Ausgabe 
3.7.1935
 
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Berlin. hingerichtet worden.

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Aus aller Welt

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Moskaus Protest in Tokio

Scharfe Sprache der sowjetrussischen presse.

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Verstimmung in Paris.

Sorge um die Zukunst des französischen Ostafrika-Hafens Dschibuti.

erforderlichen Kenntnisse durch zunächst ver­suchsweisen Anbau kleinerer Flächen für den eige­nen Hausgebrauch erlangt sind, und wenn der Absatz vor dem Anbau durch Anbauverträge sichergestellt wurde. Nur auf diese Weise ist die heimische Drogen- und Gewürzversorgung sia>erzu- stellen. Die Anbauer wurden ermahnt, nur ganz erstklassige Ware zu erzeugen, weil nur für diese Verwendung vorhanden ist.

Besichtigungsfahrten führten in Gemeinden mit starken Pfefferminz- und Baldriananbau, ferner rn Gegenden mit Anbau von Alant, Angelika und Liebstöckl und in die Gemeinden Schloßvippach (Anbau von Artemisia) und Groß- und Kleinrude­stedt (Anbau von Koriander). Bei Jena und Dornburg konnte man Melisse, römische Kamille, Benediktenkraut, Ringelblumen, Königskerzen, Weinraute, Majoran, Stechapfel, Bilsenkraut usw. sehen. Bei Löberschütz und Jena-Löbnitz findet starker Anbau von Pfingstrosen statt. Weiter waren zu sehen Löffelkraut, Erberreis, Kerbel, Ma­riendistel, Partinaken, Salbei, Malven usw. Der dritte Tag wurde für eine Fahrt in das Fenchel- anbaugebiet bei Lützen ausgenützt.

Deutsche Wertarbeit im Ausland. Ein Salon- wagenzug für den türkischen Staatspräsidenten. Die Hauptverwaltung der türkischen Staats­bahnen und Häfen in Ankara hat bei dem deutschen Industriekonsortium einen Salonwagenzug für den türkischen Staatspräsidenten Kemal Atatürk bestellt. An diesem Auftrag waren beteiligt die MAN=$ßerfe Nürnberg, das Linke-Hofmann-Werk Dresden-Breslau, die Firma Wegmann Kassel, die Maschinenfabrik Eßlingen und die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg. Die Wagen find fertlggestellt und verlassen bereits das Werk, um nach Sirekeci, der Abnahmestation in der Tür»

zutasten, dann wird er auf eine solche Abwehr stoßen, daß ihm aüf lange Zeit die Lust zu ähn- lichen Abenteuern vergehen wird.

Japans Heer und Mar.ne weisen die Beschuldigungen zurück.

Tokio, 2. Juli. (DNB.) In japanischen Armee­kreisen hält man den sowjetrussischen Protestschritt für gänzlich unbegründet und erklärt, die japanischen Truppen seien zu diszipliniert und im übrigen auch zu schwach, um diese angeblichen Grenzverletzungen begehen zu können. Wenn der Sowjetregierung etwas daran liege, den gegen­wärtigen Zustand zu beendigen, so können sie dies nur durch eine klare Grenzziehung er­reichen. In Marinekreisen wird der sowjetrussi- sche Protest wegen des angeblichen Eindringens mandschurischer Kanonenboote in Sowjetgewässer ebenfalls zurückaewiesen. Man erklärt, Sowjetrußland habe sich bisher stets geweigert, zu einer Verständigung über den Verkehr auf dem Amur zu gelangen und damit klare Verhältnisse zu schaffen.

