er mn
an.
Morgenfrühstück in Gestalt von recht ansehnlichen
Preußen
Obecheffen
An-
Frankfurt a. M., 2. Mi. (LPD.) In
Die
gestorben.
Kreis Schotten.
Hj: O b e r - O h m e n, 30. Juni. Heute fand hier im Forellen für seine Jungen zu holen, die im nahen Rahmen der Besichtigung der Freiwilligen und 1 Zeilwald ihre Kinderstube haben.
„Äei Protokoll? M'r müsse doch so viel ich weiß, e Protokoll mache. Schließlich laufe drauß die fort ,un ich allei' kann die Leiter nett in die Neustadt schleppe!"
Der Wachtmann strafte mich mit Verachtung; er drehte mir den Rücken zu und ließ mich stehen. Sein Kamerad winkte mir ab und so drückte ich mich «rücklings zur Türe hinaus.
Draußen schienen sie gehorcht zu haben, denn es war mäuschenstill. Ich zischte ihnen zu: „Raus mit der Leiter und dann fort mit ihr in die Neustadt!"
Leise schlichen einige in den Hausgang, um den gefundenen Gegenstand wieder heraus zu schaffen. Aber er wankte und wich nicht. Das lange Ungetüm hing unten am eisernen Geländer der Stern- treppe fest und oben, am anderen Ende, hatte es sich, durch seine eigene Schwere durchgebogen, unter der Schwelle eines Trepplings festgeklemmt. Alles Ziehen und Drücken war vergebliche Mühe. Mit dummen, von der Nachtlaterne über der Haustüre beschienenen Gesichtern, sahen wir uns an. Da kam mir ein rettender Gedanke. Ich klopfte an der Wachtstubentüre an. Auf ein bissiges „Herein!" steckte ich diesmal nur den Kopf durch die Türe.
„Nanu; was soll's dann noch? fragte sehr ungnädig der Wachtmann.
„AH, Herr Wachtmeister, nemme S' es uns nett iwwel, daß mer noch emal stör'n; m'r bringe die Leiter nett los; se hat sich festgeklemmt un wankt un weicht nett. Hawwe Se nett vielleicht e Säg?"
„Lasse Se se nur ruhig lie'; da sieht auch der Herr Polizeirat emal die Bescherrung. Das wird en sehr interessier'n! Säg gibt's nett!"
(„Teufel noch einmal, das kann fa gut wern", dachte ich und nahm mir einen Augenblick lang vor, nie wieder. .!)
Im Hinaustreten sah ich, daß die Flottmachung der Leiter inzwischen doch gelungen war. Innerhalb fünf Minuten lag sie wieder im Hof. Die Köpfe wurden durch die Sprossen gesteckt und fort ging's in die Neustadt, woselbst wir sie in ihrer ganzen Länge in einen Winkel hineinschoben. —
Nach einiger Zeit erhielt ich eine Polizeistrafe, aber nicht wegen des geschilderten Ulks, sondern weil ohne unser Vorwissen zwei meiner Kameraden die Polizeilampe über der Haustüre ausgedreht hatten.
Die beiden Wachtleute waren ©entfernen; sie hatten die Leitergeschichte nicht gemeldet. Wir lohnten dieses einsichtsvolle Verhalten der beiden Herren, die schon lange der grüne Rasen deckt, dadurch, daß wir ihnen alljährlich zu Weihnachten je eine Flasche Kognak zusandten, ohne daß sie aber jemals erfahren haben, wer die Spender waren.
sprach dann über die Bedeutung der NS.-Volks- Wohlfahrt. Der BdM. Lardenbach-Klein-Eichen ^ erfreute durch eine ganze Anzahl Volkstänze und Volkslieder. Der Jungvolkpimpfe Hofmann (Freienseen) gab in gelungener Weise einige Mund- artgedichte zum besten. Die Bergmannskapelle spielte flotte Weisen. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Verlosung einer wertvollen Armbanduhr unter die Mitglieder der NSV. Glücklicher Gewinner war Beigeordneter L. aus Freienseen. Alles in allem war es eine wohlgelungene Veranstaltung. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß eine Anzahl Mitglieder der NSV. und der SAR. aus Groß-Eichen trotz weiter Entfernung und Heu- ernte per Lastauto zu der Veranstaltung erschienen waren.
