nur sind sie jetzt braun eingekleidet, aber weiter denkt er nicht...
Und dabei steht nicht nur für ihn, sondern für seine Volksgenossen mit dem Kauf dieser Briefe ein sonderlich großes Glück hervor: Arbeitsbeschaffung für alle.' Aber nicht nur ein edles Ziel verfolgt diese Briefabgabe, sie will auch Geld sofort aushändigen, d. h. natürlich von Fall zu Fall, wenn Fortuna sich in das Briefchen einschrieb. War sie besonders hold gesinnt, so malte sie die Zahl „Zehntausend Mark" Und damit heimgehen zu können, ist doch gewiß keine kleine Freude! Und noch etwas: jedem Brief liegt ein Prämienschein bei, der bis zum 31. August aufgehoben werden muß, da an diesem Tage noch 400 Prämien im Gesamtbetrag von 210 000 Mark ausgelost werden.
Wer wird da noch diesen gewichtigen und inhaltsreichen Glücks - Geldbrief länger im Kasten des braunen Glücksmannes auf Abnahme warten lassen.
GastspielOttoGebührimGtadttheater!
Am Samstag, 6. Juli findet das zweite Gastspiel dieser Sommerspielzeit statt. Kein Zufall, daß die Intendanz auf die Gastspielverpflichtung Otto G e - b ü h r s verfiel. Der von Bühne und Film beliebte Darsteller wird mit seinem Berliner Ensemble das Schauspiel „Zwischen Abend und Morgen" von Zdenko von Kraft zur Aufführung bringen. Man ist fasziniert, wenn Gebühr als „Friedrich der Große", leibhaftig wie einem Bild von Mentzel entstiegen, die Bühne betritt. Zerknittert, mit gichtigen Beinen und von Feldzugsstrapazen zermürbtem Körper, aber Feuerbrand in den Augen, von Witz und Energie geladen, so füllt er den Bühnenraum und die Atmosphäre, überragt die Stattlichkeit eines Kammerherrn und eines Grenadierhauptmanns durch seelisches Format. Das Schauspiel „Zwischen Abend und Morgen" ist eine reizvolle Novelle um den alten Fritz, die der Dichter in die bühnengerechte Form eines Schauspiels gegossen hat. Da der Kartenverkauf bereits sehr lebhaft eipgesetzt hat, werden die Gießener Theaterbesucher gebeten, die vorbestellten Karten bis spätestens Samstagmittag 13 Uhr abzuholen, da sonst anderweitig über die Karten verfügt werden muß.
Gaufest und Wohnungsfrage.
Das erste Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen (2. bis 4. August) rückt näher. Es wird das große Fest der Turner und Sportler werden. Gießen wird in der Wohnungsbeschaffungsfrage vor eine große Aufgabe gestellt werden. Unterstützung und tätige Mithilfe aller Volksgenossen ist dringend erforderlich. In den nächsten Tagen kommen die Werber, um in allen Gießener Familien Rücksprache wegen zur Verfügungstellung von Unterkünften zu nehmen. Schon der erste Angriff muß zu einem Erfolg führen. Gießens Bevölkerung war immer turn- und sportfreundlich eingestellt. Auch dieses Mal — in den ersten Augusttagen — wird Gießen und seine Einwohnerschaft einen Beweis liefern, der erneut zeigt, daß die Stadt Gießen wohl in der Lage ist, Festveranstaltungen aller- größten Ausmaßes zu feiern. (Wir weifen auf bte Anzeige in der heutigen Nummer unseres Blattes hin!)
Das frische Fleischgericht des Sommers.
„Rindfleisch Im eigenen Saft“
Die Einführung des frischen Fleischgerichtes im Sommer, des „Rindfleisches im eigenen Saft" soll nun auch in Gießen erfolgen. Der Aufklärung diente eine Besprechung des Obermeisters P i r r der Fleischerinnung mit den Vertretern der Großverbraucher-Organisationen und der Presse im „Krausmüller-Saal" der Handwerkskammer. Der Obermeister erläuterte die Anfänge dieser Neuerscheinung in den Fleischerläden und betonte die große volkswirtschaftliche Aufgabe diefes Vorgehens. Im Rahmen der Marktordnung des Reichsnährstandes stelle, so führte er u. a. aus, das in den Büchsen aufgehobene Fleisch das Ausgleichsmittel der für den gleichmäßigen Absatz und für die gleichbleibende Versorgung, sowie für den gleichbleibenden Preis für Erzeuger und Verbraucher. Den in jedem Herbst überschüssigen Be- stand an Rindern habe die Reichsstelle für Tiere unb tierische Erzeugnisse im Reichsnährstanb in planvoller Voraussicht aufgehoben. So werbe nur bas beste Vieh zu Fleischkonserven verarbeitet und die Fleischerinnun- gen, die diese Arbeit ausgeführt haben, träten nun als Mittlerin auf. Der Gießener Fleischerinnuno seien 15 000 Dosen zugewiesen, die auf die Nachbar- ftäbte wie folgt verteilt werden sollten:
Ein teures Mittagessen.