200 Aufständische bei peiping gefangen genommen.

P e i p i n g, 2. Juli. (DNB.) Auf der Verfolgung der Aufständischen, die vor einigen Tagen in Pei­ping mit einem Panzerzug einfielen, wurden bisher über 200 in der entmilitarisierten Zone von der chinesischen Sonderpolizoi gefangengenom­men. Unter ihnen auch der Kommandant des Pan­zerzuges, Tuan Ehunchih, und sein Stellvertreter, Chia Puyen. Beide wurden zum Tode verur­teilt und bereits erschossen Die gefangenen Soldaten sagten aus, sie seien vom Komandanten getäuscht worden. Er habe den Panzerzug unter dem Vorwand, in Peiping seien Unruhen aus­gebrochen, zu deren Unterdrückung der Panzerzug eingesetzt werden sollte, in Fahrt gesetzt.

zösisch-enalisch-italienische Solidarität auswirken müßten, sondern auch, auf die kollektive Sicherheit, die England doch ebenso wie Frankreich unter dem Schutz des Völkerbundes herzustellen versuche? Ordre" wirft England vor, nur an seine eige­nen Belange zu denken. England sei jetzt nur noch um die Lösung des abessinischen Streites be­sorgt. Es wolle einen Keil zwischen Frankreich und Italien treiben, um Italien kalt zu stellen. Die Folge aber würde die gleichzeitige Isolie­rung Frankreichs sein.

Das Scho in Rom.

Rom, 2. Juli (DNB.) Die römische Presse nimmt energisch protestierend zu den Unterhaus-Erklärun­gen Edens Stellung.

Giornale d'Italia" betont, die englischen Vor­schläge hätten in keiner Weise der italienischen Auf­fassung Rechnung getragen. Vor allem sei nichts in den Vorschlägen, was Italien eine dauerhafte Sicherheit an seinen Grenzen nach Abessinien verbürge. Abessinien würde auch trotz aller seiner Beleidigungen und Verletzungen italie­nischer Rechte unbehelligt und ungestraft bleiben. In den Rang eines Mitarbeiters Englands erhoben, würde es foaar ermutigt und belohnt. Der Streit zwischen Italien und Abessinien würde dann nur aufgeschoben sein. Ein Aufschub aber bedeute für Abessinien einen Vorteil, da es Zeit zu weiteren Kriegsvorbereitungen gewinne. Ein abes­sinischer Hafen in Zaila würde weiter einen offen­sichtlichen wirtschaftlichen Vorteil für England und eine wirtschaftliche Benachteiliyung für Italien bedeuten. Hinsichtlich der gebietlichen Angebote Englands bedanke sich Italien, etwa durch Zuteilung von Ogaden einen neuen unfrucht­baren und wüstenartigen Landstrich zu bekommen, dessen wirtschaftlicher Wert gleich Null sei. Italien habe genügend wertlose, unfrucht­bare Gebiete. Derartige Gebiete schüfen kein neues, nutzbares Arbeitsfeld, sondern vermehrten nur die Last nutzloser und hinderlicher Landstriche.Tri­buna" spricht vonhinterhältigen" Vorschlägen Edens an Mussolini, die jeden möglichen Verdacht über die wahren Beweggründe Englands auftauchen ließen.

Moskau, 2. Juli. (DNB.) Die Sowjetpresse beschäftigt sich in scharfen Wendungen mit der Ent­wicklung im Fernen Osten. DieJswestija" schreibt u. a.: Die letzten Ereignisse besagen, daß einige aggressive Militärkreise der Mandschu- r e i nach Regelung der sehr wichtigen Fragen der o st chinesisch en Bahnen um jeden Preis die friedlichen politischen und Handelsbeziehungen zwi­schen Japan und der Sowjetunion sprengen wollen. Wir erklären noch einmal, daß die Völker der Sowjetunion und unsere Regierung in Frieden mit dem japanischen Volk leben wollen und daß un­sere Regierung alle möglichen Maßnahmen für die Entwicklung friedlicher politischer, wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen trifft. Mit um so grö­ßerer Energie protestieren sie gegen das B e t r a g en gewisser japanischer Mili- tärbehörden , welche die Sache des Friedens offensichtlich stören wollen. Wir hoffen, daß in Ja­pan der Verstand über die geistige Blindheit und die Politik des Friedens über die Politik wahnsin­niger Abenteuer siegen werden.Prawda" er­klärt: Sowjetöffentlichkeit und Regierung sind nicht gewillt, zuzulassen, daß die sowjetrussisch-mandschu­rische Grenze Gegenstandunaufhörlicher treu­brüchiger und provokatorischer Handlungen japani­scher Militaristen ist, die den Kopf verloren haben und ihren mandschurischen Söldlingen dienen". Wenn die japanische Regierung tatsächlich an der Erhaltung oes Friedens im Fernen Osten interes­siert ist, so muh sie rasche und energische Maßnah­men treffen, um abenteuerliche Handlungen japa­nischer Behörden an der Grenze zu verhüten. Krasnaja Swesda", das Organ des Verteidigungs- kommisiariats betont, daß es sich nicht um verein­zelte Fälle von Verantwortungslosigkeit lokaler japanisch-mandschurischer Militärbehörden handele, sondern um ein System von Herausforde­rungen, die den Zweck verfolgten, ernste Ver­wicklungen zwischen Japan und der Sowjetunion hervor^urufen. Wenn iraend jemand es wagen sollte, die Grenze unserer sozialistischen Heimat an­