„!" R u p p e r t s b u r g, 30. Juni. Vor einiger Zeit wurde am Bachufer der Horrloff oberhalb Fried- richshütte ein neugeborenes Kitzchen gefunden, welches sehr schwach war und nicht laufen konnte. Ein kinderloses Ehepaar von Friedrichshütte nahm sich des Tierchens an. Die Frau fütterte es mit Milch aus einer Flasche. Nun ist das Tierchen mit seiner Pflegemutter so vertraut, daß es in den Garten und überall hin ihr nachläuft. Von einer anderen Person aber als der Pflegemutter nimmt es die Flasche nicht an.
Kreis Alsfeld.
# Nieder-Gemünden, 2. Juli. Begünstigt durch das herrliche Sommerwetter hat die Heuernte rasche Fortschritte gemacht. Viele Landwirte haben innerhalb acht Tagen ihr Heu einbringen können. — Bei dem letzten schweren Gewitter schlug der Blitz in eine Pappel unterhalb des Bahnhofs. Der Baum wurde völlig zerschlagen.
sau. Mehr als 10 000 Mitglieder der Feuerwehren der Provinz weilten als Abordnungen in Fulda. Mitgliederversammlung nahm den Haushaltsplan für das neue Rechnungsjahr entgegen. Der ordentliche Haushaltsplan weist in Einnahme und
Pflicht - Feuerwehr durch den Kreisfeuerwehrinspektor die Verpflichtung der neuen Freiwilligen Wehr statt. Nach anerkennenden Worten für das uneigennützige Wollen der vierzig jungen Männer, die sich zu einer Frei« willigen Wehr zusammengeschlossen haben, und der Aufforderung, als deutsche Männer jederzeit ihre Pflicht im Interesse des Vaterlandes und der Nation au tun, wurde jeder einzelne Wehrmann durch Handschlag verpflichtet. Brandmeister Hartmann (Lauterbach) unterzog dann die Freiwillige Wehr einer Uebungsbesichtigung am Gerät usw., wäh- rend der Kreisfeuerwehrinspektor sich der Pflichtfeuerwehr widmete. Die Besichtigung verlief sehr befriedigend. — Bei den letzten Gewittern schlug der Blitz an drei verschiedenen Stellen in die Lichtleitung, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. In einem Falle riß er in einer Wohnung ein Stück aus der Wand.
# Aus dem oberen Ohmtal, 1. Juli. Der letzte ergiebige Gewitterregen hat das Wachstum allenthalben gut gefördert. Die noch unter der hochsommerlichen Hitze leidenden Dickwurzpflan- z e n haben die Krisis nunmehr überstanden und beginnen sich gut zu entwickeln. Sehr gut stehen die Kartoffeln, die überall in die Blüte treten. Leider macht die Beseitigung des reichlichen Unkrautes viel Arbeit, welche durch die schon großen Sträucher mitunter recht beschwerlich ist. Der Stand aller Fe l d f r ü ch t e ist so, daß mit einer befriedigenden Gesamternte auf allen Gebieten gerechnet werden kann, wenn keine unvorhergesehenen Zwischenfälle auftreten. — Der Frühaufsteher kann gegenwärtig einen Fischreiher beobachten, welcher der Ohm seinen Besuch abstattet, um hier das
sen-Nassau statt.
Gauschulungsleiter Demmer begrüßte die Gäste und wies in seiner Ansprache darauf hin, daß hier ein Haus eingeweiht werden solle, in dem zum ersten Male in unserem Gau Betriebsführer mit den Arbeitern des Geistes und der Faust zusammen wie eine Familie die Kameradschaft der deutschen Arbeit erleben sollten.
In seiner Rede erklärte Landesobmann Becker, daß man alles, was einmal mit Liberalismus und Marxismus verbunden gewesen sei, als ausgelöscht betrachten könne, wenn nun zum ersten Male auch Betriebsführer zu dieser Schulung hinzugezogen würden.