Die Leiter
ich sage, daß ich
ist ein kultivierter, eigenartige das Beste vom Betten bietet, bi
bas von
Heer- und 4, Gesund» 3, Staats-
Naturwissenschaft und Technologie 46, Seewesen 6, Haus- und Landwirtschaft heitslehre 2, Religion und Philosophie Wissenschaft 28, Sport 2 Bände.
sammenkommt.
Sonderzug an den Nürburgring.
Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring Entscheidungsrennen um den großen Preis
. ier versteht, das Haus unwiderruflich in feinen Bann zu ziehen. Wie schon gesagt, mehr Genie als Artist.
Der Vorhang geht auf. Ein silbergrauer Mozart- kopf auf der Bühne. Instrumente klingen und fingen. Ein Stück alter Kunstgeschichte lebt auf: Wenn die alte Geige singt, wenn die Tuba dröhnt, wenn die Flöte zwitschert und dem Cello das „Ave Maria"
Deutschland statt. Die NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkosten einschl. Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblicf bekommen.
Vornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. NSG. .Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad. 20 bis 21 Uhr Reiten (Reitschule Schömbs, Brandplatz). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Kampf mit dem Drachen".
Allen Ausflüglern, die trotz der mehrfach erlassenen Verbote leichtsinnig mit Feuer umgehen, sollte dieses Bild eine Warnung sein. Unnachsichtig werden jetzt Strafen über die Sünder verhängt. — (Scherl-M.)
92. Hauptversammlung des Heff.Hauplverems der Gustav-Adols-Stlstung.
Knochen bester Sorte entspreche, und dem dazu gehörigen eigenen Saft. Der Preis betrage 1,50 Mark pro Kilodose. Bei genügender Durchkühlung biete sich eine vielfältige Verwendungsmöglichkeit für das Fleisch, das besonders jetzt im Sommer immer schnell tischfertig sei. Es eigne sich zum Aufschnitt mit Mayonäse, als sehr schönen Brotbelag, aber auch zum schmackhaften Gulasch und als Zusatz zu jeder Gemüsesuppe und zu jedem jungen Gemüse. Auswahl und Abwechslung seien mannigfaltig genug. Es wird darum nicht nur an den Sommertagen in der Küche, sondern auch bei den Wochenendfahrern im Zelt oder Boot ein schnell gereichtes schmackhaftes Fleischgericht darstellen. Für die Hausfrau bedeute darum „Fleisch im eigenen Saft" eine neue Gelegenheit zum Einkauf einer guten Fleischsorte. Diese Neuerscheinung im Fleischerladen werde auch in Zukunft neben dem Frischfleisch seinen Platz behaupten Es sei bereits in den Fleischerläden zu haben.
Kreishandwerksmeister S t ü h l e r unterstrich die Ausführungen des Obermeisters und empfahl neben den Hausfrauen auch den Großverbrauchern die rege Verwendung dieses Fleisches.
Eine polizeiliche Erinnerung aus meiner Jugendzeit« Lon Louis Frech, Gießen
Rheinfahrt am 14. Juli.
Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden
Sonderzug
zu dem Motorradrennen nach Schotten am 21. Juli.
Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteil' nehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu dem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrpreis einschl. Eintrittspreis beträgt 2,35 Mark Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufstellen zu wollen, damit in kurzer Zeit die nötige Teilnehmerzahl zu-
Lpd. Bingen, 2. Juli. Der Hessische Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung hatte seine Mitglieder aus dem ganzen Hessenlande nach Bingen gerufen. Aus allen Teilen des Landes war man zahlreich der Einladung gefolgt.
Der erste lag.