heftige Unwetter im Rhein-Maingebiet.

lieber dem Rhein-Maingebiet ging ein schweres Unwetter nieder. In Frankfurt wurden zahl­reiche Bäume umgerissen. Schlimmer wütete das Unwetter im hessischen Ried und an der Bergstraße. Dort wurde zum Teil erheblicher Schaden in den Gärten und auf den Feldern angerichtet. Es setzte ein Sandsturm ein, der innerhalb weniger Minuten die Kulturen mit einer zentimeterhohen Sandschicht bedeckte und erheblichen Schaden anrichtete. Selbst starke Bäume wurden entwurzelt. Der anschließend niedergehende wolkenbruchartige Regen hat vielfach die Feldfrucht völlig zu Boden gewalzt. In Darm­stadt mußte die Feuerwehr mehrfach ausrücken, um umaerissene Bäume zu beseitigen. Auch über- desheim und dem unteren Rheingau tobte ein schwe­res Gewitter, begleitet von H a g e l s ch l a g und wirbelartigem Sturm. Der Sturm riß starke Bäume um und drehte anderen die Kronen vollständig ab. Der wolkenbruchartige Regen richtete an den Kul- turen größeren Schaden an. Der Hagel vernichtete viel reifendes Obst.

Lehrgang für Arzneipflanzenanbauer.

Der Reichsnährstand hielt in Erfurt einen Lehrgang für den Anbau von Heil- und Gewürz- pslanzen ab. Es sprachen Landesbauernführer Staatsrat Eg geling überDie Notwendigkeit oes Arznei- und Gewürzpflanzenanbaues im na- klonalsozialistischen Staat" und Reichssachbearbeiter Dr Li mb ach überRichtlinien des Reichsnähr- standes zum Anbau von Heil- und Gewürzpflan­zen . Nicht planlos, sondern planmäßig soll angebaut werden, da bereits ein Ueberschuß ein­zelner Drogen vorhanden sei, während andere Heil- und Gewürzpflanzen noch in größerer Menge eingeführt werden müssen. Der Anbau zum Erwerb ist nur dann zu empfehlen, wenn die

kei, übergeführt zu werden. Mit Rücksicht darauf, daß der Salonwagenzug dem Präsidenten der Tür« kei und seinem Gefolge für Inspektionsreisen oft einige Wochen als Unterkunft dient, wurde die Raumaufteilung der Wagen sorgfältig erwogen und alles vorgesehen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Der Salonwagenzug enthält Arbeitsräume, Konferenzzimmer, Speiseräume, Küchen und Vor­ratsräume sowie auch Wasch-, Bade- und Schlaf­räume in der erforderlichen Zahl. Eine eigene Fern­sprechanlage verbindet alle Wagen des Auges. Die Wagen sind 21 Meter lang. In die beiden Wagen für das Gefolge sind acht Abteile für je vier Per­sonen eingebaut worden. Die Wagen besitzen Warm­wasserheizung, elektrische Beleuchtung und einen Ventilator zur Belüftung der Salons.