Gauleiter Sprenger sprach anschließend seine Glückwünsche zur Einweihung dieser ersten Schule der Deutschen Arbeitsfront im Gau Hessen-Nassau aus und dankte dann Landesobmann Becker für ferne bisher geleistete vorbildliche Arbeit. Alle, die hier geschult würden, müßten gelehrt werden, die Dinge in ihrer Gesamtheit zu sehen. Aus der Welt- arrschauung heraus müsse dann jeder sein Teilgebiet erfassen. Er streifte kurz die gewaltige Entwicklung der nationalsozialistischen Bewegung und wies darauf hin, daß es nicht möglich gewesen wäre, in dieser kurzen Zeit etwas so Gigantisches zu schaffen, wenn nicht der deutsche Mensch schon in sich die Veranlagung zur Weltanschauung des Nationalsozialismus trage, die ihn zu dieser Einheit zusammenführe. Im Geiste und nach dem Willen Adolf Hitlers und im Rahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung, so schloß der Gauleiter, übergebe ich diese Schule hiermit ihrer Bestimmung.
Abschließend sprach noch Stabsobmann Dr. H u p f a u e r.
Nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer fand dann im Garten der Gauschule die feierliche Flaggenhissung statt. Anschließend besichtigten die Gäste die Räumlichkeiten der Schule, die sich durch Einfachheit und Zweckmäßigkeit auszeichnet.
Das große deutscheGtenographentreffen
hundert Schreibmaschinen als Ehrenpreise.
LPD. Frankfurt a. M., 1. Juli. Die Arbeit innerhalb der Deutschen Stenographenschaft ist feit einigen Monaten ganz auf den großen deutschen Stenographentag abgestellt, der in der Zeit vom 2. bis 5. August in Frankfurt a. M. stattfindet und der erste Stenographentag im Dritten Reick ist. Als Tagungsort wurde die Festhalle gewählt. Deren
# Freienseen, 30.Juni. Gestern abend fand in der Turnhalle eine Werbeveranstaltung öer NS. -Volkswohlfahrt der Ortsgruppen Freienseen und Sellnrod statt. Angesichts der großen Bedeutung der NSV. hätte der Besuch besser sein dürfen (namentlich aus Freienseen selbst!). Nach einem schneidigen Marsch der Bergmannskapelle der Grube Luise (Weickartshain) eröffnete der Ortsgruppenamtsleiter der Ortsgruppe Freienseen, Lehrer Bickel (Altenhain), die Versammlung Und begrüßte die Teilnehmer. Dann hielt er einen Lichtbildervortrag über wehrpolitische Fragen. Ortsgruppenleiter E. Hofmann (Freienfeen)
Neuer Bahnbau
Haiger - Breitscheid - Gusternhain.
200 000 Tagewerke sind zu leisten, davon 135 000 von Arbeitslosen.
LPD Dillenburg, 2.Juli. Der schon seit vielen Jahren erstrebte Bahnbau Haiger—Breitscheid—Gusternhain, zu dessen Durchführung die Reichsbahnhauptverwaltung kürzlich ihre Zustimmung erteilte unter der Voraussetzung, daß auch die Finanzfrage eine günstige Regelung erfahre, ist nunmehr endgültig gesichert. Das Reichsfinanzministerium hat nach einer Mitteilung an die Geschäftsstelle Dillenburg der Industrie- und Handelskammer Siegen-Olpe-Dillenburg die erforderlichen Mittel in Höhe von 2650000 Mark bewilligt. Die Arbeiten werden noch im Laufe dieses Herbstes beginnen. Es sind ungefähr 200 000 Tagewerke zu leisten, davon 135 000 Tagewerke zur Beschäftigung von bisher arbeitslosen Volksgenossen. Der Arbeitsmarkt des Dillkreises wird durch diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme großen Stils eine wesentliche Erleichterung erfahren. Die zuständige Dienststelle der NS^)AP. sowie die Industrie- und Handelskammer und die staatlichen Behöroen haben sich in gleicher Weise verdient gemacht um die Genehmigung dieses Bahnbaues, der zunächst auf vielseitige Schwierigkeiten gestoßen war, nach der Machtübernahme aber durch die nationalsozialistische Regierung nachdrücklichst gefördert wurde. Die neue Bahnlinie wird ein an Bodenschätzen reiches Gebiet dem Verkehr erschließen und von Haiger aus eine Verbindung des östlichen Westerwaldes mit der Bahnlinie Gießen —Haiger —Betzdorf —Köln bzw. Haiger—Siegen—Hagen Herstellen.
Feierliche Einweihung der Gauschule der Deutschen Arbeitsfront.
Gauleiter Sprenger übergibt die Schule ihrer Bestimmung.