Die 92. Jahresversammlung des Gustav-Adolf- Vereins wurde am (Sonntagmorgen mit zahlreichen Festgottesdiensten in Bingen eingeleitet, bei denen die auslandsdeutschen Theologen und hessischen Gustav-Adolf-Pfarrer die Bedeutung des Gustav - Adolf - Werkes für Glaube und Volkstum nachwiesen. — Ein stattlicher Festzug bewegte sich am Nachmittag des ersten Festtages nach der am Rhein gelegenen Festhalle zu der Volksversammlung, in welcher der hochverdiente Vorsitzende des Hessischen Gustav-Adolf- Vereins, Pfarrer D. Wagner- Bensheim, die Festgemeinde und die Gäste begrüßte, auf die Bedeutung des Glaubens für Volkstum in eindrücklichen Worten hinwies. Es sprachen dann nacheinander zu einer zahlreiche Hörerschar Pfarrer Ellenberger- Banjaluca (Südslawien) über „Nöte und Erfolge des Deutschtums in Bosnien"; ferner Minister a. D. Dr. Boelitz - Wiesbaden über das Thema „Deutsches Volkstum und evangelischer Glaube in Brasilien". Besonderem Interesse begegneten die Ausführungen von Pfarrer Meyer- Lüneburg, früher Leoben (Deutsch-Oesterreich), über die gegenwärtige Lage und die ernste Verantwortung der evangelischen Kirche Oesterreichs. Die Reihe der Redner schloß ein gebürtiger Siebenbürger Sachse, Pfarrer T h u 11 n e r, der den Gedanken ausführte, in wie hohem Maße die Siebenbürger evangelische Dolkskirche in alter und in neuer Zeit ein Hort für Glaube und heimatliches deutsches Volkstum war und ist. Mit einem Treuegelöbnis für „Glaube und Volk", abgelegt im Namen der großen Festgemeinde durch Oberkirchenrat Dr. H o r r e - Darmstadt, einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler und dem Gesang der beiden nationalen Lieder schloß die eindrucksvolle Volksversammlung, bei der zahlreiche Kirchen- und Posaunenchöre von Bingen und Umgebung mitwirkten. Den Beschluß des ersten Festtages machte ein großer Gemeindeabend in der Festhalle.
entflingt — eine Revue der Instreumente im romantischen Zauber aller Zeit: Gespielt von. nur einem Mann. Das alles klingt aus in einer luftigen Parodie auf bas heutige Tempo — die heutige Jazz mtt ihren Irrungen.
Doch warum erzählen ... „Reka" muß man ge- sehen haben, schrieb die Frankfurter Presse, und sie hat recht.
Sendet Silber und Berichte von .Krafldurch-Freude-Fahrten".
Mehr Gente als Artist. Ein Altmeister der Musik, Besitzer der größten Instrumentensammlung der Welt, 3000! Keine Angst, er spielt sie nicht alle, er " [er Künstler, der nur
*♦ Wildhandelsbücher. Von der Poli- zeidirektion Gießen wird mitgeteilt. Zur Führung von Wildhandelsbüchern sind auf Grund des Abschnittes A/III der Wildhandelsordnung vom 1. April 1935 (RGBl. I S. 494) alle Gewerbetreibende (Wildhändler, Gastwirte, Kaufhäuser, Feinkostgeschäfte usw.) verpflichtet, die Schalenwild (Hirsche, Rehe usw.) unzerlegt oder zerlegt, aber noch nicht zum Genuß fertig zubereitet erwerben. Die Bücher sind genau nach dem vorgeschriebenen Muster zu führen und vor Ingebrauchnahme der Polizeidirektion Gießen zur Beglaubigung vorzulegen. Jeder Erwerb von Schalenwild ist sofort einzutragen. Die Bücher sind den Kontrollbeamten jederzeit auf Verlangen vorzulegen.
** Oeffen11iche Vücherhalle. Im Juni wurden 1698 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf Literatur 1, Zeitschriften 21, Gedichte und Dramen 9, Erzählende Literatur 1103, Jugendschriften 221, Länder- und Völkerkunde 97, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographien 140, Kunstgeschichte 7,
Der zweite Tag
war mehr der Arbeit nach innen, geschäftlichen Beratungen über Wohl und Wehe des Werkes gewidmet. So tagten am Montag, dem 1. Juli, nacheinander im Gemeindesaal der evangelischen Gemeinde Bingen die Vorstände-Konferenz pes Landesverbandes der Gustav-Adolf-Frauenvereine in Hessen, danach der Vorstand des Hauptvereins und dann der Verwaltungsrat des Vereins, gebildet aus Abgeordneten sämtlicher hessischen Zweigvereine. Mit Dank und Freude nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß dem Verein auch im abgelaufenen Jahre vom Reichsministerium des Innern die Erlaubnis zur Vornahme feiner gewohnten Haussammlung erteilt worden war, so daß der Verein feiner gegenwärtigen hessischen Hauptaufgabe, der Erbauung einer evangelischen Kirche in' Bieber bei Offenbach, und auch feinen Auslandspflichten nachkommen konnte. Es konnten außerhalb Hessens Unterstützungen bewilligt werden, z. B. für evangelisch-kirchliche Zwecke in Oesterreich und der Tscheche!, im abgetretenen Posen und Oberschlesien, in Galizien und Wolhynien, im Baltenland und Ungarn, in Südslawien und Rumänien und in Uebersee vor allem in Brasilien.