) Vollstreckung eines Todesurteils.

Am 2. Juli sind in Landsbera (Warthe) der am 19. Dezember 1904 geborene Stefan Kern und der am 20. Juni 1914 geborene Wilhelm Beucher hingerichtet worden, die vom. Schwurgericht in Landsberg (Warthe) wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden sind. Die Verurteilten hatten am 28. März 1933 den Arbeiter Albert Speick aus Woldenberg, zu dessen Ehefrau Kern in Beziehungen stand, dadurch ermordet, daß sie Speick in den Abendstunden in den Wald lockten und dort erdrosselten. Bei den schon mehrfach vorbestraften Verurteilten handelt es sich um ungewöhnlich rohe Menschen von unver­besserlicher, verbrecherischer Gesinnung, die den Plan zur Tat aus eigennützigen Gründen erdacht und in heimtückischer und brutaler Weise aus­geführt haben.

Zwei Verräter hingerichtet.

Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der Volksgerichtshof hat am 29. November 1934 den 63 Jahre alten Bruno L i n d e n a u aus Perleberg wegen Verrates militärischer Geheim­nisse und am 1. Februar 1935 den 28 Jahre alten Egon B r e s z aus Wilhelmshaven wegen Erforschung militärischer Geheimnisse zum Tode verurteilt. Die beiden Verurteilten sind jetzt in

Paris, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Edens Ausführungen im Unterhaus über den englischen Vorschlag, Abessinien durch einen Gebietsstrei- fen in Englisch-Somaliland einen Zugangzum Meer zu verschaffen, haben in der Pariser Presse eine ziemlich lebhafte Erörterung ausgelöst. Die französische Regierung sei davon amtlich nicht in Kenntnis gesetzt worden. Eden habe bei sei­nen Besprechungen mit Laval nicht im geringsten darauf angespielt. Das sei um so befremdender, als sich der Hase S e i l a, den England an Abessinien ob treten wollte, in unmittelbarer Nähe von Dschibuti, dem französischen Hafen, befinde, der mit Addis Abeba durch die bisher einzige Eisen­bahnlinie in Abessinien verbunden sei. Der fran­zösische Hafen Dschibuti, der somit den gesamten abessinischen Warenverkehr aufnehme, sei also un­mittelbar durch den von Mussolini abgelehnten eng­lischen Plan bedroht worden. Nun seien in dem von Frankreich, England und Italien 1906 abge­schlossenen Abessinien-Vertrag Vorkehrungen gegen eine solche Konkurrenz getroffen worden, mit der Bestimmung aus Artikel 9, daß neue Anschlußlinien an das abessinische Verkehrsnetz nicht ohne vorherige Ver- ständigung zwischen den Unterzeichnern gebaut werden dürfen. Unter diesen Umständen hätte die französische Regierung um ihre Ansicht gefragt, zum mindesten aber unterrichtet werden müssen, umso mehr als ein solcher Schritt dem Geist der Zusam­menarbeit entsprochen haben würde.

Aus dieser französischen Darstellung läßt sich un­schwer die V e r st i m m u n g über das Vorgehen Englands herauslesen. Man gibt unzweideutig zu verstehen, daß England nicht mehr im Geist von Stresa arbeite, eine Behauptung, die auch in vielen Blattern ihren Niederschlag findet. So schreibt das halbamtlichePetit P a r i f i e n", die Londoner Regierung versichere, daß sie dem Programm vom 3. Februar und der Entschließung von Stresa treu­bleiben wolle. Seit einiger Zeit jedoch ließen ihre Handlungen diese feierlich verkündete englisch-fran­zösisch-italienische Solidarität vermissen. Erst das deutsch-englische Flottenabkommen, dann der Vorschlag eines abessinischen Korridors. Begreife man in London nicht, daß sich derartige Verhand­lungsmethoden nicht nur unangenehm auf die fran-

Urteil des Volksgerichtshofes vom 28. Juni d. I. der 49 Jahre alte Wilhelm B a t t e f ch aus Camminke wegen Verrates militärischer Geheimnisse und wegen versuchter landesverräterischer Fälschung und gewinnsüchtiger Privaturkundenfälschung zu l e- benslangem Zuchthaus verurteilt worden.