Oer Heffen-Naffauische provinzial« Feuerwehrverband in Fulda.
Nachdem vor 60 Jahren der Kurhessische Feuerwehrverband in Fulda gegründet worden war, wurde Fulda zum Tagungsort der 1. Arbeitstagung des Hessen-Nassauischen Prooinzial-Feuerwehroer- bandes. Den Vorsitz der Tagung führte Provin- zial-Feuerwehrführer Bürgermeister Kilian- Rotenburg in Anwesenheit von 40 Kreisfeuerwehrführern, 7 Mitgliedern des Führerrats, des Landrats von Kruse-Rotenburg als Vertreter der Landkreise, und Brandingenieur Pauli-Frankfurt a. M. als Vertreter der Städte der Provinz Hessen-Nas-
„E Leiter" fagte ich kleinlaut.
„So, e Leiter", wiederholte er höhnisch. „Guck emol a, e Leiter!"
„Wir wollte se erm schaffe, awwer m'r hawwe se nur bis zum erschte Stock de Trepp enauf schiewe könne." — „Wir wollten doch auch keinen Lärm machen", sagte ich bescheiden auf Hochdeutsch. — Ein Hohngelächter war die Antwort.
„Hastes dann gehört, Schorsch?" wandte sich unser Examinator an seinen Kameraden, der nicht wußte, ob er lachen, ober auch schimpfen sollte. „Se wollte nett stör'n! Haste dann schon emol e größer Unverschämtheit erlebt?"
Dann zu mir: ,Hch will Ihne emol was sage; glawe Se dann, m'r roär’n so dumm, daß m'r nett wißte, daß es Ihne un der Blas' drauße en Dreck um die Leiter zu tu' is! Nur Widder so en Kuh- witz wolle Se mache, damit die Stadt Widder 8 Tag lang ebbes zu lache hat! M'r kenn Ihne! Un nu enaus; sofort enaus und die Leiter hi'getrage, wo se geholt worde is!" Der Mann war wirklich zornig, dennn die Stimme war ihm übergeschnappt.
„Bitte, Herr Wachtmeister", sagte ich noch, „die Leiter war in der Neustadt quer über die Straß gelegt worde; die Sprosse senkrecht. Da hätt' doch e Unglück passiere könne. Wir selbst sin ja doch auch in der Dunkelheit driwwer gestolwert!"
„Un da warn Se so freundlich", fuhr er im gleichen Tonfall fort, un brachte se ausgerechnet hier her, un schowe se hibsch leis durch de Hausgang bis enauf in der erschte Stock; nett wahr? M'r kenne Ihne, Herr F., des sag' ich Ihne noch emal!"
„Ja, awwer ..."
„Nix, ja awwer!"
,^)ör*n Se emal, Herr F., Sie war'n doch ber- jeniate, der schon emal e Kuh gefunne halt'. Wenn es sich Widder um so etwas hannelt, dann wer'n Se diesmal fei' Glück damit hawwe!" — „Sin' Se •Hei’?"
„Nei', m'r sin noch einige!"
„Solle erln komme!"
Ich machte die Türe auf und rief: „Reinkommen!"
Und alle kamen; einer nach dem andern, leise und anständig, wie sich das für Leute, die akademisches Bier getrunken und Universitätsluft geatmet haben, gehört. Aber das wurde schnöderweise nicht gewürdigt, denn der eine der beiden Herren, der Sprecher, rief erbost: „Sofort Widder enaus!" Dann brummelte er etwas vor sich hin.
Als alle draußen waren, schien die Sache doch einen ernsteren Anstrich zu bekommen.
„Was hawwe Se, nu endlich, gefunne?" herrschte
Wesenheit des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, des Landesobmannes Becker, des Stabsobmannes Dr. Hupfauer, des Gauschu- lungswalters Demmer sowie zahlreicher Vertreter der einzelnen Gliederungen der Partei, der Behörden und der Wirtschaft fand am Dienstagabend in der Nähe des Hauses der Arbeit in Frankfurt am Main die feierliche Einweihung der neuen Schule der Deutschen Arbeitsfront des Gaues Hef-
Jahrhundertfeier des Gesangvereins „Liederkranz" Friedberg.