Dem Jahresbericht des Vereins-Schriftführers war die erfreuliche Tatsache zu entnehmen, daß trotz mancherlei Schwierigkeiten das Sammelergebnis nicht hinter dem der letzten Jahre zurückgeblieben ist, sondern mancherorts sogar eine Steigerung aufzuweisen hat.
Den Abschluß der Binger Festtage machte am Montagnachmittag auf der herrlich gelegenen Burg Klopp die große Frauenversammlung. Zu den sehr zahlreich versammelten Frauen sprach Fräulein Leni Z ö ck 1 e r aus Stanislau (Polen) über das dortige deutsche Kinderheim. Außerdem schilderte unter dem Thema „Brudernot und Bruderhilfe Pfarrer Ellenberger - Banjaluca (Südslawien) die Nöte der dorttgen Volks- und Glaubensgenossen in ergreifenden Bildern. So wurde aus allem, was im großen oder kleinen Kreise gesprochen und beraten wurde, die Notwendigkeit ausgiebiger brüderlicher Hilfe drinnen und draußen deutlich.
Alle Volksgenossen, die schon an einer Fahrt «Kraft durch Freude" teilgenommen haben und bei dieser Gelegenheit die Schönheit der Landschaft mit lhrern Photoapparat festhielten, bitten wir, solche Büder für uns zur Verfügug zu stellen. Wir wollen aus dem besten Bildmaterial Diapositive Herstellen, um im Winter allen, die noch keine Gelegenheit hatten, an einer „Kraft-durch-Freude"-Fahrt teilzunehmen, zu zeigen, daß diese Fahrten eine wirklich gute und billige Erholung bedeuten. Es werden auch Stimmungsberichte und Berichte über fröhliche Er- eignisse entgegengenommen.
Unterstütze auch du die NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude", und du hilfst mit am Aufbauwerk des Führers.
Geschäftsstelle
der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude- Gießen, Schanzensiraße IS.
keinen Umständen erscheinen. Man übergab mir sogar, in Anbetracht meiner Erfahrungen, bas Kommando. Und so befahl ich denn: „Leiter hoch; Köpfe rin"! Prompt wurde das Ungetüm von Dachdeckerleiter hochgehoben und jeder bemühte sich, möglichst schonend seinen Kopf durch die Sprossen zu stecken.
Und nun traten wir den Marsch durch die nur hier und da spärlich beleuchteten Gassen an. So glatt ging das aber nun gerade nicht, denn wir waren nicht gleich groß; daher saßen den großen die Sprossen am Hals und den kleinen rieben sie im Gesicht und an der Nase herum und wir waren froh, wie wir endlich im Polizeihof in der „Weid- gaf}" landeten. Es ist mir heute noch schleierhaft, wie wir den Weg, ohne einem Wächter der Nacht begegnet zu sein, unbehelligt zurücklegen konnten, zumal es keineswegs ohne Spektakel herging, namentlich wenn um eine Straßenecke herumbalanciert werden mußte. Das Gebäude der helligen Herman» hab, welches vorher ben zarten Vorzug genoß, eine höhere Töchterschule beherbergt zu haben, zierte an seiner Vorberfront eine zweiseitige, stockwerkhohe Steintreppe mit eisernem Geländer, bie man ersteigen mußte, wenn man an bie Haustüre gelangen wollte, lieber biefer brannte eine Gaslaterne, bie durch eine Scheibe auch ben Hausgang beleuchtete.
3m Parterre rechts waren zwei Fenster, bie ber Wachtstube, erhellt, sonst tag bas Gebäube in tiefem Dunkel Die Leiter hatten wir in ben Hof gelegt unb hielten leise einen kleinen Kriegsrat ab, demzufolge unter Vermeidung des geringsten Geräu» fches die Leiter in das Haus hineingeschoben werden sollte.
Zuerst mußte einer die Haustüre leise öffnen und offen halten. Dann wurde bas lange Ungetüm hochgehoben unb mit größter Vorsicht in ben Haus» gang hinein unb hinten über bie Treppe nach bem ersten Stockwerk hinaufgeschoben Das ließ sich nun boch nicht so ganz geräuschlos machen, unb als wir vorn, in bem neben ber Haustüre liegenben Wachtraum einen Stuhl rücken hörten, klopfte ich schnell an der Türe an. Eine schnarrende Stimme rief: .Herrrrein!"