Sowjetflugzeug mif elf Insassen verschollen.

Die Sowjetfliegerei ist von einem neuen schweren Unglück betroffen worden. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist das sowjetrussische WasserflugzeugL 840", das bereits am 26. Juni von Alexandrowsk auf der Insel Sachalin nach Chabarowsk abgeflogen war, um dort auf dem Amur zu wassern, verschollen. An Bord des Flugzeuges befanden sich außer der dreiköpfigen Besatzung acht Fluggäste. Vier Flug­zeuge, die im Tatarensund, der Wasserstraße zwi­schen Sachalin und dem Küstengebiet liegen, sind zur Suche aufgestiegen. Man glaubt, daß der Flug­zeugführer S w j a t o g o r o w , der ein erfahrener . Flieger sei, im dichten Nebel habe notwassern müssen.

Eisenbahnunglück in Sibirien. Sechs Tote, zwei Schwerverletzte.

In der Nähe von Omsk in Westsibirien ereig­nete sich ein folgenschweres Eisenbahnun­glück, bei dem sechs Personen getötet und zwei schwer verletzt wurden. Unter den Opfern befinden sich eine Ironie des Schicksals mehrere Eisenbahnkontrollbeamte, die auf Beseh! des Verkehrskommissars, Kaganowitsch, die ständigen Unglücksfälle auf den sowjetrussifchen Bahnen zu bekämpfen hatten. DiePrawda" meldet dazu folgende Einzelheiten. Bei dem Bahn­hof Moskalenka wurde ein Triebwagen mit einer Eisenbahnkontrollkommission, die aus sechs Mann bestand, auf die Strecke geschickt, nachdem kurz vorher ein Güterzug abgelassen worden war. Da der Güterzug eine starke Steigung nicht nehmen konnte, fuhr er mit 40 Kilometer Geschwindigkeit rückwärts und stieß in voller Fahrt mit dem nach­folgenden Triebwagen zusammen, dessen Führer im letzten Augenblick abgesprungen war, ohne den Motor abzustellen. Der Motor und der Benzin­tank des Triebwagens flogen in die Luft. Es ent­stand ein Brand, der auch den letzten Wagen des Güterzuges erfaßte. In den Flammen kam der Maschinist des Güterzuges und seine mitfah­rende dreiköpfige Familie ums Leben. Ferner wurden zwei Efenbahnkontrollbeamte auf der Stelle getötet und zwei weitere lebensgefähr­lich verletzt.

Drei Bergsteiger tödlich abgestürzt.

In den Gesäusebergen (Steiermark) unternah­men zwei Kletterer aus Graz eine Besteigung der Rotwand, von der sie nicht zurückkeyrten. Eine alpine Rettungsstelle fand beide als Leichen auf. Drei unbekannte Hochtouristen machten eine Klettertour auf die Roßkuppenkante. Alle drei waren angeseilt. Plötzlich trat ein Kletterer fehl und verlor den Halt. Er stürzte in eine Schlucht, wo er tot liegen blieb.