LPD. Friedberg, 1. Juli. Friedberg hatte anläßlich der Jahrhundertfeier des „Liederkranz" ein prächtiges Festkleid angelegt. Schon in der Frühe trafen die etwa 20 Gesangvereine des Taunuskreises zum Wertungssingen ein, das von Universitäts-Musikdirektor Temesvary - Gießen geleitet wurde. Gegen Mittag folgten weiter zahlreiche Gastvereine, die sich dann um 13 Uhr zu einem großen Festzug formierten. Die Deutsche Arbeitsfront hatte den Zug mit Wirtschaftsgruppen und Festwagen ausgestattet. Der Jubiläumsfestzug, in dem besonders „Das deutsche Lied" die ihm gebührende Stelle einnahm, marschierte am Krieger- Ehrenmal an den Ehrengästen vorbei. Nach der Ankunft in der Burg fand eine Kundgebung des Hessischen Sängerbundes statt. Sie wurde von Massenchören der 1500 Taunussänger umrahmt. Der Gauführer im Deutschen Sängerbund, Ministerialrat Ringshausen - Darmstadt, hielt die Festrede, die mit einem Treugelöbnis für Heimat, Volk und Führer ausklang. Auf dem Festplatz „Seewiese" schloß sich die Weihe der neuen Fahne für den „Liederkranz" durch Ministerialrat R i n g s h a u s e n an, der zugleich dem Vereinsführer, Kaufmann Michel, die Urkunde zur Hundertjahrfeier überreichte. Gauführer, Gauchormeister, Gaurechner und Bürgermeister Vieth erhielten die Ehrennadel. Die neue Fahne wurde mit dem Hakenkreuzwimpel geschmückt. Der umfangreiche Juxplatz und die große Festhalle nahmen sodann die Massen auf.
Graf Wilhelm von Schlitz gestorben.
Lpd. Schlitz, 2. Juli. Am Sonntagmittag verstarb in Frankfurt a. M. in der Klinik von Noor- den nach schwerem Leiden Graf Wilhelm von Schlitz, genannt von Goertz, im Alter von 53 Jahren. Er wurde im Jahre 1882 in Schlitz als Sohn des Grafen Emil von Schlitz genannt von Goertz geboren. Aus Anlaß des Todes des Grafen Wilhelm hat die ganze Stadt Schlitz Trauer angelegt. Mit dem Städtchen trauert das ganze Schlitzerland.
Sportkundgebung des Arbeitsdienstes in Alsfeld.
X Alsfeld, 2. Juli. Eine große Sport- funbgebung veranstaltete ber Arbeits- b i e n ft ber Gruppe 223 am vergangenen Samstag unb Sonntag in Alsfelb. An biefer nahmen bie Abteilungen ber Gruppe mit runb 1000 Mann teil. Diese waren zum Teil in Alsfeld unb in ben umliegenben Ortschaften einquartiert. Als- balb nach ber feierlichen Flaggenhissung auf ber Festhalle begannen am Samstagmorgen bie Wettkämpfe, beginnenb mit ben Sechskämpfen. Anschließend wurden die Fußball- und Handballwettspiele erledigt, mnb in dem schönen, modernen Schwimmbad zeigten die Arbeitsdienstmänner ihr Können in schwimmtechnischer Hinsicht. Abends sand auf dem Marktplatz ein großer Zapfe n - st r e i ch unter Mitwirkung ber Gruppenkapelle und der Arbeitsdienstabteilung Alsfeld statt. Der mit zahlreichen Fackeln erleuchtete Marktplatz und der im Hintergrund in buntem Lickt erstrahlende mächtige Turm der Walpurgiskirche boten ein unvergleichlich schönes Bild. Am ©onntagmorgen nahmen die Sportwettkämpfe ihren Fortgang, unter denen besonders der Gepäckmarsch interessierte, der die Arbeitsdienstmänner in einer ausgezeichneten Verfassung zeigte. Am Nachmittag um 14 Uhr fand eine Kundgebung auf dem Lindenplatz statt in Anwesenheit des Gauarbeitsführers Neuerburg -Kassel. Zu der Kundgebung waren sämtliche Abteilungen der Gruppe 223 angetreten. Nach Begrüßungsworten des Arbeitsfichrers Zim- p el-Alsfeld überbrachte Gauarbeitsführer Neuerburg die Grüße des Reichsarbeitsführers und sprach über Ziele und Aufgaben des Arbeits- dienstes im nationalsozialistischen Staat. Der Ar- beüsbienft werbe sich immer mehr zu einer ber stärksten Säulen des Nationalsozialismus und der
Riesenraum für die Aufnahme der zehntausend Stenographen, die aus allen Gauen des Reiches und aus dem Ausland erwartet werden, Platz bietet. — In einem Nebensaal der Festhalle wird eine Ausstellung veranstaltet, die eine lückenlose Uebersicht bieten wird. Mehrere Dutzend historische Schreibmaschinen werden in der Abteilung „Geschichte der Schreibmaschine" zu sehen sein. Auch die „Geschichte der Kurzschrift" nimmt einen großen Platz im Rahmen der Ausstellung ein.