„Guten Morgen!" sagte ich.
Es waren zwei uniformierte Herren drin, die offenbar ein kleines Nickerchen gemacht hatten, denn sie wischten sich die Augen, mit denen sie mich etwas verwundert ansahen.
„Na, was is los?" fragte der eine.
»Wir wollen einen gefundenen Gegenstand abliefern!"
„Na, wo haben Sie ihn dann?" „Draußen!"
„Ja, warum bringen S'en bann nett rin?" «Herr Wachtmeister, bas geht so ei'fach nett* —- „Sooo!" — Beide sahen sich an und es schien ihnen etwas zu dämmern.
nungsmäßig abliefern wollte. Ich hatte nämlich vor vielen Jahren mit noch Zweien in später Stunde auf der Frankfurter Straße eine Kuh gefunden und führte diese in meiner, soviel ich mich erinnere, bis dahin durch nichts getrübten Unschuld, auf die Polizeiwache. Ein, du lieber Gott, da kam ich aber schön an! Man hielt mir eine Vorlesung, infolge welcher ich mit meiner Kuh und der Ueberzeugung das Lokal verließ, daß ich einer der niederträchtigsten Menschen wäre, die Gottes schöne Erde bis in den Grund hinein verschandelten. Daß ich mir von da ab vornahm, nie wieder etwas zu finden, wird man mir ohne weiteres glauben, und dennoch ist mir gar nicht so lange danach ein ähnliches Mißgeschick passiert:
Wir waren damals, ein unsortiertes Dutzend junger Leute, bis gegen 2 Uhr nachts auf der Pulvermühle, jenseits der Lahn, hängengeblieben und hatten in diesem alten bürgerlichen Stammlokal ber Starkenburger, ohne irgendwelche, etwa auf nächtlichen Tatenbrang gerichtete Hintergebanken, tüchtig gezecht. Arm in Arm in einer Reihe unb bas Lieb fingenb: „Es zogen brei Burschen wohl über ben Rhein", schoben wir Zwölfe über bie Lahnbrücke, unter bem Bahnviadukt hinburch, in bie Neustabt. Stichbunkle Finsternis lag auf ber Erbe unb man sah bie Hanb nicht vor ben Augen. Als wir gerabe an bem Vers waren: „Der zweite beckte ben Schleier zu unb roanbte sich ab unb meinte bazu", fiel die ganze Gesellschaft vornüber auf bie Straße. Wie sich im Lichte rasch entzünbeter Streichhölzer herausstellte, hatten wir biefe jähe Unterbrechung unseres gefühlvollen Gesangs einer langen, quer unb hochkantig über bas Pflaster gelegten, hüben unb brüben an ben Häusern festgeklemmten Dachbeckerleiter zu verbauten. Einen befonbers geistreichen Ulk konnte man diese Hindernisbereitung nicht gerade nennen.
Aber so schlimm, wie man das wohl nach heutigen Begriffen bewerten würde, war es damals bei weitem nicht, denn vor 60 Jahren gab es noch keine Autos und keine Motorräder. Es hätte also höchstens ein Fußgänger den Hals brechen können. Von uns hatte sich keiner beschädigt; nur erschrocken waren wir. Es stellte sich aber auch sofort die Lust zu einem losen Streich ein.
Wir überließen das wiederzugedeckte Wirtin- töchterlein seinem Schicksal und beschlossen unter Lachen und einem prickelnden Vorgefühl des Kommenden, die Leiter auf die Polizei zu schleppen und als F u n d st ü ck a b z u g e b e n.
Ich, für meine Person, hatte einen Kampf mit meinem Gewissen zu bestehen, denn die Kuh lag mir noch schwer auf dem. Herzen. Aber ich machte natürlich mit, denn als Kneifer wollte ich unter
Gastspiel des Schumann-Theaters im Stadttheater.
Arn Freitag, dem 5. Juli, gastiert das von seiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit vollkommen neuem und großem Varietöprogramm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenossen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1,— 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vorverkauf im Musikhaus Challier, Schokoladenhaus H u n t e m a n n , auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18. bei Ortswart Pg. Fritz Richter, Feuerbachstraße 10, und bei sämtlichen Be- triebswarten der NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Freude"
Line der Glanznummern ist Reka, von dem die ganze Dell spricht.
Es hört sich grotesk an, wenn einmal beinahe bestraft worden roäre,~ weil ich einen gefundenen Gegenstand auf der Polizei ord-
Pe bi [Pi bif bei fta
Die deutsche Arbeitsfront N.9.-6emeinschaft „Kraft durch freute"