Vorbildlicher Flugsicherungsdienst auf der Luftpostlinie DeutschlandSüdamerika. Auf. wie sorgfältige Weise der Flugsiche­rung s d i e n st der Deutschen Lufthansa auf der schwierigsten aller Luftverkehrsstrecken, nämlich dem Transozeanabschnitt des Luftpostdienstes Deutschland Südamerika arbeitet, zeigt deutlich ein Vorfall, der sich auf dem letzten Postflug Südamerika Europa ereignete. Am Samstagnachmittag startete vom MotorschiffSchwabenland", das zur Zeit in der Nähe der Insel Fernando Noronha stationiert ist, der D o r n i e r w a ITornado" zum Flug nach Bathurst in Britisch-Gambien an der Küste Westafrikas. Bereits in der ersten Morgenstunde des Sonntag meldete das Flugboot, daß der Kühler des Hinteren Motors leck geworden fei. Auf diesen Funkspruch hin nahm dieSchwabenland" sofort Kurs in der Richtung auf denTornado", der seinen Flug mit einem Motor fortsetzte. Erst um 6 Uhr sah sich Flugkapitän Blume genötigt, zu einer Außenlandung anzusetzen, die glatt durchgeführt wurde. Nachdem sie funkentelegraphisch dem vor Bathurst liegenden zweiten FlugstützpunktWest­falen" mitgeteilt worden war, setzte sich dieser in Marsch, während zwischen dem gewasserten Flug, boot und dem Dampfer ständig Funksprüche ge- wechselt wurden. Da das LuftschiffGraf Zep­pelin" sich gerade auf einer seiner planmäßigen Fahrten nach Südamerika befand, nahm es eben­falls Kurs auf das Flugboot, erreichte es in der Nacht zum Dienstag und blieb solange in seiner Nähe, bis der DampferWestfalen" auftauchte und um 23 Uhr Post, Besatzung und auch das Flugboot wohlbehalten an Bord nehmen konnte. Die für Europa bestimmte Postsendung wurde unverzüglich auf das an Bord derWestfalen" befindliche Re- ferveflugbootSnum" übernommen und dieses zum

ichwcre Frage an die anderen Regierungen ge­stellt werden soll.

Daily Telegraph" führt aus, bei der für Don­nerstag nächster Woche zu erwartenden außen- voNtischen Erklärung des Staatssekretärs des Aeuhern, Sir Samuel Hoare, werde wahrschein­lich der Wunsch im Vordergrund stehen, das st a r k e Mißtrauen, das in Paris infolge der letz- ten Handlungen der britischen Regierung entstan­den sei, zu beseitigen. Laval, der anfangs geneigt gewesen sei, Großbritannien einseitiges Vorgehen beim Abschluß des Flottenabkommens mit Deutsch­land nachsichtig zu beurteilen, sei inzwischen zu Der Ansicht gekommen, daß sein Vertrauen in die ehr­liche Absicht Großbritanniens nicht am Platze ge­wesen sei. Zwei Tatsachen hätten den französischen Außenminister und den ständigen Leiter des fran­zösischen Außenministeriums, Leger, gründlich er­schüttert: 1. der Beschluß der britischen Regierung, in Rom einen Plan zur Regelung der abessinischen Frage vorzulegen, ohne seinen Inhalt Frankreich mitzuteilen, dessen Interessen dadurch, hätten wesentlich berührt werden können; 2. die Weigerung der britischen Regierung, ihrer Zusage entsprechend Frank­reich die Einzelheiten des deutschen Flo^tenbouprogramms mitzuteilen, die bei den englisch-deutschen Besprechungen in London vereinbart worden seien. Es werde also das erste Ziel der britischen Regierung sein, den angerichteten Schaden soweit wie möglich wieder gut zu machen. Der Grundsatz des Zusammen­hanges der europäischen Fragen untereinander werde sicher als Hauptpunkt der britischen Außen­politik bestätigt und die falsche Vorstellung beseitigt werden, als ob Großbritannien der Ansicht sei, es könne einer Störung des, Friedens in Osteuropa gegenüber gleichgültig bleiben, solange es durch Vereinbarungen im Westen eine starke Garantie besitze.

Wahrscheinlich werde das Kabinett sich auch mit dem französischen Standpunkt befassen, daß Luft- und Landrüstungen nicht als voneinander unabhängige Werkzeuge der Kriegsführung erwogen werden könnten. Dies würde bedeuten, daß der Versuch, über ein Ab­kommen zur Begrenzung der Luftstreitkräfte zu verhandeln, mit Verhandlungen über eine Be­grenzung der Landrüslungen Hand in Hand gehen sollte. Was Abessinien betreffe, so schienen die britischen Minister deutlich zu erkennen, daß die vollste britisch-franzö­sische Zusammenarbeit in dieser Frage notwendig sei, wenn der Völkerbund trotz der bald zu erwarlenden Herausforderung als wirksames Werkzeug zur Verhinderung eines

Krieges erhallen bleiben solle.