Das Kurzschrift-Leistungsschreiben und das Maschinen-Leistungsschreiben sind die wichtigsten Programmpunkte der Tagung. Den Siegern der Leistungsschreiben winken als Ehrenpreise hundert Schreibmaschinen.
Das weitere umfangreiche Programm der Tagung sieht u. a. Sondertagungen der einzelnen Fachgruppen, einen Presse-Empfang durch den Reichsführer der Deutschen Stenographenschaft, einen Rhein-Mainischen Abend in der Festhalle, eine Sondervorstellung der Römerbergfestspiele — „Götz von Berlichingen^ — sowie Sonderfahrten an ben Rhein, an ben Neckar, an bie Bergstraße, ben Oben- wald, nach Heibelberg, an bie Mosel, in bie Eifel unb Stabtrunbfahrten vor. Bei ber öffentlichen funbgebung werben Vertreter ber Partei unb des Staates sprechen.
Dillkreis.
LPD. Dillenburg, 2. Juli. Der Bergmann Richarb E i ch e r t aus Nanzenbach geriet heute vormittag im Untertagebetrieb ber Grube Königszug unter herabfallendes Gestein unb würbe schwer verletzt. Um bie Mittagszeit ist ber Verunglückte im Dillenburger Krankenhaus an ben Folgen eines Wirbelsäulenbruchs gestorben.
Volksgemeinschaft entwickeln. Alsbann erfolgte ein Vorbeimarsch ber Formationen auf bem Marktplatz. Anschließenb fanben auf bem Sportplatz die weiteren Sportkämpfe statt. Der von der Stadt Alsfeld für eine 10X250-Meter-Staffel gestiftete Wanderpokal kam in den Besitz des Alsfelder Turnvereins. Siegerverkündung und Schlußworte des Gauführers beendeten gegen Abend die sportlichen Vorführungen. Den Abschluß der Kundgebung bildeten Kameradschaftsabende in den einzelnen Ortschaften in geselligem Beisammensein mit der Bevölkerung. An dem in Alsfeld im „Deutschen Haus" stattgefundenen Kameradschaftsabend nahm auch Gauarbeitsführer Neuerburg teil. Die von dem Arbeitsdienst gezeigten sportlichen Leistungen wiesen einen ausgezeichneten Sportgeist auf und boten em Bild echter Kameradschaftlichkeit, an der auch die Bevölkerung regen Anteil nahm.
Landkreis Gießen
< Holzheim, 2. Juli. Am Sonntag feierte unsere Hebamme Frau Margarete Schneider ihr 50jähriges Berufsjubiläum. Alle Einwohner von Holzheim waren zu dieser Feier einaelaben. Nicht nur von Holzheim, sondern weit Darüber hinaus, gingen ber Jubilarin viel Ehrungen und Gratulationen zu. Als äußeres Zeichen wurden ihr viele Geschenke und Blumenspenden überreicht. Von ber Gemeinde Holzheim überreichte Bürgermeister B u ß im Beisein des gesamten Gemeinderats der Jubilarin ein Diplom, sowie ein Geldgeschenk von 50 Mark. Im Namen der Kirchen- aemeinbe überreichte Pfarrer Launhardt ein Andachtsbuch. Die Frauenschaft von Holzheim brachte ein Ständchen dar unb überreichte ein wun- bervolles Bild, das eine Mutter in ihrem größten Glücke darstellt. Alle Anwesenden sangen bann gemeinschaftlich einige Lieber. Frau Schneider war von dieser Ehrung, die ihr zuteil wurde, sichtlich gerührt. Alle Gratulanten wurden bann zu einer Tasse Kaffee unb Kuchen einaelaben. Man blieb einige Stunden herzlich mit Der Jubilarin vereint. Die Gemeinde Holzheim wünsch? ber Jubilarin einen gesegneten Lebensabend.