Im liberalenNews C h r o n i c l e" schreibt Vernon Bartlett, eine Konferenz für R ü - stungsbegrenzung würde jetzt viel grö­ßere Aussicht auf Erfolg haben, als früher. Laval fei weitblickender als irgendein an­derer französischer Außenminister seit Briand. Deutschland, das die Entwaffnungsklauseln von Versailles für nichtig erklärt und sich damit von einem gefährlichen Minderwertigkeitsgefühl befreit habe, sei jetzt viel bereitwilliger, eine Begrenzung seiner Rüstungen anzunehmen und ehrlich durchzuführen. Großbritannien habe eine entschiedenere Außenpolitik als vor einem Jahre. Aber über allen europäischen Erörterungen hänge die Wolke des italienisch-abessini­schen Streites. Man könne sich der lieber» zeugung nicht erwehren, daß Italien zu einem Eroberungsfeldzug entschlossen sei.

Die schlimmste Lösung von allen würde sein, einen italienischen Angriff zu verurteilen und dann nichts zu tun, um ihm Ein­halt zu gebieten. Dieser Streit in Afrika berühre alle europäischen Länder unmittelbar. Wehr als irgendeine andere Tatsache werde er über Deutschlands zukünftige Politik ent­scheiden. Deutschland werde niemals durch Worte und Beschwörungen in den Völker­bund zurückgebracht werden, wohl aber vielleicht durch Tatsachen. Deutschland werde nicht denken, wieder in einen Völkerbund einzu­treten, der Angriffe ungehindert zuläßt. Es sei unter diesen Umständen niederdrückend zu sehen, wie viele französische Zeitungen, die immer damit prahlen, daß die Politik ihres Landes sich auf den Völkerbund gründe, einen britischen versuch, für die | Durchführung der Völkerbundssahung zu sorgen, 1 kritisiert haben, nur well sie sich darüber ärgern, daß das deutsch-englische Floltenabkom­men, das doch schließlich eine Begrenzung der deutschen Flotte sichert, mit einem ziemlich un­überlegten Mangel an Fühlungnahme zwischen London und Paris abgeschlossen worden sei. Die Heuchelei könne kaum weiter getrieben werden.

Dailn Mail" meldet, die britischen Minister seien entschlossen, für ein Kompromiß im italienisch- abessinischen Streit alles Menschenmögliche zu tun. Einige Minister verlangten sogar, Groß­britannien solle bei einem Fehlschlag dieser Bemü­hungen irgendeine Form wirtschaftlicher Maßnahmen gegen Italien durch den Völkerbund vorschlagen. Es seien aber keine Anzeichen vorhanden, daß eine derartige Politik die einhellige Unterstützung des ganzen Ka­binetts haben würde. Die Regierung begreife, daß Italiens Drohung mit dem Austritt aus dem Völkerbund keineswegs nichtig sei, und die Mi­nister wünschen daher, vorsichtig aufzutreten. Im Augenblick stellten sie die A u f r e ch t e r h a l° tung des Einflusses des Völkerbundes über jede Erwägung.Daily Expreß" schreibt, das Kabinett prüfe die Frage, ob a n° bete Länder wegen der Frage gemeinsamen wirtschaftlichen Vorgehens gegen Italien son- diert werden sollten, falls Italien entschlossen bleibe, Krieg gegen Abessinien zu führen. Eine kollektive wirtschaftliche Aktion werde nur auf Grund eines Beschlusses des Völkerbundes erfolgen. In den Wandelgängen des Parlaments werde die Befürchtung ausgedrückt, daß die Regierung viel- leicht Großbritannien zum Vorgehen verpflichten werde, ohne vorher das Parlament zu befragen. Die Minister seien sich über den Ernst der ins Auge gefaßten Aktion klar, offizielle Ableugnungen, daß em solcher Plan auch nur erwogen werde, seien wahrscheinlich.