Kreis Iriedberg.
+ Butzbach, 1. Juli. Heute fand in der städtischen Reithalle eine Nutzviehversteigerung durch ben Neichsnährstanb Frankfurt, Abteilung Nutzviehbeschaffung, statt, bie von Dr. Christiani - Frankfurt geleitet würbe. Es waren in ber Hauptsache Vogelsberger, Simmentaler unb Frankenberger Rassen vertreten, unb innerhalb dieser Gattungen sowohl frischmelkende Tiere, als auch solche, bie erst vor kurzer ober längerer Zeit gekalbt haben, außerbem hochtragende Rinder. Dazu waren Kühe und Rinder angeboten, die als fahrsicher bezeichnet wurden. Die Kaufinteressenten waren Bauersleute aus der näheren und weiteren Umgegend, sogar aus dem entlegenen preußischen Hinterlande waren Käufer anwesend. Die Preise, die für die einzelnen Tiere aller Altersstufen geboten unb bezahlt würben, waren für beibe Teile angemessen. Die höchstbezahlte frischmelkenbe Kuh mit Kalb galt 510 RM. Anbere Tiere fanben Gebote zu 500 Mark unb barunter.
♦ Rockenberg, 2. Juli. Das achtjährige Töchterchen eines hiesigen Metzgermeifters fiel so unglücklich vom Rabe, baß es schwere innere Verletzungen erlitt. An ben Folgen biefer Verletzungen ist bas Kinb nach mehrtägigem Schmerzenslager
Ausgabe 95 400 Mark aus. Ein Betrag von 1800 Mark wirb als vorbeugenber Feuerschutz bereüge- halten. Zur besonderen Unterstützung der Kreis- feuerwehrverbände sind 4600 Mark vorgesehen und im Rahmen eines außerordentlichen Haushaltsplans von 250 000 Mark zum Bau einer in Kürze zu errichtenden Provinz ial-Feuerwehr» schule in Kassel zur Verfügung gestellt. Als Jahresbeitrag werben von ben Kreisfeuerwehroer» bänben wieder 70 Pf. pro Feuerwehrmann erhoben. Die Jahresrechnung 1934 schließt in Einnahme unb Ausgabe mit 69 752 Mark ab.
Im Vorbergrunb ber Arbeitstagung standen zwei Referate, in denen Branddirektor Dr. L a n g • deck- Frankfurt a. M. über die Normung im Feuerlöschwesen unb ihre Bebeutung für die Freiwilligen Feuerwehren, und Prooinzial-Feuerwehr- führer Schnell- Hannover über bie Dreiteilung bes Löschangriffs sprachen. Eine Schul- unb Angriffsübung ber gesamten Fulbaer Feuerwehren veranschaulichte in mustergültiger Weise die Ausbildung der Feuerwehren und deren Eingreifen bei Großbränden. . Besonders bie Angriffsübung, ber eine glänzenb ausgearbeitete Jbee in Serbin» bung mit bem Luftschutz zugrundegelegt war, fand größtes Interesse. Auf einem Karneradschaftsabenb überreichte Kunstakademiebirektor Dr. N o l l a u « Kassel im Auftrag bes Oberpräsidenten bem seitherigen Provinzial - Feuerwehrführer Oberbaurat G o lb b a ch-Hannover das neugeschaffene Staatliche Er i nn e r u ng s k r e u z; Oberbaurat Gold- b a ch und der seitherige Presseleiter Branddirektor S ch ü ß l e r - Hersfeld wurden durch Verleihung des Ehrenkreuzes des Prooinzialfeuerwehrverban» des geehrt.
Sonntag fand ein Appell aller Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Fulda und ein umfangreiches Uebungsprogramm, sowie eine Helden» ehrung durch den Führerrat des Provinzial-Feuer- wehrverbandes statt. Gaupropagandaleiter Ger- n a n b (Kassel) sprach über nationalsozialistische Weltanschauung, Branddirektor Becker (Kassel) über „Freiwillige Feuerwehren und Luftschutz". Konzerte im Schloßpark, eine große Illumination des Fuldaer Barockoiertels und ein Kameradschaftsabend beschlossen die Tagung.


